#Link11: Deadline

Die Zeit des hektischen Faxens ist vorbei, wenn man der DFL glaube darf. Sie berichtet auf ihrer Interenetseite, dass die Papiere bis zum Ende des Transferfensters inzwischen auch per Mailanhang übermittelt werden können. Choupo-Moting dürfte das egal sein, er holte mit seinen Schalker Kumpel einen Punkt gegen den lederbehosten FC Bayern. Ein Schnelldurchlauf für diesen Montag:

blogundpresseschau

1. Die letzte Transferliste dieses Sommers ist online, die großen Überraschungen sind ausgeblieben (Bundesliga.de). Die bisherigen Bewegungen auf dem Transfermarkt ordnet Peter Penders (FAZ) im internationalen Vergleich ein.

2. Kuckuck – Andreas Brehme, im Kontext der WM meist in einem Atemzug mit Mario Götze genannt, taucht heute medial wieder auf: Die WELT hat einen Artikel veröffentlicht, der sein Tor im WM-Finale 1990 zwar erwähnt, aber nicht in den Mittelpunkt der Berichterstattung stellt. Stattdessen steuert der Text auf ein anderes Thema zu. Über Brehmes Höflichkeit dagegen schreibt Trainer Baade, während er auf die Führungsqualitäten eines Lothar Matthäus zurückblickt.

3. In der zweiten Liga haben sich der FC Union und Torsten Mattuschka getrennt. Über Gründe und Konsequenzen des Abschieds vom Fußball spielenden Maskottchen mit Trikot spricht der Textilvergehen-Podcast und schiebt eine Bemerkung zu einem ZEITUNGsinterview Mattuschkas nach.

4. Ian Hughes hat das räumliche Umfeld von Flutlichtspielen fotografiert. Der Guardian präsentiert einige beeindruckende Bilder.

5. Die deutsche Nationalmannschaft steht in den kommenden Tagen vor zwei Länderspielen und der Frage, wer als Kapitän auflaufen wird. Christian Kamp (FAZ) sieht Khedira vorne.

6. Schalke trotzte dem FC Bayern am Samstag zur Überraschung vieler einen Punkt ab. Rene Maric hat das Spiel auf Spielverlagerung.de analysiert, Daniel Theweleit (Spiegel Online) brach im Vorfeld der Partie die immer schwelenden Zweifel an Jens Keller auf einen sachlichen Kern herunter.

7. Der 1. FC Köln ist als einziger Bundesligaverein in dieser Saison bislang ohne Gegentor. Der 4. Offizielle fühlt sich angekommen in der ersten Liga.

8. Während in Deutschland der SC Paderborn seine ersten Bundesligapunkte sammelt, hat es auch in Spanien der Zweitligist mit dem niedrigsten Budget in die Primera Division geschafft: Der Eibar SC gewann sein Auftaktspiel und hielt beim 1:2 bei Atlético wacker mit (NZZ).

9. Auf Netz-gegen-Nazis.de schreibt Marc Latsch über die Vernetzung der deutschen Hooliganszene.

10. Collinas Erben setzen ihre wöchentliche Kolumne bei n-tv.de fort. Heute im Mittelpunkt: Die Arme von Neuer und Höwedes.

11. Der SWR hat eine Reportage über die dreifache Schiedsrichterin des Jahres Christine Baitinger produziert. Der Film (30min) kann in der Mediathek angesehen werden.

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#Link11: The same procedure as every year, Gianni

Derselbe internationale Wettbewerb mit den immer gleichen Vereinen, die gegen die immer gleichen Gegner wie immer spielen. UEFA-Mann Gianni Infantino muss sich gefühlt haben wie der arme Butler beim “Dinner for one”. Ich habe nur keine Ahnung, wer Miss Sophie des europäischen Fußballs sein soll. Aber mit wem (und für wen) Gianni anstoßen muss, das weiß ich ganz genau.

blogundpresseschau

1.  Champions League? Was für ein Hohn für einen Wettbewerb, in dem der Vierte einer Liga mitspielen darf. Sei’s, wie’s sei, here are the results of the Infantino vote: Die deutschen Teams treffen zu großen Teilen auf dieselben Gegner (zumindest die von der Insel) wie letzte Saison (kicker). Die Kontrahenten der Bayern und des BVB stellt SpOn ebenso vor wie die von Schalke und Leverkusen. Bei Reviersport finden sich zumindest die Stimmen der drei Westvereine.

2. Europas Fußballer des Jahres ist: Cristiano Ronaldo, der damit Arjen Robben und Manuel Neuer (wie schon im Champions-League-Halbfinale) aussticht (FAZ). Bei den Frauen macht die deutsche Nationalspielerin Nadine Keßler das Rennen (dfb.de).

3. Bayern München landet dafür einen Transfercoup und holt Xabi Alonso von Real Madrid. Eurosport mit fünf Wahrheiten zum Deal. Ronald Reng urteilt für derwesten.de: Pep Guardiola hat bei der Transferpolitik der Bayern den Hut auf. 

4. Apropos Transfercoup: Die Anzeichen, dass Shinji Kagawa zum BVB zurückkehrt, verdichten sich (derwesten.de). Die Bilanz der Abgewanderten stellt nurpferdeundfussball auf und kommt zu dem Schluss: Nur Elend in der Fremde!

5. Borussia Mönchengladbach qualifiziert sich durch ein 7:0-Schützenfest gegen Sarajevo für die Europa League (Sportschau). Wer bei der heutigen Auslosung dabei ist, wer wo in welchem Pott gesetzt ist, das sagt Euch uefa.com.

6. Die nächste Großnachricht: Michel Platini tritt nicht gegen den amtierenden FIFA-Präsident Joseph Joseph Blatter an. Es droht: der ewige Fußball-Patron (Berliner Zeitung). Warum Platini im Rennen gegen den gerissenen Schweizer einknickt, erklärt die WELT.

7. Hansi Flick tritt seinen Job als DFB-Sportdirektor an – und hat offenbar einen prall gefüllten Terminkalender. (Frankfurter Rundschau)

8. Bundesliga wird am Wochenende auch gespielt. Der Spieltag beginnt mit dem BVB-Kellerduell in Augsburg (Any Given Weekend), effzeh.com fühlt sich vor der Aufgabe in Stuttgart in den Sommer 1996 versetzt und der “Schwarz und Blau”-Blog freut sich auf das Auswärtsspiel in Hamburg und eine “Zuschauerzahl, die ich noch nie erlebt habe, wenn der SCP aufläuft”.

9. Die Fans von Eintracht Frankfurt wollen den Stadionnamen für das Waldstadion zurückkaufen. Möglich machen soll dies ein Lottogewinn. Verrückt? Vielleicht. Die 11Freunde sprachen mit einem Initiator der Aktion.

10. Lok Leipzig scheint die Probleme mit Nazi-Fans endlich konsequenter angehen zu wollen, berichtet der Chemieblogger.

11. More of the same: Das schon traditionelle Aus von Red Bull Salzburg in der Champions-League-Qualifikation beschäftigt ballverliebt.eu.

Field Reporter

Wo wir heute stehen würden, wenn Nuri und Shinji nicht so entsetzlich dämlich gewesen wären…

BVB-Fan Arne fragt sich auf Twitter, was gewesen wäre, wenn…

Nachspielzeit

Eine pikante Nachricht, vielleicht in Liverpool: Auf “Reds”-Legende Steven Gerrard folgt als Kapitän der “Three Lions” der beim FC Everton groß gewordene Wayne Rooney. Der Stürmer von Manchester United wurde von Coach Roy Hodgson dazu ernannt. “Wayne verdient die Kapitänsbinde. Er ist bereit für diese Verantwortung”, so Hodgson. Ob Rooney allerdings als Anführer einer erfolgreicheren englischen Generation in die Geschichte eingehen wird, darf bezweifelt werden. (via SPOX)

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Link11: Wenn einen die Realität nicht einholt

Ach Fußballzeit – wie hab ich dich vermisst. Wäre ich ein Kamke oder Rebiger, würde ich 5 Zeilen dichten. Da ich aber nur der Peters bin, müsst ihr Bayer, Zynismus und Ironie ertragen. Und das in der schönsten Zeit des Jahres. Einer Zeit voller erster Erfolge, erster Dramen, vieler Gerüchte und einer Link11, die überraschenderweise nicht durch die Realität eingeholt wurde. Die Verpflichtung Xabi Alonsos wurde noch nicht verkündet – damit bleibt es weiter ein Gerücht. Schnell veröffentlichen.

blogundpresseschau

1. Bayer Leverkusen wird wohl Meister, Pokalsieger und Champions-League-Abräumer. Glaubt man zumindest Fans, Spielern (“Wir sind eine geile Mannschaft”/taz) und Medien (“Torhungrig”, “Überrollen” / Welt – “Königlich” / FAZ). Einzig Rudi Völler trat gestern in bester Matthias Sammer-Manier als Mahner auf und deutete an, dass trotz des 4:0 noch nicht alles gut war bei der Werkself. Stale Solbakken hatte also nichts zu jubeln, wie einst in Köln.

2. Wegen des gleichzeitigen Erfolgs (Roundup, Berliner Zeitung) des Arsenal FC landete Bayer in Topf 3 und muss nun mit starken Gegnern bei der heutigen Auslosung rechnen. Torsten Wieland hat alle Töpfe aufgelistet.

3. Die Spielverlagerung schaut nicht über den Topf-, sondern den Tellerrand und analysiert die Partie Athletic Bilbao gegen den SSC Napoli. Für Schadenfreude sorgte das gestrige Ausscheiden des Brauseclubs RB Salzburg. Im Schatten der Tribüne zieht Fäden zu Rot-Weiss Essen. Der Standard findet “Aller schlechten Dinge sind sieben”. In Ludo-wo?-gorets oder doch Rasgrad wurde ein Feldspielern zum Helden. Nicht nur, weil er ein Tor schoss, sondern weil er auch zwei Elfmeter hielt und dem bulgarischen Verein die Champions-League-Quali sicherte (Spiegel).

4. Borussia Mönchengladbach möchte heute Abend in die Europa-League-Gruppenphase einziehen und muss sich dafür mit Sarajewo auseinandersetzen. Was eine Qualifikation für Gladbach bedeutet fasst Stefan Klüttermann (RP) zusammen.

5. Gerüchte, Gerüchte aller Orten. Xabi Alonso soll zu den Bayern und selbst das Uralt-Wunsch-Gerücht-Ziel (TM) der BVB-Nostalgiker Shinji Kagawa hält sich hartnäckig nach dem der Japaner auch bei van Gaal nicht zum Zug kommt. Warum Alonso ein Gewinn für die Bayern wäre, fasst Miasanrot zusammen.

6. Gewohnt klare Worte findet Oliver Fritsch (ZEIT online). Er nimmt den Autokonzern VW ins Visier und spricht vom Fußball-Kartell bei der Verbindung zwischen Wolfsburg und dem FC Bayern München.

7. Wunder gibt es immer wieder. Der FC Bayern setzt Stadionverbote zur Bewährung aus und die Polizei ist darüber erbost. Florian Fuchs und Sebastian Krass (SZ) über eine Revolution in der bayrischen Landeshauptstadt.

8. Ein anderes Wunder ist Christian Streich. “Ich habe schon einen seltsamen Beruf”, erklärt er im ZEIT-Interview mit Norbert Thomma und Wolfgang Prosinger.

9. Mykx erzählt etwas über Angst im Fußball und Glück (Ersterallesforever).

10. Der zweite Bundesliga-Spieltag steht vor der Tür und Neunundfünfzig philosophiert über die Eintracht aus Frankfurt, während Auf dem Feld sich fragt, wie der FCA diese Saison noch besser wird. In Liga 2 versucht Dierudola den Ball bei Fortuna Düsseldorf mit vielen, vielen GIFs flachzuhalten. Ich weiß, dass ihr jetzt alle auf den Link wegen des Schlüsselworts GIF klicken werdet.

11. Der Fehlpass-Podcast feiert Jubiläum. 5 Jahre sind die Bayern-Fans Yalcin Imre und Christian Schommer jetzt auf Sendung. 94 Sendungen sind dabei zustande gekommen. Wir gratulieren. Ähnliches streben sicherlich auch Max-Jakob Ost und Frank Helmschrott mit ihrem neuen Podcast Rasenfunk an. Sendung 1 ging am Montag über den Äther.

Field Reporter:

Ich lass einfach mal das Zitat von vor circa 8–10 Wochen hier stehen.

Ich gehe davon aus.

Toni Kroos wird wohl beim FC Bayern bleiben. Geht er auf jeden Fall von aus.

Nachspielzeit: Sebastian Linda ist Filmemacher und war kürzlich in London beim Shaolin Soccer. Die extrem unwirklichen anmutenden Bilder bilden den Abschluss der heutigen Link11. Wer doch lieber lesen will: Ein Jahr lang forschten Jannis Stenzel und Moran Lanzmann im Rahmen des Projekts „Managing Diversity“, unterstützt wurden sie dabei vom VfL Bochum. Das Ergebnis ist ihre Arbeit „Da wo das Herz noch zählt – Ultras, Fans und der moderne Fußball“ (Fanzeit).

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#Link11 – Di Maria ist das nächste Opfer

Schon wieder fast vorbei dieser Tag. Es ist Ende August. Die Klubs schieben Spieler hin und her. Felix Magath ist immer noch Trainer in England, und Klaus Wowereit wird Mitte April bei der Pokalübergabe an die Stadt Berlin nicht mehr dabei sein. Alles bewegt sich.

blogundpresseschau

1. Uli Hesse geht im Sommer durch Padua spazieren. Und findet nebenbei in der Stadmitte ein verlassenes Stadion und die Geburtsstätte des Catenaccio. (ESPN FC)

2. Etwas weiter nördlich, in der Schweiz, denkt Mikael Krogerus laut über die Zukunft von Xherdan Shaqiri nach. Er zeigt vier mögliche Wege auf. Man scheitert nicht am Scheitern, sagt Krogerus. (NZZ)

3. Endlich in Deutschland, gleich hoch in den Norden. Jedoch nicht zum HSV. Wir sind jetzt auf einem Sportplatz in Schleswig-Holstein, bei einem F-Jugenspiel.  Frederic Zausel über eine neue Idee, die sich langsam durchsetzt, und die Schiedsrichter aus der Schußlinie nehmen soll. (Spiegel Online)

4. Im zarten Jugendalter gibt es keine Leistungsdiagnostik, im Profifußball hingegen schon. Über den Red Bull-Leistungsdiagnostiker Bernd Pansold und eine Mauer des Schweigens beim umstrittenen Brausefabrikanten berichtet der Blog mit dem wunderschönen Namen zwangsbeglückt – Ein RB Leipzig-Protokoll. Mal sehen, was der Rotebrauesblogger antwortet. Einige Korrekturen befinden sich mittlerweile bereits im Text.

5. Angel di Maria wechselt für eine unvorstellbare Summe den Verein. Real Madrid hatte keine Verwendung mehr für den Argentinier, der nun die am Boden liegende Louis van Gaal-Truppe ergänzt. Mit einem offenen Brief verabschiedet er sich von Los Blancos. (Marca English)

Many things were said and many lies circulated

Ergänzend hier auch noch einmal ein älterer Text von Peter Ahrens über die Weltmeister im Fahrstuhl. (Spiegel Online)

6. Mir ist gerade überhaupt nicht klar, ob Frank Buschmann schon einmal ein Spiel mit Angel di Maria kommentiert hat, aber man sollte davon ausgehen. Er hat ein Buch namens “Am Ende kackt die Ente” geschrieben, das sich seit Monaten in den Bestseller-Listen. Er ist die Helene Fischer unter den Sportreportern, findet Tobias Jochheim. (Rheinische Post)

7. Financial Fair Play is here to stay. Schlupflöcher gibt es ohne Ende, die Sanktionen sind eher schwach. Sportrechtler Dr. Martin Stopper diskutiert das System FFP mit Spox. Lesenswert.

8.Haben Verletzungen was in der Link11 zu suchen? Eher nicht. Aber Paul Linke hat in der Berliner Zeitung einige schöne Beobachtungen zum schwarzen Dienstag der alten Dame Hertha aufgeschrieben.

9. Weiter oben konnten wir von dem Feldversuchen in Schleswig-Holstein lesen. Dieser kam für die Schiedsrichter des Kreises Celle zu spät. Sie wollen nicht länger Freiwild sein, und boykottierten am vergangenen Wochenende die Kreisligaspiele. Carsten Eberts schreibt in Süddeutschen über das Experiment.

10. Karim Bellarabi ist der Geschmack der Woche. Das schnellste Bundesliga-Tor aller Zeiten (und ein sehr gutes Spiel gegen Dortmund) macht das möglich. Aber nicht nur. Bellarabi, der nun in ganz Deutschland in den Himmel geschrieben wird, ein Spieler in der Tradition der Boatengs ist (weil er aus Berlin stammt), hat sich in der Tat eher überraschend in den Vordergrund gespielt. Stellvertretend für die unzähligen Hymnen hier Philip Sagioglou mit seinem Text für die Welt.

11. Fußball-Fans, die elendigen Verbrecher. Trotzdem gibt es den Julius-Hirsch-Preis, der in diesem Jahr nach München zur dortigen Schickeria geht. Warum? Das sagt uns Wolfgang Niersbach vom DFB.

“Die Schickeria engagiert sich kreativ und vorbildlich gegen jede Form von Diskriminierung und hat in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung genommen. Die Choreografien und Aktionen für den ehemaligen FC Bayern-Präsidenten Kurt Landauer und andere jüdische Vereinsmitglieder haben viele Fußballfans für dieses Thema sensibilisiert”

Field Reporter

Marketing kennt im Gegensatz zum Fußball keine Regenerationsphase im Sommer.

BVB-Marketingdirektor Carsten Cramer, in Dortmunder Fankreisen auch CC Cash genannt, im Interview mit Bundesliga.de.

Im Abseits

Julian Brandt, Niklas Stark, Benedikt Gimber und Sara Däbritz werden mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet. Däbritz gewinnt bei den Frauen, und Brandt & Co sind die besten Spieler ihrer Altersklasse, verkündet der DFB. Einfache Sache, die Kollege Ritter stark aufbereitete. Der SID berichtete auch. Abseitspfiff!

 

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#Link11: Der Untergang des Fußballs

Der Stern des Südens, so singen seine Anhänger, wird vom Untergang auf ewig verschont bleiben, drehe sich die Erde, wohin sie auch wolle. In Bezug auf den Fußball an sich ist man sich in Deutschland momentan nicht so sicher. Fixierung auf Gewinne, grenzenlose Vermarktung, die das Ehrenamt verdrängende Professionalisierung und das Aufsprießen ungeliebter Emporkömmlinge treiben dem ein oder anderen Sorgenfalten ins Gesicht. Die heutige Link11 will dem entgegenwirken. Sie zeigt noch nicht untergegangenen Fußball und macht eine Runde durch Profi- und Amateurspiele im In- und Ausland, von der Bundesliga bis zum Sandplatz, von Neuöttig nach Sao Paulo und zurück.

blogundpresseschau

1. Hoffenheim und Leverkusen teilen sich die Tabellenführung der 1. Fußball-Bundesliga, Leipzig steht in der zweiten Bundesliga auf Platz 1. Eine Konstellation, wie sie selbst in der Offenbarung des Johannes nicht erahnt werden konnte. Über die Entstehung des Feindbildes, die Doppelmoral und die denkbare Überwindung hat Claus Vetter einen einführenden Artikel geschrieben. (ZEIT) Einen Rückblick auf die bisherige Debatte unter Bezugnahme auf Fangruppen, die Konsitution anderer Klubs und die Rolle von Medien hat André Anchuelo für die Jungle World erstellt. Soweit das Rüstzeug für die in nächster Zeit wohl nicht abreißenden Texte über den aufstrebenden Ostklub.

2. Ist im Fußball von Debatte und Diskussionskultur die Rede, darf der Doppelpass nicht unerwähnt bleiben. Die Bastion der schon bald alkoholisierten Schwadroneure am Sonntagmorgen regte ZEIT-Autor Christian Spiller dazu an, DER Fußballsendung schlechthin im deutschen Fernsehen ein kleines Denkmal zu setzen.

Derzeit wird etwa nur jede Millionste Floskel geahndet. Dabei geht der Inhalt der Sau an einen guten Zweck. Fakt ist: Wenn alle Beteiligten die Sache mit dem Phrasenschwein Ernst nehmen würden, müsste kein Kind der Welt mehr Hunger leiden.

3. Nach der Rückkehr aus der Sommerpause kommen wir nicht umhin, einige immer noch lesenwerte Texte zu verlinken, die schon ein paar Wochen auf dem Buckel haben. In Antworten auf die Fragen Christoph Biermanns erläuterte Michael Reschke (früher Leverkusen, jetzt Bayern) grundlegende Überlegungen und seine eigenen Ansichten zur Kaderplanung eines Bundesligisten. Das zuerst in der gedruckten 11Freunde erschienene Interview ist in voller Länge bei Spiegel Online nachzulesen:

[Auch] vielseitige Spieler haben eine Kardinalposition, auf der sie am besten sind. Und es funktioniert nicht, lauter flexible Spieler zu haben, die etwa alle auch rechter Verteidiger spielen könnten, ohne einen ausgebildeten rechten Verteidiger im Team zu haben. Man braucht daher als Ausgangsbasis ein festes Kaderbild, in dem alle Positionen klar besetzt sind.

4. Zum Geschehen auf den Spielfeldern der Republik. In Dortmund erteilte Roger Schmidt Jürgen Klopp eine Lektion in extrem ballorientiertem Pressing. Rene Maric (Spielverlagerung.de) zeigt die Anleihen von Rangnicks Salzburger Spielstil auf und gibt erste vorsichtige Prognosen zum Fortbestand der Leverkusener Frühform.

5. Der zweite Spielbericht kommt aus der dritten Liga. Kees Jaratz (Zebrastreifenblog) legt schlüssig dar, weshalb der MSV Duisburg aus Sicht des Fans die dritte Liga unbedingt verlassen muss:

[Der MDR] weiß um die spielunabhängigen Qualitäten seiner Reporter und steckte Ronny deshalb anscheinend in eine nahezu schalldichte Sprecherkabine, damit er ohne Stadionatmosphäre noch viel freier in der Gegend herumquatschen kann.

6. Schauplatz des nächsten Spielberichts ist die Kreisklasse. Im Oberbayern stand das »katholische Hassderby« an: Neuötting gegen Altötting. Wie hat man sich das vorzustellen? Benutzer »Lüngerl« aus dem 1860-Forum »Die Löwen-Bar« schildert seine Eindrücke:

Während des Spiels wurden Marienlieder mit Fußballtexten intoniert. Ein Wahnsinn. Als ein Verletzter am Boden liegt, plärrt der ganze Block vor ihm “Wunderheilung, Wunderheilung, hey, hey, hey”.

7. Angesichts von nur 58% Katholiken kann das brasilianische Sao Paulo wohl in Sachen Katholizismus nicht mit den beiden -öttings mithalten. Dafür hat Renato Stockler aus der Luft festgehalten, wie Fußballplätze, meist aus Sand, oft mit improvisierten, gekrümmten, verschwommenen und schlingernden Linien, das Stadtbild Sao Paulos durchdringen.

8. Zurück nach Europa, wenn auch nicht in die EU (Gott bewahre): Die Schweizer Tageswoche ist bestrebt, die Saison des FC Basel anhand von Passagen der Weltliteratur nachzuvollziehen. Ein Spielbericht von der Partie gegen Aarau.

9. In der ZEIT versucht Marcel Dussling im Gespräch mit Christian Spiller, die Faszination der Stadionhefte zu erklären. Er erläutert die Ansprüche des Sammlers und wie er anfing, Stadionhefte zu sammeln. Zwei Sätze reichen, um die Entscheidung nachvollziehen zu können:

Damals spielte mein VfB Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt. 0:0, das Spiel war so langweilig. Das einzig interessante war das Stadionheft.

10. Die Fritz-Walter-Medaille, eine vom Deutschen Fußball-Bund verliehene Auszeichnung für die besten Nachwuchsfußballer, geht in diesem Jahr in Gold an Niklas Stark (Nürnberg, U19), Julian Brandt (Wolfsburg/Leverkusen, U18), Benedikt Gimber (Hoffenheim, U17) und Sara Däbritz (Freiburg, Juniorinnen). Silber- und Bronze-Gewinner bei den jugendlichen Herren hat Goal.com aufgelistet.

11. Anfang September steht die erste Länderspielpause der Saison an. Der 1. FC Union nutzt die Gelegenheit, um unter der Schirmherrschaft des Berliner Fußball-Verbandes und der Kooperation der Robert-Enke-Stiftung ein Benefizspiel zugunsten der Familie des in Folge von Depressionen verstorbenen Spielers Andreas Biermann auszutragen (FuPa).

Nachspielzeit
Es ist sicherlich unredlich, alle Fans eines Vereins in einen Topf zu schmeißen – wer aber unangenehm auffällt, fällt nun einmal auf. Ist als Verfasser also »die aktive Fanszene von Fortuna Düsseldorf« angegeben, fallen mir in der jüngeren Vergangenheit leider nur unredliche Aktivitäten ein: Das Werfen von Feuerwerkskörpern auf den Platz in Aalen oder zuletzt die marodierenden Anhänger im Rahmen des DFB-Pokalspiels in Würzburg. Ob das Fundstück »Untergang-des-Fussballs.de«, das sich gegen die Lizenzerteilung für RasenBallsport Leipzig wendet und zugleich das Düsseldorfer Banner »Fankultur erhalten« präsentiert, also ein überzeugendes Statement dafür ist, an wessen Ansichten die Zukunft des Fußballs ausgerichtet werden sollte, darf bezweifelt werden.

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#Link11: Saisonstart

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Nach gut sechs Wochen oder um genau zu sein 44 Tagen Pause meldet sich das Fokus Fussball Team wieder zurück. Unsere Blog- und Presseschau wurde noch immer nicht von einer großen Verlagsgruppe aufgekauft, von einem sympathischen Sponsor mit Geld ausgestattet oder per Crowdfunding großzügig mit Kapital ausgestattet.

Deshalb machen wir einfach weiter wie bisher. Ohne viel Aufhebens suchen wir nach den aus unserer Sicht lesenswertesten Fundstücken aus den Weiten des Internets. Dabei wollen wir in Zukunft unsere Auswahl etwas beschränken, denn wir hatten das ein oder andere Mal das Gefühl, dass wir Leserinnen und Leser mit zu vielen Verweisen überforderten oder gar verschreckten.

So wird unsere Auswahl in Zukunft zwar kleiner, wir wollen aber weiterhin Blogs und Presse gleichberechtigt nebeneinander präsentieren und das ohne von der Weiterleitung selbst großartig zu profitieren. Weiterhin freuen wir uns über eure Hinweise in den Kommentaren, per facebook, Mail oder twitter. Natürlich freuen wir uns auch über Feedback, Kritik und Lob und wünschen euch und uns eine unterhaltsame Saison 2014/2015 mit Blog- und Presseschauen an (fast) jedem verdammtem Wochentag. Zum Start als Brückenschlag zur WM mit einer weniger auf den Bundesliga fixierten #Link11.

Klaas Reese (für das Fokus Fussball Team)

blogundpresseschau

1. Zum Auftakt gratulieren wir den Spielerinnen der deutschen U20-Nationalmannschaft zum Weltmeistertitel. Im Spiel gegen Nigeria erzielte Lena Petermann in der 98. Minute das alles entscheidende Tor. (Womensoccer)

2. Die Weltmeisterschaft in Brasilien ist neben diesem frischen Erfolg gefühlt schon wieder eine kleine Ewigkeit her. Dem einen oder anderen klingen vielleicht noch die Stimmen der Fußballkommentatoren aus aller Welt in den Ohren (Guardian) oder es werden beim Anblick der Menschen, die in verschiedensten Ländern das WM-Finale verfolgen (YouTube), Erinnerungen an die eigene Fußballfeier nach dem Titelgewinn wach. Besonders gelungen ist natürlich auch der WM-Rückblick von Heinz Kamke der in “Benzemas Lächeln” die WM auch poetisch verarbeitet.

Was bleibt sind taktische Veränderungen, die bei einem Weltturnier auch weltweit beobachtet und auf allen Kontinenten genutzt werden. Für den DFB hat unter anderem Frank Wormuth, Trainerausbilder des DFB und Trainer der U20-Nationalmannschaft, die WM 2014 ausgewertet. Im Interview mit spox erklärt er unter anderem, dass man beim DFB eine offensivere Ausrichtung beobachtet habe und dass fast alle bekannten Spielsysteme in Brasilien zu beobachten waren. Dazu werden in dem lesenswerten Gespräch – in dem nur Wormuths Kritik an den Kritikern im Internet langweilt – die Rolle der Außenverteidiger, die Variabilität aller Feldspieler und der verunglückte müllersche Freistossfaller diskutiert.

3. Abseits dieser schönen Fußballwelt hatte die WM auch eine gewalttätige Seite. Nicht nur in Brasilien. Auch in Deutschland. Miriam Hollstein (Die Welt) hat die Seite, die gern in der Berichterstattung verschwiegen wurde und wird, ausführlich beschrieben und grafisch aufbereitet. Kann in den nächsten Wochen auch eine Argumentationshilfe sein, wenn die angeblich so friedliche WM mit Freuden-Pyro verklärt und die Aggro-Ultras mit lebensgefährlichem Hass-Pyro verteufelt werden.

4. Neben dem fußballerischen Tamtam bleibt von der WM auch das Ballyhoo rund um die Spiele in Erinnerung. Die FIFA hat es geschafft jeden Zentimeter zu vermarkten und das Spiel wie ein zumeist aseptisch anmutende Show aussehen zu lassen. Auch in der Bundesliga hat diese Form der Komplettvermarktung immer mehr Überhand genommen. Uwe Ritzer (SZ) meint das die Kommerzialisierung dem Fußball dennoch gut getan hat. Der Fußball habe seine Seele noch nicht verloren, die Kommerzialisierung habe vielmehr geholfen ihn weiterzuentwickeln. Den Tabubruch sieht Ritzer bei der Erteilung der Lizenz für Rasenballsport Leipzig. Ein sicherlich strittiger Text, der zu Diskussionen anregen kann.

5. Ebenso streitbar ist die Kampagne “Nein zu Red Bull!“, die sich vehement gegen den Aufsteiger wehrt und ebenfalls eine Änderung der Lizenzbedingungen verlangt. Unterstützergruppen kommen aus vielen Städten mit Zweit- und Drittligavereinen, teilweise auch von Bundesligaclubs. Ob diese Form des Protests, die oft in Boykottaufrufen mündet, sinnvoll ist, bleibt aus meiner Sicht fraglich. Ein kreativerer Protest und weniger aggressiver Umgang mit Unterstützern und Befürwortern von Rasenballsport wäre schließlich auch ein Weg. Claus Vetter (Tagesspiegel) war beim Spiel Leipzig gegen Aue, hat den Protest der Erzgebirgler beobachtet und sieht gute Chancen, dass sich der Verein aus Leipzig auf allen Ebenen etablieren kann und die Proteste abebben werden. Michael Ashelm (FAZ) nennt die Proteste gegen Rasenballsport “Heuchelei”.

6. Einige unterstützende Fans könnten in puncto Kommerzialisierung und Kapitalisierung auch die eigenen Vereine kritisieren – zum Beispiel für die horrenden Preissteigerungen, die in den letzten Jahren von den Fußballvereinen bei Ticketpreisen vollzogen wurden. Arne Steding, Mitinitiator der Initiative “Kein Zwanni für´n Steher“, hat für 11 Freunde die Tricks und Kniffe bei den Preissteigerungen herausgearbeitet. Was sich die Vereine erlauben (können) ist nicht mehr feierlich. Fußball ist leider für viele schon jetzt nicht mehr bezahlbar.

Das zeigt auch Der Übersteiger mit der mittlerweile vierten Auswertung der Dauerkartenpreise. Sporting Intelligence hat die Preise in der Premier League verglichen.

Field Reporter:

 “And if there’s one thing I know about the German people is that they love football almost as much as they love the sound of my silky voice. So it would be madness for me not to buy into a club there.”

David Hasselhoff übernimmt Hansa Rostock kaufen. Zumindest wenn der Autor von footy fair den Inhalt seiner Flasche Jägermeister richtig gedeutet hat.

7. Neben steigenden Dauerkartenpreisen müssen sich Fußballfans auch stets mit Nebenleuten auseinandersetzen, die versuchen rechtes Gedankengut in den Fankurven populär zu machen. Exemplarisch zeigt dies der Kurvenkonflikt in Braunschweig bei dem sich der Verein deutlich gegen die links gerichtete Ultragruppierung aussprach. Ein Gerichtsurteil besagt jetzt, dass die Aggressionen allerdings nicht von den ausgeschlossenen Ultras sondern von den rechten “Alten Kameraden” ausgingen. “Mit einer öffentlichen Benennung der Aggressoren oder gar Sanktionierung tut sich die Eintracht weiter schwer.”, berichtet Thorsten Poppe im Deutschlandfunk.

Es gilt also weiterhin für das Thema zu sensibilisieren, wie auch die Anfeindungen gegen den Dortmunder Fanbeauftragten von rechter Seite zeigen (Ballspielvereint bei facebook). Auch ein Prozess in Frankfurt zeigt die Abgründe, die sich in Fußballfankreisen auftun. Ein Fan von Dynamo Dresden hatte beim Auswärtsspiel das ekelhafte Lied von der U-Bahn nach Auschwitz gesungen. Der Sänger ist sich der Schuld nicht mal bewusst und möchte nun nicht mal die gering anmutenden Strafe von 90 Tagessätzen zu 20 €uro zahlen wie Stefan Behr (FR) berichtet. Schließlich sei das U-Bahn-Nazi-Lied laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Rostock nicht volksverhetzend.

9. Ein weiterer Aufreger, der in der Sommerpause etwas unterging, war der Umgang des Deutschen Fußballbundes mit Mitbewerbern auf dem Markt der Amateurergebnisse. Jahrelang hat sich der DFB wenig um diesen Bereich gekümmert. Seitdem aber auch hier wirtschaftliche Erfolge gefeiert werden können, versucht der Verband sein eigenes Portal fussball.de zu pushen und würde wohl am Liebsten den anderen Portalen die Geschäftsgrundlage zu entziehen. Vereine werden so zum Beispiel in Bayern mit einer Strafe belegt, wenn sie keinen Liveticker zu ihren Bezirksligaspielen anbieten. Was das für das Portal Fupa.net bedeutet beschreibt der Bürgerblick. Frank Vollmer (Abseitsmagazin) erklärt wie der DFB ein Medienmonopol zum Gelddrucken entstehen lassen will. Oliver Fritsch (Zeit) berichtet von Boykottüberlegungen betroffener Vereine. Die Verbände reagieren mit der Löschung kritischer Kommentare.

Field Reporter:

“Der DFB sagt bislang immer, man müsse sensibilisieren und enttabuisieren. Aber das sind meiner Meinung nach nur leere Worte. Es ist nicht genug, Stiftungen zu gründen und Hotlines einzurichten, bei denen Betroffene anrufen können. Wir müssen endlich proaktiv und präventiv arbeiten, die Dinge klar ansprechen. Fußballprofi Andreas Biermann hat einmal gesagt, dass es schön wäre, wenn er als Betroffener mal vom DFB gefragt werden würde, wie es sich als Fußballprofi mit Depressionen lebt. Aber der DFB habe ihn nie danach gefragt, kritisierte er einmal. Jetzt ist es zu spät. So etwas darf nicht mehr vorkommen. Biermann hatte zuvor schon dreimal versucht, sich umzubringen. Das waren drei Hilferufe, die nicht erhört wurden. Sein Tod erschüttert mich zutiefst. Es ist schrecklich. Er war gerade mal 33 Jahre alt, hatte Familie.”

Babak Rafati, Ex-Bundesligaschiedsrichter, der sich vor einem Spiel in Köln versuchte das Leben zu nehmen, kritisiert im Interview mit Tim Röhn (Welt) den DFB und will mit dem Verband beim Kampf gegen Depressionen von Profifußballern zusammenarbeiten.

 

9. Kommen wir zur Bundesliga. Bereits vor dem ersten Spieltag hat Moritz Küpper (Deutschlandfunk / Audio: 18:25 Minuten) die Macht des Fußballs untersucht und beschreibt wie eine Sportart unsere Gesellschaft dominiert. Beim Tagesspiegel versuchen fünf Autoren ihre Vorfreude auf die Bundesligasaison in Worte zu fassen. Bei n-tv kamen viele Blogger zu Wort und durften ihre Sicht auf ihre Lieblingsvereine verraten. Ulrich Stock (Zeit) stellt den Bundesliganeuling aus Paderborn vor und beim WDR kann man sich die Dokumentation zum Aufstieg in der Mediathek anschauen.

10. Die Spielverlagerung hat nach dem 1.Spieltag wieder viele Spiele analysiert. So zum Beispiel das erste Unentschieden des SC Paderborn 07 in der Bundesliga. An dieser Stelle sei aber vor allem auf die neue Serie hingewiesen, die in dieser Saison den VfL Bochum begleitet und den Weg des Peter Neururer vom Feuerwehrmann zum Architekten nachzeichnen will. Ein spannendes Projekt.

11. Zum Abschluss etwas Kultur, denn der neue Kulturpodcast Fehlfarben hat in seiner ersten Folge über die Ausstellung “Unter Spielern – Die Nationalmannschaft” von Regina Schmeken bei ordentlich Wein gesprochen. Da säuft der Rasen im Bild ab, die Hängung überzeugt und die Spieler überzeugen in ihrer abstrakten Darstellung. Anke Gröner hat das Podcastprojekt und die Weine in ihrem Blog ausführlicher vorgestellt. Das Buch zur Ausstellung gibt es auch im Handel (Affiliate Link).

Bandenwerbung:

Collinas Erben werden zu jedem Bundesligaspieltag eine Kolumne bei n-tv veröffentlichen. Zum Auftakt erklärt Alex warum Klopp blöd aus der Wäsche guckt.

Nachspielzeit:

Boliviens Staatspräsident Evo Morales ist nun auch Fußballprofi. (Deutschlandfunk) Mal schauen, ob er seine Aggressionen nun besser im Griff hat als früher. (hier mit der Rückennummer 10 im grünen Trikot: YouTube)

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CE58 – Finale Grande


Besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen, und deshalb haben wir unseren gewohnten Ablauf ausnahmsweise über den Haufen geworfen. Wir kommentieren diesmal nicht ausgewählte Szenen respektive Schiedsrichter-Entscheidungen, sondern einfach das Finale von Anfang bis Ende mit besonderem Blick auf Referee Nicola Rizzoli und sein Team. »Re-live« also, wie man heute so schön sagt. Wer mag (und über eine Aufzeichnung verfügt), kann das Spiel einfach parallel dazu laufen lassen. Für uns war es ein Experiment, und wir hoffen, es sagt euch zu. (Leider spricht Alex zu Beginn mehrmals von »den Italienern«, wenn er die Argentinier meint. Gucken und kommentieren gleichzeitig ist eben nicht so einfach...)

Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

Wir freuen uns über eure Kritik, euer Lob, eure Wünsche. Sendet uns dazu einfach eine Sprachnachricht.

Links: Das WM-Finale (mit englischem Kommentar) — Die Studiogespräche von DRadio Wissen mit Collinas Erben — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

Shownotes: 0:00 Nicola Rizzoli stellt sich vor (I) – 0:15 Rückblende – 4:45 Erste Hälfte – 53:10 Nicola Rizzoli stellt sich vor (II) – 54:05 Zweite Hälfte – 1:46:30 Nicola Rizzoli stellt sich vor (III) – 1:47:25 Verlängerung – 2:26:10 Fade-out


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#Link11: The Upcoming Feierbiest

Die mutmaßlich vorletzte #Link11 vor dem Finale und vor der Sommerpause steht an. Anpfiff!

blogundpresseschau

1. Nun endlich ist es raus. Die Deutsche Nationalmannschaft hatte viel zu leichtes Spiel, weil die Seleção gar nicht auf dem Feld stand:

 Die wohl lustigste Spielanalyse zur 7:1-Klatsche liefert Thom Gibbs im Telegraph-Blog. Den Song zur Niederlage gibt es auch schon (wer des Portugiesischen nicht mächtig ist, sollte sich unten rechts die Untertitel anstellen / YouTube).

2. Bei den Argentiniern steht nach dem erfolgreichen Halbfinalspiel nicht Lionel Messi im Blickpunkt, sondern Arbeiter Javier Mascherano, der mit einer Monstergrätsche in letzter Sekunde einen Robben-Treffer in letzter Minute verhinderte. Amy Lawrence (Guardian) lobt den 104-maligen argentinischen Nationalspieler und berichtet, dass er der Meinung ist, dass man ab und zu “Dreck fressen” muss. Henry Winter (The Telegraph) sieht in Mascherano den wahren Kapitän der Albiceleste. Bei twitter wird er schon zur Ikone stilisiert: MasChe.

3. Messi konnte nach dem Spiel  - zur Verwunderung vieler Zuschauer – nicht mal mit seinen Kameraden feiern gehen. Er musste zur Dopingkontrolle. (instagram)

4. Einige Aufregung gab es noch in den Niederlanden, weil sich gestern plötzlich Meldungen und Videoaufnahmen verbreiteten, die vermuten ließen, dass der erste Elfmeter von Ron Vlaar womöglich doch im Tor war. (Guardian)

5. Peter Ahrens und Rafael Buschmann (Spiegel) würdigen “Upcoming Feierbiest” Miroslav Klose vor seinem mutmaßlich letzten Länderspiel. Seine Karriere könnt ihr weiterhin als Scrollerlebnis im Blog von Endreas Müller nacherleben.

Mittermeiers Sportblog zeichnet den “langen Weg zum Olymp” der Nationalmannschaft nach. 14 Jahre lesenswert in einen Blogtext gegossen. Raphael Honigstein (Eight by Eight) zieht den Kreis bis 1974 und stellt nacheinander Breitner, Ballack und Müller vor: The rebel, the genius and the thief in the night. Der Guardian erinnert an die wechselhafte WM-Geschichte der Duelle Argentinien gegen Deutschland.

6. Das Antirassismus-Netzwerk FARE hat während der Weltmeisterschaft viele rassistische Vorfälle dokumentiert. Die FIFA, die noch vor den Viertelfinalspielen Banner und Reden der Spielführer gegen Fremdenfeindlichkeit präsentieren ließ, “hat sich entschieden, wegzusehen”. (fare networkFAZ)

7. Declan Hill vergleicht in seinem Blog die TV-Rechte-Einnahmen (4 Milliarden Dollar) mit den Gewinnen des asiatischen Wettspielmarktes (rund 100 Milliarden Dollar) und zeigt auf, wie ineffektiv und unnütz Monitoring-Maßnahmen der FIFA sind, um Manipulationen festzustellen.  

8. Die Cambridge University hat die jeweils drei Wörter ermittelt, die in Zusammenhang mit den bei der WM vertretenen Nationalmannschaften gefallen sind. Keine Überraschung bei Uruguay.  (BT Sport)

9. When Saturday Comes fragte europaweit bei Magazinmachern nach: Wie ist eure Meinung zur WM 2014?

10. Nick Hornby (ESPN), Verfasser der wohl berühmtesten Zeilen zur Vereinswahl von Fußballfans, fragt sich, ob die Weltmeisterschaft wirklich so gut ist wie die Journalisten behaupten, die mitten im WM-Trubel arbeiten. Ein Text über enttäuschende Brasilianer und Schiedsrichter. Und über eine deutsche Mannschaft, die wohl weiterhin – zum Leidwesen von Hornby – als effiziente Maschinen abgestempelt werden.

11. Ronald Reng gehört wohl zu den besten Fußballbeobachtern Deutschlands. Im Gespräch mit dem SWR bei Leute Night nach dem Halbfinalsieg der Deutschen gegen Brasilien spricht er über die Niederlage, die man aus seiner Sicht seit zwölf Jahren kommen gesehen hat, über die Überhöhung von Fußballtrainern und über seine Bücher. Eine kurzweilige Unterhaltung.

Field Reporter:

“Das Schlimmste ist, dass man eventuell zweimal in Folge verliert. Und dass man ein Turnier, das so toll war, vielleicht als Loser beendet. Das hat mit Sport nichts mehr zu tun. Es kann nur ein Finale geben, und in dem muss es darum gehen, Champion zu werden.”

Louis van Gaal über das Spiel um Platz 3. (Der Abstauber)

Bester Link gestern:

Schon wieder der Tweet mit der Grafikerklärung der BBS für die 7 (seven).

Bandenwerbung:

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Mixed Zone: Autorin: Nadine Angerer schreibt an ihrer Biographie. (Framba) + + + Auf der Flucht: Ray Whelan, der wegen Kartenhandels mit WM-Tickets unter Verdacht steht, ist geflohen. (SZ) + + + Ausnahmsweise: Vier Ausgaben des Fußballmagazins The Football Pink gibt es aktuell zum freien Download bei Amazon. + + + Aussicht: So sehen die Ausrichterstädte bei der WM 2015 in Kanada aus. (YouTube) Und so gelungen ist das Plakat zur WM (imgur) + + + Ausgeheult: Neymar gab eine Pressekonferenz. (ZDF Mediathek) + + + AuswertungSportspath hat die Entwicklungen der deutschen und englischen Spieler zwischen 17 und 21 Jahren untersucht. Überraschend, dass die Engländer bis zur U17 noch sehr erfolgreich sind, dann aber merklich abbauen. + + + Aufregung: Beim HSV hält die Ausgliederung für die Investoren mehr Möglichkeiten bereit als bisher bekannt. (Finance) + + + Ausblick: Finanzchef Alexander Wehrle ist sich sicher, dass auf den 1.FC Köln in der nächsten Saison auch schwierige Phasen zukommen werden. (Köln.Sport) + + + Aufgenommen I: Grantland über die WM aus US-amerikanischer Sicht. Mit ordentlich Pathos. Dennoch sehenswert. (YouTube / 8:56 Minuten) + + + Aufgebracht: Brafus über zwei Brasilianer, die in unterschiedlichen Welten leben und dennoch viele Ansichten teilen. + + + Aufgenommen II: Zwei Fußballfilmfestivalmacher über Fußballfilme. (Zoom / Arte) + + + Aufgenommen III: Der Flatterball Podcast über den üblichen WM-Wahnsinn. + + + Außen vor: Beckenbauer fährt nicht zum WM-Finale. (ESPN) + + + Aufgenommen IV: Alex Feuerherdt war zu Gast bei “Ailton fehlt einfach“. + + + Ausgenommen: Der Fotograph Jason Andrews (Time) hat Fußballer aus Afrika seit 2011 begleitet, die in der Türkei ohne Aussicht auf eine erfolgreiche Zukunft leben. Bis zu 5.000 solcher Spieler sind Schätzungen zufolge so in der Türkei gestrandet. + + + Auszeichnung: Das Maracana ist nach einem Sportjournalisten benannt. Jutta Braun und René Wiese (11 Freunde) stellen Mario Filho vor.

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#Link11: “Toni! Halt den Ball! Nein.”

Es kommt zur Wiederauflage der Finalspiele 1986 und 1990. Deutschland trifft auf Argentinien. Nach der deutlich müderen Begegnung im zweiten Halbfinalspiel geht das deutsche Team sicherlich als Favorit ins Spiel. Genauso sicher können wir uns in den nächsten Tagen auf viele Wiederholungen von “Toni! Halt den Ball! Nein.” (YouTube) und “Und was gibt er? Er gibt Elfmeter!” (YouTube) freuen.

blogundpresseschau

1. Das Spiel Niederlande – Argentinien war sicher schwerere Kost als das Spiel Brasilien Deutschland. Thomas Hummel (SZ) machte dann auch den größtmöglichen Kontrast zum ersten Halbfinale aus. Luis Reiss (FAZ) lobt Romero und sein Abwehrbollwerk. Auch Andreas Rüttenauer (taz) lobt die Argentinier für ihre Defensivarbeit und fragt sich, ob und wie sie im Finale nach vorne spielen. Auch Daniel Meuren (FAZ) kann in seiner Datenanalyse mit Pfeilen keine Antwort finden. Vor dem Spiel gab es nur die Frage “Robben oder Messi?” – Claudio Catuogno (SZ) meint: weder noch. Die Höhepunkte des Spiels gibt es bei der Sportschau.

2. In Argentinien feierten tausende am Obelisken in Buenos Aires. Auch ein kleiner Zwilling der Jesus Statue aus Rio feierte mit. (Video: Guardian)

3. Joachim Löw warnt im Interview mit der FAZ vor Überheblichkeit.

4. Der Hit gestern war das Stöbern in Zeitungen, die sich mit dem Halbfinale Deutschland – Brasilien beschäftigten. Bei imgur finden sich 50 Titelblätter brasilianischer Zeitungen. David Goldblatt (Al Jazeera) legt dar, wie die deutsche Mannschaft brasilianische Fußballmythen zerstörte. Der Economist hat andere große Niederlagen der WM-Geschichte gesammelt.

5. Beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft entwickelten viele Zuschauer Mitgefühl für die brasilianischen Kicker und ihre Fans. Viele Beobachter im Stadion weinten oder wirkten äußerst konsterniert. Besonders ein älterer Herr mit Schnauzbart, der den WM-Pokal zärtlich umschlungen hatte und mit traurigem Blick das Spiel verfolgte, rührte so manches Herz. Mashable berichtet davon, dass der Mann seinen WM-Pokal nach dem Spiel deutschen Fans schenkte und weiß, dass er schon bei den Weltmeisterschaften in Italien, den USA, Deutschland und Südafrika zugegen war.

6. Christoph Niemann war schon vor der WM in Brasilien und hat dort den brasilianischen Fluch kennengelernt, der die Brasilianer seit dem Spiel gegen Uruguay 1950 verfolgte. (New York Times Spezial) Nun hat Niemann beobachtet wie ein neuer Fluch geboren wurde. (New York Times). Martin Kaul (taz) sieht in Brasilien nach der hohen Niederlage hingegen keinen nationalen Kollektivschock.

Wie Brasilianer und Deutsche die Niederlage vor TV Geräten in Brasilien aufgenommen haben, zeigt die Dokumentation “O dia do massacre do Mineiraço” von tv folha (YouTube). Auf Brasil Alemanha Eterno kann man sich errechnen lassen wie der Spielstand wäre, wenn die Teams bei gleich bleibendem Niveau einfach immer weiter gespielt hätten. Bei der Vollgasveranstaltung wird versucht zu erklären, wie die Brasilianer unter dem Druck zusammenbrachen.

7. Wer die WM-Spiele bei Privatradios wie 104.6 RTL, 105’5 Spreeradio den Lokalradios in NRW wie zum Beispiel Radio Köln verfolgt, der könnte den Eindruck bekommen, dass da Reporter live aus Brasilien kommentieren würde. Dem ist aber nicht so. Die Spiele werden nach Informationen von fair radio in Oberhausen kommentiert.

8. Henry Winter (The Telegraph) fragt sich was die Deutschen so viel besser machen als die Engländer und landet bei seinen Ermittlungen schnell beim U21-Kader von 2009, der die EM gewann und heute sechs Stammspieler des DFB-Teams zählt.

9. Der Rotebrauseblogger spielt mit Zahlen und findet die immergleichen Viertelfinal-, Halbfinal- und Finalteilnehmer.

10. Helmut Digel, Sportwissenschaftler und einst Präsident des deutschen Handballbundes, schreibt in einem NZZ-Gastkommentar über die Droge Fußball und erklärt warum er das Fußballimperium als krank erachtet.

11. Wer der WM lyrisch begegnen möchte, dem sei die doppelfünf ans Herz gelegt.

Meist geklickter Link gestern: 

Die bbc-Grafik zum Endergebnis Deutschland – Brasilien. (twitter)

Field Reporter

Viel ärgerlicher ist, dass ich selbst derjenige war, der Argentiniens Torwart in Alkmaar beigebracht hat, wie man Elfmeter pariert.

Louis van Gaal ärgert sich derweil, dass er Torwart Romero beim AZ Alkmaar das richtige Verhalten beim Elfmeterschießen gelehrt habe (FAZ).

Bandenwerbung:

Alex bei DRadio Wissen über die Schiedsrichterleistungen bei den Halbfinalspielen.

Mixed Zone: Unsäglich: Ein Parlamentsabgeordneter aus Malaysia gratulierte dem deutschen Team via twitter und drückte seine Wertschätzung für Hitler aus. (BBC) + + + Untersuchungen: Der Top-Manager, der illegal WM-Tickets verkauft haben soll, ist wieder auf freiem Fuß. (Tagesschau) Der Tickethändler, der aktuell unter Verdacht steht, erhebt seinerseits Vorwürfe gegen die Polizei. (FAZ) + + + Untersuchungen II: Der DFB ermittelt gegen den ehemaligen Dresdner Stürmer Mickael Poté wegen Dopingverdachts. (SZ) + + + Unvorhersehbar: Warum Fußball attraktive als Baseball, Football und Co. ist. (New Statesman) + + + Unikate: Das Proyecto Mundial bietet schicke Grafiken von Fußballern. + + + Vorstellung I: Bayern stellt seinen neuen Stürmer vor. (FAZ) + + + Vorstellung II: Der HSV stellte seinen neuen Vorstandsvorsitzenden vor. (FAZ) + + + Suspendiert: Die FIFA hat den nigerianischen Verband wegen politischer Einmischung suspendiert. (kicker)

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#Link11: Samba aus Greifswald

Deutschland 7, Brasilien 1. Was nach reiner Zahlenspielerei aussieht, wurde gestern Abend zur Realität. Jogis Jungs, angeführt von einem überragenden Toni Kroos, stürmte ins WM-Finale. Ein Abend, den nicht nur Fans der DFB-Elf sicherlich so schnell nicht vergessen werden. Der 8. Juli, er könnte zu einem “Wo warst du damals, als…”-Tag werden. Der 8. Juli, als ein Kerl aus Greifswald brasilianischer war als die Brasilianer selber.

blogundpresseschau

1. “Ein Sieg für die Geschichtsbücher” titelt die Frankfurter Rundschau zurecht. Aber nicht nur wegen des deutschen 7:1-Kantersiegs: Miroslav Klose krönt seine Rekordjagd mit dem 16. WM-Tor seiner Karriere (t-online.de), Thomas Müllers 1:0 war dagegen der 2000. Länderspieltreffer der DFB-Auswahl (focus.de). Joachim Löw mahnt nach dem ersten Finaleinzug seit 2002 zur Demut (via dfb.de), auch der überragende Toni Kroos beruhigt die erhitzten Gemüter: “Weltmeister wird man nicht im Halbfinale”, so der Doppeltorschütze (ZDFSport). Nach dem Verpassen des Spiels um Platz drei ist Mutti der Libero schockiert. “Böse vercoacht” lautet das Urteil.

2. Weitere Rekorde: Das ZDF darf sich beim Halbfinalduell der zwei Fußball-Giganten über einen Allzeit-Quotenrekord freuen (FAZ). Auch auf Twitter generierte die Partie ein großes Interesse: 35,6 Millionen Tweets bedeuten laut Sport1 Rekord für ein Sportereignis. Das Netz sorgte auch für sprachliche wie visuelle Highlights – einige davon seht ihr bei ZDFSport. Die ersten fünf Treffer der Deutschen in einem Bild gibt’s via Twitter.

3. Während in Fußball-Deutschland Hochstimmung herrscht, ist das Entsetzen in Brasilien nach dem Debakel groß (Berliner Zeitung). A Football Report sieht Geschichte, die sich wiederholt – und macht den Brasilianer Mut angesichts einer Niederlage, die das Maracanazo noch toppen dürfte. Luiz Felipe Scolari, Trainer der Seleção, nimmt die Schuld für das desaströse Ausscheiden auf sich (SpOn). In vielen Städten kam es nach dem Aus zu Ausschreitungen (11Freunde). Die WELT berichtet von den Reaktionen aus Rio de Janeiro, eine schöne Bildergalerie von einem Fanfest aus Rio hat Brafus 2014.

4. Weitere Reaktionen: Die internationale Presse überschlägt sich mit Lob für die deutsche Elf (Sportschau). Der Fehlpass-WM-Podcast spricht knapp 38 Minuten über die 90 Minuten von gestern Abend, 7 Dinge über 8 Tore gibts bei Zum Blonden Engel. Ein “surreales Fußballspiel auf allerallerhöchstem Niveau” sah Trainer Baade, ein Abend, der sich eingebrannt hat, konstatiert Torsten Wieland auf seinem Königsblog.

5. Die Analysen: “Es wurde Geschichte geschrieben” beschreibt Gegen den Ball das Unbeschreibliche – und gibt Toni Kroos die Bestnote. Keine Antwort auf dessen Spielkontrolle hatten die Brasilianer, analysiert Zonal Marking-Mastermind Michael Cox für den Guardian. “Taktisch hervorragend eingestellt”, “überragend gegen den Ball”, “konterte sehr fokussiert” – spielverlagerung.de stellt der Elf von Joachim Löw nicht überraschend ein fabelhaftes Zeugnis aus. “Deutschland nützte die Schwächen konsequent aus”, attestiert ballverliebt.eu.

6. “How Germany Pulled Off Its Football Renaissance” – wie sich die DFB-Auswahl vom typisch deutschen Stereotyp des mechanischen, seelenlosen Arbeiters zu dieser Elf, die “wie Brasilianer” spielen (O-Ton Scolari), wurden, erklärt yahoo.com in ihrem langen Text.

7. Neben all dem Jubel über den Finaleinzug nicht zu vergessen: Heute wird in der Partie zwischen Argentinien und den Niederlanden der Endspiel-Gegner gesucht. Im Fokus stehen vor diesem Duell natürlich die Topstars Arjen Robben und Lionel Messi (Sportschau). Einen klaren Favoriten sieht Gegen den Ball-Autor Michel Massing in seiner Prognose für BettingExpert. Die NZZ berichtet über Argentiniens Trainer Alejandro Sabella, der von seiner Öffentlichkeitswirkung geradezu der Gegenpart zu Bondscoach Louis van Gaal scheint.

8. Die Enthüllung, die keine war: Alex Feuerherdt schreibt für Collinas Erben über die FIFA-Anweisung, möglichst spät die erste Gelbe Karte zu zeigen.

9. Über den Ticket-Skandal, der mitten rein ins Herz der FIFA-Familie reicht, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Dass Philippe Blatter, Neffe des FIFA-Patriarchen Joseph Joseph Blatter und CEO des Sportmarketing-Unternehmens Infront, eine Position bei Match Hospitality bekleidet, dementiert Infront (ran.de).

10. Internationaler Fußball: Adidas bietet Manchester United offenbar 100 Millionen Dollar per anno und scheint damit den Konkurrenten Nike aus dem Feld zu schlagen (businessweek.com). CavanisFriseure analysieren die Situationen im französischen Fußball – AlJazeera hält dort ebenso wie Canal+  Rechte für Übertragungen der Ligue1.

11. Fankurve: Die Kölner Polizei erklärt die Umgebung des Müngersdorfer Stadions sowie das Stadion selbst zu einem “gefährlichen Ort” und kann dort quasi nach Belieben Ausweiskontrollen und Durchsuchungen durchführen (Faszination Fankurve). Das Online-Fanzine effzeh.com hält das für eine “gefährliche Idee”, die nicht sonderlich zum Verständnis zwischen Ordnungskräften und Fußballfans beiträgt.

 

Meist geklickter Link gestern:

Die internationale Wahrnehmung der deutschen Nationalmannschaft hat Euch vor dem Halbfinalduell offenbar sehr interessiert. (FAZ)

Field Reporter

“Und jetzt darf der Opa ran!”

Thomas Müller beendet das Interview nach dem Spiel mit Stil und leitet geschickt zu Team-Oldie Miroslav Klose über (via ZDFSport)

Mixed Zone: +++ Keine Freigabe: Max Meyer wird von Schalke 04 nicht zur U19-EM gelassen (derwesten.de) +++ Kein Verständnis: Der 140+-Blog schüttelt über den Rückennummern-Streit beim Hamburger SV den Kopf +++ Kein Assistent: DFB dementiert Meldungen über eine Verpflichtung von Thomas Tuchel als neuen Co für Bundestrainer Joachim Löw (Berliner Zeitung) +++ Keine Realität: Ein Studio zeigt die animierte Anatomie eines Fußballspielers (via itsnicethat.com) +++

Rausschmeißer:

Die BBC scheint ihren Zuschauern nicht zuzutrauen, das gestrige Ergebnis korrekt zu erfassen und hilft graphisch nach (via twitter.com/simond)

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