CE83 – Big Picture mit Grauszenen


Leicht boulevardesk steigen wir mit Mark Clattenburgs Tattoo ein, kriegen dann aber rasch die Kurve und widmen uns weiteren EM-Vorrundenpartien respektive den Auftritten der Schiedsrichter darin. Anschließend holen wir nach, was noch von der verflossenen Saison übrig war, das heißt: Wir werfen einen Rückblick auf die Leistungen der Referees im DFB-Pokal-Endspiel und im Champions-League-Finale. Außerdem stellen wir die Unparteiischen vor, die zur neuen Spielzeit in die Bundesliga aufsteigen, und räsonieren darüber, warum Bibiana Steinhaus nicht dabei ist, obwohl sie in der vergangenen Saison die Notenbeste in der Zweiten Liga war.
avatar Klaas Reese Amazon Wishlist Icon Paypal Icon
avatar Alex Feuerherdt Amazon Wishlist Icon Paypal Icon

Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

Wir freuen uns über eure Fragen, eure Kritik, euer Lob, eure Wünsche. Sendet uns dazu einfach eine E-Mail oder eine Sprachnachricht.

Links: Die vorläufige deutsche Fassung des neuen Regelwerks auf der Website des IFAB — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

Spendenkonto

Spendenkonto für »Collinas Erben«:
Klaas Reese
IBAN: DE75 1203 0000 1035 6463 46
DKB-Bank
BIC: BYLADEM1001
Stichwort: Collinas Erben

Collinas Erben abonnieren
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

CE82 – Another Brych in the Wall


Nachdem wir zuletzt unsere sämtlichen Ausführungen im Podcast zu den Fußballregeln 1 bis 17 in zwei Mammutfolgen zusammengeschnitten haben (CE80 und CE81), folgen diesmal Erläuterungen zu den wichtigsten Neuerungen, die die größte Regelreform in der langen Geschichte des IFAB hervorgebracht hat. Außerdem widmen wir uns dem ersten Auftritt von Felix Brych bei der Europameisterschaft in Frankreich und blicken auf die Schiedsrichterleistung im zweiten Gruppenspiel der DFB-Auswahl zurück. Mehr EM-Analyse haben wir aus Zeitgründen in dieser Episode leider nicht geschafft, aber die nächste Folge kommt bereits Anfang nächster Woche. (Leider knistert und knackt es zum Ende hin schon wieder ein wenig – unser Mischpult kommt offenbar allmählich in die Jahre und ächzt bei großer Belastung. Wir bemühen uns, des Problems Herr zu werden.)
avatar Klaas Reese Amazon Wishlist Icon Paypal Icon
avatar Alex Feuerherdt Amazon Wishlist Icon Paypal Icon

Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

Kapitelmarken: Fehlen diesmal leider. Deshalb ersatzweise hier: 0:00 Eier kraulen — 5:45 Kritik der neuen Trikotkollektion — 13:05 Torrichter, abgemeiert — 14:55 Die wichtigsten Regeländerungen zur neuen Saison — 1:17:25 Torwartprosa — 1:18:10 EM 2016, England – Wales (SR: Felix Brych) — 1:38:35 Deutschland – Polen (SR: Björn Kuipers)

Wir freuen uns über eure Fragen, eure Kritik, euer Lob, eure Wünsche. Sendet uns dazu einfach eine E-Mail oder eine Sprachnachricht.

Links: Die vorläufige deutsche Fassung des neuen Regelwerks auf der Website des IFAB — Jürgen Jansen auf sportschau.de zu den Handspielszenen in der Partie England vs. Wales — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

Spendenkonto

Spendenkonto für »Collinas Erben«:
Klaas Reese
IBAN: DE75 1203 0000 1035 6463 46
DKB-Bank
BIC: BYLADEM1001
Stichwort: Collinas Erben

Collinas Erben abonnieren
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

CE81 – Die Fußballregeln (12–17)


Zweiter und letzter Teil unseres umfänglichen Audio-Kollegs zu den Fußballregeln, zusammengeschnitten aus den bisherigen Podcastfolgen und ergänzt um die noch fehlenden Regeln 14 bis 17. Leider trübt in der letzten Viertelstunde ein Knistern und Knacken den Hörgenuss doch etwas – das ist uns im Zuge der Aufnahme leider nicht aufgefallen und ließ sich anschließend nicht mehr korrigieren. Wir erbitten eure Verzeihung dafür und hoffen auf Nachsicht.
avatar Klaas Reese Amazon Wishlist Icon Paypal Icon
avatar Alex Feuerherdt Amazon Wishlist Icon Paypal Icon

Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

Wir freuen uns über eure Fragen, eure Kritik, euer Lob, eure Wünsche. Sendet uns dazu einfach eine E-Mail oder eine Sprachnachricht.

Links: Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

Spendenkonto

Spendenkonto für »Collinas Erben«:
Klaas Reese
IBAN: DE75 1203 0000 1035 6463 46
DKB-Bank
BIC: BYLADEM1001
Stichwort: Collinas Erben

Collinas Erben abonnieren
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

CE80 – Die Fußballregeln (1–11)


Als wir im Oktober 2012 mit dem Podcast begannen, hatten wir uns im Grunde genommen nur ein Ziel gesetzt: alle Fußballregeln von 1 bis 17 zu erklären. Am Anfang kamen wir damit auch rasch voran, doch bald gesellte sich gewissermaßen das Tagesgeschäft dazu, das heißt: Wir haben mehr über konkrete Schiedsrichterleistungen und -entscheidungen in der Bundesliga, im DFB- und im Europapokal sowie bei der WM gesprochen, als mit dem Regelwerk fortzufahren. Das wurde irgendwann sogar zum Running Gag in der Hörerschaft, nach dem Motto: Die werden nie damit fertig. Doch jetzt ist es tatsächlich so weit: Wir haben uns erst die noch fehlenden Regeln 14 bis 17 vorgenommen und anschließend sämtliche Ausführungen zum Regelwerk seit unserer ersten Folge zusammengeschnitten. Das Ergebnis veröffentlichen wir nun in zwei langen Episoden: In dieser gibt's die Regeln 1 (Das Spielfeld) bis 11 (Abseits), in der nächsten (CE81) die Regeln 12 (Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen) bis 17 (Eckstoß). Die Kapitelmarken helfen bei der Orientierung und beim Vor- und Zurückspringen. Die Tonqualität ist anfangs aufgrund des deutlich schlechteren Equipments leider noch mäßig – was wir zu entschuldigen bitten –, doch dank der großzügigen Spenden unserer Hörerinnen und Hörer hat sie sich erheblich verbessern lassen.
avatar Klaas Reese Amazon Wishlist Icon Paypal Icon
avatar Alex Feuerherdt Amazon Wishlist Icon Paypal Icon

Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

Wir freuen uns über eure Fragen, eure Kritik, euer Lob, eure Wünsche. Sendet uns dazu einfach eine E-Mail oder eine Sprachnachricht.

Links: Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

Spendenkonto

Spendenkonto für »Collinas Erben«:
Klaas Reese
IBAN: DE75 1203 0000 1035 6463 46
DKB-Bank
BIC: BYLADEM1001
Stichwort: Collinas Erben

Collinas Erben abonnieren
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

CE79 – Anticipare, anticipare


Nach einer viel zu langen Pause melden wir uns mit einer regelrechten Mammutfolge zurück. Wir lassen den Endspurt der Saison Paroli laufen (das heißt, die Bundesliga-Spieltage 25 bis 34, das DFB-Pokal-Halbfinale und die Champions League ab dem Viertelfinale), ziehen ein Fazit dieser Spielzeit, verabschieden Knut Kircher, Florian Meyer und Michael Weiner, beantworten eure Fragen und erklären auch, warum Güllegeruch manchen Schiedsrichter von der Arbeit abhält und weshalb es für manchen eine Beleidigung ist, mit Justin Bieber verglichen zu werden.
avatar Klaas Reese Amazon Wishlist Icon Paypal Icon
avatar Alex Feuerherdt Amazon Wishlist Icon Paypal Icon

Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

Wir freuen uns über eure Fragen, eure Kritik, euer Lob, eure Wünsche. Sendet uns dazu einfach eine E-Mail oder eine Sprachnachricht.

Links: You never walk without Klaas — Alex zu Gast im Bavariacast — Die turbulenten Szenen des Regionalligaspiels zwischen der TSG Neustrelitz und dem FC Oberlausitz Neugersdorf — Die Doku über Felix Brych im thailändischen Fernsehen — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

Spendenkonto

Spendenkonto für »Collinas Erben«:
Klaas Reese
IBAN: DE75 1203 0000 1035 6463 46
DKB-Bank
BIC: BYLADEM1001
Stichwort: Collinas Erben

Collinas Erben abonnieren
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Schaffenspause

Liebe Leserin, lieber Leser!

Seit dem 3.August 2012 gab es die #Link11. Leider können wir den Service #Link11 aktuell nicht bieten und euch nicht die lesens-, sehens- und hörenswertesten Beiträge zum Fußball bringen. Es war keine Entscheidung, die wir jetzt ganz frisch für uns getroffen haben, es war viel mehr ein schleichender Prozess, denn nach und nach gingen uns die Kuratoren aus. Neue Kinder, neue Wohnungen, neue Jobs – es gibt viele gute Gründe, warum wir unserer unbezahlten Nebentätigkeit für Fokus Fussball nicht mehr nachgehen können.

link11_2

Eigentlich schade, denn Newsletter gewinnen Journalismuspreise, werden von der Presse gelobt und werden allüberall – sogar bei befreundeten Fußballmagazinen – wiederentdeckt. Leider haben wir es nicht geschafft über die letzten Monate und Jahre ein größeres Publikum für uns zu begeistern, denn seien wir ehrlich: wenn man nach zwei, drei Stunden #Link11-Frickelei sehen würde, dass man 2000 und nicht nur 400 Leser gefunden hätte, dann wäre die Motivation sicher größer sich für die Recherche durch Tweets, facebook-Nachrichten, RSS-Reader und die Linksammlung in der Slack-Gruppe zu wühlen. Und auch die Gespräche mit anderen Medien, die Interesse an einer Zusammenarbeit zeigten, verliefen immer wieder im Sande.

Ob und wann es mit der #Link11 weitergeht, das bleibt leider offen. Wir bedanken uns bei allen Lesern und Abonnenten für das Interesse, bei allen Bloggern, Journalisten und Podcastern für die tolle Arbeit abseits der irren Transfermeldungen, der Baby-Beichten und sonstigen Boulevardergüsse.

Ich möchte mich ganz herzlich bei den Machern bedanken, die hier für die Empfehlungen sorgten: Julian, DavidFabian, Jens, Tobias, EndreasStephanMaik, Jens, Thomas und Sebastian. Es war mir immer wieder eine Freude eure Texte zu lesen, euren Empfehlungen zu folgen, um einen Überblick über das Fußballgeschehen zu bekommen, und mit euch zusammenzuarbeiten.

Wir empfehlen abschließend ganz uneitel die Social Media Kanäle con »Collinas Erben« (twitter/facebook) und »Fokus Fussball« (twitter/facebook/G+). Dort werden wir euch über Neuigkeiten informieren und sicherlich auch guten Fußballstoff empfehlen.

Wir kommen hoffentlich – um es mit einem verletzten Fußballer eurer Wahl zu sagen – stärker wieder.

Mit sportlichen Grüßen

Klaas

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Kulturensöhne

Kaum ein Begriff wird so oft überstrapaziert oder falsch kontextualisiert wie der der sagenumwobenen »Kultur«. Wenn wir ehrlich sind, dient er meist als Platzhalter von groben, sinnentstellenden Vereinfachungen. Besonders häufig fällt mir das im Zusammenhang mit dem höchst subjektiven und nicht selten elitär-ekligen Begriff der »Fankultur« auf, der heute ebenso eine Rolle spielt, wie sein großer Bruder, der auf nationale, beziehungsweise regionale Einheitlichkeit abzielt und häufig unter dem Künstlernamen »Mentalität« auftritt.

blogundpresseschau

1. 

»Der Sportreporter will den Menschen glauben, mit denen er zu tun hat. Darf er das noch?«

Ich steige mit zwei Debattenbeiträgen ein, die ausnahmsweise den Sport als Ganzes zum Thema haben. Claudio Catuogno reflektiert anhand des noch immer sträflich unterdiskutierten Dopingkomplexes in einem lesenswerten Essay die Widersprüchlichkeit der dem Geschäft so zuträglichen Aspekte »Ästhetik« und »Personenkult« und mahnt sich und seine Kollegen zu mehr kritischer Distanz (SZ). Autor Dietrich Schulze-Marmeling verhandelt die Doppelmoral im Umgang mit Spitzenathleten am Beispiel Max Kruse in einem langen Facebook-Post.

2. Wer kritische Distanz sucht, wird bei Peter Ahrens vom Spiegel regelmäßig fündig werden. Er berichtet von im Lichte der Anschläge von Brüssel und Paris geplanten Sicherheitsmaßnahmen für die EM in Frankreich und fragt sich, ob das noch eine Kultur der Freiheit ist. Ich erinnere mich grade mit einigem Unbehagen daran, wie ich nach der Nacht des 13. November (wenn auch nicht ganz so pointiert) befand, der Fußball dürfe nicht zu einer Bühne für europäische Muskelspiele werden und mich fragte, wem »Hochsicherheit« eigentlich überhaupt etwas bringt (Spox).

3. 

»Dieses [Organisationskomitee] hat es seit der WM-Vergabe vor fünf Jahren nicht geschafft, die Situation für die 4000 Beschäftigten auf den drei Stadionbaustellen al-Rayyan, al-Khor und al-Wakrah zu verbessern. Wie das mit den 70 000 Arbeitern gelingen soll, die während der geplanten Stosszeit im Jahr 2018 für die WM im Einsatz sein werden, ist schleierhaft.«

Nur ein kleinerer Themensprung: Die WM in Katar wird mit dem Leben tausender Zwangsarbeiter bezahlt. Immer noch. Die mittlerweile aus dem Zentrum des Medieninteresses gerückte Menschenrechtssituation vor Ort wird künftig eher schlimmer als besser werden (NZZ).

4. Mit Fußballstatistiken ist es so eine Sache. Einerseits liefern sie, so sie als Teil eines Kontextes betrachtet oder zur Stützung einer These verwandt werden, oft erhellende Einblicke. Andererseits ist jedem statistischen Wert eine gewisse Unschärfe anhängig, die oft bereits in seiner Definition begründet liegt. So bildet beispielsweise die gerne zum Beleg der Kreativität eines Offensivspielers herangezogene Begrifflichkeit des »Schlüsselpasses« nicht ab, ob dieser Pass ein zu hart gespielter, halbhoher Hoppelball, sondern nur, ob er der letzte Pass vor einer eigenen Torchance war. Die Profis Stefan Reinartz und Jens Hegeler haben daher ein Start-Up gegründet, das künftig die Wertigkeit eines Passes in Zahlen ausdrücken können will. Kollege Julian ist noch nicht überzeugt. Ich schließe mich dem an (Deutschlandfunk).

5. Als beim Spiel des BVB gegen Mainz auf der Tribüne das Schweigen des sonst so chaotisch lauten Westfalenstadions kurz vor und nach dem Abpfiff vom gemeinsamen YNWA zerrissen wurde, habe ich auf der Tribüne kurz und vergeblich um Fassung gerungen. Welch schöne, menschliche Geste im Angesicht einer Tragödie. Am nächsten Tag waren sich auch Berichterstatter rund um den Globus einig: Das ist wahre Fankultur!

Das Rote Erde Blog nimmt dieses traurig-schöne Schauspiel nun zum Anlass, den Aufstieg von »Retortenvereinen« wie RB Leipzig zu hinterfragen, die mit einer solchen Authentizität nicht dienen können. Vermutlich weil deren Anhänger nicht zu echten menschlichen Emotionen fähig sind? Mit Verlaub: Ein Artikel, der alles beinhaltet, was mit dem Kulturbegriff vieler Fußballfans nicht stimmt.

Dass Fans auch echte Probleme haben, verdeutlicht Rainer Kühn in seinem Beitrag über Sicherheitsmaßnahmen beim Derby Preußen gegen Osnabrück.

6. Von der roten Erde – folgerichtig – zur roten Brause: RB Leipzig erlebte mit 2 Niederlagen aus 3 Spielen und dem Verlust der Tabellenführung etwas wie eine erste kleine Saisonkrise. Das Rotebrauseblog ordnet den Status quo seines Teams anhand einiger Statistiken der 5er-Spitzengruppe der zweiten Liga in einen größeren Kontext ein und wagt ein dezentes Fazit. So kann man eben auch bloggen.

7. Apropos Kultur: Frank Willmann hat sich das albanische Hauptstadt-Derby (FK gegen Partizan) vor Ort gegönnt und dabei festgestellt, dass dort einige Dinge dann doch ein wenig anders laufen, als man es hierzulande gewohnt ist. Ein lesenswerter Erlebnisbericht (11 Freunde).

8. Stellt euch vor, ihr steht total auf Fußball, eure Heimatstadt hat aber kein eigenes Team. Stellt euch nun weiter vor, ihr müsstet für das nächste ernsthafte Fußballmatch regelmäßig in eine der gefährlichsten Kartell-Hochburgen der Welt reisen. Ich weiß nicht, ob das nun schon Kultur ist. Aber ich bin mir sicher, das jede Kultur irgendwann mal einen Anfang hat.

9. »West-Ham hat einen 18-jährigen Deutschen für 11 Millionen gekauft!« Was war ich aufgeregt, als 2009 von einem neuen Supertalent geschrieben wurde. »Der wird sicher der neue Bernd Schneider!« Savio Nserenko schlug dann einen anderen Weg ein. Eine im Licht aktueller Ereignisse interessante Geschichte darüber, dass Reichtum und Druck nicht jeden jungen Menschen zu stabilisieren vermögen (SZ).

10. 

»Wie schlimm es für den finanzstärksten Verein der Welt aktuell sportlich bestellt ist, zeigt nicht nur ein Blick auf die Tabelle, sondern die Tatsache, dass Louis van Gaals United, die uninspirierendste Red-Devils-Mannschaft der vergangenen 30 Jahre, im Vergleich mit den trägen Nachbarn im Etihad-Stadion weitaus jünger, beweglicher und zwingender wirkte.«

Es ist derzeit nicht gut bestellt um Englands (finanziell) ganz Große. Raphael Honigstein erklärt, warum Pep Guardiola für Man City schon zum Problem geworden ist, bevor er überhaupt sein Amt antritt (The Red Bulletin). Wie mies es dagegen dem Stadtrivalen (sportlich) geht, sehe man daran, dass der große Hoffnungsträger dort Bastian Schweinsteiger heiße, schreibt Simon Hughes (Independent). Au Backe!

11. Zum Abschluss noch ein schöner Reisebericht. Bayern-Fan Sammy hat den Rahmen zweier Fußballspiele genutzt, um zwischen Hochnebel und Bengalorauch den Balkan zu erkunden (Sammy sagt…).

Gedenken
Zum Leben des heute verstorbenen Johann Cruyff sei ein Artikel aus einer vergangenen #Link11 (Platz 11) empfohlen. Rust in Vrede.

(Da die Nachricht mich erst unmittelbar vor der Veröffentlichung erreichte, nimmt die heutige #Link11 leider nicht umfangreicher auf Cruyffs Wirken Bezug.)

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Und wer ist wer?
(Auflösung von gestern: Alfred Nijhuis wurde 50)

Field Reporter

»Die deutsche Kultur steht ganz weit oben bei uns. Wir gucken die Spiele immer in der »Bierschenke« in London, wo es deutsches Bier und Essen gibt. Das Bier wird meist aus Krügen getrunken. Wenn Dortmund gewinnt, dann trinken wir nachher meist aus einem BVB-Stiefel.«

Konstantin Westenhoff spricht mit Ben McFadyean, dem Vorsitzenden von Englands größtem BVB-Fanclub, über (Na was wohl?) Kultur. Und Bier. Und Kloppo (11 Freunde).

Mixed Zone
Kultur: Thomas Eichin macht sich Sorgen um Afrika (FAZ)  + + + Couragiert: Antirassistische Dynamo-Fans + + + Noch hipper als Spielverlagerung.de: Statistik-Skizzen im Retro-Look (Soccer in Sepia) + + + Besonders: Fußball mit Prothese (FAZ) + + + Romantisch: Ein Duett mit Eric Cantona (taz)

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Raus aus Jogis Mupfel

blogundpresseschau

1. Montagnachmittag: Der DFB streicht Max Kruse aus dem Kader für die anstehenden Testspiele (DFB.de). Javier Cáceres (SZ) fasst die Verfehlungen des Wolfsburgers zusammen. Aktives Abseits erinnert an die Historie des Aus-der-Nationalmannschaft-geworfen-werdens. Gestern tauchte ein privates Nacktvideo des Spielers auf, am gestrigen Abend waren von Seiten seines Vereins verständnisvolle Töne zu hören: »Wir haben bei der Aufarbeitung der aktuellen Entwicklung den Eindruck gewonnen, dass Max Kruse jetzt dringend unsere Hilfe benötigt«, wird Klaus Allofs im kicker zitiert.

2. Der Kommentar zur Angelegenheit, der gestern die meiste Zustimmung fand, stammte von der SZ, trug den Titel »Wer will Max Kruse schaden?« und ist inzwischen vom Netz genommen. Bei der ZEIT schreibt Christian Spiller von »Sittenstrenge«, Jürgen Ahäuser in der FR von Scheinheiligkeit und Heuchlerei. Peter Ahrens (SpOn) hebt hervor, dass Kruse für das Nationalteam zu verzichtbar sei, um die Freiheiten anderer Spieler zu genießen. Christian Otto (FAZ) diskutiert, ob in Typ wie er dem VfL Wolfsburg nicht eigentlich gut tun müsste.

3. Sehr interessant, was Ulrich Hartmann in der SZ berichtet: Es geht um das Fußballturnier bei den olympischen Spielen in Rio. Weil Doping dort ernst genommen wird, müssen sich die in Frage kommenden Spieler jetzt schon von der Nada überwachen lassen. Deswegen hat der DFB einen geheimen Vorab-Kader von 40 Spielern übermittelt. Außerdem: Mangels Abstellungspflicht haben die Bundesligisten vereinbart, pro Verein maximal zwei Spieler für das Turnier abzustellen – bei vielfach vertretenen Vereinen wie Hoffenheim (Volland, Süle, Amiri, Toljan, Schwäbe) oder Schalke (Goretzka, Meyer, Sané, Wellenreuther) vielleicht schade für die Spieler, denen so die Möglichkeit eines olympischen Turniers entgeht; andererseits eine Chance für die Spieler anderer Vereine.

4. In den letzten Tagen häufen sich die Berichte aus der Hauptstadt: Die Hertha will weniger Hertha und mehr Berlin sein. Ein Schritt auf diesem Weg könnte ein Stadionneubau außerhalb der Stadtgrenze sein. Klaus Hoeltzenbein (SZ) berichtet über die Distanz zwischen Stadt und BSC. Uwe Bremer (Morgenpost) trägt Fragen und Antworten zu einem denkbaren Neubau zusammen:

»Hertha sollte den Ball flach halten«, sagt die Sportexpertin der Linkspartei, Gabriele Hiller. »Hertha und das Olympiastadion gehören zusammen, ob das Publikum so treu ist, auch in ein anderes Stadion zu ­kommen, ist fraglich.«

5. Weder Hertha noch Berlin ist die TSG Hoffenheim. Seit Julian Nagelsmann dort das Steuer übernham, sammelten nur Bayern und Dortmund mehr Punkte. Rene Maric (Spielverlagerung) analysiert die Veränderungen im Großen und die Umstellungen im Kleinen, mit denen der neue Trainer das Team auf die Erfolsspur brachte. Von der kommenden Saison an wird die TSG auf ihren ausbalancierenden Sechser Tobias Strobl verzichten müssen. Der 25-Jährige wechselt zu Borussia Mönchengladbach (RP).

6.

»Euro 2016 is the kind of event we can’t delay or postpone. We can’t exclude the possibility of playing behind closed doors as we cannot exclude terrorism«

Damit ist der Satz gefallen. Die Möglichkeit, dass Spiele der EM im Sommer als Geisterspiele ausgetragen werden, könne nicht ausgeschlossen werden. Giancarlo Abete, Vizepräsident des UEFA-Exekutivkomitees, hat ihn ausgesprochen. Der Guardian hat ihn festgehalten. Zur sportlichen Seite der umfangreichsten Europameisterschaft aller Zeiten hat Constantin Eckner eine umfangreiche taktische Vorschau geschrieben: In einem Artikel für jede der sechs Gruppen werden die beteiligten Mannschaften ausführlich vorgestellt.

7. Weil der Verdacht besteht, dass der DFB Eintrittskarten für das Turnier auf unsaubere Weise unters Volk brachte, hat das Bundeskartellamt ein Verfahren gegen ihn eingeleitet. Es besteht der »Verdacht des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung« (ZEIT)

8. Auch zwischen FIFA und DFB tut sich mal wieder etwas: die Ethikkommission des Weltverbandes ermittelt gegen Mitglieder des Organisationskomitees der WM 2006, u.a. Beckenbauer, Niersbach und Zwanziger. Die FIFA gab das selbst bekannt, die FAZ fasst zusammen.

9. Auch zum vergangenen Bundesligaspieltag gibt es aus (schieds)richterlicher Sicht einiges anzumerken. Stark, Schaaf und Djilobodji seien als Protagonisten der Collinas-Erben-Kolumne bei n-tv.de genannt. Werder Bremen hat sich inzwischen dahingehend geäußert, die Drei-Spiele-Sperre für Djilobodjis Halsabschneidergeste nicht akzeptieren zu wollen (kicker)

“Es gibt Gesten, die in unterschiedlichen Kulturen verschiedene Bedeutungen haben. Wir müssen erklären, dass diese Geste in Afrika gebräuchlich ist”, sagte Eichin der Bild-Zeitung. Den Innenverteidiger aus dem Senegal “in typisch deutscher Manier durchs Dorf zu treiben, geht nicht”

Eine etwas ekelhafte Argumentation (zitiert nach SZ), unterstellt sie Öffentlichkeit und Sportgericht doch Engstirnigkeit und Intoleranz. Nebenbei wird hier die Bremer Selbstdarstellung als letzter Hort der Authentizität im Profifußball gestärkt, wo Spieler (wie auch Junuzovic) noch zu ihren Vergehen stehen und deswegen den Freispruch verdienen.

10. Besonders schlimm hat es Werder Bremen auch bei den gestern veröffentlichten Ansetzungen der restlichen Spieltage (Bundesliga.de) getroffen: Das Spiel beim HSV findet am Freitagabend nach dem dienstäglichen DFB-Pokalspiel in München statt – »aus sportlicher Sicht eine Katastrophe«, so Senegalexperte Thomas Eichin (kicker). Außerdem im Bremer Spielplan: Ein Montagsspiel gegen den VfB Stuttgart, welcher den Spieltermin wegen des zu erwartenden kleineren Gästeanhangs für einen inakzeptablen Wettbewerbsnachteil hält (kicker).

11. Die Bremer Offiziellen akzeptieren den Spieltermin dagegen klaglos – das Muster scheint klar: Die Traditionsvereine der zweiten Tabellenhälfte halten zusammen, wenn es darum geht, anderen die Fernseheinnahmen zu kürzen und werden ganz still, wenn sich aus einer ganz und gar nicht traditionellen Veränderung ein eigener Vorteil ergibt. Dabei wäre die Partie zwischen Bremen und Stuttgart nichts weiter als ein Rückspiel zur ersten Montagspartie der Ligageschichte: 1964 trafen die beiden des Ostermontags um 15 Uhr aufeinander. Die Chancen, dass es zu dieser Wiederauflage überhaupt kommt, stehen allerdings wegen der europäischen Wettbewerbe nicht gut: Für den Fall, dass Wolfsburg gegen Real ausscheidet, Dortmund aber gegen Liverpool weiterkommt (Der Wettmarkt sieht diese Konstellation zu etwa 60% eintreffen), dürfte Dortmund – Wolfsburg auf den Montag getauscht werden. Damit wären auch die beiden Bundesliga-Mittelständler ruhiggestellt; selbst seit Jahren auf Sicherheitsabstand zu internationalen Wettbewerben, würden sie dieser Andeutung von Zweitklassigkeit sicherlich gerne aus dem Weg gehen. Schließlich wird es im Oberhaus bald mehr Geld geben – die DFL hat die Ausschreibung der Rechte 2017-2021 nun formell angekündigt (Handelsblatt).

Geburtstagskind des Tages

(Auflösung von Montag: علی دایی (Ali Daei) wurde 47)

Meist geklickter Artikel
Raphael Honigstein – »Was passiert mit der Champions League?«

Field Reporter

»Uwe hat uns sofort weggejagt, er hat gesagt: ›Hört auf zu protestieren, der Schiedsrichter hat entschieden!‹ In solchen Kategorien hat man damals gedacht. Aber wir Jüngeren waren eben für die Gerechtigkeit«

Wie ein jugendlicher Reclam-Held spricht Wolfgang Weber im Tagesspiegel über die WM 1966.

Mixed Zone
München: Thomas Müller macht sich Sorgen um einen älteren Mitspieler (GIF) + + + München: Hoeneß’ Bank und Banker verurteilt (FAZ) + + + Луганськ/Luhansk: Pele-Schrein (Yahoo) + + + Kolo Toure: wurde 35; Anekdote (Twitter) + + + Berlin: 11mm-Fußballfilmfestival verleiht Preise (11-mm.de) + + + Mönchengladbach: Tobias Strobl kommt ablösefrei aus Hoffenheim (kicker) + + + Passspiel: Warum es für manche Spielertypen leicht ist, beim FC Bayern gut auszusehen (Ronald Reng) + + + Brüssel: Belgien – Portugal abgesagt (FAZ) + + + Enschede: Thesker-Rückkehr als Doppeltorschütze nach Hodenkrebs (11F) + + +

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Ick wunder mir über jarnischt mehr

Liest sich wie der neueste Scherz des Twitter-Accounts AfD Bremen-Nord: Eine #Link11 am Montag. Keine Sorge, wir sind es wirklich, wir haben es geschafft, auch am Montag mal wieder den Spieltag aufzuarbeiten. Pünktlich zur Länderspielpause gibt es erst nochmal eine Ladung Bundesliga. Im Mittelpunkt, wie sollte es anders sein: die Hauptstadt. Dit jefällt. blogundpresseschau

1. Freitagabend, 17:30 Uhr, S-Bahnhof Ostkreuz, S3 bis nach Erkner: Ein kräftiges Rot an vielen Schultern, eene Molle in jeder Hand, 20 Minuten Fahrt vom Techno-Sumpf am Ostkreuz in die grüne Lunge Berlins, dem schönen Köpenick. Heimat des 1.FC Union Berlin, Heimat der alten Försterei, Heimat der Union-Familie, die sich am vergangenen Freitag mit fast 20 000 Zuschauern traf, um einen der Ihren wieder in der Familie willkommen zu heißen: Benny Köhler, der vor einem Jahr die Diagnose Krebs erhielt, sich sechsmal in die Chemotherapie quälte und trotzdem immer das Ziel verfolgte, wieder Profifußballer zu sein. Es ging ums Leben nicht ums Sterben. Patethisch, ja, aber angemessen. Der Union-Blog Textilvergehen mit den richtigen Worten: Ein Spiel, größer als jeder Sieg.

2. Wir bleiben in Berlin, fahren aber von Köpenick eine gute Stunde in den Westen, nach Charlottenburg, wo sich langsam der süßlich monetäre Duft der Champions League verbreitet. Ich bin ehrlich: Seit ich in Berlin wohne, übersteigen meine Besuche bei Union und anderen Berliner Vereinen denen bei der Hertha um das Zehnfache. Außerdem verschenkt die Hertha jede Saison drei bis vier Punkte wegen der schlechte Stimmung und wegen des Stadions und überlegt deswegen ein neues zu bauen (Vorbild Allianz Arena, kein Scherz), so die steile These der Morgenpost. Jedenfalls: Die Hertha, sie ist nicht ganz so angesagt bei den jüngeren, ich bin ja kein Einzelfall. Ein Berliner Freund von mir sagt: Die olle Hertha will das vielleicht auch gar nicht sein, denn dann wäre sie ja nicht die olle Hertha. Da steckt wahres drin, jedoch gibt es eine neue Idee: Warum nicht die Berliner Start-Up-Szene (jung, erfolgreich, dynamisch) mit der Hertha (all das noch nicht) zusammenbringen? Nun: Ein Finanzdienstleister-Start-Up sammelte per „Crowdlending“ innerhalb von neun Minuten und 23 Sekunden (!) eine Million Euro (!!) für die Hertha (!!!!), die meisten der Gelder kamen aus Berlin. Geplant waren 60 Tage Spendenphase. Jetzt wird das als Durchbruch für die Start-Up-Banker gefeiert, ob es auch der Hertha hilft?

3. Kurzfristig: Ja. Die Hertha gewann am Wochenende gegen Ingolstadt mit 2:1. Das passte nicht jedem, vor allem nicht Ingolstadts Co-Trainer Michael Henke: „Du wirst hier beschissen, weil die Hauptstadt ja Champions League spielen muss“, sagte Henke über die vermeintliche Fehlentscheidung vor dem 0:1. Ein wenig Geschichtsbildung: Hat er sich im Verein vertan und den BFC gemeint, der es in der DDR ja leichter als andere hatte. Kann passieren. Schiri-Schelte gab es natürlich auch woanders: Hannovers Thomas Schaaf legte mit seiner Kritik am Ex-Referee und heutigem Sky-Kartenverteiler Markus Merk einen Blick auf das angespannte Verhältnis Trainer-Schiedsrichter frei. Merk hatte sich über ausbleibende Hannoveraner Proteste gewundert, Schaaf werte das als Aufruf zum Meckern und sucht nun zwischen „Frechheit“, „respektlos“ und „unfassbar“ nach dem richtigen Wortschatz, um den Abstieg irgendwie noch zu verhindern. Wiert scwär. 

4.Ihr merkt: Wir liegen mitten in der Schlammschlacht des Spieltages. Unten wird es immer enger, (oben auch, dazu später mehr) und mit Hannover scheint der erste schon im Morast versunken zu sein. Die DFL war trotzdem so gnädig und schenkte Hannover das Topspiel gegen Frankfurt: „Nur wem der Erste Weltkrieg gefallen hat oder die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen, dem dürfte vielleicht auch dieses Match Spaß bereitet haben“, schreibt dazu Oli Fritsch in der Bundesliga-Rückschau. (ZEIT Online)

Liegt auch mit im Schützengraben: der Rasenfunk-Podcast. Wem 35 Minuten Hannover-Rant (von FoFuBa-Kollege Klaas) und 40 Minuten Darmstadt-Hoffnung nicht zu lange sind, hier entlang. Auch die Kollegen von Spielverlagerung.de „nahmen“ sich die Zeit, das Topspiel von Hannover und Frankfurt anzugucken und auch noch zu analysieren. Hut ab. Weitere Analysen dort: Schalkes Glückssieg gegen Gladbach, Wolfsburgs Real-Madrid-Warm-Up-Remis gegen Darmstadt und eine Analyse mit dem Titel: „Hipster-Treffen in Berlin“. Ich sags ja, die Hertha überrascht uns alle noch.

5. Wir klettern nach oben. Auch dort ist noch nicht so viel entschieden, wie die Bundesliga-ist-tot-Analysen vor der Winterpause vermutet haben lassen. Der BVB drehte dank einiger Umstellungen das Spiel in Augsburg auf ein 3:1 und verfolgt damit weiterhin die Bayern mit fünf Punkten Abstand. Und das Restprogramm des BVB (Werder, S04, HSV, VfB, Wob, SGE und Effzeh) liest sich tendenziell leichter als das der Bayern (SGE, VfB, S04, BSC, BMG, FCI und H96). Die Bayern dürfen nix mehr liegen lassen. Der BVB auch nicht. So ist Fußball. Irre. Was beide noch eint: Die zahlreichen Nebenschauplätze. Der BVB wird sich in den kommenden zwei Pausenwochen mit einer Klopp-Mania ausgesetzt sehen, die Bayern haben noch ganz andere Kaliber zu bieten: Alabas Vertragsverlängerung als Zeichen an den Neu-ManCity-Trainer der gleichzeitig aber auch der eigene ist, Sammer, Hoeneß, Götze-Gerüchte, Superligen und Supersetzlisten. Dass die Bayern dennoch selbst entscheiden, was mit ihnen passiert, kommentiert Christof Kneer (SZ).

6. Am liebsten wäre Karl-Heinz Rummenigge, dass er auch über den Gegner im Achtelfinale der Champions League bestimmen könnte. Denn mit Juve mussten die Bayern einen auf Geschäftsebene eng befreundeten Klub vom Geldtopf abkapseln. Juve-Boss Andrea Agnelli und Rummenigge kennen sich gut aus der ECA. Der Ton, der dort angeschlagen wird: „Wir können nicht immer nur vom Schicksal abhängig sein.“ (KHR) Ein denkwürdiger Satz, einer der tief blicken lässt. Das Werkzeug dafür: eine Setzliste. „So spricht jemand, dem der Fußball scheißegal ist“, kommentiert der wütende Carsten Schulte (Westline). Wer von fanwütend auf ökonomenkalt wechseln möchte: Die Welt hat Wirtschaftsprofessor Sascha L. Schmidt interviewt, der sagt, dass der Fußball nur den Marktgesetzen folgt. Und ironischerweise findet sich die sachlichste Kolumne zu diesem Thema beim Red-Bull-Magazin „Red Bulletin“ für das Raphael Honigstein die Optionen, wie man noch mehr Geld aus dem Fußball quetschen könnte, durchdekliniert.

7. Spannender Gedanke: Rummenniges Vorschlag der Superliga in einem „herrschaftsfreien Diskurs“ mit allen 255 ECA-Klubs debattieren. Dieses Diskursmodell hat sich nun der DFB in einer anderen Sache notiert. Die „AG Fankulturen“ soll mehr Laustärke in den stillen Fandialog bringen. Spiegel Online liegt das Konzept vor, inklusive der großen Bedenken von Fanvertretern. 

Ein Beispiel dafür, warum der Diskurs oft stockt, lieferten am Wochenende Fans des 1. FC Kaiserslautern und die Bundespolizei in Köln. Die Polizei und die Bahn meldeten über Twitter und Pressemitteilungen sehr sehr schnell ihre Sicht auf die Sperrung des Kölner Hauptbahnhofes nach der 3:4-Niederlage des FCK in Düsseldorf. Ein paar Ausschnitte: „randalieren“, „Eisenstangen“ und die Bahn, die daraus einen eigenen Hashtag bastelte (#vandalismus) und den Kölner Bahnhof vorübergehend sperrte. Die Stellungnahme der rot-weißen Fanhilfe aus Kaiserslautern lüftet hingegen die Pfefferspray-Details aus dem Zug und aus randalierenden Idioten wird ein übertriebener Polizeieinsatz, der in die unnötige Sperrung eines der größten deutschen Bahnhöfe mündete. „Der Betze brennt“ fasst zusammen. Mein Tipp: Die Wahrheit liegt in der Mitte.

8. Noch ein Beleg für die Schwierigkeiten im Dreiecks-Dialog Fußballfans – Verbände – Polizei: 15 Ultras aus Oberhausen sollen wegen des anzunehmenden hohen Aggressionspotentials zum Idiotentest für den Straßenverkehr. Wow.

9. Zu den schönen Dingen: Wie gut muss es sich eigentlich gerade anfühlen, Fan von Leicester City zu sein? Schaue ich dieses Video, weiß ich, dass es in Europa wohl gerade keinen glücklicheren Haufen Fußballfans gibt. Ein Team, 132 Jahre alt, noch ohne irgendeinen Titel, steht fünf Spieltage kurz davor die Premier League zu gewinnen. Am Wochenende gab es den nächsten 1:0-Minimalistensieg. Bisher dachte man, Premier-League-Champion zu werden sei nur möglich wenn mit seinem Vermögen an Dagobert Duck heranreicht, heute weiß man: Es geht auch mit Robert Huth und Christian Fuchs. 

10. Am vergangen Donnerstag jährte sich das Wunder von Grotenburg zum 30. Mal. Bayer Uerdingen lag im Viertelfinals des Europapokals der Pokalsieger zur Halbzeit 1:3 gegen Dynamo Dresden zurück. Zuschauer strömten zu Tausenden zur Halbzeit aus dem Stadion, das ZDF erhielt erboste Briefe warum nicht die Bayern zu sehen waren. Das Hinspiel hatte Dynamo mit 2:0 gewonnen, Uerdingen war so gut wie raus. In einer spektakulären zweiten Hälfte aber drehten sie das Spiel auf ein 7:3 und nahmen die politische Wende ein bisschen vorweg. Jan Mohnhaupt (ZEIT Online) mit einem schönen Rückblick, 11Freunde sprach mit Wolfgang Funkel (Uerdingen) über das Wunder.

11. In Frankreich laufen derweil die Vorbereitungen für die Fußball-EM. Das bestimmende Thema: Terrorangst. Deshalb übten 1200 Polizisten den Ernstfall und simulierten in Nimes den Chemiewaffen-Anschlag auf eine Fanmeile (Rheinische Post). Der Deutschlandfunk übt zwischen den Zeilen Kritik an der Geheimhaltung von Polizei, Staat und Medien.

Geburtstagskind des Tages (neben Twitter und Lothar Matthäus: watt ne Riege)

(Auflösung von letzter Woche: Wilfried Sanou wurde 32)

Meist geklickter Link vergangene Woche
Könnte auch diese Woche wieder aktuell werden: Das Interview von Vice Sports mit Uli Borowka über jegliche Arten von Sucht.

Field Reporter

»Ein Team von Robotern zu haben, das Fußball gegen den Weltmeister spielt, ist nicht der große Zweck des Ganzen. Das bringt ja, abgesehen vom Unterhaltungswert, nichts.«

Wer hat es wo gesagt?

Der Zweck ist viel größer: Er dient der Wissenschaft, der Medizin vielleicht. Tim Laue ist Informatiker und programmiert Roboter so, dass sie Fußball spielen und hat sich mit den Fanboys der künstlichen Intelligenz aus der ZEIT Online Sportredaktion über Roboter und Fußball unterhalten. Zukunftsweisende Berichterstattung.

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen, dass der HSV gegen RB Leipzig in die Relegation muss, aber sorgt sich nicht um Cacau. Der hat nie an sich gezweifelt (Sueddeutsche)  + + + Dortmund-Fan: Bewerten Sie bitte die Dummheit dieser Nachricht auf einer Skala von 1 bis 10. (Twitter) + + + Max Kruse und das Berliner Nachtleben: Bleibt eine Fortsetzungsgeschichte. Jetzt droht der DFB- und Wolfsburg-Rauswurf. (Kicker) + + + Neues Album und Geschichten über den 1. FC Köln:  Annenmaykantereit bei 11Freunde + + + Wie Chinas größte Firma Wanda den Fußball aufmischt und sich Gewicht bei der WM-Vergabe erkauft (AP) + + + Istanbul-Derby abgesagt, aber große Geste der Ultras von Galatasaray (SpOn und WSC) + + + 10 Jahre Twitter, auch Sportvreine sind im Business angekommen (DLF) + + + Wieder da: Das DID-Sport Power Ranking. Janz groß. (DID Sport) + + +

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+

#Link11: Eine große sportliche Veranstaltung

blogundpresseschau

1. Der Champions League soll ein neuer europäischer Vereinswettbewerb übergeordnet werden: Michael Ashelm (FAZ) berichtet über Pläne der UEFA:

Geredet wird über spezielle Punktesysteme, in der alle möglichen Beurteilungen eingehen in die sportliche Setzliste. Hier soll wohl auch die Stärke der jeweiligen Liga einfließen. Zur Diskussion stehen ebenfalls Faktoren, die sich auf die Attraktivität der Vereine und ihre Bedeutung im Marketing und nicht nur auf Meisterschaften beziehen könnten. Verhindert werden soll eine sportliche Verwässerung, wie sie in den vergangenen Jahren in der Champions League durch Zugeständnisse und Wahlgeschenke der Funktionäre an kleinere Fußballnationen stattgefunden hat. Auf der anderen Seite sollen attraktive nationale Wettbewerbe nicht durch eine Superliga zu sehr in die Defensive gedrängt werden. Eine Ausweitung der Spieltage sei nicht geplant, ist zu hören.

2. Kai Pahl (Allesaussersport) zweifelt am Vermarktungspotenzial für einen dritten europäischen Wettbewerb. Raphael Honigstein schlägt in 140 Zeichen eine umgekehrte Sichtweise vor:

Man sollte dem Marketingsprech nicht auf den Leim gehen. Superliga ist CL rebranded. Die echte Neuerung ist ein dritter Wettbewerb unter EL

3. Ein Kommentar, der Monopolisierung und Werteverfall im Zuge marktwirtschaftlichen Strebens anprangert, findet sich in der kapitalismuskritischen FAZ:

Gedanken wie Solidarität, Entwicklungshilfe oder Markenvielfalt sind dritt- und viertrangig. Im Fußball ist es wie in allen anderen Branchen im globalen Wettstreit: Die Großen werden immer größer, am Ende bleiben ein paar Marktführer, neben ihn haben nur noch ein paar Firmen mit regionaler Bedeutung Platz, und Anbieter die Nischen bedienen.

4. Derzeit läuft im bestehenden Spitzenwettbewerb, der Champions League, das Achtelfinale. In keinem der beiden gestrigen Rückspielen fiel ein Tor. Manchester City reichte dieses 0:0 gegen Dynamo Kiew nach dem Sieg im Hinspiel zum Einzug ins Viertelfinale (SZ). Atlético musste nach 0:0 im Hinspiel, 0:0 im Rückspiel und 0:0 in der Verlängerung gegen PSV ins Elfmeterschießen. Dort trafen die ersten vierzehn Schützen allesamt, Narsingh verschoss für PSV, Juanfran besiegelte den 8:7-Sieg i.E. (kicker). Wellen schlug ein Video, das PSV-Fans beim Erniedrigen von Bettlern auf einem Madrider Platz zeigt (SZ).

5. Deutscher und italienischer Marktführer duellieren sich heute Abend in München. »Brutale Polizei« wie im Hinspiel (11Freunde) ist dabei wohl nicht zu erwarten. Ausgangslage und Verletztenstand auf Seiten der Bayern und der alten Dame hat die SZ ausformuliert.

6. Eine fulminante, geistreiche wie provokante Kolumne hat Kartoffel-Philosoph Wolfram Eilenberger bei der ZEIT vorgelegt. Anlass ist auch hier die heutige Partie zwischen Bayern und Juventus. Er schreibt über Spielkontrolle als Maxime eines Ängstlichen, »Sinnentleerung durch Überhöhung« sowie die Trennung von Spiel und Ergebnis und bezieht sich dabei auf Peter Handke und Rudi Völler:

Der ästhetische Genuss des Spiels ist im Fußball mit anderen Worten untrennbar an die Unverfügbarkeit des Ausgangs gebunden – und damit an eine durchgängige, geradezu emphatisch begrüßte Verantwortungsübernahme des leitenden Personals für dieses Ergebnis. Und dies nicht etwa obwohl, sondern gerade weil jedem wahrhaft Fußballliebenden klar ist, dass in diesem Spiel keine notwendige Verknüpfung zwischen Leistung und Ergebnis existiert.

7. Im zweiten Spiel des heutigen Abends wartet die Neuauflage des Champions-League-Finals 2006 zwischen Barcelona und Arsenal. Benjamin Kuhlhoff (11Freunde) hält die Erinnerungen Henrik Larssons fest:

Als wir den Rasen des Stade Saint-Denis zum Abschlusstraining betraten, spürte ich, dass kein Weg an mir vorbeiführen würde. Ich traf aus allen Lagen, rannte wie ein Verrückter, Frank Rijkaard lobte mich lautstark. Als alle anderen bereits in die Kabine gingen, blieb ich mit Samuel Eto’o draußen, um Abschlüsse zu üben. Ich wollte ein Gefühl für den Strafraum bekommen, das Geräusch des Netzes hören. Co-Trainer Henk Ten Cate schlug Flanken, Sami und ich schossen Ersatzkeeper Albert Jorquera die Bälle um die Ohren. Es hallte durch das leere Stadion.

8. In der SZ analysieren Johannes Aumüller und Thomas Kistner die Möglichkeit, dass sich die Ungereimtheiten im Zusammenspiel von DFB und FIFA nicht auf die Vergabe der WM 2006 beschränken. Sie verweben Informationen aus dem Freshfields-Bericht mit ihren eigenen Kenntnissen und rücken die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 in den Vordergrund. Die FIFA selbst geht indes in ihrem eigenen Skandal einen weiteren Schritt zur Festigung der Opferrolle und fordert Schadenersatz von diversen früheren Amtsträgern (SZ).

9. Die Rolle der US-Behörden ist dabei vielleicht die größte, die den USA in der Geschichte des Weltfußballs je zustand. Warum eigentlich bringt es ein Land, in dem immerhin ein Drittel der Jugend Fußball spielt, keinen Messi hervor (oder wenigstens einen João Moutinho)? Dieser Frage ist Elliott Turner im Guardian nachgegangen.

10. Am 05.07. wird der Bundesgerichtshof den Fall des SV Wilhelmshaven verhandeln. Rechtsanwalt Jan F. Orth über die Bedeutung der Entscheidung, eine rechtswissenschaftliche Analyse ist angehängt.

11. Patsche sucht das Glück: Frank Willmann folgt in seiner Reportage dem verschlungenen Lebensweg von Nico Patschinski über Stock und Stein, durch Hoch und Tief, sportlich und privat. Erschienen bei ZEIT Online.

Mein Vater hat damals uff Union gestanden, weil es ein Arbeiterverein war. Heute gibt’s keene Arbeiter mehr.

Geburtstagskind des Tages

(Auflösung von gestern: Mikael Forssell wurde 35)

Meist geklickter Link gestern
tz – »Bayern-Fans attackieren Seehofer und Herrmann per Banner«

Field Reporter

»Sollte man das Problem offensiver angehen?« – »Ja, denn es ist so offensichtlich mittlerweile. Max Kruse ist ein schönes Beispiel. Der Junge hat im Oktober 75.000 Euro in einem Taxi in Berlin vergessen. Außerdem hat er eine Wohnung in Las Vegas. Viel offensichtlicher kann man es nicht ausleben. Es ist fast schon ein Hilfeschrei. Doch niemanden interessiert es. Das Einzige was kommt, sind hetzerische Schlagzeilen.«

Uli Borowka im Interview mit Vice über »das Problem« und seine Erfahrungen mit Alkohol und Medikamenten im Profifußball.

Mixed Zone
Bundesliga: Schneckenrennen um die internationalen Plätze? (Königsblog) + + + Zweite Liga: Der Rotebrauseblogger listet minderjährige Debütanten auf + + + Niederrheinpokal: Das Halbfinale zwischen RWE und dem FC Kray lief live bei Sport1, ohne (!) Kommentierung durch Jörg Dahlmann. ISDT wunderte sich + + + Leverkusen: Erneute Muskelverletzung bei Toprak (kicker) + + + Kaiserslautern: Dr. Markus Merk Kandidat als Sportvorstand (Sport1) + + + Bremen: Zehenbruch bei Veljkovic (kicker) + + + Paris: Warum 20 Minuten mit Zlatan ergiebiger als 2 Jahre mit Philipp Lahm sind (DRadio) + + + Köln: Frank Schaefer verlässt den FC (PM) + + + Köln-Süd: Kollege Klaas stellt das Filmprojekt »Fortuna Stories« vor + + +

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+