#Link11: Auf den Punkt gebracht

Wahrlich ein prall gefülltes Fußball-Wochenende, das den Connaisseuren des schönen Sports Spaß bereitet haben sollte. Es sei denn, man sieht das nächste torlose Remis seines Lieblingsvereins. Oder wird nach dreiwöchiger Krankheit dazu genötigt, 90 Minuten in der Kreisliga auf der Außenbahn durchzustehen. Allen seelischen und körperlichen Schmerzen zum Trotz: Wir bringen es auch heute wieder auf den Punkt!

blogundpresseschau

1. Der 26. Spieltag der Bundesliga ist Geschichte, eine Zusammenfassung hat – wie immer – der kicker zu bieten. Im Duell der „Rasenschachkönige“ behält Pep Guardiolas Bayern knapp die Oberhand gegen Thomas Tuchels Mainzer (miasanrot.de), mit 2:0 gewinnt der Rekordmeister eine „kniffelige Partie gegen ideenreiche Mainzer“ (Der Bayern Blog). Nach der Niederlage des HSV in Stuttgart konstatiert derviertemann.com: In die Falle getappt und verloren. Goldmann saxt  atmet nach dem Erfolg auf, fordert aber Veränderungen im Sommer. Den 3:1-Sieg seiner Schalker über Braunschweig klassifiziert der Königsblog als „maximal verdienter Zittersieg“ und blogundweiss.de äußert sich nach dem Erfolg lobend über Trainer Jens Keller. „Warmspieln für das Derby“ nennt schwatzgelb.de den ungefährdeten 3:0-Triumph in Hannover. Das 1:3 der Werderaner in Freiburg war für werderblog.net ein Rückschritt. Eintracht Frankfurt schickt den 1. FC Nürnberg in Richtung Liga 2, meint Clubfans United, blog-g.de versteht nach fünf Auswärtstoren seiner SGE die Fußball-Welt nicht mehr. Nach einer erneuten Schlappe appelliert Bayer-Coach Hyypiä an sein Team (ksta.de).

2. Sieben Tore, drei Elfmeter und ein Platzverweis – auch in Spanien gab es ein recht interessantes Spiel zu begutachten: Lionel Messi entscheidet den packenden Clasico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona (Sport1), die Highlights zum 4:3-Sieg der Katalanen im Bernabeu hat die Sportschau online. Eine taktische Analyse des Geschehens findet ihr gewohnt kompetent bei den Kollegen von spielverlagerung.de.

3. Unschöne Szenen I: Beim Spiel der Düsseldorfer Fortuna beim FSV Frankfurt gerieten Ultras und Hooligans der Rheinländer im Gästeblock aneinander. Auslöser: Eine Zaunfahne der „Frente Atletico“, einer rechtsgerichteten Madrider Fangruppierung, mit denen die erlebnisorientierten Anhänger der Fortuna eine Freundschaft pflegen. Einige beteiligten Ultragruppierungen äußerten sich noch am Samstagabend in einer Stellungnahme,  die Einlassung des Vereins zu den Vorfällen ist dagegen mit „dürftig“ noch wohlwollend umschrieben. Die andere Konfliktseite erhält in der Rheinischen Post Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge (nahezu unwidersprochen?) zu schildern. dierudola bloggt einen Rant zu den Reaktionen auf das Geschehen in Frankfurt, die taz sieht die antifaschistischen Fangruppen nicht nur von rechts, sondern auch durch restriktive Maßnahmen seitens des DFB bedroht.

Nachtrag (13:25 Uhr): Der HalbangstBlog fasst die Geschehnissen und Reaktion zusammen und gibt eigene Einschätzungen ab.

4. Unschöne Szenen II: Am Nürnberger Hauptbahnhof kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Fans von Bayern München und dem 1. FC Nürnberg (nordbayern.de). BVB-Fans verwüsten in Hannover eine Gaststätte (NeuePresse) und warfen ein vollgestickertes Polizei-Fahrzeug auf einer Raststätte um (derwesten.de).

5. Heute entscheidet die Ligaversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) u.a. über die Einführung der Torlinientechnologie (Rheinische Post). Die FAZ fordert „Der Technik und eine Chance“ und hält es für einen schlechten Witz, würden sich die Gegner durchsetzen. Auch ein neues Ticketsystem soll laut Spiegel Online auf der Tagesordnung stehen.

6. Neues von der FIFA: Der durchweg sympathische Fußball-Weltverband stellte seinen Finanzbericht 2013 vor und ist jetzt Euro-Milliardär (SPOX). Den kompletten „Financial Report 2013“ findet man auf der offiziellen FIFA-Seite als pdf-Datei. Für die WM 2014 zieht der Weltverband eine Broschüre mit peinlichen Reisetipps zurück (FAZ). Das Ethikkomitee der FIFA wird unterdessen die Korruptionsvorwürfe gegen Jack Warner in der gewohnt ausführlichen und akribischen Art und Weise untersuchen (SkyNews). Mark Pieth, früherer FIFA-Ermittler, sieht angesichts der neuen Erkenntnisse große Schwierigkeiten auf den Weltverband zukommen (FAZ). Auch die Arbeitsbedingungen im Wüstenstaat sind weiter ein Thema: Die WELT schickte Tim Röhn nach Katar und Kathmandu – der Reporter kam mit einigen erschreckenden Erkenntnissen und Einblicken zurück!

7. Die Kremers-Zwillinge werden 65 – dfb.de schaut auf die Karriere der beiden Schalker Idole zurück.  derwesten.de hat die beiden Fußball-Popstars der siebziger Jahre im Interview.

8. Kick versus Kommerz: 15 Thesen zur Zukunft des Fußballs (jp4sport.biz)

9. Grundsätzliches: werderblog.net schreibt anlässlich des Sponsoreninterviews von Pep Guardiola über „Das Vertrauen in die Sportmedien“, Abenteuer Fußball bloggt über eine interessante Bundesliga, die nicht nur aus dem Kampf um die Meisterschaft besteht. Kollege Tobias Escher war in der Dortmunder Staatsbibliothek auf der Suche nach Anekdoten aus der Ära Fritz Walter und bringt seine Gedanken über den Gehälter-Irrsinn der fünfziger Jahre zu Papier oder wie das hier in diesem Neuland auch heißt (Tobstars Blog).

10. Eine Geschichte, die anrührt: Der schwer krebskranke Heinz Gast (66) ist seit seiner Kindheit großer Fan des FC Hansa Rostock. Der letzter Wunsch des mittlerweile in den Niederlanden lebenden Anhängers war ein Besuch bei „seiner Kogge“ – er ging in Erfüllung! (fc-hansa.de)

11. „Die Kurve der anderen“ – der Chemieblogger rezensiert den Dokufilm „Union fürs Leben“, der von den Fans des Zweitligisten und dem Lebensgefühl der Anhänger handelt.

Field Reporter

[Putin und ich] haben ein gutes Verhältnis – dazu stehe ich.

Schalke-Boss Clemens Tönnies ist kein Weltpolitiker, aber offenbar stolz auf seine Beziehungen zum russischen Staatslenker (via Reviersport)

Mixed Zone: +++ Spendabel: Markus Rosenberg verschenkt all seine Möbel (11Freunde) +++ Dokumentation: Die zweite Episode von „Beyond Maracana“ ist online (via Fritten, Fußball & Bier) +++ Schockzustand: Arsenals Coach Arsène Wenger muss zu seinem Jubiläum eine bittere 0:6-Pleite hinnehmen (Tagesspiegel) +++ Verwirrung: Christoph Daum muss bei Bursaspor gehen – oder etwa doch nicht? (Sport1) +++ Hinspielerfolge: In der Champions Leage der Frauen bestechen Potsdam und Wolfsburg durch klare Siege (FAZ) +++ Interview: Der englische Buchautor Nick Davidson sprach mit SpiegelOnline über den FC St. Pauli, Kommerzialisierung und den Unterschied zwischen Premier League und Bundesliga +++ Mkhitaryans Kumpel: BlogtrifftBall berichtet über Sargis Adamyan, Henrikh Mkhitaryans Nationalmannschaftskollegen, der im Winter bei der TSG Neustrelitz anheuerte +++ Meisterfeier: RedBull Salzburg hat vorzeitig den österreichischen Meistertitel errungen (Sport1)

Rausschmeißer:

Aus der Kategorie „Kann man mal machen“: Heute Wayne Rooney, der bei West Ham United fast von der Mittellinie aus ins Tor trifft (Youtube)

#Link11: Der Uefa-Typ mit der Glatze

Bis jetzt hat die Champions-League-Saison den Zuschauern noch nicht allzu viel Spannung geboten. Bis jetzt. Das Viertelfinale verspricht attraktive Begegnungen. Die am heutigen Freitag stattfindende Auslosung ist in der #Link11 ebenso ein Thema wie der BVB und die politische Krise auf der Krim.

blogundpresseschau

1. Zunächst einmal der Fokus-Fußball-Ergebnisdienst: In der Europa League haben sich für das Viertelfinale folgende Teams qualifiziert: der FC Basel, Benfica Lissabon, Juventus Turin, der FC Sevilla, AZ Alkmaar, Olympique Lyon, der FC Porto und der FC Valencia. Details gibt es bei DerWesten. Das Spiel Salzburg gegen Basel stand übrigens kurz vor dem Abbruch, nachdem sich Basler Fans daneben benommen hatten (siehe Frankfurter Rundschau).

2. Der BVB leidet noch immer an den Nachwehen des Champions-League-Viertelfinals. Neben Verletzungen und Sperren beschäftigt die Dortmunder vor allem die Kritik der Spieler an den Fans. Frank Lamers (DerWesten) fasst die Gemengelage zusammen. Frieder Pfeiffer (Spiegel Online) schaut sich den TV-Streit zwischen Klopp und Kahn an. Der Halbangst-Blog beschäftigt sich mit der allgemeinen Tendenz der Dortmunder. Er sieht Parallelen zur BVB-Krise Ende der 90er und kritisiert Klopps Verhalten an der Linie.

3. Um zwölf Uhr lost die Uefa die Viertelfinals der Champions League aus. Geleitet werden dürfte die Prozedur wie immer von Gianni Infantino aka „Der Uefa-Typ mit der Glatze„. Die FAZ erläutert das (nicht sonderlich komplizierte) Prozedere. Christof Kneer (Süddeutsche) kommentiert, im Viertelfinale seien nur Klubs aus dem europäischen Geldadel anzutreffen. Welche Konstellationen besonders spannend wären, beleuchtet Florian Haupt (Welt Online). Spox schaut sich Stärken und Schwächen aller Viertelfinal-Teilnehmer an. Miasanrot blicken auf die möglichen Bayern-Gegner und prognostizieren, welcher der schwerste wäre. Wer übrigens mal wieder eine Niederlage der Bayern sehen will, wird bei Pferdeundfussball fündig.

4. Der 26. Spieltag der Bundesliga steht an. Stefan Krieger (Blog-G) sagt aus Frankfurter Sicht: Das wird ein hochspannendes Wochenende. Auch Eintracht Inside blickt auf das Spiel der Frankfurter. Frank Vollmer (Abseitsmagazin) sucht Gründe, wieso Braunschweig Schalke schlagen wird. Hertha-Trainer Jos Luhukay sieht sein Team als Außenseiter im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach, sagt er Andre Schahidi und Karsten Kellermann (RP-Online).

5. Der Fall Hoeneß geistert immer noch durch die hiesigen Medien. Nachdem der Stern gestern ein Interview mit einen anonymen Informanten zum Hoeneß-Konto veröffentlicht hatte, äußerte sich nun die Staatsanwaltschaft: „Die Herkunft [des Geldes auf Hoeneß‘ Konto] ist restlos aufgeklärt!“, sagen Vertreter der Staatsanwaltschaft gegenüber Annette Ramelsberger (Süddeutsche). Breitnigge gibt seinen abschließenden Senf zur Cause Honeß ab.

6. Hans-Joachim Watzke hat jüngst gefordert, dass Straftäter bei Fußballspielen im Rahmen von Schnellgerichten abgeurteilt und für einige Tage eingesperrt werden sollen. Matthias Düllberg (Strafrecht am Spieltag) analysiert diesen Vorschlag und klärt auf, warum das Ganze nicht nur absurd klingt, sondern auch kaum durchsetzbar wäre.

7. In den vergangenen Tagen wurden Vorwürfe an den 1. FC Kaiserslautern publik, laut denen der Klub zig Millionen an Steuersubventionen erhalten hätte. Dirk A. Leibfried dröselt die Vorwürfe für die 11Freunde auf.

8. Im Hintergrund von RB Leipzig, RB Salzburg, Manchester United & Co. existieren noch andere lokale Teams, die dem Kommerz vollends abschwören. Aktives Abseits hat sich jetzt die Lage der Klubs wie Austria Salzburg oder FC United of Manchester angeschaut.

9. Dass Funktionäre den Fußball gerne unpolitisch sehen, zeigt ein Text von Anna Kemper (Zeit). Sie hat sich den FC Schalke 04 und dessen Partnerschaft zu Gazprom angeschaut.

10. Dass Fußball nicht gänzlich unpolitisch ist, zeigt ein kleines, aber feines Detail der Krim-Krise: Zwischen der Ukraine und Russland ist ein Streit ausgebrochen, in welcher Liga die Teams aus der Krim zukünftig spielen sollen. Thomas Dudek (NZZ) fragt sich, wie die Fifa und die Uefa das Thema behandeln werden. Auch Anja Schramm (Welt Online) blickt auf die Zukunft der ukrainischen Liga.

11. Und abschließend noch etwas Abseitiges: Adrian Mutu steht vor einem neuen Engagement – und zwar als Teil eines Musikvideos von Snoop Dogg, berichtet Andreas Bock (11Freunde).

Meist geklickter Link gestern:

Der Ruhrnachrichten-Artikel über den Konflikt zwischen BVB-Ultras und Watzke zog euch in seinen Bann.

Field Reporter

Bei Spielen bin ich generell ganz froh, auf der Bank zu sitzen. Auf der Tribüne würde ich während des Spiels garantiert in einer Tour gegnerische Aufsichtsräte beleidigen.

Falscher Einwurf aus blog7“ kramt ein Zitat Max Eberls heraus, welches gegenüber den 11Freunden fiel.

Mixed Zone:

Umzug: Der DFB zieht um – zumindest innerhalb Frankfurts. Jan Christian Müller (Frankfurter Rundschau) berichtet über das neue Gelände, auf dem der DFB seine Ressourcen bündeln möchte. + + + Schadensersatz: Zwei Schläger, die Michael Kadlec krankenhausreif schlugen, müssen einen sechsstelligen Schadensersatz an dessen Klub Bayer Leverkusen leisten (siehe u.a. Spiegel Online). + + + WM gefährdet: Höwedes fällt lange aus und könnte auch bei der WM fehlen (siehe u.a. Sportschau). + + + US-Wurzeln: Bayern-Nachwuchsspieler Julian Green entscheidet sich für die amerikanische Nationalmannschaft, berichtet Christof Kneer (Süddeutsche).

Fußballblogbeitrag des Monats: Februar 2014

Des Februars kurze Verweildauer ist schon lange abgelaufen. Zeit den Fußballblogbeitrag des Monats zu küren. Der Vormonatsgewinner und vier Fokus-Fussball-Redakteure haben ihre Nominierungen begründet und ihr habt die Möglichkeit euren Favoriten im Rennen um den Monatstitel mit eurer Stimme und Wahlwerbung auf den von euch bespielten Wegen zu unterstützen.

Wir wünschen gute Unterhaltung bei der Lektüre der nominierten Texte und gratulieren allen fünf Kandidaten zur Nominierung.

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Der Rotebrauseblogger, Fußballblogger des Monats Januar nominiert: thatgirlthere – Der Männerwitz:

„Sonntag Mittag, Vormittag oder Morgen (je nach Sichtweise) um 11 Uhr, wenn das Fernsehen in Bezug auf die Übertragung von Ballsportarten oft wenig zu bieten hat, greifen nicht unwesentlich viele Anhänger des Fußballs zur Fernbedienung und folgen dem Doppelpass. Was bei Twitter meist zu einigen mehr oder weniger gelungenen Bemerkungen zur Tiefe der geistigen Ergüsse der Talkrunde zur Folge hat.

Ulrike, alias die Eskapistin vom Blog thatgirlthere sitzt normalerweise auch zu besagter Zeit vor dem TV. Und schreibt mit leichter Hand und berechtigter Aufregung eine kurze Geschichte über eines ihrer Doppelpass-Erlebnisse, in der es um „Witze unter Männern“, Jörg Wontorra und auch Twitter geht. Absolut lesenswert und damit verdienter Kandidat für den Blogbeitrag des Monats Februar.“

Julian Ritter nominiert: ZebrastreifenblogHochgefühle halten lang und länger

„Ich habe keine Sekunde des Spiels gesehen, von dem berichtet wird. Überhaupt habe ich diesen Verein, den MSV Duisburg, zuletzt gesehen, als sie noch in der zweiten Liga spielten und selbst da immer nur im Fernsehen. Ich kenne weder das Stadion noch die Fans oder die Spieler. Ich habe eine ungefähre Ahnung von der Lage des Klubs, aber keine von der Stimmung. Immerhin glaube ich, die Namen Kingsley Onuegbu und Patrick Zoundi schonmal gehört zu haben, aber es gibt eigentlich nichts, was mich mit dem MSV Duisburg verbindet.

Aber eines ist da: der rote Faden des Spielberichts, ein MSV-Siegtor in den Schlussminuten. Es bildet den Rahmen und den Bezugspunkt für das Geschehen. Ein Moment nur – schön aber selten – der eine Antwort auf die Frage gibt, warum man sich jedes Spiel ansieht, warum man immer bis zum Schluss bleibt: Um da zu sein, wenn so etwas passiert. Der Autor schreibt dabei für eine kundige Leserschaft: er muss nicht erläutern, wie die Begeisterung explodiert. Es genügt, zu erwähnen, dass. Im Grunde ein Bericht über ein drittklassiges Fußballspiel, aus dem man viel Sachliches über das Spiel erfährt. Aber was neben der Schilderung des Spielgeschehens vermittelt wird, hat in meinen Augen den Titel »Blogbeitrag des Monats« verdient.“

Stephan Uersfeld nominiert: Endreas MüllerPing-Pong – Ein Jahr im Kreis #7

„Gründe, sich vom Fußball, gerade vom professionellen Fußball abzuwenden, gibt es gerade in letzter Zeit immer häufiger. Die Einschläge kommen näher, der Ton wird rauer, und natürlich deutet sich das Unglück an.  Dieses Unglück, diese noch nicht näher definierte Dunkelheit, zeichnete in den vergangenen Wochen auch in vielen Blogs für Themen verantwortlich.

Endreas Müller aber tritt einen Schritt zur Seite, entledigt sich aller Last, nimmt sich einen Mietwagen, um auf seine Vergangenheit zu treffen. In einem bedeutungslosen Kick in den Niederungen der Amateurligen. Auf dem Platz läuft alles irgendwie nicht nach Plan, aber was soll es? In der Septembersonne. Dem Gras beim Wachsen zuhören. Und dann mit dem Wagen die Stätte der Niederlage milde gestimmt hinter sich lassen. Auch das ist Fußball.“

Klaas Reese nominiert: Trainer BaadeEin echter Schalker

„Der Blogbeitrag des Trainers handelt von einer Begebenheit rund um ein Spiel zwischen Bayer 05 Uerdingen und dem 1.FC Köln. Ist also schon ein paar Tage her. Die Geschichte ist keine lustige, nicht mal mit einem Augenzwinkern. Sie stimmt eher nachdenklich. Betrübt vielleicht die eine oder den anderen. Auf jeden Fall hat mich die Begebenheit gepackt . So gepackt wie es unter den Fußballbloggern wohl nur Trainer Baade schafft.

Deshalb verdient der Trainer aus meiner Sicht mindestens diese Nominierung. Und sei es nur für diesen Satz:

„Wieder rein ins Stadion mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit, ein Törchen fiel wohl noch oder auch zwei, jedenfalls war es kein Nachmittag ohne diesen besonderen aufsteigenden Glanz, wenn ein komplett weißer Ball sich ins komplett weiße Tornetz eines damaligen Bundesligatores begibt, als wolle er dort verweilen und die Geschichte des Tores immer weiter schreiben.“

Tobias Escher nominiert: Vert et blancThey can´t relax with moden football

„Eher selten kommt es in der kleinen Fußballbloggerwelt vor, dass ein Beitrag für ein kleines Skandälchen sorgt. Der vert-en-blanc’sche Replik auf die aktuelle Titelstory über RB Leipzig veranlasste den Autoren Philipp Köster, höchstpersönlich eine beißende Replik zu verfassen. Leider hat Köster sich in seinem Beitrag just den Antisemitismus-Punkt herausgepickt, den vert en blanc ausdrücklich nicht auf Köster selbst bezieht. Ausgeblendet werden dabei jene Teile des Beitrags, die sich tatsächlich mit dem Text von Köster auseinandersetzen. Der Beitrag zeigt die andere Medaille in der Debatte um RB Leipzig. Ein gut argumentierter, sachlicher Diskussionsbeitrag – viel besser als dessen Ruf.“

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Die Abstimmung endet am 27. März 2014 um 18 Uhr.

#Link11: Eine Runde weiterstöhnen

Die Atmosphäre im Fußballstadion ist eine ganz besondere. Dieses Flirrern in der Luft, wenn die Spannung zum Greifen scheint. Der Jubel beim Tor – oder einfach nur bei einer gelungenen Grätsche. Das Raunen und Stöhnen, das Mitleiden bei einem misslungenen Pass. Mannschaft und Fans – meistens eine Einheit. In Dortmund scheint das gestern ein wenig aus den Fugen geraten zu sein. Trotz Viertelfinaleinzug!

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1. Borussia Dortmund steht trotz einer 1:2-Niederlage gegen Zenit St. Petersburg unter den letzten Acht der Champions League. „Dortmund malocht sich ins Viertelfinale“ titelt die Berliner Zeitung. Den Zauber beim BVB vermisst Athletic Brandao. In der taktischen Analyse beim ZDF sieht spielverlagerung.de-Autor Rene Maric die Dortmunder allerdings taktisch überlegen. Mats Hummels wünscht sich Barcelona als Viertelfinalgegner (bundesliga.de), Kevin Großkreutz und Sebastian Kehl murren über das Raunen und Stöhnen des Publikums (derwesten.de), Jürgen Klopp hielt sein Temperament im Rededuell mit ZDF-Experte Oliver Kahn im Zaum (Reviersport). Vor dem Spiel schickten die BVB-Ultras JuBos einen kritischen Gruß an den Verein (RuhrNachrichten).

2. Neben den Dortmundern qualifizierte sich gestern Abend auch Manchester United für das Viertelfinale. Dank Robin van Persie machten die „Red Devils“ einen 0:2-Rückstand gegen Olympiakos Piräus wett (FAZ). Auf ZonalMarking findet ihr eine taktische Analyse des englischen Erfolgs.

3. Bayern München, FC Barcelona, Real Madrid, Atletico Madrid, FC Chelsea und Paris St. Germain – das sind die weiteren sechs Viertelfinalisten. Am Freitag wird ausgelost – „nur noch Hammerlose“ sind im Topf, meint dfb.de und erklärt das Prozedere. Langweilig und ohne Überraschung, das sei die Champions League 2014 – so kommentiert zumindest Sven Goldmann für den Tagesspiegel.

4. Heute stehen die Rückspiele im Achtelfinale der Europa League auf dem Programm. Besonders im Fokus: Mario Gomez und der AC Florenz, die dank eines Treffers des Nationalspielers gegen Juventus Turin weiter von der Runde der letzten Acht träumen dürfen. (Sportschau)

5. Neues von Uli Hoeneß: Ein anonymer Informant packt im Stern aus und behauptet, es ginge um größere Summen als bisher bekannt. Die Bayern waren offenbar, so berichtet die SZ, bis zum Urteil gegen ihren Präsidenten nicht auf ein Szenario ohne ihn vorbereitet. Es sei eine Situation wie bei der CSU nach Franz-Josef Strauß.

6. Die „Abteilung Attacke“ ersetzt beim Rekordmeister offenbar Matthias Sammer. Der Europameister von 1996 holt zum nächsten verbalen Rundumschlag aus (Berliner Zeitung). Die Frankfurter Rundschau wünscht sich eine Debatte über Sammers Thesen, „[a]m besten ohne beleidigten Unterton“. 5FreundeimAbseits sieht den Bayern-Verantwortlichen dagegen in der Traditionslinie Udo Latteks.

7. „Chaos inmitten von Chaos“ – in der Ukraine wird wieder gekickt, der Krim-Krise zum Trotz (Rheinische Post). Spätestens zur neuen Saison sollen die beiden Krim-Klubs Tawrija Simferopol und FK Sewastopol von der ukrainischen in die russische Fußball-Liga wechseln, meldet die FAZ. Auch das ZDF-Auslandsjournal beschäftigt sich mit der Situation des Fußballs in der Ukraine.

8. Keine Politik im Fußball lautet ein oft gehörte und mit Kopfschütteln quittierte Parole. Doch wie stehts mit Politiker beim Fußball? Der Deutschlandfunk berichtet über den FC Bundestag, wo sich CDU und SPD auf dem grünen Rasen beharken können. Die Opposition scheint dagegen fern zu bleiben!

9. Der 1. FC Köln erhält wegen diverser Verfehlungen seiner Anhänger eine saftige Geldstrafe vom DFB – und bekommt trotz vom DFB bestätigten Bemühungen einen Teilausschluss auf Bewährung verordnet (fc-koeln.de). Strafe ohne Schuld – effzeh.com fragt sich, „wie es in einem Rechtsstaat möglich ist, dass ein Angeklagter ohne Schuld von einem Gericht zu einer Strafe verurteilt wird“.

10. Wie hier schon verlinkt, steht die von Anhängern neu gegründete Austria aus Salzburg vor der Rückkehr in den Profifußball. Aktives Abseits beleuchtet diesen und noch weitere fan-geführte Vereine!

11. RC Lens, LOSC Lille – Vereine, die auch in Deutschland bekannt sind. Cavanis Friseur kümmert sich lesenswert um den Fußball in Frankreichs Norden.

Bandenwerbung

Die 48. Folge von Collinas Erben ist online. Alex und Klaas widmen sich gestraften Maskottchen, ehrlichen Fußballern, Aufregern in Bundesliga und Champions League, Hörerfragen und einem FIFA-Schiedsrichter, dem in Österreich Manipulation vorgeworfen wird.

Ebenso ging gestern eine neue Kabinenpredigt online. Ruben bespricht „Kurvenrebellen“ von Christoph Ruf.

Meist geklickter Link gestern:

Der Spielbericht zu Chelsea gegen Galatasaray auf sueddeutsche.de wurde von Euch gestern favorisiert!

Field Reporter

Good effort by United,keeps their season alive for a few more weeks.Will be tough in next round in one of strongest 1/4 CL lineups ever

Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann gratuliert via Twitter Manchester United und sieht eines der stärksten Viertelfinals aller Zeiten.

Mixed Zone: +++ Rücktritt: Hannovers Steven Cherundolo beendet nach 15 Jahren bei den Niedersachsen seine aktive Karriere (NDR) +++ Verlängerung: Arjen Robben unterschreibt bei den Bayern einen Kontrakt bis 2017 (Der Bayern Blog) +++ Vorstrafenregister: Die Strafen des Jürgen Klopp (Fritten, Fußball und Bier) +++ Einspruch abgelehnt: Josip Simunics Strafe bleibt bestehen (SpiegelOnline) +++ Boykott: Ultras Hannover werden vom Verein organisierten Busreise zum Derby in Braunschweig nicht in Anspruch nehmen (Faszination Fankurve) +++ Topverdiener: Lionel Messi kassierte 2013 satte 41 Millionen Euro (Rheinische Post) +++  Podcast: Der MillernTon sprach vor dem Spiel gegen Ingolstadt unter anderem mit Ex-Spieler Ralph Gunesch +++ Geldstrafe: Jefferson Farfan ging shoppen statt zur Reha (derwesten.de) +++ Stimmungstief: Der HalbangstBlog macht sich Gedanken über die Atmosphäre im Düsseldorfer Stadion +++ Einstieg: Der Sohn von Franz-Josef Wernze (Mäzen von Viktoria Köln) übernimmt den polnischen Erstligisten Lechia Danzig (Reviersport) +++

Rausschmeißer

Die WM steht vor der Tür – und damit auch wieder zahlreiche (mehr oder minder gelungene) Musikbeiträge. Als erstes traut sich Manni Breuckmann aus der Deckung – und veröffentlicht zusammen mit Franz K. „So einfach“. Ein Lied wie ein Autounfall! (Youtube)

Kabinenpredigt: Kurven-Rebellen. Die Ultras – Einblicke in eine widersprüchliche Szene

Mit seinem Buch „Kurven-Rebellen. Die Ultras – Einblicke in eine widersprüchliche Szene“ will Christoph Ruf das Image der Ultras auf den Prüfstand stellen, wie dem Klappentext zu entnehmen ist. Das gelingt ihm nur teilweise, trotzdem lohnt sich die Lektüre.

Die Meinungen über Ultras gehen weit auseinander. Notorische Störenfriede oder Bewahrer des Fussballs? Gewalt oder Atmosphäre? Dialogunfähig oder unverstanden? Die Gegensätze zwischen unterschiedlichen Ansichten könnten grösser nicht sein. Christoph Ruf hat sich daher viel vorgenommen, wenn er der Leserschaft die Ultra-Szene näher bringen will. In zwanzig Kapiteln geht der Autor auf verschiedene Themen ein, die im Zusammenhang mit Ultras immer wieder auftauchen: Gewalt und die Faszination davon, verhärtete Fronten, Frauen in der Kurve, Rechtsextremismus, Medien, Politik. Der rote Faden fehlt dabei. Der Autor hüpft von der Betrachtung von Gruppierungen zur grundsätzlichen Auseinandersetzung mit den erwähnten Themen und wieder zurück. Es erstaunt daher nicht, dass Ruf am Ende des Buchs kein eigentliches Urteil über die Ultras fällt. Auf den ersten Blick eine Schwäche des Buchs. Die versprochene Prüfung des Images der Ultras erfolgt ansatzweise, wird jedoch nicht zu Ende gebracht.

Auf den zweiten Blick ist das aber genau die Stärke des Buchs. In der Diskussion um den Fussball und seine Begleiterscheinungen sind die Meinungen viel zu häufig schon gemacht, bevor überhaupt ein Austausch stattfindet. Die Medien stürzen sich auf Polizeiberichte, überzeichnen Vorfälle und vergessen dabei, die Sicht der Gegenseite einzuholen. Die Ultras ihrerseits sehen in allen anderen viel zu häufig nur Feinde, ohne sich ernsthaft damit auseinander zu setzen, ob man gegenseitig voneinander profitieren könnte. Christoph Ruf geht offener an die Thematik heran. Er stellt gleich zu Beginn klar, dass er auch nach den Recherchen für dieses Buch noch Vorbehalte gegenüber den Ultras hat. Praktisch im gleichen Atemzug macht er aber auch klar, was er an der Ultra-Szene schätzt. Für ihn ist es nicht unmöglich, die Gewaltfaszination, die Riten und das Gruppendenken zu hinterfragen, ohne gleichzeitig die kritische Grundhaltung, das Eigenengagement oder die lebendige Atmosphäre zu loben. Er beschränkt sich auf das Aufzeigen der verschiedenen Facetten der Ultra-Szene. Auch wenn er dabei nicht immer ohne Wertung auskommt, man hat nach der Lektüre des Buchs viele Eindrücke aber nicht das Gefühl, der Autor wollte einem seine Meinung aufdrücken. Insofern schafft der Autor genau das, was er schon im Buchtitel verspricht: Einblicke in eine widersprüchliche Szene.

Titel: Kurven-Rebellen. Die Ultras – Einblicke in eine widersprüchliche Szene
Autor: Christoph Ruf
Typ: Buch über Fussballfans
Preis: ab 12.90 Euro
Seiten: 187
Infos: www.werkstatt-verlag.de
Empfehlenswert für: Alle, die sich nicht mit einseitigen Beobachtungen zufrieden geben. Alle, die möglichst viele Eindrücke sammeln möchten, bevor sie sich selbst ein Urteil bilden.

#Link11: Marche Funèbre

Mit Schalke hat sich der nächste Bundesliglist erwartungsgemäß aus dem Wettbewerb verabschiedet, womit von fünf im europäischen Wettbewerb überwinternden deutschen Klubs noch zwei übrig bleiben, sollte Borussia Dortmund seinen Vorsprung aus dem Hinspiel heute abend nicht verspielen. Damit ist der Status der Bundesliga als doch nicht stärkste Liga der Welt besiegelt – schließlich hat die spanische Liga ihre drei Topklubs mit aggregierten Tordifferenzen von +7, +4 und +3 nahezu ungefährdet im Viertelfinale platziert. Machen wir das Beste draus: die Link11 zum Mittwoch.

blogundpresseschau

 

1. Schalke 04 verpasste im Estadio Santiago Bernabéu die Sensation deutlich. Nach einer repektablen ersten Hälfte, in der anstelle des 1:1 eine Schalker Führung durchaus möglich gewesen wäre, übernahm Madrid in der zweiten Halbzeit das Kommando und gewann mit 3:1 (dpa/FAZ). Dabei riss Reals Jesé schon nach wenigen Minuten das Kreuzband, wie der Verein noch am Abend bekannt gab. Bei Real habe sich mit Carlo Ancelotti endlich ein Trainer gefunden, der es schaffe, die Ansammlung von Stars einenerseits im Zaum zu halten und zum andererseits zu einem schlagkräftigen Team zu formen, findet Peter Ahrens bei Spiegel Online.

2. Schalke auf der anderen Seite bot gestern Abend mit Fährmann, Kolasinac, Höwedes, Matip, Hoogland, Ayhan, Meyer und Draxler in der Startelf acht Spieler aus der eigenen Jugend auf. Den Erfolg Schalker Nachwuchsarbeit hat Stefan Rommel schon am Montag bei Spox dokumentiert, gestern erreichte die U19 des Klubs in der »Youth League« das Halbfinale und wird dort auf den FC Barcelona treffen (Königsblog).

3. Im zweiten Spiel des gestrigen Abends setzte sich ebenfalls der Favorit durch: Chelsea (London) schlug Galatasaray (Istanbul) mit 2:0. Ein Spielbericht mit besonders viel redaktionellem Aufwand bei der Bildunterschrift findet sich auf SZ.de.

4. Heute abend kann die Kommanditgesellschaft auf Aktien aus Dortmund der Aktiengesellschaft aus München ins Viertelfinale der Champions League folgen. Die Borussen können dabei auf einen 4:2-Erfolg aus dem Hinspiel bauen: Zenit St. Petersburg muss mindestens drei Tore schießen, um überhaupt weiterkommen zu können. Ein Sieg wäre dabei dem Marketing der Borussien zuträglich, prophezeiht Frank Hellmann, der in einem anderen Artikel beim selben Blatt auch den St. Petersburger Brasilianer Hulk porträtiert (FR). Zenit wird nach dem Spiel einen neuen Cheftrainer vorstellen: André Villas-Boas (FC-Zenit.ru).

5. Uli Hoeneß und insbesondere sein Verzicht auf Revision regen weiter zu interessanten Texten an. Der Rotebrauseblogger empört sich über die implizite Diskreditierung dieses Rechtsmittels durch Hoeneß‘ Aussagen, die Süddeutsche Zeitung empört sich über die hämische deutsche Presse. Für Spiegel Online sieht ein Strafverteidiger »viele Fragezeichen«, in der taz schreibt Markus Völker zahlreiche offene Fragen nieder.

6. Schwalben sind kein britisches Mittel des Fußballs. Als Michael Owen einst abhob, kommentierte die BBC: »Michael must have picked that up in Spain«. Über die Zusammenhänge mit Foulspielen und typisch englischer Härte schreibt Rafael Honigstein bei ESPN.

7. »It is part and parcel of Turkish football – corruption, criminality, cheating. And it is wrong«. Ender Kuyumcu schreibt mit brennender Sorge über den Fußball seines Heimatlandes (Sporting Intelligence)

8. Robin Dutts Handschrift des taktischen Pragmatismus, der Werder Bremen zwar keine spielerische Dominanz, dafür aber einige Punkte beschere, hat Tobias Escher im Weserkurier unter die Lupe genommen.

9. Der Bus des FC St. Pauli wurde am vergangenen Wochenende Opfer einer Graffito-Attacke mit dem Schriftzug »HSV«. Wie der Bus inzwischen aussieht und wie es dazu kam, versucht die Vereinshomepage zu rekapitulieren.

10. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, beläuft sich die Summe von Geldstrafen der Berliner Hertha für das wiederholte Fehlverhalten ihrer Fans in den letzten vier Jahren inzwischen auf 232.500€. Der jüngste Betrag von 28.000€ wurde u.a. wegen des eine Spielunterbrechung verursachenden Werfens von Gegenständen auf das Spielfeld in Dortmund verhängt (DFB.de).

11. Die Fankultur-Interessengemeinschaft »Unsere Kurve« stimmt in die Kritik an den Modalitäten der Hannoverschen Auswärtsfahrt nach Braunschweig ein. Beim Halleschen FC in der dritten Liga wird derweil die Eintrittskarte für das Spiel gegen Hansa Rostock nur zusammen mit der gegen die Stuttgarter Kickers verkauft (Mitteldeutsche Zeitung).
Meist geklickter Link gestern:
Die Geschichte des englischen Nationaltrikots bei Campo Retro war gestern der Renner.

 

Field Reporter

Hierzu nehmen die Verantwortlichen des FCK wie folgt Stellung:

1. Wesentliche Teile der Vorwürfe (…) betreffen den Zeitraum 2000-2008, und damit die Zeit vor der Verantwortlichkeit der aktuellen Funktionsträger.

Die Geschäftsführung des 1. FC Kaiserslautern äußert sich zu den Vorwürfen des Bundes der Steuerzahler.

 

Mixed Zone:

Online: Jeder Bundesligist hat ein Videoangebot im Internet (Welt.de) + + + Stuttgart: Heinz Kamke hat Mühe, einen Bremer Freistoßtrick zu verarbeiten + + + Peru: Dem Fußballspiel von Bäuerinnen aus den Anden widmet arte eine einstündige Reportage + + + Frankfurt: Harald Stenger greift im hr Heribert Bruchhagen an + + + München: Julian Green hat sich zwischen der deutschen und der amerikanischen Fußball-Nationalmannschaft entschieden (kicker) + + + Sao Paulo: Das Stadion ist unfertig an die FIFA übergeben worden (FAZ) + + + Online: 32 Millionen Deutsche nutzen das Internet, um sich über Sportereignisse zu informieren (Bitkom).

 

#Link11: Ohne Titel

Der gewählte Titel dieser #Link11 erklärt sich in der Mixed Zone und kann begründet werden durch die schwierige Suche nach relevanten Themen für diese Ausgabe und fehlende Zeit eine ausschweifende Einleitung.

Ich wünsche dennoch gute Unterhaltung und Information.

blogundpresseschau

 

1. Dem Telegraph liegen Dokumente vor, die belegen, dass FIFA-Funktionär Jack Warner und seine Familie mehrere Millionen einstrichen, um für Katar als WM-Ausrichterland zu stimmen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Warner auch von Mitbewerber Australien 462.000 Dollar als Spende für die Entwicklung des Fußballs in Trinidad und Tobago einstrich. (The Australian, 23.04.2013)

2. Das vermeintliche Topspiel der 2.Bundesliga endete torlos. Der 1.FC Köln ist mit diesem Punktgewinn weiter auf Aufstiegskurs, der 1.FC Kaiserslautern zeigte sich in den Augen von Daniel Meuren (FAZ) desillusioniert.

  1. Neben der Sorge, dass es für den FCK nicht zum Aufstieg reichen könnte, hat der Verein noch weiteren Ärger: „Nach Schätzung des rheinland-pfälzischen Steuerzahlerbundes sind in den vergangenen Jahren rund 100 Millionen Euro an indirekten staatlichen Beihilfen an den Fußball-Club geflossen.“ Der Bund sieht hier illegale staatliche Beihilfen. (Allgemeine Zeitung)

4. Am Abend spielen Chelsea und Galatasaray in der Champions League gegeneinander. Es wird die Heimkehr von Didier Drogba an die Stamford Bridge. Dominic Fifield (Guardian) erwartet eine emotionale Rückkehr. Tobias Schächter (NZZ) über die Weltmarke und Diva Drogba.

5. Bei den deutschen Teilnehmern sind die Ausgangspositionen sehr unterschiedlich. Schalke kann nach der Pleite im Hinspiel nur auf Milde in Madrid hoffen. Torsten Wieland (Königsblog) verzichtet auf weitere Berichte über Schalkes Duell ohne Aussicht gegen Real Madrid. Horst Heldt meint immerhin, dass die Reise nach Spanien keine „Kaffeefahrt“ ist. (FAZ) Dortmund hingegen geht als Favorit in das Spiel gegen Zenit St. Petersburg. Dietmar Beiersdorfer, Manager des russischen Teams, glaubt an ein Wunder im Westfalenstadion. (kicker)

6. Im Fall Hoeneß verzichtet die Staatsanwaltschaft auf eine Revision (TagesspiegelPhilipp May (Deutschlandradio) wundert sich in seinem Kommentar über das mangelnde Interesse an Aufklärung der Staatsanwaltschaft. Heribert Prantl (SZ) sieht den Rechtsfrieden wieder hergestellt. Deshalb solle die Presse auf weitere Berichte verzichten. 

7. Seit 150 Jahren spielt die englische Nationalmannschaft in unterschiedlichen Trikots. Campo Retro hat deshalb eine schicke Infografik zur Geschichte der englischen Teamkleidung gebastelt.

8. Drei Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft sprach Ole Schulz (taz) mit Afonsinho, dem „sanften Rebell des brasilianischen Fußballs“, über den Spielstil der Seleção, seinen Kampf gegen die Vereinsbosse und sein Fußballteam in den 70er Jahren.

9. In Österreich geht der First Vienna FC gerichtlich gegen den Schiedsrichter. In einer Pressemitteilung bergründet der Verein sein Handeln. Die Kleine Zeitung sprach mit dem betroffenen Schiedsrichter René Eisner, der seine Entscheidung begründet ein Tor in der 92.Minute nicht anzuerkennen.

10. Der große Fußballer und miese Schauspieler Rivaldo beendet seine Karriere. Andreas Block (11 Freunde) hat seine Fußballkarriere ebenfalls wegen Rivaldo beendet und schreibt über schöne und schmerzhafte Erinnerungen an den brasilianischen Weltmeister.

11. In den Niederlanden ist er im ganzen Land bekannt. In Deutschland kennen ihn heute nur noch wenige, obwohl er in den 70ern in einer der besten Vereinsmannschaften Europas spielte. Horst Blankenburg war Libero bei Ajax Amsterdam, in Deutschland kam er an „Kaiser“ Franz Beckenbauer nicht vorbei. (WDR sportinside)

 

Meist geklickter Link gestern: 

Matthias Kröners Fragen über Fragen zu Hoeneß und Vontobel.

Field Reporter

„Er hat den Sportdirektor aufs Schärfste provoziert und brüskiert. Alle anderen Gremien wurden zu Statisten degradiert“

Ex-DFB-Sprecher Harald Stenger berichtet in der hr-Sendung „Heinspiel“, dass Heribert Bruchhagen aus seiner Sicht zeigen wollte, dass er noch der „große Zampano“ sei. Blog-G hat die Sendung nicht gesehen, beschäftigt sich dennoch mit der schwierigen Situation der Eintracht.

 

 

Mixed Zone:

Ohne Gehalt: Beim KFC Uerdingen verklagen mehrere Spieler den Präsidenten Agissilaos Kourkoudialos des Vereins wegen ausgebliebener Gehaltszahlungen. (WDR sportinside) + + + Ohne Allüren: Kollege Jens Peters traf den aus dem Kongo geflohenen Nachwuchskicker von Rot-Weiss Essen, Ribene Ngwanguata. + + + Ohne Revision: Jürgen Klopp zahlt die gegen ihn verhängte 10.000 €uro Strafe. (DFB) + + + Ohne KMH: Das ZDF setzt in Brasilien bei der WM auf zwei Olivere. (FAZ) + + + Ohne Gewähr: Herthas Ramos wechselt zum BVB, wenn es nach den Informationen von Freddie Röckenhaus geht. (SZ) Aus Berlin gibt es ein Dementi (Immer Hertha) + + + Ohne Punkte: Nicks Düsseldorfer Fortuna hat gegen den FC St. Pauli verloren und dennoch stand sie beim MillernTon Rede und Antwort. + + + Ohne Bild: Beim Textilvergehen-Podcast ärgern sich die Union-Anhänger über die Kommentierung bei Sport1fm und fachsimpeln über die Relegation. + + + Ohne Magath: Tiefes Durchatmen beim Rautenradio, dass Slomka den Trainerposten beim HSV übernommen hat. + + + Ohne Namensänderung: Die Hull City Tigers bleiben wohl die Hull City Tigers. (kicker)

 

#Link11: Möge der Schlechtere auch mal gewinnen

Abwechslung bietet der deutsche Fußball in diesen Tagen in den Spielen, die ohne Beteiligung des FC Bayern ablaufen. Die Liga ist bis weit nach unten gut besetzt, kaum ein Team setzt auf kämpferischen Antifußball. Ein Wettstreit unter einander in grauenvollen Leistungen unterbietenden Teams wie der zwischen Hertha und Köln 2012 scheint diese Saison auszubleiben. Glanzstück dieses Spieltages in der 1. Bundesliga waren die beiden Sonntagsspiele. Hamburg, Nürnberg, Frankfurt und Freiburg zeigten anschaulich, dass eine schlechte Position in der Tabelle nicht mit einem Verlust von Spielqualität einher gehen muss und dass im Fußball weder die potenziell bessere noch die tatsächlich bessere Mannschaft unbedingt das Spiel gewinnt. Die Link11 zum Abschluss des 25. Spieltags.

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1. Im ersten Spiel des gestrigen Tages bezwang der Hamburger SV mit einer seiner besten Saisonleistungen den 1. FC Nürnberg. Dieser war am Ende zwar in Torschüssen deutlich und in Toren um eines unterlegen, schienen dabei aber »potenziell überlegen«, wie es Rene Maric bei Spielverlagerung.de treffend formuliert.

2. Im zweiten Sonntagsspiel bezwang der SC Freiburg die SG Eintracht Frankfurt in deren Stadion. Die Freiburger, die allzu oft in dieser Saison gefälliges Spiel ohne Torerfolg zeigten, präsentierten sich in Frankfurt eiskalt und münzten ein Torschussverhältnis von 7:26 in einen 4:1-Sieg um. Während Freiburg auf den Relegationsplatz springt, schreibt Blog-G vom drohenden Abstieg der Eintracht. Pirmin Schweglers Satz »So Scheiße kann Fußball sein« fasst den Spielbericht der FR zusammen.

3. Ähnlich im Verhältnis von Torschüssen und Toren, aber um einen Schuss Dramatik im Spielverlauf reicher verlief das Samstagsspiel zwischen Hoffenheim und Mainz. Eine hochverdiente 2:0-Führung der Hoffenheimer drehten die Mainzer binnen 8 Minuten zu einem 2:3 und bauten ihren Sieg in der Nachspielzeit noch auf 4:2 aus. Die Frankfurter Rundschau berichtet über Tuchels Rekation auf die »kuriose Volte«. Der Brennerpass hat in seiner Bundesliga-Rückschau als neutraler Zuschauer dankende Worte übrig, der Akademiker-Fanclub rekonstruiert das Spiel unter Bezugnahme auf Schopenhauer.

4. Im – verglichen mit den beiden anderen Kellerduellen – unansehnlicheren Spiel der hinteren Plätze trennten sich Werder Bremen und der VfB Stuttgart unter Neu-Trainer Huub Stevens 1:1. »Schmuckloser Pragmatismus gepaart mit hohem Einsatz« charakterisierte aus Sicht von Vert et Blanc zum wiederholten Male das Spiel der Bremer. Ein eher taktisch geprägten Blick auf das Spiel gibt es bei Meine Saison mit dem SVW. Auf Stuttgarter Seite erinnert die Sportschau an eine frühere Phase des »Siechtums«: die Saison 1974/75. Neue Zuversicht und alte Probleme seien bei Stevens‘ Amtsantritt zu sehen gewesen, so die Stuttgarter Zeitung. Goldmann saxt fragt sich: Wie viel vor oder nach Zwölf ist es eigentlich inzwischen?

5. Das Topspiel am Samstag um 18:30 entschied doch tatsächlich der FC Bayern für sich. Mit 2:1 bezwangen sie Bayer Leverkusen, die u.a. auf Emerson, Ze Roberto, Ballack und Schneider verzichten mussten. Rene Maric hat die daraus resultierende klare Überlegenheit der Münchner auf Spielverlagerung.de analysiert. Für die Bayern ist es das 50. Bundesligaspiel ohne Niederlage in Folge (sid/dpa/FR).

6. Mit dem Sieg gegen Leverkusen haben sich die Bayern einen Verfolger selbst vom Hals gehalten, der andere verlor aus eigener Kraft. Borussia Mönchengladbach bezwang den BVB am Samstag durch Tore von Raffael und Kruse mit 2:1. Tobias Escher (Spielverlagerung) sah einen verdienten Sieg der Gladbacher und spielerische Defizite auf Seiten Dortmunds. Die Borussia aus Mönchengladbach habe »die Menschen, die ihr das Vertrauen entzogen haben, Lügen gestraft«, schreibt Karsten Kellermann in der Rheinischen Post.

7. Als einer der Gewinner des Spieltags kann sich daher der FC Schalke 04 sehen, der durch einen 2:1-Sieg am Freitagabend in Augsburg an Bayer Leverkusen vorbeizieht und sich einen Punkt hinter dem BVB auf Platz 3 platziert. 19 Punkte aus 8 Rückrundenspielen scheinen derzeit die Regel, deutliche Niederlagen gegen Bayern und Real die Ausnahme zu sein. Torsten Wieland freut sich verhalten und relativiert.

8. In einem der Spiele aus der Kategorie »kein echtes Derby« trennten sich Braunschweig und Wolfsburg 1:1. Tradition oder Retorte – am Tropf von VW hängen doch beide, findet Michael Augustin. Die Luftlinie zwischen den beiden Stadien beträgt mit 24,8km übrigens weniger als die zwischen den Stadien in Dortmund und Gelsenkirchen (27,4km) – das aber nur nebenbei. Braunschweig jedenfalls erhamsterte schon den siebten Punkt in der Rückrunde und kommt damit auf 3 Punkte an den VfB Stuttgart heran – so nahe waren sich die beiden Vereine zuletzt zur Amtszeit Bruno Labbadias. Wolfsburg verpasst dagegen die Gelegenheit, Anschluss zu den Champions-League-Plätzen herzustellen (Tagesspiegel).

9. Im einzigen Spiel des Spieltages ohne direkten Kontakt zu Plätzen, die zu höheren oder niedrigeren Aufgaben in der kommenden Saison führen, gewann der seit Jahren auswärts harmlose Sportverein aus Hannover in Berlin mit 3:0. Michael Rosentritt nimmt im Tagesspiegel zur Beschreibung der Leistung der Herthaner die »Arbeitsverweigerung« in den Mund. Damit wird der Kontakt zu den interessanten Plätzen für beide Vereine noch entfernter: Hannover hat nun 7 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, die Hertha 4 Punkte Rückstand auf den Europacup. Leonardo Bittencourt zeigt, wie einfach Fußball sein kann: »Der Jan und ich wussten nicht genau, was wir zu machen hatten. Insofern tat uns die Pause gut, der Trainer hat uns darauf hingewiesen, was zu machen ist.« (HAZ)

10. Das Thema Uli Hoeneß ist noch lange nicht abgeschlossen. Während abzuwarten ist, ob die Staatsanwaltschaft das Urteil noch anfechten möchte, werden Überlegungen veröffentlicht, die Hoeneß‘ Entscheidung, seinerseits auf eine Revision zu verzichten, zu plausibilisieren versuchen. Der Schweizer Tagesanzeiger hält es nicht für glaubwürdig, dass Uli Hoeneß mit Devisengeschäften deutliche Gewinne erzielt hat und lässt Kenner des Fachs zu Wort kommen. Ähnlich äußert sich Bankier Matthias Kröner. Auch aus anwaltlicher Sicht wirft das Verfahren Fragen auf, so etwa bei Prof. von Heintschel-Heinegg. Michael Ashelm zitiert in der FAZ Compliance-Experten, die zu einer gründlichen Aufarbeitung raten, um schon den Schaden durch Verdächtigungen abzuwenden und die Integrität des FC Bayern zu erhalten. Auch der Deutschlandfunk (mp3) beschäftigt sich mit dem Thema im Sportgespräch. Es diskutieren u.a. Rafael Buschmann und Gunter Gebauer.

11. Bei Schwarz und Blau hat man nicht vergessen, welche Entwicklung der SC Paderborn hinter sich hat: dreimal hintereinander mehr als 10.000 Zuschauer, das ist einmalig in der Geschichte des Vereins. Ein Blick auf Zahlen und ein kurzes Plädoyer für Offenheit gegenüber Fußballvereinen ohne erfolgreiche Vergangenheit und ihren Fans.

 

Field Reporter

Wir müssen diesen Traditionsballast nicht mit uns rumschleppen. Wir haben keine Gremien mit Altvorderen, die immer und überall mitreden wollen, sondern ganz kurze Entscheidungswege. Wir sind hochmodern, wir sind innovativ und mutig – also all das, was man von einem Wirtschaftsunternehmen auch erwarten würde. Wie habe ich Erfolg? – Nicht, indem ich bewahre und sehr traditionell daherkomme, sondern indem ich Dinge ausprobiere, mutig bin, meinen eigenen Weg beschreite.

Peter Rettig, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH, im ausführlichen Interview mit dem Handelsblatt.

 

Mixed Zone:

Ukraine: Über die Zukunft des Fußballs dort und die ersten ausreisenden Spieler berichtet Futbolgrad + + + Salzburg: Im Zusammenhang mit Red Bull liest man oft von Farmvereinen, bei 11Freunde die Geschichte des Fanvereins, der als Neugründung der SV Austria Salzburg vor der Rückkehr in den Profisport steht + + + Hannover: Die Koppelung von Derbyticket und Busfahrt war letzte Woche schon Thema, nun schaltet sich die Rote Kurve öffentlich ein + + + Köln: Der Effzeh will sich vom Image des Chaosvereins befreien. Tim Jürgens für 11Freunde + + + Bremen: In der Folge des Nordderbys schreibt das Fanbündnis Bremen über das Bremer Fanprojekt + + + Saarbrücken: Was in Liga drei eigentlich hinter den Kulissen so verkehrt läuft, fragt sich Carsten Pilger im FCSBlog 2.0 + + + Europa: In der CL scheinen mehrere Partien bereits entschieden, überhaupt halte der Wettbewerb bis zum Viertelfinale kaum noch die Möglichkeit eines unerwarteten Ausscheidens offen, wodurch der Wettbewerb an Attraktivität verliere, findet Endreas Müller + + +

#Link11: Mit Anstand

Liveticker, Liveschalten vor und in den Justizpalast, Einschätzungen sogenannter „Experten“, Spekulationen, Vermutungen und (Vor)urteile. Das Ende des Hoeneß-Prozess hat wirklich alles (Überflüssige) geboten. Die gute Nachricht: Es ist vorbei. Die noch bessere: Heute geht’s in der Bundesliga wieder zur Sache!

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1. Zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe wurde Ulrich H. (Präsident eines Rekordmeisters) gestern verurteilt, Reaktionen hat der Indirekte Freistoß gesammelt. Heute trat U. Hoeneß dann von seinen Ämtern beim FC Bayern zurück (fcb.de). „Ich möchte damit Schaden von meinem Verein abwenden. Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und er wird es immer bleiben. Ich werde diesem großartigen Verein und seinen Menschen auf andere Weise verbunden bleiben, solange ich lebe.“ Im Aufsichtsrat des FCB ist bereits ein Nachfolger gefunden: Adidas-Chef Herbert Hainer wird Hoeneß-Nachfolger als Vorsitzender (BR).

Kemperboyd verbloggt vier große Hoeneß-Momente, SpiegelOnline kommentiert: „Hoeneß ist nicht der FC Bayern“, Oliver Fritsch sieht den Bayern-Macher überhöht und sieht einige Frage offen (ZEIT). Welche Rolle der Verein in dieser Causa spielte, sollte genauer betrachtet werden – fordert Transparency International (ksta.de).

2. Fußball wurde gestern auch gespielt – Europa League ohne Beteiligung eines deutschen Vereins stand auf dem Plan. Einen Überblick über die Spiele gibt es beim kicker. Mario Gomez sorgte mit seinem Treffer bei Juventus für eine gute Ausgangslage seiner Fiorentina – in den italienischen Medien wird der Nationalstürmer gefeiert (WELT). Bei den Kollegen von Spielverlagerung gibt es eine taktische Analyse der Partie. Betis gewann unterdessen das historische Derby beim FC Sevilla (RuhrNachrichten).

3.  Fußball wird auch heute gespielt – der 25. Spieltag in der Bundesliga steht auf dem Programm. Eine launige Vorschau hat Thomas Ottensmann auf seinem Blog veröffentlicht. Clubfans United fragt sich, ob „mutig nach vorne“ der Nürnberger Weg ist. Jürgen Klopp hat angesichts der BVB-Personalprobleme die Qual der Wahl (derwesten.de). Stuttgarts Manager Fredi Bobic äußert sich auf bundesliga.de vor dem Duell in Bremen über den neuen Coach Huub Stevens. Bayerns Allrounder Javi Martinez steht im Fokus der goal.com-Analyse.

4. „Mit Anstand“ – 5 Freunde im Abseits machen sich Gedanken über den Auftritt der Leverkusener in Paris. Abenteuer Fußball stellt ein „gepflegtes Desinteresse“ an der Königsklasse fest. Bei Haberlands Erben gibt es einen Tourbericht über „die schlimmste Auswärtsfahrt meines Lebens“.

5. „Wer bändigt die Hooligans?“ – zu diesem Thema veranstaltete WDR5 in Dortmund ein Stadtgespräch. Neben Fanvertretern wie Jan-Henrik Gruszecki oder Jens Volke war auch NRW-Innenminister Ralf Jäger Teilnehmer der Diskussion.

6. Wirtschaftsfaktor Fußball – wie Städte von der Bundesliga profitieren. (Deutschlandfunk)

7. Aaron Hunt bekommt den Fair-Play-Preis der Deutschen Olympischen Gesellschaft (Weser-Kurier). Wie man es besser nicht macht, listet whoateallthepies.tv bei den zehn größten Fair-Play-Fails auf.

8. Einen komplizierten Beinbruch überstanden, einen terroristischen Anschlag überlebt – Assimiou Toure hat in seiner Karriere schon viel erlebt. Ein Porträt des Uerdingers gibt es bei Reviersport.

9. Austria Salzburg ist nicht tot: Der Tagesspiegel über einen Fanverein, der Red Bull trotzt.

10. Ex-NHL-Coach Ralph Krueger wird Vorstandsvorsitzender beim englischen Erstligisten FC Southampton (NZZ). Was dieser Schritt für den Verein bedeutet, analysiert bleacherreport.com.

11. Abteilung Eskapade: Eric Cantona wurde in London nach einem Angriff festgenommen (WELT), Romario beschimpft FIFA-Boss Joseph Joseph Blatter (SPOX) und Arsenals Nicklas Bendtner reibt sich nackt an einem Taxi (ksta.de).

 

Meist geklickter Link gestern:

Ist Manuel Neuer der beste Torwart der Welt? Ian Holyman meldet bei Eurosport Zweifel an – und ihr lest es!

Mixed Zone: +++ Vertagt: Bundestrainer Löw verschiebt Überlegungen zur Flick-Nachfolge auf die Zeit nach der WM (FAZ) +++ Saisonaus: Hannovers Diouf wurde operiert und fällt mehrere Monate aus (kicker) +++ Pause: Mesut Özil steht dem FC Arsenal drei bis sechs Wochen nicht zur Verfügung (Sport1) +++ Strafe: Sechs Geisterspiele bekommt Trabzonspor nach den Ausschreitungen gegen Fenerbahce aufgebrummt (Rheinische Post) +++ Spendabel: Cristiano Ronaldo bezahlt OP für kleinen Jungen (WELT) +++ Podcast: MillernTon mit der Ausgabe zum Spiel gegen Fortuna Düsseldorf +++ Porträt: André Hahn ist wohl der Aufsteiger der Saison (dfb.de) +++

Rausschmeißer: Einen Bericht über den Besuch der Tampa Bay Rowdies zum Freundschaftsspiel bei Hull City hat spiritofmirko.com ausgegraben.

#Link11: This one goes to eleven

Das Geschrei gleich wird unerträglich. Atmen Sie tief durch, warten Sie zwei Stunden, vielleicht auch drei Stunden und überlegen erst einmal. Bitte schreien Sie nicht!

blogundpresseschau

 

1. Für wenige Sekunden kehrte die Spannung zurück. Aber ein Sidney Sam-Kopfball war nicht genug. Die „Werkself“ (Hallo Trainer!) verpasst das Wunder von Paris, schreibt Stefan Klüttermann für die Rheinische Post und geht auch auf die massiven Polizeikontrollen bei der Anreise der Bayern-Fans ein.

Die Presse ist sich einig, ein „Abschied in Würde“ (SZ) oder eben zumindest „ohne Blamage raus“ (FAZ). Den würdevollen Abschied stellt das ZDF in voller Länge in der Mediathek bereit.

2. Im anderen Spiel der Champions League besiegt Barcelona Manchester City mit 2:1. Überragender Spieler war Messi, muss auch die Welt feststellen, die den Argentinier einen Tag zuvor noch vor dem Scherbenhaufen seiner Karriere gesehen hat. Sid Lowe widmet sich im Guardian auch dem Ende der Messi-Krise. Manchester City scheitert mal wieder, diesmal zumindest schon in der K.O.-Phase. Was muss City jetzt tun? Geld ausgeben, fordert Ex-City-Verteidiger Danny Mills bei der BBC.

3. Beim Spiel der Bayern gegen Arsenal hielten Bayern-Fans ein Banner hoch. Das, und den späten Anstoß, schaut sich die UEFA jetzt einmal genauer an. Auf dem Banner stand: „Say no to racism, say yes to Kosovo“. Ein schwulenfeindliches Transparent ist zur Zeit noch nicht Teil der UEFA-Untersuchungen. (Abendzeitung). In der UEFA-Sprache kann man den Sachverhalt natürlich auch nachlesen.

4.  Heute geht es mit der Europa League weiter. Aus der Vielzahl an interessanten Partien stechen u.a. das Spiel FC Basel gegen RB Salzburg hervor. Salzburg will so werden wie Basel. Frank Hellmann in der FR über das Alpenderby. Die NZZ blickt auf Christian Schwegler, den Schweizer im RB-Dress. In einem weiteren Spiel erwartet Juventus den AC Florenz mit Mario Gomez. James Horncastle mit einem langen Hintergrundbericht zum italienischen Duell. (ESPN FC)

5. Damals Anfang der 00er, die Welt stand ihm offen, doch von da an ging es bergab. Trainer Baade schaut noch einmal auf den Fall Daum und die Haarprobe, die sein Leben veränderte.

6. Damals in den 90ern, da schallten die „Berti Vogts, Berti Vogts, siehst Du nicht, siehst Du nicht: Sammer ist der beste, Sammer ist der beste Libero! Libero!“-Gesänge durch das Dortmunder Westfalenstadion. Doch die Liebe der Dortmunder zum Vorstand Sport der Bayern ist merklich abgekühlt. Schwatzgelb.de blickt auf die Verbindung Sammer und Borussia. (Der verlorene Sohn, der keiner ist)

7. Ist Manuel Neuer wirklich der beste Torhüter der Welt. Ian Holyman hat sich das genauer angeschaut und macht doch einige Schwächen aus. (Eurosport). Noch könnte Sami Khedira bei der WM direkt hinter dem vielleicht besten Torhüter der Welt auflaufen. Doch das ist nach seiner Verletzung weiterhin unklar, wie auch seine Zukunft bei Real Madrid. Diese beleuchtet Rohan Phatak für The Hard Tackle.

8. Viktoria Berlin-Spieler werden wahrscheinlich nicht an der WM teilnehmen, FC Carl Zeiss Jena-Spieler dürften ebenfalls eher vor den Fernsehern zu finden sein. Beide Mannschaften kicken in der Regionalliga, und am Wochenende trafen sich die Wege der beiden Mannschaften in Lichtenberg. Jena gewinnt 2:1, Frank Willmann aber schaut ein wenig weiter. (Tagesspiegel)

9. Was passierte eigentlich rund um das Spiel FC Schalke 04 gegen Borussia Dortmund. Rund zwei Wochen vor dem Rückspiel blickt (schon wieder) schwatzgelb.de in drei Teilen auf die Aufarbeitung des Derbys. Der Teil I  mit Blick auf die Medien und die Bundespolizei, im zweiten Teil um den FC Schalke 04, die Gelsenkirchener Polizei und die Dortmunder Ultras. Im finalen Teil gibt es den Ausblick auf das anstehende Revierderby.  Das alles ist sehr lesenswert und somit einen Klick auf jeden Teil wert.

10. Super! Deutschland holt den ersten Titel des Jahres. Die Frauen-Nationalmannschaft (sagt man eigentlich Männer-Nationalmannschaft?) räumt den Algarve Cup ab. Die Sportschau jubelt und wir alle mit. Die FAZ ist trotzdem besorgt, da sind wir auch besorgt.

11. Auflösungserscheinungen in Deutschland. Gegen den Widerstand des bayrischen Fußballverbands lebt der Traum von einer Franken-Nationalmannschaft! Erster Gegner: Die Tamilen! Martin Schneider, ehemals Nürnberg, BMG & MSV, will mitkicken. (taz)

 

Meist geklickter Link gestern: 

Der neue taz-Chefredakteur regt sich auch heute noch auf. (taz)

Field Reporter

 „Wir haben erhobenen Hauptes den Platz verlassen. Die Ausgangslage war schwierig. Es war wichtig, dass wir eine sehr gute Leistung gebracht haben. Wir können viele positive Dinge mitnehmen.

Sami Hyypiä nach dem Spiel gegen die B-Elf von Paris SG. (via kicker)

 

Mixed Zone:

Pflichtprogramm: Vom 27.03. bis zum 01.04.2014 findet im Berliner Babylon-Kino das 11. Internationale Fußballfilmfestival statt. Hier ist das Programm (11-mm.de)  + + + KämpaShowan: Ein Mitbegründer der schwedischen Football Fans Against Homophobia-Vereinigung wurde in Malmö attackiert und liegt noch im Koma (Ultras Malmö / FB).  Die Hintergründe bei Farenet.org +++ Go Nordrhein-Westfalen: Aaron Hunt zieht es wohl zu Bayer Leverkusen, berichtet die Kreiszeitung Syke. +++ Damals in Berlin: Der legendäre Kopfstoß Zidanes. Und die Geschichte der letzten WM des großen Spielmachers. (Guardian) +++ Changes: Die neue Defensivausrichtung der Bayern im Fokus (Bayernblog) +++ Podcast: Eine neue Folge des Yellow Wall Pods ist online +++ Der Untergang: Der Absturz des AC Milan geht weiter. (kicker), Balotelli ist mal wieder Sündenbock (Sport1) +++ Düster: Gegen wen will Eintracht Frankfurt eigentlich noch gewinnen? (Eintracht Inside) +++ Gelesen: Der RoteErdeBlog hat die Geschichte des SSC Neapel gelesen. Eine Besprechung + Unterhaltung: Özil und Oxlade-Chamberlain und überhaupt, wieso ist Özil so eine Niete? (The Score)