Podcast-Schau: Vom neuen Maradona zum gelassenen Taxifahrer

(c) jqmj

Thomas Tuchels esoterisch-elitärer Touch

Die erste Empfehlung ist die vorletzte Folge der Rasenfunk Schlusskonferenz. Moderator Max-Jacob Ost hatte sich kurz nach dem zum Fußballklassiker hochgejazzten Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und Bayern München mit Borussia-Fan Stefan Vogel und mit dem stets nerdtralen Taktikfetischisten Tobias Escher  verabredet Die drei besprechen so ruhig und unaufgeregt die Partie, dass Thomas Helmer sicher schon ganz nervöse Zuckungen bekommen würde beim Hören. Schade, dass der Doppelpass-Moderator die Sendung wohl nie hören wird, denn er könnt sonst lernen, dass man auch ohne Phrasenschweinunterbrechungen mit DJ Munich unterhalten kann – und sogar noch jede Menge Mehrwert liefert.

[Die letzte Folge des Rasenfunks, in der die restlichen Spiele des 25.Spieltags besprochen wurden, habe ich leider noch nicht gehört, bin mir aber sicher, dass nichts Unerhörtes dabei wäre, wenn ich sie dennoch ungehört empfehle.]

»I lost the love for the game.«

In England gibt es mit Talksport ein Radioprogramm, das wirklich nur über Sport redet. Den ganzen Tag. Zu Gast war Sonny Pike (ab 11 Uhr), ein einst hochgelobtes Fußballtalent, das leider nicht den großen Durchbruch schaffte, obwohl schnell Vergleiche mit Maradona berechtigt schienen, weil der junge Kicker bei einem internationalen Jugendturnier in Dänemark in sechs Spielen 28 Tore erzielte. Im Gespräch erzählt er von hoch dotierten Werbeverträgen, Probetrainings bei Ajax Amsterdam und seinem heutigen Glück als Familienvater und Taxifahrer. Der Guardian hat die Geschichte auch aufgegriffen.

Mike Hanke hat investiert.

Christoph Metzelder: „Für junge Fussballer ist Instagram heute die wichtigste Plattform“

Christoph Metzelder war schon im Dezember bei den Online Marketing Rockstars zu Gast. Neben allerlei Marketingtalk erzählt der Ex-Profi von seinen Erfahrungen in der Marketingwolke Real Madrid, seinem Engagement für den TuS Haltern und dass er sich vor der Bekanntgabe seines Wechsels zu Schalke 04 für einen Shutdown aller Onlinekanäle entschied, um einem Shitstorm aus dem Weg zu gehen. Dazu berichtet Metzelder, wie er maßgeblich am Transfer Raúl nach Gelsenkirchen beteiligt war und wie Ex-Profis heute investieren.

»Ich strukturiere meine Vergangenheit nach Fußballsaisons«

Ganz herzlichen Glückwunsch an das Textilvergehen zu Folge 250. Ich bin großer Fan des unverkrampften Fußballtalks aus Berlin. Die Podcaster nehmen sich selbst nicht so wichtig und diskutieren auch die großen und kleinen Themen abseits des Rasens und rund um den Lieblingsverein aus Köpenick zu. Mit ganz viel Selbstironie, mal mehr oder mal  weniger gelungenem Wortwitz und immer extrem charmant. Interessant für Fans aller Vereine.

Die Macher, die erst kürzlich von Union Berlin für ihr Engagement mit einer Ehrennadel ausgezeichnet wurden, lassen sich von den Feierlichkeiten nicht aufhalten und haben pflichtbewusst nach jedem eisernen Spiel weiter produziert, so dass mit Folge 251 und 252 schon Episoden zum Abruf bereitsetehen, die nach der Krankmeldung bzw. Demission von Trainer wegen Burn-Out die richtigen Worte finden.

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CE78 – Willkommen im Ermessensspielraum


Im Mittelpunkt dieser Folge steht – wie könnte es auch anders sein – jenes Spiel, in dem sich zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesliga ein Trainer weigerte, einer Anordnung des Schiedsrichters zu folgen. Wir beleuchten ausführlich die Hinter- und Abgründe des Ereignisses, diskutieren über das Entscheidungsmanagement des Referees, fragen nach Spielräumen und erörtern die Konsequenzen des Vorfalls für den Amateurfußball. Aber natürlich werfen wir auch einen Blick auf andere Spielleitungen und Entscheidungen der Spieltage 22 bis 24 und gehen, wie immer, auf Hörerfragen ein.
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Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

Wir freuen uns über eure Fragen, eure Kritik, euer Lob, eure Wünsche. Sendet uns dazu einfach eine E-Mail oder eine Sprachnachricht.

Links: Der Beitrag »Roger and me, oder: Danke, Felix Zwayer!« von Sven Metzger — Das Interview mit Herbert Fandel auf dfb.de — Das Interview des »Handelsblatts« mit Hans E. Lorenz — Julian Ritter a.k.a. @bimbeshausen zum Platzverweis und zur Sperre für Sebastian Rudy — Die aktuelle Ausgabe der offiziellen Schiedsrichter-Zeitung des DFB — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

Eine Anmerkung zu unserer Diskussion über das Strafmaß für Sebastian Rudy (vielen Dank an @bimbeshausen für den Hinweis): Laut einer Pressemitteilung der TSG 1899 Hoffenheim sieht der DFB für einen »Fußangriff von hinten« als Form des rohen Spiels eine Mindestsperre von drei Spielen vor. In der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) des DFB wird im betreffenden §8 Nr. 1b allerdings nur die allgemeine Mindest- und Höchststrafe für rohes Spiel genannt. Von speziellen Formen des rohen Spiels und dem damit jeweils verbundenen Strafmaß steht dort nichts. Es handelt sich also offenbar um öffentlich nicht zugängliche Informationen.

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#Link11: Kleinere Brötchen für Rudi

Wenn ich mich nicht verzählt habe, dann wurde Ulrich H. während der Sportschau-Übertragung acht Mal eingeblendet. Acht Mal!

Immerhin bekam man so auch mal wieder seinen Bruder Dieter zu sehen. Und auch seine Frau war im Bild. Sie reichte ihrem Mann ein Bonbon, vielleicht auch einen Drops. So genau konnte man das nicht sehen und auch ARD-Reporter Schmelzer löste diese Frage nicht auf, obwohl er sonst dem ehemaligen Manager mehr Aufmerksamkeit schenkte als den Mainzern, die an diesem Tag wieder für ein gerüttelt Maß Spannung in der Bundesliga sorgten.

Ärgerlich, sicher. Aber vielleicht ist der Drops Hoeneß ja bald gelutscht und die Konzentration gilt wieder mehr dem Spiel auf dem Rasen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

blogundpresseschau

1. Bayer Leverkusens Christoph Kramer sprach nach der Niederlage von einem »Totalversagen«. Rudi Völler will »kleinere Brötchen backen«. Mehr Hilflosigkeit gibt es nicht mal bei den Abstiegskandidaten zu beobachten. (kicker)

Auf der anderen Seite hat die Hoffnung einen Namen: Pizarro. Mit 37,4 Jahren ist Claudio P. der älteste Bundesligaspieler aller Zeiten, der einen Dreierpack erzielt hat. (opta) Der Goalgetter hat nun auch eine Vertragsverlängerung über die laufende Saison hinaus in Aussicht gestellt. (NDR) Ob das auch für die 2.Liga gilt?

2. Während in Bremen Zuversicht keimt, kann man in Frankfurt nur noch Tristesse beobachten. Nach der Niederlage geht laut Marco Russ »die Angst um«. Auch weil Schiedsrichter Knut Kircher Darida nach fünf Minuten mit Gelb davonkommen ließ. (FAZ). Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz (FR) sprechen Huszti die Bundesligatauglichkeit ab und sehen als letzten Hoffnungsschimmer, dass der Einsatz stimmt.

Die Angst der Frankfurter, die nun auf dem Relegationsplatz angekommen sind, begründet sich auch auf den Leistungen der TSG aus Hoffenheim. Unter Coach Nagelsmann gelang ein Heimsieg gegen Augsburg, den Trainer Weinzierl auch mit der hohen Belastung der letzten Wochen begründet wissen will. (Sportschau)

3. Im Kampf um die Champions League Plätze holte Gladbach gegen Stuttgart dank neuer Taktik 3 Punkte. (Spiegel) Schalke bot nach den miesen Auftritten gegen Donezk und Frankfurt mal wieder ein Spektakel und setzte mit dem Sieg gegen den Hamburger SV ein Zeichen für den Trainer. (Spiegel)

4. Einem Wunder gleich – ich deutete es bereits oben an – verliert Bayern München vor heimischer Kulisse gegen Mainz 05. Dem Namen Jhon Andres Cordoba Copete ist somit der Eingang in die Bundesligageschichtsbücher gesichert. Mia San Rot sah Strukturprobleme und zu viele Ungenauigkeiten beim Tabellenführer. Jonas Beckenkamp (SZ) wähnt gar zu viel Dortmund in den Köpfen der Bayern-Spieler.

Rene Maric (Spielverlagerung) sah den Schlüssel zur Niederlage im Auftreten der Mainzer, die vom üblichem Muster abwichen und so die Bayern in Ballnähe unter Druck setzten.

5. In Dortmund sorgte die Niederlage der Bayern für einige Zuversicht vor dem #Crassico am kommenden Wochenende. In Darmstadt hatten sich die Borussen zunächst schwergetan, dann aber hochverdient gewonnen. (SZ) Grund für die anfänglichen Probleme des BVB war auch der Rasen am Böllenfalltor, der nun auch Darmstadts Trainer Schuste peinlich ist. (SZ) Nach dem Spiel ließ sich Thomas Tuchel eine kleine Kampfansage an die Bayern nicht nehmen. (Spiegel) Als beste Rückrundenmannschaft (kicker) kann man das mal machen.

6. Für BVB-Boss Watzke ist das Spiel gegen die Bayern schon wichtiger als das Derby gegen Schalke (siehe Mixed Zone der #Link11 von gestern). Carsten Schulte (westline) wirft Watzke Gier und mangelnde Demut vor und sieht den deutschen Clásico schon auf dem Weg nach Shanghai und Katar.  In den USA wird »Der Klassiker« übrigens nur auf einem kleinen Spartensender gezeigt, den nur die wenigsten Fußballfans empfangen. (Worldsoccertalk) Dembowski fasst den Spieltag perfekt zusammen.

7. Beim Zweitligisten SC Paderborn ist es nach bekannter Lesart fünf vor zwölf. Wohl deshalb gab der Verein just um diese Uhrzeit die Entlassung von Cheftrainer Stefan Effenberg bekannt. (kicker) Thomas Hummel (SZ) hat eine Chronologie der Ereignisse von Effenbergs Amtsantritt bis gestern verfasst. Andreas Bock (11 Freunde) fragt sich, ob Effenberg zu einem zweiten Schuss im Profifußball ansetzen darf, nachdem der erste nicht saß. Beim Blog Schwarz und blau ärgert man sich nicht nur über die Entlassung kurz vor Mitternacht, sondern über die Geschehnisse der vergangenen Monate.

8. Vorgestern haben wir in der #Link11 an Nummer 11 auf einen kicker-Artikel von Frank Lußem über Fußballsprache verwiesen. Kollege Endreas Müller kann die Argumentation nachvollziehen, glaubt aber, dass die neuen Begrifflichkeiten zu begrüßen sind, weil sich das Spiel eben verändert hat. Diese Veränderungen stellen aus seiner Sicht die Sportjournalisten vor eine neue Aufgabe.

9. Auch Christian Spiller (Zeit) guckt sicher dann und wann die Konferenz. Zum 25.Geburtstag der Bundesliga-Livespiele im Pay-TV hat er deshalb Sky gratuliert, aber auch Kritik formuliert und Wünsche geäußert, die sicherlich jeder Zuschauer unterschreiben würde.

10. Das Büro und die Wohnung des Sicherheitsbeauftragten von Preußen Münster wurden durchsucht, weil der Sicherheitsbeauftragte angeblich Ultras geschützt haben soll. Der bisher einmalige Vorgang im deutschen Fußball ist ein Tabubruch, der viele Fragen aufwirft. Das Landgericht hat die Durchsuchungen als illegal eingestuft, der Sicherheitsbeauftragte hat seinen Job bei Preußen dennoch verloren – und die gefundenen Daten dürfen zwar nicht gegen den Sicherheitsbeauftragten, wohl aber gegen Preußen-Fans verwendet werden, was vielleicht das übergeordnete Ziel der Aktion war und nun für eine weitere Entfremdung von Polizei und Fußballfans in Münster führt. (Deutschlandfunk)

Die Blau-Weiß-Rote-Hilfe aus Rostock berichtet derweil von einem Hansa-Fan, dessen Wohnung nun ebenfalls durchsucht wurde. Grund: er hatte Zugfahrzeiten zum Auswärtsspiel bei den Stuttgarter Kickers bei sich. Die Polizei beschlagnahmte sämtliches technisches Equipment.

Passend dazu sei auch die Initiative des Commandos Cannstatt erwähnt, das Auskunftsersuchen bei BKA und LKA vorbreitet hat, damit Fußballfans wissen, welche Daten die Polizei von ihnen gespeichert hat. Auch die Fanhilfe Hannover ärgert sich über weitere Datensammlungen, die wie in Hamburg bisher geheim gehalten wurden.

11. Deutschlands Rechte zeigen sich aktuell offener. Bei Demonstrationen sammeln sich Tausende im Kostüm des »besorgten Bürgers« und auch im Umfeld des Fußballs rotten sich die Rassisten zusammen. Besonders die Hooliganszene hat hier unter dem Label HoGeSa einen Zusammenschluss vollbracht, der besorgniserregend ist. (WDR sport inside)

Geburtstagskind des Tages

(Auflösung von gestern: Ciriaco Sforza wurde 46)

Meist geklickter Link gestern
Sowohl die neuen Tattoos von Uli Hoeneß (Postillon) als auch Tobias Eschers fünf Gründe für einen Abstieg von Werder Bremen (11 Freunde) trafen den Geschmack der Leserschaft.

Field Reporter

»Als ich von Sturm Graz nach Dortmund kam, habe ich dort nicht mehr gespielt und mir deshalb überlegt: wie sieht mein Leben in den nächsten zehn Jahren aus? Rückblickend muss ich sagen, dass ich nie der größte Fußball-Fan mit hoher Leidenschaft war. Andere können nicht mehr ohne ihn leben, aber das war bei mir einfach nicht so. Daher habe ich mich trotz aller Widerstände für das Studium entschieden.«

Johannes Focher, 25, hat seine Profikarriere beendet. Er empfand den Fußballeralltag als »plump und langweilig« und  freut sich beim Studium in Bochum nun über charakterliche Weiterentwicklung und den Gewinn der Eigenständigkeit. (spox)

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen.  + + + Zweite Liga: Spietzenteams gewinnen und auch Duisburg punktet. (Spiegel) + + + Vierpunktnull: Bayern München übernimmt die Kontrolle über Spieler und Verein auf allen Kanälen. (Digitalsport) + + + Mitbestimmung: In Hannover trafen sich Mitglieder, Aktive und Vereinsoffizielle, um die zukünftige Teilhabe von Fans bei 96 zu diskutieren. (The Walking Red) + + + Italien: Juventus Turin setzt sich gegen Inter im Elfmeterschießen durch und zieht ins Pokalfinale ein. (Spiegel) + + + Parkplatz: Wie man in Leipzig mit jüdischer Sportgeschichte umgeht. (LIZ) + + + Trainersprech: In der us-amerikanischen MLS bekommen Trainer in Zukunft auch währende der Spiele Mikrophone angeklipst. (Philly) + + + Schwalben: Für 11 Freunde hat Christian Ulmen bewertet, welche Spieler am Schönsten liegen gehen. + + + Fußballquizwissen: Welcher Erstligaspieler gewann nach seiner Karriere einen Oscar? (Goal) + + + Ausfall: In Ahlen wurde ein Regionalligaspiel wegen ausbleibenden Regens abgesagt. (WN)

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#Link11: Das tapfere Schneiderlein

Das Erste bringt heute einen Themenabend Wettbetrug aus Spielfilm und Dokumentation. Der Onlineauftritt zum Abendprogramm bietet Vorschau und Hintergründe. Bei immerhin zwei englischen Wochen in der gesamten Bundesligasaison legte die ARD den Film punktgenau in das vermutlich einzige 20:15-Zeitfenster der vergangenen vierzig Jahre, in dem parallel ganze sieben Bundesligaspiele ausgetragen werden. Nach einer Ausstrahlung am 33. oder 34. Spieltag gegen 16 Uhr am Nachmittag ist dies sicherlich derjenige Termin, an dem möglichst viele Fußballfans verhindert sind. Das gesendete Programm scheint durchaus “sehr, sehr gut” zu sein (SZ), leider wird mit diesem Sendetermin gerade das am Fußball interessierte Publikum ignoriert. Eine Zuschauerschaft, die den Fußball nie geliebt hat, darf grimmig nickend zusehen. Kann dies das Anliegen des Themenabends sein?

blogundpresseschau

1. Nach dem Wettbetrug in der Einleitung widmen wir uns an dieser Stelle wieder den rein sportlichen Höchstleistungen; besonders jenen, die durch Doping ermöglicht wurden. Zur Erinnerung: vor einem Jahr verkündete ein Mitglied der Freiburger Dopingkommission vorab, “Anabolikadoping in systematischer Weise” um das Jahr 1980 lasse sich “für den Profifußball in Deutschland sicher beweisen”. Die Vorsitzende der Kommission bedauerte den Alleingang ihres Kollegen, bestätigte aber die inhaltliche Korrektheit der Anschuldigungen ausdrücklich. Der namentlich genannte Bundesligaverein schwieg sich aus. (Die damaligen wesentlichen Veröffentlichungen hier).

Der gestrige Rücktritt der Freiburger Dopingkommission und die Berichte über die Beeinträchtigung ihrer Aufklärungsarbeit finden sich deswegen nicht nur bei den Interessierten an Medizin, Sportrecht und bei den Fans der “üblichen verdächtigen” Sportarten wie dem Radsport, sondern auch auf der 1 der heutigen #Link11. Wie schon vor einem Jahr ist das Blog von Jens Weinreich erste Anlaufstelle, um einen Überblick der Stellungnahmen zu gewinnen.

2. Gestern Abend begann ein weiterer Spieltag der Bundesliga. Wolfsburg erreichte in Hannover den zweiten Auswärtssieg der Saison, 0:4 lautete der Endstand. Mehr als die Treffer in Ron-Robert Zielers Tor war es der Einschlag einer Leuchtrakete in die Ersatzbank der Gastgeber, der für Aufsehen sorgte. Hendrik Buchheister (Spiegel) sortiert Spielgeschehen und Stellungnahmen gleichermaßen ein.

3. In der zweiten Erstligapartie trennten sich Ingolstadt und Köln 1:1 (SZ). Der Spielfeldrand wundert sich.

4. Heute vor 25 Jahren wurde erstmals ein Livespiel im Bezahlfernsehen übertragen. Eckdaten und Stimmen von damals hat die dpa gesammelt (dpa/FAZ). Heute dann: sieben Mittwochspiele? Und am vergangenen Sonntag Fußball um 19:30? Dem nahenden Untergang des fußballerischen Abendlandes setzt der Spiegel die Tradition der Zerstückelung entgegen. Hauptgrund: Witterung. Hier ist auch nachzulesen, warum der heutige Abend nicht der erste vollgepackte Mittwochabend der deutschen Fußballgeschichte ist.

5. Auserkorenes Sorgenkind der Woche ist nach Hoffenheim, Hannover und Frankfurt im Februar nun Werder Bremen. Die FAZ schreibt von der “Angst vor dem totalen Absturz”, die SZ von einer verschärften “Debatte um Trainer Viktor Skripnik”. Und für 11Freunde kennt Tobias Escher fünf Gründe, warum Werder am Saisonende absteigen wird.

6. Noch in dieser Woche, am Freitag, soll der Untersuchungsbericht zur WM-Affäre beim DFB der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Michael Ashelm (FAZ) wirft einen Blick voraus. Willi Lemke spricht in der FR zu Frank Hellmann über seine Erwartungen hinsichtlich des Freshfields-Berichts, die Bremer Sorgenkinder (s.o.) und ansonsten viel über Geld.

7. Ebenfalls noch in dieser Woche, morgen, endet die Wahl zum Sportblogger-Beitrag des Jahres 2015. Auf allesausseraas macht Herr Sternburg Werbung für die Wahl und singt ein kurzes Loblied auf die Sportbloggerei.

8. Zwei Blogtexte noch zu einem Spiel des vergangenen Wochenendes: Constantin Eckner (Spielverlagerung) analysiert “die Partie zwischen dem besten Zweitplatzierten und dem wohl besten Zweitletzten aller Zeiten” und überschreibt seinen Artikel mit “Duell auf Augenhöhe“. Dem prägenden Feldverweis gegen Sebastian Rudy habe ich mich selbst mit einem Blogtext gewidmet (Neureich-Bimbeshausen).

9. Die Reaktionen auf eben jene Rote Karte heben Collinas Erben in ihrer Spieltagskolumne hervor. Sie verweisen dabei auch auf ein Interview mit dem Vorsitzenden des DFB-Sportgerichts, erschienen beim Handelsblatt. Darin weist Hans E. Lorenz auf das Gegenteil einer vermeintlichen Verrohung des Spiels im Spitzenfußball hin.

10. Aktuelle Einwürfe zur Schiedsrichterei seien hier in dreifacher Ausführung genannt: Falk Landahl argumentiert für die Einführung des Profischiedsrichtertums. Jan-Philipp Hein (SVZ) widmet sich der veränderten Wahrnehmung des Schiedsrichterentscheidungen durch den technischen Fortschritt. Der Postillon berichtet über die Einführung eines Schiri-Schiedsrichters, der die Entscheidungen des Schiedsrichters bewerten soll.

11. Auf der einen Seite die Schiedsrichter, auf der anderen die Spieler, die ihnen das Leben schwer machen. “Eine Kultur der Aufmüpfigkeit, der Respektlosigkeit, ja sogar mancherorts der legitimierten Schummelei”, kennt Jörg Meyn (Morgenpost) von der Bundesliga seit Kindestagen. Michael Horeni (FAZ) stellt dem ein ausführlichen aktuellen Fairnessbericht entgegen:

Was zählt, ist der eigene Vorteil. Und den verschafft man sich gerne auch mit List und Tücke. Es ist ein weitverbreitetes Missverständnis, zu glauben, im Fußball wären Regeln dazu da, um eingehalten zu werden. Das Gegenteil stimmt. Im Fußball scheint ihr Sinn darin zu bestehen, sie so weit wie möglich zu dehnen. Oder zu übertreten – und sich dabei nicht erwischen zu lassen. Dafür tun Profis von Woche zu Woche alles.

Geburtstagskind des Tages

(Auflösung von gestern: Rüdiger Kauf wurde 41)

Meist geklickter Link gestern
Der Postillon – “Exklusiv: Uli Hoeneß erklärt seine Knast-Tattoos

Field Reporter

(Zur Reaktion der Fans, die den KSC während und nach dem Spiel ausgepfiffen haben) Dafür habe ich nullkommanull Verständnis. Ich sage ganz ehrlich: Da verdiene ich lieber ein bisschen weniger und dann sollen sie daheim bleiben. Das geht nicht: wenn man da den Ball ein bisschen hintenrum spielt, weil man verlagern muss, dass man da jedes Mal ausgepfiffen wird. Dann [sollen] sie lieber zuhause bleiben. Das ist echt eine Frechheit. Wir sind der Karlsruher SC, wir wissen wo wir herkommen und sind nicht RB Leipzig. Letztes Jahr waren wir am Limit, da haben wir überragend gespielt, da kamen die Fans in Strömen. Und jetzt, wenn es mal nicht so läuft, wenn es realistisch läuft, da pfeifen sie uns aus. Wir haben [uns] rausgezogen aus zwei Löchern in der Hinrunde. St. Pauli stand letztes Jahr bis zum letzten Spieltag untendrin, wir ziehen uns raus und die pfeifen uns aus, die Hampelmänner.

KSC-Innenverteidiger Manuel Gulde, zitiert von KA-news.de. Lesenswert auch die “Ich habe seit 30 Jahren eine Dauerkarte”-Kommentare unter dem Artikel. Ein deutlich abweichender Wortlaut findet sich im Originalton beim SWR, aber vielleicht hat er seine Ansprache ja sinngemäß wiederholt.

Mixed Zone
Hamburg: Blinde Fans machen sich Sorgen (blindPR.com) + + + Saarbrücken: Abschied von Falko Götz (FCSBlog) + + + Altengamme: Schiedsrichter ist Arzt und leistet Erste Hilfe (Bergedorfer Zeitung) + + + Italien: Serie A erhöht Auffangzahlungen für Absteiger (Sponsors) + + + Bundesliga: Die Tabelle, nach Punktzahlen, nicht nach Plätzen (Königsblog) + + + Barcelona: Wir trafen uns vor einer Wurstbar (Ronald Reng) + + + Dortmund: “Es ist insgesamt der echte und authentische Geruch des Fußballs, der die englischen Fans zu uns führt” – Aki im Werbegespräch für die Bundesliga.de + + + UEFA: Ticketpreise im CL-Finale steigen (NZZ) + + + Perle: HSV-Fans stimmen über Lautstärke des Vorsängermirkofons ab (Faszination Fankurve) + + + Idee: Champions League aus 2×6 statt 8×4 Klubs (CLubElo) + + + Spielweise: Das Recht auf Unansehnlichkeit (11Freunde) + + + Istanbul: Galatasaray für zwei Jahre von europäischen Wettbewerben ausgeschlossen (BBC) + + +

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#Link11: Sturm zieht auf

Und, spürt ihr ihn schon, den zarten Wind der Reformen, der die duftenden Grasnarben dieser Weld umweht? Ausgelöst vom neuen Fifa-Präsidenten, der eine rund erneuerte Fifa verspricht. Das muss uns doch alle betreffen, oder? Oder? Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Wind die Stärke eines Tornados, einer Böhe oder doch einer Blähluft hat. Sachdienliche Hinweise wie immer an uns. Auch an andere Stelle kündigt sich frische Luft an: Uli Hoeneß ist wieder mit dabei. Versteckt ihre Steuermillionen, kauft sich einen Windschutz und geht Bratwürstchen kaufen: Die Link11.

blogundpresseschau

1. Dürfen wir hier eigentlich noch so intensiv und kritisch über die Fifa scheiben? Jetzt wo dort alles besser wird (Eigendarstellung)? Andere haben das nach der etwas überraschenden Wahl von Gianni Infantino an die Spitze des Fußballweltverbandes versucht. Es folgt eine Auswahl einiger Texte, deren Spektrum sich grob von „Alles bleibt bei alten“ bis „Gebt der Fifa ein paar Monate, dann ist alles wieder beim alten“ reichen.

Wer den Wahltag nochmal launisch nachlesen möchte, findet sich bei Jens Weinreich bestens aufgehoben. Wie modernes Blogging geht zeigte er am Freitag: Er übermittelte Live-Eindrücke aus der Halle, bund Lesermeinungen –und Tweets ein, garnierte die Geschehnisse mit seinem riesigen Hintergrundwissen und ließ Raum für Selbstkritik. Jutet Ding.

Es geht kurz und schmerzlos zur Sache. Keine Show, kein Pomp. Zack zack zack. Nicht wie unter Blatter. Aber das wird sich im FIFA-Reich wieder ändern.

2. Was bedeutet die Wahl von Gianni Infantino? Ob es eine gute Idee ist, dass Gianni Infantino künftig statt Kugeln zu ziehen sehr viele Gelder verteillen wird und als Repräsentant des Weltfußballs gibt, versuchten die Kommentatoren zu beantworten. Jens Sejer Andersen, Leiter der Sportkonferenz “Play the Game“, gibt in einen Kommentar Neu-Präsident Gianni Infantino eine Chance, wenn auch nur eine kleine, und fordert ihn auf, die Reformpakete zügig und nachdrücklich zusammen mit dem dann viel mächtigeren Generalsekretär (to be announced) umzusetzen. Zwischen den Zeilen liest man, oh Überraschung, eine große Portion Skepsis. 

Oliver Fritsch (ZEIT Online) ist mit seiner These deutlich offensiver und bemängelt, dass alleine die Verhinderung des schlechtesten Kandidaten (Salman) noch keine Leistung ist. Für ihn ist Infantino trotz aller Selbstmitleidsreden am Wahltag (“Sind in der Krise, aber haben glänzende Zeiten vor uns”) vor allem ein Reformblockierer. Also genau der Mann, der gesucht war. Oder hab ich die Wahl falsch verstanden?

3. Die Gründe für die Niederlage des Favoriten Scheich Salman sucht James Dorsey. Er ist sich sicher, dass Salmans autokratische Vergangenheit und seine Taktik im Wahlkampf, Menschenrechts-Kritik mit Anwälten zu beantworten, zu dessen Niederlage beigetragen hat. Lieber Scheich, zwei Tipps von mir: Hättest vielleicht doch mal bei Sepp um Rat fragen sollen, der wollte mit dem Amt des Fifa-Präsident schließlich den Friedensnobelpreis einheimsen. Und in der Vergangenheit mal lieber mehr Kugeln gedreht und gezogen. Das scheint wichtig zu sein.

Womit es Infantino geschafft hat, die Gelder Stimmen doch noch auf seine Seite zu ziehen, hat in Zürich Keir Radnedge beobachtet. Seine wahlpolitisch gehaltene Analyse belegt eindrucksvoll, wie sich die stimmberechtigten Verbände von Infantinos zentralem Satz „Das ist euer Geld, das der Verbände“ überzeugen ließen. Scheint als ob die Reformvorschläge erste Wirkung gezeigt haben: Sie versetzten die Delegierten zurück in die Blatterzeit.

 4. Ähnliches berichten die Kollegen von WDR Sport Inside. Sie zeichnen in ihrem neunminütigen Film den Wahltag nach („Eine Farce“) und finden den Beleg dafür im Exklusivinterview mit Strippenzieher Ahmad Al-Fahad Al-Sabah. Der erzählt ihnen ganz entspannt, dass der Sieger des ersten Wahlgangs automatisch auch zum Sieger des zweiten Wahlgangs wird. Alte Fifa-Praxis, versteht sich.

5. Auch ein guter Gag dieser Wahl ist, dass die schweizer Herkunftsorte des vormaligen und des neuen Fifa-Regenten gerade mal sieben Kilometer auseinanderliegen. Gucken wir doch mal, was die Menschen von dort auszeichnet. Ah ja, hier: Ein herrlich schlecht gelaunter Artikel über den Wallis, dem Herkunftskanton von Sepp Blatter und Gianni Infantino, kommt von Samuel Burgener (NZZ): „Die Menschen in diesem engen Tal haben eine unaufdringliche Art, sich für die Tollsten zu halten.“ Wallis ist offenbar das Bayern der Schweiz. Wer macht den Horst?

6. Womit wir auch schon beim nächsten Thema sind: Einer der bekanntesten Vertreter des Freistaats darf sich seit gestern auch wieder offiziell dort rumtreiben wo er möchte. Uli Hoeneß ist wieder frei. Zeit wurde es, viel Arbeit liegt rum:

Der Postillon hat sich unterdessen Hoeneß Knasttattoos gewidmet. Herrliche Auswahl. Mal sehen wie lange es dauert, bis Hoeneß von München aus auch diesen Newsletter mit markigen Sprüchen bereichern wird. Christof Kneer kommt für die SZ zwar bei seinen Nachfragen zur Uli-Zukunft im FCB-Umfeld nicht weit, doch vieles lässt darauf schließen, dass Hoeneß schon sehr bald wieder eine große Rolle spielen wird: „Der FC Bayern bleibt Hoeneß Lebensthema.“

7. Ein Weggefährte von Hoeneß, wenn auch nicht einer seiner besten Freunde, war Louis van Gaal. Nun trainiert er Manchester United und hat dort am Wochenende gezeigt, dass grundloses Hinfallen keine Arjen-Robben-Schule sind, sondern schlicht niederländisches Standardrepertoire wie Käse, Tulpen und Holzschuhe eben auch. Sensationell legte er sich vor dem 4. Offziellen auf den Boden, um Alexis Sanchez Schwalbe zu imitieren.

Internet!

Do your job! (Manchester gewann übrigens 3:2, was einen Leicester-Titel immer wahrscheinlicher macht. Währenddessen verpasste Jürgen Klopp seinen ersten Titel mit Liverpool im League-Cup-Finale im Elfmeterschießen gegen ManCity. Morgen gibt es in der Liga aber schon die Chance auf Revanche.)

8. Wer sich nach diesem Bundesliga-Spieltag kein Sky-20-Jahre-Abo sichert, seinen Freunden auf der ganzen Welt nicht von der halsabschneidenden Spannung der Bundesliga erzählt und die sagenhafte Stimmung deutscher Stadien preist, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. Oh pardon, diesen Text reiche ich gleich bei der DFL als Bewerbungsschreiben für die Werbeabteilung ein. Viel realitätsnaher trifft es die Analyse des Blog-G, der anhand des neuen Premium-Sendeplatzes der Bundesliga am Sonntagabend um 19.30 Uhr das Spiel seiner Eintracht aufarbeitet („About nothing“). Ron Ulrich (11Freunde) nimmt sich in seinem Kommentar ebenfalls die neueste Zerstückelung des Spieltags vor und zerstückelt darin die DFL-Argumentation. Stück für Stück zum Zerstückelglück. 

9. Gut aufgestückelt ist mittlerweile auch die Debatte um Roger Schmidt, Rudi Völler und dem Umgang zwischen Trainern und Schiedsrichtern. Schiri-Boss Herbert Fandel durfte sich bei Fupa nochmal äußern, ich habe das zum Anlass genommen, seine Aussage mal gegen die von Thomas Schaaf zu stellen. Einer von beiden lügt demnach. Ich habe einen Verdacht, wer.

Daniel Theweleit hat im Deutschlandfunk einen angenehm sachlichen Beitrag veröffentlicht, der sich um den hitzigen Kern dieser Debatte dreht: Die Emotionalität, die von allen Seiten vom Fußballgeschäft erwartet wird. „Fußballtrainer müssen ihre Mannschaft emotionalisieren. Wenn sie Niederlagen allzu passiv begleiten, wird ihnen vorgeworfen, sie nähmen zu wenig Einfluss.“ Sachlich, das klingt schlüssig. Ich geh jetzt erstmal zum Gründer der Brigade Hartmut Strampe und grätsch ihn ab. Das aber nur am Rande.

10. Heute Abend eröffnet sich bereits die nächste Gelegenheit, um über Schiedsrichter, Trainer und Rudi Völler zu debattieren. Die Bundesliga spielt eine englische Woche, also wirklich jetzt, ohne der Premier League zwanghaft nacheifern zu wollen. Nicht mehr dabei, aber auch heute und morgen wieder im Einsatz: Hansa Rostock und Energie Cottbus. Dieses Duell gab es am Wochenende in der 3. Liga und endete mit einem Hansa-Sieg. Hannes Hilbrecht (ZEIT Online) hat dies als Aufhänger genutzt, um mit dem Kronzeugen Steffen Baumgart (hat bei beiden gespielt) den Niedergang des einst wichtigsten Ostderby der Nachwendezeit zu analysieren.

11. Gute Nachrichten schwappen aus der Twitterblase: Es wird wieder diskutiert. Aber so richtig. Wer nach Schmidt-Völler-Zwayer-Schiedsrichter-Trainer-hastenichtgesehen nach einem neuen Aufregerthema zum Debattieren sucht, kann sich hier einklinken:

Es geht um einen Text im aktuellen Kicker (Achtung: 49-Cent-teurer Blendle-Link), geschrieben von Frank Lussem. Dort analysiert er die neue Fußballsprache, die für Begriffe wie den „Vorstopper“ keinen Platz mehr findet (Übersetzung: die freien Räume für Berti-Vogts-Wörter verdichtet) , neue Wörter wie „Open Innovation Network“ einführt (ÜS: Überladung des Begriffsraums mit Anglizismen) und, hier beginnen die Diskussionen, gegen die Wörterbuch-Schreiber dieser Sprache, die Spielverlagerungs-Autoren, stichelt (ÜS: Fluid verpacktes Abkippen eines guten Textes in eine kleine Provokation). Das blieb natürlich nicht unkommentiert, hier, hier und hier gibt es Reaktionen der Autoren, die Lussem für seinen Text offenbar nicht zu Wort kommen lassen wollte, um die oft ausufernde Sprache aus ihrer Sicht zu erklären. Der Spielverlagerung.de-Part ist aber nur ein kleiner Aussschnitt (circa zehn Prozent) aus seinem Text.

Geburtstagskind des Tages

(Auflösung vom Freitag: Marek Lesniak wurde 52)

Meist geklickter Link am Freitag
Manchmal grinse ich einfach, wenn ich sehe, welche Links am meisten geklickt werden: Am Freitag war es mit weitem Abstand der vom Andreas Glumm aus Solingen, der sehr romantisch von seiner Jugend mit dem Fußball bei Rasspe Sport Verein Kohlfurth erzählt: “Kommt mir ein Ball unter die Augen, muss ich handeln. Das ist Gesetz. Zumeist handelt ohnehin der Ball. Er sucht mich auf. Ich bin sein Magnet. Ich bin sein Mekka.” Immer noch sehr gut.

Field Reporter

»Sie merken ja, dass ich keinerlei Probleme mit der Aussprache habe. Auch die Fortbewegung klappt problemlos, da ist zum Glück nichts zurückgeblieben. Was mein Sichtfeld betrifft, habe ich einige Einschränkungen. Aber das ist alles zu verkraften. Ich würde mich freuen, wenn ich im kommenden Jahr wieder ein bisschen Golf spielen könnte. Dann wäre ich restlos zufrieden.«

Die Kölner Legende Hannes Löhr gab DFB.de am Ende von 2015 noch ein Interview, in dem er mit viel Vorfreude nach überstandener Krankheit auf das kommende Jahr blickte. Nun ist er gestorben. Ruhe in Frieden.

Mixed Zone
Gestorben: Hannes Löhr. Maach et jot, Hannes! (Effzeh.com) + + +  Wo ist eigentlich Uwe Seeler?  + + + Was ist passiert, seit Eden Hazard in der Premier League nicht mehr getroffen hat? Ziemlich viel. (Bene Nießen bei Twitter) + + + Justin und Dembo ermitteln, welche der Europa-League-Achtelfinalpartien Konferenz-würdig sind und welche nicht. Große Unterhaltung, wie immer. (DID-Sport) + + + Zwweeehundertfuffzich Ausgaben Textilvergehen-Podcast über Union Berlin: Wir gratulieren mit einem Link zur Jubiläumsausgabe. Allet Jute! + + + Ist nun da : Eine Terminierung für den 26. Spieltag (Faszination Fankurve) + + + Heimreisende Dumpf-Fußballfans in Sachsen treffen auf Flüchtlinge. Es ist klar, was passiert. (MoPo) + + + Wieder da: DID-Power-Ranking. BVB rising. Leicester hunting Real Madrid. Hertha vor ManUnited. HaHoHe! + + + + Reiselust wecken? Blickfang Ultra bringt ein Reistagebuch Spezial: Südamerika. Ick hab schon bestellt. (Blickfang Ultra)+ + +

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Podcast-Schau: Was Andy Brehme von Franz Beckenbauer lernte

In unregelmäßigen Abständen wollen wir auf hörenswerte Podcasts und Radiobeiträge hinweisen. Heute sind es fünf, es können in Zukunft aber auch gern mal zwei, fünf oder zehn sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob Mikroamateure oder Journalistenprofis produzieren. Empfohlen wird, was uns gefällt. Gern nehmen wir auch Eure Empfehlungen besonders gelungener Produktionen auf. Schreibt uns einfach unten in die Kommentare. 

Und nun viel Spaß mit der Podcast-Schau:

  • Ganz neu im Podcastregal ist Ballverliebt. In der ersten Ausgabe sprechen die beiden Macher Tom Schaffer und Philipp Eitzinger über Fußball, Österreich, England, Spanien und Italien – und das in knackigen 13 Minuten. Das Projekt ist also eine sehr sehr verkürzte und ernsthafte Variante des schmerzlich vermissten Flatterball-Podcast. Pointiert, informativ, meinungsstark. Eine sehr gelungene Auftaktfolge.

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  • In der neuen Folge vom Millernton ist Torhüter Philipp Heerwagen zu Gast bei den Fans des FC St.Pauli. Schon nach wenigen Minuten bekommt er die unangenehme Form der Gänsehaut und ledert gegen seinen Ex-Trainer Andreas Brehme. Dazu gibt er Einblicke in das Innenleben der Mannschaft, kürt seinen Lieblingsschiedsrichter, lässt sich über Regelfragen aus und zeigt, dass Loyalität sexy ist. Besonders spannend sind allerdings seine Berichte über ehrenamtliche Projekte, über Arbeitslosigkeit als Profifußballer, die schlimmsten Spiele seiner Karriere und das Gefühl als Torwart ein Tor zu erzielen. Dazu gibt es Hintergründiges zu den Trikots mit »Kein Fussball den Faschisten« Aufschrift und einen Blick auf die Geschichte des Heiligengeistfeldes.  Und immer dran denken: »Mal biste der Hund, mal biste der Baum.« Danke, Wilko.
  • Recht frisch auf der Podcastliste ist der »Gut Sport Podcast«. Und die beiden Macher Eike und Steffen spinnen – im positiven Sinne! – ordentlich rum. In Folge 6 erdenken sie zum Beispiel eine All Star Variante bei der die besten Spieler aus den Top 4 Ligen gegeneinander antreten. Auf die beiden Lieblingsclubs der Diskutanten, den 1.FC Köln und Bayern München, wird natürlich immer wieder Bezug genommen, es werden aber auch alle anderen Bundesligisten ins Auge genommen und die Wettquoten getippt – was eine etwas ungewöhnliche Variante ist, die die sonst oft sehr gelungenen Diskussionen unterbrechen. In Folge 6 geht es nur um Fußball, in früheren Folgen waren aber auch andere Sportarten Thema.
  • Deutsches Management. Spanischer Trainer. Fußballtalente aus Afrika. Der KAS Eupen ist im Besitz der Scheichs aus Katar und soll den Spielern Spielpraxis bieten und sie somit auf die WM 2022 vorbereiten. Alois Berger (Deutschlandradio Kultur) besuchte den Verein, der von den Kataris vor dem finanziellen Kollaps gerettet wurde und heute mit stets wechselnden Aufstellungen zu kämpfen hat, weil die Spieler oft bei Lehrgängen weilen, um sich auf internationale Spiele vorzubereiten. Eine wechselhafte Vereinsgeschichte und ein Paradebeispiel für den internationalen Fußballzirkus.
  • Apropos Fußballzirkus: am heutigen Freitag findet die Wahl des FIFA-Präsidenten statt. Philipp May (Deutschlandfunk) bereitet uns perfekt vor indem er die letzten Skandale und die Favoriten unter die Lupe nimmt. Wer nach dem Hören an einen gelungenen Neuanfang bei der FIFA glaubt, kann sich gern in den Kommentaren unten melden.
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#Link11: Peter, Hintermann!

Kurz nach seinem fünfzigsten Geburtstag fiel er in der Kantine tot vom Stuhl. Einfach so. Das Herz. Der Stress. Die Beisetzung fand 2003 an einem klaren blauen Wochentag statt. Ein Schwarm Kraniche zog hoch über den Parkfriedhof, als ich am offenen Grab stand und mich fragte, warum zum Teufel niemand “Hintermann!” ruft, wenn der Tod daherkommt, auf seinen schwarzen Tretern, damit man weiß, aha, da isser. Da kommt er. Von hinten. Und man schnell noch die Biege machen kann.

blogundpresseschau

1. Ein besonderer Blogtext, der da in der Einleitung zitiert wurde. Wer noch nicht überzeugt ist, dem sei noch ein Satz vorgelesen:

Wenn der Ball angeflogen kam, hechtete ich über den Grasboden und fuhr die Glieder aus wie eine Wasserpumpenzange, ich machte mich lang, ich streckte mich zur Sonne, und wenn sie ganz tief stand, noch darüber hinaus.

Zitiert aus: Studio Glumm – »RSV«.

2. Die aktuelle Personifizierung des Bösen im Fußballs, das eingedämmt werden muss, dem sonst ein Rattenschwanz im Amateurfußball folgen könnte, ist Roger »Dann soll er halt abbrechen« Schmidt. Dass dem so ist, belegt der Sitzplatzultra mit einer persönlichen Erinnerung an die Schiedsrichterei in der D-Jugend und einem Dank an Felix Zwayer. Peter Penders (FAZ) lobt das gewählte Strafmaß als »angemessen und mit Bedacht gewählt, […] spürbar und doch nicht gleich so exorbitant, dass Verein und Trainer sich dagegen wehren müssten«. Für ihn ist das Ganze »eine Frage der Erziehung«, auf dass der gute Ton gewahrt werde.

3. Die PSV Eindhoven bestritt am gestrigen Abend erstmals seit neun Jahren wieder ein niederländischer Klub ein Achtelfinalspiel der Champions League. Peter Ahrens (Spiegel) lüftet ein Erfolgsgeheimnis: Cocu lässt die Puppen tanzen. »Alles Wichtige zum Spiel« hat Jan Göbel (SpOn) notiert.

Zum Parallelspiel zwischen Kiew und Manchester City beleuchtete Marco Zschieck in der ZEIT die politischen Seiten: Rassismus in der Ukraine und die russische Propaganda. Johannes Aumüller (SZ) beleuchtet eine Entwicklung im russischen Fußball.

4. Noch einmal zum Dienstagsspiel zwischen Juventus und Bayern: Steffen versucht bei Miasanrot, die geheimnisvolle Botschaft des Pep Guardiola zu entschlüsseln, wann immer er an ein Mikrofon tritt. Rene Maric (Spielverlagerung) entschlüsselt die Parie am Ort des früheren Delle Alpi.

5. Ein kurzer Blick nach England: Warum die Premier League nicht nur auf großem Fuß lebt, sondern auch »so geliebt wird«, ergründet Sven Goldmann im Tagesspiegel. Warum der Arsenal London sein Achtelfinalspiel gegen den FC Barcelona trotzdem nicht gewinnen konnte, unterucht Rene Maric bei Spielverlagerung.

6. Am Freitag wird der neue Präsident der Fédération Internationale de Football Association gewählt. Ganz prägnant listet die Sportschau die Modalitäten auf. Die wohl letzten Entscheidungen vor der Wahl (Doppelt verhandelt hält besser: nur noch sechs Jahre Sperre für Blatter und Platini; morgen keine Glaskabinen) finden sich bei der FR. Die in dieser Woche erschienenen Fernsehsendungen zur FIFA (ARD, WDR, ZDF, arte) hat Kollege Klaas in seinem Blog zusammengefasst.

7. Gute Laune herrscht derzeit bei der Frankfurter Eintracht. Der kicker führt fix auf, wie schlecht es läuft und wie mies gelaunt die Reaktionen und die Reaktionen auf die Reaktionen ausfallen. Der Anhang schäumt. Heribert Bruchhagens Stellungnahmen zur Lage und dem kolportierten Abgang des Trainers am Saisonende fasst das FR-Autoren-Duo Kilchenstein & Durstewitz zusammen.

8. Allerbeste Laune herrscht die ganze Saison schon in Kaiserslautern. Stefan Kuntz, der vor Saisonbeginn den vielbeachteten Ausspruch tätigte, der Spielplan sei »nicht besonders FCK-freundlich«, hat inzwischen seinen Abschied zum Saisonende angekündigt. Tim Jürgens (11Freunde) traf die Vereinslegende. Kuntz sträubt sich gegen einige Vorwürfe, zeigt sich aber durchaus selbstkritisch:

Die Transfers zu Bundesligazeiten sind nicht alle aufgegangen. Ich lag mit der Verpflichtung eines Trainers daneben und einige Personalentscheidungen stellten sich im Nachhinein nicht als optimale Lösung dar. Außerdem ist es nicht gelungen, zu Bundesligazeiten die Weichen für die Zukunft zu stellen: In dieser Erfolgsphase hätten wir u. a. die Ausgliederung der Profiabteilung schaffen müssen, um den Verein flexibler aufzustellen. Wir waren zu sehr mit der Konsolidierung des FCK beschäftigt. Und last but not least: Ich hätte die Vielzahl der Aufgaben, die meine Position beinhaltet, früher auf mehrere Köpfe verteilen müssen.

9. So gar keine Laune an sich, eher ein »Naja…« scheint derzeit in Hannover zu herrschen. Thomas Schaaf steht nicht mehr auf dem Deich, erklärt die Lage in Hannover aber unter besonderer Berücksichtigung seiner Beziehung zu Brinkum, Bremen und Skripnik gegenüber der Syker Kreiszeitung.

10. Morgen beginnt der 23. Spieltag der Bundesliga-Saison. Dass es zur berüchtigten weiteren Zerstückelung des Spieltags keines großen Beschlusses bedarf, zeigen die Ansetzungen des Wochenendes: Vier Sonntagsspiele, eines davon um 19:30 Uhr. Schuld ist der Höhenflug deutscher Klubs in der Europa League. Der kicker mit einer Vorschau zu den Partien des Wochenendes.

11. Nicht mehr in der Bundesliga spielt Sejad Salihovic. Der 31-jährige Bosnier hat im vergangenen Sommer das Angebot eines chinesichen Klubs und die SZ sich seiner angenommen. Dort spricht er über die Gründe für seinen Wechsel und sein neues Zuhause. Auch hier: Tolle Stimmung.

“Ich will eigentlich nur Fußball spielen.” Es ist ein Teil der Antwort, warum er jetzt plötzlich in Peking wohnt. Ohne Familie, die immer noch in Deutschland lebt. Aber dafür mit Mundschutz, weil der Pekinger Smog sonst die Lunge angreifen würde. Salihovic sagt: “Das geht schon.”

Geburtstagskind des Tages

(Auflösung von gestern: Thomas Franck wurde 45)

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Thomas Wings – »Prominente Juristen machen sich für Unschuldsvermutung stark«

Field Reporter

»What I’m hoping for is that we will learn from the mistakes the male have done considering some parts. I also think that they can learn from women’s football. Especially when it comes to education and dual careers. It gives your identity a wider depth and you need that when you are a player, as well. It will also give you a different stability and security as a person.«

Die langjährige schwedische Nationaltorhüterin Caroline Jönsson im Interview mit Miasanrot.

Mixed Zone
Sandhausen: Deeskaliernde Musik in der zweiten Liga (YouTube) + + + Türkei: Hakan Sükür wegen Präsidentenbeleidigung angeklagt (SpOn) + + + München: Sträflich vernachlässigt in der #Link11: Die Arena- und Löwenpark-Pläne bei 1860 (SZ) + + + Bundesliga: Ein paar Zuschauerzahlen der Hinrunde (kicker) + + +

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#Link11: Raumdeuter

Heute geht es bei uns bunt gemischt zu. Der gestrige Championsleague-Abend wechselt sich mit den üblichen Skandalen um Firlefranz, Niersbach und den langen Schatten der anstehenden FIFA-Präsidentenwahl sowie Herzerwärmendem aus dem Bereich “Kultur” und feinsten Nerd-Analysen ab.

Wäre diese Link11 also eine Position auf der Taktiktafel, hieße sie vermutlich “situativ die Zwischenlinienräume überladende falsche Neun nach dem Vorbild Thomas Müllers”. Oder so ähnlich.

blogundpresseschau

1. Das Championsleague-Duell zwischen Bayern und Vorjahresfinalist Juventus endete überraschend nicht mit einem Dominanzsieg der Münchener, sondern nur 2:2. Julien Wolff meint: Pep Guardiola kann dennoch stolz auf seine Mannschaft sein (Welt). Auch Christian Gödecke sieht eine große Leistung (mit kleinem Makel) (Spiegel).

Zwei Schlüsselspieler der beiden Clubs sind “Juwel” Paulo Dybala und – natürlich – Thomas Müller. Grund genug, sich ihnen etwas ausführlicher zu widmen. Julius Müller-Meiningen nimmt Juves zunächst als Fehleinkauf abgestempelten Hoffnungsträger unter die Lupe (FAZ), Uli Hesse versucht das Mysterium des “Raumdeuters” Müller zu ergründen (Guardian).

2. Arsenal gegen Barca – eine Partie, ohne die sich die CL-Saison irgendwie unvollständig anfühlen würde. Dass die Aufeinandertreffen eigentlich immer gleich ausgehen, mag dabei eine Rolle spielen. Auch gestern hielt Arsenal zunächst gut mit, bestrafte sich dann aber selbst. Im mittlerweile siebten KO-Duell mit den “Blaugrana” wird es für Wengers Team aber allmählich Zeit, endlich den berühmten nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. Die zentrale Figur dabei ist Mesut Özil, der “beste Kellner Europas” (Morgenpost). Für Peter Ahrens, der das gestrige Spiel bespricht, braucht es jedoch eher einen “Magier” (Spiegel).

Dass auch Barca nur menschlich ist, zeigt Vereinspräsident Bartomeu: Er fürchtet die Konkurrenz aus der Premier League. Bürgerliche Demut rummenigge’scher Prägung (BBC).

Auch Alex Clapham sorgt sich um den FC Barcelona, genauer gesagt, um dessen Allerheiligstes: “La Masia“, die legendäre Trainingsakademie des Clubs sei im Begriff, ihren vielgerühmten Glanz zu verlieren (These Football Times).

3. “Sorgen” heißt auch beim nächsten Thema das Stichwort: Die FIFA steht vor einer Präsidentenwahl, die eigentlich niemand so recht erleben möchte (Zwölf). Zu egal ist die Frage, wer denn nun der nächste Ludwig XIV. des Weltverbandes wird.

Pünktlich zum anstehenden Großereignis eröffnet die FIFA einen neuen Luxus-Gebäudekomplex in Zürich. Ihr dürft gerne raten, ob das 140 Mio. € teure Bauwerk denn auch wirtschaftlich ist – oder ihr lasst es euch von SRF erzählen. Noch etwas tiefer in die Welt der FIFA-Immobiliendeals taucht Rebecca Ruiz ein (New York Times).

Philipp May rekapituliert derweil das zurückliegende FIFA-Jahr. Eine lesenswerte Chronologie, deren Arbeitstitel wohl auch “Das Ding aus dem Sumpf” hätte lauten können (DLF).

4.

»Neben dem dubiosen und sportpolitisch einflussreichen Scheich Ahmad Al Sabah aus Kuweit war der Deutsche nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung der einzige Funktionär im Fifa-Exekutivkomitee, der den Compliance-Chef der Fifa, Domenico Scala, rügte, weil dieser zuvor einen umfassenden Reformentwurf für den Weltverband öffentlich vorgestellt hatte. «

Was macht eigentlich Wolfgang Niersbach? Michael Ashelm geht auf die Suche nach dem Abgetauchten, der an seinen Ämtern bei FIFA & Uefa festhält (FAZ). Ungereimtheiten gibt es derweil – oh Ironie der Ähnlichkeit – auch beim Bau der luxuriösen neuen DFB-Zentrale. CORRECT!V liefert eine Detailbetrachtung ab, wie man sie in Deutschland eben (fast) nur bei CORRECT!V geboten bekommt.

5. Tennisbälle und Boykotte: Ärger regt sich zunehmend auch (wieder) in der deutschen Fanszene. Hendrik Buchheister betrachtet zwei Zentren des Fanprotestes gegen Verbände und Vereine näher und fragt: “Was bringt das eigentlich alles?” (Spiegel)

»Ich wünschte mir diesen polizeilichen Enthusiasmus bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus und anderer menschenverachtender Taten. Allerdings in der Hoffnung, dass man sich dann zielführend um die Täter kümmert und nicht einfach irgendwo herumstochert, nur um zu zeigen, dass man etwas tut.«

Dass auch für Fußballfans (wie die Schalker “Hugos”) die Unschuldsvermutung gilt, schien zuletzt der WAZ nicht so recht zu schmecken. Das wiederum stößt Rechtsanwalt Thomas Wings übel auf. Er nimmt den ungewollt Bände sprechenden Artikel von Stefan Wette Stück für Stück auseinander und zeichnet dabei das Bild eines Landes, das eine Terminologie der Vorverurteilung pflegt, Strafverfahren mit der großen Gieskanne ausschüttet und so überall dort kriminalisiert, wo es eigentlich gar nicht nötig wäre (Dorkawings). Ich bin versucht, zustimmend einen Tennisball aus dem Fenster zu pfeffern.

6. Wir bleiben auf Schalke: Dort wird letzthin gerne mal die These bemüht, der Trainer wechsle immer viel zu spät aus. Torsten Wieland überprüft anhand knallharter Zahlen, wie viel Wahrheit in diesem alten Kneipenhauer steckt (Königsblog).

7.

»Bewegung findet in erster Linie im Gehirn statt.«

Verletzungsepidemien wie die jüngst beim FC Bayern zu bestaunende sind noch immer ein Thema, dem es an befriedigenden Erklärungen mangelt. Ansätze gibt es zwar zu Hauf, doch an deren Ende steht eben der Konjunktiv. Nichtsdestotrotz ist Constantin Eckners Kritik an schablonenhaftem Athletiktraining sehr spannend.

8. Die Herthaner Stark und Weiser sind Kandidaten für den deutschen Olympia-Kader der Herren. Das bringt erheblich verschärfte Doping-Kontrollen durch die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) mit sich.

»Seit einigen Tagen sind bei Stark und Weiser unangemeldete Doping-Kontrollen zwischen 6 Uhr morgens und 23 Uhr erlaubt. Wird jemand drei Mal nicht am von ihm angegebenen Ort angetroffen, droht eine Sperre von bis zu zwei Jahren.«

Wie scharf diese Regelungen sind und was eine spezielle Überwachungs-App damit zu tun hat, erfahrt ihr bei BZ.

9. Die Spieler des Horden Colliery Welfare A.F.C. haben da andere Sorgen: Der Amateurclub wird demnächst das Stadion verlassen müssen, in dem er seit seiner Gründung im Jahr 1908 spielt. Harry Pearson liefert zu seinen Ehren ein nostalgisches, vom nordostenglischen Dauerregen durchnässtes Porträt britischen Arbeiterklassefußballs ab, dass euch wehmütig ums Herz wird. Versprochen.

10. Republikflucht, Knast, Kirche, brasilianischer Star-Fußballkommentator. Gerd Wenzel erzählt von seinem nicht ganz alltäglichen Werdegang (Zeit).

11. Was macht eigentlich Franz Beckenbauer (außer Sklaven zu übersehen)? Hauptsächlich: Beschwingt bei SKY moderieren (Messis Elfmeter? Ging gar nicht!) und Andere für sich sprechen lassen. Einfach zurücklehnen und genießen.

Geburtstagskind des Tages

(Auflösung von gestern: Cédric Makiadi wurde 32)

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Ultrapeinlich stellte sexistische Fans an den Pranger

Field Reporter

»Das Foulspiel ist auch nach Ansicht der Fernsehbilder absolut unstrittig. Ein Dortmunder Spieler hat schnell reagiert. Damit hat er den Konter, der durch ein Foulspiel unterbunden wurde, schnell fortgesetzt. Ich finde, dass eine Ausführung mit einer Karenz von drei, vier, fünf Metern absolut in Ordnung ist. Das liegt im Ermessen des Schiedsrichters.«

Felix Zwayer arbeitet bei der Sportschau die wochenendliche Totalentgleisung von Bayer Leverkusens Verantwortlichen auf.

Mixed Zone
Zurecht: Roger Schmidt erhält eine Sperre (DFB) + + +  Regelkonform: Wie es für Schmidt (auch) hätte ausgehen können (Reviersport) + + +  Totalitär: 1860 Münchens Vorstellungen von “Berichterstattung” (DieBlaue24)  + + + Schmähung: Gehört Hoffenheim in die zweite Liga (Welt)? + + + Stunk: Juve-Schikane gegen Bayern Fans (Spiegel)?

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#Link11: Hooligan-Rudi

Gekloppe, Geklitsche, Gezündel, Geflüchtete, Gephilosophiertes und Untergegangenes. Die #Link11 in gewohnt positivistischem Mantel gehüllt.

blogundpresseschau

1. Der vergangene Bundesliga-Spieltag schien bis zum Sonntagnachmittag müde dahinzuplätschern, das ist im Februar zwischen Europapokal und Karneval nun mal so. Doch die Ödnis hatte ihre Rechnung ohne die Gockel vom Leverkusener Kreuz gemacht. Es wurde doch noch aufregend. In den Hauptrollen: Roger Schmidt, Felix Zwayer und Rudi Völler. Ich denke, die strittigen Szenen sind mittlerweile bekannt, der DFB ermittelt gegen Schmidt und Völler, das Strafmaß wird wohl drastisch ausfallen, mutmaßte Daniel Theweleit in Leverkusen. In der folgenden Debatte um Handzeichen, Machtspielchen und Regelauslegung bildeten sich drei Fraktionen, der Einfachheit wegen in Ultrakategorien eingeteilt:

Auf der Heimseite: die „Sektion Regelhüter“. Ihr Mantra: Gottverdammtwarum hat es so lange gedauert, bis ein Schiedsrichter mal genug hat von den ständigen Mäzchen der Trainer an der Seitenlinie? Zwayer hat alles richtiggemacht, als er das Spiel unterbrach, an Roger Schmidt vorbei in die Kabine stiefelte und erst wieder rauskam, als sich dieser auf die Tribüne trollte. Vertreter dieser Gruppe finden sich bei den 11Freunden und bei der Schottischen Furche wieder.

2. Deren gegenüberstehende Gruppierung wird vom Capo Oli Fritsch (ZEIT Online) angeführt. Fritsch hatte sich in der Vergangenheit schon mehrfach mit Felix Zwayer, seiner Rolle im Hoyzer-Fall und seinem wundersamen Aufstieg an die Spitze der deutschen Schiedsrichter-Gilde beschäftigt. In diese Verwunderung hinein passt, dass Fritsch (und laut seinen Quellen auch andere aus der Schiri-Szene) Zwayers Aktion für überzogenes Drama halten. Er hätte auch wie ein normaler Mensch einfach Roger Schmidt erklären können, dass er den Freistoß ein paar Meter vorne des Spielflusses wegen weiterlaufen ließ und dass Herr Schmidt doch bitte jetzt auf die Tribüne möge. Er wählte die Eskalation, was die Debatten der vergangenen Stunden belegen. Ob das die Aufgabe eines Schiedsrichters ist, sei dahingestellt. Ich persönlich finde mich auch eher in dieser Gruppe, das aber nur am Rande. Ich finde es schön, dass ihr das jetzt wisst. Das Schmidts Verhalten weiterhin unnötig bleibt, bestreitet aber auch Capo Fritsch nicht.

So sehen es die Sportschau-User:

3. Wie gesagt: Dann gab es da noch Rudi Völler. Er bildet, um im Bild zu bleiben, die Hooligangruppe dieser Debatte. Hooligan deswegen, weil Völler ebenso wie die kräftigen Jungs nicht mehr so genau auf die sportlichen Details achten wollte, als er ans Sky-Mikro gebeten wurde:

Sky-Hellmann: „Der Schiedsrichter ist neutral.“ – Rage-Rudi: „Ach, der ist neutral!? Achsoooo.“

Die FAZ hat das ganze Gespräch protokolliert. Ich frage mich auch: Wie hätte diese Partie mit Klopp an der BVB-Linie ausgesehen? Eine wilde Beißerei? Eine Opel-Corsa-Attacke auf Schmidt? Ein Rasierer-Wurf? Nachdenkliches am Dienstag. Eher Nützliches kommt von Benni Kuhlhoff (11Freunde). Er legte für alle Trainer und Funktionäre, von der Bundesliga bis zur Kreisklasse, die perfekte Wutrede zurecht:

“Natürlich hätten wir auch gern einen ______ (hier bitte den Namen eines überteuerten Superstars aus dem Ausland einfügen), aber wer soll den bezahlen? Ein ______ (hier bitte den Namen des Vorstandsvorsitzenden des Hauptsponsors einfügen)? Oder die Zuschauer? Oder ihr? Wer denn nun? Da seid ihr still, was? Da fällt euch nichts mehr ein.”

Bin gespannt auf die nächste Halbzeitpause in der Berliner Freizeitliga.

4. Wir verlassen den Theaterstadl Bundesliga und betreten die ganz große Bühne des schmierigen Inszenierens: Willkommen am Zürichberg. Am Freitag wählt sich die Fifa einen neuen Präsidenten, der, wie sollte es anders sein, natürlich alles anders, besser, reformierter machen will. Die fünf Kandidaten umgarnen in den letzten Tagen nochmal die 209 wahlberechtigten Verbände. Immer wieder wird genau jene Konstellation, Fidschi-Insel-Stimme = Britische-Insel-Stimme, als Hauptursache eines kranken Systems genannt. Gleich mehrere TV-Dokus gehen in dieser Woche der Fifa und ihren Problemen auf den Grund.

Gestern legte die ARD vor, der Fokus lag auf der WM-Vergabe nach Russland und Katar und der Rolle Franz Beckenbauers. Zudem äußert sich zum ersten Mal DFB-Strippenzieher Fedor Radmann. Heute Abend folgt eine Arte-Doku, die nach den Abzweigungen sucht, die der Weltverband in seiner langen Geschichte nahm, um krank zu werden. Das umfassende und lesenswerte Dossier dazu gibt es hier. Morgen folgt eine ZDF-Reportage, in der wieder Fedor Radmann eine Rolle spielen wird. Zudem listet das ZDF in einem Webspecial alle Fifa-Funktionäre mit den ihnen zusammenhängenden Skandalen auf.

5. Schon am Sonntag, als Rage-Rudi noch Weizen bestellte, stellte WDR Sport Inside die beide Favoriten auf den Fifa-Thron vor: Scheich Salman aus Bahrain und Gianni Infantino (Schweiz) gehen als Favoriten ins Rennen. Das Fazit liest sich so:

Interessante Zahlen hat die Initiative New Fifa Now, die auch im WDR-Beitrag zu Wort kommt: 40 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage würden keinen der Kandidaten wählen. Die vermutlich beste Idee kommt vom Kandidaten Prinz Ali (Jordanien) Er will die Wahl absagen.

6.  Vor allem dem Scheich Salman aus der Herrscherfamilie von Bahrain werden schlimme Dinge nachgesagt: Dass er kritische Medienberichte mit Drohungen seiner Anwälte überziehen lässt, nun gut: Fifa-Schule. Er soll aber auch Sportler, die 2011 für mehr Demokratie protestiert haben, in seinem Land an die Folter verraten haben. Zu seinen beständigsten Kritikern gehört der Nah-und-Fernost-Fußball-Experte James Dorsey. Er forscht auch am Fankultur-Institut der Uni Würzburg und hat dort in einem längeren Vortrag auf den Punkt gebracht: Wird Salman gewählt, geht die Fifa unter.

7. Untergang, das passt sprachbildlich auch zur Hansa-Kogge. Gut, so schlimm ist es noch nicht, aber ruhige See herrscht in Rostock gerade auch nicht. Nach den Umwälzungen im vergangenen November, als deutlich wurde, wie Ultras des Vereins den Verein mitbestimmen, erhebt nun der Rostocker Polizeichef sehr ähnliche Vorwürfe. Grund waren Ausschreitungen gegen Aue am Wochenende. Es droht erneut ein Geisterspiel, der Sponsor wird am kommenden Wochenende nicht auf dem Trikot zu sehen sein, sondern seine Werbung aus Protest mit einem schwarzen Balken abkleben.

8. Kommen wir zum Champions-League-Achtelfinale, oder wie man in München sagt: Saisonauftakt. Gegen Juve wird es gleich zu mehreren interessanten Wiedersehen kommen. Mario Mandzukic („würde mit Pep Guardiola keinen Kaffee trinken gehen“) trifft auf seinen Ex-Klub, ebenso auf der anderen Seite Arturo Vidal und Kingsley Coman. Miasanrot bereitet umfassend auf das Spiel vor, hat ein Interview mit einem Juve-Fan geführt, die Statistiken analysiert und eigene Thesen zum Spiel formuliert:

„3. Mandzukic trifft nicht. Dass Sandro Wagner gegen uns getroffen hat trifft uns schon hart genug.“

9.

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10. Pyrotechnik ist kein Verbrechen galt bislang als gebrüllte Utopie. Vergangene Woche aber stellte das Landgericht Münster ein Verfahren ein, dass sich gegen einen Osnabrücker Fan richtete, der 2014 die Pyroshow beim Derby gegen Münster koordiniert haben soll. Pyrotechnik also kein Verbrechen? Bene Nießen (Vice Sports)  hat den Prozess anaylsiert und mit dem Anwalt des Fans gesprochen, Dr. Hüttl, und festgestellt: „Der eigentlich korrekte Slogan ‚Pyrotechnik ist kein Verbrechen‘ ist mit einem großen Sternchen und jeder Menge Kleingedruckten versehen.“

11. Derzeit wird ja auch viel über Grenzschließungen debattiert. Das würde hässliche Bilder produzieren, sagen die Gegner und wissen womöglich noch gar nicht, das mitten in Europa bereits täglich solche Bilder entstehen. Im französischen Calais warten in einer Zeltstadt tausende Flüchtlinge auf die Überfahrt nach England. „Jungle“ hat sich das Camp genannt, in dem mittlerweile eine eigene Struktur mit Kirchen, Moscheen, Schulräumen und Büchereien entstanden ist. Auch Fußball wird hier gespielt und ist vor allem für die vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge eine Alltagsflucht. Amy Lawrence war für den Guardian im Camp unterwegs und hat eine eindringliche Multimedia-Reportage verfasst.

Geburtstagskind des Tages

(Auflösung von Freitag: Steven Cherundolo wurde 37)

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Collinas Erben 77, noch vor dem Leverkusener SCHAND-Sonntag. (Halt, das war etwas weiter östlich. Pardon. Es geht wirklich nur um Sport.)

Meist geklickter Link am Freitag
Der Kickschuh-Blog im Gespräch mit FCB-Breitnigge vor dem Knüller Bayern-Darmstadt.

Field Reporter

»Beim Sport und beim Fußball geht es um die Verkörperung von Werten im Spiel nach Regeln. Der Abgrund, der sich hier auftut, ist einer, der in die Wahrnehmung und das Selbstverständnis des Spiels eingreift.«

»Es geht für viele Menschen nicht nur um einen Sport, sondern um einen Teil ihres Ichs.«

»Die Fifa hat eine ähnliche Funktion wie einst die katholische Kirche.«

Philosoph Wolfram Eilenberger redet im Deutschlandfunk über Handball und die AfD seine Liebe zum Fußball, über die Fifa und die Bedrohung, die der Fifa-Sumpf für die Fans darstellt.

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen.  + + + Barcelona hat Respekt vor dem Arsenal FC (Wu gefällt das) (FAZ) + + + Preußen Münster Fans auf der Zugfahrt nach Hause. Peinlich. (Ultrapeinlich und Kreiszeitung) + + + Fünferle, Hochball, aus der Luft, Englisch, hoch eins, aufdipfin, ausputten: Meint alles das gleiche. Trainer Baade auf der Suche nach einem Bolzplatz-Klassiker. Class. + + +

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#Link11: Ochmonek Reality

Runde der letzten 32? Sechzehntelfinale? Zwischenrunde (kicker.de)? Für die aktuelle Phase der Europa League hat sich noch keine wirklich prägnante Bezeichnung eingebürgert. Deutlich namhafter kommen die Duelle mit Bundesliga-Beteiligung daher: Liverpool (1973, 1976, 2001), Porto (2003, 2011), Schalke (1997), Leverkusen (1988) und Donezk (2009) konnten diesen Wettbewerb bereits für sich entscheiden. Cup der Verlierer? Pffff.

blogundpresseschau

1. Von wegen #keineSau: Das Kräftemessen des FC Augsburg mit dem großen Liverpool traf bereits seit der Auslosung auf großes Medieninteresse. Die Fuggerstädter (das wollte ich schon immer einmal schreiben!) zeigten im ersten europäischen K.O.-Spiel der Vereinsgeschichte eine ordentliche Leistung. Das 0:0 hinterlässt allerdings eine Mammut-Aufgabe fürs Rückspiel. Die Augsburger Allgemeine fasst das Spiel zusammen.

2. Ein weiteres torloses Unentschieden gab es aus dem ukrainischen Lviv zu vermelden. Für Schalke 04 ein gutes, wenn auch nicht ungefährliches Ergebnis. Die Königsblauen hatten Donezk weitestgehend im Griff, der Königsblog bemängelt aber die mangelhafte Chancenverwertung. Und auch trotz ausgebliebenem Torjubel hat Spiegel Online ereignisreiche 90 Minuten gesehen.

3. Borussia Dortmund besiegt den FC Porto ziemlich souverän mit 2:0. Indes geriet in diesem sehr nach Champions League klingenden Duell das sportliche Geschehen ein wenig aus dem Fokus – das Comeback von Nuri Sahin war bestimmendes Thema rund um den SI-Park. Schwatzgelb.de schreibt über einen gelungenen Europapokal-Abend.

4. Hier könnte man nun sicherlich den Absatz über die letzte Partie mit deutscher Beteiligung vermuten. Aber wieso eigentlich? Frei sein, dabei sein, die nächste Fahrt geht rückwärts. Mal antizyklisch denken. Alle Viere ungerade sein lassen. Mit den Erwartungen des Rezipienten spielen…

…ach Quatsch. Sporting CP – Bayer Leverkusen war die Paarung, die im Vorfeld am wenigsten für Gesprächsstoff sorgte. Vielleicht zu unrecht, denn mit einem 0:1-Auswärtserfolg verschaffte sich Leverkusen die wohl beste Ausgangslage aller Bundesligaclubs. Sportschau.de hat einen Spielbericht.

5. Die Highlights von allen EL-Partien gibt es auf dem offiziellen Youtube-Kanal von Sky.

6.  Steile These vom Tagesspiegel:

»RB Leipzig polarisiert, mobilisiert die Massen – und macht die Stadien voll. Der designierte Aufsteiger wird Zweitliga-Konkurrenten wie Union fehlen.«

Nun stellt sich die Frage, ob ein Ligawechsel der Leipziger im Umfeld der angesprochenen Konkurrenten tatsächlich als Verlust betrachtet würde. Im Idealfall wird dieser Artikel in den kommenden Tagen also Reaktionen in der Blog- oder Podcastlandschaft provozieren.

7.  Führerscheinentzug wegen der bloßen Mitgliedschaft in einem Fanclub? Was komplett gaga klingt, könnte für 15 Anhänger von Rot-Weiß Oberhausen bittere Realität werden. Faszination Fankurve erläutert die Hintergründe und steht zudem in Kontakt mit der Stadt Oberhausen.

8. Bayern München gegen Darmstadt 98 – einen krasseren Kontrast zwischen zwei Teams hat es in knapp 53 Jahren Bundesliga vielleicht noch nie gegeben. Der Kickschuh-Blog sprach vor diesem ungleichen Duell mit Bayern-Blogger Breitnigge.

9. Was macht der Mittelstand, wenn die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander zu gehen droht? Er tritt für gewöhnlich nach unten. Von dieser Regel bildet auch die Bundesliga keine Ausnahme. Wie Kicker.de berichtet, fordert nun ein Bündnis von sechs Mittelfeld-Clubs eine Deckelung der TV-Gelder für die zweite Liga.

10. Iker Casillas ist nicht mehr der Alte, weil Iker Casillas zu alt ist. Eventuell zumindest. 11Freunde.de mit einer Spurensuche in Porto.

11. Wenn der Begriff “Augmented Reality” fällt, muss ich sofort und unweigerlich an Alfs nervige Nachbarn denken. Was auch daran liegen könnte, dass mir diese Technologie im Alltag noch nicht begegnet ist. Hertha BSC möchte das ändern und experimentiert derzeit mit Werbeplakaten, die auf eben jene “erweiterte Realität” setzen. Die BZ weiß Genaueres. Gibt es auf Melmac eigentlich einen Flughafen?

Geburtstagskind des Tages

(Auflösung von gestern: Josip Šimunić wurde 38)

Bandenwerbung
Collinas Erben zählen Erbsen, Erbsen zählen Collinas Erben.

Meist geklickter Link gestern
Ron Ulrich fasst auf 11Freunde.de Berichte über Polizeigewalt bei Europapokalspielen zusammen. Nach wie vor erschreckend lesenswert.

Field Reporter

»Ich habe mich damit abgefunden, dass gekränkte Frauen zu außergewöhnlichen Maßnahmen greifen.«

Mo Idrissou (inzwischen beim KFC Uerdingen aktiv) gibt im Gespräch mit dem Reviersport eine neuerliche Kostprobe seines enormen Abstraktionsvermögens.

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler friert sich ein paar Sorgen für schlechte Zeiten ein + + + Frankfurt: Der frühere DFB-Generalsekretär Horst Schmidt sagt erneut zur WM-Affäre aus (SPON) + + + Leipzig: RBS sucht eine Fanhymne (Mitteldeutsche Zeitung) + + + Herzogenaurach: Der Hosenzwang wird nicht aufgehoben (Sponsors) + + + Calais: Fußball als Atempause für Flüchtlinge (Guardian)

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