#Link11: Techniker, bitte kommen!

Jeder kennt es, jeder hasst es: Die Technik spinnt. Aktuell habe ich leider keinen Zugang zu unserem Feed-Reader, in dem wir Blogs sammeln. Deshalb ist die Blog- und Presseschau heute eher eine Presseschau. Daher die Aufforderung zum Mitmachen: gute Blogtexte in den Kommentaren posten oder uns auf Twitter schicken!

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1. Die Champions-League-Auslosung aus deutscher Sicht: Bayern zufrieden, Wolfsburg auch, Bayer gefordert und Gladbach geschockt. Der kicker hat Reaktionen gesammelt. Unterdessen berichtet Javier Cáceres (Süddeutsche) von einem Manipulationsverdacht bei Partien der Champions-League-Qualifikation.

2. Borussia Dortmund darf Europa League spielen – nach einem beeindruckenden 7:2-Sieg. Rafael Buschmann und Daniel Theweleit (Spiegel Online) führen den Dortmunder Höhenflug auf das Mittelfeld zurück. Die FAZ zeigt, dass es in Europa so manche Überraschung gegeben hat. Eine heißt Qäbälä. Heute wird gelost. Reviersport hat einen Überblick über die Lostöpfe.

3. Yeah, Transfer-Deadline-Day! Ich beschäftige mich ja fast rund um die Uhr mit Fußball, aber den Reiz dieses Tages werde ich nie verstehen. Klubs, die ihre Kaderplanung nicht rechtzeitig auf die Reihe bekommen haben, kaufen überteuerte Spieler und wundern sich dann, dass diese Spieler mangels Vorbereitung Wochen oder Monate brauchen, um in Tritt zu kommen. Meine bescheidene Meinung soll aber gar nicht die Leistung des folgenden Textes schmälern, der genau erklärt, wie der 31. August abläuft. Filippo Cataldo (Sport1), übernehmen Sie!

4. Wer kommt noch, wer geht? DerWesten stellt Überlegungen für Schalke an. In Stuttgart will Kostic weg (s. Stuttgarter Zeitung), die Bayern wollen Dante und Hojberg abgeben (s. Spox).

5. De Bruynes Wechsel zu Manchester City rückt immer näher. Christian Otto (FAZ) fragt sich: Was macht Wolfsburg eigentlich mit 75 Millionen Euro? Und Oliver Fritsch (Zeit Online) sagt sich: Lasst die Engländer doch ruhig shoppen. Thomas Müller (nicht DER Thomas Müller) hinterlässt auf de Bruynes Facebook-Pinnwand einen flammenden Appell. De Bruynes Wechsel zerstört nämlich seine Comunio-Mannschaft.

6. St. Pauli und Lienen, das passt einfach, hört man dieser Tage oft. Tim Jürgens (Tagesspiegel) konfrontiert Lienen höchstselbst mit dieser These.

7. Juhu, die Liga geht wieder los! Die Frauen-Bundesliga, um genau zu sein. Frank Hellmann (Frankfurter Rundschau) sieht einen Vierkampf um den Titel auf uns zukommen. Außerdem erklärt er, wieso es immer mehr Überschneidungen zwischen Männer- und Frauenklubs gibt.

8. “Tim Lees: Coaching possession, youth development and the future”. In diesem Interview des Magazins The Football Times steckt exakt das, was der Titel verspricht.

9. Hinter einer klick-heischenden Überschrift findet sich bei VICE ein überraschend tiefgehendes Interview mit einem Fanforscher. Dr. Martin Winands erklärt Benjamin Niessen (Gesundheit), wie man Fan eines Vereins wird und warum das Konstrukt Erfolgsfan wenig hilfreich ist.

10. Der argentinische Erstliga-Klub San Lorenzo verlor vor mehr als 30 Jahren sein Stadion in Buenos Aires und wurde in einen anderen Stadtteil umgesiedelt. Nun wollen die Fans zurück an die alte Wirkungsstätte. Dafür haben sie ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Lea Sophie Birke (11Freunde) hat mit den Verantwortlichen gesprochen.

11. Das Thema Fremdenhass dominiert die Schlagzeilen. Jetzt.de veröffentlicht einen Brief eines Fußballspielers, dessen ehemaliger Trainer fremdenfeindliche Parolen auf Facebook verbreitet. Der Autor fragt sich: Warum? Dass es auch eine andere Seite Deutschlands gibt, beweisen Initiativen wie diese: Olaf Butterbrod trainiert die erste Flüchtlingsmannschaft in Bayern – und diese ist ein voller Erfolg. Inga Rahmsdorf (Süddeutsche) hat mit den Beteiligten gesprochen.

Meist geklickter Link gestern
“Die verlorene Karriere des Marko Marin” (Tagesspiegel) lautet der Titel des meist geklickten Textes.

Field Reporter

[Bei einem Gewinn von 15 Mio Euro] würde ich mir ein Schwimmbad bauen und dann dort reinspringen und schwimmen. Und rundherum würde ich Pferde kaufen, die mir dabei zugucken. Und wenn ich rausgehe aus dem Schwimmbad, würde ich auf ein Pferd steigen und wegreiten.

Sturmtalent Donis Avdijaj in einem etwas anderen Interviewformat der Kleinen Zeitung.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Karsten Hutwelker wurde 44)

Mixed Zone
Fußballerin und Fußballer des Jahres: In einem sehr, sehr wichtigen Voting (hüstel, hüstel) zu Europas Fußballer des Jahres gewannen Lionel Messi (s. Frankfurter Rundschau) und Celia Sasic (s. Womensoccer). + + + Hurra! Deutschland überholt England in der Fünfjahreswertung (s. RP Online).

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CE71 – Perlen der Schiedsrichterei


In Berlin erfindet eine Boulevardzeitung einen Schiedsrichterfehler, den sonst niemand bemerkt hat, in Hoffenheim gibt es mal wieder Aufregung um das Thema Handspiel, und in Hamburg trifft der Schiedsrichter zwei Weltklasseentscheidungen, wie nicht nur ein früherer Kollege von ihm befindet. Auch der zweite Bundesliga-Spieltag bietet also wieder genügend Material für eine ganze Podcastfolge. Aber wir sprechen auch über einige Szenen aus den Rückspielen der Qualifikation zur Champions League und beantworten die Frage, wann genau eigentlich die Strafgewalt des Unparteiischen beginnt und endet.
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Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

Wir freuen uns über eure Kritik, euer Lob, eure Wünsche. Sendet uns dazu einfach eine Sprachnachricht.

Links: Auf dem Videoblog des DFB äußert sich Lutz-Michael Fröhlich zu einigen Situationen des 2. Spieltags — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

Shownotes: Wir haben jetzt Kapitelmarken!

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#Link11: Wenn es passiert

Leverkusen & Lazio, Schweden & Schottland, Kult & Krieg, Tabellen & Töpfe, Friede & Freude, Euphorie & Einzigartigkeit, Krawall & Kampagne, Geißböcke & Gründe, Michael & Malbranc, Marko & Marin, Wunderkind & Werdegang, Uli & Udo – heute in der #Link11.

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1. Am gestrigen Abend hat sich Bayer 04 Leverkusen gegen S.S. Lazio mit einem 3:0 souverän für die Champions League qualifiziert. Wer sich über das Spiel informieren und dabei das Flair eines Samstagnachmittags im öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht missen möchte, dem sei die von Fangesängen unterlegte Zusammenfassung Sabine Töpperwiens für den Deutschlandfunk empfohlen. Auch Fußballliebhaber Rudi Völler und Torschütze Admir Mehmedi kommen zu Wort.

2. In Malmö endete die schottische Hoffnung, den Celtic FC in der Gruppenphase des höchsten europäischen Vereinswettbewerbs zu sehen. Ein Tourist vom St.-Modelabel verlieh seiner Begeisterung für die schwedische Metropole dennoch in schönstem Postkartendeutsch Ausdruck:

Insgesamt ist Malmö eine schöne schwedische Stadt mit vielen Fachwerkhäusern und zumindest zwei großen Parks auf dem Weg von der Innenstadt zum Stadion, viel mehr Zeit als den knappen Tag hier hätte ich jetzt aber auch nicht unbedingt hier verbringen müssen.

3. Ein weiterer ausgeschiedener Kultklub ist der Sportklub Rapid. Die Wiener schafften es weder in der letzten Viertelstunde noch sonst irgendwann, den Siegtreffer gegen Schachtar Donezk zu erzielen, der ihnen das Weiterkommen gesichert hätte. Thomas Hummel (SZ) über das Spiel im Speziellen, den Klub im Einzelnen und den österreichischen Fußball im Allgemeinen.

4. Am heutigen frühen Abend (ab 18 Uhr) werden die qualifizierten Klubs für die Gruppenphase der Champions League einander zugelost. Einen Überblick über Setzlisten, Topfbelegungen und Prämienausschüttung gibt es beim Tagesspiegel.

5. Benjamin Brumm widmet sich bei 120minuten der Entstehung des deutschen Fußballs, in seinem ersten Teil vom Anfang der Fußlümmelei bis zum Ende der Weimarer Republik.

»Der gewaltige Zustrom, den unsere Fußballklubs in den letzten Kriegsjahren und ganz besonders in der Inflationszeit gehabt haben, ist wohl in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Menschen von den Nöten und Lasten des Krieges bedrückt, eine Stätte aufsuchten, die ihnen einige Stunden der Ungebundenheit und der Freude sicherte.«

(So weit die Einschätzung des DFB 1927)

6. Der Text von Christian Spiller (ZEIT) über den wiedererstarkten 1. FC Magdeburg und sein Publikum vermittelt ein in gewisser Weise ähnliches Bild – erklärt den Effekt aber nicht aus der allgemeinen Lage der Nation, sondern viel mehr aus der einzigartigen euphorischen Phase, die manchem Fußballverein zuteil wird:

Es ist gerade eine besondere Zeit in Magdeburg. Sie wird bald vergehen. In ein paar Monaten, vielleicht auch erst in einem halben Jahr. Die Mannschaft wird sich im Mittelfeld der Liga einordnen, wo sie hingehört, Heimsiege in der neuen Liga werden keine Sensation mehr sein. Es wird wohl nicht mehr das ganze Stadion klatschen und singen, sondern nur noch das halbe. Und die Leute werden sagen: Weißt du noch, im Sommer 2015?

7. Im Rahmen der Euphorie derzeit kein Thema: Die im westdeutschen Blick auf den ostdeutschen Fußball fest eingeplanten Radaubrüder. Zuletzt tauchten solche am vergangenen Wochenende in Köln auf. David Schmitz (Effzeh.com) mit einem Kommentar, welcher sich der in Köln stets kritisierten »Sippenhaft« annimmt und mit der allgemeinen Berichterstattung abrechnet.

8. Warum die Boyz auf dem Feld zur Überraschung der Saison und »Best of the Rest« hinter den großen Sechs werden könnte, will Aktives Abseits in fünf Punkten darlegen.

9. Heinz Kamke fühlt sich vom Drittligafußball an Michael Malbranc erinnert und schreibt prompt einen Text darüber. Das starre Festhalten am Konzept der zeitlichen Abfolge, des objektiven »Hintereinander« wird das Fußball-Regelwerk früher oder später mit dem physikalischen Zeitgeist kollidieren lassen.

10. Marko Marin ist am östlichsten Teil des Schwarzen Meers angekommen. In Trabzon, wo Russland näher ist als der europäische Konitnent, soll seine Karriere weitergehen. Als er 2008 mit Gladbach in die Bundesliga aufstieg, bestand kein Zweifel daran, dass er die größte Bereicherung für die Bundesliga sein würde (die Spieler der mitaufgestiegenen TSG Hoffenheim waren damals noch nicht en vogue). Stefan Hermanns (Tagesspiegel) zeichnet seinen Werdegang nach.

11. Und Timo Werner? Was war er schon, wo steht er gerade, was kann er noch werden? Den Jubel als Minderjähriger hat er hinter sich, die Stagnation als junger Erwachsener auch – und jetzt? Der Vertikalpass über den schwäbischen Brandt und seine Zukunft.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Nico Däbritz wurde 44)

Meist geklickter Link gestern
Reeses Sportkultur – »Der 2. Spieltag in 11 GIFs«

Field Reporter

»Meine Freunde, die studieren, müssen sich nicht mit solchen Sachen wie einer Einkommensteuer beschäftigen.«

Der junge Uli Hoeneß, stolz über seine Steuerpflicht. Nikolaus von Festenberg (Tagesspiegel) rezensiert neben dem Sat.1-FilmFilm über Udo Honig auch das Dokudrama »Uli Hoeneß – Der Patriarch« (heute Abend im ZDF, schon jetzt komplett in der Mediathek). Sein Fazit zu letzterem: »Was kann Fernsehen mehr leisten?«

Mixed Zone
Hamburg: Gouaida an KSC verliehen + + + Balotelli: Leihe nach Mailand unter Auflagen (FR/sid) + + + Manchester: Louis van Gaal und Ryan Giggs über einen Elfmeter (gif/Twitter) + + + Darmstadt: Vorschau auf die Partie gegen Hoffenheim (kickschuh) + + + Saarbrücken: Rückblick auf die Partie gegen Spielberg (FCS-Blog) + + + Frankfurt: Adieu, Inui (Eintracht Inside) + + + Leeds: Mein Lieblingsfilm mit Russell Crowe bleibt »A Dangerous Mind« (11Freunde) + + + Basel: Diesmal nicht in der Champions League – eine Frage des Selbstverständnisses (NZZ) + + + Nürnberg: Der Glubbfan is a Depp. 7 Jahre wegen versuchten Mordes (Nordbayern.de) + + +

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#Link11: Die Suppe in Nachbars Garten

Meine Oma hat immer gesagt “Wer schlecht über Andere redet, ist meist mit sich selbst nicht zufrieden”. Daran gemessen muss es der Bundesliga am gestrigen Tage besonders schlecht gegangen sein, denn die aktuelle Link11 enthält Verrisse gleich drei internationaler Ligen. Sollte Omas simple Formel tatsächlich wahr sein, dürfte es Fußballdeutschland aber spätestens nach der Lektüre der nun folgenden Sahnestückchen des Sportjournalismus wieder besser gehen. Ob Tiefen-Finanzanalysen, psychologisches Training, statistische Dekonstruktion alter Fußballmythen oder ergreifende Kurvengesänge: Et is von allem noch wat da!

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1. Es war vermutlich der meistdiskutierte Artikel des gestrigen Tages: Die 11 Freunde veröffentlichten einen offenen Brief des englischen Fanaktivisten Tom Reed, in dem er die Bundesliga dazu aufruft, doch bitte nicht so ein “großer Schwindel” wie die Premier League zu werden.

»Es ist, als würden die Fans ohne Einfluss ihre überteuerten Plätze anmieten. Eine Gentrifizierung, die aus all den angeblich »alternativlosen« Entscheidungen für den »Wirtschaftswachstum« des Fußballs durchschimmert.«

In der Folge erzählt Reed von Montagsspielen, Schuldenbergen und der Errungenschaft 50+1. Dass es dabei nicht immer unpopulistisch zugeht und die Detailtiefe nicht der Freund des Rundumschlages ist, zeigt unter anderem diese interessante Twitter-Unterhaltung zwischen Tobias und Benny Berger:

 

2. Dass es im englischen Fußball tatsächlich Fälle unglücklicher Vereinsführung gibt, beweist Swiss Ramble mit einer ausführlichen (!) Analyse der Finanzen der tief gefallenen Blackburn Rovers. Ein schönes Beispiel dafür, was Sportblogs leisten können.

3. Auch die erste türkische Spielklasse der Herren bekommt heute ihr Fett weg. Peter Ahrens nimmt sich die aktuelle Transferoffensive der Süper Lig vor. Die Liga sei ein “Rentnerparadies”, das durch den Zukauf (nur noch auf dem Papier) großer Spieler einen Teil des Glanzes der großen europäischen Ligen abgreifen wolle (Spiegel).

4. “Das zweite Jahr ist das schwerste.” Diese Aufsteigerweisheit kennen wir alle. Doch stimmt das wirklich? Martin Gödderz widmet sich der Klärung dieser Frage und hat interessante statistische Belege aus dem Datenschrank gekramt (Effzeh.com).

5. RB Leipzigs Jugendakademie zählt zu den besten des Landes. Die Kehrseite der Medaille ist das aggressive Werben der Leipziger um junge Talente. Auch innerhalb der Akademie herrschen rigorose Methoden. Wenn die Firmenmentalität eines globalen Konzerns auf 14-jährige Fußballer trifft (Zeit).

6. Dass die Twitter-Accounts diverser Bundesligisten während eines Spiels förmlich zum Glühen gebracht werden, ist längst zu meinem Fußball-Alltag geworden. Dass die Beiträge dieser Instrumente der Unternehmenskommunikation dabei immer auch etwas über den Menschen dahinter und seine Stimmungslage während dutzender Gegentore verraten, hat Toni Lukic beoachtet (VICE).

7. Der Wettstreit der Ultra- und der Hooliganbewegung stellt sich zunehmend als Kampf von Nicht-Rassisten gegen Rassisten dar. Sehr deutlich bekommt das gerade die neu aufkeimende englische Ultrakultur zu spüren. Marcus Erberich berichtet von einer tief verwurzelten Menschenfeindlichkeit im englischen Fußball (11 Freunde).

8. Etwas fürs Herz. In seinem, wie ich finde, grandiosen Projekt “Kurvenklänge” hat der WDR liederschmetternde Fankurven auf ein Orchester treffen lassen (Falsche 9).

9. 

»Wenn ich ihm 1500 Dollar überweise, würde der Trainer dafür sorgen, dass ich bleiben darf.«

Nur wenige der ca. 600 im Ausland spielenden Deutschen suchen ihr Glück im von Bürgerkrieg und Korruption gebeutelten Angola. Daniel Ujazdowski ist diesen ungewöhnlichen Weg gegangen und berichtet vom jähen Ende eines Profitraums (Welt).

10. Der HSV bleibt auch in dieser Woche ein Gegenstand kritischer Berichterstattung. Der unterhaltsamste Club der Bundesliga müht sich derzeit mit zahlreichen sportlichen “Altlasten”. Eigentlich keine große Neuigkeit, wäre der HSV nicht so überraschend schnell darin, vermeintlich unvermittelbare Profis gegen Zahlung einer teuren Abfindung vor die Tür zu setzen. Selbst wenn diese parallel mit mehreren Bundesligisten verhandeln (sollen). (Welt)

11.

»’Selbstwirksamkeit’ bedeutet, dass jemand die Überzeugung besitzt, dass seine eigenen Fähigkeiten ausreichen, um eine Handlung zielgerichtet und erfolgreich durchführen zu können.«

Wie sich durch das angesprochene Konzept der sozial-kognitiven Lerntheorie der (Miss-)Erfolg von Fußballerm beim Elfmeterschießen erklären lässt und wie man die “Selbstwirksamkeit” trainiert, erklärt Dr. René Paasch (Die Sportpsychologen).

Meist geklickter Link gestern
Klaas mit seiner nun hoffentlich regelmäßig erscheinenden “GIF 11” zum Spieltag. Großes Tennis.

Field Reporter

»Ich denke nicht an Sicherheiten. Mein Beruf macht mir Spaß und in diesem Geschäft kann man sonst sowieso nichts planen.«

Markus Weinzierl präsentiert sich im Gespräch mit Andreas Lehner nüchtern-sympathisch (Spox).

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Holger Aden wurde 50)

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen (siehe oben). + + +  NEU: Das Blog “Fußball in Sachsen” bespricht künftig Spiele, Vereinshistorien und mehr. Schaut hübsch aus! + + + Ingolstadt: Die Euphorie steckt noch in der zweiten Liga fest (Neues Deutschland) + + + Essen: RWE weiß noch (sehr, sehr) positiv zu überraschen (Im Schatten der Tribüne) + + + Spieltag: Szenen desselben besprechen die geschätzten Herren Eckner, Fetzer und Ramm bei Forecheck + + + Spieltag 2: Auch der Dreierpack diskutiert den Fußball der ersten 3 Ligen (sowie Chicken Nuggets und Kindererziehung im Stadion) + + + Nürnberg: Land unter beim FCN (Nordbayern.de) + + + Wolkenkuckucksheim: FIFA Chefreformer Carrard spricht wirres Zeug blatter’scher Prägung (ESPN) + + +  Sex, Schnaps & vorzeitiges Duschen: “Red Card Roy” McDonough im 11 Freunde Porträit + + + Delhi: Sinn und Unsinn einer Spielerpräsentation (Stehplatzhelden) + + + Gute Idee: Von Collinas Erben lernen, heißt siegen lernen! Auch für den DFB, der neuerdings ein sehenswertes Schiri-Videoblog betreibt.

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#Link11: Gehts raus und spielts Helfer

In was für einem Land leben wir eigentlich? Wieviele Orte müssen noch hinter Solingen und Rostock-Lichtenhagen eingereiht werden? Geht raus, tut etwas. Helft Menschen, die in Not sind.

Wenn ihr gute Adressen habt, wie diese zum Beispiel, wo man Spenden loswerden kann, wo man helfen kann – dann gerne in die Kommentare.

blogundpresseschau

1. Der Bundesligaalltag beginnt langsam wieder. Von Wochenende zu Wochenende hofft die halbe Nation auf eine Niederlage der Bayern und die andere Hälfte auf eine vernichtende, abstiegbesiegelnde Niederlage des HSV. Irgendwo dazwischen macht sich Uwe Seeler Sorgen und wir basteln an der Link11. Kollege Reese fasst den 2.Spieltag in 11 Gifs zusammen. Collinas Erben schauen auf die kritischen Szenen des Wochenendes aus Schiedsrichter-Sicht und Constantin Eckner (Focus) macht den Taktikcheck, ebenso wie Kollege Escher (Spielverlagerung).

Podcasts sind ja nun das neue Schwarz, weil alle zu faul zum Schreiben sind und so fasst der Burnster den Spieltag im gesprochenen Wort zusammen. Der Rasenfunk schafft es den Spieltag in weniger als 90 Minuten zusammenzufassen. Beim Fehlpass holt man die letzte Woche nach und schreit enthusiastisch: “Die Bundesliga ist tot!”

2. Hertha BSC – Werder Bremen 1:1

Die Freitagabend-Partie des 2.Spieltags klang nach Schietwetter im ungemütlichen Olympiastadion. Feinkost sah dann auch anders aus, obwohl am Ende mit Hertha ein neuer Tabellenführer für eine Nacht feststand.

Bundesligaspiele im Olympiastadion waren in den letzten Jahren häufig sehr trostlose Veranstaltungen. Vergleichbar mit abstrakten Theaterstücken, die niemand versteht, weil sie ohne jegliche Höhepunkte auskommen und meist sogar mit einem Tiefpunkt enden.

Trauriger kann man den Berliner Fußball nicht zusammenfassen (Hertha-Blog). Uwe Bremer (Immerhertha) sah am Samstag genervte Herthaner, die sich übers Remis ärgerten.

Das Papierkugel-Blog freut sich auf Werderaner Seite immerhin über den Punkt.

3. Schalke 04 – Darmstadt 98 1:1

Große Aufregung auf Schalke. Es läuft nicht alles so, wie es doch sollte und dann kommen auch noch die Darmstädter und machen den Rasen kaputt. Achso und nehmen auch noch einen Punkt mit. Unverschämtheit.

Sven Metzger (jungleworld) ist derweil noch beim ersten Spieltag des Aufsteigers und wünscht sich das mehr über Fußball in Darmstadt gesprochen wird. Torsten Wieland (Königsblog) derweil traut sich vor die Kamera des Senders Sky und bescheinigt den Schalkern am Ende des Tages eine nicht bestandene Prüfung.

4. Eintracht Frankfurt – FC Augsburg 1:1

Schon am ersten Spieltag verpfiff man den FC Augsburg und auch in Frankfurt spielte der Unparteiische den Fuggerstädtern übel mit, so die Verantwortlichen des FCA.

Die Augsburger Allgemeine fasst gut zusammen, wo es bei den Augsburgern noch hapert und was es schon glänzt. Trotz eines Punkts spricht Ingo Durstewitz (FR) von mehr als einer Ohrfeige für die Frankfurter.

5. 1.FC Köln – VfL Wolfsburg 1:1

Beim 1.FC Köln fragt man sich nach dem Wochenende was schlimmer wiegt. Das Spiel gegen den Vizemeister nicht gewonnen zu haben oder Teile der “Boyz” wieder ins Stadion gelassen zu haben. Der Bockcast gibt Auskunft darüber. Auf Wolfsburger Seite wird geheult. Worüber? Weniger über den schwachen Saisonstart, mehr über KdB.

Übrigens. Die Bahn verhängt jetzt Reiseverbote für “gewaltbereite Fans”. Wie es dazu kam und welche Fallstricke die ganze Geschichte hat, beleuchtet der Tagesspiegel.

6. Hannover 96 – Bayer Leverkusen 0:1

Hakan Calhanoglu und die Freistöße. Zum elften Male traf er in der Bundesliga bereits per direkten Freistoß. Selbst wenns mal nicht so gut läuft, lässt sich Bayer einfach in Strafraumnähe foulen und der türkische Nationalspieler erledigt den Rest. Wenig Gutes sah die RP bei den Hannoveranern.

Randnotiz: Bayer Leverkusen schließt das ****Teldafax-Verfahren mit einem Vergleich** ab. Laut Vereinshomepage muss man 10.9 Millionen Euro plus Zinsen zurückzahlen – der Verein habe den Betrag allerdings schon zurückgelegt und somit ergebe sich kein Loch im Haushalt des Werksvereins.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von Freitag: Didier Six wurde 61)

7. TSG Hoffenheim – Bayern München 1:2

Hätte, wenn und aber. Hätte Eugen Polanski seinen Elfmeter beim Stande von 1:1 in der 74. Minute gegen Manuel Neuer verwandelt, ja dann hätte der FC Bayern eventuell verloren. Wenn Jerome Boateng nicht mit der gelb-roten Karte vom Platz geflogen wäre, dann hätte Bayern vielleicht auch nicht in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer durch Robert Lewandowski erzielt. Aber am Ende sind es halt doch die Dusel-Bayern, rauscht es in der Twitter-Timeline.

Doch so weit wollen wir gar nicht zurückschauen. Uns reicht das heutige Spiel, das die Bayern zwar rational faktisch nicht unverdient gewonnen haben, aber doch schmerzt diese Niederlage eben wegen des aufopferungsvollen Kampfes, den unsere Mannschaft da hingelegt hat.

Der Akademiker-Fanclub der Hoffenheimer greint und kann sich nicht mal über das schnellste Bundesligator der Geschichte durch Kevin Volland freuen.

Miasanrot attestiert Sorgenkind Mario Götze eine Leistungssteigerung.

8. Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:2

Weiß auf Blau prangt der Schriftzug überall im Stadion des HSV. “Der Hamburger Weg”. Doch was ist dieser Hamburger Weg? Am Samstagabend könnte der HSV eine Antwort auf diese Frage gegeben haben. Kämpfen bis zum Umfallen und am Ende das Ding auch noch reinmachen. Das sieht zwar nicht schön aus, zeugt aber doch vom Willen der Nation zu beweisen, dass der HSV seinen Platz in der Liga verdient hat.

Die Taktikanalyse zum Spiel gibt es bei der Spielverlagerung. Heinz Kamke kommt von Tischkicker, auf Raucherkneipen und letztlich zu Angeboten von Bayer Leverkusen. Bei Rund um den Brustring erinnert man sich schmerzlicherweise an die letzte Saison. Beim Brustring dagegen setzt man alle Hoffnung in den Trainer.

9. FC Ingolstadt – Borussia Dortmund 0:4

Lange Zeit stand es 0:0 und die Dortmunder versiebten Chance um Chance. Ein kalter Wind aus der Vorsaison fegte durchs Ingolstädter Stadion, ehe dann doch ein Strahl des Sonnenkönigs Tuchel in Person von Matthias Ginter, den Torreigen eröffnete und Dortmund noch weitere drei Treffer nachlegte. Komapatienten, die nach einem halben Jahr aufgewacht sind, dürften sich wundern, dass Dortmund nicht mehr unter Klopp spielt und nicht mehr Tabellenletzter, sondern Erster ist.

Wer Julian Weigl in Reihen der Dortmunder zuletzt gesehen hat, dürfte feuchte Augen vor lauter fußballerischer Klarheit und Finesse bekommen haben. Auch schwatzgelb freut sich über den Neuzugang. Lustige Randnotiz. Bayer Leverkusen will angeblich Gonzalo Castro zurück holen. Nach zwei Spieltagen. Sorry für das Gerücht.

Beim Donaukurier spürt man aufgrund des Aufstiegs weiter positive Stimmung in Ingolstadt und porträtiert die Nachwuchstrainer.

10. Borussia Mönchengladbach – FSV Mainz 05 1:2

Gladbach verwundert so ziemlich alle Experten. Nach dem grausigen 0:4 gegen die Dortmunder im Eröffnungsspiel, verliert man auch gegen Mainz seltsam unorganisiert.

Stefan Klüttermann (RP) sieht Gutes in Teilen, aber noch nicht im Kollektiv. Die Allgemeine Zeitung aus Mainz legt den Schwerpunkt auf den jubelnden Kölner Siegtorschützen Christian Clemens im Trikot der Mainzer.

11. Werdet nicht wie wir! Ein offener Brief englischer Fans an die Bundesliga. Warme Butter im noch viel heißeren Nostalgie-Online-Fußball-Portal ihrer Wahl.

Field Reporter:

Schweinsteiger ist vom gefühlten Alter her 37. Er hat einfach sehr viel gespielt. Gewiss, selbst ein Auto mit Totalschaden kann man noch autobahntauglich reparieren, aber es wird halt nicht mehr so wie vorher laufen.

Der Fußball-Philosoph (wie wird man das?) Wolfram Eilenberger im Interview mit der taz.

Meist geklickter Link letzte Woche:

Die Mischung machts. Das Klappergestell und Klaus Kinski in Person von Thomas Tuchel fandet ihr am klickbarsten in der letzten Woche (SZ).

  • Mixed Zone: +++ Sündenfall: Großkreutz nicht im BVB-Trikot (Vorsicht! Klickstrecke). +++ Bloß nicht Trainer: Per Mertesacker hat keinen Bock auf Trainer (Guardian). +++ Serie A: Die italienische Liga in der Vorschau (Cavanis Friseur). +++ “Gewaltbereite Fans”: Zucker statt Gewalt (Fanzeit). +++ Jubel: Einfach mal als Balljunge mitfeiern (WAATP). +++ Vergessene Legende: Sjaak Swart (These Football Times). +++ Markenmeister: BVB vorn, RB hinten (Horizont). +++ 0:0: Und trotzdem gut. Arsenal gegen Liverpool am gestrigen Abend (Spielverlagerung). +++
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#Link11: Schlunz

Die neue Saison läuft. Und doch fühlt es sich für mich als Leser diverser Sportteile so an, als seien noch gewisse Rückstände (auch: Restmenge oder “Schlunz”) von Sommerpausenjournalismus am Boden des halbvollen Glases namens “Saison 15/16” zu finden. (Vorwürfe, das Wort “Schlunz” nur benutzt zu haben, weil mir sein Klang gefällt, weise ich an dieser Stelle vehement zurück.) So gab es bereits nach dem ersten Spieltag eine solche Vielzahl von “Analysen” über den neuen Wundertrainer Thomas Tuchel, man könnte auf den Gedanken kommen, der BVB sei der einzige Verein in der Bundesliga. Von den luftigen Transfer”sagen” um de Bruyne oder Müller möchte ich gar nicht erst anfangen.

Doch genug davon. Es gibt auch heute eine Reihe spannender Buch- und Podcastempfehlungen, bemerkenswerte Interviews, einen Blick in die Hinterzimmer der FIFA, Fakten zu den Finanzen deutscher Erstligisten und das Ende (?) eines geflügelten Fußball-Sprichwortes.

blogundpresseschau

1. Wir beginnen dennoch in Dortmund. Dann haben wir es hinter uns: Der BVB ist endlich in der neuen Saison angekommen. 3 zum Teil kurios verteidigte Gegentore sorgten in der gestrigen EL-Quali Partie gegen die Norweger von Odds BK bereits nach 22. Minuten für einen deutlichen Rückstand. Am Ende stand dank bewahrter Ruhe und einer verlässlichen Offensive um Gündogan und Kagawa ein 4:3 Sieg zu Buche. Diverse Arien über die tuchel’sche Trainerperfektion dürften nun aber zumindest für die kommenden 3 Tage verstummen.

Die Tore zum gestrigen Spektakel könnt ihr hier noch einmal anschauen. Einen Kurzbericht zum Spiel liefert Any Given Weekend, wobei es dieser Tweet von Dortmunds vorherigem Quali-Gegner aus Österreich wohl bereits auf den Punkt bringt:

Die Tickethotline des BVB genießt Legendenstatus unter seinen Fans, allerdings nicht unbedingt im positiven Sinne, denn eine Karte für Heimspiele im Westfalenstadion zu bekommen, ist schwerer als eine Nadel im Heuhaufen zu finden. Schwatzgelb Autor Denis hat dem Passierschein A38 unter den Telefonaten eine zärtliche Liebeserklärung gewidmet.

2. Ein Kenner der norwegischen Liga ist Ex-US-Nationaltrainer Bob Bradley. Der Coach des Erstligisten Stabæk gibt Charlie Hatch ein Interview über besagte Liga, die Lage des amerikanischen Fußballs und seinen ersten Trainerjob im zarten Alten von 22 Jahren (8by8).

3.

»Wenn sie sich von der Freundin trennen oder sich verletzen, Olaf Gerhardt hat ein offenes Ohr. »Fußball ist schnelllebig«, sagt er. Shawn Parker vom FC Augsburg habe er vor Kurzem noch im Trainingslager gesehen. Eine Woche danach rief er an: »Olaf, ich bin im Krankenhaus, wieder verletzt, Kreuzbandriss. Mach mal das Datenvolumen hoch.«

Olaf Gerhardt versorgt einen Großteil der Bundesligaspieler mit Smartphones, günstigen Mobilfunkverträgen oder Kühlschränken. Anrufen können ihn seine “VIP-Klienten” laut eigener Aussage auch mitten in der Nacht. Tobias Zwior geht für 11 Freunde der Frage nach, wie der umtriebige “Handy-Dealer” in den Dunstkreis der Fußballprofis gelangte.

4. Wenn wir, wie in den letzten Wochen und Monaten häufig geschehen, über das “System FIFA” sprechen, müssten wir laut Andrea Böhm eigentlich auch vom “System Ahmed al-Fahad al-Sabah” sprechen. Der Scheich und Präsident des kuwaitischen Fußballverbandes sei ein Mann zahlreicher Ämter und noch zahlreicherer Hinterzimmergespräche. Die Wahl des neuen FIFA-Präsidenten führe nur über ihn. Wer dieser stille Strippenzieher der großen Sportverbände ist, erfahrt ihr bei der Zeit.

5. Gestern befand sich ein interessanter Artikel in der #Link11, der die Beobachtung machte, Fußballvereine distanzierten sich zusehends von der Sportpresse. Ähnliche Beobachtungen machte während der Sommerpause schon Reinhard Rehberg im Trainingslager von Mainz 05. Er beklagte sich “damals” über die “kontrollierte Gleichmacherei” der Vereine (Rhein Main Presse).

Dass spannende Interviews mit nicht ganz erwartbaren Antworten dennoch möglich sind, beweisen Christoph Biermann und ein gut aufgelegter Lucien Favre bei den 11 Freunden. Sehr unterhaltsam!

6. Zu den anstrengendsten Begleiterscheinungen des Fußballzirkus zählt für mich die aufgeregte Berichterstattung über Transfers und Nicht-Transfers. Und wir haben es noch nicht geschafft – das Transferfenster ist bis einschließlich 31. August geöffnet. Grund genug, mal einen Blick auf die Typologie von Fußballtransfers zu werfen. Vom untreuen Jungstar bis zum Verstoßenen (SZ).

Ein besonders nerviger Faktor im alljährlichen Transfertheater ist das (angebliche) Werben Manchester Uniteds um, wenn man es genau nimmt, jeden Fußballer eines Marktwertes über 20 Mio. €. In diesem Sommer ist Thomas Müller einer von vielen Dauerkandidaten – gewechselt ist jedoch auch er noch immer nicht. Philipp Ohnesorge hat Mitleid mit United Manager van Gaal und gibt ihm daher ein paar Tipps, wie es doch noch mit dem großen Coup klappt (11 Freunde).

8. Noch vor wenigen Wochen galt der FC Barcelona als das Nonplusultra der Fußballwelt. Doch nach zuletzt lustlosen Auftritten samt zahlreicher Gegentore hängt beim Branchenprimus der Haussegen schief. Thomas Gaber benennt die Krisenherde der Blaugrana bei Spox.

9. Christoph Schröder ist Literaturkritiker und Amateurschiedsrichter mit Leib und Seele. Gleich zwei “Problemberufe” die das Potenzial für interessante Schwänke und Beobachtungen bieten. Gut, dass Schröder sie in einem Buch niedergeschrieben hat. FumS hat einige Stellen aus “Ich pfeife!” zitiert.

10. 

»Das Verbandsrecht tut sich schwer mit der Vereinbarkeit zum Aktien- und Wettbewerbsrecht. Wir müssen immer nach Kompromissen suchen, um den Wettbewerb für alle möglichst lange ausgeglichen zu gestalten. Das könnte man als Rückzugsgefecht bezeichnen, aber ich bin dafür, dieses Gefecht so lange wie möglich zu führen.«

Axel Hellmann, Finanzvorstand der Frankfurter Eintracht, sprach mit Nicole Selmer in der letzten Woche über 50+1, Mehrfachbeteiligungen an Fußballclubs und warum für VW Sonderregeln in genau dieser Frage gelten (Ballesterer). Taufrisch ist dagegen der neue Eintracht Podcast, in dem ausführlich über unter anderem Marketingdeals in der Bundesliga und Kevin Großkreutz gesprochen wird. Ergänzend zu Ersterem (ebenfalls eine Empfehlung der Herren Podcaster!): Die Verteilung der Fernsehgelder in der kommenden Spielzeit bei Fussball-Geld.de.

11.But can he do it on a cold rainy night in Stoke?” ist ein unter Fußballfans geflügelter Satz, mit dem man andeutet, jemand sei ein “Schönspieler”. Der Satz verdeutlicht perfekt, welches Image dem Premier League Club anlastet: Lange Bälle, weite Einwürfe, Robert Huth. Doch der Stoke City FC hat sich gewandelt, Spieler wie Bojan, Arnautovic oder Shaqiri prägen (zukünftig) den Fußball des Clubs. Für James Whittaker ist der gute Saisonstart der “Potters” deshalb keine Überraschung (ESPN).

Geburtstagskind des Tages

(Auflösung von gestern: Joshua Kennedy wurde 33)

Nachtrag
In der gestrigen #Link11 befand sich unter anderem ein Link, in dem es um den FC St. Pauli ging, der das Logo von RB Leipzig von seiner Website löschte. Bildblog fand nun heraus: Das geschah wohl schon vor einigen Monaten.

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Skrupellose Methoden von BILD-Reportern im Umgang mit schwerverletzten Fußballern beim BildBlog

Field Reporter

»Der Verein versteht sich nicht als kleiner Verein mit großem Potenzial, sondern als großer Verein mit großer Geschichte. Am Stadion steht eine Statue von Heinz Krügel, dem Trainer der Europapokalsieger von 1974. Noch heute halten die Fans dort an und fotografieren sich mit dem Denkmal.«

Die dritte Bundesliga der Herren ist gut gefüllt mit ostdeutschen Vereinen. Marco Betram erzählt Fabian Scheler von der “Bundesliga des Ostens” und einem neuen Selbstvertrauen in den “neuen” Bundesländern, das viel mit einem ganz speziellen Verein zu tun hat (Zeit).

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen.  + + + Burnley: Gute Schulnoten gegen Tickets – eine schöne Idee (Burnley FC Community) + + + Kaiserslautern: Der Betze brennt im Interview mit FCK-Legende Udo Scholz + + + München: Die Leiden des jungen T. (Welt) + + + München2/Frankfurt: Eine Ode an Wolfgang Kraus (Miasanrot) + + + München 3: Robben fühlt mit Ribery (Goal) + + + Berlin: Hertha hat einen neuen Hoffnungsträger (Tagesspiegel) + + + Dinner for 22: Die spanische Liga trägt zukünftig auch an Silvester Spiele aus (FAZ)

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#Link11: Für ein Foto am Krankenbett

Noch 11 Tage bis zum Ende dieser Transferphase. Wir verzichten auf Wasserstandsmeldungen und empfehlen folgende Inhalte:

blogundpresseschau

1. Gestern Abend fand der zweite Teil der Champions League Qualifikation statt. Der FC Valencia und Celtic Glasgow hatten Grund zu jubeln. (Spiegel) In Wien gab es weniger Grund zur Freude, weil Rapid Schachtjor Donezk 0:1 unterlag. Peter Ahrens (Spiegel) stellt »Österreichs Schalke« vor, wo sich ein ehemaliger Bundesligamanager und wenig bekannte Ex-Bundesligaprofis einen Namen machen.

Real Madrid ist bereits für die Champions League qualifiziert. Eine Analyse des Kaders und den Umstrukturierungen des neuen Trainers Rafael Benitez von Florian Haupt (Welt) zeigt, dass Toni Kroos die neue Situation schaden könnte. (In der neuen Saison müssen die Madrilenen auch Mitternacht und an Silvester kicken. (FAZ)).

2. Heute Abend muss dann der BVB ran. Dort sorgt der neue Ernährungsplan für Amüsement (SZ) und Julian Weigl als «Sechser im Lotto« (FR) für Aufsehen. Die Sportschau nennt das Spiel einen »BVB-Charaktertest in der norwegischen Provinz« und macht den Faktencheck. Der Libero stellt Gegner vor.

Tom Verstappen (11 Freunde) sprach mit einem alten Bekannten: Olivier Occéan stürmt für Dortmunds Gegner Odds BK. Mal gucken, ob es den Norwegern so geht wie den Gladbachern nach dem Spiel in Dortmund. Mitleid ist ihnen dann aber sicher gewiss:

3. Neben dem Fußball ist in Dortmund auch immer wieder die rechte Szene und der engagierte Kampf gegen Rechtsextremismus Thema. Wolfram Götz (Deutschlandfunk) erklärt, »warum Dortmund brauner Sumpf nicht austrocknet«.

4. Die 11 Freunde haben sich den Fußballclub St. Pauli zum Titelthema gemacht. Mit Ewald Lienen sprach Tim Jürgens (11 Freunde) über gelebte Utopie. Mit Andreas Rettig sprachen Tim Jürgens und Philipp Köster (11 Freunde) über seinen neuen Job in Hamburg: »Ich bin ein realistischer Nostalgiker.«

Vor dem Spiel gegen Rasenballsport Leipzig am kommenden Sonntag provoziert St.Pauli den Gegner durch Nichtverwendung des Club-Logos. (Spiegel)

5. Beim letzten Gegner der FC St.Pauli, der SpVgg Greuther Fürth , klingt eine Menge menschliche Enttäuschung bei der Stellungnahme mit:

»Für die Verantwortlichen ist damit eine klare, moralische Grenze überschritten worden. Einen jungen Menschen, der erst Samstagnacht am Kopf einen neurochirurgischen Eingriff über sich ergehen lassen musste, und zwei geschockte Personen so zu überrumpeln, wollen wir als Verein nicht hinnehmen und werden deshalb unsere Konsequenzen daraus ziehen. […] Warum man einen Spieler unmittelbar nach dessen Entlassung von der Intensivstation und gegen das Anraten der anwesenden Krankenschwestern dennoch mit dem Besuch unter Druck setzt, ist menschlich extrem fragwürdig.«

Der Bild-Reporter Martin Funk wollte unbedingt ein Foto mit sich, dem verletzten Torwart und einem Blumenstrauß am Krankenbett, um sich selbst in Szene zu setzen. Die Bild-Zeitung hat mittlerweile auf die Stellungnahme reagiert. Eine Einsicht lässt sich daraus nicht ablesen. (Bildblog)

Bandenwerbung
Folge Nummer 70 unseres Podcasts »Collinas Erben« ist online. Mit Brusttaschengenestel!

6. In 1000 Schulen in 45 Städten in Indien wurde gescoutet, um nun 17 Talente nach Zuzenhausen zu bringen. Dort sollen die U-14-Spieler nun sechs Jahre in der Fußballakademie der TSG Hoffenheim ausgebildet werden. (Firstpost)

7. Er ist einer der teuersten Transfers der Vereinsgeschichte und eine weitere große Verstärkung des Leverkusener Kaders. Jochen Tittmar (spox) über einen Kaugummi-Transfer und die Hoffnungen auf Charles Aranguiz.

8. Ein anderer Kaugummi-Deal bahnt sich in Wolfsburg an. Einen Punkt in der  Situation um Kevin de Bruyne macht Claudio Catuogno (SZ). Für ihn ist der VfL nur eine Durchgangsstation für ambitionierte Fußballer:

»VW mag in der Lage sein, ein Museum von Weltrang zu initiieren und eine Fußballelf bis in die Champions League zu heben. Aber am Ende bleibt Wolfsburg halt Wolfsburg.«

Für Robin Patzwaldt (Ruhrbarone) zeigt der »Hype« um Schweinsteiger und De Bruyne die neuen Prioritäten in der Sportberichterstattung. Fabian Scheler (Zeit) erklärt warum Fußballclubs keine Journalisten mehr brauchen.

9. Endlich lässt sich die Frage “Wie viele Fußballfelder passen ins Saarland?” ordentlich beantworten. (Der Umrechner)

10. In seinem Spind hängt ein Union-Trikot, »weil man nie weiß, wie der Tag wird.«Stefanie Fiebrig (Textilvergehen) über Tino Czerwinski, der sich schon bei Union Berlin engagierte als man nicht mal die Briefmarken bezahlen konnte.

Im Textilvergehen-Podcast gibt es dazu besorgte Unioner zu hören.

11. 465.000 zu 54.000. 599.000 zu ca. 102.000. 417.000 zu 50.000. In den USA interessiert die Bundesliga im Vergleich mit der Premier League – um es mit dem Hashtag des FC Augsburg zu sagen – keine Sau. (allesaussersport, Handelsblatt)

Meist geklickter Link gestern
Jody Strauch (BundesligaFanatic) über Fans deutscher Fußballvereine in den USA.

 

Wer ist das Geburtstagskind des Tages?

(Auflösung von gestern: Rudi Bommer wurde 58)

 

Field Reporter

»Man hat als Spieler mit einem Berater ja wegen des Berufs zu tun, er soll also von sich aus auch kritische Dinge aus einer gewisser Neutralität heraus ansprechen können. Ein guter Kumpel würde einem womöglich immer nur Mut zusprechen und Sachverhalte schönfärben. Ein Berater dagegen soll kein Freund sein und auch den Finger in die Wunde legen können – auch wenn ich mit Sven gerne einmal Essen gehe und über Themen außerhalb des Fußballs quatsche.«

Bastian Oczipka im Gespräch mit Jochen Tittmar (spox) über Videoananalysen, das Karriereende von Marcell Jansen und den »großen Traum« Leverkusen.

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen.  + + + Wechsel: Im Hertha BSC Blog ist man ob des Wechsels von Nico Schulz zu Borussia Mönchengladbach irritiert. + + + Bullensprüche: In Braunschweig sorgt die Berichterstattung und die Kommentare der Vereinsverantwortlichen zu einem Banner für Unmut bei der den Eintracht Fans von Cattiva Brunsviga. + + + Zwangsabstieg: Catania muss in Liga 3. (Spiegel) + + + Comeback: Wie Magdeburgs Niklas Brandt nach einer Herz-OP wieder Tore schießt. (11 Freunde) + + + Interview: Sportdirektor Thomas Eichin über die Zwei-Klassen-Gesellschaft Bundesliga (Tagesspiegel) + + + Flucht: Patrick Bormann über die Fluchterfahrungen des Fußballspielers und -trainers Jörg Berger. (Geflüchtet)

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CE70 – Brusttaschengenestel


Auch für uns ist die Sommerpause zu Ende, und wir gehen mit der 70. Folge in unsere vierte Podcastsaison. Natürlich werfen wir vor allem einen Blick auf die ersten Spiele in den Ligen eins bis drei, im DFB-Pokal und in der Qualifikation zur Champions League. Außerdem analysieren wir die Umbruchsituation bei den Erstliga-Referees, preisen die neue Medienoffensive in Sachen Schiedsrichterei und erörtern die Vor- und Nachteile von Brusttaschengenestel und Hosentaschenfummelei.
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Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

Wir freuen uns über eure Kritik, euer Lob, eure Wünsche. Sendet uns dazu einfach eine Sprachnachricht.

Links: Alex war zum Interview über den Spielabbruch von Osnabrück bei n-tv zu Gast — Klaas nimmt derweil bei DRadio Wissen Stellung zum Saisonauftakt und den Schiedsrichter(inne)n — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

Shownotes: Wir haben jetzt Kapitelmarken!

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#Link11: Erste Spiel gleich Scheiße

Saisonstart. Eine undankbare Angelegenheit. Wie viel leichter kann einem Verein oder einem Spieler eine Krise angedichtet werden, wenn es zu Beginn nicht rund läuft. Erfolgserlebnisse werden verhalten betrachtet, schließlich möchte man sich ja nicht nach 1-2 Pflichtspielen an allzu optimistischen Saisonprognosen verheben. Dann lieber die Krisenherde thematisieren. Die dazugehörigen Lageberichte, die Teil dieser Link11 sind und von Problemen in London, Marseille und Barcelona künden, haben durchaus ihre Berechtigung, wenn man sie als das einordnet was sie sind: Momentaufnahmen.

blogundpresseschau

1. Bayer Leverkusen verlor gestern das Hinspiel zur Qualifikation für die Champions League bei Lazio Rom knapp. Im Spielbericht bei der Zeit bleiben auch die rassistischen Beleidigungen von Seiten der römischen Fans nicht unerwähnt. Der Tagesanzeiger ordnet die Vorfälle ein, die fast zum Abbruch der Partie geführt hätten. Das Lazio und Leverkusen um einen Champions League Gruppenplatz ringen müssen, liegt am Setzprozedere der UEFA. “Weg mit den kleinen Klubs” aus schwächeren Ligen, die momentan bevorzugt werden, fordert daher ganz plakativ Sebastian Stier in seinem Kommentar (Tagesspiegel).

2. Die weiteren Quali-Partien von gestern fasst Spiegel Online zusammen. Siegreich war unter anderem Bate Baryssau. Für den weißrussischen Meister ist damit eine weitere Champions League-Teilnahme in greifbare Nähe gerückt. Die Mannschaft entspricht dabei nicht der Blaupause für erfolgreiche osteuropäische Teams im Europapokal: Millionen-Transfers ausländischer Spieler und ein potenter Oligarch sind nicht das Erfolgsrezept. Beim Serienmeister Weißrusslands setzt man auf regionale Nachwuchsspieler und Nachhaltigkeit (Futbolgrad).

3. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich urlaubsbedingt bisher nahezu nichts von Liga 2 mitbekommen habe. Wenn ein Blogger es schafft dies mit einem präzisen und pointierten Text routiniert innert weniger Minuten zu ändern, dann finde ich das bemerkenswert. Der Rotebrausebrauseblogger zur Lage in Liga 2.  Deutlich verbessert sieht er 1860 München. Die SZ macht beim TSV ebenfalls eine positive Entwicklung aus.

4. Nichts ist anstrengender als nicht abreißen wollende Transfer- und Nicht-Transfermeldungen im ausgehenden August. Die Berichterstattung hierzulande ist zum Glück noch nicht auf Premier League-Niveau, entlockt dem neutralen Beobachter aber von Zeit zu Zeit ein tiefes Seufzen. Die Aufregung um Kevin De Bruyne fasst Claudio Catuogno ganz pragmatisch in einem Kommentar zusammen (SZ). Aufgeregter gibt sich ein anderer SZ-Text zu Mario Götzes Status und fragt: Wieso reden die Verantwortlichen beim FC Bayern so viel über den Spieler, wo es doch, betrachtet man die Fakten, gar nichts zu reden gibt im Moment? Ich stelle die steile These auf, das Medienvertreter in einem fort danach fragen.

5. Es ist ja eigentlich ein seifenopereskes Mediending, wenn José Mourinho mal wieder ein Thema setzt, um von Problemen auf dem Platz abzulenken. Chelsea ist durchwachsen in die Saison gestartet. Und als Ad-hoc-Maßnahme degradierte Mourinho medizinisches Personal, das beim 2:2 Unentschieden gegen Swansea unverhältnismäßig auf eine geschindete Verletzungspause reagierte. Die NZZ fasst die Lage und die Ergebniskrise in London zusammen. Beim gerade angesprochenen Unentscheiden gegen Chelsea glänzte Swanseas Neuzugang Andre Ayew. Was ihn so wertvoll macht erläutert Licence to Roam. Verlassen hat Ayew vor der Saison Olympique Marseille. Marcelo Bielsa kehrte dem Verein ebenfalls den Rücken. Der Erfolg bleibt momentan aus bei den Franzosen (NZZ).

Wer ist das Geburtstagskind (58) des Tages? Wir freuen uns auf Lösungsvorschläge in den Kommentaren!
geburtstagskind-08-19
(Auflösung von gestern: Karl Del’Haye wurde 60)

6. Im Camp Nou ist Krise. Den UEFA Supercup konnte man jüngst noch nach Verlängerung erringen. Im spanischen Supercup jedoch scheiterte Barcelona an Athletic Bilbao und das durchaus krachend: im Hinspiel setzte es ein 0:4, das im Rückspiel nicht mehr umgebogen werden konnte. Barcas Defensive ist momentan wackelig und spielt nicht in Bestbesetzung. Ein Nachteil für Marc-André ter Stegen – meint die Welt. An einem 0:4 kann aber auch der Gegner nicht ganz unschuldig sein. Defending with the Ball erläutert die taktische Ausrichtung und das Pressing Bilbaos.

7. Noch nie dagewesenes Durcheinander beim HSV? Hat es alles schon gegeben, erklärt Frank Willmann in seiner wöchentlichen Kolumne und stellt den stetig strauchelnden FC Eisenach vor (Tagesspiegel).

8. Ausgeklammert von Saison-Anfangskritik ist bisher Borussia Dortmund und das zu Recht. Die NZZ meint, dass es momentan ein bisschen zu viele Superlative sind, die Neutrainer-Tuchel angeheftet werden und erinnert an die Erfolge von Jürgen Klopp, die mutmaßlich nicht so ganz einfach zu wiederholen sind. Während Dortmund sich schon gefunden zu haben scheint, ist man in Frankfurt noch damit beschäftigt, die letzten Transfers einzutüten – die FR über die Kaderbaustellen.

9. Wer das Hören dem Lesen vorzieht, dem seien die neuen Ausgaben des Textilvergehens zur Lage bei Union Berlin und des Dreierpack, der den Bundesligaspieltag Revue passieren lässt, empfohlen.

10. Die Bundesliga wird jetzt auch regulär in den USA bei Fox übertragen. Aber gibt es überhaupt jemanden, der sich für die Spiele interessiert? BundesligaFanatic stellt Bundesliga-Fangruppen in den USA vor.

11. Keine vorübergehende Krise erlebt der schottische Fußball. Bereits jetzt sieht es mau aus in den europäischen Pokalwettbewerben. Zu Beginn der 80er war das durchaus anders. These Football Times huldigt dem Team von Aberdeen, das, von Alex Ferguson gecoacht, den Pokal der Pokalsieger gewann und stellt die Rolle von Peter Weir heraus, der, heute fast vergessen, am Glasgower Flughafen arbeitet.

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Der Screensport am Dienstag bei allesaussersport.

Field Reporter

“Wenn ich in Richtung Mittelkreis gehe, Fans anfangen zu reagieren, weil sie mich sehen und es also gleich losgeht, ich ihnen „Unioner“ zurufe und dann der erste Jubel kommt – das ist ein Moment, den ich tatsächlich sehr genieße.”

Christian Arbeit, Stadionsprecher bei Union Berlin, in einem ausführlichen, lesenswerten Interview (taz).

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen. + + + Auf dem Weg der Besserung: Fürths Torhüter Bastian Lerch (SZ) + + + Visual Content: ein alternatives Arsenal-Logo (Daniel Nyari) + + + Bremen rechnet ab: 425.000 € für ein Risikospiel (SPON) + + + Nazis im Haus: ein NPD-Mann als Fanvertreter beim VfR Aalen (via @jensvolke) + + + Sunday League: die ultimative Aufstellung, passt immer (BBC Sporf) + + + Kindergeburtstag: Zechpreller van Buyten, die SZ deckt auf

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#Link11: Emm Vau

Gerhard Mayer-Vorfelder, kurz MV, wurde schon von Harald Schmidt durch den Kakao gezogen. (YouTube) Seine rechten Freunde und Kollegen, seine merkwürdigen Äußerungen zu den Furtoks und Lesniaks, zur dritten Strophe des »Deutschlandliedes« oder zu Germanen in der Anfangsformation bei Fußballspielen machten ihn wenig sympathisch. (Tatort Stadion, Handelsblatt, Netz gegen Nazis).

Gestern ist MV im Alter von 82 Jahren gestorben. (Zeit) Er war wohl ein Chauvinist und wusste sich auch in politischen Affären zu behaupten. Er war an der Spitze dabei als der Nationalmannschaftsfußball am Boden war und er war dabei als man sich um einen neuen Aufschwung kümmerte. (Zeit)

MV war sicher kein Mensch, der zum Vorbild auf vielen Gebieten taugte. Er möge dennoch in Frieden Ruhen.

blogundpresseschau

1. Heute Abend darf Leverkusen gegen Lazio ran. Für Christoph Kramer ist das Spiel ein »gefühltes Achtelfinale« (Sportschau). Rudi Völler erwarte »eine Schlacht« (FAZ). Der WDR liefert trotz Auswärtsspiel einen guten Einblick in die Arena in Leverkusen.

Kai Pahl (allesaussersport) hat alle TV-Empfehlungen zur Champions League und zur Regionalliga West. Dazu gibt es Hintergründe zu Primera Division-Rechten und ein paar hämische Bemerkungen zu »Matz Ab«, dem nach Eigenaussage »erfolgreichsten Fußball-Blog Deutschlands«. Und ausgerechnet der »bettelt um Geld«.

2. Kommen wir zurück zum Sport und zur Fußballtaktik: Warum sind die Bayern so erfolgreich? Wie hat es Borussia Mönchengladbach in die Spitzengruppe der Bundesliga geschafft? Und warum geht es im Fußball um Erfolgswahrscheinlichkeiten? Fußballlehrer Mario Himsl erklärt es im Interview mit Andreas Lehner (spox). Constantin Eckner (Focus) sammelt »fünf Taktik-Signale, die beim Bundesliga-Start besonders aufgefallen sind«. Die Bayern haben seiner Meinung nach (noch) Verbindungsprobleme, Mainz und Hannover wirkten ideenlos. Auch Tobias Escher (Spielverlagerung) macht den Bundesliga-Check und analysiert Ingolstädter Zugriffsversuche, Stuttgarter Dynamik und kämpfende Bolzer aus Darmstadt.

3. Die SZ versuchte die Taktik des BVB unter Tuchel schon vor dem Spiel gegen Gladbach in einem Video zu erklären. Auch The False 9 wagt einen ersten Blick.

4. Der BVB war vor einigen Wochen in Asien unterwegs, um für sich und die Bundesliga Werbung zu machen. Beim kicker darf der »Chief Representative 7 Head of Asia« der Borussia nun ein äußerst positives Fazit der Weltreise ziehen.Es sei gelungen »die Herzen der Menschen zu erreichen«, denn die Absatzzahlen im Online-Fanshop und die Klickzahlen bei facebook schnellten in die Höhe. Passend dazu – wenn auch schon ein paar Tage alt – ein Interview mit dem Ökonomen Daniel Maderer, der erklärt wie man die Herzen in China erobert: »In Asien sind rote Vereine erfolgreicher.«

Warum Fußballclubs – bei aller finanzgesteuerten  Globaldenken – ihre Identitäten nicht verschleiern sollten, analysiert Alexander Shea. Ein gewohnt langer und lesenswerter Text im Blizzard: Against Sanitised Football.

5. In der 2.Liga trennten sich Nürnberg und 1860 torreich unentschieden. (SZ)

Geburtstagskind des Tages (es ist nicht Emir Spahic – auch wenn der alte Katzenfreund heute 35 Jahre alt wird):

(Auflösung von gestern: Jan Heintze wurde 52)

6. Der 1.FC Köln hat überraschend einen Großteil der Stadionverbote, die nach dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach verhängt worden waren, wieder aufgehoben. Grund seien eine Empfehlung der AG Fankultur und strukturelle Veränderungen bei der Ultragruppierung »Boyz«. (Köln.Sport, KStA)

7. Eine der nervigsten Begleiterscheinungen des Fußballs sind aus meiner Sicht Rudelbildungen, die ein schlechtes Beispiel für den Jugend- und Amateursport geben, weil sie oft Ausdruck fehlenden Respekts gegenüber den Spielleitern sind. In der letzten Saison konnte man sie fast überall vermehrt beobachten und sich darüber wunder wie Abwehrspieler oder gar Torhüter der Meinung waren, dass sie aus 50, 60 Metern Entfernung etwas besser gesehen haben als der Schiedrichter, der nur wenige Meter entfernt vom Foul- oder Handspiel stand. Diese Sprints gen Schiedsrichter oder Assistent hat die UEFA laut Schiedsrichter-Blog The 3rd Team nun auf die Agenda genommen und will sie in Zukunft schneller unterbunden und geahndet sehen. Im Blog gibt es Beispiele wie die Unparteiischen auf Rudelbildungen reagieren sollten und welche Probleme sie bei der Bewertung haben.

8. Passend dazu ein Blick auf den Berliner Amateurfußball von Frank Bachner (Tagesspiegel): »Der Wutbürger am Spielfeldrand« wird in der Hauptstadt und anderswo zum Problem, weil sie den »Fußballplatz als rechtsfreien Raum« betrachten. Eine fatale Entwicklung, der der Berliner Fußballverband teils hilflos gegenüber steht.

9. Eine weitere üble Begleiterscheinung des modernen Fußballs sind Wettmanipulationen. Marijo Cvrtak gehört zu den Angeklagten, die in Bochum vor Gericht landeten, weil sie Fußballspiele manipulierten. Sportspool veröffentlicht nun Verhörprotokolle von Cvrtak aus dem Jahr 2010. Namen und Orte sind geschwärzt und dennoch bekommt man einen Eindruck von einem spielsüchtigen Menschen, der in diesem Fall versucht Spiele in der Schweiz zu manipulieren: »Mal gewinnt man, mal verliert man.«

10. In einer Zeit in der die Flüchtlingsdebatte in Deutschland viele Negativschlagzeilen produziert, ist man doch froh mal schöne Nachrichten verlinken zu können. In Rees, dem Ort ohne »e« am Ende, sind drei Flüchtlinge aufgefallen, die sich nun Hoffnungen machen können bei Arminia Bielefeld kicken zu können. Sebastian Latzel (RP) hat die ganze Geschichte.

11. Als im letzten Jahr der Afrika-Cup droht abgesagt zu werden, war die Ebola-Epidemie auch bei Fußballfans in aller Munde. Auch Fußballpersönlichkeiten wie Jürgen Klopp hatten eine klare Meinung zu den Gefahren der Ansteckung. Dieser Tage ist das Thema kaum präsent. Oliver Ramme (Deutschlandfunk) hat deshalb in Sierra Leone recherchiert, wo man auf ein bisschen mehr Normalität hofft beim Fußball in Zeiten von Ebola.

Meist geklickter Link gestern
Die Fan- und Bundesligaschelte von Ronald Reng im Deutschlandfunk.

Field Reporter

»But the problem with image is…«

»How can Ajax lose to Rapid Wien?«

Ein Interviewtermin mit Sepp Blatter zu bekommen ist nicht leicht, es zu führen bereitet wohl noch mehr Schwierigkeiten. De Volkskrant hat sich an Blatter die Zähne ausgebissen. Trotzdem eine Leseempfehlung.

Bandenwerbung
Die erste Kolumne von Collinas Erben zur neuen Saison über junge Schiedsrichter, alte Rabauken und den ersten Einsatz vom Adlerauge.

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen.  + + + Aufreger: Der Übersteiger kommentiert unter anderem den Spielkommentar von Carsten Fuß für Sport 1 beim Spiel des FC St. Pauli gegen die Spielvereinigung aus Fürth. Köstlich. + + + Kinderhandel: Wie ein liberischer Fußballer Nachwuchsfußballer mit leeren Versprechungen nach Laos transferierte. (Vice Sports) + + + Verischerungen: Wie sich Fußballprofis ihr ob ihres Berufsrisikos gegen Verdienstausfälle absichern. (FAZ) + + + Juniorenfußball: Der Transferkritiker Philipp Grabowski über ein U10-Turnier mit dem MSV Duisburg, Arminia Bielefeld und Borussia Dortmund. + + + Medien-Menü: Was Linkelfe und Taktikguru Tobias Escher liest und warum er betrunken ist, wenn er mal die Sportschau guckt. (120minuten) + + + Free-Online-TV: Das Freitagsspiel der Bundesliga gibt es jetzt bei YouTube – in Neuseeland. (sport1) + + + Bundesliga-App: Aber nur für das Ausland. (Broadband TV News) + + + Auswärtssieg: Axel war in Stuttgart, hat über das Spiel gegen den VfB lesenswert geschrieben und mit zwei Ikonen des kölschen Twitter-Stammtisches hörenswert über das Spiel im Speziellen und den FC gesprochen. + + + Heimniederlage: Goldmann glaubt nicht an einer weitere Horrorsaison des VfB. + + + Abgesagt: Die Hooligan-Demo in Köln. (Faszination Fankurve) + + + Auseinandersetzungen: In Dortmund provozierten rechte Fußballfans klar Denkende. (WAZ) + + + Comeback: Marcel Heller schießt zwei Tore und wird von Andreas Bock (11 Freunde) portraitiert. + + + Interview: Julian Baumgartlinger über Trainer, Neuzugänge und Imagewechsel des FSV Mainz 05. (spox) + + + Katar: Arbeiter sollen jetzt ordentlicher bezahlt werden, das Kafala-System soll aber erhalten bleiben. (Spiegel) + + + Transferhoffnung: Baba soll Chelsea wieder zurück in die Spur bringen und beschert Augsburg und Fürth wohl einen warmen Geldregen. (SZ) + + + Brave New World: Ermittler Dembowski über Pannewitz und den 1.Spieltag. Er mag keine Heldengeschichten.

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