Tatsachenentscheidung oder Regelverstoß?

Im Champions-League-Spiel des FC Bayern in Rostov lief die 86. Minute, als sich eine Situation ereignete, die in regeltechnischer Hinsicht sehr viel mehr Brisanz barg, als es auf den ersten Blick den Anschein hatte (zum Video der Szene geht es hier). Franck Ribéry flankte den Ball von der linken Seite in die Mitte des Strafraums, dort gingen Robert Lewandowski und sein Gegenspieler Cesar Navas im Torraum der Gastgeber zum Ball. Der Rostover Innenverteidiger klammerte und zog, der Münchner Stürmer ging zu Boden. Schiedsrichter Artur Soares Dias pfiff – und zeigte mit dem ausgestreckten rechten Arm auf den Elfmeterpunkt. Strafstoß für die Bayern also? Nein, denn nun hob der Referee plötzlich seinen linken Arm, um einen indirekten Freistoß zu signalisieren – wegen einer Abseitsstellung von Lewandowski, die ihm sein Assistent mit erhobener Fahne angezeigt hatte. Die Münchner protestierten kurz, aber die Aufregung hielt sich in Grenzen.

Dabei hätte es gute Gründe für sie gegeben, denn die Entscheidung des Unparteiischen war falsch. In der Regel 5 (Der Schiedsrichter) heißt es nämlich: »Der Schiedsrichter hat bei mehreren gleichzeitigen Vergehen das schwerste Vergehen hinsichtlich Sanktion, Spielfortsetzung, physischer Härte und taktischer Auswirkungen zu ahnden.« Ob diese gleichzeitigen Vergehen von einer Mannschaft oder von beiden Teams begangen werden, ist dabei unerheblich. In Rostov war es zu zwei gleichzeitigen Regelübertretungen gekommen: einer aktiven Abseitsstellung (indem Lewandowski sich im Zweikampf mit Cesar Navas um den Ball befand, beeinflusste er ihn) und einem Foulspiel (Cesar Navas hatte Lewandowski strafwürdig gehalten). Das schwerere Vergehen im Sinne der Regel 5 war dabei eindeutig das Foul.

Nun könnte man vermuten, dass gar keine Gleichzeitigkeit gegeben war, schließlich befand sich Lewandowski ja bereits im Moment des Abspiels durch Ribéry im Abseits, also deutlich vor dem Foul des Rostovers. Allerdings ist eine Abseitsstellung erst dann strafbar, wenn der betreffende Spieler auch tatsächlich aktiv am Spiel teilnimmt – beispielsweise, indem er den Ball spielt oder eben einen gegnerischen Akteur beeinflusst, indem er versucht, den Ball in seiner (und dessen) Nähe zu erreichen. Just in dem Moment, als das bei Lewandowski der Fall war, brachte ihn Cesar Navas jedoch zu Fall. Damit lag eine Gleichzeitigkeit der Vergehen vor. (Dass Lewandowski aus seiner Abseitsstellung gewissermaßen einen Vorteil zog, spielt hier keine Rolle.)

Die Frage ist, ob Artur Soares Dias lediglich eine falsche Tatsachenentscheidung getroffen oder ob er – was ungleich gravierender wäre – einen Regelverstoß begangen hat. Ein Regelverstoß liegt vor, wenn ein Schiedsrichter zwar einen Sachverhalt korrekt feststellt, darauf aber die Regeln falsch anwendet. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn er das Spiel wegen eines absichtlichen Handspiels im Strafraum unterbräche und es dann nicht mit einem Strafstoß, sondern mit einem indirekten Freistoß fortsetzte. In Rostov stellte das Team der Unparteiischen beide Vergehen richtig fest: die aktive Abseitsstellung von Lewandowski (erkennbar am Fahnenzeichen des Assistenten) und auch das Foul (erkennbar daran, dass der Referee auf die Strafstoßmarke deutete).

Es knüpfte daran jedoch die falsche Spielfortsetzung, denn Artur Soares Dias gab einen indirekten Freistoß für die Hausherren statt eines Elfmeters für die Gäste. Somit lag eigentlich ein Regelverstoß vor, wie auch Johannes Gründel auf wahretabelle.de und »The 3rd Team« auf seinem Blog ausführen. Der FC Bayern könnte also theoretisch einen Grund für einen Einspruch gegen die Spielwertung haben. Diesen wird es vermutlich nicht geben, aber nehmen wir einmal an, der deutsche Rekordmeister ginge wirklich so vor. Was geschähe dann? Würde die UEFA tatsächlich einen Regelverstoß feststellen? Käme es zu einer Wiederholung der Partie?

Nun, zunächst einmal würde der Schiedsrichter befragt werden, wie er zu seiner Entscheidung gekommen ist. Und hier wird es kompliziert. Denn er könnte versuchen, einen Wahrnehmungsfehler geltend zu machen – etwa, indem er aussagt, sein Assistent habe ihm mitgeteilt, Lewandowski habe bereits deutlich vor dem Foul von Cesar Navas aus seiner Abseitsstellung aktiv am Spiel teilgenommen. Oder indem er angibt, der Assistent habe ihn davon überzeugt, dass gar kein Foul des Rostover Verteidigers vorlag. Dass die Fernsehbilder beides nicht stützen, wäre dabei erst einmal zweitrangig. Denn maßgeblich wäre aller Wahrscheinlichkeit nach die Aussage des Unparteiischen. Wenn sich der Schiedsrichter also so äußern würde wie hier skizziert und die UFEA ihm glaubte, wäre der Regelverstoß vom Tisch, weil dann nur noch eine falsche Tatsachenentscheidung vorläge – und die bliebe ohne Konsequenzen. Das gilt insbesondere für den Fall, dass der Unparteiische angäbe, sich via Headset mit seinem Assistenten darauf geeinigt zu haben, dass Cesar Navas kein Foulspiel begangen hat.

Doch was wäre, wenn die UEFA tatsächlich einen Regelverstoß feststellen würde? Legt man zugrunde, wie sie nach dem Regelverstoß der Schiedsrichterin Marija Kurtes bei der Europameisterschaft der Frauen im April 2015 entschied, dann müsste sie eine Teilwiederholung der Partie des FC Bayern in Rostov anordnen – beginnend mit einem Strafstoß für die Münchner. Anschließend würden noch die verbleibenden vier Minuten der regulären Spielzeit und die vier Minuten Nachspielzeit ausgespielt, dann wäre schon wieder Feierabend. Doch dazu wird es, davon darf man wohl ausgehen, nicht kommen.

* * * * *

Update (25.11.16): DFB-Lehrwart Lutz Wagner hat sich wie folgt zu der Szene geäußert: »Da die Abseitsstellung von Lewandowski vor dem Halten war, ist auf Abseits zu entscheiden. Zeitgleich heißt zeitgleich. Die Vergehen müssen im gleichen Moment passieren. Abseits stand er bei Ballabgabe, strafbar wird es ab Eingreifen!« Das ist insoweit überraschend, als Wagner damit der Regelauslegung durch das IFAB widerspricht. Der DFB hatte im Juli, also kurz nach dem Inkrafttreten der Regelreform, ein Papier mit Antworten des IFAB auf verschiedene Regelfragen an die Schiedsrichter-Lehrwarte verschickt. In diesen Fragen ging es um strittige und unklare Punkte, die sich im Zuge der Reform aufgetan hatten. Frage 7 betraf dabei exakt die Spielsituation, die sich in Rostov zugetragen hat:

Ein Spieler steht im gegnerischen Strafraum in einer Abseitsposition. Kurz bevor der Flankenball ihn erreichen kann, wird er von einem Verteidiger umgerissen. Die Abseitsposition und das Haltevergehen ereignen sich also zeitgleich. — Antwort: Strafstoß, Verwarnung. Begründung: Grundsätzlich wird das Vergehen bestraft, das schwerer wiegt. Und das Halten (direkter Freistoß) wird schwerer bestraft als eine Abseitsposition (indirekter Freistoß), vor allen Dingen, wenn das Halten, bzw. die Art des Foulspiels eine Verwarnung erfordert.

Nicht zuletzt diese offizielle Information anhand eines konkreten Fallbeispiels bildete die Grundlage für die Einschätzungen von uns, von Johannes Gründel und von »The 3rd Team«. Warum Wagner die Szene in Rostov davon abweichend bewertet, werden wir zu klären versuchen.

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CE85 – Fallmuster


In der Slowakei fällt ein Spieler vor der Schiedsrichter-Assistentin auf die Knie, in der Bundesliga fallen sie reihenweise im Strafraum um. Als Schiedsrichter ist es dabei bisweilen hilfreich (manchmal aber auch irreführend), gewisse Muster zu erkennen. Zudem sprechen wir über die Frage, ob das Kneifen eine Form der Tätlichkeit ist, ob der »Selfie-Jubel« mit der Gelben Karte bestraft werden muss und ob es zu viel verlangt ist, von den Trainern zivilisatorische Mindeststandards zu erwarten. Außerdem klären wir einen Weltmeister über eine gar nicht mehr so neue Regel auf.
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Links: »11 Freunde« über eine Romanze in der fünften slowakischen Liga — Die »Deutsche Welle« porträtiert den syrischen Schiedsrichter Ammar Sahar — Die »Süddeutsche Zeitung« porträtiert den syrischen Schiedsrichter Hamdi Al-Kadri — Die Ankündigung der Veranstaltung »Der Schiedsrichter im Sportrecht« an der Uni Köln — Das offizielle Regelheft des DFB — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook

Kapitelmarken: Diesmal leider nur manuell. 0:00 Hinweis in eigener Sache — 1:05 Intro: Rudi Völler zur »Foul-Debatte« — 2:00 Kurioses und Bemerkenswertes rund um die Schiedsrichterei — 13:00 Bundesliga, Spieltage 5 bis 10 (Hamburg – München, Dortmund – Freiburg, Darmstadt – Bremen, Freiburg – Frankfurt, Dortmund – Berlin, Mönchengladbach – Hamburg, Köln – Ingolstadt, Mainz – Darmstadt, München – Mönchengladbach, Leverkusen – Hoffenheim, Dortmund – Schalke, Köln – Hamburg, Berlin – Mönchengladbach) — 2:11:00 Fragen und Anmerkungen von Hörern — 2:16:30 DFB-Pokal und Widmung

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CE84 – Gedächtnisfoto


Wir melden uns endlich aus der Sommerpause zurück und blicken dabei zu Beginn – nach einem kleinen Update zum Thema Videobeweis – kurz auf die Europameisterschaft zurück. Genauer gesagt: Wir sprechen über einige Szenen, die für Gesprächsstoff gesorgt haben, und bilanzieren die Auftritte der Schiedsrichter bei diesem Turnier. Anschließend widmen wir uns den ersten drei Bundesliga-Spieltagen aus der Perspektive der Referees, analysieren ein regeltechnisches Kuriosum in der Europa League und haben schließlich eine Ankündigung in eigener Sache vorzunehmen. Allen Hörerinnen und Hörern wünschen wir viel Freude und gute Erkenntnisse!
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Links: In den USA gab es bei einem Drittligaspiel den weltweit ersten Videobeweis — Der niederländische Schiedsrichter Jan ter Harmsel stellt den Video-Analysten von Björn Kuipers vor — Das EM-Fazit von The 3rd Team — Verwirrung um den Vorteil nach einem platzverweiswürdigen Vergehen, gesehen in der Europa League — Die Ankündigung der Veranstaltung »Der Schiedsrichter im Sportrecht« an der Uni Köln — Die deutsche Fassung des neuen Regelwerks auf der Website des IFAB — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook

Kapitelmarken: Diesmal leider nur manuell. 0:00 Intro — 14:20 Neues zum Videobeweis — 24:40 Kurzer Rückblick auf die EM (Deutschland – Italien, Deutschland – Frankreich, Portugal – Frankreich, Bilanz der Schiedsrichterleistungen) — 1:08:30 Bundesliga, Spieltage 1 bis 3 (Augsburg – Mainz, Köln – Darmstadt, Schalke – Bayern, Freiburg – Mönchengladbach, Leipzig – Dortmund, Frankfurt – Leverkusen, Mönchengladbach – Bremen) — 2:20:50 Kurioses aus der Europa League — 2:30:20 Widmung und Veranstaltungshinweis

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CE83 – Big Picture mit Grauszenen


Leicht boulevardesk steigen wir mit Mark Clattenburgs Tattoo ein, kriegen dann aber rasch die Kurve und widmen uns weiteren EM-Vorrundenpartien respektive den Auftritten der Schiedsrichter darin. Anschließend holen wir nach, was noch von der verflossenen Saison übrig war, das heißt: Wir werfen einen Rückblick auf die Leistungen der Referees im DFB-Pokal-Endspiel und im Champions-League-Finale. Außerdem stellen wir die Unparteiischen vor, die zur neuen Spielzeit in die Bundesliga aufsteigen, und räsonieren darüber, warum Bibiana Steinhaus nicht dabei ist, obwohl sie in der vergangenen Saison die Notenbeste in der Zweiten Liga war.
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Links: Die vorläufige deutsche Fassung des neuen Regelwerks auf der Website des IFAB — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

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CE82 – Another Brych in the Wall


Nachdem wir zuletzt unsere sämtlichen Ausführungen im Podcast zu den Fußballregeln 1 bis 17 in zwei Mammutfolgen zusammengeschnitten haben (CE80 und CE81), folgen diesmal Erläuterungen zu den wichtigsten Neuerungen, die die größte Regelreform in der langen Geschichte des IFAB hervorgebracht hat. Außerdem widmen wir uns dem ersten Auftritt von Felix Brych bei der Europameisterschaft in Frankreich und blicken auf die Schiedsrichterleistung im zweiten Gruppenspiel der DFB-Auswahl zurück. Mehr EM-Analyse haben wir aus Zeitgründen in dieser Episode leider nicht geschafft, aber die nächste Folge kommt bereits Anfang nächster Woche. (Leider knistert und knackt es zum Ende hin schon wieder ein wenig – unser Mischpult kommt offenbar allmählich in die Jahre und ächzt bei großer Belastung. Wir bemühen uns, des Problems Herr zu werden.)
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Kapitelmarken: Fehlen diesmal leider. Deshalb ersatzweise hier: 0:00 Eier kraulen — 5:45 Kritik der neuen Trikotkollektion — 13:05 Torrichter, abgemeiert — 14:55 Die wichtigsten Regeländerungen zur neuen Saison — 1:17:25 Torwartprosa — 1:18:10 EM 2016, England – Wales (SR: Felix Brych) — 1:38:35 Deutschland – Polen (SR: Björn Kuipers)

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Links: Die vorläufige deutsche Fassung des neuen Regelwerks auf der Website des IFAB — Jürgen Jansen auf sportschau.de zu den Handspielszenen in der Partie England vs. Wales — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

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CE81 – Die Fußballregeln (12–17)


Zweiter und letzter Teil unseres umfänglichen Audio-Kollegs zu den Fußballregeln, zusammengeschnitten aus den bisherigen Podcastfolgen und ergänzt um die noch fehlenden Regeln 14 bis 17. Leider trübt in der letzten Viertelstunde ein Knistern und Knacken den Hörgenuss doch etwas – das ist uns im Zuge der Aufnahme leider nicht aufgefallen und ließ sich anschließend nicht mehr korrigieren. Wir erbitten eure Verzeihung dafür und hoffen auf Nachsicht.
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CE80 – Die Fußballregeln (1–11)


Als wir im Oktober 2012 mit dem Podcast begannen, hatten wir uns im Grunde genommen nur ein Ziel gesetzt: alle Fußballregeln von 1 bis 17 zu erklären. Am Anfang kamen wir damit auch rasch voran, doch bald gesellte sich gewissermaßen das Tagesgeschäft dazu, das heißt: Wir haben mehr über konkrete Schiedsrichterleistungen und -entscheidungen in der Bundesliga, im DFB- und im Europapokal sowie bei der WM gesprochen, als mit dem Regelwerk fortzufahren. Das wurde irgendwann sogar zum Running Gag in der Hörerschaft, nach dem Motto: Die werden nie damit fertig. Doch jetzt ist es tatsächlich so weit: Wir haben uns erst die noch fehlenden Regeln 14 bis 17 vorgenommen und anschließend sämtliche Ausführungen zum Regelwerk seit unserer ersten Folge zusammengeschnitten. Das Ergebnis veröffentlichen wir nun in zwei langen Episoden: In dieser gibt's die Regeln 1 (Das Spielfeld) bis 11 (Abseits), in der nächsten (CE81) die Regeln 12 (Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen) bis 17 (Eckstoß). Die Kapitelmarken helfen bei der Orientierung und beim Vor- und Zurückspringen. Die Tonqualität ist anfangs aufgrund des deutlich schlechteren Equipments leider noch mäßig – was wir zu entschuldigen bitten –, doch dank der großzügigen Spenden unserer Hörerinnen und Hörer hat sie sich erheblich verbessern lassen.
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CE79 – Anticipare, anticipare


Nach einer viel zu langen Pause melden wir uns mit einer regelrechten Mammutfolge zurück. Wir lassen den Endspurt der Saison Paroli laufen (das heißt, die Bundesliga-Spieltage 25 bis 34, das DFB-Pokal-Halbfinale und die Champions League ab dem Viertelfinale), ziehen ein Fazit dieser Spielzeit, verabschieden Knut Kircher, Florian Meyer und Michael Weiner, beantworten eure Fragen und erklären auch, warum Güllegeruch manchen Schiedsrichter von der Arbeit abhält und weshalb es für manchen eine Beleidigung ist, mit Justin Bieber verglichen zu werden.
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Links: You never walk without Klaas — Alex zu Gast im Bavariacast — Die turbulenten Szenen des Regionalligaspiels zwischen der TSG Neustrelitz und dem FC Oberlausitz Neugersdorf — Die Doku über Felix Brych im thailändischen Fernsehen — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

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#Link11: Schaffenspause

Liebe Leserin, lieber Leser!

Seit dem 3.August 2012 gab es die #Link11. Leider können wir den Service #Link11 aktuell nicht bieten und euch nicht die lesens-, sehens- und hörenswertesten Beiträge zum Fußball bringen. Es war keine Entscheidung, die wir jetzt ganz frisch für uns getroffen haben, es war viel mehr ein schleichender Prozess, denn nach und nach gingen uns die Kuratoren aus. Neue Kinder, neue Wohnungen, neue Jobs – es gibt viele gute Gründe, warum wir unserer unbezahlten Nebentätigkeit für Fokus Fussball nicht mehr nachgehen können.

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Eigentlich schade, denn Newsletter gewinnen Journalismuspreise, werden von der Presse gelobt und werden allüberall – sogar bei befreundeten Fußballmagazinen – wiederentdeckt. Leider haben wir es nicht geschafft über die letzten Monate und Jahre ein größeres Publikum für uns zu begeistern, denn seien wir ehrlich: wenn man nach zwei, drei Stunden #Link11-Frickelei sehen würde, dass man 2000 und nicht nur 400 Leser gefunden hätte, dann wäre die Motivation sicher größer sich für die Recherche durch Tweets, facebook-Nachrichten, RSS-Reader und die Linksammlung in der Slack-Gruppe zu wühlen. Und auch die Gespräche mit anderen Medien, die Interesse an einer Zusammenarbeit zeigten, verliefen immer wieder im Sande.

Ob und wann es mit der #Link11 weitergeht, das bleibt leider offen. Wir bedanken uns bei allen Lesern und Abonnenten für das Interesse, bei allen Bloggern, Journalisten und Podcastern für die tolle Arbeit abseits der irren Transfermeldungen, der Baby-Beichten und sonstigen Boulevardergüsse.

Ich möchte mich ganz herzlich bei den Machern bedanken, die hier für die Empfehlungen sorgten: Julian, DavidFabian, Jens, Tobias, EndreasStephanMaik, Jens, Thomas und Sebastian. Es war mir immer wieder eine Freude eure Texte zu lesen, euren Empfehlungen zu folgen, um einen Überblick über das Fußballgeschehen zu bekommen, und mit euch zusammenzuarbeiten.

Wir empfehlen abschließend ganz uneitel die Social Media Kanäle con »Collinas Erben« (twitter/facebook) und »Fokus Fussball« (twitter/facebook/G+). Dort werden wir euch über Neuigkeiten informieren und sicherlich auch guten Fußballstoff empfehlen.

Wir kommen hoffentlich – um es mit einem verletzten Fußballer eurer Wahl zu sagen – stärker wieder.

Mit sportlichen Grüßen

Klaas

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#Link11: Kulturensöhne

Kaum ein Begriff wird so oft überstrapaziert oder falsch kontextualisiert wie der der sagenumwobenen »Kultur«. Wenn wir ehrlich sind, dient er meist als Platzhalter von groben, sinnentstellenden Vereinfachungen. Besonders häufig fällt mir das im Zusammenhang mit dem höchst subjektiven und nicht selten elitär-ekligen Begriff der »Fankultur« auf, der heute ebenso eine Rolle spielt, wie sein großer Bruder, der auf nationale, beziehungsweise regionale Einheitlichkeit abzielt und häufig unter dem Künstlernamen »Mentalität« auftritt.

blogundpresseschau

1. 

»Der Sportreporter will den Menschen glauben, mit denen er zu tun hat. Darf er das noch?«

Ich steige mit zwei Debattenbeiträgen ein, die ausnahmsweise den Sport als Ganzes zum Thema haben. Claudio Catuogno reflektiert anhand des noch immer sträflich unterdiskutierten Dopingkomplexes in einem lesenswerten Essay die Widersprüchlichkeit der dem Geschäft so zuträglichen Aspekte »Ästhetik« und »Personenkult« und mahnt sich und seine Kollegen zu mehr kritischer Distanz (SZ). Autor Dietrich Schulze-Marmeling verhandelt die Doppelmoral im Umgang mit Spitzenathleten am Beispiel Max Kruse in einem langen Facebook-Post.

2. Wer kritische Distanz sucht, wird bei Peter Ahrens vom Spiegel regelmäßig fündig werden. Er berichtet von im Lichte der Anschläge von Brüssel und Paris geplanten Sicherheitsmaßnahmen für die EM in Frankreich und fragt sich, ob das noch eine Kultur der Freiheit ist. Ich erinnere mich grade mit einigem Unbehagen daran, wie ich nach der Nacht des 13. November (wenn auch nicht ganz so pointiert) befand, der Fußball dürfe nicht zu einer Bühne für europäische Muskelspiele werden und mich fragte, wem »Hochsicherheit« eigentlich überhaupt etwas bringt (Spox).

3. 

»Dieses [Organisationskomitee] hat es seit der WM-Vergabe vor fünf Jahren nicht geschafft, die Situation für die 4000 Beschäftigten auf den drei Stadionbaustellen al-Rayyan, al-Khor und al-Wakrah zu verbessern. Wie das mit den 70 000 Arbeitern gelingen soll, die während der geplanten Stosszeit im Jahr 2018 für die WM im Einsatz sein werden, ist schleierhaft.«

Nur ein kleinerer Themensprung: Die WM in Katar wird mit dem Leben tausender Zwangsarbeiter bezahlt. Immer noch. Die mittlerweile aus dem Zentrum des Medieninteresses gerückte Menschenrechtssituation vor Ort wird künftig eher schlimmer als besser werden (NZZ).

4. Mit Fußballstatistiken ist es so eine Sache. Einerseits liefern sie, so sie als Teil eines Kontextes betrachtet oder zur Stützung einer These verwandt werden, oft erhellende Einblicke. Andererseits ist jedem statistischen Wert eine gewisse Unschärfe anhängig, die oft bereits in seiner Definition begründet liegt. So bildet beispielsweise die gerne zum Beleg der Kreativität eines Offensivspielers herangezogene Begrifflichkeit des »Schlüsselpasses« nicht ab, ob dieser Pass ein zu hart gespielter, halbhoher Hoppelball, sondern nur, ob er der letzte Pass vor einer eigenen Torchance war. Die Profis Stefan Reinartz und Jens Hegeler haben daher ein Start-Up gegründet, das künftig die Wertigkeit eines Passes in Zahlen ausdrücken können will. Kollege Julian ist noch nicht überzeugt. Ich schließe mich dem an (Deutschlandfunk).

5. Als beim Spiel des BVB gegen Mainz auf der Tribüne das Schweigen des sonst so chaotisch lauten Westfalenstadions kurz vor und nach dem Abpfiff vom gemeinsamen YNWA zerrissen wurde, habe ich auf der Tribüne kurz und vergeblich um Fassung gerungen. Welch schöne, menschliche Geste im Angesicht einer Tragödie. Am nächsten Tag waren sich auch Berichterstatter rund um den Globus einig: Das ist wahre Fankultur!

Das Rote Erde Blog nimmt dieses traurig-schöne Schauspiel nun zum Anlass, den Aufstieg von »Retortenvereinen« wie RB Leipzig zu hinterfragen, die mit einer solchen Authentizität nicht dienen können. Vermutlich weil deren Anhänger nicht zu echten menschlichen Emotionen fähig sind? Mit Verlaub: Ein Artikel, der alles beinhaltet, was mit dem Kulturbegriff vieler Fußballfans nicht stimmt.

Dass Fans auch echte Probleme haben, verdeutlicht Rainer Kühn in seinem Beitrag über Sicherheitsmaßnahmen beim Derby Preußen gegen Osnabrück.

6. Von der roten Erde – folgerichtig – zur roten Brause: RB Leipzig erlebte mit 2 Niederlagen aus 3 Spielen und dem Verlust der Tabellenführung etwas wie eine erste kleine Saisonkrise. Das Rotebrauseblog ordnet den Status quo seines Teams anhand einiger Statistiken der 5er-Spitzengruppe der zweiten Liga in einen größeren Kontext ein und wagt ein dezentes Fazit. So kann man eben auch bloggen.

7. Apropos Kultur: Frank Willmann hat sich das albanische Hauptstadt-Derby (FK gegen Partizan) vor Ort gegönnt und dabei festgestellt, dass dort einige Dinge dann doch ein wenig anders laufen, als man es hierzulande gewohnt ist. Ein lesenswerter Erlebnisbericht (11 Freunde).

8. Stellt euch vor, ihr steht total auf Fußball, eure Heimatstadt hat aber kein eigenes Team. Stellt euch nun weiter vor, ihr müsstet für das nächste ernsthafte Fußballmatch regelmäßig in eine der gefährlichsten Kartell-Hochburgen der Welt reisen. Ich weiß nicht, ob das nun schon Kultur ist. Aber ich bin mir sicher, das jede Kultur irgendwann mal einen Anfang hat.

9. »West-Ham hat einen 18-jährigen Deutschen für 11 Millionen gekauft!« Was war ich aufgeregt, als 2009 von einem neuen Supertalent geschrieben wurde. »Der wird sicher der neue Bernd Schneider!« Savio Nserenko schlug dann einen anderen Weg ein. Eine im Licht aktueller Ereignisse interessante Geschichte darüber, dass Reichtum und Druck nicht jeden jungen Menschen zu stabilisieren vermögen (SZ).

10. 

»Wie schlimm es für den finanzstärksten Verein der Welt aktuell sportlich bestellt ist, zeigt nicht nur ein Blick auf die Tabelle, sondern die Tatsache, dass Louis van Gaals United, die uninspirierendste Red-Devils-Mannschaft der vergangenen 30 Jahre, im Vergleich mit den trägen Nachbarn im Etihad-Stadion weitaus jünger, beweglicher und zwingender wirkte.«

Es ist derzeit nicht gut bestellt um Englands (finanziell) ganz Große. Raphael Honigstein erklärt, warum Pep Guardiola für Man City schon zum Problem geworden ist, bevor er überhaupt sein Amt antritt (The Red Bulletin). Wie mies es dagegen dem Stadtrivalen (sportlich) geht, sehe man daran, dass der große Hoffnungsträger dort Bastian Schweinsteiger heiße, schreibt Simon Hughes (Independent). Au Backe!

11. Zum Abschluss noch ein schöner Reisebericht. Bayern-Fan Sammy hat den Rahmen zweier Fußballspiele genutzt, um zwischen Hochnebel und Bengalorauch den Balkan zu erkunden (Sammy sagt…).

Gedenken
Zum Leben des heute verstorbenen Johann Cruyff sei ein Artikel aus einer vergangenen #Link11 (Platz 11) empfohlen. Rust in Vrede.

(Da die Nachricht mich erst unmittelbar vor der Veröffentlichung erreichte, nimmt die heutige #Link11 leider nicht umfangreicher auf Cruyffs Wirken Bezug.)

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Und wer ist wer?
(Auflösung von gestern: Alfred Nijhuis wurde 50)

Field Reporter

»Die deutsche Kultur steht ganz weit oben bei uns. Wir gucken die Spiele immer in der »Bierschenke« in London, wo es deutsches Bier und Essen gibt. Das Bier wird meist aus Krügen getrunken. Wenn Dortmund gewinnt, dann trinken wir nachher meist aus einem BVB-Stiefel.«

Konstantin Westenhoff spricht mit Ben McFadyean, dem Vorsitzenden von Englands größtem BVB-Fanclub, über (Na was wohl?) Kultur. Und Bier. Und Kloppo (11 Freunde).

Mixed Zone
Kultur: Thomas Eichin macht sich Sorgen um Afrika (FAZ)  + + + Couragiert: Antirassistische Dynamo-Fans + + + Noch hipper als Spielverlagerung.de: Statistik-Skizzen im Retro-Look (Soccer in Sepia) + + + Besonders: Fußball mit Prothese (FAZ) + + + Romantisch: Ein Duett mit Eric Cantona (taz)

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