#Link11: Von Menschen und Göttern

Es wird nicht viel passiert sein, mag man denken, wenn man sich daran macht, eine Blog- und Presseschau zusammenzustellen. Nach einem Wochenende, an dem die ersten drei Ligen spielfrei blieben, an dem nicht einmal die U19-Bundesliga einen ordentlichen Spieltag angesetzt hatte. An dem einzig die Nationalmannschaften antraten, zum Schaulaufen wie die Brasilianer in London, zum Pflichtsieg wie die Deutschen in Tiflis.

Doch man springt zu kurz. Was auf einem Feld der Regionalliga passiert, motiviert einen Blogger. Was der DFB Integration nennt, juckt einen Journalisten. Was die Fanszenen über Frauen denken, beschäftigt Forscher. Schon muss man sich von seinem albernen Plan zurückziehen, die ersten 11 Verse von Schillers Glocke mit Links zum Fußball zu verwursten. Man will schließlich dem gerecht werden, was sich am Wochenende zusammengefunden hat; das würdig aufbereiten, was lesens- und empfehlenswert dem Leser entgegen tritt. Von allen Seiten bekommt man tolle Texte zugespielt, man muss sie nur noch über die Linie drücken.


 
blogundpresseschau

1. Die deutsche Nationalmannschaft hat Georgien mit 2:0 geschlagen. Mit von der Partie, auf deutscher Seite: Jerôme Boateng, Mesut Özil, Łukasz Podolski. Spieler, mit deren Namen und deren im Namen manifestierter Exotik sich der Deutsche Fußball-Bund gerne schmückt. Martin Krauß meint in seiner taz-Kolumne Press-Schlag: »Der DFB feiert sich selbst, weil Deutsche in der deutschen Auswahl spielen«. Fürwahr, »fürs Höfliche und Zurückhaltende ist diese Kolumne nicht erfunden worden«, wie der Autor selbst schreibt, aber gerade das macht sie zu einem verlässlichen Anlaufpunkt auf der Suche nach lesenswerten Texten zum Fußball und seinem Drumherum.

2. Die Kernzitate um die wenigen geschossenen Tore, die Bewertung der beiden unterschiedlichen Halbzeiten, Bewegtbildmaterial, ein paar Statistiken und der Spielverlauf im Ticker nachlesbar – Michael Horenis Spielbericht in der FAZ sollte das deutsche Länderspiel zur Genüge bearbeiten.

3. Der Abbruch der Parie Montenegro – Russland in Podgorica am vergangenen Freitag, als mehrere russische Spieler von Gegenständen getroffen wurden, darunter der russische Torhüter von einer brennenden Bengalfackel, sorgt für Aufregung im noch jungen Balkanstaat. Der kicker mit einem Lagebericht.

4. Experimental 3-6-1 nutzt die Länderspielpause, um seine hilfreichen Visualisierungen von Offensiv- und Defensivstatistiken in der Bundesliga auf den neuesten Stand zu bringen. So lässt sich etwa ablesen, dass Dortmund fast genauso viele Schüsse wie der FC Bayern abgibt, aber doppelt so viele Schüsse braucht, um ein Tor zu erzielen. Auch beeindruckend: Auf kaum ein Tor werden so viele Schüsse wie auf das Gladbacher abgegeben, aber nur jeder zwanzigste davon wird zu einem Tor.

5. Fussball-gegen-Nazis.de befasst sich nicht nur mit den namensgebenden Rechtsextremen, sondern auch mit anderen Themen zwischen Fußball und Gesellschaft. »›Einfach nur Ultra unter Ultras sein – das wär was!‹ – Ausschluss von Frauen in der Fankultur« heißt ein dort veröffentlichter Text von Frederik Schindler. Ein Artikel voller interessanter Gedanken zu Frauen, die von Fanausschlüssen nicht betroffen sind, zur speziellen Männlichkeit im Fußball und zu den Parallelen zwischen Ultra-Gruppierungen und Taubenzüchtervereinen. Unter dem Hashtag #UltrasGegenSexismus wurden Banner zum Thema gesammelt.

6. Halbzeit in der #Link11. Pause.

Ein Hobby sei generell ja eine Macke, meint sie. Aber mein Hobby sei ja eben kein Hobby mehr.

»Allesfahrer«. Eine Kurzgeschichte. Erschienen bei »Die Schottische Furche«.

7. Niemals Allein will seinen Lesern einen Sechser schmackhaft machen. Spielt beim Vierzehnten der Liga, kein Tor, keine Vorlage, nicht einmal taktische Fouls kann er: nur drei Gelbe Karten. Außerdem 1,71m klein und keine gute Zweikampfquote. Warum er trotzdem ein interessanter und guter Spieler ist, was er beim Anlaufen gut und beim Umschaltverhalten noch besser macht, wird im Taktikblog beschrieben. Er sei nicht der Motor, er sei der dritte Gang: »Man kann ohne, aber früher oder später platzt der Motor und man bleibt liegen.« Meine Damen und Herren: Manuel Schmiedebach – Fußballgott.

8. Für die FAZ beleuchtet Michael Horeni im mehrteiligen »Talentreport« die Jugendarbeit im deutschen Fußball. Nach den ersten drei Episoden widmet sich die Reihe nun der wohl interessantesten, weil ambitioniertesten Ausbildungsstätte: dem versierten Leipziger Personal inmitten ihrer Baustelle. In Teil 4 als Reportage mit Nachwuchschef Frieder Schrof und NLZ-Leiter Thomas Albeck und in Teil 5 beim Interview mit Sportdirektor Ralf Rangnick.

9. Vielleicht ist er gar nicht Manuel Neuer, sondern eine sprechende Werbefigur. Im Interview mit der WELT werden dem Welttorhüter Sätze wie »Man muss doch auch mal Mensch sein und abschalten« oder »Ich weiß, dass nach meiner Karriere das richtige Leben erst anfängt und dass ich eine Aufgabe brauchen werde, die mich ausfüllt« zugeschrieben. Zwei Jahre Jodelschule im Anschluss an die Karriere sollten mindestens vonnöten sein, um ihn wieder zu einem vollwertigen Glied der Gesellschaft zu machen.

10. In der Regionalliga West muss Rot-Weiss Essen seine letzten Aufstiegshoffnungen begraben: Es setzte eine 0:3-Heimniederlage gegen den SV aus Rödinghausen (zwischen Preußisch Oldendorf und Bünde gelegen, zuletzt fünf Aufstiege in Folge). Wer den Text bei Im Schatten der Tribüne liest, blickt in eine enttäuschte Fanseele, abgestumpft vom »Krampf« einer weiteren Saison in der Unterklassigkeit, empfänglich für die Melancholie eines Blicks in die Vergangenheit: »Selbst die Abstiegssaisons […] waren schöner«.

11. Zum Abschluss soll einer »dringend nötigen Versachlichung« verlinkend unter die Arme gegriffen werden. Letzte Woche hatte der kicker einen Artikel mit dem Titel »“Gegen Aktionismus”: Solidarisierung mit RB« überschrieben.

Auf einer ordentlichen Versammlung der DFL am Donnerstag in Frankfurt am Main sprachen sich der Ligaverband und die 36 Erst- und Zweitligisten für eine Solidarisierung mit dem Liganeuling aus. “Jedes einzelne Mitglied des Ligaverbands muss sich ohne Wenn und Aber davon distanzieren. Es kann nicht hingenommen werden, wenn einem Mitglied des Ligaverbands das Existenzrecht abgesprochen wird”, forderte Ligapräsident Reinhard Rauball. “Das Prinzip der Solidarität muss greifen.”

In Folge dieses Artikels sah sich der 1. FC Kaiserslautern veranlasst, unter dem Banner »Der FCK klärt auf« eine Pressemitteilung herauszugeben, in welcher der Verein von einer solchen Solidarisierung Abstand nimmt. Man sei zwar der Ansicht, »dass Beleidigungen unterhalb der Gürtellinie sowie die Androhung und Anwendung von Gewalt« im Fußball nichts zu suchen hätten, es mache aber »keinen Sinn, hier einzelnen Vereinen, wie beispielsweise RasenBallsport Leipzig, eine Sonderrolle zuzusprechen«, so Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz.

Meist geklickter Link letzte Woche
Halbangst – »Woran merkt man, dass die Fußball-Bundesliga inzwischen zuviele Event-Fans anzieht, die besser ins Kino gehen sollten? (Vampir-Filme und so ein Kram) […]«

Field Reporter

Es war am Ende unserer fünften gemeinsamen Saisonvorbereitung. Die Bindung und das Vertrauensverhältnis zu meinen Spielern waren auf einem Höhepunkt! Wir waren unter anderem im Wallis im Trainingslager, sind über tausend Meter den Berg hochgestiegen, morgens in der Frühe, um den Sonnenaufgang zu erleben. Wir erarbeiteten zum ersten Mal einen Teamvertrag mit einem verbindlichen Punkteziel für die Saison. Dann nach dem letzten Training am Genfer See habe ich gesagt: “Arno, was soll nächsten Sommer noch kommen? Wie sollen wir uns nochmal neu erfinden?”

War ein junger deutscher Trainer jemals so begehrt? Thomas Tuchel (zitiert über den Anfang vom Ende bei Mainz 05) im Interview mit der ZEIT.

Mixed Zone
Luzern: Integration ist auch im Schweizer Fussball Thema: Kann sich das Volk mit acht Secondos noch identifizieren? (taz) + + + Chisinau: Zlatan Ibrahimovic wurde beim Gastspiel in der Republik Moldau vom Torwart am Hinterkopf angeschossen (Tor, YouTube) + + + London: Bildchen von Neymar und Alexis Sanchez anlässlich des Spiels Brasilien–Chile (Daniel Nyari) + + + Paralipse: »Am besten, man bestraft man das mit Nichtbeachtung«, zitiert die dpa Mats Hummels in einem Text über Flitzer (FAZ) + + + Stuttgart: Goldmann Sax über des Desinteresse des VfB an Thomas Tuchel + + + Köln: Ein Nachruf auf Klaus Ulonska (11Freunde) + + + Mönchengladbach: Neue Regel – Wer »Ostersamstag« sagt, kommt nicht unter die ersten Elf. Heute: ein Interview mit Stephan Schippers (RP) + + + Paderborn: Der SC von 1907 versucht, eine in den AGB verankerte Strafe von bis zu 2.500€ den Weiterverkauf von Tickets gegen den FCB umzusetzen (Anwalt.de) + + + München: Thiago ist seit einem Jahr verletzt. Ein Bericht in der SZ + + + Kaiserslautern: Ilkay Gündogan im Gespräch über seine Verletzung, die Krim und das Aufschieben der Operation (Tagesspiegel) + + + Freiburg: Aus den Klümper-Akten: Der Versuch einer Legalisierung von Anabolika 1976 (Badische Zeitung) + + + Zürich: »Natürlich ist die FIFA korrupt« – eine Polemik des heutigen FIFA-Kommunikationschefs aus dem Jahr 2010 (Weltwoche) + + + Winter: Erleichterung! In Endreas Müller steckt kein Mario Barth. (Ein Jahr im Kreis (11)) + + + Hamburg: Öffentliche Kaderplanung beim HSV (SZ) + + + Sowjetunion: Mit den fremden Namen deutscher Nation begann die #Link11, mit den deutschen Namen fremder Nationen soll sie enden: Merkel, Schmidtgal, Neustädter. Ein Überblick von Kickschuh + + +

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Ohne Tiki kein Taka

Es fühlt sich noch komisch an, sich mit Fußball auseinanderzusetzen in diesen Tagen. Mit Blick auf die Zugriffszahlen auf Fokus Fussball in den letzten Tagen lässt sich sagen, dass es euch wohl genauso geht. Dennoch hier ein paar Links zur Ablenkung.

blogundpresseschau

1. Siebtes Spiel, siebter Sieg. Seit der Rückkehr von Dunga auf den Trainerposten läuft es bei der Seleção. Auch gegen Frankreich. Mehr Länderspielergebnisse gibt es zum Beispiel beim Spiegel oder der SZ.

2. Am Sonntag spielt Deutschland dann vor dem Tatort gegen Georgien. Experimente werden laut sid nicht erwartet. (FR) Badstuber und Bellarabi sind schon wieder zu Hause. (Spiegel) Die Sportschau hat Löws »Baustellen« aufgelistet. Assistent Schneider gab sich in der Pressekonferenz zuversichtlich (ZDF)

3. Sicherlich werden wegen der früheren Anstoßzeit auch viele Kinder vor dem Fernseher sitzen und ihren Fußballhelden die Daumen drücken. Mit Trikots und Fahnen sind sie begehrte Kundschaft für die Fußballvereine, die sich mit ihren Kinderclubs schon früh um die neue Kundschaft kümmern. Moritz Küpper (Deutschlandfunk) fragt deshalb: »Kind oder Kunde?«

4. Auch der VfL Wolfsburg hat seinen Wölfi Club, der dafür sorgen soll, dass Kinder mit ihren Eltern ins Stadion kommen, um sich dann von zum Beispiel durch Trikotwerbung beeinflusst beim nächsten Autokauf für das richtige Modell zu entscheiden. Volkswagen darf neben dem VfL auch bei weiteren Fußballvereinen Teilhaber bleiben. Bestandsschutz wird geltend gemacht. Drei sind okay. Ein Vierter wäre aber nicht erlaubt. Oder besser: nicht mehr erlaubt. Denn die DFL hat ihre Regelungen geändert und soll anderen eine Häufung der Vereinsbeteiligungen ab sofort nicht mehr erlaubt sein. (FAZ) Johannes Aumüller (SZ) kommentiert und kritisiert die »Lex Volkswagen«.

5. Viel Geld investiert der VfL Wolfsburg auch in seine Jugendfußballabteilung. So erfolgreich wie der FSV Mainz 05 sind sie dabei aber noch nicht bei der Talenteausbildung. Warum ausgerechnet Mainz? Michael Horeni (FAZ) geht der Frage nach, wie der FSV eine so erfolgreiche Jugendarbeit auf die Beine stellt, obwohl der Club viel weniger Geld für die Jugendarbeit zur Verfügung hat als andere Bundesligavereine.

6. In Regensburg setzt man ebenfalls auf die Jugend – und das sogar im Abstiegskampf. D-Jugendliche halfen der 1.Mannschaft der Vereins dabei sich erfolgreich auf das Spiel gegen Rot Weiß Erfurt vorzubereiten. (SZ)

7. Auch beim großen FC Barcelona werden in der kommenden Saison wieder aufstrebende La Masia-Schüler ihre Chance bekommen. Schon weil ein Vorzeigeprofi dort wohl Abschied nehmen wird. Ian Walker (8by8) wird ganz nostalgisch zumute, denn ohne Tiki von Xavi hätte es auch kein Taka bei Barca gegeben.

8. Carl Brunn ist Fotograf und Fan von Alemannia Aachen. Mit One Football sprach er über seine Fußballleidenschaft, zu besuchende Stadien und Lieblingsfotos.

9. Der DFB hat verschiedene Vereine mit dem Integrationspreis ausgezeichnet. Einer der Gewinner ist der SV Lindenau. Ullrich Kroemer (Zeit) hat den Verein besucht, der unter anderem diese beiden Botschaften lebt:

»Unser Verein steht für Fair Play, Toleranz und Gleichberechtigung im Fußball!

Unser Verein steht für Vielfalt! Rassismus und Diskriminierung haben bei uns keinen Platz!«

10. Bei Union Berlin gab es laut der Eisernen Hilfe Anwerbungsversuche des Verfassungsschutzes in der Fanszene. Sebastian Fiebrig (Textilvergehen) ist fassungslos ob dieser Meldung, freut sich aber über einen Schnappschuss vom an Krebs erkrankten Benjamin Köhler.

11. Effzeh.com nennt es ein »selbstkritisches Statement«, was Südkurve Köln e.V. auf ihrer facebook-Seite veröffentlichte. Einiges in Gladbach sei »scheiße gelaufen«, der Platzsturm nach dem Spiel sei »völlig sinnfrei« gewesen. Diesen Einsichten wird wohl jeder zustimmen. Die Kritik, die im weiteren Verlauf der Stellungnahme am 1.FC Köln und am DFB geäußert wird, sorgt für Diskussionen.

Meist geklickter Link gestern
Der Artikel von Michiel De Hoog (The Correspondent)  über den Data Driven Fußballclub war euer Favorit.

Bandenwerbung
Krass: Fokus Fussball gibt es sogar bei Google+.

Field Reporter

»Ich muss mich dafür entschuldigen.«

Karl-Heinz Rummenigge äußert sich gegenüber Goal ungewohnt selbstkritisch zur schnellen Entlassung von Jürgen Klinsmann beim FC Bayern. Schuld sei vor allem der mexikanische Co-Trainer gewesen.

Mixed Zone
Derby: Lee Roden (ESPN) über Benfica und Sporting aus Lissabon. + + + Ungewollt: Müller will kein Bosman sein. (Spiegel) + + + Solidarität: Die DFL-Mitglieder verurteilen Vorfälle gegen Rasenballsport Leipzig in Karlsruhe. (FAZ) + + + Abrechnung: Nach Meinung von Zito Madu (SB Nation) ist Pele ein Betrüger. + + + Fansuche: Dries Mertens vom SSC Neapel versuchte mit Erfolg via twitter einen jungen Fan aus Guinea ausfindig zu machen. (ESPN) + + + Vielseitige Schönheit: Im Harvard-Kurs »The Global Game: Soccer, Politics and Popular Culture« nähert man sich dem Fußball aus verschiedenen Perspektiven. + + + Krim: Futbolgrad über den Fußball am Schwarzen Meer ein Jahr nach der Annexion. + + + Brieftest: Wie reagieren Premier League Clubs auf den Brief einer Schulklasse? (Gazette Live) + + + Antisemitismus: Ein Verein aus Offenbach hat auf seiner facebook-Seite einen antisemitischen Aufruf veröffentlicht. (hr) + + + + Partnersuche: Marcus Krämer (Gegen den Ball) versucht Thomas Tuchel bei der Vereinswahl zu unterstützen. + + + Gut gepolstert: Frank Hellmann (Sportschau) über die Finanzen von 1899 Hoffenheim.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: L’age d’Oar

Tommy Oar gegen Benni, den Libero – das so ungleiche wie unbedeutende Kräftemessen zwischen Welt- und Asienmeister endete gestern Abend 2:2. Bis zum Ende stand das Spiel auf Messers Schneide, die innovative Positionierung Podolskis als Rechtsaußen sorgte dafür, dass er die letzte große Chance des Spiels nach Steilpass von Rudy mit dem linken Außenrist neben das Tor setzte. Der Nichtsieg war vom einstigen Welttorhüter schnell anhand des Rahmens erklärt: das Feuer brannte nicht.

Die #Link11 dagegen brennt wie das junge Licht des Frühlings im Auge des Betrachters. Sie möchte informieren und unterhalten, sie möchte infotainmenten. Ein Versuch.

blogundpresseschau

1. Prinz Poldi traf einmal mehr in der Nationalmannschaft. Feinen Menschen muss man geben was sie wünschen, es war Schürrle eine Pflicht. Nichts ist wichtiger als dies, findet auch Michael Horeni (FAZ). Danial Montazeri (Spiegel) stellt einige Aspekte des Freundschaftsspiels in Kaiserslautern dar.

Rene Maric (Spielverlagerung) hat aus der Halbzeit mit Dreierkette einige Erkenntnisse gewonnen. Mesut Özil wundert sich abseits des Spielfeldes darüber, dass ihm der Begriff »Deutsch-Türke« anhängt (SZ). Von der Reihenfolge der beiden Nationen (nicht: »Türkei-Deutscher«) ganz zu schweigen.

2. Ein »großartiger, großartiger Artikel über den FC Midtjylland« (#Link11-Autor Tobias Escher), welcher sich in der dänischen Liga der Revolution der Bewertungen im Fußball verschrieben hat:

If you say from the start that ‘Oh, it has to be a combination of stats and humans,’ then you won’t be radical enough to be able to make a difference.

Mit für das menschliche Auge zunächst ein wenig obskur wirkenden Einkäufen wie Tim Sparv, der zum Ende der Saison bei Fürth keinen Stammplatz mehr hatte, führt der Verein die dänische Liga derzeit mit neun Punkten Vorsprung an (The Correspondent).

3. Vladimir Petkovic ist 28 Jahre nach seiner Ankunft in der Schweiz Nationaltrainer des Landes. Stephan Ramming (NZZ) zeichnet seinen Werdegang nach, porträtiert den Mann, der einst am einen Tag in Titograd traf und am nächsten in Kloten am Flughafen stand. Der weder den beliebten Köbi Kuhn noch den ruhmreichen Ottmar Hitzfeld ersetzen kann und doch eine gute spielerische Leistung des Teams in Slowenien gewürdigt wissen will.

4. Bernhard Peters, erst Hockey-Nationaltrainer, dann Klinsmanns Wunschkandidat als DFB-Sportdirektor, darauf Aufbauhelfer bei der TSG Hoffenheim und heute Direktor Sport beim HSV, erläutert im Interview mit der FAZ seine Vorstellung von gelungener Nachwuchsarbeit im Profifußball, versetzt mit Szenen aus dem Provinzleben und der Kehrseite der Zeitgeschichte.

  • »Entscheidet nur noch das Geld?«
  • »[…] Diese Klubs gehen selbstbewusst davon aus, dass sie starke Trainer und Experten haben, die diese Jugendlichen sehr gut und effizient für den Profibereich entwickeln. Und sie gehen davon aus, dass sich daraus eine Wertsteigerung ergibt, so dass sie damit ihre Arbeit finanzieren können. Das ist ökonomisch kluges Arbeiten.«

5. Die in England gezahlten Fernsehgelder werden als Bedrohung für den deutschen Fußball wahrgenommen. Sollten die Premier-League-Klubs tatsächlich keine Gnade kennen, könnten die anderen Ligen dem letzten Schuss entgegen taumeln. Aktives Abseits fasst die Lage, Stimmen und Aussichten zusammen.

6. Martin Krauss’ Plädoyer in der taz: Lose your Illusion.

Die Vorstellung, die Fußballkonzerne, die die europäische Champions League beherrschen, seien an der Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen interessiert, basiert auf der Illusion, das seien noch so etwas wie Sportvereine, dem Gemeinwohl verpflichtet.

Ist das vermeintlich »Schweigegeld«, das die FIFA in den Tempel der Herren gebracht hat, weder Dirnenlohn noch Hundegeld?

7. Der Vorsitzende der alten Dame des Weltfußballs, der englischen FA, hat das Versprechen gemacht, an der Austragung einer Weltmeisterschaft zwar interessiert zu sein, sich aber nicht zu bewerben, so lange Joseph S. Blatter in Amt und Würden sei. Die Stehplatzhelden würden sich darüber hinaus einen Boykott der bereits angesetzten Blatter’schen Turniere wünschen. Inside World Football geht dem Verdacht nach, dass die Steuerabgaben der FIFA in der Schweiz sich von einem helllichten Tag auf den nächsten vervielfacht haben.

8. Was will der VfB eigentlich? Jedenfalls scheut er die Unterwerfung vor Thomas Tuchel, so hat es den Anschein. Der Vertikalpass legt dar, was ein Anhänger damit anfängt:

Falls der VfB tatsächlich die Chance hat, einen Trainer wie Tuchel zu verpflichten, muss er sie ergreifen! Alleine schon, um ein Signal zu setzen. Denn die Angst der Fans vor einem Abstieg mag groß sein. Mindestens genauso tief sitzt allerdings die Furcht, dass sich im Falle des Klassenerhalts nichts ändern wird.

Jochen Schneider, Direktor Sport und lange Jahre ein elementarer Teil des VfB, wird den Verein unabhängig vom Klassenerhalt am Saisonende verlassen (Bericht auf der Plattform der Stuttgarter Zeitung).

9. Heinz Müller erregt Aufsehen: Zwischenzeitlich wollte er eine Karriere als Fußballstar Pirat Ritter Autorallyefahrer ergreifen. Indem er die Befristung seines letzten Vertrages beim FSV Mainz 05 mit Erfolg anficht, könnte er nun zum zweiten Bosman werden. Christian Spiller (ZEIT) ordnet ein und sorft für Beruhigung: Es ist wohl nicht anzunehmen, dass das Urteil vor den anstehenden höheren Instanzen Bestand haben wird. Die VDV möchte einen Tarifvertrag für Profifußballer erreichen (FAZ).

10.

Die Bänke standen sich nicht mal gegenüber. Aber sie standen vor Wänden, waren also nach hinten geschlossen. Und sie hatten keine Lehnen. Sie bestanden aus dicken Holzplanken, die an den Enden auf Betonwürfeln auflagen. Der Platz zwischen den Betonwürfeln bildete die Kästen, in die es reinzukicken galt; und wir kickten mit allem was rund war.

Torsten Wieland (Königsblog) hat seinem Home Ground Tschöö gesagt.

11. Bei Spox erinnert Benutzer »magic« an Heinz Flohe, der trotz herausragender technischer Fähigkeiten nicht zum Kanon großer deutscher Fußballspieler gehört. Aus aktuellem Anlass: der Dokumentarfilm »Der mit dem Ball tanzte« widmet sich dem einstigen Kölner Kapitän.

Meist geklickter Link gestern
Europapokaaal – aber welcher und für wen? Der kicker verteilte die Startplätze.

Field Reporter

Ich weiß nicht, was in dem Vertrag steht, wirklich nicht, ich war nicht dabei, als er erstellt wurde. Ich habe die Frage in der Zeitung gelesen: Wem gehöre ich? Also ich kann nur eines sagen: Ich gehöre ausschließlich zu meiner Frau

Pál Dárdai ist hin- und hergerissen zwischen Metropole und Magyaren (kicker). Er entscheidet sich für den dritten Weg und stellt sich in die Tradition Gustav Heinemanns.

Mixed Zone
München: Der FC Bayern München und Luca Toni machten es sich zu leicht, als sie bei der Religionszugehörigkeit »r.–k.« das »r.« und das »k.« ausließen. Das Oberlandesgericht ist dran (SZ) + + + Zuzenhausen: Alexander Rosen gibt nach zwei Jahren als Bundesliga-Manager eine Wasserstandsmeldung ab (dpa) + + + Nürnberg: Ein Leben ohne den kicker ist möglich, aber sinnlos. Nur Pferde und Fußball probiert es aus + + + Frankfurt: Ein Testspiel gegen Kosovo, ein paar letzte Punkte in der Liga, kann kann die Eintracht »austrudeln lassen« (Eintracht Inside) + + + Frankfurt: Im Einsatz für den Kosovo waren dabei die Union-Profis Sulejmani, Zejnullahu und Nebihi (Tagesspiegel) + + + Saarbrücken: Das Not My FCSBlog 2.0 über Regionalligen und U23-Teams + + + Leipzig: Der Rotebrauseblog trennt die bisherige Zweitligasaison an ihren Länderspielpausen auf und macht sich Gedanken zu den entstehenden Phasen + + + Mallorca: No Man is an Island. Utz Claassen versucht sich trotzdem (Spox) + + + Yokohama: Kazuyoshi Miura ist 48 und Fußballprofi (Tagesspiegel) + + + Hannover/Mönchengladbach: Lars Stindl wechselt (»Hallo Fans […]«) + + + Unterhaching: Christian Ziege trat zurück (BR) + + + Plauen: Das Insolvenzverfahren läuft, der Rechtsstreit auch (MDR) + + + Berlin: Die von der Bahn gesponserte Hertha wird wegen massiver Beschädigungen bei der Fahrt nach Hamburg keine Fanzüge mehr organisieren (Faszination Fankurve) + + + Freiburg: Der Arzt »spritzte alles, was sich bewegte« – die ZEIT steigt einmal mehr ins Schattenreich des Dr. Klümper und zeigt auf, wer ihn dabei gewähren ließ. + + + Abchasien/Südossetien: Die kaukasischen Regionen sind Thema beim 120minuten-Autorengeplauder + + + Athen: Griechenland will auch seinen Fußball umkrempeln. Der stellvertetende Sportminister im Gespräch mit der NZZ + + +

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Warten auf Broich

Spieltag! Ok, es ist nicht die Champions League, aber immerhin Nationalmannschaft. Ok, es ist nur ein Freundschaftsspiel gegen Australien. Bis zum Knaller gegen Georgien ist noch ein bisschen hin. Aber immerhin Spieltag. Ich warte ja minütlich auf Interviews, kurze Porträts und Videoschnipsel featuring Thomas Broich – der australische Fußball, das unbekannte Wesen. Was tut sich darüber hinaus in der Blog- und Presselandschaft – eine ganze Menge: Fifa-Machtkampf, Selbstvermarktung, legendäre Europapokalspiele und natürlich der HSV – dies Alles in der heutigen Link11.

blogundpresseschau

1. Im Vorfeld des Länderspiels analysiert Frank Hellmann beim ZDF den Kader und rechnet mit der bereits im Sportstudio von Löw angedeuteten Dreierkette. Kapitän wird am Abend das erste Mal Bastian Schweinsteiger sein, den sich die FAZ vornimmt. Immer ein bisschen im Schatten der Löwschen A-Nationalmannschaft stand die U-21. Uli Hesse sieht bei ESPN nun veränderte Vorzeichen: Horst Hrubesch muss aktuell nur wenige Spieler an Löw abgeben und die U-21-EM scheint im Fokus zu stehen.

2. Die Fifa hat die WM in Katar im November und Dezember durchgeboxt – inklusive Finale am katarischen Nationalfeiertag. Dafür muss Sepp zahlen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Fifa aufgrund solcher Deals viel Geld verloren geht. Die Vereine werden mit Rekordabfindungen abgespeist und in den USA wird Fox, das die TV-Rechte für eine Sommer-WM erwarb und nun Terminkollisionen mit dem NFL-Spielplan einplanen muss, mit den Übertragungsrechten für die folgende WM (ohne Mitbieter versteht sich) beschwichtigt (New Yorker). Eine erkaufte Ruhe von Seiten der Vereine und Verbände sieht auch Thomas Kistner im DLF und rechnet nicht mit Boykott.

3. Fußballfans sind Verbrecher. Anders kann ich mir die Vorgehensweise der Polizei in der Hannoveraner Fanszene nicht erklären. Durchsuchungsbefehle, um Vorkommnisse während des Niedersachsen-Derbys im November 2013 aufzuklären, wurden genutzt, um Fans penibel zu durchleuchten, weit über den Umfang der eigentlichen Ermittlungen hinaus – die taz berichtet. Auf anderer Ebene sieht Fanforscher Jonas Gabler ein sich verfestigendes “Feindbild DFB” und findet Kollektivstrafen kontraproduktiv (Kölnische Rundschau).

4. Der HSV lässt die Link11 nicht los. Wie auch? Der neuerliche Trainerwechsel sorgt für Spekulationen und die Fortsetzung eines Musters. Der Querpass sieht das Engagement des Neutrainers Knäbel als sehr gewagt für dessen eigene Laufbahn beim HSV und fragt, ob ein Abstiegstrainer Knäbel auf seinen alten Posten zurückkehren könnte. Drei Thesen zu Zinnbauers Aus stellt Blog trifft Ball auf. Den Spekulationen um Thomas Tuchel widmet sich die FR und die Neue Presse Hannover visualisiert das anhaltende Hamburger Trainer-Hickhack:

5. Wolfgang Niersbach hat es geschafft – gestern wurde er beim UEFA-Kongress ins Fifa-Exekutivkomitee gewählt. Die FAZ zeichnet seinen Weg an die sportpolitische Spitze nach und liefert ein Stimmungsbild vom Kongress, der natürlich ganz im Zeichen des Fifa-Präsidentschaftswahlkampfs steht. Abseits des Wahlkampfs überziehen sich Theo Zwanziger auf der einen und Wolfgang Niersbach mit Unterstützung der UEFA auf der anderen Seite gegenseitig mit Vorwürfen (Spon).

6. Profifußballer sind Selbstvermarkter. Das ZDF widmet sich in einem Videobeitrag den Social-Media-Profilen von Fußballern und der undurchsichtigen Verquickung von Fußball, Privatleben und konzertierten Werbeaktionen. Selbstvermarktung der subtilen Art betreibt Nils Petersen:

7. In Nürnberg gibt es viel Geraune. Der Kader zu teuer und nicht gut zusammengestellt, die sportlichen Ziele verfehlt. Personelle Spekulationen drehen sich vor allem um Sportvorstand Martin Bader. Der kicker analysiert die Situation und Clubfans United sieht den FCN am Scheideweg.

8. Der DLF beleuchtet die deutsch-israelischen Beziehungen in sportlicher, und vor allem fußballerischer, Hinsicht. Von den Anfängen in den 50er-Jahren, über den Beinahe-Transfer des bekanntesten israelischen Fußballers Mordechai Spiegler bis in die Gegenwart – zum Lesen und Hören.

9. Heinz Müller ist der neue Bosman! In einem Arbeitsrechtsprozess gegen seinen ehemaligen Verein Mainz 05 stellte die Richterin fest: eine dauerhafte befristete Beschäftigung, wie es im Profifußball bisher üblich ist, ist nicht rechtens. Es gelten auch für Sportler die gesetzlichen Regelungen inklusive des Kündigungsrechts (spox). Mainz-Präsident Strutz hat sich bei Spiegel Online zum Fall geäußert.

10. “Wilde Agenten” ist nicht der Titel eines 60er-Jahre-Spionage-Streifens sondern die Befürchtung von Spielerberater Christoph Graf. Ab 1. April fallen die ohnehin leicht zu manipulierenden Prüfungen für Neu-Berater durch die Fifa weg und die nationalen Verbände stehen in der Verantwortung, den Beratermarkt zu regulieren (Tages-Anzeiger).

11. Eine denkwürdige Partie trug sich gestern vor 50 Jahren zu: das zu Recht legendäre Europapokal-Entscheidungsspiel zwischen Köln und Liverpool, das nach dramatischem Verlauf durch einen ebenso dramatischen Münzwurf entschieden wurde. Effzeh.com erinnert daran, der Kölner Stadtanzeiger sprach mit einem der entscheidenden Protagonisten: Wolfgang Weber.

Meist geklickter Link gestern
Das Halbangst-Blog macht Detlef D! Soost zum meistgeklickten Link.

Field Reporter

Der Verein, das sind irgendwelche anonymen Menschen hinter VIP-Scheiben, und die Fans, das sind die Asozialen da unten. Man findet sich gegenseitig böse oder zumindest komisch, als bestünde der Verein eigentlich aus zwei Vereinen.

Der aus der Punk-Szene stammende Geschäftsführer des Schweizer FC Winterthur über die allgegenwärtige VIP-Mentalität im Interview über seinen Werdegang und sein ungewöhnliches Engagement im Schweizer Fußball (WOZ).

Mixed Zone
Punktabzug: wegen Verstoß gegen Lizensierungsauflagen für den VfR Aalen (FAZ) + + + Undercover: Thierry Henry (Who Ate All The Pies) + + + Planspiel: der kicker klärt über eine neue Regelung für die Europapokalteilnahme auf + + + Ade Stehplatz: sagt Stefan Viehauser schweren Herzens + + + Rot im Akkord: musste ein brasilianscher Schiri zeigen (lockerdome) + + + Motivationsschub: durch adäquates Liedgut (@larsbas) + + + Handschrift: Allegris taktische Ausrichtung von Juventus beschreibt Cavanis Friseur

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Ohne Hamburg wär’ hier gar nix los!

Eigentlich hatte ich mir kurz überlegt, ob sich diese Woche die #Link11 überhaupt lohnt. Während Länderspiel-Pausen ist gewöhnlich wenig los in den Blogs und Sportteilen der Zeitungen. Doch ich habe die Rechnung ohne den HSV gemacht. Allein die Eskapaden des Bundesliga-Dinos könnten ganze Sonderzüge an #Link11en füllen. Und somit habe ich auch kein Problem, die #Link11 trotz Länderspielwoche zu füllen. Hallejula!

blogundpresseschau

1. Peter Knäbel wurde gestern als neuer HSV-Coach vorgestellt. Das Vertrauen in Knäbels Kompetenz ist so groß, dass praktisch jeder davon ausgeht, dass der HSV mit dem “richtigen” neuen Trainer bis zum Sommer warten will. Das vermutet auch Hendrik Buchheister (Spiegel Online), der den Namen Thomas Tuchel ins Spiel bringt. Im Weser-Kurier blickt Buchheister wiederum etwas genauer auf den Werdegang von Knäbel. Die Ruhrnachrichten widmen Knäbel ein Pro und Kontra. Auch Felix Magath meldet sich zu Wort und zeigt sich verwundert (s. AZ München). Mutti, der Libero berichtet indes, dass hochrangige Kandidaten abgesagt hätten, bspw. Chuck Norris und Gott.

2. Das Trainerkarussell dreht sich in der Bundesliga heutzutage nicht schneller, sondern ungleichmäßiger, schreibt Klaus Wille (DerWesten) in einem interessanten Kommentar. Er versucht zu erklären, warum die Generation um Trainer wie Doll oder Skibbe dabei auf der Strecke bleibt.

3. Am Mittwoch trifft die DFB-Elf in einem Freundschaftsspiel auf Australien. Für Ilkay Gündogan endet damit eine lange Leidenszeit, schreibt Carsten Eberts (Süddeutsche). Ein anderer Nationalspieler ist jedoch völlig aus dem Tritt, meint Frank Hellmann (FR-Online): Andre Schürrle.

4. Wie groß kann Borussia Mönchengladbach noch werden, fragen sich Christoph Biermann und Thorsten Schaar (11Freunde). Sie haben den “deutschen Konsensverein” besucht und festgestellt, dass in Gladbach etwas der Wahnsinn fehlt.

5. In Dortmund diskutiert man über Matthias Ginter. Dieser durfte/konnte/musste am Wochenende in der zweiten Mannschaft des BVB spielen. Eine Degradierung, schreibt u.a. SImon Pausch (Welt Online). Ein ganz normaler Vorgang, um Ginter Spielpraxis zu ermöglichen, verlautbart der BVB über den kicker.

6. Die DFL beschäftigt eine delikate Frage: Was passiert eigentlich, wenn ein Unternehmen an mehreren Fußballvereinen gleichzeitig beteiligt ist? Genau das ist bei VW der Fall, schließlich ist der Wolfsburg-Eigner auch Teilhaber bei Bayern- und Ingolstadt-Investor Audi. Matthias Wolf (Sport Inside) ist der Frage nachgegangen.

7. Marcel Storch (Transparenz-Magazin) bietet einen umfangreichen Blick in die Wiener Fußballszene. Er erklärt, wie die Beziehung zwischen den Top-Vereinen und ihren Fans ist und warum das eine Derby nur “Hassderby” heißt, das andere Derby aber das “Dörbi of Love” ist.

8. Altravita blickt noch etwas weiter nach Süden und erklärt den Werdegang der “Fossa dei Leon”, einer Ultragruppe aus Milan. Etwas Geschichte, viel Romantik, etwas Verklärung – für jeden also etwas dabei.

9. Von der weniger schönen Seite zeigt sich der italienische Fußball im Text von Ben Thöming (11Freunde). Nach einem Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit fand ein Putzmann in der Kabine des Schiedsrichters eine Notiz, die genau diesen Elfmeterpfiff vorhergesagt hat. Nun bleibt die Frage: ein Fake? Oder Manipulation? Auch Roberto Mancini sorgt mit seiner Äußerung für Unmut, in der Nationalelf sollten keine Spieler auflaufen, die nicht in Italien geboren sind. Christoph Cöln (Welt Online) berichtet.

10. Rüber nach Spanien: Utz Claaßen ist Besitzer des RCD Mallorca. Andreas Lehner (Spox) spricht mit ihm über seine Rolle im Verein, Investoren im Fußball und den spanischen Sport.

11. Wir haben mit dem HSV angefangen, also enden wir auch mit dem HSV. Ned Fuller (nedsblog) hat seine Dauerkarte für den HSV abgegeben. Er sei müde geworden als HSV-Fan, spätestens die Ausgliederung der Profiabteilung habe ihm den letzten Stoß gegeben. Es ist ein Beispiel von vielen für die Entfremdung, die zwischen Fan und Klub stattfinden kann, wenn der Klub den Fan nur noch als Kunden begreift. Auch wenn ich in der Sache mit Ned nicht konform gehe (Ich finde, ein Multimillionen-Unternehmen sollte auch in seiner Unternehmensform professionell aufgestellt sein), verstehe ich doch die Argumente dahinter. Beim HSV wurde im letzten Sommer nicht mehr debatiert, es wurde in Merkel’scher Manier eine Maßnahme als “alternativlos” dargestellt, die nicht alternativlos war. Es ist viel zu Bruch gegangen. Ich hoffe, dass Ned sein neues Glück beim HFC Falke findet.

Meist geklickter Link gestern
Der Bildblog und der falsche Zwanziger haben euer Interesse geweckt.

Bandenwerbung
“Macht es doch selber!”, raunzen die Kollegen von Collinas Erben bei n-tv. Zurecht.

Field Reporter

Sorge und Angst sind immer Gefühle, die dazugehören. Jetzt ist Mut der richtige Ratgeber.

Um das Viertel Dutzend an HSV-Content vollzumachen, gibt es zum Abschluss eine Kalenderweisheit von Neu-Coach Knäbel (s. FAZ). Dass Mut und Angst sich nicht ausschließen, weiß hingegen jeder Game-of-Thrones-Fan:

Bran dachte darüber nach. “Wie kann ein Mann mutig sein, wenn er Angst hat?”.
“Nur dann kann ein Mann mutig sein”, antwortete sein Vater.

Mixed Zone
Green: Hannover 96 schummelt bei Angaben zu Biobechern, die gar nicht wirklich gut für die Umwelt seien, schreibt Wiwo. + + + “Third party ownership”: Die Fifa möchte abschaffen, dass dritte Parteien Transferrechte an Spielern kaufen können. Ein Hedgefond klagt nun dagegen (Bloomberg). + + + Papst Sepp I: Eva Simeoni (FAZ) antwortet mit beißenden Spott auf Blatters Aussage, der Fußball sei mittlerweile größer als die Weltreligionen. + + + Nicht ganz so soziale Medien: Bela Rethy meidet die sozialen Medien. Das und viele andere nicht sehr überraschende Dinge erklärt er im Interview mit Josef Oppermann (Vocer). + + + Sch**** Eventfans: Der Halbangst-Blog mit einem krassen Beispiel der Ahnungslosigkeit – von Edelfan Detlef D Soost. Dass RP-Online daraus eine News bastelt, ist schon etwas verwegen.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Deine Freundin und der schöne Michael

Es war einiges los am Wochenende. Manuel Neuer gegen Angstgegner Mönchengladbach, Derbyzeit in Liverpool und Istanbul, Clásico in Barcelona. Allerhand Kurioses findet sich denn auch in der heutigen Link11: Befremdliche Platzverweise und Sperren, hauptsächlich für die falschen Spieler, befremdliche Interviews und befremdlich schöne Fangesange im Wechsel mit dem lapidaren Dopinggeständnis von Ansgar Brinkmann und dem noch lapidareren Nicht-Geständnis von Jogi Löw. Auch was Schalke 04 am Bodensee sucht oder was Rot-Weiß Essen mit dem AC Milan zu tun hat, erfahrt ihr hier. Außerdem möchte ich völlig freiwillig mit euch darüber sprechen, wie gesund Michael Preetz neulich aussah, als ich ihn auf der Straße traf. Rote, volle Wangen, gesunde Haut, geschmeidiges, glänzendes Haar. Doch lest das am besten selbst in aller Ruhe nach.

blogundpresseschau

1. Der VfB Stuttgart hat ein Fußballspiel gewonnen! Das Zustandekommen des ersten Heimsiegs seit September 2014 war dennoch kein Grund, in Euphorie zu verfallen. Nur Alexandru Maxim könnte sich unverzichtbar gemacht haben, erklärt Matthias Schmid (Süddeutsche). Carlos Ubina hofft dagegen nach dem herumgerissenen Spiel auf ein Stuttgarter Schlüsselerlebnis (Stuttgarter Zeitung).

2. Der FC Bayern München hat ein Fußballspiel verloren! Ob dabei Manuel Neuer oder deine Freundin im Tor gestanden hat, ist noch nicht abschließend geklärt. Gunnar Jans ist beinahe beruhigt: Es menschelt in München (Süddeutsche)! Ebenso beruhigt plant Karl-Heinz Rummenigge die Zukunft des Vereins. Dabei hat er besonders auf Philipp Lahm ein Auge geworfen (Welt).

3. Das Auf und Ab des FC Schalke ging auch gegen Leverkusen weiter. Die starke Offensive aus dem Madrid Spiel fand dabei kein Mittel vergaß, den Swag aufzudrehen (Schalke 04/Twitter). Martin Rafelt analysiert für Spielverlagerung, wie es dazu kommen konnte. Andreas Ernst erklärt die frühe (taktische) Auswechslung von Sturmtalent Sané (WAZ). Dass Schalkes Kaderplanung bei einem (wahrscheinlicher werdenden) Verpassen der Champions League keine großen Transfers beinhalten dürfte, hat laut Bernd Schwickerath einen besonderen Beigeschmack: Denn Roberto di Matteo setze nicht oft genug auf junge Talente (Spiegel). Leverkusens Ömer Toprak setzt derweil wegen der berüchtigten “Pistolen-Affäre” seine Nationalmannschaftskarriere vorerst nicht fort (Kicker).

4. Liverpool verlor das wichtige Derby gegen Manchester United, unter anderem wegen eines rekordverdächtigen Platzverweises von Steven Gerrard. Die Partie war jedoch auch ein Zeichen der neu gefundenen Stärke von Louis van Gaals Mannschaft (Guardian). James Dutton vergleicht dessen Talentförderung mit der des Liverpooler Kollegen Rodgers (Just Football). Tim Rieke schreibt dem geschickten Verschieben von Uniteds Mittelfeldreihe um Marouane Fellaini eine große Rolle beim Sieg ihrer Mannschaft zu (Spielverlagerung). Auch John Robertson ermahnt Uniteds Fans, den viel gescholtenen Fellaini besser lieben zu lernen (FourFourTwo).

5. Der BVB spielte nicht gut – gewann aber gegen Hannover. Nicht zuletzt, weil der beste “Dortmunder” auf dem Platz sich selbst aus dem Spiel nahm (Goal). Die Stimmung in Hannover war wie erwartet “kühl mit gelegentlichem Eisregen”. Der Rasenfunk nimmt sich unter anderem die Frage vor, was zum Teufel eigentlich bei 96 los ist. 

6. Von Pep lernen, heißt Siegen lernen! Bundestrainer Löw war zu Gast im Aktuellen Sportstudio und machte Andeutungen zu taktischen Veränderungen in Deutschlands Abwehrkette. Ebenfalls nur Andeutungen machte er zum Thema Doping. Seine Erklärung erinnert mich dabei an die Einstellung meines früheren Kreisligatrainers zu Rasenplätzen und Schienbeinschonern: Schon davon gehört, aber das kannten wir früher alles nicht (Spiegel).

7. Noch vor Katar kommt Russland. Doch was tun, wenn man Menschenrechtsverletzungen aller Art für nicht “WM-würdig” hält? Franz Beckenbauer hinschicken um die Lage zu überprüfen dürfte als potenzielle Maßnahme ausscheiden. Was ein Boykott bringen kann und warum die Sponsoren der Schlüssel dazu sind, erklären die Stehplatzhelden. Die FIFA ergreift derweil die beste Maßnahme gegen einen Boykott und verspricht den abstellenden Clubs üppige Entschädigungen (FAZ). Die 11 Freunde, gewohnt pragmatisch, erklären, dass eine WM in Katar auch schöne Seiten haben kann.

8. El Clásico! Barca ist der erwartbare Sieger in einem teils hochklassigen, teils ruppigen Duell. Messi stellte diverse neue Rekorde auf (Opta), Florian Haupt schreibt von Toni Kroos’ Führungsrolle bei Real (Welt). Rene Maric attestiert den Mannschaften ab der zweiten Hälfte Verbindungsprobleme, weshalb auch das Spiel weniger flüssig verlief (Spielverlagerung).

9. Berlin, Alte Försterei, ein Stehplatz im Gästeblock. Ein Sohn erlebt mit seinem Vater die erste gemeinsame Auswärtsniederlage des FC St. Pauli. Katastrophale Abwehrfehler in den Schlussminuten und dezente Handgreiflichkeiten inklusive (Der Übersteiger).

10. The same procedure as every year: Englische Clubs schneiden in den europäischen Wettbewerben nicht so ab, wie es Mega-TV-Deals, trillionenschwere Clubeigentümer und spendable Ausrüsterverträge erwarten ließen. Doch woran liegt das? Überspielte Superstars? Das geringere finanzielle Potenzial des Wettbewerbs? Dan Altman prüft die gängigsten Erklärungen auf ihren Wahrheitsgehalt (The New Yorker). Christian Spiller wirft der Liga mangelnden Innovationsgeist vor und spricht vom Fluch des Geldes (Zeit).

11. Michael Preetz verklagt den Tagesspiegel, weil er ein wohlgenährtes Gesicht und gesunde, volle Wangen hat. Moment, was? Nicht nur kritische Berichterstattung ist bei deutschen Profiklubs unerwünscht. Eingriffe in die journalistische Arbeit beginnen meist schon viel früher. Manche Redaktionen scheinen bereits so gewöhnt an Dauerempörung und Geschmacksverbesserungen von Seiten deutscher Fußballfunktionäre & -spieler, dass sie in vorauseilendem Gehorsam alles, was Anstoß erregen könnte, selbst zensieren. René Martens beklagt mangelnde Distanz zu Vereinen und wäscht den Angsthasen auf der Pressetribüne den Kopf (taz).

Meist geklickter Link am Freitag
Vertikalpass inszeniert den Absturz des VfB Stuttgart als packenden Actionfilm und gibt einer langen Reihe von Planungsfehlern und schlechten Ideen neun (von Kampfspuren übersähte) Gesichter.

Field Reporter

“Wenn ich höflich bin, stösst bei mir die Kritik auf Unverständnis. Wenn ich weniger diplomatisch bin, dann nenne ich jene, welche die Fifa und mich kritisieren, Neider. Manchmal wurmen mich all die ewigen haltlosen Vorwürfe.”

Sepp Blatter, entrückt, im Gespräch mit Sepp Blatter, über Sepp Blatter. Auch anwesend: Ein tapferer Journalist der Sonntagszeitung.

Mixed Zone
Muss gehen: Joe Zinnbauer verlässt den HSV. (HSV.de) + + + Boykott: Die Fans des AC Milan haben mit dem Club gebrochen (Fanzeit & Ballester) + + + Mehr Boykott: Auch die Ultras Essen haben die Nase voll (Fanzeit berichtet, Im Schatten der Tribüne kommentiert) + + + Trifft: Fernando Torres + + + Tapfer: QPR Fans feiern eine Niederlage (Youtube) + + + Wieder daNelson Valdez über seine bewegte Karriere (11 Freunde) + + + Derby: Fenerbahce gegen Besiktas heißt: Drama ohne Ende (Gazete Futbol) + + +  Transfer: Werder holt Wiedwald (Weser-Kurier) + + + Hörenswert:  Ansgar Brinkmann spricht über Doping, Marcel Reif und Tim Wiese (1LIVE) + + + Kreideumriss: Spieler markiert den Tatort mit Freistoßspray (Youtube) + + +  Passiert entschieden zu häufig: Premier League Schiri stellt schon wieder falschen Spieler vom Platz (11 Freunde) + + + Blamabel: Die Fachjournalisten von BILD haben sich da wohl verhört (BildBlog) + + + Allgegenwärtig: Die Fan-Probleme des FC Köln (11 Freunde) + + + Rotze: Bruno Hübner hat sich im Ton vergriffen und wird vom DFB bestraft (Frankfurter Rundschau) + + + Verzählt: Srdjan Lakic nach nur 3 gelben Karten gesperrt (11 Freunde)

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Kulturpessimismus

Wenn Sie das hier lesen, liebe Leserinnen und Leser, waren Sie wahrscheinlich gerade draußen und haben sich angeschaut, wie sich die Sonne verdunkelt. Wenn man den vielen Kommentaren auf Twitter, Facebook und auch in angesagten Medien glauben will, passiert dasselbe gerade mit dem Fußball. Wie oft durfte ich in den vergangenen Wochen vom drohenden “Untergang des Fußballs” lesen – sei es Red Bull, die WM in Katar, die Dominanz der Bayern oder die fanfeindliche Politik von Vereinen wie Hannover 96.

Ohne diese Probleme herunterspielen zu wollen, muss einfach mal gesagt werden, dass Kulturpessimismus unter Fußballfans eine lange Tradition hat. Eigentlich ist der Fußball in Deutschland ohne ständiges Lamentieren gegen den modernen Sport gar nicht zu denken. Das Meckern über die Bezahlung der Fußballspieler fing an, als Fußballer erstmals bezahlt wurden – selbst wenn das in den 20ern nur Peanuts waren. Wer Zeitungen aus den Tagen der Bundesliga-Gründung liest, findet ständige Verweise auf das “Lotterleben” der Stars und die viel zu hohen Gehälter. Unfair ist die Bundesliga auch seit eh und je; in den 60ern versuchte der HSV sogar, mehr Heimspiele zu bekommen, schließlich sei es eine ungleiche Behandlung, dass man 10.000km pro Jahr zu Auswärtsspielen reisen muss und die Vereine aus dem Ruhrgebiet nur 6000km. Fehlende Typen werden seit dem Karriereende von Fritz Walter angemahnt, die Zuschauer fühlen sich seit Jahrzehnten missverstanden. Gemeckert wird schon immer, nur die Gründe ändern sich. Und trotzdem: Über all die Jahrzehnte pilgern die Bundesbürger brav zum Fußball. Schon seltsam, diese Welt.

blogundpresseschau

1. Der VfL Wolfsburg zieht ins Viertelfinale der Europa League ein. Hendrik Buchheister (Spiegel Online) berichtet aus Mailand. Auch der Wolfsblog war live vor Ort und freut sich. Die übrigen Achtelfinal-Ergebnisse gibt es ebenfalls bei Spiegel Online.

2. Die 0:3-Niederlage des BVBs gegen Juventus Turin wirkt noch immer nach. Die große Frage lautet: Ist es das Ende einer Ära? Damit das nicht der Fall ist, muss es einen Umbruch geben und wieder mehr auf die Jugend gesetzt werden, fordert Schwatzgelb. Auch Daniel Theweleit (Frankfurter Rundschau) sieht eine Ära beendet. Freddie Röckenhaus (Süddeutsche) meint, in Dortmund müsse man Abschied nehmen von alten Gewohnheiten und Denkverboten. Jürgen Klopp schützt indes Mkhitaryan und Immobile, berichtet Sebastian Weßling (DerWesten). Michael Cox (ZonalMarking) analysiert noch einmal die Partie. Dass Jürgen Klopp in den vergangenen Jahren Großartiges geleistet und eine Mannschaft aus dem Nichts nach oben geführt hat, unterstreicht Thery Whenett (Zweierkette) mit Statistiken.

3. Auch in England grummelt man angesichts des Ausscheidens sämtlicher englischer Klubs aus den internationalen Wettbewerben. Vor allem beschäftigt die Gemüter eine etwaige Einführung der Winterpause, weiß Marc Schäfer (ZDFSport). Hanspeter Künzler (NZZ) schreibt aus London über den “Fluch des Geldes”. Daniel Reimann (Spox) findet nicht, dass die Premier League die beste Liga der Welt ist – man wolle die Seifenblase bloß nicht platzen lassen. Frank Hellmann (Sportschau) sieht indessen die Weltmeister-Liga in der Krise.

4. Nach all den europäischen Top-Duellen erdet das Freitagsspiel uns alle wieder: Mit Hertha BSC und dem Hamburger SV stehen sich zwei Abstiegskandidaten gegenüber. Stefan Herrmanns (Tagesspiegel) porträtiert anlässlich der Partie Valentin Stocker.

5. Der VfB Stuttgart beschäftigt uns in der #Link11 regelmäßig. Kein Wunder, kommen doch zwei Dinge zusammen: eine verheerende Position im Abstiegskampf – und kreative Vereinsblogger, die immer wieder mit innovativen Ideen aufwarten. Heute kommt letzteres in Form eines Artikels von Vertikalpass, der die Misere des VfBs anhand der “Neckar Nine” nacherzählt. Großes Kino.

6. Amerikanisch-Samoa war einst die schlechteste Fußballnation der Welt. Dann kam Thomas Rongen – und nun ist man nur noch eine der schlechtesten Nationen der Welt. Christian Spiller (Zeit Online) hat angesichts einer Filmpremiere mit dem Trainer gesprochen.

7. Einen Artikel über die “Top 10 insane injury-times” – kann man machen. Ihn mit dem Spiel Barbados gegen Grenada aus dem Jahr 1994 zu beginnen: unendlich nerdig. Genau das tut FourFourTwo. Später kommen aber auch noch ein paar weniger Hipster-mäßige Beispiele vor, die wir alle kennen.

8. Schon seit längerer Zeit testen Wettbetrüger eine neue Masche: Sie lancieren in den Wettbüros Spiele, die gar nicht stattfinden. Benjamin Best und Tom Mustroph (taz) erklären, wie das funktioniert.

9. Von Betrügern zu Betrügern: Die Fifa hat festgelegt, dass das Finale der WM 2022 am 18.12. steigen soll. Die FAZ erklärt, was das für Gründe und Folgen hat.

10. Der FC Galaxy Steinfurt ist ein Multi-Kulti-Verein. Nicht irgendeiner: Hier hat man sich das Thema Integration auf die Fahne geschrieben. Tobias Jöhren (Ruhrnachrichten) hat den Verein besucht – und erklärt, warum er vom Bundesinnenministerium und vom DFB gefördert wird.

11. Ein bisschen Häme zum Schluss: Ein Amateurkeeper patzt – und am Tag danach ist er ein Hit im Internet. Benjamin Emonts (Süddeutsche) war zu Gast beim TSV Dachau und sprach mit den Beteiligten.

Meist geklickter Link gestern
Bereits gestern rief Oliver Fritsch (Zeit Online) angesichts des BVB-Aus das Ende einer Ära aus. Euch hat’s interessiert.

Mixed Zone
Beidfüßigkeit: Andi Brehme ist das Vorbild: Die Stehplatzhelden erklären, warum man seine Kinder beidfüßig erziehen sollte. + + + Bankrott: Der FC Parma ist offiziell pleite (s. NZZ). + + + Mehr Sicherheit: Borussia Mönchengladbach rüstet nach dem Platzsturm im Derby gegen Köln auf (s. RP-Online). + + + Zwei am Stück: Frankreich richtet 2016 nicht nur die EM der Männer aus, sondern 2019 auch die WM der Frauen (s. Spiegel Online).

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Dritte Liga? Ohne Uksche.

Die Erregungskultur in Deutschland eilt von Zenit zu Zenit. Befeuert von Medien, denen die Geschäftsgrundlage in den Weiten des Internets dahinbröselt, führen Stinkefinger zu WM-Ausschluss, werden Pyromanen zu Gewalttätern und 30 zu 300. Ganz nüchtern betrachten geht kaum noch. Versuchen wir es trotzdem. Mit der #Link11.

blogundpresseschau

1. Köln und Dortmund verbindet wieder ein Stück mehr. Auch im Volksmund als Westfalenstadion bekannten Rund war das Beste am Spiel die halbe Stunde vor dem Anpfiff:

Richard Leipold (FAZ) sieht dazu passend die Dortmunder den Kölner taktisch unterlegen. Schwatzgelb bringt es auf den Punkt: Der BVB wurde nach Strich und Faden vermöbelt. Stefan Osterhaus (NZZ) fragt sich, ob das erste Gegentor haltbar war, das ein »Debakel« einleitete. Any Given Weekend findet Aufbauspiel und Aufstellung diskutabel. Daniel Theweleit (Spiegel) beobachtete das ganz große Scheitern, das Ende einer Ära und die Verantwortlichen bei der Ursachenforschung. Auch Felix Meininghaus (SZ) spricht vom Ende einer Ära.

 2. Nach dem Spiel sind die meisten der Ansicht, dass Borussia wegen einer schlechten Hinrunde mindestens eine Saison auf die Champions League verzichten muss und man ist gespannt, wie der Verein die Mannschaft in der Sommerpause umbauen wird, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen. Constantin Eckner fragt sich schon heute: Ist das Ausscheiden gegen Juventus das Ende eines Projektes oder Teil oder Beginn einer (neuen) Ära? Oliver Fritsch (Zeit) hat diese Frage für sich auch schon beantwortet. Für ihn endet eine Ära. Auch weil das Spiel in 90 Minuten alle Mängel der Borussia bloß legte. 

3. In Barcelona jubelte derweil Guardiola beim Führungstreffer seines Ex-Clubs mehr als er sich zugestehen wollte. (Vine) Den Sieg rettete dann der Mann für Pokalspiele: Marc-André ter Stegen hielt einen Elfmeter. (FAZ, Sportschau)

4. Die FIFA zeigt sich derweil generös. Mitten im Wahlkampf um das Präsidentenamt wurden 19 Projekte mit je 600.000 Dollar gefördert. Die 11,4 Millionen Dollar für Fußballfelder und -akademien zum Beispiel für Afghanistan, Guam und die Komoren sind schon die zweite Spende nach der Weihnachtsverteilung für alle FIFA-Mitglieder in Höhe von 1,3 Millionen Dollar. Das berichtet der Deutschlandfunk in Sport Aktuell, einer Sendung, die jeder als Podcast abonnieren sollte. In der Sendung berichtet dazu Philipp May über die Verkehrsprobleme, die Katar für die Weltmeisterschaft nur schwer lösen kann. Tim Brockmeier berichtet über die Pläne der FIFA das Winterturnier zu verkürzen. Ein TV-Duell wird es im Wahlkampf wohl nicht geben. Blatter will nicht. (FAZSpiegel)

5.  Abchasien und Südossetien werden sich wohl nie für die WM qualifizieren. Beide sind dem politisch interessierten Menschen aus den Nachrichten bekannt. Die Gebiete auf einer Landkarte zu finden würde den meisten Lesern sicher dennoch schwer fallen. Und von den dortigen Fußballvereinen wie NART Suchum oder FK Gagra haben die Wenigsten jemals gehört. Endreas Müller (120 Minuten) hat sich auf die Spurensuche begeben, um herauszufinden was mit dem Fußball im Niemandsland passiert, wenn die Politik das Leben der Menschen von Grund auf verändert hat.

6. Auch den Club Deportivo Palestino kannte ich bis vor wenigen Minuten nicht. Der Verein wurde 1920 von Immigranten gegründet, die aus der unter britischer Herrschaft stehenden Region Palästina kamen. Ismail Kalidi (Remezcla), in den USA aufgewachsener Palästinenser, schreibt ausführlich über das Leben von Palästinensern in Chile, die Geschichte des Vereins und einen Trikot-Skandal. Ein Beitrag über Heimat, Politik und Fußball. 

7. Die Fußballvereine und ihre Finanzen. Frank Hellmann nimmt in der Sportschau-Serie den FC Bayern München unter die Lupe.

8. BFC Dynamo und Union träumen von den Kapitalströmen des Rekordmeisters. Beide verbindet auch die gegenseitige Antipathie, die mindestens auf Herne-West-Lüdenscheid-Nord-Niveau anzusiedeln ist. Auch wenn nur die Zweete von Union antritt. Berlins Innensenator sprach nach dem Spiel von »purem Hass« und »Lust auf Gewalt«. Dies berichtet der RBB, der dazu dank des Polizeiberichts weiß, dass 112 Beamte unter anderem bei der erfolgreichen Trennung beider Fanlager verletzt wurden. Diese Maßnahme sei nötig gewesen, »weil rund 300 Union-Fans versuchten, über die Haupttribüne in den Gästeblock zu gelangen.« Frank Willmann (Tagesspiegel) war beim Spiel und wundert sich über die Zahlen. Er zählte 30 Aus der Verwunderung wird dann schnell Ärger über »Faulheit, Inkompetenz, Dummheit«, weil die Kollegen »Verdrehen, verschleiern, für ihre reißerischen Medien zurechtbiegen«. Der Sportjournalismus im Allgemeinen und ein Bildmensch im Speziellen bekommen von Willmann eine ordentliche Breitseite. Auch Sebastian Fiebrig (Textilvergehen) begibt sich auf Faktensuche. Marco Bertram (turus) wundert sich über widersprüchliche Meldungen:

»Niemand wird in Frage stellen, dass die Gesamtsituation überaus hitzig war und dass es vor allem an der Ecke zwischen Waldseite und Haupttribüne zu Auseinandersetzungen zwischen Union-Fans und polizeilichen Einsatzkräften kam. Von einem versuchten Sturm des Gästeblocks kann indes wohl kaum gesprochen werden.«

 

Das Spiel vor 8.196 Zuschauern endete übrigens mit einem Auswärtssieg an der Alten Försterei. Martin Zurawsky erzielte das Tor des Tages. Es wird wohl auf lange Sicht das letzte Spiel der Zweeten sein, das nicht parallel zum Spiel der 1.Mannschaft ausgetragen wird, befürchtet Sebastian Fiebrig (Textilvergehen).

9. Die Rivalität zwischen Union und BFC Dynamo liegt in der gemeinsamen Zeit in der DDR Oberliga begründet. Eine Liga, die nach der Wiedervereinigung einfach aufgelöst wurde. Stephen Glennon vom No Dice Magazine blick für One Football zurück: »The Death of the DDR Oberliga«.

Auch das DSF blickte einst zurück. In einer von Uli Potofski moderierten Sendung über LOK Leipzig wird die Geschichte des Vereins mit merkwürdig abgefilmten Fernsehbildschirmen nachgezeichnet. Dazu wird die Zeit des Vereins in der 3.Kreisklasse mit Auftritt von Lothar Matthäus und Engagement eines lokalen Sonnenstudiobesitzers ausgiebig gezeigt. Eine YouTube-Perle.

10. Den Spielmacher gibt heute der Ballesterer. Das Beste was der österreichische Fußball neben David Alaba und Robert Almer hervorgebracht hat, feiert seine 100. Ausgabe. Wir gratulieren! Auch dem England Korrespondenten der ersten Ausgabe:

11. Wilhelm Uksche wollte nicht mehr erleben, dass der FC St. Pauli in der 3.Liga spielt. »Muss er auch nicht. Gott sei dank.« steht in seiner Traueranzeige. (Merkur)

Meist geklickter Link gestern
Tobias Schächter (NZZ) über die desolaten Zustände in der serbischen Super-Liga, die ihren Namen aktuell augenscheinlich nicht verdient.

Bandenwerbung
1.111 Leuten gefällt Fokus Fussball bei facebook.

Field Reporter

»Wir hatten viele Ausländer. Der HSV hat uns eine Deutschlehrerin besorgt. Aber wegen meiner Familie konnte ich selten teilnehmen. Am Ende sprach ich lustiger Weise trotzdem besser Deutsch als die anderen Zugänge.«

Per Skelbred spricht vor dem Spiel der Hertha gegen seinen Ex-Club im Interview mit Jörn Meyn (Berliner Morgenpost) über seine Zeit beim HSV und bessere Laufleistungen seit dem Trainerwechsel.

Mixed Zone
Abschied? Kevin Kuranyi denkt laut Michael Nicolai (Sportschau) über einen Vereinswechsel nach. + + + Fairplay? Nicht mit Diego Simeone! Mein Frank Lussem (kicker). + + + Lektüre-Tipps? Alex Feuerherdt stellt bei 120 Minuten sein Fußball Medien Menü vor. + + + Erfolgsgeschichte: Die Erfolgsfans erzählen die Geschichte des FC Bayern und sprechen in ihrer aktuellen Ausgabe über die Jahre 1900 – 1910. + + + Millernton: Vor dem Spiel St.Pauli – Union sprechen zwei Vertreter der »Kultclubs« miteinander über Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Torwarttrainer. + + + Anklage: Der 1.FC Köln will von einem Zuschauer 30.000 €uro Schadenersatz, weil der Verein wegen eines vom Beklagten gezündeten Böllers eine Verbandsstrafe zu zahlen hatte. (Sportschau) + + + Toleranz: Der Effzeh hat am kommenden Wochende nur ein Wort und keinen Sponsor auf der Brust. Schade, dass es nicht Akzeptanz ist. + + + Offensive: China will auch im Fußball in die Weltspitze. (FAZ) + + + Krisengeschüttet: Parmas Präsident ist in Haft. (NZZ) + + + Pipi: Fernando Navarro hat auf der Ersatzbank eine Probe abgegeben. (Blick) + + + Elfmeter: Oliver Fritsch (Zeit) mit elf Fakten.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Mittwolf

Seit 15 Jahren gibt es wieder Wölfe in Deutschland, in der Bundesliga sogar schon seit 18 Jahren (Mehr Infos hier bzw. hier). Die #Link11 gratuliert dem possierlichen Beutegreifer von Herzen und wünscht weiterhin viel Erfolg in der Europa League.

blogundpresseschau

1. Bayer Leverkusen ist wegen mehrerer wirklich mies geschossener Elfmeter aus der Champions League ausgeschieden.

Alex Raack unterzieht die Entscheidungsschüsse einer Stilkritik (11Freunde). Das ewig chaotische Hin und Her der regulären Spielzeit hat Rene Maric (Spielverlagerung) analysiert. Graham Hunter (ESPN) ist der Ansicht, dass Atletico seinen Zenit überschritten habe und es von nun an nur bergab gehen können. Er rät Diego Simeone, sich eine neue Aufgabe auf allerhöchstem Niveau zu suchen.

2. Im Parallelspiel schaffte es Arsenal nicht, den Rückstand aus dem Hinspiel gegen Monaco aufzuholen. Trotz eines klaren Chancenverhältnisses über Hin- und Rückspiel steht für die Londoner das fünfte Achtelfinal-Aus in Folge zu Buche (FAZ).

3. Heute Abend muss Borussia Dortmund das Spiel gegen Juventus Turin zuallermindest gewinnen, um überhaupt eine Chance auf ein Weiterkommen zu haben. Dabei treffen sie, so Constantin Eckner (ZEIT), auf die einzige italienische Mannschaft, die international noch auf höchstem Niveau konkurrenzfähig ist. Er mahnt, dass dem BVB ein ähnlich aufreibendes Spiel wie gegen die Defensive des 1. FC Köln drohe, gegen die sich die Dortmunder am vergangenen Wochenende nicht allzu bravourös schlugen: Martin Rafelt (Spielverlagerung) analysiert die Fehler.

4. Vor lauter Ärger über die WM in Katar schien die Vergabe der WM 2018 an die Sowjetunion Russland fast in Vergessenheit zu geraten. Dabei könnte sie als Druckmittel optimistisch gesehen durchaus friedensstiftend wirken. Die SZ hat einige Stellungnahmen dazu gesammelt und lässt Thomas Kistner die Argumente der Boykott-Gegner kommentieren. Innerhalb der FIFA läuft derweil der Wahlkampf. UEFA-Präsident Platini positioniert sich dabei deutlich gegen Blatter (dpa/WAZ).

5. Aber lassen wir uns von dieser »depressing reality«, wie es Raphael Honigstein letzte Woche formulierte, nicht aufhalten. Huldigen wir der Schönheit und Unberechenbarkeit des Spiels, hier: des Dribblings. Bei Studio Glumm wird die Geschichte des jungen Tornato eng mit dem Wesen des Ausspielens verknüpft. Eine Erzählung.

6. Noch ein Wort zur depressing reality: WDR SportInside mit einem Beitrag zum Zwischenstand der Erkenntnisse zu Klümper & Co: »Die Abwehrkette steht, die Bundesliga hat sich zur dopingfreien Zone erklärt«.

7. Ben Redelings schreibt auf n-tv.de von der Saison 1992/93 des 1. FC Saarbrücken unter Cheftrainer Peter Neururer. Wer erinnert sich nicht?

8. Der serbische Fußball geht zu Grunde. Über den Ausschluss aus Europa, die Finanzprobleme vieler Klubs und die Drohgebärden der Hooligans berichtet Tobias Schächter (NZZ).

9. Nürnberg kann sich nach der Niederlage in Kaiserslautern endgültig der Planung für die kommende Saison widmen: mit jeweils 11 Punkten Abstand zu den Relegationsplätzen oben und unten wird diese Saison höchstwahrscheinlich nichts mehr passieren. Florian Zenger und Alexander Endl (Clubfans United) machen sich Gedanken zu den Zukunfsplänen des Clubs.

10. In Berlin steht dieser Tage wieder das 11mm-Fußballfilmfestival an. Dass im Internet jeden Tag Fußballfilmfestival ist, zeigt The Football Attic mit einer kleinen Auswahl auf YouTube verfügbarer Dokumentationen.

11. Wer Eric Cantonas Film »Les Rebelles du Foot« gesehen hat, kennt die Stichworte des folgenden Artikels schon. Er befasst sich mit der friedensstiftenden Macht des Fußballs, wenn seine Ikonen ihren Ruhm einzusetzen wissen. These Football Times über die Geschichte der Elfenbeinküste und Didier Drogbas Verdienste abseits des Platzes.

Meist geklickter Link gestern
Das »Not My FCSBlog« – Ideen für einen besseren Fußball 2022

Field Reporter

  • Wir sind Männer Wir haben Testosteron
  • Jeder Soldat will General werden, irgendwann
  • Wenn wir uns bis zum Sechzehner kombinieren, dominant sind, ist Levent unsere Goldkette

Werder2013 hat Skripnik-Zitate gesammelt.

Mixed Zone
Köln: Es geht los mit dem Geld von der Insel. Effzeh-Verteidiger Kevin Wimmer soll für einen zweistelligen Millionenbetrag nach Tottenham wechseln (Express) + + + Alkmaar: AZ hat Billy Beane (s. »Moneyball«) als Berater engagiert + + + Asien: Bhutan, Osttimor und Kambodscha gehören zu den Qualifikanten für die zweite Runde der WM-Qualifikation (Spiegel) + + + Berlin: Dietfried Dembowski lebt hier nicht mehr + + + Uerdingen: Grotifant enttarnt (Twitter) + + + Norwich: Mutter buk 16 Eintrittskarten (BBC) + + + Essen: Lebenslange Sperre nach Angriff auf Schiedsrichter (WDR) + + + Bundesliga: Urs Meier fordert härteren Umgang mit Reklamierern und Kartenforderern (Focus) + + + Dortmund: Rechtsextreme Fans können aufatmen: Das Ersatzprogramm am spielfreien Samstag steht. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat das Verbot eines Nazi-Aufmarschs gekippt (RN) + + + Düsseldorf: Fortuna vermittelt freie Busplätze selbst (Faszination Fankurve) + + + Hannover: Sky-Kommentator Kai Dittmann zur Krux mit Kind + + + Mönchengladbach: Stefan Klüttermann (RP) sieht in Granit Xhaka die Rückkehr des Spielmachers + + + Nîmes: Mit sieben Fässern Wein in die dritte Liga (FAZ) + + +

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Der Traum vom Fußball-Disneyland

Was bringt die Zukunft? Wo steht mein Verein, ach was der Fußball, in 10 Jahren, wo am Ende der Saison? Und, mal ganz kurzfristig gedacht, morgen – steht dann ein weiterer Bundesligaklub im Viertelfinale der Champions League? Diese Link11 wagt den heiklen Blick in die Glaskugel – ohne Gewähr, aber mit hoffentlich nicht zu vernachlässigendem Unterhaltungswert.

blogundpresseschau

1. Vor dem heute anstehenden Rückspiel in der Champions League blickt man bei Bayer Leverkusen vor allem positiv in die nahe Zukunft. Das Viertelfinale scheint endlich mal wieder greifbar und Trainer Roger Schmidt sieht die Partie in Madrid als Chance, zu wachsen (kicker). Selbstvertrauen strahlt auch Josip Drmic aus, der inzwischen in Leverkusen angekommen zu sein scheint (Tages-Anzeiger).

2. Das wird die Disney World des Fußballs 2022 in Katar, sagt ein WM-OK Mitglied im ausführlichen Text der Welt. Solche Aussagen muss man erstmal sacken lassen – bei mir lösen sie Gänsehaut der unangenehmen Art aus, aber mutmaßlich wird der Themenpark-Vergleich (leider) nicht hinken. Wohin die Entwicklung des Fußballs führt – Kommerzialisierung, Beschneidung von Fanrechten, Elitenbildung im Fußball – das FCS Blog malt ein düsteres (augenzwinkerndes) Bild.

3. Mit einem kleinen Wunder kann Arsenal heute in Monaco noch das Viertelfinale erreichen. Im Fokus steht mal wieder Mesut Özil, der sich zeitlebens Ineffizienz, Schönspielerei und Lauffaulheit vorwerfen lassen muss. Die Welt fragt, wie effektiv Özil wirklich spielt. Im Vorfeld des Achtelfinal-Rückspiels in Dortmund wirft Oliver Birkner einen genaueren Blick auf Juventus und sieht einen Verein, der national zu wenig gefordert wird und in der Königsklasse noch aufholen muss (ZDF).

4. Zurückgeschaut wird dieser Tage in Dortmund. Dort hatte der Film zur Entstehung von Borussia Dortmund “Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB” Premiere. Schwatzgelb.de freut sich über unprätentiöse Interviews, der Westen lobt die akribische Recherche.

5. Die Causa RB Leipzig. Die Formen des Protests gegen den Verein sind vielfältig. Die Welt dokumentiert die den Verein begleitenden Proteste, die Haltung von Politik sowie DFL und stellt darüber hinaus die Frage nach der Rechtfertigung der Anfeindungen – ein Rundumschlag sozusagen. Michael Horeni erkennt in den RB-Gegnern einen neue Gruppierung. Nach den Wutbürgern kommen die Wutfans (FAZ). Fußball spielt der Verein aus Leipzig auch noch – der rotebrauseblogger mit einem wie immer umfassenden Bericht zum 3:1 Sieg im Montagsspiel gegen Fortuna Düsseldorf.

6. Schon jetzt wissen, wo der eigene Klub am Ende der Saison steht. Ist das Segen oder Fluch? Eintracht-Inside wagt eine Prognose, wo die Frankfurter am Ende der Saison tabellarisch einlaufen. Paradoxerweise hilft die Inkonstanz der Eintracht bei der Vorhersage.

7. In eine rosige Zukunft kann anscheinend Patrick Hermann blicken – inzwischen ist er der erfolgreichste Torschütze bei den Gladbachern in der laufenden Saison. Lucien Favre sieht aber noch Potential (NZZ). Eine unruhige Zukunft steht Hannover 96 bevor: Frank Hellmann fasst bei der FR die sportliche Talfahrt und die Streitigkeiten der Ultras mit dem Verein zusammen.

8. Frauenfußball in Pakistan. Gibt es. Bei Karachi United versucht man seit Jahren eine Mannschaft für das jährliche Turnier zu registrieren, aber die Verbände scheinen etwas gegen die fußballspielenden Frauen aus der Oberschicht zu haben. Die Ablehnung und Geringschätzung kennen sie – aus dem Umfeld des Klubs und aus den eigenen Familien. Eine bebilderte Reportage bei Roads & Kingdoms.

9. Geschichten von Außenseitern, die sich aus den unmöglichsten Situationen befreien können und trotz beschränkter Möglichkeiten als Mannschaft erfolgreich sind. Diese Geschichten gibt es noch im Profifußball und der SV Darmstadt schreibt an einer von ihnen – Zweierkette zeichnet den Weg vom Beinahe-Viertligisten zum Anwärter auf den Bundesligaaufstieg nach.

10. Wenig Orakeln bedarf es bei der Aussage, dass der FC Bayern Meister wird. Aber das ist nur die erste Erkenntnis der gestern aufgezeichneten aktuellen Ausgabe der Rasenfunk Schlusskonferenz mit Kai Pahl (allesaussersport) und Oliver Kucharski. Ein desaströses Wochenende aus Sicht von Union Berlin kann man beim Textilvergehen nachhören.

11. Der amtierende Präsident von Drittligist Fortuna Köln, Klaus Ulonska, ist am 13. März verstorben. Schwatzgelb.de widmet ihm einen Nachruf und schildert eine Begegnung mit Ulonska, der den Verein verkörperte und selbst Auswärtsfans persönlich im Stadion begrüßte.

Meist geklickter Link gestern
Das Abschiedsinterview zur Einstellung des Red United Fanzines mit dessen Gründer (11freunde).

Field Reporter

Bei jedem Sololauf durch die gegnerische Abwehr gibt es diesen Moment, wo du zu scheitern drohst. Als Mensch, als Fußballspieler, als blutjunger Künstler. Wenn du die Pille beinah vertändelst, wenn dein Gegner den Trick fast durchschaut, wenn es dir erst im allerletzten Augenblick gelingt, den Ball doch noch per Hacke mitzunehmen, das sind die glücklichen Momente.

Eine Ode an das Dribbling und den fremd gebliebenen Fummelkönig aus der Nachwuchsmannschaft (Studio Glumm).

Mixed Zone
Hamburg: Sascha Rebiger macht sich Sorgen um sein möglicherweise nachlassendes HSV-Fantum + + + Wer spricht: die Ansetzungen der Woche im Kommentatoren-Blog + + + Ärger für Kalou: weil er während eines Fernsehdrehs die East Side Gallery respektive Reste der Berliner Mauer malträtiert haben soll (kickwelt) + + + Ärger für Aurier: Wegen seiner Wortwahl bei Facebook leitet die UEFA ein Disziplinarverfahren gegen den PSG-Profi ein (focus) + + + Neues aus dem Nicklas-Bendtner-Gossip-Ressort: Wolfsburgs Stürmer wurde anscheinend ein Stück Land in Schottland zugeschustert, auf dass er sich in Zukunft offiziell Lord nennen darf (spox) + + + Kommentar: von Patrick Völkner zu den ewigen Debatten um die Vereinfachung der Fußballregeln.

 

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+