#Link11: Nach Stadelheim im Bus

In einer Phase, in der man es nicht leicht hat, die eigene Vorbereitung unzureichend scheint, die Gegenseite die Trümpfe in der Hand hält und erste Medien schon zaghaft die Position im Verein in Frage stellen, tut es gut, seinen Klub auf seiner Seite zu wissen. Daher hat sich Borussia Mönchengladbach trotz der ernüchternden Bilanz von 5 Punkten aus den letzten 9 Spielen dazu entschlossen, den Vertrag mit Lucien Favre zu verlängern (borussia.de). Wessen Vertrag sonst noch so verlängert wurde und wer bald zurücktreten könnte, wer die bessere Fußballkultur und wer den besten Anwalt hat, wer niedergeht und wer mit dem Bus fährt (und noch mehr), lest ihr heute in der Link11.

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1. Der FC Bayern München zog gestern mit einem 1:1 gegen den FC Arsenal ins Viertelfinale der Champions League ein. Ein Bericht des Spielgeschehens findet sich bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. »Der Bayern Blog« hebt hervor: Defensivarbeit stark verbessert, Schweinsteiger gut, Götze nicht. Ein durch einen Zweikampf mit Arjen Robben verursachter Elfmeter in der Nachspielzeit erregte die Gemüter zumindest ein wenig, Markus Hesselmann sieht darin im Tagesspiegel einen Ausdruck der »besseren Fußballkultur« in England. Auch Ulrich H. war im Stadion, um sich das Spiel anzusehen. Wahrnehmbare Reaktionen der Fans auf ihren Präsidenten blieben aber aus, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

2. Die Erkenntnisse des zweiten Prozesstages hat die SZ strukturiert aufgelistet, der Spiegel mit mehr Nacherzählung verarbeitet. Auf den großen Auftritt von Verteidiger Hanns Feigen wird noch gewartet, die FAZ porträtiert ihn derweil. Das »manager magazin« lässt das Geschehen von einem Wirtschaftsrechtler analysieren. In der Frage, ob Hoeneß Präsident des FC Bayern bleiben kann, verhalten sich die Sponsoren bisher zurückhaltend. Aus guten Gründen, wie Klaus Ott in der SZ darlegt. Wie der FC Bayern München in Zukunft ohne Uli Hoeneß aussehen könnte und welche Figuren überhaupt noch im Spiel sind, untersucht Christoph Biermann für 11Freunde.

Auch der heutige 3. Prozesstag in München wird medial begleitet. Zwar scheint die Verhandlung des Bayern-Präsidenten als Topthema abgelöst worden zu sein, an Geschriebenem zum Thema wird es dennoch auch heute nicht mangeln. Wir verweisen auf die laufende Berichterstattung von SZ, Spiegel und Miasanrot.

4. Am anderen Ende des Landes, am anderen Ende der finanziellen Möglichkeiten, am anderen Ende der Gesellschaft – auch dort wurde Fußball gespielt. Ein anderer, sicherlich technisch und taktisch weniger ausgereift, mit weniger Zuschauern, weniger Geld, ohne einheitliche Trikots. Der Übersteiger und der Magische FC waren trotzdem vor Ort – aus gutem Grund.

5. Im zweiten Spiel des gestrigen Abends gewann Atlético Madrid auch das Rückspiel gegen den AC Mailand und steht damit erstmals seit 1997 im Viertelfinale (dpa/FAZ). Heute Abend spielt dann der von Bayer finanziell bezuschusste Klub aus Leverkusen sein Rückspiel gegen den Pariser Klub im Besitz von Qatar Sport Investment. Den verantwortungsvollen Umgang mit dem 0:4-Zwischenstand im Sinne der Reputation von Verein und Liga stuft Stefan Klüttermann in der Rheinischen Post als Charaktertest ein. Parallel tritt auch der FC Barcelona zum Rückspiel gegen Manchester City an. Dabei sind der katalanische Klub und insbesondere Messi auch nicht mehr das, was sie mal waren, findet Florian Haupt in der Welt. Mindestens genauso unzufrieden können aber auch die Fans von Manchester City sein, wie Kit Holden im Tagesspiegel schildert.

6. Die Niederlande waren lange Zeit ein Vorbild für den europäischen Fußball. Sie schafften es nicht nur, aus einer verhältnismäßig kleinen Bevölkerung heraus eine überragende Nationalmannschaft zu stellen, sondern sorgten insbesondere vertreten durch Ajax mit Erfolg für Innovation. Die etablierte Rolle der niederländischen Liga als Sprungbrett für junge, talentierte Spieler scheint in den letzten Jahren aber verloren gegangen zu sein und die Eredivisie verliert international an Bedeutung. In Bed With Maradona über den laufenden Niedergang einer großen Fußballnation.

7. Zum Themenfeld Fangewalt und Extremismus hat der MSV Duisburg eine öffentliche Erklärung abgegeben. Unter Bezugnahme auf verschiedene Ereignisse der jüngeren Vergangenheit schildert der Verein seine Reaktionen darauf, seine zukünftig geplanten Aktionen und betont sein Leitbild. Die Erklärung im Wortlaut mit einem einleitenden Kommentar findet sich im Zebrastreifenblog.

8. Im Rahmen des derzeit angesagten Mottos »Die Bundesliga ist doch nicht die beste Liga der Welt« schreibt Michael Ashelm für die FAZ, was die Premier League der Bundesliga derzeit voraus hat. Das südamerikanische Portal »Pasión Libertadores« hat seine Wahl bereits getroffen: Die Bundesliga sei die langweiligste Liga Europas.

9. Zwei kaum beachtete Meldungen rufen die Clubfans United in Erinnerung – und zur Diskussion darüber auf: Zum einen geht es um den Verteilungsschlüssel für Gelder aus der Auslandsvermarktung (siehe auch Horizont.net), zum anderen um die Überlegungen mehrerer Bundesligavereine, ihre U23 aus dem Spielbetrieb zurückzuziehen.

10. Im Vorlauf des niedersächsischen Derbys bei Eintracht Braunschweig hat sich die Vereinsführung von Hannover 96 dazu entschieden, Karten für den Gästeblock nur in Verbindung mit einer Busreise zu verkaufen und die Eintrittskarte erst im Bus auszuhändigen. Die Fanhilfe Hannover fragt nach. Die Karten für das Champions-League-Finale dagegen sind für neutrale Zuschauer auch ohne Bus kaum zu erreichen: Im mehr als 60.000 Zuschauer fassenden Estadio da Luz sind nur 3.000 Plätze im freien Verkauf erhältlich (sid/RP).

11. Erst misslungenes, dann beispielhaftes Fair Play war am Wochenende in einem Spiel der italienischen Serie D geboten, die als fünfte Liga die höchste Amateurklasse darstellt. Es traten an: Fersina Perginese und Dro. (YouTube) Who Ate All The Pies hat gleich zehn Fälle fehlgeleiteten Fair Plays mit Bewegtbildmaterial aufgelistet.

 

Meist geklickter Link gestern:
»Wir werden nicht mit Ihnen heulen!«, der Kommentar des zukünftigen taz-Chefredakteurs Andreas Rüttenauer war gestern der Renner.

 

Bandenwerbung:
Alex Feuerherdt, der mit Collinas Erben zuletzt am Freitag mit Folge 47 in Erscheinung trat, war bei Sportradio360 zu Gast.

 

Field Reporter

Spätestens jetzt ist es Zeit, sein öffentliches Amt beim FC Bayern München niederzulegen. (…) Die Vorbildfunktion des Sports ist durch Hoeneß bereits stark beschädigt.

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Weitere Reaktionen und Rücktrittsforderungen aus der Politik zum Prozess von Uli Hoeneß gibt es auf tagesschau.de.

 

Mixed Zone:

Mehr zu tun: Die Zweierkette erinnert an Neuers stärkstes Achtelfinale + + + Mehr zu heilen: Eintracht Frankfurt muss kurz (Schwegler) oder lang (Anderson) auf Spieler verzichten (FAZ) + + + Mehr wie Meier: Trainer Alan Pardew wird wegen eines Kopfstoßes gegen einen Spieler gesperrt (SpOn) + + + Mehr als 33: Tomáš Rosický verlängert seinen Vertrag beim FC Arsenal um zwei Jahre (SZ) + + + Mehr als Milch: Eine Bildergalerie mit dem zutreffenden Titel »Footballers & Milk« bei No Standing + + + Mehr als Nerdkram: Auf der CeBit zeigt sich: die ganze Nationalmannschaft wird verkabelt (dpa/KStA) + + + Mehr als emotional: Dirk Kuijt gibt an, beim Duell zwischen Trabzonspor und Fenerbahce seien die Spieler seien weniger mit dem Spiel als mit ihrer eigenen Sicherheit beschäftigt gewesen. (SZ) + + + Mehr als Danke: Blogger Heinz »Ich bin drei Affen« Kamke bricht sein Schweigen und schreibt über ein Spiel des VfB + + + Mehr als ernüchtert: Der VfL Bochum verliert das Spiel gegen Fürth und den Anschluss an die Liga. (Commando Bochum) + + + Mehr als Laufen: Martin Keller, einer der besten deutschen Sprinter, ist nebenbei Fußball-Schiedsrichter (MDR) + + +

#Link11: Allesaußerfußball

Es tut mir Leid, liebe #Link11-Leser. Von Herzen. Wirklich. Ich muss euch heute nochmal mit einem Thema belästigen, das nur am Rande etwas mit Fußball zu tun hat. Der Prozess gegen Uli Hoeneß bestimmt die Schlagzeilen. Da wird selbst die Champions League zur Randnotiz.

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1. Der erste Prozesstag ist vorbei, das Erstaunen ist groß: Uli Hoeneß hat noch mehr Steuern hinterzogen, als die Öffentlichkeit gemutmaßt hatte. Bastian Brinkmann (Süddeutsche) erklärt, wo die neue Summe herkommt. Eine sehr gute Zusammenfassung des ersten Prozesstages gibt es bei Miasanrot. Gisela Friedrichsen (Spiegel Online) war am ersten Prozesstag vor Ort. Heribert Prantl (Süddeutsche) nennt den Prozessauftakt ein „Desaster im Champions-League-Format“ für Hoeneß. Der bissigste Kommentar stammt indes von Andreas Rüttenauer (taz). Oliver Fritsch (Zeit Online) glaubt, dass Hoeneß auch aus dem Gefängnis eine wichtige Rolle bei den Bayern spielen wird. Christian Eichler (FAZ) trägt die Reaktionen von Guardiola und mehreren Bayern-Spielern zusammen.

2. Heute geht es mit dem zweiten Prozesstag weiter. Liveblogs gibt es bei Miasanrot, Sportinsider, Spiegel Online und der Süddeutschen.

3. Uli Hoeneß macht das heutige Spiel der Bayern gegen Arsenal fast vergessen. Pep Guardiola möchte verhindern, dass die Bayern erneut so schlecht ins Spiel starten wie im Hinspiel, schreibt Philipp Schneider (Süddeutsche). Die Abendzeitung München fragt sich, wer den Bayern überhaupt noch gefährlich werden könnte.

4. Gestern wurde auch Fußball gespielt. Greuther Fürth schlägt den VfL Bochum mit 2:0. Die Bochumer taumeln langsam, aber sicher in Richtung Abstiegsränge. Michael Eckard (DerWesten) berichtet aus dem Stadion. Die 5-Freunde-im-Abseits wundern sich, dass Neururer erst jetzt nachdenken will.

5. Die DFB-Elf steht im Finale! Zumindest im Algarve-Cup. Die deutschen Frauen gewinnen auch ihr letztes Gruppenspiel gegen Norwegen mit 3:1, für’s Finale qualifiziert waren sie bereits vor dem Spiel. Die Spielfeldschnitte fasst die letzten Ergebnisse zusammen. Im Finale treffen sie auf Japan.

6. Nachtrag zum Bundesliga-Wochenende: Die Clubfans United versuchen, die Leistung von Nürnberg einzuordnen. Verdiente Niederlage oder doch gut gespielt? Immerhertha freut sich, dass Thomas Kraft durch die Konkurrenz im Team zu Höchstleistungen getrieben wird. Stefan Hermanns (Tagesspiegel) meint, Kraft könne sich vor allem deshalb auszeichnen, weil die Berliner Feldspieler derzeit wenig überzeugen.

7. Nachtrag zur Entlassung von Thomas Schneider beim VfB Stuttgart: Daniel Reimann (Spox) meint, mit der Entlassung siege der Pragmatismus über die Stuttgarter Prinzipien. Der Brustring hat seine persönliche Sicht der Dinge verfasst. Thomas Schneider indes hat einen Brief an die Mitarbeiter der Geschäftsstelle geschickt (s. Stuttgarter Zeitung). Kai Butterweck (Indirekter Freistoß) hat Presseerzeugnisse zu dem Thema gesammelt. Roland Zorn (FAZ) erläutert, was Huub Stevens in den vergangenen Tagen so alles gemacht hat.

8. Zwischen dem FSV Mainz und Eintracht Frankfurt ist ein bizarrer Streit ausgebrochen: Die Frankfurter behaupten, Mainz habe mehr Geld als sie zur Verfügung. Christian Heidel wehrt sich und stellt klar, dass der Personaletat der Mainzer wesentlich kleiner sei als jener der Eintracht. Uwe Martin und Daniel Meuren (FAZ) fassen den Streit zusammen.

9. Nicht nur Uli Hoeneß beschäftigt die Gerichte. Der Fall „SV Wilhelmshaven gegen die Fifa“ geht in die nächste Instanz. Der norddeutsche Klub zweifelt die Praxis der Ausbildungsentschädigungen an. Benjamin Kuhlhoff (11Freunde) berichtet über den Fall.

10. Claudio Taffarell, als brasilianischer Torhüter Weltmeister 1994, spricht mit Sebastian Knoth (11Freunde) über Spielmanipulationen und die Kunst, einen Elfmeter zu halten.

11. Wir sind wieder beim Thema Hoeneß angelangt. Mutti der Libero berichtet, der „FC Bayern kauft Hoeneß-Richter für 37 Millionen Euro“. Damit schließt sich der Kreis dieser #Link11.

Meist geklickter Link gestern:

„Unerwartet wundervoll“ fand Anygivenweekend eine Geste von Aaron Hunt. Unerwartet oft habt ihr auf den Link geklickt.

Field Reporter

Er ist clever, smart, gutaussehend. Er könnte zur neuen Identifikationsfigur werden. Er hat das gewisse Etwas.

Jörg Stil adelt den neuen Torwart von Gladbach, Yann Sommer. Karsten Kellermann (RP-Online) stellt den Neuankömmling vor.

Mixed Zone

Blog-Jubiläen: Web04 feiert den 1000. Beitrag, Endreas Müller den zweiten Geburtstag seines Blogs. Herzlichen Glückwunsch! + + + Platzsturm: Twounfortunates verteidigen Fans, die in der Euphorie des Sieges auf den Platz drängen.  + + + Ermessensspielraum: Herbert Fandel lässt die Kritik von Christian Streich nicht unbeantwortet (siehe u.a. Frankfurter Rundschau). + + + „Ein Duft von Europa“: Der FC Parma ist auf dem Weg, sich für die Europa League zu qualifizieren. Dies sei der Verdienst des Trainers, meint Tom Mustroph (NZZ). + + + Rauswurf: Der Gegner von Borussia Dortmund, Zenit St. Petersburg, entlässt Trainer Spalletti (siehe u.a. Ruhrnachrichten). + + + Money, Money, Money! Die Bundesliga verdient mehr Geld mit der Auslandsvermarktung als je zuvor. Nun wird ein neuer Schlüssel angewandt, um das Geld zu verteilen (siehe u.a. Spiegel Online). + + +  Mode: Orange ist das neue Schwarz (laut Dan Leydon Illustrations).

#Link11: Uli und Uwe und Sepp und Huub

Uli Hoeneß wird ab heute der Prozess gemacht. Hans Leyendecker und Annette Ramelsberger (Süddeutsche) über die Rahmenbedingungen des Verfahrens. Christian Teevs und Heike Janssen (Spiegel Online) liefern in einem Multimedia-Beitrag die Hintergründe.

Nun: zurück zum Sport.

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  1. Aaron Hunt wollte einfädeln. Hat nicht geklappt. Den fälligen Elfmeterpfiff wollte er deshalb nicht akzeptieren. Der Werderblog zollt Respekt. Dank gibt es von Any Given Weekend.

  2. Die Bayern klettern im Club Elo All-Time Ranking auf Platz 2. Es ist also tatsächlich ein Zweikampf mit Madrid. Schalke schüttelt sich.

Auch in Wolfsburg schüttelt sich der VfL Anhang nach zwei Mal sechs Gegentoren in Folge und freut sich im Wolfs Blog über eine tolle Stimmung und eine tolle 1.Halbzeit. Die Freude teilen sich die Wolfsburger mit Miasanrot, wo man 60 Minuten einen „erhofften Gegner“ bespielen durfte. Der Bayern Blog lobt vor allem Manuel Neuers Rolle als mitspielenden Torwart.

  1. Ein Eckball trudelt in der 82. Minute durch den Fünfmeterraum. Ein Braunschweiger bringt ihn über die Linie. Unentschieden in Stuttgart. Zu wenig für den VfB. Trainer Schneider muss gehen. Manager Bobic steht in der Kritik und musste einen alten Bekannten als neuen Trainer akzeptieren: Huub Stevens. (Spiegel) Philipp Selldorf (Süddeutsche) nennt die Wahl des Niederländers eine „Vollbremsung im Stuttgarter Internat“.

  2. Im ersten Sonntagsspiel konnte der Fast-Kölner Eric Maxim Choupo-Moting seinen Fehler wieder gutmachen. (FAZ) Nach der Niederlage des SC Freiburg gegen Borussia Dortmund bekommen altbekannte Verschwörungstheorien wieder Futter. (tazFR)

„Wer so ein Spiel gewinnt, wird Meister – aber das geht ja nicht“

Jürgen Klopp über den Auswärtssieg der Borussia. (RP)

  1. Kleine Sensation im FA Cup. Zweitligist Wigan schmeißt Manchester City aus dem Wettbewerb (Guardian) Michael Cox (Guardian) erklärt die taktischen Kniffe des deutschen Trainers Uwe Rösler.

  2. Tim Lewis (Guardian) beschreibt wie Computer Analysten die Fußballclubs der Premier League übernommen haben.

  3. Wie ein Greis Essen und Schalke versöhnt – Ron Ulrich und Dirk Gieselmann (11 Freunde) über Oppa Pritschikowski, pardon: Oppa Luscheskowski.

  4. Das Shift Fotoprojekt sucht Unterstützer für einen Bildband über die „sozialen und urbanen Veränderungen im Vorfeld der Mega-Sport-Events 2014 und 2016 in Brasilien“.

  1. Das Bochumer Magazin “WIR HELDEN” – über die “wahren” Fußballhelden im Amateurfußball – befasst sich in seinem aktuellen Heft Nr. 11 (Erscheinungsdatum 03.03.2014) in der Titelstory unter der Überschrift “Einer von 11″ diesmal mit dem Thema „Homosexualität im Amateurfußball“. (via janforth.de)

  2. Gewalt und Fanatismus im deutschen Fußball in den Jahren 1919-1939 – Das Südkurvenbladdl über einen Vortrag von Rudolf Oswald.

  3. Große Fußballer von Riquelme bis Messi im Stile der Grafik-Cover von El Gráfico bei Paladar Negro.

 

Bester Link am Wochenende: 

Schalke gerät wegen Putin in Verlegenheit. (SZ)

Field Reporter

Es geht jetzt schon bereits ein kleiner Teil an die Ligen. Aber noch zu wenig. Zwischen 30 und 50 Millionen pro Saison kann ein Klub in der Champions League verdienen – das ist mehr als unser gesamter Personal-Etat. Der Alleinvertretungsanspruch dieser Klubs, die sich dann Jahr für Jahr dafür qualifizieren, mehr Geld erwirtschaften, mehr Sponsoringeinnahmen haben, lässt die Lücke zum Rest uneinholbar groß werden. In dieser Situation stecken wir bereits.

Dirk Dufner im Interview mit spox über die Trainerfindung, Scouting und finanzielle Ungleichgewichte in der Bundesliga.

 

Bandenwerbung:

Collinas Erben waren am Sonntag bei DRadio Wissen zu Gast und durften über unseren Schiedsrichter Podcast, den Videobeweis und lobenswerte Geständnisse berichten. + + + Seit Freitag steht auch die 47. Folge von Collinas Erben zum Download bereit.

Mixed Zone:

Neu im Blogosquarium: Fußballromatik über „Die Situation im Abstiegskampf“. + + + Antisemitische Beleidigungen: Ein Wolfsburger Ratsherr hat einen VfL-Fan wegen Volksverhetzung angezeigt. (Wolfsburger Nachrichten) + + + Ohne Lampenfieber: Giovanne Elber trifft Trainer Baade. + + + Lauf, Gareth, lauf: Der letzte Zehner zeigt sich fasziniert von Gareth Bale. + + + Niederlagen: Klose und Gomez verlieren (Spiegel) + + + Überholmanöver: Atlético überholt Barça (Süddeutsche) + + + Konter: Mesut Özil reagiert auf Kritik auf dem Platz. Felix Magath verliert trotz Holtby Hütte schon wieder. (FAZ) + + + Verantwortung: Sepp Blatter sprach bei einem Vortrag in Mönchengladbach über die soziale Verantwortung des Fußballs und die Abschaffung des Elfmeterschießens. (Deutschlandfunk)

 

#Link11: Die Leichtigkeit des Seins

Nietzsche sprach von der ewigen Wiederkunft, Kundera sprach von Ost und West; wenn wir von der Leichtigkeit des Seins sprechen, meinen wir natürlich: Fußball. 11x auf dem Platz und 7x auf der Bank. Der Kader für heute, bittesehr:

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1. Es ist nicht leicht, Joachim Löw zu sein. Immer diese Widerstände, Widerstände, Widerstände! Und das rund 3 Monate vor Beginn der WM. Christof Kneer in der Süddeutschen über verzagte, allzu lässige Weltstars und alte Probleme der Nationalmannschaft. Stefan Hermanns sieht zumindest die Rückkehr einer alten Tugend als Hoffnungsschimmer. (Tagesspiegel).

Peter Ahrens über die neue Strategie des ewigen Bundestrainers (Spiegel). Raf Honigstein ordnet die gefühlte Niederlage gegen Chile auf ESPN ein.

2. Es ist nicht leicht, Timo Werner zu sein. Jung, beliebt, und mit Unterzeichnung seines ersten Profivertrages an seinem gestrigen 18. Geburtstag auch noch reich. Wäre da nur nicht die Situation seines Herzensvereins. Der diesmal konsequent auf die Jugend setzen will, mit dieser Jugend aber momentan ein Spiel nach dem anderen verliert. Auf Werner lastet die Hoffnung der Massen. Er könnte erst einmal die Kerzen auspusten, aber es sind keine da. (Stuttgarter Zeitung).

3. Es ist nicht leicht, Ultra bei Werder zu sein. Nach der Pyrotechnik beim Heimspiel gegen den Hamburger Sportverein haben sich die Verantwortlichen an der Weser dazu entschieden, den beteiligten Gruppierungen das Vorkaufsrecht für Auswärtskarten zu entziehen und bis auf Weiteres Choreografien und Blockfahnen zu verbieten (Stadionwelt). Sollten sich die Vorfälle wiederholen, könnte es zum Bau eines Zaunes vor der Ostkurve kommen, deutet Werders Präsident Klaus Fischer an (Kreiszeitung).

4. Es ist nicht leicht, die DFL zu sein. Um bei der Auslandsvermarktung der Bundesliga in bisher mit diesem Premiumprodukt noch unterversorgten Gegenden Fortschritte zu machen, schickt der Ligaverband nun Werder Bremen auf eine bezuschusste Werbefahrt ins Reich der Mitte (Kreiszeitung). Auch Bayer Leverkusen wird im Sommer Fernasien bereisen: Die Werkself macht sich auf den Weg nach Südkorea (sid/RP).

5. Es ist nicht leicht, Sanel Kuljic zu sein. Jetzt muss der ehemalige Nationalspieler Österreichs doch ein Geständnis ablegen. So ein wenig war er doch in den aktuellen Wettskandal in der Alpenliga verwickelt. (Nachrichten.at) Ex-Profi Dominique Taboga, der zwischenzeitlich mal im Gefängnis war, äußertes sich gestern erstmals und stellt die Frage: 600€ Siegprämie oder 7.000€ fürs Nichtstun? (Kurier)

6. Es war nicht leicht, Joachim Hopp zu sein. Erst auffe Maloche, und dann auffen Platz. Und dann auch noch beim MSV. Die gute alte Zeit. Damals als Hopp der letzte Überlebende einer untergegangenen Welt war. Bei den 11 Freunden blickt Hopp noch einmal zurück. Die Musik heute ist großer Mist!

7. Es ist nicht leicht, Matthias Sammer zu sein. Wie man es macht, es ist verkehrt. Es ist so einfach, Matthias Sammer zu sein. Wie man es macht, es riecht nach Erfolg. Heute macht Sammer sich Sorgen um die Bundesliga. Auf seine Art und Weise. Die Süddeutsche hat Sammers Aussagen aus einem Sport 1-Interview aufgeschrieben.

8. Es ist nicht leicht, Jens Keller zu sein. Wie man es macht, niemand dankt es einem.  Der Schalke-Trainer ist ein moderner Don Quijote, und das Schalker Umfeld  seine Windmühlen. Der Schalker-Trainer im Gespräch mit der WAZ. Für die Königsblauen geht es am Wochenende gegen die Tormaschine Hoffenheim. Schalke wird eine deutliche Reaktion zeigen, verspricht Kapitän Höwedes (Ruhr Nachrichten). Doch web04 vermutet dahinter Parolen und hat Reaktionen zusammengetragen.

9. Es ist nicht leicht, Tran Dinh Dong zu sein. Der Song Lam Nghe An-Spieler darf die nächsten 28 Spiele seiner Mannschaft von der Tribüne verfolgen. Brichst Du ihm das Bein, brechen wir Deine Karriere, sagt der vietnamesische Fußballverband (BBC) .Wenn man sich das Video anschaut, dann geht die Sperre durchaus in Ordnung. (Youtube)

10. Es ist nicht leicht, QPR-Fan zu sein. Der englische Zweitligist macht 2013 65.000.000 GBP Verlust, und hat Gehaltskosten von 68.000.000 GBP (BBC). Thomas Hitzlsperger erzählt dazu eine kurze Anekdote. (Twitter)

11. Es ist nicht leicht, Wladimir Putin zu sein. Jetzt will ihn nicht einmal mehr die Schalker Mannschaft besuchen. Horst Heldt sagt dem russischen Präsidenten ab. (Ruhr Nachrichten). Der Brief an den Ehrenrat wird in der Zwischenzeit in der internationalen Presse rumgereicht. (World Soccer / ESPN FC) Und die Süddeutsche Zeitung fasst die aktuelle Gemengelage zusammen.

 

Bester Link gestern: 
Es ist nicht leicht, deutscher Nationalspieler zu sein. Oliver Fritschs Text über den Warnschuss in Form eines Freundschaftsspiels bei der ZEIT war gestern Nummer eins.

 

Field Reporter

Ich hab die Vermutung dass es genauso endet wie bei G*tze. Lewy wird bis zum Ende der Saison nicht mehr spielen und da haben die Bauern mit Sicherheit ihre Finger im Spiel.

Es ist nicht leicht, Borussia Dortmund-Fan zu sein. gotNOS? aus Bielefeld präsentiert im schwatzgelb.de-Forum die Fußball-Verschwörungstheorie der Woche.

 

Mixed Zone:

Schwankungen: Es ist nicht leicht, Adidas zu sein. Gerade jetzt, da in Südamerika Währungen abgewertet werden, berichtet der Sportinsider + + + Vergessen: Es ist nicht leicht ,eine Bundesliga-Legende zu sein. Eine neue Seite schafft Abhilfe. Legenden der Bundesliga. + + + Die graue Maus: Es ist nicht leicht, Bochum-Fan zu sein. Jetzt verabschiedet sich Ansgar Schwenken von der ehemaligen grauen Maus der ersten Liga. Commando Bochum fragt sich, wie das jetzt zu bewerten ist. + + + Oscar: Es ist nicht leicht, Fußball-Fan in Zeiten von Social Media zu sein. Man verliert so schnell den Überblick. Die 11 Freunde haben die wirklich wichtigen Bilder der größten Stars der Woche in einer liebevollen Klickstrecke zusammengefasst. + + + Steuerzahler: Es ist nicht leicht, Stefan Kuntz zu sein. Er muss laufend Gelder von der öffentlichen Hand eintreiben, Spieler kaufen und verkaufen und mit ansehen, wie sein Verein trotz massiver Transferausgaben in der zweiten Liga festsitzt. Jetzt kommen wieder mal Kritiker, die meinen, die Deals mit Stadt und Land seien nicht ganz sauber. (FAZ) + + +

 

#Link11: Pfiffe in Stuttgart

Deutschland gegen Chile. Wer möchte, kann sich die vollen 90 Minuten des Spiels noch einmal hier ansehen. Wer lieber lesen möchte, ist dagegen bei der #Link11 an der richtigen Stelle. Wir haben neben der DFB-Elf heute auch Uli, Ultras, Salzburg, Münster und Osnabrück im Schaukasten und wünschen viel Vergnügen bei der Lektüre.

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1. Zunächst der Hinweis: Es gab weitere Testspiele am vergangenen Tag. Neben Perlen aus den Niederungen der Weltrangliste wie Gibraltar – Estland oder Luxemburg – Kapverden gaben auch die führenden Teams der Welt einander die Ehre. Die SZ fasst die Begegnungen zusammen. Besondere Bedeutung kam dabei einem Duell in Mitrovica zu: Die Auswahl des Kosovo trat erstmals gegen ein FIFA-Mitglied an, das Spiel gegen Haiti endete 0:0 (sid/Zeit).

2. Deutschland spielte am gestrigen Abend gegen Chile 1:0. Ein Bericht des Spiels findet sich bei der FAZ. Das bekanntermaßen schwer zufriedenzustellende Publikum im früheren Neckarstadion nutzte die Gelegenheit, um die Nationalmannschaft im Allgemeinen und Mesut Özil im Speziellen mit Pfiffen zu verabschieden. Diese Reaktion sei verwunderlich für »ein Publikum, das normalerweise den VfB Stuttgart beim Kicken zusieht«, befindet Thomas Hummel in seinem Artikel über Druck und Erwartungshaltung in der SZ. Die Spiegel-Redakteure Ahrens und Buschmann scheinen mehr Verständnis aufzubringen: Ihnen zufolge hätte das Spiel bei besserer Chancenverwertung der Chilenen durchaus in einem Debakel für Jogis Jungs enden können.

3. Lob für einzelne Spieler ist rar gesät in der Nachberichterstattung. Mario Götze sticht gelobt aus einer Parataxe in Oliver Fritschs gnadenlosem Zeit-Artikel hervor. Kevin Großkreutz nutzte die Gelegenheit, seine Tauglichkeit als rechter Verteidiger unter Beweis zu stellen (oder zumindest gegenüber dem Rest des Teams nicht abzufallen). Die gedruckte SZ (Foto) muss aber noch daran arbeiten, die Vereine korrekt zuzuordnen. Marcell Jansen fällt mit einer Bänderverletzung im Sprunggelenk erst einmal aus. (Spiegel)

4. In der Bundesliga sind die Spieltage 29 und 30 von der DFL en detail angesetzt worden. Werder Bremen weist darauf hin, dass sich noch eine Terminänderung ergeben könnte.

5. Am nun anstehenden vierundzwanzigsten Spieltag steht unter anderem die Begegnung Nürnberg – Bremen an, ein Vorbericht findet sich bei Clubfans United. Leverkusen muss nach Hannover, während sich die Gegner der Werkself immer besser auf deren Spielweise einstellen, wie Tobias Escher bei der Rheinischen Post darlegte. Frankfurt fokussiert sich auf die Suche nach einem Veh-Nachfolger, so auch Thomas Kilchenstein in der FR.

6. Am Montag beginnt der Prozess gegen Uli Hoeneß. Der Spiegel bereitet darauf vor.

7. Über einige Aspekte der Ablösesummen im europäischen Fußball berichtet die NZZ. Peter Birrer hebt zum einen hervor, dass durch hohe Transferwerte kleinere Klubs Einnahmen generieren könnten und andererseits das Gehaltsniveau insgesamt gedämpft würde. Andererseits weist er darauf hin, dass nur ein Bruchteil der vorgeschriebenen Ausbildungsentschädigungen tatsächlich gezahlt würden.

8. Bei Spielverlagerung.de hat der Experte für den österreichischen Fußball, Rene Maric, eine ausführliche Analyse des Fußballs von Red Bull Salzburg veröffentlicht. Von der Kaderzusammenstellung über das Verhalten im Pressing bzw. Gegenpressing und die spezielle Rolle der außergewöhnlichen Außenstürmer behandelt der Artikel viele Aspekte. Sein Fazit: Die Auftritte Salzburgs in den letzten Wochen seien eine nahezu perfekte Verkörperung des fußballerischen Ideals von Sportdirektor Ralf Rangnick.

9. Am Beispiel des Drittliga-Derbys zwischen Preußen Münster und dem VfL Osnabrück ist bei Westline der Stand der Dinge im Zusammenspiel von Fans, Polizei und Medien festgehalten. Ein zugleich leidenschaftlicher und sachlicher Bericht von Carsten Schulte über Vorverurteilung, Verhältnismäßigkeit und Ungereimtheiten.

10. Eine Tätlichkeit im Fußball kann von strafrechtlicher Relevanz sein. Wird sie mit dem Stollenschuh ausgeführt, könnte man argumentieren, es handele sich um ein Gefährliches Werkzeug und damit um Gefährliche Körperverletzung. Wie das Amtsgericht in dieser Frage verfuhr, berichtet Strafrecht am Spieltag.

11. Die »Sankt Pauli Mafia« hat sich der »Sektion Selbstdarstellung« gewidmet und Internetseiten von Ultragruppierungen unter die Lupe genommen. Ein Punktesystem soll für Vergleichbarkeit sorgen: »Websitestruktur „News/Fotos/Streetart/Wer wir sind/Contact“ +1 Punkt (…) Martialisches Foto, das man anklicken muss, bevor man auf die Webseite kommt +10 Punkte«

 

Bester Link gestern:

Der Guardian mit seiner Collage verschiedener WM-Turniere: »The perfect World Cup«.

 

Field Reporter

Ich sehe viele internationale Spiele. Mir muss niemand sagen und weismachen, dass es vielleicht nur in Deutschland die besten Fußballer auf der Welt gibt. Wir haben sehr gute Fußballer, wenn alle topfit sind. Aber manchmal hat man auch das Gefühl, Deutschland wird überschwemmt mit guten Talenten. Andere Nationen schlafen auch nicht.

Joachim Löw mit einigen Aussagen zum Spiel im dpa-Text bei der FAZ.

 

Mixed Zone:

Wettquoten: FootyHumour erklärt, was sie bedeuten. + + + Spielorte: Der Postillon vermeldet Änderungen für 2018. + + + Fastenzeit: Nach dem Karneval muss der Effzeh noch mindestens bis Juli 2015 auf die Champions League verzichten. Bis dahin dieses Foto. + + + Nachwuchspreis: des Verbandes deutscher Sportjournalisten geht an die Autoren dieses taz-Artikels über den Lizenzentzug des MSV Duisburg aus dem Juni 2013. + + + Fangewalt: Die HAZ über den Angriff auf einen durch Böller verletzten Fan, um ihn zum Rückzug seiner Anzeige zu bewegen. + + + Auflagen: Darmstadt 98 kann angesichts des aktuellen Zustands des Stadions am Böllenfalltor nicht in die 2. Liga aufsteigen (FR). + + + Torlinientechnik: In weniger als drei Wochen soll eine Entscheidung für die deutschen Ligen fallen (kicker) + + + Frauen: Die deutsche Nationalmannschaft ist erfolgreich in den Algarve-Cup gestartet (Spox). + + +

 

#Link11: Am Aschermittwoch ist alles vorbei?!

Gestern Abend ist jemand in der Nähe meiner Wohnung verbrannt worden. Der (vermeintlich) Schuldige, der Sündenbock, derjenige, der uns zu all dem Unsinn verführt haben soll. Sein Name war Nubbel. Fasteleer, Karneval, Fasching – alles ist nun vorbei. Nur der Fußball, der läuft weiter, als wäre nichts geschehen. Als hätte es gestern Abend nirgendwo gebrannt.

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1. Für die deutsche Nationalmannschaft steht am Aschermittwoch nicht das traditionelle Fischessen, sondern ein Freundschaftskick gegen Chile auf dem Programm. Bundestrainer Löw setzt dabei auf den Bayern-Block (Berliner Zeitung), SpiegelOnline sieht vor dem Härtetest einen beunruhigten ersten Mann des deutschen Fußballs. „Vom Luxusproblem zur Problemzone“ attestiert Sport1 der Nationalelf Schwierigkeiten vor der Abwehr. Wer vom heutigen Kader mit nach Brasilien fliegen wird, darüber macht sich derwesten.de Gedanken!

2. Persönlicher wird es bei der FAZ, die Manuel Neuer zum Gespräch bat. Miroslav Klose hat sich rechtzeitig fit gemeldet, dafür fällt Pierre-Michel Lasogga aus (kicker). Der Druck auf Mesut Özil scheint laut Sport1 zu wachsen. Kevin Großkreutz wird als Rechtsverteidiger in der Startelf stehen – und kann sich wohl Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme machen (SZ). Die 11Freunde zeichnen derweil Andre Hahns Weg von der Regionalliga in die Nationalmannschaft nach.

3. Über Chile berichtet die Sportschau – und hält die Südamerikaner für einen ziemlich unangenehmen Gegner. Prägend für den neuen Stil der Chilenen ist nicht nur der neue Trainer Jorge Sampaoli (Frankfurter Rundschau). Die WELT porträtiert in Alexis Sanchez einen der zwei Topstars des Teams.

4. Deutschland gegen Spanien – das passte für die DFB-Auswahl in letzter Zeit nicht wirklich gut zusammen. Das musste gestern Abend auch die U21 erleben, die ihren spanischen Altersgenossen unterlagen (ksta.de).

5. Muss er gehen oder darf er bleiben? Thomas Schneiders Schicksal als Trainer des VfB Stuttgart ist (vorerst) geklärt. Der junge Coach sitzt gegen Braunschweig auf der Bank der Schwaben (bundesliga.de). Die Stuttgarter Zeitung zeichnet den Tag im Ungewissen auf amüsante Weise nach. Der Brustring-Blog wendet sich in einem offenen Brief an Schneider – und wünscht ihm endlich den nötigen Erfolg.

6. Am Montagabend hat Thilo Schmidt, der sonst auf Grünweiße Stimmungslage bloggt, etwas für fankultur.com geschrieben. Über Pyrotechnik und seinen Eindruck beim Nordderby. Das passte wohl so manchem nicht, wie Schmidt auf Facebook berichtet. Der Autor werde anonym bedroht, beschimpft, eingeschüchtert. Und stellt aufgrund dieser Situation sein Blog ein.

7. Deutschland, Österreich, Spanien, England – das sind die Heimatländer der philippinischen Nationalspieler. Die NZZ berichtet über die „internationalste Nationalmannschaft“.

8. Studenten der HKMW Köln haben Schiedsrichterin Laura Duske (bereits Gast bei Collinas Erben) begleitet – und ein kleines Filmchen auf Youtube gestellt. Sehenswert!

9. Die Geschehnisse zwischen Russland und der Ukraine – sie beschäftigen nicht nur die Diplomaten aller Herren Länder, sondern auch den Fußball. Fünf ausländische Profis haben ihre Verträge bei Tschernomorets Odessa bereits aufgelöst. Auch Stars des Champions-League-Teilnehmers Schachtjor Donezk wie der Brasilianer Bernard machen sich Sorgen. (fussball.de)

10. Die WM in Brasilien steht vor der Tür. Nicht einmal 100 Tage ist es bis zum ersten Anstoß am Zuckerhut. Bislang präsentiert sich das Land noch als Baustelle (Rheinische Post). Derstandard.at sprach mit Fußballfan und Journalist Alois Gstöttner über das Land und die Faszination des Fußballs.

11. Die perfekte Weltmeisterschaft? Der Guardian hat sie zusammengestellt.

Bester Link gestern:

Sven Flohrs Abrechnung mit den Ultras war gestern nicht zu schlagen (WELT)

Field Reporter

How will I be able to cheer on England’s opponents when this loathsome clique of money-bloated underachievers are finally deemed to be past their best?

WhenSaturdayComes-Autor Ian Plenderleith macht sich angesichts der sich zu Ende neigenden Karrieren von John Terry, Steven Gerrard und Frank Lampard Sorgen um seine Abneigung gegenüber den ThreeLions

Mixed Zone: +++ Abschied I: Carles Puyol löst nach 19 Jahren beim FC Barcelona überraschend seinen Vertrag auf (Sport1) +++ Abschied II: DFB trennt sich von den Nachwuchstrainern Christian Ziege und Stefan Böger (SpOn) +++ Aufforderung: Schalker Fans bitten den Ehrenrat des Vereins, einen Besuch des Teams bei Wladimir Putin zu verhindern (schalkermarkt.de) +++ Dementi: Lothar Matthäus bestreitet Gespräche über ein Engagement als iranischer Nationaltrainer (Berliner Zeitung) +++ Rückkehr: Robert Lewandowski reist aufgrund einer Knieblessur von der polnischen Nationalmannschaft ab (Ruhrnachrichten) +++ BFG: Per Mertesacker verlängert beim FC Arsenal (WELT) +++ Angriff: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke fordert mehr Mut von Bayern-Gegnern (Rheinische Post) +++ Geehrt: Nationalspieler Jerome Boateng erhält den DFB-Integrationspreis (dfb.de)

 

#Link11: Kündigen oder nicht kündigen, das ist hier die Frage!

Nachdem die #Link11-Crew gestern beschlossen hat, den Rosenmontag zu einem nationalen Feiertag zu erklären, geht es heute wie gewohnt weiter. An diversen Bundesliga-Standorten entbrannte am Wochenende eine Diskussion um den Trainer. Dies ist ebenso Thema der heutigen #Link11 wie auch die kommenden Länderspiele.

blogundpresseschau

1. Thomas Schneider wankt als Trainer des VfB Stuttgarts, noch fällt er aber nicht. Trotz acht Niederlagen in Folge hält der Verein an Schneider fest, weiß Jan Christian Müller (Frankfurter Rundschau). Stefan Rommel (Spox) meint, die Entscheidung sei mutig, aber nachvollziehbar. Thomas Haid (Stuttgarter Zeitung) berichtet, der VfB verhandle weiterhin mit anderen Trainern. u.a. Balakov und Soldo. Eine Entscheidung könne noch heute fallen. Heinz Kamke (angedacht) quengelt herum (seine eigenen Worte!), denn er möchte keinen neuen Trainer.

2. Armin Veh wird zu Saisonende sein Amt als Trainer von Eintracht Frankfurt niederlegen. Veh habe in Frankfurt die Perspektive gefehlt, berichtet Ingo Durstewitz (Frankfurter Rundschau). Christian Eicher (FAZ) glaubt, dies sei ein herber Verlust für den Verein. Stefan Krieger (Blog-G) fragt sich, warum Veh die Entscheidung gerade jetzt bekannt gegeben hat. Eintracht Inside hofft, dass Nachwuchscoach Alexander Schur neuer Trainer wird, glaubt aber, dass am Ende Thomas Schaaf das Rennen macht.

3. Wie kann ich nun vom Thema Armin Veh auf den FC Schalke überleiten? Klaus Wille (DerWesten) nimmt mir diese schwere Aufgabe ab: „Trainer Veh wird beim FC Schalke 04 zum Thema werden“, heißt sein Text. Coach Jens Keller ist (mal wieder) angeschlagen, nachdem sein Team innerhalb von drei Tagen zwei hohe Niederlagen kassierte. Blogundweiss meint, die Schalker Psychologin könne nun unter Beweis stellen, dass sie ein guter Transfer war. Torsten Wieland (Königsblog) betätigt sich als Mathematiker und beweist: Real Madrid ist das beste Team der Welt!

4. Das 5:1 über Schalke zementiert die Dominanz der Bayern in der Bundesliga. Frank Lüdecke (Tagesspiegel) fordert die Konkurrenz auf, stärker gegen die Bayern anzukämpfen. Jonas Beckenkamp (Süddeutsche) meint, die Liste der Anwärter auf die deutschen Champions-League-Plätze „liest sich wie ein Patientenregister aus dem Watschnbaum-Sanatorium“.

5. Das 100. Nordderby ist in den Weiten des Internets immer noch ein großes Thema. Der Übersteiger war in Bremen „aus alter Verbundenheit und als Sensationstourist“ vor Ort und hat einen Bericht geschrieben. Kai Butterweck (Indirekter Freistoß) hat eine Presseschau zum Bremer Sieg erstellt. Thilo Schmidt (Grün-Weiße Stimmungslage) freut sich vor allem über den psychologischen Effekt des Sieges.

6. Diese Woche ist für Nationalteams die letzte Chance, vor der WM-Vorbereitung ihre Stärke zu testen. Deutschland tritt gegen Chile an. Michael Horeni (FAZ) glaubt, Jogi Löw sei aufgrund der vielen Verletzungen besorgt. Frank Lamers (DerWesten) schreibt, Jogi Löw weicht von seinem Prinzip ab, die prinzipiell besten Spieler mitzunehmen. Markus Flügel (Reviersport) fragt sich: Wird Kevin Großkreutz die neue Allzweckwaffe der DFB-Elf? Christian Steigels (Sportschau) porträtiert Chiles Star Arturo Vidal. Wer das Länderspiel in der ARD kommentiert, erfahrt ihr im Kommentatoren Blog.

7. Kroatien trifft diese Woche auf die Schweiz. Tobias Schächter (NZZ) nimmt dies zum Anlass, sich den kroatischen Fußball anzuschauen. Entdeckt hat er vor allem nationalistische Strömungen.

8. Die WM beginnt in drei Monaten und in Brasilien sind die Vorbereitungen noch längst nicht abgeschlossen. Gregor Derichs (DerWesten) berichtet, dass die Fifa so langsam die Geduld mit dem WM-Gastgeber verliert.

9. Gezielte Provokation? Sven Flohr (Welt Online) hat ein Pamphlet gegen Ultras geschrieben.

10. Lonsdale ist eine Kleidermarke, die früher vor allem in rechtsradikalen Kreisen getragen wurde. Schon seit längerer Zeit versucht die Firma, ihr Image zu korrigieren. Nun arbeiten die Engländer mit Fußballklubs zusammen, die für ihre antifaschistische Fankultur bekannt sind. Tobias Müller (taz) berichtet.

11. Die aktuelle 11Freunde hat vor allem mit dem Titelthema über RB Leizig zu Debatten geführt. Etwas unter ging dabei leider die großartige Beilage, die sich mit jüdischen Spielern beschäftigt, die nach 1933 vertrieben wurden. Die Beilage gibt es jetzt zum Download.

Field Reporter

Ich finde es nicht gut, eine WM auf Kunstrasen auszuspielen. Große Turniere gehören auf Naturrasen.

Von Silvia Neid war in der #Link11 schon länger nichts mehr zu lesen. Nun hat Frank Hellmann (Frankfurter Rundschau) sie besucht und mit ihr über die Nationalelf und kanadische Kunstrasenplätze gesprochen.

Auswärtsspiel

Alex Feuerherdt, zu nationalem Ruhm gelangt durch Collinas Erben, nimmt am kommenden Mittwoch an einer Podiumsdiskussion in Leipzig teil. Thema: „Moderne Ultras – Zwischen Widersprüchen und Widerstand, zwischen Traditionsbewusstsein und Modernisierung.“ Schaut doch mal rein!

Mixed Zone

Montagsspiel: St. Pauli besigt Union Berlin mit 2:1 (RP-Online). + + + Chaos am Kartenschalter: Miasanrot hat beobachtet, dass es bei den Bayern zu Drängeleien an einer Umtauschkasse kam. + + + Gewinneinbußen: Borussia Dortmunds Gewinn ist in der Hinrunde im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Allerdings sind die Kennzahlen noch immer sehr positiv zu werten (Handelsblatt). + + + Drohung: Jupp Heynckes schaltet sich in den Vertragspoker um Toni Kroos sein. Sein Satz, „Bayern verlässt man nicht“, klingt wie eine Drohung aus einem Mafia-Film (Abendblatt). + + + Fußball auf der Insel: Felix Lill und Javier Sauras (NZZ) berichten von der philippinischen Nationalmannschaft. + + + Wieder frei: PAOK Saloniki trennt sich von Huub Stevens (Spiegel Online). + + + Gerichtsreport: Maik Franz möchte bei der Hertha wieder in der ersten Mannschaft trainieren. Ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht scheitert aber. Immer Hertha fässt die Ereignisse des Tages zusammen. + + + Comeback: Monica Lierhaus moderiert ein neues Interview-Format auf Sky. Florian Hellmuth (Planetofsports) wünscht ihr alles Gute. + + + U21: Die deutsche U21 muss mit einem Rumpfteam gegen Spanien antreten (kicker).

Kabinenpredigt: Der tödliche Pass – Heft 71 / Dezember 2013

Fussball bietet Gesprächsstoff. Diese banale These wird durch die – zumindest gefühlt – stetig ansteigende Dichte an Blogs und Fussballmagazinen bestätigt. Während sich viele Erzeugnisse doch sehr ähnlich sind, stechen einige aus der Masse raus.

Vor Kurzem ist mir zum ersten Mal eine Ausgabe des Magazins „Der tödliche Pass“ in die Hände gefallen. Ich gestehe, wenn ein Magazin schon bei Heft 71 angelangt ist, hätte dieses auch früher schon in meinen Fokus fallen sollen. Umso bedauerlicher, als sich die Lektüre des Magazins wirklich lohnt. Auf 108 in schwarz-weiss gehaltenen und trotzdem – oder gerade deswegen – schönen Seiten findet der Leser eine Herangehensweise an die Thematik, die so kaum sonst wo vorkommt. Bereits die Themenauswahl ist überzeugend. Kritische Texte, die sich auch schon mal mit Sinn und Unsinn der „Auflaufkinder“ befassen, werden aufgelockert durch anspruchsvolle Bildstrecken. Ein Interview mit einem türkischen Fussballintellektuellen folgt auf eine DVD-Kritik zur Geschichte der polnischen Nationalmannschaft rund um die turbulenten Solidarnosc-Jahre. Selbst die in vielen anderen Magazinen ebenfalls zum Standard gehörende „Bücher-Ecke“ ist hier etwas anders, weil darin zum Beispiel auch Bücher zur Sozialforschung im Frauenfussball Platz haben.

Neben der Themenwahl ist es aber vor allem die Sprache, die das Magazin auszeichnet. Kaum einem anderen Magazin gelingt es, eine solch gewählte Sprache im Fussballkontext zu verwenden. Während die meisten Erzeugnisse eher versuchen, den Slang des Stadions aufzunehmen, geht „Der tödliche Pass“ einen anderen Weg. Das funktioniert in neun von zehn Fällen gut. Ab und an wirkt es aber gezwungen, zuweilen dürfte es den gar Leser überfordern. Denn wer versteht z.B. folgende Passage auf Anhieb: „Der virtuelle Ort Fussball kann sich als u.U. diffuse, thematisch aber realiter eher fokussierte Fortsetzung des Dritten Orts konstituieren; allerdings fehlt im qua Virtualität die Verbindlichkeit körperlichen Daseins vor Ort und damit die Verbindlichkeit der Gegenbeheiten (Rituale, Normen, Gepflogenheiten etc.) des Dritten Orts.“ Der Grat zwischen schöner und verständlicher Sprache ist manchmal schmal. „Der tödliche Pass“ balanciert meist in einer bemerkenswerten Leichtigkeit darüber, ist sich aber sicher auch bewusst, dass er die potenzielle Leserschaft so einengt. Es überrascht dann aber auch nicht, dass im Heft ein „Call for Papers“ der Middle East Technical University in Ankara abgedruckt ist.

Titel: Der tödliche Pass – Magazin zur näheren Betrachtung des Fussballspiels
Ausgabe: Heft 71 / Dezember 2013
Typ: Fussballmagazin ohne Vereinsbindung
Preis: 6 Euro
Seiten: 108
Erscheinungsrhythmus: 4x/Jahr
Infos: www.dertoedlichepass.de
Empfehlenswert für: Alle Fussballinteressierten, die sich nicht nur um ihren eigenen Verein kümmern, die im Fussball mehr sehen als nur ein Spiel 11 gegen 11 und für die Fussballlektüre nicht einfach nur zum Kopf auslüften und abschalten gemacht ist.
Eselsohr-Ratio: 3,7% [Beim Lesen eines Magazins markiert der Rezensent einzelne Seiten mit Eselsohren, um später den Inhalt wieder aufzufinden, der als Themengeber für einen Blogpost, für einen eigenen Artikel oder auch einfach nur als Kaufempfehlung interessant ist. Die Anzahl Eselsohren wird ins Verhältnis gesetzt zur Anzahl Seiten.]

 

 

#Link11: Was erlauben Fokus Fussball?

Irgendwann im Laufe der Saison regte mich Kollege Ritter wieder auf. Eine Zeitung, im Zweifel natürlich Die Welt, denn es ist immer Die Welt, forderte mal wieder Vollgasveranstaltungen meiner Borussia. Doch es gab nichts zu fordern. Es gab keine Vollgasveranstaltungen, weil es keine Spieler mehr gab, die Vollgasveranstaltungen auf den Platz bringen konnten. Sie konnte doch nicht einmal mehr laufen. All die Verletzten!

Sie erinnern sich bestimmt. Irgendwann im Laufe dieser Saison.

Ritter, auf jeden Fall, setzte in der #Link11 auf diesen Die Welt-Text, ja wahrscheinlich war es so, denn es ist immer diese Zeitung,  die Vollgasveranstaltungen fordert, weil man sie eben fordert, und die Menschen das so lesen wollen.

Ritter, der alte Hoffenheimer, fand das natürlich stark. Und kommentiert süffisant. Vielleicht nur ein Wort, vielleicht nur ein Satz. Ich kann mich nicht erinnern, ich will mich nicht erinnern, denn Ritter regte mich derart auf, dass ich ihn über Twitter anschrie, laut anschrie! So geht das nicht! Der Kollege schrieb zurück. Eine kurze Mail. Erläuterte, warum er so kommentierte und überhaupt, man könne das doch vernachlässigen, es handle sich dabei  nur um seine Meinung. Und der Text sei doch auch nur einer von vielen Texten.

Seine Meinung empfand ich als seltsam, aber es war seine Meinung. Und eigentlich war es auch nicht wichtig. Aber manchmal schreie ich gerne. Manchmal wird man dann besser gehört. Ich bin Ritter bis heute eine Antwort schuldig. Und ich werde ihn nie verstehen. Sein Verein ist älter als mein Verein.

Was natürlich auch zu der Frage führt: Soll man in der Link11 seine Meinung vertreten? Ja, unbedingt! Alles andere wäre ein mehr oder weniger sinnvolle Aneinanderreihung von Links. Das mag für manchen Leser praktisch sein. Einfach mal klicken, wird schon gut sein. Aber bitte nicht einordnen. Falls Sie, lieber Leser, das hier erwarten, darf ich Sie heute enttäuschen.

Wenngleich es egal ist, welche Vereinsfarben ein Text vertritt, so ist der Inhalt nicht egal. Er kann kontrovers, aufdeckend, aufrührend, jubilierend, resignierend, erklärend, meinetwegen auch anstößig sein.  Es geht um Fußball! Und darum geht es in den Texten. Es geht um das, was der Fußball mit uns macht. Und wie er es macht und warum er es macht! Und das sieht jeder anders. Ritter sieht es so und ich sehe das heute so.

 

blogundpresseschau

 

1. Gestern blitzte die Magie des alten UEFA-Pokals wieder auf. Eintracht Frankfurt lieferte sich mit FC Porto einen großen Kampf. Es war nicht genug. Am Ende stand ein 3:3. Die Experten von Spielverlagerung über Licht und Schatten im Frankfurter Spiel. Eintracht Inside ist am Boden. So ein Aufprall hat niemand verdient. (Bruchlandung). Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein beobachteten das Spiel für die Frankfurter Rundschau. Sie beginnen mit auf den Boden sinkenden Spielern.

2. Wie schlecht ist eigentlich die Bundesliga, fragten einige Beobachter nach der Gareth Bale-Show in der Veltins Arena. Nicht so schlecht, sagt Dortmund-Trainer Jürgen Klopp. Die anderen Mannschaften sind einfach einen Tick besser, erzählte er gestern in Dortmund. Sebastian Weßling hat für DerWesten Klopps Worte aufgeschrieben. Auch Michael Horeni sieht den Graben quer durch Europa verlaufen. Der Kampf um die Champions League lässt keinen Platz für Sentimentalitäten. (FAZ)

3. Bevor wir gleich auf den Scherbenhaufen in Gelsenkirchen blicken. Oder gibt es da überhaupt keinen, erst einmal rüber nach München. Die nervigen Allesgewinner sind immer noch hungrig. Egal wie hoch der Punkteabstand in der Liga ist. Miasanrot.de erinnert sich an lange vergessene Tage und ist natürlich ein großer Fan der aktuellen Zeit als Bayern-Fan. Es werden auch andere Zeiten kommen. Aber bis dahin sollte man den „unbekannten Zustand der Verzückung“ genießen.  Am Wochenende soll es damit gegen angeschlagenen Schalker weitergehen. Doch Manuel Neuer warnt, wie Florian Bogner in der Abendzeitung dokumentiert.

4. Der Sitznachbar von Real Total war außer sich vor Freude, und der andere Sitznachbar kam mit dem Twittern der Tore nicht mehr nach. Und ich staunte. Real Madrid lieferte am Mittwoch eine Riesenshow ab. Wie ist diese Leistung einzuordnen? Real so stark, Schalke so schwach? Auf jeden Fall peinlich, meint Unter Flutlicht. Torsten Wieland sieht es auch so und fügt noch das Wörtchen unprofessionell hinzu. (Königsblog). Raphael Honigstein sieht die Schalker Probleme nicht auf dem Platz, sondern in der Führungsetage (ESPN). Durchatmen dürfen die Gelsenkirchener nicht. Vor dem Bayern-Spiel befürchtet man den großen Knacks, berichtet Manfred Hendriock für die WAZ.

5. Den großen Knacks muss man in Stuttgart nicht mehr befürchten. Wahrscheinlich war es Thiago, der mit den Bayern Stuttgart endgültig zerstörte. Jetzt wird im laufenden Saisonbetrieb aufgeräumt. Und frühere Profis melden sich. Sie machen sich Sorgen, haben Angst und natürlich fehlen Typen. Das sagt Ex-Profi Silvio Meißner der Stuttgarter Zeitung. Christof Kneer legt den Fokus auf VfB-Manager Fredi Bobic und seine unterschiedlichen Erfahrungen im Abstiegskampf. Schneider feuern, Schneider vertrauen. Man weiß es einfach nicht. (Süddeutsche)

6. In Bremen steigt am Wochenende das 100. Nordderby. Hamburg geht mit breiter Brust und vielleicht auch mit Van der Vaart in das Spiel. (Mopo). Ned Fuller findet jedoch erst einmal noch Zeit,  auf den neuen HSV-Trainer Mirko Slomka zu blicken. Dabei helfen ihm Klaas Reese und Torsten Wieland. (NedsBlog).

Hans Schulz (71), der sowohl für Bremen als auch für Hamburg spielte, befürchtet immer noch, dass das kommende Derby das letzte Derby für lange Zeit sein könnte. Er macht sich Sorgen, und sagt: Das Derby darf nicht sterben. (Kreiszeitung Syke)   Und wie das so bei Derbys ist, bereitet sich auch die Polizei vor. (ebenfalls Kreiszeitung Syke)

7. Als Nummer 7 heute einmal ein Video. Die ARD hat einen 10 minütigen-Bericht über die Entstehung einer Liveübertragung online gestellt. Sehenswert. (ARD – Youtube)

8. Wann ist man ein guter Fan, wann ist man ein schlechter Fan? Wann ist man überhaupt Fan? Das sind so Fragen, die man sich immer stellt. Noch einmal Schalke, noch einmal das 1:6 gegen Madrid. Doch diesmal geht es um ein wenig mehr. Das Alter, die Entfremdung, die Emotionslosigkeit. Und die Frage, ob man früher aus dem Stadion gehen darf. (O-Jaymatic)

9. Diese Auswärtsfahrt der BVB-Fans war nicht unbedingt die schönste Auswärtsfahrt der Fankarriere. Unzählige Berichte über lauernden Schlägertrupps in St. Petersburg. Dazu die Bestätigung vom Verein. Jochbeinbruch, Nasenbruch. Alles war dabei. Julian Beyer hat die Geschehnisse noch einmal aufgeschrieben. (Süddeutsche)

Auch schwatzgelb.de war vor Ort und berichtet über eine zwiespältige Tour nach Russland. Sie haben gleich noch einen Tipp parat.

Das Beklemmen war am Montagabend und vor allem am Dienstag jederzeit zu spüren, eine echte Europapokalstimmung konnte – abgesehen vom Gästeblock – nie aufkommen. Wer sich für tolle Städte begeistern kann, sollte St. Petersburg also in jedem Fall mal einen längeren Besuch abstatten – dabei vielleicht aber darauf achten, dass zu diesem Zeitpunkt keine Fußballspiele mit ausländischer Beteiligung stattfinden.

10. Wahrscheinlich ist Endreas Müller kein guter Fußballer, wahrscheinlich auch kein Spielmacher. Er hat sich die Nummer 10 trotzdem verdient. Denn sein Blog gehört zu den besten Fußballblogs in Deutschland. Und eben da berichtet er nun über sein Leben in den Tiefen der Kreisklasse. Ein Mietwagen musste her, um eine Karriere zu retten, die, so könnte man vermuten, nie zu retten war. Danke für den Text. (Ping-Pong – Ein Jahr im Kreis #7)

11. Noch genau 12 Spiele wird Marc-André ter Stegen das Gladbacher Tor hüten. Dann geht es zum FC Barcelona. Was macht ter Stegen für Barcelona eigentlich so interessant, fragt sich Bertram Job in der Zeit.

 

Field Reporter

„Ich identifiziere mich zu 1000 Prozent mit dieser unglaublichen Stadt und dem Verein.“

Torsten Lieberknecht nach seiner eher überraschenden Vertragsverlängerung beim Ligaschlusslicht Eintracht Braunschweig. (via kicker)

 

 

Mixed Zone:

Kempter: Michael Kempter erinnert sich beim Zahnradgespräch mit der Stuttgart Zeitung an eine dunkle Episode seines Lebens . + + + Leiden: NurPferdeUndFussball über den 1.FC Nürnberg. +++ Seriös: Der Die DFL will nach Spiegel-Informationen ein Bewertungssystem für Spielerberater einfühen. (SPON)  +++ Medienkompetenz: Kaiserslautern-Pressereferent Stefan Roßkopf steht dem Betze Mer Paggens Podcast Rede und Antwort (FCK-Blog.de) +++ 70 Jahre: Sepp Maier wird 70 und der BR gratuliert. +++ Schock: Borussen-Fan schrieb „Blau und Weiß – wie lieb ich dich“ (Rote Erde) +++ Überraschung: Und Schweinsteiger ist dabei. Dazu noch Ginter, Großkreutz, Mustafi, Hahn, Lasogga! Der DFB-Kader gegen Chile. (dfb.de) +++ Das ist Fußball: Ein würdiger Abschluß der heutigen #Link11 („This is what football is. What it was.“ – The Times)

 

#Link11: Von Russen, Borussen, Königsblauen und Königlichen

Borussia Dortmund ist zurück. Oder waren Klopps Pöhler je weg? Auf jeden Fall sind sie von der Krankenstation und den Rehaeinrichtungen dieser Fußball-Meinungswelt zurück im gleißend hellen Licht der Jubelarien und Schulterklopfereien. Gebraucht haben sie dafür lediglich 72 Sekunden in St. Petersburg. Verrückt, diese schnelllebigen Zeiten heutzutage!

blogundpresseschau

1. Zenit 2 – BVB 4: Das sind die nackten Zahlen eines turbulenten Spiels. „Kuriert vom kurzen Kater“ schlussfolgert die Süddeutsche, einen Lewandowski, der BVB-Geschichte schreibt, sieht Athletic Brandao. Auf seiner Abschiedstour erhält der Bald-Bayer viel Applaus (bundesliga.de). Unschöne Szenen am Rande der Partie: Dortmunder Fans werden von Zenit-Anhängern gezielt attackiert, zahlreiche Nasenbeinbrüche sind die Folge (Ruhrnachrichten).

2. Im zweiten Duell des gestrigen Abends blamierte sich Manchester United in der griechischen Hafenstadt Piräus bis auf die Knochen (Sport1). Michael Wollny fragt sich bei Eurosport: Das soll Manchester United sein?! Der Guardian stellt fünf Diskussionspunkte zu der peinlichen Pleite auf.

3. Die Königsblauen treffen in der Königsklasse auf die Königlichen: Für Schalke ist das Duell gegen Real Madrid heute Abend etwas ganz Besonderes (Rheinische Post). Die Marca macht mit Cristiano Ronaldo als „Riese von Europa“ auf, der von den Schalker bezwungen werden will. Christoph Metzelder, der für beide Vereine aktiv war, sprach mit 11Freunde über seinen ehemaligen Arbeitgeber. Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes meldet sich rechtzeitig zum Königsklassen-Kracher fit (derwesten.de). Einen ersten Erfolg können die Königsblauen in der Youth League verbuchen: Die U19 der Schalker zieht ins Viertelfinale ein (derwesten.de).

4. Ekstase und Schock – die Fußballhauptstadt Buenos Aires: Die sehenswerte Dokumentation von Marc Mauricius Quambusch und Jan-Henrik Gruszecki über die Fankultur in der argentinischen Kapitale ist nun in der WDR-Mediathek zu finden. Ein Interview mit den Filmemachern hat 11Freunde geführt.

5. Manuchim Oke-William, 16-jähriger Jungkicker von 1860 München, ist nicht nur ein großes Talent, sondern hat auch ein wahrlich großes Schuhproblem. Bei seiner Schuhgröße 51 1/3 ist es offenbar nicht so leicht, passende Treter aufzutreiben: fussball.de über die irre Schuh-Odyssee eines Talents.

6. Eine Bahnrad-Olympiasiegerin, die für einen Fußball-Zweitligisten antritt – das glaubt ihr nicht? Weltklasse-Sprinterin Miriam Welte fährt für den 1. FC Kaiserslautern. Warum das so ist und was sich die 27-Jährige davon erhofft, hat sie der FAZ erzählt.

7. Monika Staab ist Trainerin der katarischen Frauenfußball-Nationalmannschaft. Die ZEIT sprach mit ihr über ausgebeutete Arbeiter und Länderspiele mit Kopftuch.

8. Nach den erneuten Ausschreitungen der Dresdner Fans beim Spiel gegen den FC St. Pauli konstatiert Christoph Ruf in seiner sonntagsschuss-Kolumne: Dynamo – ein hoffnungsloser Fall!

9. Tim Wieses Vertrag bei 1899 Hoffenheim wurde aufgelöst – so war zumindest der allgemein bekannte Stand. Bis gestern. Die Kraichgauer zahlen dem ehemaligen Nationaltorhüter weiterhin ein Gehalt – und behalten auch die Transferrechte! (fussball.de)

10. Diego Maradona als Soldat Venezuelas: Der Weltmeister von 1986 wird als Kommentator die WM für den hauptsächlich aus Venezuela finanzierten Sender Telesur begleiten – und fungiert bereits als Botschafter des derzeit krisengeschüttelten südamerikanischen Staates. (NZZ)

11. Die unsouveräne Reaktion auf unsouveräne Kritik: 11Freunde-Chefredakteur Philipp Köster antwortet auf Reaktionen zu seinem Leitartikel in der aktuellen Ausgabe zu Rasenball Leipzig. (11Freunde)

Bester Link gestern:

Kann sich Hansa Rostock in Sachen Toni Kroos Hoffnungen auf einen Geldsegen machen? Die blog-trifft-ball-Story hat offenbar Euer Interesse geweckt.

Field Reporter

„Wir haben nicht konzentriert angefangen und FC Bayern ist eine große Mannschaft“

Borussia Dortmund hat Zenits Stürmer Hulk offensichtlich derart schwindlig gespielt, dass er nicht mehr wusste, gegen wen er überhaupt gespielt hat (via Twitter)

Mixed Zone: +++ Aufschrei: Adidas stoppt umstrittene WM-Shirts wegen Sexismus-Vorwurf (ksta.de) +++ Akte des Terrorismus: Der griechische Zweitligist Panachaikos zieht sich mit einem bitteren Abschiedsbrief vom Spielbetrieb zurück (t-online.de) +++ Abschied: Die portugiesische Legende Mario Coluna ist im Alter von 78 Jahren gestorben (SpiegelOnline) +++ Klage: Schalke 04 ist wegen eines heimlich geschossenen Bilds von Kevin-Prince Boateng vor der Dopingprobe dezent verärgert (Sport1) +++ Verlängerung: Der FC Ingolstadt einigt sich auf neuen Kontrakt mit Trainer Ralph Hasenhüttl (bundesliga.de) +++ Podcast: Millernton meets Textilvergehen (Übersteiger-Blog) +++ Punktlandung: Wie die Engländer ihre Angst vor dem Elfmeterschießen bekämpfen wollen (FAZ)

Rausschmeißer:

Weltfußballerin Nadine Angerer wird bei ihrem Abenteuer Australien von der VOX-Dokuserie „Goodbye Deutschland“ begleitet. Sehen könnt ihr das bei VOXnow.