CE68 – Fußball ist kein einfaches Spiel


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42 comments » Write a comment

  1. Wenn du pfeifst und noch drüber nachdenkst ob du für das foul selbst gelb geben willst (und nicht primär aus taktischen gründen/anhäufung von fouls) dann ist das eh schon falsch.
    Ich weis garnicht was die Spieler sich eigentlich einbilden.

    Ich hab allerdings schon leuten früh ne gelbe reingedrückt wenn ich weis die texten mich sonst die kompletten 90 min zu.
    Ansonten finde ich: z.B. bei Lahm kann man taktische gelbe karten sehr gut anbringen, der hat im schnitt 0,6 Fould/pro 90 min und kriegt auch nur 3 gelbe pro saison. da ist keine größere gefahr das ich hier den späteren platzverweis provoziere. Andere spieler kennt man ja, die bewerben sich in 10 min das nächste mal und dann kann man die immernoch geben.

    Bayern – Dortmund war das erste spiel von Knut Kircher bei dem ich mit der Spielleitung hinterher nicht recht zufroeden war.
    Der ist ja dafür bekannt etwas vorsichtiger mit den karten zu sein und die intensität mehr über die ansprachen und das auftreten zu kontrollieren. So weit entgleitet ihm das selten.
    Eigentlich ein unfassbares Qualitätsurteil.

    @Videobeweis: Klasse szene die Elfmeterszene, denn wann will man da den Videobeweis eigentlich abspielen? Wenn der Ball im Aus ist? Angenommen Neuer nimmt den Ball, wirft ihr ab und dann erstmal 3 min Ballbesitz für Bayern?
    oder pfeift man bis auf ergebnis des Videobeweises ab und gibt sonst idF(für wen?) oder Schiedsrichterball? Deswegen halte ich die Idee prinzipiell für unausgegoren.

    • Ich hatte mal in meinem ersten B-Jugend Spiel damals den Kapitän der Heim-Mannschaft mehrfach vor der Linse:

      Das Spiel war total fair, nur der Captain beging in Halbzeit 1 drei Foulspiele. Ich war mir sicher “da kommt schon noch was und dem geb ich dann auch gelb” —> es kam nichts mehr….und er ist ohne Gelbe davon gekommen. Eigentlich ein Unding, aber er hat es geschafft…

      Als ich diese Mannschaft dann das zweite Mal pfiff wieder dasselbe Spiel, diesmal war er allerdings nach der dritten “Aktion” reif, hatte ihm nach dem 2. Foul schon ermahnt und dann hat er mir dann netterweise den Gefallen dann noch getan in der 2. Halbzeit. War allerdings auch wiederum über einen sehr langen Zeitraum das einzige Foulspiel, nachdem er vorher mehrfach getestet hat, “wie tief das Wasser ist”…

      • Jop, das kenn ich auch.
        Da hilft es wenn man schon beim ersten Foul auf zack ist, dann reargiert man direkt beim zweiten.
        Anonsten hat man ja das Ziel erreicht und da sich Gelbe eh nicht ansammeln ist das verkraftbar.

        Die Taktik bei wem ich denn in die persönlichen Strafen einsteige geht zugegebener Maßen auch besser wenn ich die meisten spieler schon kenne. Bei unbekannten Gesichtern geht man da besser kein risiko.

        • Es ist tatsächlich ein unschätzbarer Vorteil, wenn man seine Pappenheimer schon kennt. Und weiß, wen man wie am besten und effektivsten verarztet. Je länger ich in einer Klasse gepfiffen habe, desto weniger Karten habe ich gebraucht. Passiert natürlich trotzdem, dass man sich mal verzettelt oder einem die Kundschaft plötzlich durch die Lappen geht.

  2. Hallo Ihr beiden,

    Wieder eine Klasse Folge. Aber jetzt muss ich mal einen theoretischen Fall aus der folgenden Situation im DFB Pokal Viertelfinale Leverkusen – Bayern konstruieren.

    Ihr habt die Situation mit dem Wurf des zusätzlichen Balles auf das Spielfeld angesprochen. Da war ein Leverkusener absichtlich wieder auf das Spielfeld gerollt, als er behandelt wurde, um einen Angriff zu verhindern.

    Nehmen wir mal an, der Verletzte Spieler hätte auf dem Spielfeld gelegen und ein Bayern Spieler läuft alleine auf den TW (und diesen v letzten Spieler) zu. Er stand in der Hälfte der Leverkusener und hätte nur noch den TW und diesen verletzten Spieler, der ja auf dem Spielfeld liegt, vor sich.

    Aus meiner Sicht müsste es in dem Fall keine Unterbrechung für Abseits geben, sondern man müsste den verletzten Spieler für Abseits mitzählen, und Vorteil geben und den Spieler in der nächsten Unterbrechung verwarnen, wenn er eingreift und sich kein Vorteil ergibt gäbe es VW + IDF wBbU. Wenn er dann noch eines der 10 Vegehen begeht gäbe es DfS + VW, ggf. Falls das Foulspiel verwarnungswürdog wäre, sogar zusätzlich eine G/R Karte.Sehe ich das richtig oder falsch? Etwas kompliziert, aber ich hoffe verständlich, sonst bitte nachfragen.

    Noch eine Situation: ich habe über WhatsApp ein Video bekommen. Da nimmt ein Spieler sein Trikot in die Hand und “pflückt” damit den Ball runter. Aus meiner Sicht entspricht dies der Regelauslegung für Handspiel (verlängerte Hand/berühren des Balles mit Gegenständen, die in der Hand gehalten werden). Demnach wäre es für mich ein DFS und eine VW. (Gemäß FIFA Anweisung im DFB Regelheft auf Seite 85 4. Anmerkung zum Handspiel)

    Viele Grüße

    • Toprak hätte nach seinem Wiederreinrollen beim Abseits mitgezählt, keine Frage. (So haben wir’s im Podcast ja auch gesagt, wenn ich mich richtig erinnere.) Da hätte es dann in der Tat den Vorteil gegeben und Gelb-Rot in der nächsten Spielruhe (Toprak war schon verwarnt), unabhängig vom Ausgang des Vorteils. Wäre er noch nicht verwarnt gewesen, dann hätten die Konsequenzen alle so lauten müssen, wie du es in den verschiedenen Szenarien schilderst.

      Zu dem Video: Strafbares Handspiel, ja. Für mich liegt da allerdings keine verwarmnngswürdige Unsportlichkeit vor, ich würde es daher bei einem direkten Freistoß belassen.

  3. Zum schwachen Protest bei absurden Fehlentscheidungen wie nicht-wiederholen des Elfers: ich denke, das ist normal, wenn der Schiri selbstsicher genug Auftritt, zweifelt man schon mal an eigenen regelkenntnissen, insbesondere bei nicht alltäglichen Situationen. Mir als Spieler mal passiert: Spielstand unentschieden und kurz vor Schluss, alles etwas hektisch. Ball geht bei uns ins Toraus. Aus Versehen wirft der Torwart ab statt abstoß zu machen. Schiri entscheidet statt auf Wiederholung auf indirekten Freistoß am Torraum. Wir sind so perplex , dass wir nicht richtig protestieren, weil wir nicht 100% sicher sind.

    • Absolut d’accord. Vor allem in regeltechnisch selten vorkommenden Situationen zögern die Spieler natürlich, weil sie es ja im Zweifelsfall auch gar nicht besser wissen als der Schiedsrichter. Kann allerdings auch mal passieren, dass man ordentlich bedrängt wird. Ich hatte vor vielen Jahren tatsächlich den Fall, dass ein Spieler einen Freistoß direkt ins eigene Tor geschossen hat, weil der Torwart damit beschäftigt war, sich die Schuhe zuzubinden. Den regeltechnisch korrekten Eckstoß haben mir die Spieler der Mannschaft, die von einem Eigentor profitiert hätte, wütend als fehlende Courage ausgelegt …

  4. Heeee….schön das Ihr wieder zu hören seit, aber ich hatte mich so auf die Diskussion zwischen Euch beiden wegen der Ribery Szene beim Spiel Hannover – Bayern gefreut :-)

    Das Thema mit der Spielkleidung scheint übrigens immer noch nicht richtig durchgedrungen zu sein, gab es heute wieder bei VfL Osnabrück – BVB II zu sehen. Der Torwart der Osnabrücker in Rot sowie die Schiedsrichter.

    • Ups, das mit der Pokalszene war noch nicht mal wirklich Absicht. Das Achtelfinale ist aus Zeitgründen komplett rausgefallen, und ich gestehe, vollkommen vergessen zu haben, dass wir über die Szene mit Ribéry eigentlich noch sprechen wollten. Na, vielleicht kommt noch mal was Ähnliches, dann gehen wir doch noch darauf ein…

      Das mit der Spielkleidung ist schon durchgedrungen, es ist ja expliziter Bestandteil von Regel 4. Bloß wird es eben nicht (mehr) streng eingehalten – wohl weil kaum jemand daran Anstoß nimmt, auch nicht die DFB-Schiedsrichter-Kommission.

  5. Guten Morgen,

    ich habe eine Frage zum Freistoß von Götze, wobei Dante gelb gesehen hat. (Gestern gegen Hoffenheim.)
    Der zeitliche Ablauf war etwa so: Stieler gibt den Freistoß mit Pfiff frei -> Dante checkt Bicakcic um -> Götze schießt -> Stieler unterbricht nachdem der Ball gespielt wurde -> Gelb Dante, Wdh. Freistoß
    Und genau hier setzt meine Frage an. Das Foul von Dante war vor Ausführung des Freistoßes aber nach Freigabe, der Pfiff mitsamt Bestrafung aber erst nach Ausführung. War es richtig von Stieler den Freistoß wiederholen zu lassen, immerhin war der Ball beim Foulpfiff gespielt? Oder gilt der Zeitpunkt des Fouls von Dante?

    Viele Grüße,
    Marco

    • Es gilt in der Tat der Zeitpunkt des Vergehens von Dante, und da war der Ball noch nicht im Spiel, weshalb es keinen Freistoß für Hoffenheim geben konnte. Dass der Freistoß für Bayern schon freigegeben war, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Götze war mit der Ausführung einfach schneller als der Schiedsrichter mit dem Pfiff zu deren Unterbindung. Daher war es richtig, den Freistoß wiederholen zu lassen.

        • Einfach merken: “Ball nicht im Spiel / nicht (korrekt) ins Spiel gebracht”, deswegen wiederholt man sowas.

          Anderes Beispiel: Mannschaft B bekommt Eckstoß -> vor Ausführung des Ecktstoßes attackiert ein Verteidiger von Mannschaft A einen Stürmer von B und streckt diesen absichtlich mit einem Ellenbogen-Stoß zu Bogen. Auch hier wird der Eckstoß natürlich ausgeführt (nicht mal wiederholt), trotzdem folgt die Spielunterbrechnung mit persönlicher Strafe. Analog zum Beispiel -> wenn Ball im Spiel, aber Vergehen vorher schon vorlag, wird ebenso wiederholt. Erinner mich da spontan auch einen “quasi Regelverstoß”, wo in so einer Szene in der Bundesliga mal auf Strafstoß entschieden wurde. Spiel weiß ich leider nicht mehr, ich glaub es war in Freiburg oder Hannover, aber nicht mehr wirklich sicher…

  6. Erstmal Danke für die neue Folge, habe sie mit Genuss gehört.
    Nur kurz zur Bayern-Bevorzugungs-Debatte: Ich denke, man kann die Frage ganz schnell als populistisch diskreditieren, wenn man von absichtlicher Bevorzugung ausgeht. Die gibt es höchstwahrscheinlich nicht. Aber dennoch ist das Unterbewusstsein ein interessanter Punkt. Ich frage mich ja, ob Lewandowski nun Aktion für sich gepfiffen oder nicht abgepfiffen bekommt, die letztes Jahr anders entschieden wurden (Auch hier fehlt der empirische Beweis, klar.) Aber, wenn Alex sagt, dass die Schiris sich genauso auf ein Spiel vorbereiten, wie die Mannschaften, dann kann auch eine Aussage, “Dem Schiri ist es egal, wer da spielt” nicht richtig sein. Er ist (und das ist ja durchaus richtig) beeinflusst. Er legt vllt. im Voraus seine Linie fest, und bei Caballo billigt Alex ja auch zu, im Classico-Modus (lt. einem ungenannten Twitter-User) gewesen zu sein. Das bedeutet ja, dass es auch andere Modi gibt. Ich denke, dass sich die Aussagen von 2013, dass einige Schiris Mannschaften unterschiedlich ansprechen (Ausgburg oder Bayern) http://www.tagesspiegel.de/sport/fall-gagelmann-spieler-von-augsburg-und-hertha-klagen-ueber-respektlose-schiedsrichter/9055556.html , auch in der Entscheidungsfindung wiederspiegeln. Natürlich nicht in den klaren Aktionen, sondern in den kleinen. Die stärkere Mannschaft tritt halt mit elf bekannten Alonsos an und die schwächere mit elf Bakalorz. Da spielt unterbewusst Respekt, vielleicht auch vor dem sehr selbstbewussten Rekordmeister, eine Rolle. Gegen Bayern muss der Ball halt ein paar Zentimeter weiter im Tor sein, als bei anderen.

    Disclaimer: Hier geht’s im Grunde nicht um Bayern. Der Name der stärkeren/dominanten Mannschaft ist austauschbar. Es geht darum, dass wir stärker von subjektiven Kategorieren beinflusst werden, als wir es uns selbst zugestehen wollen. Die Ratio ist halt selten objektiv, obwohl sie das anstrebt. Schließlich sind wir keine Roboter. Auch Schiedsrichter.

    P.S. Und was sollen die Schiedsrichter eigentlich machen, wenn der empirische Beweis da ist, dass die Bayern in den letzten drei Saisons bevorzugt wurden?

  7. Hallo, und vielen Dank für die äußerst unterhaltsamen Stunden. Ich habe eine Frage zu Freistößen: Wann wird festgelegt, ob der Schiri den freigeben soll oder ohne Anpfiff. Ich sehe den Schiri nach der Justage des Balles die Pfeife hochhaltend demonstrieren, dass er ihn freigeben soll. Kann man bis dahin einfach schießen? Was passiert, wenn man Nein sagt bzw. kann man als Schütze den Schiri bitte, einfach nichts zu machen?

    Dank und Gruß
    T

    • Grundsätzlich soll der Schiedsrichter bei Freistößen eine schnelle Ausführung zulassen, wenn das erkennbar gewünscht wird. Vor allem bei Freistößen, die es fernab des gegnerischen Tores gibt, ist eine explizite Freigabe per Pfiff in der Regel nicht nötig. Bei Freistößen in Tornähe dagegen soll der Schiedsrichter genau beobachten, was die ausführende Mannschaft will: eine schnelle Ausführung unter Verzicht auf die Mauerbildung? Dann soll er den Ball nicht blockieren, sondern die Ausführung zulassen. Oder eine Ausführung in Ruhe und mit Mauerstellung? Dann soll er den Ball deutlich blockieren und klar erkennbar ankündigen, dass die Freigabe per Pfiff erfolgen wird, sobald die Mauer gestellt ist. In diesem Fall würde ein Spieler, der den Freistoß einfach vorher ausführt, mit der Gelben Karte verwarnt. Diese Verwarnung ist zwingend, da gibt es keinen Spielraum.

  8. Eine Frage zu folgender Szene aus Österreichs zweithöchster Spielklasse (im Video) ab 3 min 13 sec.
    Leider nicht in Echtzeit, aber die Szene hat sich wie folgt zugetragen.

    Der Tormann verlässt den Strafraum um einen Ball, der vom Gegner in die Spitze gespielt wurde, zu klären.
    Dazu beförderte er ihn uns Seitenaus und trifft dabei den Trainer der gegnerischen Mannschaft.
    Hätte es dafür Rot geben können oder ist es zulässig den Ball während des laufenden Spiels jedweder Art zu spielen?

  9. Hallo CE,

    Mir ist soeben während des UCL Spiels Atlético – Real Madrid, das ja von unserem WM Schiedsrichter Dr. Felix Brych geleitet wird/wurde, einiges aufgefallen.

    Zum einen hatte ich das Gefühl, dass der 4. Offizielle Marco Achmüller sich sehr verhalten hat, wie dies beispielsweise der Portugiesische Schiedsrichter Pedro Proenca von seinen 4. Offiziellen erwartet. Nicht ganz so extrem, aber dennoch auffällig. Vielleicht hat Dr. Felix Brych dieses Vorgehen, was er ja als 4. Offizieller bei Proenca machen musste, so gut gefallen, dass er es jetzt auch einsetzt. Ist mir bei ihm schon häufiger aufgefallen, jedoch nur bei Internationalen Spielen. Dort machen das auch andere, außer Proenca, aber definitiv nicht alle. Und bei einem Trainer wie Diego Simeone wäre es mir wichtiger, dass es von der Bank aus ruhig ist, statt den 4. Offiziellen immer so nahe an der Situation zu haben, teilweise schon am Rand der jeweiligen Technischen Zone.

    Auch haben die Zusätzlichen Schiedsrichter Assistenten Marco Fritz und Bastian Dankert mit ihren Funkstäben teilweise sehr offene Zeichen gegeben (z.B. beim Eckstoß für Real Madrid ca. 30. Spielminuten). Wisst ihr zufällig, ob die Schiedsrichter da einen gewissen Spielraum haben, weil bis jetzt habe ich sie nur über Funk kommunizieren sehen.

    Auch finde ich (jetzt 41. Spielminuten), dass das Gespann einige Arm- bzw. Ellenbogeneinsätze hätte härter bestrafen müssen. Damit wäre das Spiel bis hierher aus meiner Sicht etwas ruhiger verlaufen bzw. hätte sich etwas beruhigt. So wären die Rudelbildungem wie gerade in der 41. Minute oder eb an der Eckfahne auf der Seite von Atlético vielleicht gar nicht entstanden und die Arm/Ellenbogemeinsätze hätten sich sehr schnell gelegt gehabt. Der Einstieg in die gelben Karten wäre hier “schöner” gewesen, wenn sie für einen Armeinsatz gewesen wäre, statt der gelben Karte für das taktische Foulspiel. Dann wäre das die 2. gelbe Karte gewesen.

    So, jetzt ist Pause. Freue mich schon auf eure Einachätzung dazu :-)
    2. Halbzeit muss ich mir leider morgen Nachmittag im Nachhinein ansehen, gute Nacht:-)

    Viele Grüße

    • Danke für die Einschätzung. Ich habe das Spiel wegen eines gleichzeitig stattfindenden Vortrags nicht sehen können, werde das aber sicherlich noch nachholen. Wir werden dann vermutlich im nächsten Podcast darauf eingehen,

  10. Moin die Herren,

    erst mal schönen Dank & Dankeschön für die aktuelle Folge (ich bin etwas hinterher, glaube aber, das CE mit Wein und Käse viel gemein haben). Als Anregung für die nächsten Folgen mal folgender Link auf einen Auszug aus einem Buch eines Schiedsrichters: http://www.zeit.de/sport/2015-04/amateurfussball-schiedsrichter-christoph-schroeder/komplettansicht … Wäre doch mal was als Studiogast?

    BTW: Das Ihr den Twittertrollen die grüne Karte mit den Zusammenfassungen zeigt, ist seht gut. Zumal Eure grüne Karte mir mehr Sinn macht als die blaue Karte (gibt es das Experiment eigentlich noch bzw. gab es da nicht mal einen Pilotversuch in einem der brasilianischen Wettbewerbe?).

    • Danke schön – wir haben uns ein Rezensionsexemplar des Buches bestellt (das auch bereits eingetroffen ist) und werden es mit Sicherheit im Podcast besprechen. Vielleicht ist auch ein Interview möglich, danke für die Anregung!

  11. hey, schon mal erlebt, dass nur mit einer karte gedroht und die dann wieder weggesteckt wird?

    • So was habe ich im Amateurbereich durchaus schon erlebt, obwohl das eigentlich ein No-go ist. Es gilt das ungeschriebene Gesetz »Ziehen heißt Zeigen«. Wenn ich einen Spieler erschrecken – oder besser: abschrecken – will, genügt es, die Hand auffällig an die entsprechende Tasche zu führen. Herausholen und dann wieder wegstecken ist keine wirklich gute Idee.

  12. Hallo Jungs,

    erstmal herzliches Dankeschön für Euren fachlich und sprachlich äußerst niveauvollen Podcast! Ist ja, von den 11Freunden oder Zeigler abgesehen, immer ein bisschen schwierig, zum Fussball etwas zu finden, was auch abseits des Themas Freude bereitet!

    Aber zum Anlass (ich schreibe sonst höchst selten Kommentare): Ihr thematisiert den Videobeweis. In Folge 65 habt ihr einen sehr schönen Leserbrief zitiert, der sich mit der Frage befasste, ob technische Hilfsmittel nicht dazu führen, dass die Wahrnehmung des Spiels nicht mehr “menschlich” ist. Diesen Leserbrief fand ich äußerst interessant, denn er gab im Prinzip wieder, was ich seit der um sich greifenden Zeitlupen-Unsitte finde und hier mal provokant postuliere: Die Technik macht das Spiel uninteressanter. Das Problem ist nämlich nicht neu, für mich hat es mit den Zeitlupen und X Kameraperspektiven angefangen, in denen schlaumeiernde Journalisten (speziell in Sportschau etc.) der Frage nachgehen, ob es nun abseits war oder nicht. Ehrlich gesagt: Ich schalte mittlerweile ab. Ich WILL nicht mit zich grünen Linien, Standbildern und besserwisserischen Kommentaren darüber aufgeklärt werden, dass der überstehende Fußnagel des Stümers 2 Millimeter im Abseits war und dershalb die Entscheidung des Schiris richtig/falsch gewesen sei – natürlich nicht ohne den mir mittlerweile höhnisch vorkommenden Nachklapp, dass das “natürlich schwer zu sehen” gewesen wäre. Ach, echt? Warum geht die Sportschau dann dem so penibel nach, zumal es nach meinem Eindruck nicht schaden könnte, wenn auch die dort tätigen Journalisten mal Regelkunde büffeln müssten, bevor man sie ans Mikro lässt.

    In einer Folge erwähnt ihr Herrn Gisdol, der da meint, wenn man 2 Zeitlupen brauche, können man dem Schiri keinen Vorwurf machen. Richtig! Ihr seid aber offenbar auch der Meinung, an der Zeitlupenunsitte liesse sich nichts mehr ändern, die Zeit sei vorbei, habt ihr glaube ich formuliert.

    Wenn dem so ist – und ich denke auch, dass es so ist – weshalb nimmt der DFB seine Schiris nicht mehr in Schutz, gerade was die öffentliche Kleinklauberei bei Abseitsentscheidungen anbelangt und ändert – falls nötig – die Regel?

    Diese lautet, soweit ich weiß, “im Zweifel für den Angreifer”, was dem Sinn des Spiels entspricht. Bei Fuss-, Knie- oder Ellenbogenpitzen würde ich das mal locker als erfüllt ansehen, erst recht bei gegenläufiger Bewegung (Stürmer vom Tor weg, Verteidiger zum Tor hin), wo ich gar einen halben Meter ausreichen lassen würde – wer mal auf dem falschen Fuss erwischt worden ist, weiß, wie lange man braucht, um diesen halben Meter zurückzugewinnen…

    Das könnte man mal klarstellen!

    • Vielen herzlichen Dank! An der Wiederholung von Spielszenen aus -zig verschiedenen Perspektiven, Standbildern mit Linien etc. dürfte sich in der Tat nichts mehr ändern. Deshalb bleibt aus der Schiedsrichter-Perspektive letztlich nur, immer wieder darauf hinzuweisen, wie schwierig Abseitsentscheidungen oft zu treffen sind (vor allem bei gegenläufigen Bewegungen, wie du ja auch schreibst), wie knapp es dabei fast immer zugeht und dass man, gerade wenn es nur um Zentimeter geht, dem jeweiligen Assistenten nun wirklich keinen Vorwurf machen kann. Nach meinem Eindruck nimmt der DFB seine Referees und Assistenten hier aber durchaus regelmäßig in Schutz. Die Regel selbst könnte er nicht ändern, selbst wenn er es wollte – und wie sollte eine solche Änderung auch aussehen?

      »Im Zweifel für den Angreifer« ist eher eine Erfindung der Medien als eine Maßgabe des DFB. In einer Podcastfolge (ich weiß gerade leider nicht mehr genau, in welcher, aber wenn ich mich recht entsinne, war es eine während der WM) haben wir mal erläutert, warum Assistenten im Zweifelsfall eher die Neigung haben, die Fahne zu heben: Ein Abseitstor wiegt letztlich schwerer als ein zu Unrecht aberkannter Treffer; die Aufregung nach einem Tor, das nicht hätte zählen dürfen, ist zumeist viel größer als der Ärger über einen Treffer, der nicht anerkannt wird, obwohl er regulär erzielt wurde.

      • Die Folgen dürften eigentlich für die Entscheidung an sich nicht in Betracht kommen (obgleich ich weiss, dass ihr dass “spieltaktisch” nennt :) ). Ich kenne jetzt zwar die Abseits-Regel (bzw. ihre konkrete Auslegung/Anwendung) nicht so genau, aber wenn es so wäre, dass ein Zentimeter reicht, dann wäre die Regel fatal – denn eine Regel aufzustellen, die kein Mensch zuverlässig überprüfen kann, ist sinnlos.

        Wie die Regel aussehen könnte, ist m.E. recht einfach zu beantworten: Ausgehend von dem Sinn der Abseitsregel (nämlich Abstaubertore und damit “fussballuntypische” Taktiken auszuschliessen), kommt es doch darauf an, ob der Angreifer (a) objektiv näher zum Tor hin steht, und (b) daraus auch einen Vorteil ziehen könnte. Bei einem Angreifer, der sich vom Tor weg bewegt (und damit ja eigentlich aus dem Abseits raus will), kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ihm ein paar Zentimeter – oder lassen wir´s einen halben Meter sein – von Vorteil sein sollen, da er wegen der falschen Bewegungsrichtung eh die Zeit durch den Richtungswechsel verlieren wird, die ihm der halbe Meter eingebracht hat. Nimmt man hinzu, dass unterschiedliche Sprintstärken, Antizipation, Geschicklichkeiten etc. des zu beurteilenden Paares Angreifer/Verteidiger so oder so mehr als einen Zentimeter Unterschied ausmachen werden, so könnte und müsste die Regel eben um (a) etwas Spielraum für den Schiri und (b) einen klarstellenden Zusatz ergänzt werden. Da Bestandteil der Regel das Wörtchen “näher” ist, und dieses eben objektiv und millimetergenau bestimmbar ist (wenn auch nicht durch das menschliche Auge!), so könnte man doch ohne weiteres einen klarstellenden Zusatz (wie “eindeutig”, “erkennbar”, “wesentlich”, “mehr als eine Fusslänge” etc.pp.) deutlich machen, dass – salopp – nur klar erkennbare Abseitsstellungen auch als solche geahndet werden.

        Macht vor allem auch das Pfeifen in der Kreisliga B einfacher (obwohl da natürlich meist die Technik fehlt oder … ähhh… sagen wir nicht so ausgereift ist).

        Ich finde jedenfalls die Abseitsregel eh ein bisschen problematisch, weil sie im Prinzip gegen das Ziel des Spiels gerichtet ist – das Toreschiessen. Ich kenne und akzeptiere die Notwendigkeit dieser Regel, um ein sagen wir schöneres Fussballspiel zu sehen zu bekommen, aber für mich sind diese Millimeterentscheidungen zuallererst aus einem Grund ärgerlich: Der Spielfluss (für mich als Zuschauer!) wird wegen peniblen Nachmessens von Fussspitzen erheblich gestört. Hinzu kommt, dass ich schon Abseitspfiffe gesehen habe, weil die Hacke des Angreifers beim Weglaufen vom Tor noch “näher” am Tor war als der Fuss des Verteidigers, und da sage ich mir dann … Hallo …

        Und da meine ich eben, die Anwendung der Regel sollte auf “eindeutigere” Fälle beschränkt werden (können). M.E. reicht dazu schon ein “eindeutig näher …” oder “sichtbar näher als …” vollkommen aus; es überlässt die Auslegung dem Schiri (und verhindert sicher aber nicht das Nachmessen über 38 Kameraeinstellungen).

  13. Die Abseitwsregel ist mE diejenige, die am schwierigsten umzusetzen ist. Deshalb ärgern mich Journalisten, die falsche Entscheidungen kritisieren – allerdings erst nach Standbild, Linienzeichnung (die auch nicht immer stimmen muss, wenn es um Sekundenbruchteile der Ballabgabe geht). Den Vogel schießt der ach so seriöse Kicker ab, der mit Fünfen nur so um sich haut, wenn es zwei falsche Pfiffe gegeben hat. Das allerdings regelmäßig nur, wenn der falsche Pfiff ein Tor verhinderte/ermöglichte, aber nicht, wenn der falsche Pfiff ohne Folgen blieb. Ist übrigens bei der Benotung der Spieler dasselbe, also eigentlich zu ignorieren.

    Mal eine Frage: Im Eishockey (Puck muss vor dem Stürmer ins gegnerische Drittel) gibt es praktisch nie Streit um Abseitsentscheidungen. Von der praktischen Umsetzung abgesehen, wäre die auf den Fußball übertragbar oder würde es das Spiel total verändern.

    • Als jemand, der sich mit den Eishockeyregeln nur sehr rudimentär auskennt, habe ich eine Rückfrage: Verstehe ich es richtig, dass der Vorschlag lautet, die Abseitsregel im Fußball dahingehend zu ändern, dass der Ball stets vor den Angreifern in der gegnerischen Hälfte sein muss?

      • Ich weiss zwar natürlich nicht, wie der Frankfurter Löwe seinen Vorschlag verstanden wissen will, aber beim Eishockey gibt es eine extra Linie dafür. Soviel ich mich erinnere, ist das auch im Fussball mal diskutiert worden (eine Abseits-Linie, nicht die Mittellinie, sondern etwa auf der Hälfte zwischen Mittel- und Sechzehnerlinie), aber aus Gründen, die ich nicht mehr erinnere, abgelehnt worden. M.E. wäre die Mittellinie auf jeden Fall viel zu früh und würde quasi sowohl das Pressing sinnlos als auch Konter fast unmöglich machen.

  14. Zu eurer kleinen Zuhörer-Feedback-Schelte am Anfang möchte ich mal was sagen. Meine Vermutung ist folgende: ihr habt eine Menge Fans, die große Stücke auf euch halten, und denen eure Meinung bei strittigen Szenen sehr wichtig ist (ich zähle mich zu diesen Fans :-) ). Da draußen gibt es aber jede Menge Menschen, die mit Schiris im allgemeinen und Regelkunde im Speziellen null und nichts anfangen können (vulgo: der gewöhnliche Fußballfan…). Kommt es nun zu einer umstrittenen Szene, dann werdet ihr gefragt, auf Facebook und/oder Twitter, oder ihr postet von euch aus etwas. Diejenigen, die viel auf euch halten (wie ich) retweeten das dann, um eure Fachkundige Meinung weiter im Netz zu verbreiten. Dies führt jedoch unweigerlich dazu, dass viele die für dieses Thema keinerlei Verständnis aufweisen, es lesen – und möglicherweise pöbeln. Diejenigen hören aber euren Podcast nicht, und lassen sich durch eure Rede auch leider nicht ins Gewissen reden.

    Lange Rede kurzer Sinn: bitte verwechselt die Pöbler nicht mit euren Zuhörern. Eure Strafpredigt ist zwar verstädnlich, trifft jedoch mutmaßlich die falschen. Allen Fans des Collinas-Erben-Podcasts kann man nur raten, durch vermehrtes positives Feedback entgegenzuwirken.

    Und bitte hört nicht auf, eure Meinung zu Szenen auf Twitter kundzutun.

  15. Hallo Alex,
    Hab ich im Podcast was verpasst, oder thematisiertet ihr euer eigenes Intro gar nicht? Beckenbauer : Die Schiries wollten nicht, dass die Schei-Dreifach-Bestrafung wegfällt. Das sei ja Thema in der FIFA gewesen. Was meint er damit?
    Schönen Gruß

    • Ich meine: Was spräche denn aus Schiedsrichtersicht gegen eine rote Karte in einer solchen Situation? Bzw. Was war denn der Änderungsvorschlag, der nicht angenommen wurde?

      • Das müsste man Beckenbauer fragen, mir ist nicht bekannt, dass sich die Schiedsrichter da geäußert haben. Vielleicht meinte er auch nicht die Referees selbst, sondern die Schiedsrichter-Kommission. Die hätte das allerdings genauso wenig zu entscheiden gehabt wie die Unparteiischen selbst, aber es ist natürlich denkbar, dass sie um ihre Meinung gefragt wurde. Sofern Beckenbauer da nicht einfach mal wieder einen rausgehauen hat, dürfte es sich um einen internen Vorgang gehandelt haben. Letztlich kann ich mir allerdings nur sehr schwer vorstellen, dass sich die FIFA von ihrer Schiri-Kommission etwas diktieren lässt. Was da entschieden wird, beschließen und vertreten andere.

  16. Ihr hattet ja schon verschiedentlich – auch bei mir – mit der Mär vom ständig übersehenen falschen Einwurf aufgeräumt.

    Jetzt wurde gerade im zweiten CL-Halbfinale in der dritten Minute der Verlängerung Cassillas ein solcher weggepfiffen (weiß gar nicht, wann ich das überhaupt im Profibereich das letzte Mal gesehen habe). Und mit dem Ballbesitz Juventus das Aus von Real endgültig besiegelt.

    Könntet ihr die Gelegenheit nutzen, die Regelauslegung daran noch mal zu konkretisieren? Der Ein- nunja, -wurf sah zwar unglaublich stümperhaft aus. Nach Euren Ausführungen hätte ich aber eher gedacht, das ginge noch durch.

    Ich habe aber auch nur die eine kurze Wiederholung während der Live-Übertragung gesehen und vielleicht einfach den entscheidenden Punkt übersehen.

    • In der Regel 15 (Einwurf) heißt es unter »Ausführung«: »Im Augenblick des Einwurfs muss der einwerfende Spieler […] den Ball von hinten über seinen Kopf werfen.« Mit »über seinen Kopf werfen« ist gemeint, dass der Einwerfer a) den Ball ungefähr auf Stirnhöhe auch mal loslassen und b) eine Wurfbewegung erkennen lassen sollte. Was Casillas da getan hat, war, den Ball langsam über den Kopf zu führen und ihn dann fallen zu lassen. Das war so sicherlich nicht gewollt, aber das spielt keine Rolle – dieser Einwurf war in der Tat mal klar falsch: http://gfycat.com/NewBlondIguanodon

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