#Link11: Gar nichts gelernt

Ich finde es alarmierend, wenn FIFPro-Chefmediziner Vincent Gouttebarge mit folgenden Worten von der Sportschau zitiert wird:

»Wir erhoffen uns, dass alle Beteiligten im Fußball unterstützende Maßnahmen ergreifen werden, damit diejenigen, die an psychischen Problemen erkrankt sind, wissen, dass sie nicht alleine sind.«

Gouttebarge hat eine FIFPro-Studie geleitet, die bei jeder dritten Fußballprofi unter Depressionen und Angstzuständen leidet. Wenn man das so liest, dann ist die Meinung, dass der Fußball aus der Enke-Tragödie nichts gelernt hat eine Untertreibung. Man hat gar nichts gelernt.

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1. Big News aus Zürich. Blatter und Platini bekommen Stadionverbot. Unter anderem. Für 90 Tage. Platini hat sich in einem Statement zur Sperre geäußert (Martyn Ziegler bei twitter). Er ist sich sicher, dass der Fußball das durchstehen wird. Blatte lässt seine Anwält sprechen (twitter).

Tim Röhn (Welt) und SZ über die Hintergründe der Suspendierung und die Sperre für den Ex-FIFA-Vizepräsident Chung Mong-Joon, der eigentlich FIFA-Präsident werden wollte.  Hyundai-Milliardär Mong-Joon hatte in London noch ordentlich gegen Sepp Blatter und die FIFA gewettert. Jens Weinreich hat die Rede im Wortlaut. Was die Sperre für Mong-Joon eventuell mit der Kinderzeitung der Süddeutschen Zeitung zu tun hat, erklärt Claudio Catuogno (SZ).

2. Heute wurde der Literatur-Nobelpreis vergeben. Es ist jedes Jahr in großes Bohei und neben dem Lob des Gewinners oder dem Unverständnis für die Entscheidung findet sich auch immer wieder Ärger darüber, dass dieser oder jener Autor wieder nicht bedacht wurde. So wird es auch bei Swetlana Alexijewitsch sein. Warum kein ehemaliger Bundesligaprofi unter den Prämierten ist, zeigt die Sportschau in einer Übersicht.

Dass man auch lesenswert über Fußball schreiben kann, zeigt Bernd Sautter, der sich in »Heimspiel« dem Fußball in Baden-Würtemberg widmet. Philipp Maisel (fupa) hat ihn interviewt. Und auch das neue Buch von Raphael Honigstein über die Erfolgsgeschichte des deutschen Fußballs kommt gut an beim Economist.

3. Heute spielt Albanien gegen Serbien, am Sonntag geht es gegen Armenien. Am Ende dieser beiden Partien könnte sich das Team erstmals in der Geschichte des Landes für die Europameisterschaft qualifizieren. Florian Haupt (Welt) berichtet von den Sorgen vor Ausschreitungen bei dem Spiel gegen Serbien (Stichwort: Drohne), Felix Lill (Tagesspiegel) über eine Mannschaft, die in weiten Teilen fern der Heimat aufwuchs und heute für Euphorie in Albanien sorgt. Auch in Österreich wird man euphorisch, wenn man an die EM 2016 denkt, denn das Nationalteam hat sich schon zwei Spiele vor Schluss qualifiziert. Gefeiert für diese Erfolgsgeschichte wird einer aus dem Nachbarland: Flurin Clalüna (NZZ) über Marcel Koller, den Adoptierten, der laut kicker mit einer Vertragsverlängerung zögert, weil sowohl der schweizerische Fußballverband als auch Borussia Mönchengladbach Interesse angemeldet haben sollen.

4. Auch Israel hat gute Chancen sich für das EM-Turnier zu qualifizieren. Doch ein Konflikt zwischen Säkularen und Orthodoxen beherrscht derzeit die Diskussionen rund um den Fußball, denn die religiösen Israelis fordern, dass am Sabbat nicht mehr Fußball gespielt werden soll. Fabian Scheler (Zeit) über eine Auseinandersetzung, die weitreichende Konsequenzen für Profi- und Amateursport hat.

5. Weitreichende Konsequenzen könnte auch die große Dieselkrise bei VW für den Sport haben, denn die Autobauer sind mit vielen Vereinen durch Sponsoringverträge verbunden. Was die Krise für den VfL Wolfsburg bedeutet bzw. bedeuten könnte hat die dpa (u.a. beim Tagesspiegel) recherchiert. Ibrahim Naber und Sven Flohr (Welt) zeigen die Verquickungen von 16 Bundesligaclubs mit Volkswagen. Der ballesterer hat ausführlich über die Zusammenhänge zwischen VW und Fußball berichtet: »Die Paten des Fußball«.

6. Thomas Tuchel, hat in Dortmund für einen Neustart gesorgt, der nach der hohen Niederlage in München teilweise schon wieder allenthalben in Frage gestellt wird. Tuchel selbst hat diese Diskussionen vielleicht gar nicht mitbekommen, denn er weilte auf dem „World Summit“ der qatarischen Super-Talentschmiede „Aspire Academy“, wo ihn Michael Horeni (FAZ) beobachtete. Tuchel sprach von seinen Vorstellungen von gelungener Jugendarbeit, die aus seiner Sicht ruhig wieder weniger Komfort für die Kicker bieten sollte, und vom Vorbild Bayern München:

»Wir wollen in Dortmund auch diese Atmosphere of Greatness zwischen uns erschaffen. Wir möchten auch diesen Klebstoff, der alles zusammenhält. Dass das Gefühl der Unbesiegbarkeit entsteht. Dass man sich frei macht von den Umständen. Dass man als Mannschaft aufgeht im Handeln. Aber man sieht: Wir haben einen Rückstand.«  

7. Sylvia Schemmann (westline) erwähnt Thomas Tuchel in ihrem Text mit keinem einzigen Wort. Ihr geht es mehr um das große Ganze und die Zerrissenheit, die sie manchmal fühlt, wenn ihr Lieblingsverein mal wieder Grund zum Kopfschütteln liefert: »Der BVB, meine zwei Vereine…«

8. In Stuttgart ist Thomas Tuchel eher ein Thema – weil man ihn wohl nicht wollte beim VfB. Man zog Alexander Zorniger vor. Zorniger, der heute Geburtstag feiert, fällt in Stuttgart vor allem mit seinen Sprüchen auf, die oft nicht so rechte zur misslichen Lage des Vereins passen mögen. VfB-Fan Christian Prechtl (cpkomm) hat deshalb einen offenen Brief an die »VfB-Familie« geschrieben, der viele Fragen für die Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag formuliert:

»Warum also sagten Sie, Dr. Schmidt, dem Herrn Tuchel per SMS (!) ab, nur um dann den bekanntermaßen weit weniger begehrten Robin Dutt (Vierjahresvertrag) und den „alternativlosen“ Herrn Zorniger (Dreijahresvertrag) zu holen?Wenn Sie beim Daimler einen neuen Produktvorstand hätten, der sich einerseits öffentlich als „alternativlos“ bezeichnet, der andererseits öffentlich die eigenen Autos ständig schlechtredet, alles bisher Geschehene öffentlich zur „Scheiße“ erklärt und auch sonst mindestens einmal pro Woche öffentlich „Scheiße“ sagt, was würden Sie dann machen? Wie soll ich einer Vereinsführung vertrauen, der ich solche Fragen stellen muss?«

Auch der Vertikalpass hat sich mit den Aussagen des Trainers auseinandergesetzt und mögliche Zitate für die kommenden Wochen formuliert. Dazu wird die Bitte formuliert, doch gefälligst die weisen Worte von MV zu verinnerlichen.

9. Werder Bremen ist wohl mit dem schlechtesten Grundgefühl in die Länderspielpause gegangen. Verloren. In Hannover. Das bedeutet Krise. Tobias Escher hat für den Weser Kurier die Taktik von Viktor Skripnik auseinander genommen: »Wehe, Werder hat den Ball«. Auch Thomas Gaber (spox) nimmt sich der Werder-Krise an und stellt fest: Ob Lemke, Wiese, Pizarro, Eichin oder Ujah – jeder hat seine ganz eigene Sicht auf die Probleme des Vereins.

Am Wochenende tritt Werder in einem Benefizspiel gegen Rasenballsport Leipzig an. Deren Trainer Ralf Rangnick sprach im Vorfeld der Partie mit Andreas Lesch (Weser Kurier) über die tragischen Gründe für das Spiel in Wildeshausen, die Software von Davie Selke und Videoanalysen.

10. Sie haben ein Idol. Sie sind unparteiisch. Und sie können Fehler verzeihen. Die »Brigade Hartmut Strampe« – ein ernsthafter Spaß – in Bild und Ton in einem Sky Inside Report.

11. Ebenfalls mit den Schiedsrichtern beschäftigt sich der Rotebrauseblogger, der wegen eines Zitats von Rasenballsport-Trainer Rangnick hellhörig wurde. Der hatte sinngemäß gefordert, dass sich seine Spieler öfter mal fallen lassen sollten, um einen Frei- oder Strafstoß zu bekommen. Was unfair klingt, ist wohl den allgemeinen Umständen geschuldet. Deshalb fordert der Blogger: »Ein bisschen mehr Darmstadt wagen«.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von Dienstag: Jürgen Kohler wurde 50)

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11 Freunde – Warum die Bayern so überlegen sind.

Field Reporter

»Ich kann die Berichterstattung gelassener einschätzen. Ein junger Spieler dagegen ist sehr sensibel und lässt sich leichter beeinflussen. Ich bin nicht naiv und denke, ich könnte die Medienlandschaft verändern. Ich möchte nur für Verständnis werben, dass hinter den Protagonisten der Bundesliga Menschen stehen, die auch einen weichen Kern haben und es sowohl in positiver, als auch in negativer Hinsicht nicht leicht haben, mit diesem Hype umzugehen. Auch sie sollen ein normales Leben führen können.«

André Breitenreiter im Interview mit Jochen Tittmar (spox) über seinen plötzlichen Karriereeinstieg, den Wechsel von Julian Draxler und Schalker Superlative.

Mixed Zone
Jugendarbeit: Mia san rot über die Nachwuchsarbeit des FC Bayern München.  + + + Kein Schwein: Der Halbangst-Blog über Granit Xhaka. + + + Geburtstag: Über 100 Jahre Schmuckkästchen anne Castroper. (westline) + + + Interview: Mario Götze hat Fehler gemacht. Sagt er selbst. (SZ) + + + Sperre: Lebenslang für einen Amateurspieler. (WDR) + + + Aufregung: Wie die Presse den angekündigten Wechsel von Jürgen Klopp begleitete. (taz) + + + Konsequenzen: Der BVB entzieht Ultras die Auswärtsdauerkarten. (Spiegel) + + + Rückblick: Der 8.Spieltag in 11 GIFs.

#Link11: Good Vibrations

Gute Stimmung (fast) überall. In München frohlockt man, ob der Weitsicht und Präzision von Jerome Boateng, in Köln und Berlin ist eitel Sonnenschein, auf Schalke kann man sich mit einer Heimniederlage arrangieren, in Duisburg geht es vorwärts trotz roter Laterne und selbst ein mittelloser Fußballer im Sudan hört nicht auf, an seinen Traum zu glauben. Alles eine Frage der Einstellung.

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1. Den zeitsouveränen Taktikticker erfindet Constantin Eckner in seinem Rückblick auf den Bundesligaspieltag. Er dokumentiert die Abnutzungskämpfe vom Wochenende und lobt Andre Schürrle für sein Spiel als Neuner (Spielverlagerung). Quarterback Jerome Boateng huldigt die SZ.

2. Andre Breitenreiter leistete dem gesunden Kölner Selbstbewusstsein Vorschub, als er das Stöger-Team in der PK nach dem Spiel als “Topmannschaft” bezeichnete. So ganz trauen, mag Unnatürliche Handbewegung dieser Aussage nicht. Auch in Berlin läuft es besser als gedacht – wer hätte vor der Saison vermutet, dass Vedad Ibisevic und Salomon Kalou ein funktionierendes Sturmduo formen (Tagesspiegel)?

3. Liverpool und Brendan Rodgers gehen getrennte Wege. Die Entlassung hatte sich angedeutet, die Gründe sind mannigfaltig. Eine verfehlte Transferpolitik sehen Cavanis Friseure. Es wurde teuer eingekauft, aber viele Spieler konnten nicht in den Kader eingebaut werden, die zweifelsohne über Qualität verfügen. David Conn sieht eine Identitätskrise und andere Teams, die in Sachen Infrastruktur und Management Liverpool deutlich enteilt sind (Guardian).

4. Die Gewerkschaft der Polizei macht sich Sorgen. Die derzeit veröffentlichten Zahlen der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze verdeutlichen, dass 1700 Polizisten permanent dafür abgestellt werden, die Sicherheit bei Fußballspielen zu gewährleisten (Handelsblatt). Es gibt natürlich noch eine andere Lesart des Berichts (PDF). Im Vergleich zum Oktoberfest ist ein Bundesligaspieltag (weiterhin) ein Kindergeburtstag und die Einsatzstunden der Polizei werden ebenfalls weniger – Hertha Inside wertet aus.

5. Wenn ein Sportdirektor trotz des letzten Tabellenplatzes gelobt wird, muss er einiges richtig machen. Kees Jaratz applaudiert Ivo Grlic für ein offenes Interview, in dem dieser sich am branchenüblichen Sprech orientiert, dabei jedoch auch etwas zu sagen hat und nicht nur hohle Phrasen drischt. Grlic verteidigt sein Festhalten am Trainer und seine Transferpolitik und wünscht sich ein Erfolgserlebnis (Reviersport). Dieses ist auch prompt mit dem Sieg der Duisburger im gestrigen Montagsspiel gegen Paderborn eingetreten (SZ). Alles richtig gemacht. Das gilt nicht für Paderborn, wo Schwarz und Blau viele Probleme und einen wackeligen Trainerstuhl sieht.

6. Welcome United heißt ein Team, das zu Babelsberg 03 gehört und dessen Kader ausschließlich aus Zuwanderern besteht. Als Teil einer Artikelreihe hat die taz der Mannschaft einen Besuch am 4. Spieltag in der Kreisklasse abgestattet. Kreisklassenromantik trifft Flüchtlingsteam trifft Babelsberger Ultras.

7. Jetzt was fürs Auge. In einem Artikel hat die NZZ eine nette Linkliste mit Illustratoren und Zeichnern im Fußballbereich zusammengestellt. Daniel Nyari liefert den putzigen Mini-Kroos und Old School Paninni trommelt für die Prints von miniboro, die ich bisher noch nicht kannte:


8. Die Premier League ist Big Business. Davon sieht man in Liverpool rund um die Anfield Road und Goodison Park wenig. Ron Ulrich hat eine Meile Fußmarsch auf sich genommen und die Menschen getroffen, die zwischen den beiden Stadien leben. Er zeichnet mit Foto- und Videomaterial das Bild einer sinnstiftenden Rivalität und zeigt die Absurdität einer treuen Fangemeinde, die einen Steinwurf vom Stadion entfernt lebt, sich aber kein Ticket für den Herzensverein leisten kann (11freunde). Weiteres Bildmaterial direkt beim Fotografen, der Ron Ulrich begleitet hat (David Oates).

9. “Ich bin eher so der olfaktorische Lerntyp”, habe ich in der Schule mal von einem Mitschüler gehört. Garnicht so abwegig ist es hingegen, das Hören dem Lesen vorzuziehen. Als Neuzugänge für die Podcast-Playlist gibt es den/das aktuelle Glückauf Pils, in dessen Verlauf Torsten Wieland nichts Verwerfliches an der Niederlage gegen Köln finden kann, den popkulturesk-unterhaltenden Spieltagsrückblick des Brennercast sowie die Altmeister vom Textilvergehen, die Unions Niederlage in Braunschweig aufarbeiten.

10.

Brücken und Asphalt zeugen vom Fortschritt durch Öldollars, dem die Konflikte um die Abspaltung des Südsudans im Jahre 2011 wenig anhaben können. Touristen sind noch selten im mittleren Niltal. Um sich diese Welt zu erschließen, bedarf es echter Abenteurerlust.

Hm, der Sudan, beschrieben in einer Touristeninfo. Hört sich nicht wirklich einladend an. Für Dennis France dennoch ein Sehnsuchtsort, die Mentalität der Sudanesen hat es ihm angetan. Der Berliner möchte Fußballspielen, hat einen Profivertrag im Sudan in Aussicht und strandet (Tagesspiegel) – was kein Grund ist, der ihn von einem 2. Anlauf abhalten würde.

11. Wenn eine Lokalzeitung ihrer Chronistenpflicht nachkommt ist das meist…dröge. Ganz anders, meiner Meinung nach, macht es ein Text der Sächsischen Zeitung, der die “Erzgebirgsultras” eines Kreisklassenvereins vorstellt und den unbedarften Leser in Sachen Ultras an die Hand nimmt:

Die aktive Spezies ist meist leidensfähig, hat einen ausgeprägten Hang zur Selbstironie, manche der Gruppierungen sind – so wie beim Dresdner Sportclub – eher linksorientiert. Und alle eint, dass sie auf dem Dorfsportplatz so tun, als stünden sie im Bernabeu-Stadion.

Inwieweit 70er-Jahre Perücken mit der Ultrakultur vereinbar sind, steht auf einem anderen Blatt. Darüber hinaus dokumentiert der Text einen rassistisch motivierten Übergriff auf die Gruppe bei einem Auswärtsspiel (Sächsische Zeitung).

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: William Georg »Jimmy« Hartwig wurde 61)

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Eine neue Folge von Collinas Erben wartet darauf, gehört zu werden.

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Christoph Biermann erklärt, warum die Bayern so überlegen sind (11freunde).

Field Reporter

»Meine Aufgabe […] ist, richtungswegend Klassenerhalt. Und das wird ab heute um 8 Uhr stattfinden.«

Und das ist erst der Anfang. Thorsten Legats Brandrede bei seiner ersten PK als Neutrainer in Remscheid (RP). Ob man nun Kübel mit Spott über ihm ausleeren muss, sei dahingestellt. Eine ganze Reihe von denkwürdigen Neologismen hat er zweifelsohne kreiert.

Mixed Zone
Was macht eigentlich Stanislav Tschertschessow: er ist ab sofort bei Legia Warschau angestellt, Rightbankwarsaw mit einem Porträt + + + Kauczinski, Karlsruhe, Kosequenzen (Spon) + + + Doppelt hält nicht lang: Leonid Sluzki ist die russische Lösung für den vakanten Trainerposten bei der Sbornaja und wird wohl nicht mehr lang ZSKA trainieren (NZZ) + + + Nachruf: auf Rüdiger Raguse, einen engagierten BVB-Fan (schwatzgelb) + + + Trainerwechsel: 1860 München beurlaubt Trainer Fröhling – Benno Möhlmann übernimmt (1860 direkt)

CE073 Push to talk


Eine randvolle Folge mit den Bundesliga-Spieltagen 5 bis 8, der Champions League, einem bemerkenswerten Brief der Hamburger Schiedsrichter, Antworten auf Hörerfragen – und einer Hymne an die Schiedsrichter-Assistenten, live und a cappella von uns intoniert. Wir wünschen größtmögliches Hörvergnügen!
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Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

Wir freuen uns über eure Kritik, euer Lob, eure Wünsche. Sendet uns dazu einfach eine Sprachnachricht.

Links: José Mourinho auf der Pressekonferenz nach dem Spiel des FC Chelsea gegen Southampton — Heinz Kamkes Fünfzeiler zu Collina(s Erben) — Der offene Brief der Hamburger Verbandsschiedsrichter in Sachen Gewalt gegen Referees — Lutz Michael Fröhlich spricht Klartext in Sachen Markus Gisdol — Die Facebook-Seite der Brigade Hartmut Strampe — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

Shownotes: Siehe die Kapitelmarken.

Und jetzt alle:
Sie bleiben ihrer Linie treu:
Aaaaassistennntenn!
Und machen manchen Trainer scheu:
Aaaaassistennntenn!
Der Schiri weiß, es ist Verlass:
Aaaaassistennntenn!
Nur selten machen sie ihn nass,
aus Angst vor Kirchers schwäb’schem Brass.
Sie sind der Weizen und nicht die Spreu.
Sie bleiben der Linie treu.

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#Link11: Todesstern des Südens

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1. Die Bundesliga nach acht Spieltagen: Der FC Bayern hat sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger. Wie konnte es so weit kommen? Christoph Biermann (11Freunde) liefert schlüssige, überzeugende Ansätze zur einen, großen Antwort. Das gestrige 5:1 gegen den BVB erzählt Philipp EItzinger (Ballverliebt) in Form eines taktischen Zwiegespräches der beiden Trainer nach.

2. Eine mittelgute Nachricht: Auf dem Feld war der Primus in der bisherigen Saison gar nicht soo viel besser als die Konkurrenz. Im Allgemeinen sind die Schussstatistiken auf beiden Seiten gut, aber nicht außerirdisch, wie in den Grafiken von Experimental 3-6-1 abzulesen ist. Mehrfach bei den besten Teams zu finden: der Tabellenletzte VfB Stuttgart.

3. Jener VfB sorgte am Samstag bei Hoffenheim in mehrerlei Hinsicht für Verwunderung. Zum einen erreichte der VfB einen Punkt und war in der Nachspielzeit auch von dreien nicht allzu weit entfernt. Zum anderen wurde dieser Punkt ohne die für die bisherige Saison charakteristische spielerische Überlegenheit und ohne grotesk anmutende Chancenvernichtung erreicht. So hält dann auch der Vertikalpass Alexander Zornigers offene Kritik an Timo Werner für ein Ablenkungsmanöver (zum eingebundenen Musikvideo gilt: wir raten ab), während sich der Akademiker-Fanclub gar nicht erst ablenken lässt und die Wahrheit auf dem Platz verortet. Nicht auf dem Platz: Daniel Ginczek, Bandscheibenvorfall (kicker).

4. Aber zurück zum Anfang: Am Freitagabend gelang es dem 1. FSV Mainz 05 als immerhin zweiter Mannschaft in dieser Saison, den SV Darmstadt 98 zu schlagen. Rene Maric (Spielverlagerung) sah das erwartbare Duell zweier immergleicher Ansätze. In Darmstadt nutzt man derweil die Gunst der Stunde und konzipiert einen 33 Millionen Euro teuren Um- und Ausbau des Stadions von 17.000 auf 19.000 Plätze (Echo; zum Vergleich: der FC Augsburg baute sein neues 30.000-Zuschauer-Stadion für etwa 45 Mio).

5. Am Samstagnachmittag setzte Borussia Mönchengladbach seinen Aufwärtstrend mit dem dritten Sieg im dritten Ligaspiel unter André Schubert fort. Unter die Räder kam dabei der VfL Wolfsburg (2:0), dessen Geschäftsführer Sport Klaus Allofs mit der ZEIT in einem lesenswerten Interview nicht nur über den VW-Skandal und seine Auswirkungen auf den Deutschen Meister von 2009 spricht:

ZEIT: Erwarten Sie, dass, wenn im Konzern Einschnitte, gar der Abbau von Arbeitsplätzen drohen, die Debatte über explodierende Ablösesummen und unverhältnismäßig hohe Fußballergehälter wieder beginnt?

Allofs: Dieses, Verzeihung, populistische Gerede läuft ja bereits in den Talkshows. Davon halte ich nichts. Ein Konzern wie VW wird eine solch schwierige Situation verantwortungsvoll und vor allem selbstbewusst meistern.

6. Ähnlich wie das Duell zwischen Bayern und Dortmund angesichts der bisherigen Ergebnisse mit Spannung erwartet worden war, fußte die Spannung vor der Partie zwischen Hannover und Bremen auf dem beeindruckenden Dilemma, dass diesmal nicht beide gleichzeitig verlieren konnten. Niemals Allein springt wie gewohnt kritisch mit dem Frontzeck-Fußball um (»Lange Bälle, kaum Intensität, kaum Qualität«), der diesmal allerdings zu einem 1:0-Sieg reichte. Warum dennoch zu hoffen sei, dass mehrere Posten bald neu besetzt werden, ist bei The Walking Red nachzulesen. Der kicker transkribierte Viktor Skripniks Einschätzung als »Unruhig werden wir nicht, denn wir haben noch viel Zeit und noch sehr viele Spiele bis zum Saisonende« (Stellungnahmen zu allen Partien hier).

7. In ganz anderen Sphären sportlichen Erfolgs bewegt sich derzeit Pál Dárdai. Seine Hertha schlug den HSV nicht nur verdient mit 3:0, sie befindet sich nach Einschätzung von Tim Rieke (Spielverlagerung) durchaus gerechtfertigterweise auf dem vierten Tabellenplatz. Eine bemerkenswerte Entwicklung des Fast-Absteigers aus dem Frühjahr.

8. In Ingolstadt verlor die Frankfurter Eintracht. Bei Eintracht Inside hat sich die Unzufriedenheit mit Spielern, System, Auftritt, Ausstrahlung, mit jeder Sekunde des Frankfurter Spiels, mit dem »Verarschtfühlen« in einen Text niedergeschlagen. Bei Beves Welt wird über den Fußball nicht geschwiegen, den angenehmen wie unangenehmen Umständen einer Auswärtsfahrt aber auf eloquente Weise viel Platz eingeräumt:

Ob des Feiertages waren kaum LKWs unterwegs, wir glitten flott auf der A3 voran, unterbrochen von kleinen Stockungen. Ab und zu dann die Wahnsinnigen, die in der Mitte Schleicher, der Motorradfahrer, der in aberwitziger Geschwindigkeit die Spuren wechselte wie ein Rennfahrer und natürlich Eintrachtfanbusse. Würzburg, Nürnberg, Abfahrt Ingolstadt. Landschaft in herbstgrün zog an uns vorbei, auf einem Parkplatz harrte ein tschechischer PKW ohne Nummernschilder seinem Ende entgegen.

9. Dann kam der Sonntag. Im Schatten des Spitzenspiels wurden zwei weniger bedeutende Partien ausgetragen. Bayer Leverkusen schlug weder den Gegner noch sich selbst vollends und kam zu einem 1:1 gegen den FC Augsburg (RP). Der FC Schalke 04 ist am Ende seiner Siegesserie angelangt, er unterlag dem 1. FC Köln mit 0:3 (tief stehen – schnell umschalten – hoch gewinnen, Tagesspiegel).

10. Die fußballerischen Erben aus den neuen Bundesländern haben sich fünfundzwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung in der Drittklassigkeit versammelt. Die FAZ bringt aus diesem Anlass eine Reportage über den vorsichtigen Optimismus im Ostfußball, die Magdeburger Freude über den endlich erlangten Anschluss an den Profisport und die Dresdner Selbstverständlichkeit eines Wiederaufsteiges in die zweite Bundesliga.

11. Ein Kontrastmittel: Die ZEIT über Chaos auf der Führungsebene, finanzielle Not, windige Deals, Fangewalt und deren Tolerierung beim FC Hansa Rostock.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von Freitag: Ciprian Marica wurde 30)

Bonus-Rätsel

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Reeses Sportkultur – »Der 7. Spieltag in 11 GIFs«

Field Reporter

»[…] zum Beispiel die Fahrt zu Auswärtsspielen mit Sonderzügen, die teilweise kostenlos war. Einige Fans haben allerdings gesagt: Nee, da fahren wir nicht mit, da sind wir unter Beobachtung. Deshalb gab es mit den Bezirksstellen […] immer auch einen regen Austausch vor den Spielen. Am Anfang der Spieltagwoche haben wir uns hingesetzt, den Erkenntnisstand abgeglichen und den Kontakt zur Polizei geknüpft. Bei Auswärtsspielen mit den Dienststellen vor Ort und mit der Transportpolizei, die in den Zügen zuständig war. […] Was den Kampf gegen rechts angeht, sehe ich keinen prinzipiellen Unterschied zu den Methoden, die der Verfassungsschutz anwendet.«

Die 11Freunde im Gespräch mit einem ehemaligen Mitarbeiter der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze des Ministeriums für Staatssicherheit, zuständig für die Beobachtung von Fußballrowdys.

Mixed Zone
Hannover: Martin Kind macht sich keine Sorgen + + + Reading: Daniel Williams eifert seinem früheren Mitspieler Volland nach und trifft nach 11 Sekunden (Guardian) + + + Liverpool: Brendan Rodgers nach mäßigem 1:1 bei Everton (Spielverlagerung) entlassen (Guardian) + + + Madrid: Atlético – Real 1:1 (Spielverlagerung) + + + USA: Vier von sieben FIFA-Großsponsoren fordern von Sepp Blatter einen sofortigen Rücktritt, Adidas und Kia möchten sich nicht anschließen (DLF) + + + DFB: Kader für die beiden Länderspiele (SZ) + + + Bundesliga: Zuschauerstatistiken in NedsBlog + + + Doping: Thomas Kistner im DLF zum Thema und seinem neuen Buch + + +

#Link11: Einig Hemden bügeln!

Ein pickepackevolles Wochenende steht an, danach ist erstmal wieder Länderspielpause. Dafür gibt uns der Sonntag alles, was das Fußballherz benötigt. Mehr dazu später.

Weiter oben gibt es die neuesten Infos von der Ostsee, Hansa Rostock bemüht sich seit einer Woche, in den Schlagzeilen oben mitzuschwimmen. Dazu die Analysen zum Europapokal, zum anstehenden Giga-Germanico gibt es hingegen nicht so viel, allerdings wüsste ich nicht, wer was wann und wo zu #FCBBVB noch nicht gesagt haben soll.

Dreckiger wird es weiter unten, Wettmanipulation, Doping, Mathematik mit Bernd Schuster und und und. Denkt bitte daran, morgen die Hosenfalten aufzubügeln, die Hemden glatt zu streichen, den Anzug herauszukramen und zum 25. Mal die Verbrüderung des Landes feiern.  Zur Feier des Tages heut ganz viel Service am Ende. Wiedervereinigt sich ins Wochenende: Die #Link11.

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1.
Das Thema des Freitags: Hansa Rostock. Gestern trat Vorstandsvorsitzender Michael Dahlmann zurück, die Polizei stand auf der Geschäftstelle. Es fällt auch mir schwer, den Überblick zu behalten. Gegen Dahlmann wird seit vergangener Woche wegen Untreue ermittelt. Über der Nacht war er in der Geschäftsstelle mit unter anderem Roman Päsler, dem Vorsitzenden der Fanszene Rostock gesehen worden. Eventuell, um Dokumente verschwinden zu lassen. Die Journalisten von Ostseezeitung, SVZ und NDR überbieten sich mit Insiderinfos, keiner möchte zitiert werden. Wir stehen am Beginn einer Schlammschlacht um die Macht im Verein.

Klar ist: Die Ultras wollen noch mehr mitreden, als sie das ohnehin schon tun, verkörpert wird dieser Anspruch paradoxerweise jetzt durch den Investor Rolf Elgeti, der die Fanszene (und sich) gestern in einem offenen Brief in Schutz nahm. Kern der Auseinandersetzungen ist der bei den Fans ungeliebte Aufsichtsrat, der entmachtet werden soll. Die Noch-Mitglieder berichten von ekligen Drohungen, von Vogelfrei-Erklärungen, wenn man sich gegen die Schläger der Ultras stellt.

Die Informationen sind alle schwer durchschaubar. Aber die Posse in Rostock ist ein Lehrstück über die schmutzigen Handwerk-Tricks des Fußballgeschäfts, eine Geschichte von gekränkten Egos im Vereinsleben und über den sturen Willen des Kerns der Rostocker Fanszene, der den Aufsichtsrat mit aller Gewalt entmachten will. Eine Übersicht vom turbulenten Gestern mit Stimmen und Videos aus Rostock und der Politik hat der NDR.

Gespielt wird am Wochenende auch: Hansa Rostock trifft auf Dynamo Dresden, nach den Ausschreitungen gegen Magdeburg ein Spiel auf Bewährung. Und am Abend erklärt Marteria im Sportstudio, dass alles nicht so schlimm ist.

2. Wie kommt man nun von Rostock auf Schalke? Vielleicht dadruch, dass es bei S04 derzeit viel ruhiger zugeht, als man das gewohnt ist. Stattdessen läuft es auf dem Feld ganz passabel. Im Mittelpunkt des gestrigen 4:0-Sieges: Franco di Santo. Drei Tore bedeuten dieser Tage auch: Lewandowski-Vergleiche in 3,2,1, Und bitte: Die SZ nimmt die Vorlage dankend an und erklärt auch, warum der FC Augsburg Belgrad nicht schlug, sondern vor allem sich selbst.

3. Der Lokalrivale der Schalker trat mit einer besseren B-Elf bei PAOK an und ist nach dem 1:1 in 14 Pflichtspielen weiterhin ungeschlagen. Könnte man glatt vergessen, wenn man Michael Zorcs Aussagen im Kicker gestern las. Und auch wenn seine Aussagen gerade extrem verkürzt auf den Satz „Wir werden massiv benachteiligt“ durchgereicht werden (er hat natürlich noch viel mehr gesagt), der Zeitpunkt seines kleinen Jammerns vor dem Duell der beiden besten deutschen Mannschaften an diesem Sonntag ist bestimmt nicht ohne Hintergedanken gewählt.

Wer in der BVB-Pyroshow nach der Halbzeit gestern nichts Gutes gefunden hat, kann sich beim Kicker über die nun folgenden Konsequenzen informieren. (Freitagsquiz: Wie viele Synonyme für „Fans“ wie zum Beispiel „Gewaltbereite Chaoten“ findet ihr im Text?)

Unterdessen schießt einer der beliebtesten Fans via Instagram mit scharfen Worten gegen seine Liebe. Kevin „Fischkreutz“ Großkreutz packt in elf Sätze so viel wirres Zeug, das kann ich euch nicht vorenthalten. (Auch hier ein kleines Quiz: Hat er mehr ! als Til Schweiger benutzt? Antworten bitte in die Kommentare.) Sebastian Weßling greift dessen Kritik am BVB trotzdem auf und versucht, die Fanseele zu ergründen.

4. Unterdessen in München:

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La banda del REY!!!!

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Ein Prosit, aber kein Wort zum BVB. Da gab es auch mal andere Zeiten im Vorfeld solcher Spiele. Es ist erstaunlich ruhig. Sowohl beim BVB als auch bei den Bayern könnten schon bald zwei Youngster im defensiven Mittelfeld zu Führungsspielern reifen. Beim BVB ist es Julian Weigl, bei den Bayern bekommt Joshua Kimmich immer mehr Spielpraxis. (Den Kicker-Manager in mir gefällt das). Benedikt Warmbrunn hat gegen Zagreb vor allem die Augen von Kimmich beobachtet und stellt fest: Sollten wir im, na, Blick behalten.

5. Kimmichs vorheriger „Verein“, RB Leipzig, hat mittlerweile mehr als 14 Mitglieder, schließlich war das eine Auflage der DFL im umstrittenen Lizenzierungsverfahren für die zweite Bundesliga. Das pikante: Alle Mitglieder finden sich auf einer öffentlich zugänglichen Liste im Leipziger Beamtendschungel. Das ist ein übler Verstoß gegen den Datenschutz, urteilt der sächsische Grünen-Vorsitzende Jürgen Kasek. Denn: In Leipzig gibt es ja weiterhin auch nicht so freundliche Jungs, die von den RB-Anhängern nicht so viel halten und auf den Listen nun Privatadressen zu sehen bekommen. Die Leipziger Internetzeitung berichtet.

6. Die Spielweise des SV Darmstadt in zwei Sätzen:

» Natürlich gibt es da viele Ähnlichkeiten und Parallelen. Wie bei uns damals in Mainz ist jetzt bei uns in Darmstadt jeder bereit, sich in jeden Ball zu schmeißen und sich ins Gesicht schießen zu lassen, wenn es nötig ist für die Mannschaft. Der Peter Niemayer hat das jetzt erst eindrucksvoll bewiesen, als er  mit seinem Nasenbeinbruch weiterspielen wollte.”

Torwarttrainer Dimo Wache, jetzt bei den Lilien, trifft am Freitag Abend auf seinen alten Klub Mainz 05. Die FAZ hat ihn getroffen.

7. Weiter auf dem neutralen Vormarsch befindet sich die Brigade Hartmut Strampe. Nachdem die ersten kleineren Portale über die Schiri-Ultras („Unsere Qualität, Neutralität“) berichtet hatten, sprach nun auch ZEIT Online mit dem Capo der Gruppe, wenn man so will der Collina der Fanszene. Auch der Reviersport portraitiert die ungewöhnliche Truppe. Das Beste ist: Am Wochenende kann sich jeder der Gruppe anschließen. Beim Spiel des SV Lichtenberg gegen Anker Wismar wird die Sektion Berlin wieder den Schiedsrichter supporten, ein Sky-Team wird filmen. Na, wenn das keine Beschäftigung am deutschen Feiertag ist.

8. Weit entfernt von den hehren Zielen der Brigade Hartmut Strampe arbeiten die Manipulierer im Sport. Wettmanipulation im Fußball ist – ähnlich wie Doping – ein Thema, das weiter verbreitet ist als es viele glauben möchten. Interessanterweise heißen im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung die beiden großen Ziele: Doping bekämpfen und Wettmanipulationen eindämmen. Und das nicht innerhalb der Verbandsgerichtsbarkeit, sondern mit klar formulierten Straftatbeständen: „Sportwettbetrug“ und „Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben“. Das Handelsblatt klärt auf.

9. Vergangene Woche wurde die emotionale Flüchtlings-Pressekonferenz von Christian Streich („Wir waren alle mal Flüchtlinge“) besonders gut geklickt. Gut so! Nun zeigt er das, was viele Flüchtlingshilfen in diesem Land so besonders macht: Einfach mal machen. Der SWR war bei seinem Treffen mit Flüchtlingen dabei. 

10. Und nun zur Fifa. Dort wie immer mehr Fragen als Antworten. Thomas Kistner und Johannes Aumüller stellen einige davon und steigen hinab in das politische Klima von 2011, als sich Michel Platini über 2 Millionen Franken, äh, freuen durfte. (Der Arme: Hat nämlich all die Jahre bloß vergessen, dass er noch Kohle von Sepp bekommt.)

Das beste an der argumentatorischen Verteidigungslinie der beiden Jungs Blatter und Platini: Sie behaupten, der eine hat die Arbeit ordentlich gemacht, der andere hat ihn lediglich dafür bezahlt. Es stinkt so mies zum Himmel, dass diese Logik mittlerweile nicht mal mehr die Mitarbeiter der Uefa für Voll nehmen, weiß die NZZ.

Kenner der Sportverbandslogik wissen dennoch: Platini auf dem besten Weg, Fifa-Präsident zu werden. More to come.

11. Offenbar ebenfalls Probleme mit dem sauberen Addieren und Subtrahieren haben der griechische Fußballverband und Bernd Schuster. Der blonde Engel sollte neuer Nationaltrainer werden, alles schien ausgehandelt. Schuster übte schon den EM-Jubel von König Otto, bis, ja bis die Frage aufkam, ob das Gehalt des Co-Trainers nun von den Bezügen des Chefs abgezogen wird oder nicht. Unerhört! Ferry Batzoglu beschreibt für faz.net die Posse aus Athen. 

Service I

Weil in der #Link11 nicht Platz ist für alle Vereine: Hier der Spieltag der 1. Liga

Freitag: Darmstadt 98 – Mainz 05

Konferenz: Gladbach – Wolfsburg | Hannover – Bremen | Hertha – HSV | Hoffenheim – Stuttgart | Ingolstadt – Frankfurt

Sonntag: Schalke  – Effzeh

Sonntagabend: Bayern – Dortmund | Leverkusen – Augsburg

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Petar Radenković wurde 81)

Meist geklickter Link gestern
Ben Redelings über Cognac und Uwe Klimaschefski bei N-TV.

Field Reporter

»Der Anti-Dopingkampf ist im Fußball noch lächerlicher, als in allen anderen Bereichen, weil es sich der Fußball leisten kann. Der Fußball steht neben allen anderen Sportarten. Er kann es sich leisten, sich allen Reglemntierungen zu entziehen.Er untwerwirft sich auch nicht voll und ganz dem Wada-Code, sondern macht sein Ding. Die Wada hat nur Beobachterstatus. Der Fußball kontrolliert sich selbst.«

Rechercheur Thomas Kistner spricht mit dem BR über sein neues Buch, in dem er seine Recherchen zum Doping im Fußball gesammelt hat.

Service II: Der Wochenendtipp:

Am Samstag gediegen feiern gehen, damit der Sonntag ein gemütlicher Couchtag wird:

Service III:

(Komischerweise hier nicht aufgezählt: FFC Grün-Weiß 76 – THC Franziskaner FC, Sonntag, 10 Uhr)

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen.  + + + Wie gut passt Jürgen Klopp nach Liverpool? (11Freunde) + + +Die  Stadt Essen will nicht sagen, wie viel das Stadion des Regionalligisten gekostet hat und wird deshalb Heimlichtuer des Monats“ („NRW Blickt durch“) + + + Ein Blog über südamerikanischen Fußball, den ich euch heute anlasslos empfehlen kann: Germancopa + + + Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach hat sich das Nasenbein gebrochen und fällt erstmal aus (RP) + + + Nicht enden wollendes Drama um das 18-jährige Hamburger Nachwuchsjuwel Veli Sulejmani, der  gesperrt bleibt und nun überlegt, seine Karriere zu beenden (Radio Hamburg)  + + + Sami Khedira kehrt zurück und gibt Juve Hoffnung (FAZ) + + + Weltfußballer des Jahres: Thomas Müller, Manuel Neuer und Toni Kroos stehen auf der Liste (Sportschau-Tweet) + + +

#Link11: Champions League-Kater

3 Mal in Führung gegangen, 3 Mal trotzdem verloren. Es bleibt, klammern wir den Bayern-Spaziergang aus, ein schaler Beigeschmack. Denkt denn niemand an das UEFA-Ranking? Sind englische Klubs nun doch nicht so schlecht, wie es noch am Mittwochmorgen den Anschein hatte? Die Link11 liefert den Champions League-Nachklapp, den Europa League-Vorklapp, ambivalente Schalker, intrigierende Rostocker uvm.

blogundpresseschau

1. Ein Abend, der eindrucksvoll begann

nahm ein bitteres Ende für Borussia Mönchengladbach. Ein glänzender Joe Hart und ein Elfmeter in der Schlussphase besiegelten die Niederlage der Gladbacher (der Westen). 2. Auch psychologische Kriegsführung half gestern nicht

Manchester United war einfach zu gut für Wolfsburg (FAZ). Von Anfang an bei den Engländern dabei – der Chef auf Abruf – so beschreibt Danial Montazeri die Rolle Bastian Schweinsteigers bei Louis van Gaal und sieht den Ex-Bayern schon als eine Art mitspielenden Trainer (Spon).

Vermarktungstechnisch denkt man in Wolfsburg in Generationen. Die aktuelle Generation der Fußballfans für den VW Klub begeistern? Unwahrscheinlich. Da konzentriert man sich lieber auf die kleinsten und natürlich auf Asien. Ein Auszug aus der ballesterer-Ausgabe mit VW-Schwerpunkt zum Selbstverständnis der Wolfsburger und ihren Vermarktungsplänen.

3. Nach der Champions League ist vor der Europa League. Beim Osteuropa-Check von Futbolgrad ist neben Quarabag Agdam diesmal Augsburgs Gegner Partizan Belgrad an der Reihe. Ob sich in Augsburg für die Europa League wegen der prekären Tabellensituation derzeit keine Sau interessiert, ist nicht überliefert. Fakt ist, es läuft nicht – da sind die Gerüchte um Trainer Weinzierl keine Hilfe (SZ).

4.  In Dortmund atmet man auf. Nach der verbalen Eröffnung mehrerer Nebenkriegsschauplätze in den vergangenen Tagen wird heute wieder Fußball gespielt. In Saloniki erwartet den BVB eine eindrucksvolle Kulisse und bekannte Gesichter. Auch wenn Dortmund nicht in Bestbesetzung antritt, ist man Favorit, meint schwatzgelb.

5. “Ambivalent” beschreibt Schalkes Spielweise in dieser Saison bisher – mal gut, mal schlecht. Torsten Wieland mit einer Ansage an die Fazit-Zieher, Lobhudler und die Krisen-Heraufbeschwörer. Eine weitere Ansage gibt es von anygivenweekend in Richtung der Dortmunder Führungsetage – die populistischen Forderungen nach einer Umverteilung von Fernsehgeldern nach Popularität sind nicht fair sondern nur ein Versuch, sich Vorteile auf Kosten kleinerer Vereine zu verschaffen.

6. Hut ab, Herr Escher, dass man das noch erleben darf – ein Lob für Darmstadt vom Taktikpapst. Zum Ende seiner Bundesliga-Kolumne bei Spielverlagerung bekommt er aber den Bogen und zeigt anhand der Torschussstatistik, dass die Lilien derzeit deutlich besser dastehen als sie sollten.

7. Die Augsburger Fanszene trauert um die bei der Heimfahrt vom Auswärtsspiel in Mönchengladbach tödlich verunglückten FCA-Anhänger. Die eindrucksvolle Anteilnahme zeigt die Augsburger Allgemeine.

8. Profis zum Anfassen und familiäre Verhältnisse bei einem Premier League Klub. Aufsteiger Watford gehört der Familie Pozzo, die auch in Udine und Granada die Fäden in der Hand hält. Ein veworrenes weltweites Scouting- und Leihsystem ist die übergreifende Vereinsphilosophie – und scheint zu funktionieren. Der Tagesanzeiger sprach mit Profi Almen Abdi und zeichnet ein Bild vom Verein und den Pozzos.

9. Hübsch gespielt und doch verloren. Der VfB Stuttgart stirbt in Schönheit. Ist Trainer Zorniger ein Unverbesserlicher oder fehlen seinem Team einfach Erfolgserlebnisse? Der Vertikalpass über das gallische Dorf Stuttgart, wo nicht die Punktausbeute sondern Trainer Zornigers Spielsystem ganz oben auf der Prioritätenliste zu stehen scheint.

10. Massive Sprücheklopferei auf der 10. Wenn Ben Redelings über Uwe Klimaschefski schreibt, kann dabei zwangsläufig nur ein vor Anekdoten strotzender, mit allerhand Sprüchen angereicherter launiger Text herauskommen (n-tv).    

11. Intrigen an der Ostsee. Bei Hansa Rostock arbeiten Vorstandschef Dahlmann, der eine Anzeige wegen Veruntreuung von Vereinsgeldern am Hals hat, Investor Rolf Elgeti und Ultras womöglich zusammen. Dem NDR liegt E-Mail-Verkehr vor, in dem sich die 3 Parteien über die Zusammensetzung eines neuen Aufsichtsrats abstimmen. Passagen aus den E-Mails zitieren die Norddeutschen Neuesten Nachrichten.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Philipp Max wurde 22)

Meist geklickter Link gestern
Jörg Wontorra im Interview bei DWDL.

Field Reporter

»Wir wurden in den vergangenen Wochen durch Schiedsrichterentscheidungen massiv benachteiligt«

Susi Zorc eröffnet vor dem Bayern-Spiel einen neuen Nebenkriegsschauplatz. Im Hintergrund nickt Christian Streich zustimmend (Eurosport und überall anders).

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler schlägt im Brockhaus das Regelwerk der Europa League nach + + + Homestory: heimelige Aufnahmen aus den Privatleben (meist englischer) Fußballer (WAATP) + + + Gedankenspielerei: Wie sich der FC Barcelona, Spieler und Verantwortliche zur Unabhängigkeit Kataloniens positionieren (Zeit) + + + Getrennte Wege: Ciriaco Sforza ist nicht mehr Trainer des FC Thun (watson) + + + Getrennte Wege II: Nach fünf Spielen greift die Kaufoption für Ciro Immobile (Spon) + + + Elfmeterschinden: merke – der Ball ist erst im Toraus, wenn es der Linienrichter anzeigt (sky) + + + Schwarz-Weiß: ein bisschen böser, geldgieriger?! Bundesligaverein gegen rechtschaffene Fans gefällig? Ring frei für den flammenden, aber Fragen offen lassenden, Brief der Mainzer Handkäs-Mafia an den Darmstadt 98, der die Choreo im Gästeblock verbot. + + + Auf die sportlichen Aspekte der Partie beschränkt sich kickschuh + + + 500 Stück: Cristiano Ronaldo erzielte gestern sein 500. Tor (Welt) + + + 100 Jahre alt wurde das FC Bayern-Mitglied mit der Mitgliedsnummer 1 (SZ)

#Link11: How deep is your Luv?

Rücktritt, fünf Stück, Rücktritt, Fünfstück, Rücktritt. Nach einigen mehr als turbulenten Tagen schippert der Seelenverkäufer namens Fußball momentan in etwas ruhigeren Gewässern. Wobei so eine Europapokalwoche natürlich stets das Potential für einen plötzlichen Nachrichtentsunami birgt. Man muss eben alles auf dem Radar haben. Hält so wie immer ihren Kurs: die Link11.

blogundpresseschau

1. Mit 7:1 wurde Bayer Leverkusen im März 2012 beim letzten Aufeinandertreffen Kielholen geschickt; gestern reichte es nur zu einem hart umkämpften 2:1. Dem FC Barcelona wird das letztendlich egal sein – drei Punkte sind drei Punkte sind drei Punkte. Die Sportschau attestiert der Mannschaft von Roger Schmidt trotz Niederlage eine überzeugende Leistung. Der Werksblog11 gibt der beherzte Auftritt im Camp Nou gar ein “gutes Gefühl”.

2. Beim knappen Erfolg gegen die Werkself nicht an Bord: Lionel Messi. Etwa zwei Monate müssen die Katalanen wegen eines Innenbandrisses im linken Knie auf den Ausnahmekönner verzichten. Bei Grantland fragt man sich, ob und wie Messis fehlende Omnipräsenz kompensiert werden kann (Englisch).

3. Wenig Mühe hatte Bayern München wie erwartet beim 5:0 gegen Dinamo Zagreb. Miansanrot lässt die einseitige Partie noch einmal Paroli laufen.

Deutlich spannender scheint es beim kroatischen Rekordmeister im administrativen Bereich zuzugehen. Die Brüder Mamic segeln dort schon seit Jahren hart am Wind – Korruption, Veruntreuung und Betrug lauten die Vorwürfe. Die Geschichte dahinter fasst Spiegel Online zusammen.

Für die nun folgende Überleitung schnallen Sie sich bitte an und halten Ihre Rettungswesten bereit.

4. Apropos Dinamo Zagreb: Thesefootballtimes erinnert an ein verhängnisvolles Ligaspiel bei Roter Stern im Jahre 1990. Zvonimir Bobans Tritt gegen einen Polizisten kostete dem damals 21-Jährigen die Teilnahme an der WM in Italien. Kroatiens Unabhängigkeitsbewegung sah in der Tätlichkeit hingegen ein Symbol für die Auflehnung gegen das Regime (Englisch).

5. Für eine Meldung verlassen wir nun Europa und richten unser Periskop auf die Schweiz: Die FIFA hat ihren früheren Vizepräsidenten Jack Warner bis auf Weiteres lebenslang gesperrt. Die Süddeutsche Zeitung kennt fast alle Details zum Korruptionsskandal.

6. Engelaars Erbe, oder: Zonder talent meetrainen bij FC Schalke 04

7. Das Transferbullauge ist eigentlich bereits seit Anfang September geschlossen, vereinslose Spieler können aber noch verpflichtet werden. Gut für Slobodan Rajković, der beim SV Darmstadt 98 anheuert. Der serbische Abwehrspieler (zuletzt beim Hamburger SV aktiv) unterschrieb gestern einen Vertrag bis 2017 (Darmstädter Tagblatt).

8. Vor rund drei Monaten hat Jörg Wontorra das Ruder beim Sport1-Doppelpass an Thomas Helmer übergeben. Mit DWDL plaudert der 66-Jährige zumeist phrasenschweinfrei über seine Zeit bei der nicht unumstrittenen Fußball-Talkshow.

9. Einfach mal der Brigade Hartmut Strampe zuhören:

»Einfach mal neutral verhalten.«

Deutschlands Die weltweit erste Ultragruppierung für Schiedsrichter im Gespräch mit Regiokick.

10. Carsten Pilger twittert und bloggt regelmäßig über Frankreich, das Saarland und den 1. FC Saarbrücken. Derzeit schreibt er zudem an einem Buch über seinen Lieblingsclub. Das regionale Kleinanzeigen-Blatt Findling für alle hat ihn zu seinem Projekt interviewt.

11. Back- oder Steuerbord? Ein guter Trainer schlägt sie beidfüßig.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Michael Bella wurde 70)

Meist geklickter Link gestern
Wie Würfeln ohne Schach: Die Not mit den Noten (Tagesspiegel).

Field Reporter

»If Michael Caley, Brett Rainbow and I went to a bar with Wayne Rooney and talked like we talk to each other about football, he’d look at us like we were insane and tell us that the game we were talking about had nothing to do with the one he plays. All of that is OK.«

Kevin McCauley hält auf SB Nation ein flammendes Plädoyer für die Akzeptanz neuer, anderer Sichtweisen auf unseren Lieblingssport.

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler googelt “Sorgen”. + + + Mönchengladbach: Raffael als Symbolfigur des Aufschwungs (Tagesspiegel). + + + Vereinstreue: Giggs, Totti, Le Tissier und Co. (Guardian; Englisch). + + + Leverkusen: Interview mit U-19-Trainer Peter Hyballa zur UEFA Youth League (Sport1). + + + Berlin: Hertha-Talent (15) wechselt für Rekordablöse zu Rasenballsport Leipzig (Morgenpost). + + + Theenhausen: Brian Payne ist Fan von Man City und BMG (Haller Kreisblatt). + + +

#Link11: In sicheren Händen

Torhüter als Bündnispartner zur Unterstützung von Flüchtlingen. Tolle Idee.

»In safe hands« nennt Bochums Torwart Andreas Luthe seine Initiative, die sich für neue Nachbarn einsetzen will. (RevierSport) Also: »Raus aus der Deckung«.

blogundpresseschau

1. Der Blatter Sepp will als FIFA-Präsident weitermachen. Er habe sich schließlich nichts zu Schulden kommen lassen. (FAZ) Aber was wäre denn eigentlich, wenn seine Zeit jetzt zu Ende wäre. Der Tagesanzeiger zeigt, dass für die Nachfolge aktuell »nur Funktionäre mit zweifelhaftem Ruf infrage« kämen. DOSB-Chef Hörmann plädiert für einen Rücktritt Blatters und zeigt sich auch bei Platini skeptisch. Der ehemalige FIFA-Reformer Mark Pieth wünscht sich »einen Franziskus« für die FIFA und hat dabei auch deutsche Kandidaten im Blick. (FAZ)

2. Wie eng Sepp Blatter und der nun-wohl-doch-nicht Nachfolger Michel Platini miteinander kooperiert haben, zeigt der Beitrag von Thomas Kistner (SZ). Als »Max und Moritz« waren sie erst Verbündete und dann erbitterte Gegner. Mal gucken wo das noch hinführt.

3.  Fürth konnte sich gestern über den vierten Sieg in Serie freuen. Dieses Mal war Eintracht Braunschweig unterlegen. (kicker)

4. Ein ähnliches Schicksal wollen die deutschen Vetreter in der Champions League vermeiden. Die Frankfurter Rundschau blickt voraus auf die Spiele von Bayer Leverkusen (»Leverkusen mit breiter Brust«) und Bayern München. (»Guardiola will mehr«) Vidal und Rode werden den Bayern gegen Zagreb wohl fehlen. (kicker) André Schürrle will im Old Trafford »alles raushauen« – auch ohne Luiz Gustavo. (kicker) Dort wartet Bastian Schweinsteiger, der bei den Fans von Manchester United wohl gelitten ist. (RP) Auch Borussia Mönchengladbach muss gegen Manchester ran und hofft nach dem Aufwärtstrend in der Bundesliga auch auf einen Umbruch in der Champions League. (RP)

5. Bis vor wenigen Minuten wusste ich nicht, dass es ein »Institut für Fußballmanagement« gibt. Günter Klein (Münchner Merkur) hat es besucht und mit dem Fachbereichsleiter Social Media Marketing gesprochen. Professor Tobias Haupt berät in dieser Funktion unter anderem Oliver Kahn und Hannover 96 und erklärt aus seiner Sicht die Notwendigkeiten und Gefahren der Social Media Kanäle von Sportlern und Vereinen:

»Jemand muss die strategische Mütze aufhaben. Entscheidend ist, dass das Ganze authentisch funktioniert. Es geht nicht, dass das Management für den Spieler Dinge postet und es sich auch so anhört, dass es vom Manager kommt. Die Fans merken das sofort. Beispiele waren: Tranquillo Barnetta, der sich mit einem Tweet beschwerte, dass er nicht eingewechselt wird. Während des Spiels – da war klar, dass das nicht von ihm selbst stammen konnte. Wie soll er auf der Schalker Ersatzbank mit Handy dasitzen? Bei Mario Götze kam es auch mal vor: Er schoss ein Tor, und auf seinem Account war zu lesen: „Juhu, ich habe gerade ein Tor geschossen.“ Das ist natürlich bescheuert.«

6. Ich warte noch drauf, dass sich mal ein Spieler per twitter beim kicker über eine schlechte Note beschwert, denn auch wenn alle immer betonen, dass sie das nicht interessiert, so ist es immer wieder erstaunlich wie oft mit Noten argumentiert wird. Seit Jahrzehnten werden diese Spielernoten vergeben und seitdem es auch noch Managerspiele gibt, die den Netzmanagern Punkte für Tore und Noten ihrer Teams versprechen, werden die Bewertungsmaßstäbe allwöchentlich in Frage gestellt. Christoph Dach (Tagesspiegel) über eine alte Reporteraufgabe, die heute auch Computer übernehmen können.

7. Ob auf Deutschlands Campingplätzen auch die Noten vom vergangenen Fußballwochenende diskutiert werden, weiß ich nicht. Konfliktpotenzial bietet der Fußball den Gartenzwergfreunden aber allemal, wenn die Parzellenbewohner rivalisierenden Clubs die Daumen drücken. Dirk Gieselmann (11 Freunde) hat sich nach Grav gewagt, wo 1000 Liter Wasser aus dem Schalke-Planschbecken in den Garten des Nachbarn schwappen, der es mit der Dortmunder Borussia hält. Unglaubliches Bildmaterial zur Geschichte von Norman Konrad gibt es in einer 11 Freunde-Bildergalerie.

8. Auf dem Campingplatz werden die Rivalitäten mit Frotzeleien ausgetragen. Schade, dass es auf Deutschlands Amateurplätzen immer wieder zu schlimmeren Auseinandersetzungen zwischen Spielern und zu Gewalt gegen Schiedsrichter kommt. Aktuell sorgen Vorfälle in Hamburg für Aufsehen, die der NDR Sportclub zum Anlass genommen hat, sich der Thematik zu widmen und über Probleme und Lösungen diskutiert.

Schön, dass es daneben auch noch schönere Schiedsrichter-Geschichten gibt. Zum Beispiel die von Paul Kluth, der seit 45 Jahren Spiele leitet und auch mit 82 Jahren noch nicht ans Aufhören denkt. (Köln.Sport) Den Profi-Schiedsrichtern widmet sich Alex in seiner Collinas Erben Kolumne für n-tv. Themen sind  Lewandowskis Jubel und die Verletzung von Schiedsrichter Drees.

9. Ein Thema, das immer wieder für Verwunderung sorgt, sind die Bestrafungen von Fußballvereinen durch die DFB-Sportgerichtsbarkeit. Der MSV Duisburg muss für ein geschmackloses Plakat über Rudi Assauer 12.000 €uro Strafe bezahlen. (WAZ) Der Rechtsanwalt Dr.Andreas Hüttl nennt das Urteil »Sportgerichtswahnsinn«, weil »diese Geschmacklosigkeit« »der ordentlichen Justiz sicher keine 100,- € wert« wäre (twitter). Schon im Juni hatte Hüttl Auszüge aus einem Gerichtsurteil des Landgerichts Hannover getwittert. Das Gericht hatte ausgeführt, dass die Sportgerichtsbarkeit »elementaren rechtsstaatlichen Anforderungen nicht genügt«. (twitter)

In diesem Zusammenhang sei auch nochmals auf einen Text von FoFu-Kollege Julian hingewiesen, der in seinem Blog SG Neureich Bimbeshausen fragte, was der Unterschied zwischen den Geschmacklosigkeiten in Duisburg und den Rufen der Fans von 1860 München sei, die Hopp »Sohn einer Hure« nannten.

10. Die Regionalliga ist vom Prinzip her die höchste Amateurklasse in Deutschland. Doch die Anforderungen an die Vereine sind hoch, gilt die Liga doch als Durchgangsstation in den Profifußball. Vereine aus der Provinz tummeln sich neben alten Traditionsvereinen und Zweitvertretungen, viele Vereine wollen nicht rein, andere kommen durch ungerechte Aufstiegsregelungen nicht raus. Ron Ulrich und Thorsten Schaar (11 Freunde) über ein absurdes Konstrukt.

11. Anderes Land, andere Liga, noch gewaltigere Herausforderungen. In Russlands zweiter Liga spielen Vereine die sich über das ganze Land erstrecken. Reisen von der baltischen Enklave bis in die Nähe der nordkoreanischen Grenze gehören dazu, zehn unterschiedliche Zeitzonen werden bespielt. Manuel Veth (futbolgrad) über die Notwendigkeit einer Ligareform.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Andrés Guardado wurde 29)

Meist geklickter Link gestern
Der 7.Spieltag in 11 GIFs.

Field Reporter

»Es ist wichtig zu wissen, wie eine Mannschaft, die das Trikot des FC Bayern trägt, zum Erfolg kommen will. Natürlich hängt das auch immer von der Qualität der Gegner ab: Betrachtet man die U19- oder U17-Bundesligen, aber auch die Regionalliga, hat man da Schwergewichte zu schlagen. Die Spielidee sollte dennoch immer klar ersichtlich sein. Es geht dabei aber nicht primär um Dinge wie Gegenpressing: Das ist für mich die Basis, das muss nach Ballverlust einfach passieren. Es geht darum, wie man es organisiert. Der Erfolg des Gegenpressings hängt davon ab, wie ich meinen Ballbesitz organisiere. Da gibt es wichtige Nuancen, die definieren: Das ist Bayern München, das sieht mehr nach Borussia Dortmund aus, das könnte Hoffenheim oder Leipzig sein.«

Heiko Vogel im Interview mit Fatih Demireli (spox) über Nachwuchsarbeit beim FC Bayern, nationale und internationale Konkurrenz um Talente und neue Ideen aus anderen Sportarten.

 

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich wenig Sorgen.  + + + Refugee representative: Neue Aufgabe für Roberto Hilbert in Leverkusen. (Deutsche Welle) + + + Finnischer Arbeitsethos: Beim FC Zürich hat Sami Hyypiä klare Vorstellungen. (NZZ) + + + Zöseln: In der Schweiz hat Joe Zinnbauer beim FC St.Gallen eine neue Aufgabe übernommen. (Senf) + + + Fußballfluchten: Im Eintracht Museum wurde zu einem Theaterstück über Jörg Berger und zu einer Gesprächsrunde mit Norbert Nachtweih und Stadionsprecher André Rothe zum Thema Flucht(versuche) aus der DDR geladen. (Beves Welt) + + + Analyse: Warum Dynamo Dresden den VfR Aalen deutlich schlug. (Fußball in Sachsen) + + + Plan B: Wo die Ersatzleute ihre Mitspieler besonders gut vetraten: SZ. + + + Verantwortung und Strafe: Was das Zündeln bei Spielen des 1.FC Saarbrücken für den Verein bedeutet. (Das FCSBlog 2.0) + + + Bildband: Schicke Fotos vom Westfalenstadion. (FAZ) + + + Drohung gegen Fotografen: Beim Spiel des SC Freiburg soll Fan-Fotografen in Leipzig das Fotografieren von RB-kritischen Statements verboten worden sein (Faszination Fankurve) Rasenballsport hat sich geäußert und versichert, dass dies keine Vorgabe des Vereins gewesen sei (Faszination Fankurve) + + + Wochenendrebellen: Wer ist das eigentlich? (Fanzeit)

#Link11: Heimnachteil

Neun Bundesligaspiele, sechsmal war der Gastgeber Favorit, aber einen Heimsieg gab es an diesem Wochenende nicht. Köln verspielte zur Eröffnung seine Führung über Ingolstadt, Dortmund ließ sich zum Abschluss den Darmstädter Ausgleich einschenken. Dazwischen konnten auch Wolfsburg, Augsburg, Stuttgart und Frankfurt ihre Favoritenrolle nicht bis in die Stecktabellen der Nation umsetzen. Dazu kamen ein Auswärtssieg Leverkusens bei Werder (3 Niederlagen in Folge sind Bremer Recht), ein Schalker 1:0-Gewinn in Hamburg (Aber bitte mit Sané) und erwartungsgemäße drei Punkte für den FC Bayern in Mainz (gähn?).

Desweiteren: die große FIFA, der kleine DFB, der einzige Ermittler.

blogundpresseschau

1. Der siebte Spieltag also. Der Rasenfunk bespricht ihn mit dem Herthaner Marc Schwitzky und FoFu-David. FoFu-Klaas hat ihn einmal mehr in 11 GIFs verarbeitet. FoFu-Ich habe in ein Diagramm gepackt, wer in dieser Saison wen geschlagen hat.

2. Handeln wir die Bayern ab: Ein Vorsprung von vier Punkten vor dem Rest der Liga ist nach sieben Spieltagen angehäuft. Rechtzeitig also, um die Tabellenführung auch bei einer Niederlage im direkten Duell gegen den BVB nächste Woche zu behalten. Diesmal ging es nach Mainz, wo Rene Maric (Spielverlagerung) einmal mehr ein simples, anpassungsarmes aber sehr solide ausgeführtes Spiel der Gastgeber sah, das aber gegen die auf anderem Niveau soliden Bayern erfolglos blieb. Jonas Beckenkamp (SZ) sieht im Innenverteidiger-Duo Boateng und Martínez die Zukunft der Bayern-Defensive.

3.

Dass Stuttgart sein Heimspiel gegen Gladbach überlegen gestaltete, aber verlor, entspricht dem Geist ihrer bisherigen Saison. Der Vertikalpass zieht den Leser bei seinem Spielbericht mit den ersten drei Absätzen in seinen Bann. Auf Gladbacher Seite nimmt Michael Horeni (FAZ) den Abgang Favres zum Anlass, sich Gedanken über Abnutzung, Auszeiten und Alternativlösungen zu machen – da Trainer ja ohnehin nur beurlaubt werden, warum sollte man sie nicht nach einem Urlaub einfach zurück ins Amt holen?

4. Zwei weitere Klubs aus dem derzeitigen Tabellenkeller trafen in Augsburg aufeinander: Der Fünftplatzierte der Vorsaison unterlag der als Tabellenachte eingelaufenen TSG Hoffenheim mit 1:3. Der Akademiker-Fanclub würdigt den ersehnten Auswärtssieg an sich, ohne über weiterhin bestehende Mängel zu schweigen. Eugen Polanski nannte den aus spielerischer Sicht nicht unmittelbar zu rechtfertigenden Sieg »leider nur erkämpft« – eine Geringschätzung des Kampfes, über die man anderswo nur den Kopf schütteln wird.

5. Beim SV Werder schienen Selbst- und Fremdeinschätzungen zuletzt zu divergieren. Sportchef Thomas Eichin sprach noch vor wenigen Tagen davon, dass die Liga hinter Platz 3 durch den Kampf entschieden werde und sah Bremen für Ambitionen auf diese Plätze gerüstet. Die bisherigen Saisonsiege gelangen gegen die zum jeweiligen Zeitpunkt sieg- und mutlosen Mannschaften aus Gladbach und Hoffenheim, in der englischen Woche wurden alle drei Spiele verloren. Gegner waren dabei zunächst die beiden Aufsteiger, am Samstag folgte nun ein 0:3 gegen Leverkusen. Für Frank Hellmann (FR) bewirbt sich Bremen als Abstiegskandidat. Der Spielbericht von Rautenliebe moniert dabei fehlende Leidenschaft vor Mängeln in spielerischer Hinsicht. Der SV Werder soll also über den Kampf zum Spiel finden. In der Fremdwahrnehmung kann man sich gelegentlich fragen, ob für Viktor Skripnik dabei der Weg das Ziel ist. Er erweckt den Eindruck, den Slogan »Wer will es mehr?« zur Grundfrage des Fußballspiels erhoben zu haben. Wir dürfen gespannt sein, ob das am Ende für Platz vier reicht.

6. Die »Topspiel«-Paarung am Samstagabend führte Hamburg und Schalke gemeinsam in den Volkspark – die Partie lief aber auf deutlich höherem Niveau ab als am Abschlussspieltag der vergangenen Saison. Martin Rafelt (Spielverlagerung) sah sogar Ansätze im Spielaufbau. Hendrik Buchheister (Spiegel) hebt den Jüngsten aus der an Youngstern reichen königsblauen Elf hervor. Schalkes Marco Höger erlitt einen Kreuzbandanriss (Spiegel) – die Hinrunde dürfte für ihn damit beendet sein.

7.

Lassen Sie sich vom Foto nicht verwirren, Dortmund spielte gestern zum Abschluss des Spieltages gegen Darmstadt. Einen Sieg gab es dabei aber ebenso wenig wie im abgebildeten Duell gegen Hoffenheim: 2:2 stand es am Ende. Daniel Theweleit (Spiegel) portraitiert eine Mannschaft, die sich nach 2 Unentschieden, die auf 11 Siege folgten, plötzlich sehr kritisch sieht.

8. Zu den bislang noch nicht abgehandelten Spielen: Sie gingen alle 1:1 aus und waren keine Fußballfeste. Im Eröffnungsspiel des siebten Spieltags trennten sich Köln und Ingolstadt ohne große Highlights mit diesem Ergebnis (Effzeh.com). Hannover, das derzeit wohl schwächste Team der Liga (»Hannover ist insgesamt besser als zuletzt, schlechter ging aber auch nicht«), traf auf einen schwach aufgelegten VfL Wolfsburg und erzielte dasselbe Resultat (Niemals allein). Die Hertha erarbeitet sich in einer Partie auf bescheidenen Niveau einen Punkt in Frankfurt (Tagesspiegel).

9. Der DFB arbeitet derzeit am Aufbau seines Fußball-Museums in Dortmund. Das Projekt konnte einem schon länger etwas geleckt vorkommen (»Der Fußball soll sein emotionales Zuhause hier […] bekommen«, DLF, 13.09.). Nun ist sich der DFB nicht einmal zu schade, einen ausgewachsenen Reisebus seines Sponsors, den die Weltmeister von 2014 nach ihrer Rückkehr nach Deutschland für sensationelle 23 Minuten benutzten, mitten ins Museum zu parken. Lars Spannagel (Tagesspiegel) hat das Kopfschütteln in Worte gefasst.

10. Am Freitagnachmittag wurde bekannt, dass sich Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft gegen Sepp Blatter richten und der FIFA-Präsident diesbezüglich vernommen wurde (als »Auskunftsperson«, eine Schweizer Zwischenform von Zeuge und Beschuldigtem). Die SZ fasst die Lage um den belasteten Blatter und den immer stärker verwickelten Michel Platini zusammen.

11. Für den Spiegel analysiert Jens Weinreich das Verhalten des DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach, der nun seine Fassungslosigkeit und Bestürzung abdrucken lässt und doch Weinreich zufolge »Aufklärung und Reformen aktiv behinderte«.

Field Reporter

»Der deutsche Fußball hat Platini ja demonstrativ immer unterstützt. […] Was sagt das eigentlich über die hiesige Fußballszene aus?« »Man müsste jetzt eigentlich erwarten, dass es einen Aufstand der Anständigen gibt – aber niemand steht auf« – »Also gibt es keine Anständigen im deutschen Fußball?« – »Das könnte damit zusammenhängen, dass es in diesem Milliardengewerbe, das sich selbst kontrolliert und politische Autonomie genießt, nicht allzu viele Anständige gibt.«

Thomas Kistner spricht beim Deutschlandfunk über die Aussagen, die sich anhand der Ermittlungen gegen die FIFA über jene treffen lassen, gegen die nicht ermittelt wird. Auch über denkbare zukünftige Angriffspunkte (Beckenbauer, WM 2006) und die Hoffnung auf die Zerschlagung der FIFA als solche.

Meist geklickter Link letzte Woche
Der letzte Zehner – »Sport Bild Watch«

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von Freitag: Karl-Heinz Rummenigge wurde 60)

Bandenwerbung

Was ist passiert, wenn ein schöner Spielzug entweder zu einer Randnotiz verkommt oder aber bis ins kleinste Detail seziert, und somit für alle Zeiten zerstört wird? Was ist passiert, wenn sich das Misstrauen der Fans gegen alles von oben, und oben meint die anderen Fans, die Vereine, die Ligen, die Verbände, bestimmte, aber einer muss bestimmen!, derart verstärkt hat, dass kein Dialog mehr möglich ist.

Ermittler Dietfried Dembowski hat zum Kongress geladen – »bis wir nicht mehr mit den vögeln ziehen«

Mixed Zone
Stuttgart: Buffy Ettmayer macht sich Sorgen. + + + Rostock: Investor plant Schuldenerlass, falls Ausschreitungen ausbleiben (liga3) + + + Mainz: Hjulmand-Vertrag aufgelöst, kein Wort über Kompensationszahlungen (kicker) + + + Porzellankiste: Auch diese Woche sieht sich ein ehrenwerter Fußballprofi mit sicherlich ungerechtfertigten Vorwürfen konfrontiert (FAZ) + + + Frankfurt: Gedankenspiele zum Stadionausbau (FAZ) + + + Nürnberg: Akademie für Fußballkultur kürt Fußballbuch des Jahres + + + Newcastle: »McClaren having a day out with his carer Siem de Jong«. In meinem Koof wird er von Al Pacino synchronisiert. (Vine) + + + Rostock: Eine Stimme aus dem Anhang des FC Hansa zu den Vorkommnissen rund um die Partie gegen Magdeburg (hansafans.de) + + + Dortmund: Ermittlungsverfahren gegen Reus eingestellt (Polizei DO) + + + Manchester: Der Telegraph seziert ein altes Foto mit van Gaal, Advocaat und zwei dekorierenden Damen + + + Trainerfuchs: Peter Panamera Neururer im Gespräch mit dem DLF + + +

#Link11: Der Fußballgott & Krawall in Liga 3

Auf der Rückfahrt vom Auswärtsspiel in Mönchengladbach sind zwei Fans des FC Augsburg bei einem Autounfall ums Leben gekommen. (Augsburger Allgemeine) Das Fokus Fussball Team möchte an dieser Stelle allen Angehörigen und Freunden kondolieren und wünscht allen Fußballfans, die am Wochenende quer durch die Republik reisen, wie jede Woche eine sichere An- und Heimreise.

blogundpresseschau

  1. Wie schon gestern gebührt die Auftaktempfehlung der #Link11 einem Podcast. Dieses Mal dem Rasenfunk mit der von M-Jay Ost moderierten Episode zum 6.Spieltag, weil er drei hervorragende Gäste zu bieten hat: Marcus Bark, Marc Hagedorn und Link-Elf Julian Ritter sind zu Gast. Also: runterladen, anhören und abonnieren!
  2. Ein großes Thema beim Rasenfunk ist – dank Julian – auch die TSG Hoffenheim. Eine wichtige Frage: Wird in der Bundesliga mit zweierlei Maß entschieden? Darf der Pep Schiedsrichter anfassen und der Markus darf das nicht? Der kicker fasst die Debatte zusammen. Lutz-Michael Fröhlich äußerte sich bei DFB-TV (ab 3:28min) zur Situation. Er meint, dass diese Entscheidung so richtig ist und gegen alle Trainer in selber Art und Weise zu treffen sei.
  3. Warum hört ein Fußballprofi im Alter von 29 Jahren mit dem Fußball spielen auf? Marcell Jansen versucht es im Interview mit Andreas Bock (11 Freunde) zu erklären.
  4. Es gibt keinen Fußballgott. Meint zumindest der Frankfurter Stadionpfarrer Eugen Eckert. Ein Gespräch über begrenzte Sprache, Kindernamen und die Liturgie des Fußballspiels, über Fußball als Religion und die Flüchtlingskrise. (FAZ)

»Arbeitsrechtlich gesehen sind Verträge im Profi-Fußball eine Katastrophe.«

Sagt der auf Arbeitsrecht spezialisierte Rechtsanwalt Dieter Breymann gegenüber der Rheinischen Post. Theoretisch könnte sich Borussia Mönchengladbach deshalb trotzdem von Ex-Trainer Lucien Favre ob seiner Demission Geld holen. Theoretisch. Nach Meinung von Rechtsanwalt Christoph Schickhardt wird es keine Abfindungszahlung von Favre an die Borussia geben. (11 Freunde)
Der Vertrag mit Max Eberl wurde derweil bis 2020 verlängert. (Spiegel) Hoffentlich unter arbeitsrechtlich ordentlichen Bedingungen.
6. Beim Drittligaderby zwischen Osnabrück und Münster kam es nach dem späten Ausgleichstreffer für den VfL zu einem Handgemenge. Ein Gegenspieler in Zivil war auf den Platz gestürmt und schubste einen Preußen um. Der Grund liegt 18 Monate zurück. (Text: SZ, Video: NDR)
7. Die Drittliga-Partie von Hansa Rostock gegen den 1.FC Magdeburg endete im Desaster. Nach Ausschreitungen stand das Spiel kurz vor dem Abbruch. Der Verein zieht nun Konsequenzen aus dem Verhalten der Unverbesserlichen. (NDR / Spiegel)
8.

»Ich bin immer tolerant und kein Fan von Schwarz-Weiß-Denken. Gleichzeitig bin ich kein Fan von der Theoretisierung des Fußballs. Aus meiner Sicht ist das keine Erfolgsstory und deswegen glaube ich, dass der deutsche Fußball mehr und mehr in ein Problem hineinläuft. Viele Ex-Profis haben vielleicht nicht die Zeit oder die Lust, den enormen Zeitaufwand eines Trainers oder Managers auf sich zu nehmen. Mit der Konsequenz, dass Theoretiker ihre Chance bekommen, die sich sehr damit beschäftigen, wie der Fußball funktionieren könnte – aber es selbst nie erlebt haben. Diese Theoretiker kommen zunehmend in den Fußball und es ist klar, dass dadurch die Qualität nicht besser wird.«

Jens Lehmann schlägt im Interview mit Haruka Gruber (spox) in die Scholl-Kerbe, der sich vor wenigen Wochen despektierlich über die Laptop-Trainer äußerte. Klingt nach einer Kampagne, ist aber zum Glück nur ein Teil des Gesprächs, das sich dazu noch mit dem von Lehmann unterstützen Projekt »Kicking Girls« befasst, das Mädchen mit Migrationshintergrund das Fußballspielen ermöglichen möchte.
9. Abdu Wahaab Mahamoud Ali kommt aus Somalia und muss mit 14 Jahren die Flucht ergreifen, weil in seiner Heimat sein Zwillingsbruder erschossen wurde. Eigentlich hatte die Terrorgruppe Al-Shabaab wohl Abdu im Visier, weil der Fußball spielte und nicht für die Islamisten kämpfen wollte. Es folgte eine Flucht über Ägypten und Italien bis nach Deutschland, wo Abdu heute in Hamburg lebt und für einen Oberligaverein spielt.(11 Freunde)
10. Auch Claudio Tamburrini musste vor vielen Jahren aus seiner Heimat flüchten. Er war Torwart des argentinischen Zweitligisten Almagro de mi Vida und machte sich berechtigte Hoffnungen mit seinem Verein in die erste Liga aufzusteigen – bis seine Name auf einer Liste auftauchte und die Militärjunta ihn ohne Prozess in ein Gefängnis steckte und folterte. (Zeit)

»Es gab unter dem Wachen diesen Witz.Sie fragten: ‘Wer ist der Torwart von Almagro?’, und wenn ich sagte ‘Ich’, schlugen sie mir in den Magen und sagten ‘Na dann fang mal den hier!’«

  1. Die Bilder von seinen ersten Auftritten in Manchester zeigen einen jungen Mann mit Zahnlücken und einem fragwürdigen Modegeschmack. Heute ist Cristiano der durchgestylteste Fußballer der Welt – wenn es diesen Ausdruck überhaupt gibt. Dazu spielt er herausragend gut Fußball. Grund genug für Mike L- Goodman (Grantland) die letzten zehn Jahre der Karriere des Ausnahmefußballers Revue passieren zu lassen: »The Evolution of Cristiano Ronaldo«.

Meist geklickter Link gestern
»Sport Bild Watch« wandelt auf den Spuren von Lewandowski und macht heute den Hattrick voll.

Field Reporter

»Ich bin weiterhin verbissen. Aber manche Dinge sehe ich inzwischen anders. Einige nehmen sich in der Bundesliga zu wichtig. Wir Spieler können vielleicht eine Sportart ziemlich gut, das bedeutet aber nicht, dass man außerhalb ein besserer Mensch ist. Das weiterzugeben an die jungen Leute, ist sehr wichtig. Es wird jedoch immer schwieriger.«

Sandro Wagner im Interview mit Michael Ebert (kicker) über »unschöne Abgänge« aus Berlin, eine neue Arbeitseinstellung und das gute Arbeitsklima in Darmstadt

Mixed Zone
Hannover: Alle machen sich Sorgen – außer Michael. + + + 5 Gründe: Warum St.Pauli so erfolgreich ist. (Spiegel) + + + Fußballfotografie: Der Tödliche Pass ruft zur Crowdfundingaktion für ein tolles Projekt auf. + + + Fantalk: Bei den Clubfans United erfährt man im aktuellen Spieltagsinterview Einiges über den FCN, die Arminia und über fanunfreundliche Anstoßzeiten der DFL.+ + + Außenansicht: Wie ein Fußballfan aus Belfast die Fußballvereine in Hamburg wahrnimmt. (These Football Times) + + + Neuanfang: Heiko Westermann über die Herausforderung Betis Sevilla und den Abwärtsstrudel beim Hamburger SV. (11 Freunde) + + + Elfemterstatistik: Salihovic und van der Vaart überraschen neben einigen üblichen Verdächtigen in Europas Top 10. (twitter) + + + Zündstoff: Die Ruhrknappen Bottrop wenden sich in einem Offenen Brief an Vorstand und Aufsichtsrat des SFCV + + + Ungewiss: Die Folgen des VW-Skandals für den Fußball sind schwer einzuschätzen. (FAZ / Tagesspiegel / RP). + + + Neuer Job: Bader geht zu 96. (SZ) + + + Jobgarantie: Winterkorn bleibt im Aufsichtsrat des FC Bayern Münschen. (Spiegel) + + + Jobdiskussionen: Peter Neururer war in München. (SZ) Schupp laut »Sky« entlassen, der FCK dementiert. (SWR) + + + Falschmeldung: Warum Dieter Müller dachte, dass er seinen Rekord verloren hat. (Tagesspiegel) + + + Trauer: Der ehemalige Bundesligaprofi des VfB Stuttgart und Schalke 04, Dragan Holcer, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. (StZ) + + + Einblick: Die FIFA lässt Ermittler an Valckes E-Mails. (FAZ) + + +  Chronistenpflicht: Der 6.Spieltag in 11 GIFs.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Wolfgang Wolf wurde 58. Ob es wohl einen Blumenstrauß vom 1.FC Nürnberg gab?)