#Link11: Bombensache

Liebe Leserinnen und Leser, in der heutigen #Link11 verspreche ich Ihnen eine waschechte Bombe. Nein, das ist kein Versprechen, um die Klickzahlen hochzutreiben. Sie werden schon sehen. Aber zuerst: Katar, Wolfsburg, Derby-Stimmung.

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1. Was Korruption, Menschenrechtsverletzungen und die Ausbeutung von Arbeitskräften nicht gelungen ist, schafft die Verlegung der WM 2022 in den Winter: Empörung über die WM-Vergabe an Katar. So bleibt das Thema auch nach mehreren Tagen heiß diskutiert. Oliver Fritsch (Zeit Online) spekuliert, unter welchen Vorzeichen Katar die WM noch verlieren könnte. Jens Weinreich hat indes für das Portal zur Rettung des Journalismus, Krautreporter, eine Analyse zur internationalen Sportpolitik angefertigt. Vor allem legt er dar, dass Europa in den vergangenen Jahren massiv an Einfluss in der Fifa verloren hat. Sehr lesenswert. Tom Schaffer (DerStandard.at) sieht zwar auch die Schwäche der Europäer, hofft aber, sie könnten andere Schritte unternehmen, um die Fifa ins Wanken zu bringen – bspw. die Ausweitung der EM zu einer Quasi-WM. Thomas Kistner (Süddeutsche) fordert einen anderen Akt des Ungehorsams: Die europäischen Ligen sollen ihren Kalender einfach nicht umstellen und die Spieler nicht freigeben.

2. In Großbritannien wird die Kritik an der Fifa indes immer schärfer. Alles verletzter Stolz, nachdem England bei der WM-Vergabe 2018 übergangen wurde, mögen Zyniker sagen. Wenigstens irgendwer, der etwas tut, sage ich. Abgeordneter Damian Collins, Initiator der Kampagne „New Fifa Now“, hat Blatter und den anderen Präsidentschafts-Kandidaten der Fifa einen Brief geschrieben, in dem er die Notwendigkeit von Reformen darlegt (s. Daily Mail).

3. Der VfL Wolfsburg im Doppelpack: Oliver Fritsch (Zeit Online) spricht mit Trainer Dieter Hecking, während sich Daniel Reimann (Spox) Manager Klaus Allofs vorgeknöpft hat. In beiden Interviews geht es um die Vormachtstellung des FC Bayern, beide Protagonisten antworten durchaus unterschiedlich. Wie sich Wolfsburg am Donnerstagabend in der zweiten europäischen Liga geschlagen hat, erfahren Sie in der Mixed Zone.

4. Der FC Ingolstadt ist wie Wolfsburg kein Verein, der bei vielen Fans Freude auslöst. Hinter dem Klub steht in Audi ein Autofabrikant. Dennoch: Angesichts der Tabellenlage der zweiten Liga wird man an Ingolstadt in der Bundesliga kaum vorbeikommen. Wer sich dafür interessiert, wie in Ingolstadt gearbeitet wird, dem sei das Interview mit Manager Thomas Linke ans Herz gelegt. Tim Jürgens (11Freunde) hat mit ihm gesprochen.

5. Streit in Köln: Die großen Ultra-Gruppierungen treten aus der AG Fankultur aus, berichtet effzeh.com. Damit bricht man den Dialog ab und reagiert auf die Strafen gegen die Boyz Köln nach dem Platzsturm in Gladbach. Das Fanprojekt Dortmund bezeichnet indes das „​Je suis Boyz Köln“-Plakat der Desperados als freie Meinungsäußerung (s. Faszination Fankurve). Zugegeben, aussperren muss man die Fans aufgrund dieses Plakats nicht gleich, wie es in Turin geschehen ist. Die Außendarstellung, die die Fans mit dem Plakat abgeben, bleibt aber maximal dumm.

6. Nadine Angerer gehört nicht zu den Fußball-Profis, die auf den Mund gefallen sind oder nur in Phrasen schwadronieren. Daher ist ihr Interview mit Frank Hellmann (FR-Online) besonders lesenswert. Sie klagt über Kunstrasenplätze, reflektiert ihre eigene Faulheit und spricht über ihre schwere Zeit in Frankfurt.

7. In den 70ern gab es große Bemühungen in den USA, Fußball als Massensport zu etablieren. Das fing schon an, bevor man Superstars wie Pele, Beckenbauer oder Neeskens in die USA lockte. Kyle Rote Jr ist einer dieser vergessenen Superstars, der zu seiner Zeit mehr verdient hat als die meisten europäischen Starspieler. Michael Lewis (Guardian) erzählt seine Geschichte.

8. An diesem Wochenende geht auch die Bundesliga weiter. Ganz schlimm sieht es momentan in Stuttgart aus. Goldmann Saxt spekuliert, wie lange Stevens noch Trainer bleibt und ob Zorniger übernehmen wird. Auf Facebook streiten sich KSC-Fans und VfB-Fans indes, wer mehr Gäste bei der Aufstiegs- bzw. Nichtabstiegsfeier hat (s. Stuttgarter Zeitung).

9. Fußball hat sich verändert. Die Proletenkultur weicht immer mehr und mehr einem intellektuelleren Flair. Wer da mitreden will, muss mehr auf dem Kasten haben als „Schiri, du A****loch“-Gesänge. Alexander von den 11Freunden bietet den Fans anlässlich des Revier-Derbies zwischen Schalke und Dortmund einen Guide für intelligente Beleidigungen. Zum Sportlichen: Klopp rechnet mit einem Schalker Abwehrbollwerk (s. Reviersport).

10. Interessant: Der FC Schalke 04 hat nicht unbedingt Interesse daran, schuldenfrei zu werden. Glaubt zumindest Jörg Strohschein (Sportschau).

11. Ein bisschen Sex muss zum Schluss auch noch sein, schließlich müssen wir die #Link11 ja irgendwie an den Mann bringen. Im Stadion von Charlton Athletic wurde der Mittelkreis zu einem Anstoß der etwas anderen Art missbraucht. Der Verein ermittelt (s. BBC).

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Fußballstars, damals und heute. Das Special von ESPN hat euch interessiert.

Field Reporter

Aufgrund beabsichtigter Baumaßnahmen in unmittelbarer Nähe des Signal Iduna Parks (Westseite) wurde nach Auswertung von Luftbildaufnahmen heute ein 250 Kilo schwerer Bombenblindgänger, britischer Herkunft freigelegt.

Im Teaser habe ich eine Bombe versprochen. Bitte, hier ist sie. Die Stadtverwaltung in Dortmund hat nahe dem Westfalenstadion eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und entschärft (s. Welt Online).

Mixed Zone
Viagogo: Schalke-Marketingvorstand Jobst wirft Viagogo vor, den Verein mehrfach unter Druck gesetzt zu haben mit fiesen Verhandlungstricks. Hassan Talib Haji (Goal.com) berichtet. + + + Verpasste Chance: Manuel Neuer war sich einst mit Köln einig. Doch der Transfer platzte in letzter Minute (s. kicker). + + + Ergebnisse: In der zweiten europäischen Liga feiert Wolfsburg das Weiterkommen, Gladbach scheidet aus. In weiteren Ergebnissen: Liverpool fliegt, Florenz triumphiert. Alle Ergebnisse gibt es beim kicker. + + + Ausschreitungen: In Rotterdam kam es anlässlich des Spiels gegen Rom zu Ausschreitungen. Schon das Hinspiel wurde von Krawallen überschattet (s. RP-Online). + + +  Ein ganz Großer: Eusebio findet seine letzte Ruhestätte im portugiesischen Pantheon. Er ist der erste Fußballer, der dort begraben wird (s. NZZ). + + + Was macht eigentlich… Gianni Costa und Robert Peters (RP-Online) gedenken den Trainern, die gestern noch Hoffnungsträger waren und heute arbeitslos sind. + + + Ribery junior als deutscher Nationalspieler? Thomas Hummels (Süddeutsche) berichtet, Ribery könne bald die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen.

#Link11: Blut, Schweiß & Tränengas

Heute beschränkt sich die Link11 mal auf die essenziellen Themen. Die grundsätzlichen Dinge, die Gretchen-Fragen des Fußballs. Gut, eigentlich tut sie das ja immer. Dennoch: Es geht um nicht weniger als die taktische Identität des englischen Fußballs, um Legenden und ihre Frisuren, die Vorwehen des Revierderbys. Des Weiteren sprechen wir über den uralten Konflikt zwischen Fans und Polizei sowie über den zwischen Managern und ihren Bankkonten. Und dann geht es noch um Schwertkämpfer in Sandalen und Roger Schmidts Street Credibility, die gegen Atlético auf dem Spiel stand. Testosteron an allen Ecken und Enden. Martialischer wird es nicht mehr.

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1. Bereits in 32. Minute der Partie gegen Bayer 04 hatte Diego Simeone seinen ersten Aussetzer. Roger Schmidts Gurgel blieb aber vorerst unversehrt. Ohnehin hat Atléticos Coach wesentlich mehr als sein Temperament zu bieten. Constantin Eckner über einen Trainer zwischen Genie und Obsession (ZEIT). Das Spiel gewann Leverkusen nach einer starken Leistung (Süddeutsche). Schiedsrichter Kralovec und seinem Team gelang es trotz einiger ruppiger Szenen, für Zucht und Ordnung zu sorgen.

2. Arsenal bot gegen Arsene Wengers Ex-Verein aus Monaco eine klägliche Leistung. Dabei schien sich das Team um den zuletzt hochgelobten Özil gerade in einem Aufwärtstrend zu befinden (WELT). Andreas Bock erinnert derweil an ein Kapitel aus Wengers und Monacos gemeinsamer Vergangenheit. Den Beginn der Weltkarriere von Thierry Henry (11 Freunde).

3. In der Liga mag der BVB sich vorerst gefangen haben. Die Partie gegen Juve allerdings bot Anlass zur Fan-Kritik. Jedoch weniger am weiterhin von Defensivfehlern geprägten Spiel der Borussia (11 Freunde), sondern eher an der Einstellung einzelner Spieler. Roman Weidenfeller fällt bei Dortmunds Fans zusehends in Ungnade (Schwatzgelb), weil er den Leitwolf alter Schule zu geben versucht. Anlass zur Kritik boten auch Dortmunds Ultras, die die Champions League Bühne abermals für fragwürdige Sympathiebekundungen nutzen wollten (Faszination Fankurve).

4. Fangewalt und ihre Begleiterscheinungen sind im italienischen Fußball ein allgegenwärtiges Thema. Kai Tippmann berichtet von Polizeischikane im Namen der Sicherheit und einem tiefen Graben zwischen Fans und Behörden. Seine Schilderungen lassen sich dabei wie der Blick in eine deutsche Zukunft lesen, in der zu viele Menschen auf Ralf Jäger gehört haben (Altravita). Die liebenswerten Seiten von Ultrafans zeigt das Blog-Projekt Ultra Schön.

5. Das Revierderby steht vor der Tür! Während sich der BVB mit Problemen plagt, backt man in Gelsenkirchen die ganz großen Brötchen. Schwergewichtige Spielernamen werden für die kommende Transferperiode gehandelt. Entsprechend kreativ sind die Schalker Verantwortlichen denn auch bei ihren Finanzierungsideen. Clemens Tönnies will die Fans zur Kasse bitten (WELT). Marketingchef Jobst dagegen stimmt ebendie schon mal auf mögliche Katar-Trainingslager ein und merkt an: Die wahren Opfer der WM 2022 sind ohnehin die Bierhersteller (Reviersport). Tim Stratman hat das passende Fundstück zu alldem.

6. Apropos Katar! Im Streit um eine mögliche Winter-WM legt die Weltregierung die FIFA nun nach. Finanzielle Entschädigungen für Klubs werde es nicht geben (Süddeutsche). Thomas Hummel stört sich an dieser Debatte – drängt sie doch das wahre Problem mit Katar in den Hintergrund (Süddeutsche).

7. Wenden wir uns nun der zutiefst philosophischen, allumfassenden Frage des Fußballs zu: Was war zuerst da, England oder der lange Ball? Harry Dodsworth klärt auf (Outside of the Boot).

8. Der lange Ball, den David Odonkor nicht hätte erlaufen können, muss erst noch erfunden werden. 9 Jahre und 5 Knieoperationen nach seiner Vorlage gegen Polen ist er Trainer beim deutschen Sechstligisten TuS Dornberg und spricht mit Oliver Müller über seine tragische Karriere und das Leben nach dem Profifußball (WELT).

9. Auch Cizrespor ist weit entfernt von den oberen Spielklassen. Doch der Fünftligist hat ganz andere Sorgen, denn Cizrespor ist ein kurdisch sozialisierter Club in der Türkei (IN BED WITH MARADONA). Über Wasserwerfer, Tränengas und die ganz großen Pokalhoffnungen.

10. Das erste echte Heim-KO-Spiel seit 18 Jahren! Mönchengladbach will Europa erobern und „lechzt“ nach einer „magischen Nacht“. Auch Stefan Klüttermann ist schon heiß wie Frittenfett und stimmt sich mit martialischen Sandalenfilmen auf den heutigen Auftritt der Borussia in Sevilla ein. Russel Crowe gefällt das. (RP-Online)

11. Wer sich auf Fotos von vor 10 Jahren kaum wiedererkennt, sollte jetzt besser genau hinschauen. Fußball-Superstars, damals und heute. Mit schicker Schiebereglerfunktion. (ESPN)

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Das Gegenstück zum oben verlinkten Blog „Ultra Schön“: Ultra Peinlich

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Collinas Erben dokumentierten beim gestrigen Leverkusen-Spiel Mysteriöses.

Field Reporter

„Angst hab ich vor dem nicht. Man weiß ja, wie das ist. Der wird vorgeschickt wie ein Türsteher. Von dem lasse ich mir nichts gefallen, schon gar keine Beleidigungen oder Provokationen.“

Roger Schmidt nimmt es zur Not mit ganz Madrid auf. (Reviersport)

Mixed Zone

+ + + München: Wird Franck Ribéry Deutscher? (11 Freunde) + + + Köln: Der Effzeh trauert um Roland Gerber (Kicker) + + + Augsburg:  Marvin Hitz‘ Tor war kein Zufall! (Tagesspiegel)  + + + Ägypten: Die Liga schließt nach der letzten Katastrophe erneut die Fans von allen Spielen aus (Spiegel)   + + + Manchester: Luis Suarez liest ein Buch (Twitter) + + + Dortmund: Klopp über die Familie Aubameyang (FUMS)  + + + Hat Ahnung: Ron Ulrich von den 11 Freunden spricht über seine Lieblingsquellen zum Thema Fußball (120 Minuten)

#Link11: Punkrock und Tipp-Kick

Wenn die Kanzlerin nach Auslandsbesuchen wieder in die Heimat fliegt, dann gewährt sie mitreisenden Journalisten oft eine Audienz und besucht sie auf den »billigen Plätzen« für ein Gespräch. Auch auf manchem Heimflug von internationalen Fußballspielen soll es zu Begegnungen zwischen Trainern, Funktionären und Spielern aus der 1.Klasse mit den Reportern in der Holzklasse gekommen sein.

Was sich heute auf dem Rückflug aus Turin abspielte darf wohl als Novum angesehen werden. Der BVB schob laut Ruhr Nachrichten Redakteur Dirk Krampe seine Spieler Kampl, Subotic und Kagawa zu den Journalisten ab. Der Grund: »Ansteckungsgefahr«. Wollen wir hoffen, dass sich niemand angesteckt hat und wünschen allen erkrankten eine schnelle Genesung.

 

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1. Borussia Dortmund hat nach einer 2:1-Niederlage noch Chancen auf das Weiterkommen in derChampions League (Zusammenfassung bei sky). Im Rückpiel müssen die Dortmunder allerdings ihre Abwehr besser organisieren, die laut Daniel Theweleit (Spiegel) nur 30 Minuten internationalen Ansprüchen genügte. Andrea Pirlo musste schon nach 37 Minuten das Spiel verlassen. Passt zum Artikel von Christian Spiller, der behauptet, dass Pirlo nur noch Tore schießt, wenn er Zeit hat.

 

2. Im zweiten Champions League Spiel war Barcelona deutlich zu schnell unterwegs für die Spieler von Mancester City (Zusammenfassung bei sky). Trainer Manuel Pellegrini war fassungslos ob der 1.Halbzeit, in der City nicht drei Pässe am Stück gelingen wollten. (Guardian)

 

3. Am Abend spielt Bayer Leverkusen gegen Atletico Madrid. Bayer hat drei Heimspiele den kommenden Tagen, weshalb Jörg Strohschein (WDR) vor den Spielen gegen Madrid, Freiburg und Kaiserslautern die Woche der Wahrheit ausruft. Jens Mickler (Sportschau) stellt den heutigen Gegner vor.

4. Aufregerthema Nummer 1 bleibt die Verlegung der WM in den Winter. Wir können uns alle auf knapp sieben Jahre voller Glühwein-Scherze freuen. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach meint, dass die Verlegung alternativlos ist, obwohl sie nur Nachteile bringt (DFB-TV). Der FC Bayern veröffentlichte auf seiner Homepage eine Stellungnahme von Karl-Heinz Rummenigge, der in seiner Funktion als Vorsitzender European Club Foundation Kompensationszahlungen für die Klubs erwartet. Während Rummenigge einfach Geld fordert, sieht Premier League Chief Executive Richard Scudamore durch die Verlegung der WM die Integrität des Sports gefährdet. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Oliver Fritsch (Zeit), der sowohl die Vergabe an Katar als auch die Verlegung kritisiert. Er befürchtet gar, dass es im Winter zwar weniger heiß, dafür aber regnerisch, stürmisch und neblig werden könnte. Deutliche Wort findet auch Werder-Manager Thomas Eichin. Für ihn sind die FIFA-Pläne »Wahnsinn«, ein »Armutszeugnis« und»extrem unprofessionell«. (Weser-Kurier) Patrick Gensing (tagesschau) hat die Diskussionen rund um die WM in Katar lesenswert zusammengestellt.

Für die Öffentlich Rechtlichen Sender ergeben sich ganz andere Probleme: Terminkollisionen. Vielleicht muss neben Weihnachten (s.u.) auch der Biathlon auf Schalke verlegt werden. (FAZ) Das Gedicht zur WinterWM liefern die Flaneurgedichte.

5. Noch wütender als diese ganze FIFA-Fußballfamilie machen mich die wieder vermehrt zu beobachtenden schwulenfeindlichen, antisemitischen oder sexistischen Plakate und Aufkleber in und um Fußballstadien. Ultrapeinlich hat unterirdisches Material gefunden.

6. In Hannover sind Vorwürfe gegen einen Fußballtrainer laut geworden. Die HAZ berichtet, »der Trainer werde von den Verantwortlichen im Leistungszentrum nach all diesen Vorfällen „enger geführt“, sagt Kind.« Unter anderem soll er Spieler gedemütigt haben und ein verhöhnendes Bild verschickt haben. Nun berichtet die HAZ, dass Hannover 96 jetzt eine Abmahnung prüft. Auch die Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, Rehhagel und Michaty, geraten unter Druck.

7. »Wenn Spieler keine Menschen wären, würde ich kein Spiel verlieren.« Marcelo Bielsa wohl nie Probleme mit dem Selbstvertrauen. 8 by 8 über den Trainer, den sie»El Loco« nannten.

8. Gratulation an den Rotebrauseblogger, der heute den Geburtstag seines Blogs feiert und selbst auf fünf Jahre Bloggerei zurückblickt.

9. Wie ist es eigentlich einen WM-Hit zu schreiben? Dario G erinnert sich für The Green Soccer Journal.

10. Manches Mal entdeckt man Perlen im Internet, die einen begeistern. Im Blog football and geography finden sich zum Beispiel GIFs mit den wechselnden Vereinen der höchsten Ligen ÖsterreichsDeutschlands und Englands oder auch der Fusionsgeschichte der Kölner Proficlubs. Toll.

11. Zum Abschluss gibt es noch was zum Basteln. Der Twitterati @Tobi_K80 hat ein Tipp-Kick Stadion mit Punkrock-Bandenwerbung gebaut und stellt seine Bauanleitung allen Interessierten als PDF zur Verfügung.

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Der Vortrag von Alex Feuerherdt zu RasenBallsport Leipzig. (YouTube)

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Kollege Jens Peters verlost 5 Exemplare seines Buches über Bayer 04 Leverkusen. + + + Alex Feuerherdt, bessere Hälfte von Collinas Erben, war zu Gast bei Klick & Rush, um über die Schiedsrichterleistungen in der Premier League zu parlieren.

Field Reporter

»Trotz allem haben wir Spieler entschieden unsere Rechte nicht wahrzunehmen und den Klub nicht in die Insolvenz zu schicken. Den Klub Pleite gehen zu lassen, würde bedeuten mindestens 200 Familien, die für Parma arbeiten, nach Hause zu schicken. Ich denke dabei nicht an die Spieler, sondern an jene, die für 1.000 € im Monat arbeiten. Wir fühlen uns für sie verantwortlich.

 

 Aber nun ist die Zeit abgelaufen. Die Idee eines Insolvenzverfahrens ist lange vorbei. Wir arbeiten mit der Spielergewerkschaft, dem Verband und der Stadtverwaltung. Wir werden direkt mit dem Konkursverfahren beginnen. Wir müssen diesen Prozess schneller durchführen, um unseren Klub zu retten. Die Anhörung zum Konkurs am 19. März soll vorverlegt werden.«

Parmas Kapitän Alessandro Lucarelli im Interview mit der Gazzetta dello Sport, zitiert von Cavanis Friseur Alex Belinger, der den erneuten Niedergang des Serie A Fußballs in Parma erklärt.

Mixed Zone
+ + Billiges Bild: Dr. D´Hooge hat von Russland zum Glück kein wertvolles Gemälde bekommen. (FIFA, Spiegel) + + + Rückzug: Nach der Stadionkatastrophe in Ägypten will das Land nicht mehr den Afrika Cup ausrichten. (SpOn) + + + Auslaufmodelle? Alexander Madlungs Zukunft bei der Eintracht ist offen. (FR) Ähnlich geht es van der Vaart in Hamburg (SZ). + + + Bierpreise: Wie teuer ist das Bier in Liga 2? (FCK-Blog) + + +  Wilder Kicker: Neue Ausgabe vom Miasanrot-Podcast. + + + Neuer Job: Daniel Siebert darf bald international spielen und wird bei seinem Zweitjob vom RBB gefilmt. + + + Neuer Termin: Papst verlegt Weihnachten 2022 in den Sommer, damit Adventszeit nicht mit WM kollidiert (Postillon) + +

#Link11: Rotieren oder klebenbleiben

In der Champions League warten die Dortmunds, die Barcelonas, die Turins sehnsüchtig auf ihren Einsatz. Das Trainerkarussell in der 2. Bundesliga dreht sich munter weiter. In Parma bleibt die Dusche kalt (unabsichtlich). In Katar bleiben die Stadien kalt (absichtlich). Kühle mathematische Modelle und Kapitalismus. Dies und mehr in der Link11 von heute.

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1. Juventus Turin erwartet heute den BVB im Achtelfinale der Champions League. Das weckt Erinnerungen. Schwatzgelb blickt zurück auf das denkwürdige Finale von München, wagt aber gleichzeitig einen Ausblick auf das heutige Spiel und fragt, welcher Spieler in die Aufstellung rotiert in Anbetracht des nahenden Revierderbys. Ein ausführliches Interview zum CL-Finale 1997 führte Spox mit dem damaligen Co-Trainer Michael Henke.

2. Im zweiten Achtelfinale treffen Manchester City und Barcelona aufeinander. Der Tagesanzeiger betrachtet das angespannte Verhältnis von Lionel Messi und Trainer Enrique genauer. Für Marc-Andre ter Stegen wird die Champions League Partie eine weitere Gelegenheit sein, sich im Tor von Barcelona zu beweisen (sportschau).

3. In Liga 2 klebt Olli Reck nicht mehr am Düsseldorfer PattexTrainerstuhl und wurde von U23-Trainer Aksoy abgelöst. Eine überstürzte Entscheidung sieht in der Trainerentlassung dierudola, das Halbangst-Blog sieht es ähnlich, glaubt aber auch, dass der Motivator Reck sein Pulver bereits verschossen hatte. In Fürth wurde ebenfalls der Trainer entlassen. Neutrainer ist Alttrainer Mike Büskens – Positiv-Erlebnis mit einer Einschätzung zum Trainerwechsel.

4. „Damals, als es noch heißes Wasser gab.“ Der FC Parma ist pleite. Mehr als 95 Mio. € Verbindlichkeiten drücken den Verein, der zuletzt von einem Besitzer zum anderen weitergereicht wurde. Spielergehälter werden nicht mehr gezahlt, es ist nicht ausreichend Geld für den Spielbetrieb vorhanden und es fehlt sogar an warmem Wasser – die Zeit mit den Details. Die NZZ zieht Parallelen zu vorherigen Krisen und dokumentiert den Protest der Fans.

5. RB Leipzig klebt weiterhin im Mittelfeld der Tabelle – im Montagsspiel gab es ein Unentschieden gegen Eintracht Braunschweig (Spiegel). Schon am 19. Februar sprach Alex Feuerherdt in Braunschweig über die RB-Thematik, besser gesagt über die Verquickung von Fußball und Kapitalismus – ein Mitschnitt des Vortrags zum Nachhören.

6. Was hält einen 16-jährigen Flüchtling in Deutschland vom Fußballspielen ab? Die Scheu, sich in einem unbekannten Land mit ihm fremden Jugendlichen zu messen? Fehlt ihm der Anschluss an einen Verein, bei dem er mitspielen kann? Diese Hürden hatte Hassan schon überwunden, als ihm die FIFA dazwischengrätscht (SZ). In diesem Fall griffen die FIFA-Mechanismen zum Schutz von Minderjährigen bei Transfers. Im gleichen Zusammenhang ermittelt die FIFA derzeit auch gegen Real Madrid – sport inside mit einem Beitrag dazu.

7. Brentford – Matthew Benham machte früher in Hedge-Fond-Management und Glücksspiel – heute gehören ihm der dänische Erstligist Midtjylland und der englische Zweitligist Brentford. In England soll jetzt etabliert werden, was Midtjylland zum dänischen Tabellenführer macht. Die Bewertung der Leistungen der Spieler und Analysen basieren in erster Linie auf mathematischen Modellen, die spezifische Kennziffern liefern (Guardian).

8. Fragen der Technik erläutert eine Reportage der 11freunde – wie bekommt Katar seine Stadien kühl – maximal 27 °C sind abgemacht mit der FIFA.  Und wie geht der gemeine Fan mit Temperaturunterschieden von 27 °C im Stadion und 55 °C im Freien um. Experten raten zu 2 Wochen Eingewöhnungszeit. Ich kann mich wohl selbst in den verbleibenden 7 Jahren nicht an eine WM in Katar gewöhnen. Die FIFA-Taskforce lässt inzwischen offiziell verlautbaren, dass sie eine Austragung der WM 2022 in November und Dezember empfiehlt (Tagesanzeiger).

9. Liga Terezin, die Fußballliga im KZ Theresienstadt, und der dazugehörige Dokumentarfilm fanden in der Link11 schon öfter Erwähnung. Mit einem der Spieler von damals konnte der DLF ein ausführliches Interview führen.

10. Mindestlohn, immer wieder Mindestlohn. Nachdem das Thema in den Medien die Welle machte, sah sich nun Arbeitsministerin Andrea Nahles genötigt, klarzustellen: Amateursportler unterliegen nicht dem Mindestlohn, es geht beim Sport ja schließlich um den Spaß an der Sache – komische Begründung, die aber zumindest einen vorläufigen Schlussstrich unter die Debatte setzt (Spiegel).

11. Zum Nachhören: In gewohnt subjektiver Manier lässt der reingemacht-Podcast die aktuellen Ereignisse Revue passieren. Beim Textilvergehen wundert man sich über die offensive Spielweise Heidenheims, die Union nach Rückstand noch zu einem Heimsieg verhalf.

Meist geklickter Link gestern
The Swiss Ramble mit dem detaillierten Beitrag zum TV-Deal in der Premier League.

Field Reporter

Ich hoffe, dass wir zunächst im Training möglichst viele Tore schießen und dann selbstbewusst ins Spiel gehen.

Pal Dardais Erfolgsrezept für die kommende Woche.

Mixed Zone
München: Dieter Hoeneß macht sich Sorgen (AZ) + + + Europa: die Kommentatorenansetzungen der Europapokalwoche + + + Paderborn: feiert nach dem 0:6, Schwarz und Blau erklärt warum + + + Bremen: The Green White Beat Goes On (werder2013) + + + Mönchengladbach: Thorgan Hazard bleibt (der kicker im Kickersprech) + + + Taktik: Spielverlagerung umreißt die Idee einer Sechser-Kette im Mittelfeld + + + Taktik II: Torsten Wieland kann sich mit dem Begriff „defensiv“ als Beschreibung der Schalker Spielweise anfreunden + + + Fortsetzung: 2 neue Fanwerdungs-Geschichten beim Wochenendrebell – der Glubb und Werder Bremen

#Link11: Remis ist keine Stadt in Frankreich

Vor dem Spieltag standen sie auf Platz drei bis acht der Bundesliga. Heute stehen sie dort immer noch, könnte man meinen, aber im Gleichschritt gewann das Feld einen Punkt hinzu, der Kampf um die internationalen Plätze ist heiß, aber eben unentschieden. Am Tabellenende setzen sich Hertha und Stuttgart allmählich ab, am anderen Ende läuft’s: München und Wolfsburg mit ihren Saisonsiegen 17 resp. 14 führen die Liga an. Der kommende Weltfußballer aus Coevorden traf doppelt; das war auch bitter nötig, um seine Quote in diesem Jahr zu halten (6 Pflichtspiele, 11 Tore). Auch die Quote der Trainerentlassungen will gehalten werden – als nächstes kommt eigentlich nur der VfB in Frage. Die #Link11 macht halblang, wartet ab und trinkt Tee.

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1. Bevor die Bundesliga zum Zuge kommt: Eine Meldung der letzten Woche waren die Fernsehrechte in England. Ein Blog versorgt die interessierten Leser wie kein anderes mit Analysen zur wirtschaftlichen Seite des Fußballs: The Swiss Ramble mit Text, Grafiken, Diagrammen und Bewertungen zum »Premier League TV Deal«.

2. Zur Eröffnung des Spieltags verlor der momentan von Huub Stevens trainierte VfB Stuttgart zum achten Mal in dieser Saison ein Heimspiel.

Über die Berechtigung der Niederlage scheint es keine zwei Meinungen zu geben (Spielverlagerung). Goldmann Sax singt eine weitere Strophe seines Abschiedsliedes, während der Vertikalpass optimistischer wirkt. Für Aufsehen sorgte ein Banner am Dortmunder Gästeblock. (H.-J. Watzke distanzierte sich.)

3. »Frisch, Gesellen, seid zur Hand«, rief man in Paderborn, als es darum ging, den Meister zu loben. Peter Penders (FAZ) sieht die Paderborner damit in der Nachfolge Armin Vehs, der seienerzeit Eintracht-Profis für die nächste Partie schonte. Pep Guardiola sorgt für ungewöhnliche Pfeile in der Formation (Spielverlagerung, Boateng!), Steffen von Miasanrot indes eine Apologie betreffend Robert Lewandowski als Mittelstürmer und mit Beispielen wie David Alaba als »Halbraumlibero« erläutert Constantin Eckner die Renaissance einer abgeschafft geglaubten Rolle.

4. Das wohl spektakulärste Samstagsspiel gab es auch diese Woche wieder mit Leverkusener Beteiligung. Krone des Spektakels war wohl das per Schuss erzielte Tor des Augsburger Hüters Marwin Hitz in der Nachspielzeit. Daniel Baier sah es nüchtern (Fussballer reden viel). 11 Sätze zum Spiel im Werksblog.

5. Auch an diesem Spieltag tauchte der Begriff »Derby« auf. Das Rhein-Main-Duell zwischen Mainz und Frankfurt ging mit 3:1 an die Linksrheinischen. Axel Hoffmann (Beves Welt) erklärt in vier Punkten, weshalb er das Auswärtsspiel in Mainz nicht besucht. Das Spiel der beiden badischen Bundesligisten Freiburg und Hoffenheim gehörte dagegen zu den zahlreichen Partien ohne Sieger. Eine TSG-Sicht aufs Geschehen schrieb der Akademiker-Fanclub nieder. Der Freiburger Präsident Fritz Keller verkörpert mit seinen Aussagen im FAZ-Interview den Verein.

6. Auf Schalke spielte Werder Bremen erstmals seit Dezember eine Bundesligapartie ohne sie zu gewinnen. Ein verdientes Unentschiden, befindet der Königsblog. Philipp Pelka (Goal.com) über Skripniks »Werder 2.0«.

7. Das mit Spannung erwartete Topspiel am Samstag zwischen Köln und Hannover endete 1:1. Niemals allein findet, das Spiel habe einen Beitrag geleistet, Hannover künftig von den Samstagabendspielen zu entbinden. Die Partie stand auf den Rängen unter dem Eindruck des Kölner Platzsturms vergangene Woche (Stellungnahme der Boyz) und des Hannoverschen Ultra-Boykotts. Über die Probleme, die der Ausschluss des Fanklubs und seines Umfeld mit sich bringt, schreibt Hendrik Buchheister (SpOn). Martin Krauss (taz) kritisiert den Kölner Umgang mit den – das dürfe nicht geleugnet werden – Fans.

8. Am Sonntag lehrte das Spiel zwischen Hamburg und Gladbach seine Zuschauer: »Der Fußball ist nicht gerecht« – Sascha Rebiger könnte Cotton Eye Joe Zinnbauer dennoch abbusserln. Frank Heike (FAZ) beschreibt seinen Arbeitsplatz: »Heute Held, morgen Depp: Herzlichen Willkommen in Hamburg!«. Stefan Klüttermann (RP) sah im »bleiernen Auftritt« der Fohlen die Abhängigkeit von Xhaka und Raffael. Philipp Pelka (Spielverlagerung) sah das Duell »konnte nicht« gegen »wollte nicht«.

9. Das Abschlussspiel des 22. Spieltags hatte in Wolfsburg den erwarteten Sieger: Bas Dost Der VfL Wolfsburg schlug Hertha BSC mit 2:1. Christian Otto (FAZ) über den Mann, der am laufenden Band trifft. Tim Rieke (Spielverlagerung) findet den Wolfsburger Sieg angesichts ihrer Spielkontrolle folgerichtig.

10. Zur Abrundung des Wochenendes erschien gestern Abend der vierte Teil der Unna-Trilogie: Die Rasenfunk-Schlusskonferenz Nr. 16 mit Marcus Bark (Sportschau) und Florian Bogner (Transfermarkt). Titel: »50 Shades of Breitenreiter«. Einen eigenen Überblick gibt es auch beim Brennerpass.

11. Zum Abschluss allerlei Juristerei: Die Frage nach der Umsetzung des Mindestlohnes im Amateurfußball hat es als Thema bis in die Tagesthemen geschafft. Matthias Düllberg (Strafrecht am Spieltag) analysiert in seinem Blog den Vorschlag, die »Störung von Sportveranstaltungen« zum eigenen Straftatbestand zu erklären. Der dritte Verweis an dieser Stelle behandelt die Dreifachbestrafung, wie sie inzwischen infamerweise landauf, landab genannt wird. (Jan F. Orth)

Meist geklickter Link letzte Woche
Das Symbolfoto zum Niedergang des FC St. Pauli. (Wer es auch diese Woche wieder zum meist geklickten Link machen möchte: nur hier herein)

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Die Spieltagskolumne der Erben bei n-tv.de bemüht sich diese Woche besonders um die Einheitlichkeit der Regelauslegung.

Field Reporter

Wenn ich in Dortmund oder Hamburg aus dem Bus gestiegen bin und mir noch auf dem Parkplatz die ersten Beschimpfungen anhören durfte, dann wusste ich: Heute wird es geil. Dann nach ein paar Minuten die erste Grätsche auspacken, die Leute auf den Rängen ausflippen lassen und am besten noch drei Punkte mitnehmen. Dann gehst du wie ein Gladiator vom Platz.

Maik Franz hat seine Rolle in der Bundesliga genossen (11Freunde).

Mixed Zone
Fürth: Die SpVgg Greuther F. hat ihren Trainer Frank Kramer beurlaubt und durch Mike Büskens ersetzt (Pressemitteilung) + + + Freiburg: Im Zusammenhang mit dem Freiburger Dopingskandal tauchen die Namen Hoeneß, Breitner, Rummenigge auf (ZEIT) + + + FIFA: Die Ethikkommission überprüft die Verträge zwischen Wolfgang Niersbach und dem DFB (WELT) + + + Berlin: Micha Fuß ist eine Legende im Berliner Fußball (Berliner Kurier) + + + München: Der Spieltag der Frauen-Bundesliga (dpa/FAZ) + + + Nürnberg/Manchester: Gláuber über sein Verhältnis zu den Fans (11Freunde) + + + St. Petersburg: In Folge der veränderten Geschäftslage in Europa könnte Gazprom seinen Geldeinsatz verlagern (Futbolgrad) + + + Bremen: Schlägerei in der Bezirksliga (Weser-Kurier) + + + Online: Linienrichter hält sich warm (Howler) + + + London: »Gazza Returns To Television« (The Sport Bible) + + + London: West-Ham-Fans demonstrieren, wie man sich im Nahverkehr verhält (Twitter) + + + London: West-Ham-Fans demonstrieren, wie man sich im Nahverkehr nicht verhält (Twitter) + + + London: Die BBC widmet sich dem Zusammenspiel von Britpop und Fußball + + + London:

#Link11: Kommerzialisierung vs. Hinterhoffußball

Nach technischen Problemen bin ich spät dran. Deshalb geht es ohne viele Worte einfach los mit der #Link11.

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1. Dost. Immer wieder Dost. Der Stürmer des VfL Wolfsburg hat einen Lauf und trifft auch in der Europa League wie er will. Seine zwei Tore reichten für ein 2:0 gegen Lissabon. (Video bei der Sportschau). Gladbach verliert hingegen unglücklich in Sevilla mit 0:1. (FAZ) Inter Mailand schafft ein 3:3 in Glasgow. Auch Shaqiri trifft. Podolski war von Inter nicht nominiert worden. (SZ)

2. Obwohl die beiden Ex-Münchner jetzt für Inter Mailand auflaufen, läuft die Serie A ihren eigenen Ansprüchen hinterher. Kai Tippmann (Altravita) sprach mit Alex Frosio von der Gazzetta dello Sport über die Gründe des schlechten Standings des italienischen Fußballs.

3. Nebensächlich wurde der Fußball in Rom. »13 italienische Polizisten und fünf Niederländer wurden verletzt. 19 Hooligans wurden wegen Verletzung von Sicherheitskräften, Verwüstungen und Widerstand gegen die Polizei im Schnellverfahren zu Haftstrafen bis zu 16 Monaten und zu Geldstrafen bis zu 45.000 Euro verurteilt.« (RP)

4. Macht Kommerzialisierung die Bundesliga kaputt? Diese Frage stellen sich die Stehplatzhelden. Christian Kamp (FAZ) war bei einer Diskussionsveranstaltung mit den Vorständen von Werder Bremen, Hamburger SV und FC St. Pauli. Dort wurde ein düsteres Bild gezeichnet.

5. Wofür steht eigentlich das Kürzel DFL?»Demolierung fußballerischer Lebensweisheit« meint Frank Willmann in seiner Kolumne für den Tagesspiegel, die sich mit DFL, Pro Fans, Hinterhoffußball und Geschlechtsteilen auf einem alten Wartburg beschäftigt.

6. Wenn in Gladbach der Platz gestürmt wird oder in Paderborn Pyro gezündet würdet – was dürfen eigentlicht die Vereine? Dr. Paul Lambertz, Jurist und Sportrechts-Experte, gibt in den Ruhr Nachrichten Antworten.

David Schmitz (effzeh) hat den eingeschlagenen Weg des 1.FC Köln und die vielen Ratschläge von DFL, DFB und Polizei kommentiert und meint, dass der Verein viel richtig macht. Philipp Selldorf (SZ) sieht in Köln den Zeitpunkt der Milde« überschritten. Allerdings geht der FC hier auch an Grenzen bzw. darüber hinaus:

7. Die FIFA geht gegen Theo Zwanziger vor. Johannes Aumüller (SZ) erklärt die Hintergünde. Thomas Kistner (SZ) kommentiert.

8. Ihr könnt jetzt mal kurz eure Kalender zücken und für November/Dezember 2022 WM bei Glühwein eintragen, denn laut Grant Wahl (Sports Illustrated) steht die Terminierung der umstrittenen Weltmeisterschaft nun fest.

9. Utz Claasen hat vor langer Zeit mal ein super Abitur gemacht und durfte deshalb sogar im Fernsehen vorsprechen. Seine Auftritte haben seit dem nichts von ihrer Anmut verloren. Heute zelebriert er sich auf Mallorca und will den örtlich königlichen Fußballclub an die Spitze führen. Thorsten Schaar hat ihn für Zeit lesenwert portraitiert.

10. An Wolf-Dieter Ahlenfelder erinnern sich die meisten vor allem ob der 32 minütigen Halbzeit zwischen Werder Bremen und Hannover 96 genannt. Ben Redelings erinnert sich für n-tv an ein ganz besonderes Treffen mit dem Unikat, der »Der Blaue an der Flöte« genannt wurde.

11. Matthias Sindelar wurde»Der Papierene« genannt. Stephen Tudor erinnert bei These Football Times an den brillianten Kicker, der in den 1930er Jahren im sogenannten »Wunderteam« für Österreich als Kapitän auflief und dessen Tod zehn Monate nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht bis heute Rätsel aufgibt.

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Noch immer der Maulwurf.

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Field Reporter

»Nö!«

Mats Hummels sagt nichts. SZ Magazin

Mixed Zone
Luft: Wenn man über 3000 Metern kickt, braucht man wohl mal die Atemmaske. (lockerdome) + + + Rätselraten: Wer hat auf dem Bunker neben dem Millerntor gezündelt? (Spiegel Online) + + + Ausschluss: Der Chelsea FC hat drei Rassisten, die in der U-Bahn in Paris erkannt wurden, rausgeworfen. + + + Strukturelles Problem: Tom Adams (Eurosport) über Gründe für Rassismus im Fußball. + + + Fußballplatzschwärmer: Manuel Böhm ist Amateursportplatzhopper. (Fussball.de) + + + Fußballhotel: Giggs und Neville besitzen ein Fußbal-Hotel. Zum Runden Leder hat Bilder. + + + Neuer Vertrag: Bellarabei bleibt bis 2020 in Leverkusen. (RP) + + +Heimkehrer: Thomas Eisfeld, Neuzugang des VfL Bochum, über seine Zeit bei Arsenal. (90 Plus) + + + Fanproteste: In Dänemark protestieren Fußballfans gegen die Einführung personalisierter Tickets. (Faszination Fankurve) + + + Interview: Du-Ri Cha im Gespräch mit dem kicker über seine Karriere, Karriereende und Zukunftspläne. + + + Karnevals Cup 2015: Sascha Theisen über ein Jugendturnier der besonderen Art zwischen FCB, Effzeh und Alemannia. + + + Hallenfußball: Trainer Baade war auf Schalke. + + + Aufruf: Werdet Schiedsrichter. Vor allem im Saarland. (FCSBlog)

#Link11: Angewandte Ronaldologie

Fußball ist schon eine verwirrende Sache. Geht es nun um Geld oder Liebe? Wird die Bundesliga bald nicht mal im Pay-TV vollständig zu sehen sein? Wann lässt Real Madrid Schalke endlich mal gewinnen? Hat Wolfgang Niersbach einen Anspruch auf die Riester-Rente? Ist Philipp Lahm ein chinesischer Spion? Und wird der Effzeh jemals eine skandalfreie Saison erleben?

Die Antwort auf all diese und weitere Fragen ist natürlich: Ronaldo!

blogundpresseschau

1. Real Madrid schwächelt spielerisch wie lange nicht mehr (WELT). Bitter für den FC Schalke (und sein Twitter-Team), den Ronaldo & Co. dennoch im Schongang besiegten. Ratlosigkeit macht sich breit. Der Königsblog ist durch den bloßen Umstand, dass Ronaldo gestern noch vergleichsweise gnädig war, jedenfalls nicht zu besänftigen. Die FAZ ist verwirrt von so viel Ronaldo (siehe hier & hier).

2. Geld regiert die Fußballwelt: Die Premier League und ihr TV-Deal versetzen Bundesliga-Manager in Panik. Neue Erlösmodelle sollen her. Dabei scheint nichts heilig. Salami-Anstoßzeiten, ein deutscher Boxing-Day, die Abschaffung der Sportschau, gar das Ende von 50+1? Aktives Abseits spielt einige Szenarien durch und gibt Prognosen zur Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens ab. Udo Muras wirbt dagegen für die identitätsstiftende Anstoßzeit 15:30 (WELT).

3. Dass beim TV-Deal in England noch längst nicht das letzte Wort gesprochen ist, erklärt Heinz Peter Kreuzer (Deutschlandfunk). Dort fällt die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom im März eine Entscheidung, die auch für Bundesligafreunde (sehr) weitreichende Konsequenzen haben könnte.

4. Fast in Vergessenheit geraten war der Umstand, dass der FC Bayern so etwas wie diese „Nerven“ besitzt, von denen so oft die Rede ist. Doch 90 Minuten nach dem dürftigen 8:0 in der Liga fluchte Rummenigge, mahnte Sammer (Goal) und haderte Beckenbauer mit Guardiola (FOCUS). Eine Petition gegen dessen Aufstellungen reichten gar einige erboste Fans ein (change.org).

5. Noch schiefer hängt der Haussegen bei Wolfgang Niersbach, dem Weggefährte Theo Zwanziger ein Date mit der FIFA-Ethikkommission beschert hat. Grund: Die Rentenvereinbarung des DFB-Präsidenten (FAZ).

6. Chelseas Auswärtsfans machten in Paris mit einer Aktion der ekligen Sorte auf sich aufmerksam. Dass Rassismus auch im Fußball kein Problem von betrunkenen Einzeltätern ist, bewies dagegen erst kürzlich Italiens Ex-Nationaltrainer Arrigo Sacchi. Greg Lea mit einem ausgezeichneten Text über eines der ältesten Probleme (nicht nur) im italienischen Fußball (Guardian).

7. Im Kampf um höhere TV-Einnahmen hat der FC Bayern längst neue Wege erschlossen. Eine Partnerschaft mit dem chinesischen Staatsfernsehen soll für zusätzliche Einnahmen sorgen (SZ). Philipp Lahm steht derweil schon kurz vor der Einbürgerung (Facebook).

8. Des Einen Reus ist des Andren Junuzovic. Auch Werders Freistoßexperte sorgt mit seiner Vertragsverlängerung für Frühlingsgefühle beim Anhang. Stefan Karger hat ein paar Liebesentgleisungen gesammelt, so schön, wie nur Fußball-Foren sie hervorbringen können. (abseits.at)

9. Kevin Großkreutz ist der Liebling des Boulevards. Im Dezember hatte er sich mit Fanartikeln des Kölner Ultraclubs „Boyz“ fotografieren lassen – dessen Mitglieder am Wochenende in Mönchengladbach randalierten. Nun distanziert er sich von Gewalt und fragt „Why always me?“ (Instagram). Antworten versuchen nach dem Schock dagegen Der 4. Offizielle, das Fan-Projekt Köln sowie Rechtsanwalt Matthias Düllberg zu geben. Jeder aus seinem Blickwinkel – allesamt sehr lesens-, bzw. hörenswert!

10. Bayerns Champions-League Gegner Shakhtar Donezk ist ein Verein ohne Heimat. Alec Luhn über die Bedeutung des Fußballs in Zeiten des Krieges (Guardian).

11. 2014 sollte das Jahr des russischen Fußballs werden. Rassismus, der Rubel, Gewalt und ausbleibende Zuschauer sorgten für das genaue Gegenteil. Toke Møller Theilade über ein Jahr zum Vergessen (Futbolgrad).

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Wir haben einen Maulwurf in unseren Reihen! (Symbolfoto zum Niedergang des FC St. Pauli)

Field Reporter

„Es gibt sehr viele Artikel über ihn. Leider nicht alle auf allerhöchstem wissenschaftlichen Standard.“

Endlich! Cristiano Ronaldo ist jetzt ein Studienfach. Anna Dreher spricht mit dem Professor, der es anbietet. (ZEIT)

Mixed Zone
Hamburg: Herrmann Rieger bekommt ein Denkmal gebaut (Spiegel) + + + Aue: Auch Erzgebirge Aue verhängt Stadionverbote wegen einer Nazi-Verunglimpfung (Sächsische Zeitung) + + + Frankfurt: Die Eintracht verleiht Stürmer Vaclav Kadlec (Vereinswebsite) + + + Liverpool: Jordan Henderson ist neu bei Twitter. Jamie Carragher erklärt ihm, wie’s geht (Twitter) + + + Dortmund: Schwatzgelb ruft den „Refugees Welcome Cup“ ins Leben + + + Noch mehr Ronaldo: CR7 ergreift Besitz von Thomas Müllers Körper (11 Freunde) + + + Gelsenkirchen: Höwedes schließt Wechsel innerhalb der Bundesliga aus (Reviersport) + + + Frankfurt: Queer Football Fanclubs kritisiert den DFB scharf + + + Wetterberg: Ein 10-jähriges Talent zwischen Madrid und Meißen (Gießener Allgemeine)

#Link11: That’s the way we like it

Wie hätten Sie’s denn gern, verehrte Leser? Ohne Krieg, dafür aber nicht im eigenen Stadion (1)? Ohne Dunkelhäutige, dafür aber mit Chelsea-Fans (2)? Ohne Spannung um die Meisterschaft, dafür aber im Keller (3)? Ohne Boyz, dafür aber mit der Südstadt (4)? Ohne Fankultur, dafür aber mit Spielkultur (5)? Ohne Hjulmand, mit Schmidt (6), ohne Nazis, mit Skripnik (7), ohne Konflikte, mit Polizei (8)?

Mit Toren aus Standards (9), Pyrotechnik (10) und Erfolgen für die Jugend (11), aber ohne Sorgen um England (Field Reporter) präsentiert sich Ihnen jedenfalls die heutige Link11. Wir wünschen viel Vergnügen.

blogundpresseschau

1. Der FC Bayern spielte in Lwiw/Lemberg gegen Schachtar Donezk 0:0. Stefan Krieger (FR) hat einen Pressespiegel zum Spiel erstellt, auf den wir hier gerne verweisen. Bewegtbildmaterial darf das ZDF in seiner Mediathek zeigen. Rummenigge nannte den Schiedsrichter »eine einzige Katastrophe« (FAZ), Bayerns Offensive war aber ebenfalls ausbaufähig (Spielverlagerung).

2. Das zweite Spiel zwischen PSG und Chelsea erwies sich als äußerst verwertbar für Mechanismen der modernen Medien: Der schon vor dem Spiel geparkte Chelsea-Bus (BBC) und das verlegte Freistoßspray (Vine) wurden weit verbreitet, letzteres erschien bald in einer 8-bit– und einer Simpsons-Variante. Auch das Video mutmaßlicher Chelsea-Fans, die »We’re racist and that’s the way we like it« sangen und einen Mann aus der Metro schubsten (Guardian), wird noch zu sehen sein. Dass auch Fußball Fussball gespielt wurde, kann man dem Spielbericht der NZZ entnehmen.

3. In der Bundesliga zeichnet sich eine spannende Restsaison hinsichtlich der Abstiegsplätze ab. Klaus Hoeltzenbein (SZ) freut sich schon auf den nächsten Spieltag und vergleicht mit der Saison 1998/99. Jannik Sorgatz (RP) wirft einen Blick auf die Prognosen von GoalImpact.

4. Am Rhein werden auch am Aschermittwoch die Vorgänge vom vergangenen Derbysamstag aufgearbeitet. Dabei geraten die Ordnungskräfte Borussia Mönchengladbachs zunehmend in die Kritik (WAZ). Einen Überblick liefert auch der WDR. Obacht: Die »Südstadt Boyz« sind nicht die »Boyz«! (Faszination Fankurve) Halbangst hat die Highlights Kölner Fankultur in den vergangen Jahren zusammengetragen.

5. Die Folgen des Platzsturmes sind noch offen. Andreas Rettig wirft personalisierte Tickets in die Runde (FR), im Überblick möglicher Maßnahmen in der Rheinischen Post tauchen Gedanken zum Verbot von Auswärtsfahrten aus dem Munde des DFB-Sicherheitschefs Hendrik Große-Lefert auf. Schwarz und Blau versucht, einen Fußball ohne Fankultur mit seinen Kommentatoren zu verhandeln. Die deutsche Fernsehkultur mit ihren Auswirkungen auf die Einnahmen durch Übertragungsrechten findet sich dagegen beim FCS-Blog: »Warum das Premier-League-Modell in Deutschland Unsinn ist«.

6. In Mainz hat Martin Schmidt Kasper Hjulmand abgelöst. Reinhard Rehberg (Allgemeine Zeitung) nennt den Dänen ein gescheitertes Versuchsprojekt und konzentriert sich dabei auf taktische Aspekte. Samuel Burgener (NZZ) portraitiert den siebten Schweizer Cheftrainer in der deutschen Bundesliga.

7. In Bremen blicken Vert et blanc auf das Samstagsspiel gegen den FC Augsburg zurück und legen die »Mär vom unzureichenden Kader« zu den Akten. Im Interview mit Fussball Gegen Nazis spricht einer der Initiatoren der Bremer Antidiskriminierungs-AG von der Vorreiterrolle der Bremer Fanszene.

8. Stephan Fischer (Neues Deutschland) hat beim Spiel zwischen Hannover 96 und dem SC Paderborn zwei Konfliktmanager der Polizei bei ihrer Arbeit begleitet.

9. Der SC Freiburg erzielt in dieser Saison mehr als die Hälfte seiner Tore durch oder nach Standards. Der kicker macht auf die Quote und den Spezialisten für Standardsituationen im Freiburger Trainerteam aufmerksam.

10. Nach dem Zweitligakultspiel am Montag steckt Pauli tief unten drin (Symbolfoto). Daran ändert auch das Ambiente nichts. Spieldaten und Zitate liefert die FAZ. Jörg Hanau (FR) kommentiert den »schleichenden Niedergang«. Im Anschluss an den Spielbericht beim Übersteiger zu Abstieg, Handspiel und deren jeweiliger Vermeidung wird in den Kommentaren trefflich gestritten.

11. Beim Nachwuchs gewannen die Mannschaften des DFB sowohl ein UEFA-Entwicklungsturnier der U16-Junioren (DFB.de) als auch den Algarve-Cup der U17-Mannschaften (DFB.de). Der DFB veröffentlicht außerdem einen dienstäglichen Rückblick auf die Ligaeinsätze ausgewählter U21-Spieler.

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Einmal mehr das Weltpressefoto des Jahres in der Kategorie Sport.

Field Reporter

Ich mache mir keine Sorgen um den englischen Fußball. Doch es ist nicht gesund, was dort passiert. Denn von dem Fernsehvertrag profitieren größtenteils auch Spieler mit durchschnittlicher Qualität, deren Gehälter wachsen. Da läuft etwas in die falsche Richtung. Deshalb bin ich mir auch sicher, dass in den nächsten drei bis fünf Jahren kein englisches Team die Champions League gewinnt.

Sky-Experte Didi Hamann im Gespräch mit der WELT

Mixed Zone
England: Didi Hamann macht sich keine Sorgen + + + Online: Was den USA Michael Jordan, ist den Deutschen Franz Beckenbauer. Genaueres bei Trainer Baade + + + Italien: »In unseren Nachwuchsteams gibt es zu viele farbige Spieler«, sagte Arrigo Sacchi (SZ) + + + Schalke: spielt auch Basketball (Sport1) + + + Luxemburg: Die Konten mehrerer Belgischer Profis haben die Aufmerksamkeit der Belgischen Behörden erregt (Luxemburger Wort) + + + Babelsberg: Der erste Spieler der Flüchtlingsmannschaft Welcome United 03 hat einen Spielerpass erhalten + + + Hannover: Erstes Verfahren wegen Pyrotechnik im Niedersachsenderby 2013 verhandelt (Fanhilfe Hannover) + + + Hamburg: Der Blindenfußballabteilung des FC St. Pauli wird der Sepp-Herberger-Preis verliehen (kiezkicker) + + + München: Die SZ fasst die Ereignisse um den Trainerwechsel bei 1860 zusammen + + + München: Sky Deutschland verabschiedet sich von der Börse (Handelsblatt) + + + Paris: Über Zlatan Ibrahimovics Engagement für das Welternährungsprogramm berichtet Peter-Philipp Schmitt (FAZ) + + + Dresden: Die Verpflichtung von Nemeth als Trainer könnte auf die Einführung des englischen Teammanager-Modells bei Dynamo hindeuten (Mittelstern) + + + Wolfsburg: Nicklas Bendtner »musste die deutsche Trainingskultur verstehen« (im Interview mit der Allgemeinen Zeitung) + + + Parma: Die Staatsanwaltschaft beantragt den Konkurs des FC (FR) + + +

#Link11: Die wunderbare Welt der Super-Klubs

Da ist sie wieder – die wunderbare Welt der Champions League und der in ihr beheimateten Super-Klubs. Einen ganzen Monat wird es jetzt dauern, um herauszufinden, ob nicht vielleicht doch einer der großen Namen auf dem Weg ins Viertelfinale stolpert. Die Möglichkeit besteht. Theoretisch. Aber zunächst soll noch ein bisschen Bundesliga-Nachlese betrieben werden.

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1. Der 1. FC Köln macht einen Schnitt. In einem offiziellen Statement von Vereinsseite „trennt“ man sich von den Boyz – Vereinsauschluss, Stadionverbot, Verfall von Dauerkarten – das ganze Programm. Der Verein veröffentlichte darüber hinaus Fotos vom Platzsturm zur Identifizierung der Täter (FR). Ob Kevin Großkreutz jetzt, in schlechten Zeiten, weiter zu seinen Freunden von den Boyz steht, ist noch nicht bekannt (Faszination Fankurve).

2. Letzten Dienstag zitierte ich hier noch @rebiger und schrieb „es wird beim HSV“. Die Klatsche vom Wochenende in München wirkt dem natürlich entgegen und medial immer noch nach. Frank Heike fokussiert sich beim Tagesspiegel auf die naive von Trainer Zinnbauer ausgegebene Taktik. Christoph Biermann sieht bei 11freunde vor allem eiskalte Bayern und eine aus den Fugen geratene Bundesliga.

3. Spieltags-Nachwehen III: Der VfB Stuttgart steht am Abgrund, die rote Laterne der Bundesliga wurde verteidigt. Beim Vertikalpass begibt man sich bereits auf die Suche nach einem neuen Trainer und spielt die üblichen Verdächtigen durch. Didi Hamann glaubt bei Siegel Online indes an den Nichtabstieg der Stuttgarter, weil andere Teams schlechter sind.

4. Der FC Bayern muss zur Achtelfinal-Pflichtaufgabe gegen Schachtjor Donezk antreten. Für den erfolgreichsten osteuropäischen Verein der letzten 10 Jahre könnte es der vorerst letzte Auftritt auf der großen europäischen Bühne sein – das Spiel wird aufgrund der angespannten Situation nicht in der heimischen Donbass-Arena sondern in Lemberg ausgetragen (SZ), an der Spitze der ukrainischen Liga steht inzwischen wieder Dynamo Kiew, denn Schachtjor haben wegen der unsicheren Lage bereits mehrere seiner ausländischen Starspieler verlassen. Die TAZ beleuchtet die politische Positionierung des Vereins und seiner Fans. Miasanrot mit einem ausführlichen Ausblick auf das Spiel

5. Am Mittwoch tritt der Super-Klub aus Madrid zur Pflichtaufgabe auf Schalke an. Im Vorfeld des Spiels sprach Spox mit dem Schalker Co-Trainer Attilio Lombardo, der bis zu seinem Engagement bei Schalke mit Roberto Mancini zusammenarbeitete.

6. In Paris wartet man schon auf das Duell der beiden Super-Klubs – PSG empfängt Chelsea und France Football widmet the Special One seine Titelseite:

Vor dem Duell der Nicht-Super-Klubs aus Porto und Basel spricht Basels Kapitän Marco Streller bei der NZZ über den Erfolg der Schweizer in Europa.

7. Die Sportschau töten, könnte helfen. Meint Tilmann Mehl in seiner Einschätzung für die Augsburger Allgemeine. Nur wenn die Bundesliga aus dem Free-TV verschwindet, lassen sich signifikant höhere TV-Einnahmen erzielen.

8. Andreas Ottl ist im Wartemodus. Zeit Online hat mit dem derzeit vereinslosen Profi gesprochen: Was er mit der freien Zeit und der neuen Freiheit macht und warum es in München nicht geklappt hat.

9. Wer postet da eigentlich im Namen der Profifußballer bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken? Die Stuttgarter Zeitung stattet einer genau darauf spezialisierten PR-Agentur einen Besuch ab.

10. Kasper Hjulmand ist nicht mehr Trainer von Mainz 05 und U23-Trainer Martin Schmidt beerbt ihn, wusste gestern schon der kicker. Die Zeit liefert die Details.

11. Was läuft falsch bei Leverkusen? Fragt sich Lars Wallrodt bei der Welt. Seiner Meinung nach wird das spielerische Potential nicht ausgeschöpft. Die ganze Vereinsphilosophie sollte überdacht werden, da man die Spieler zu oft in Watte packt.

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Lionel Messi nach dem WM-Finale – das Sportfoto des Jahres.

Field Reporter

Ist es nicht auch ein Konzept, dass ich sage: Ich brauche Zeit, um klare Konzepte zu erstellen. Ist das nicht auch ein Konzept?
Doch.
Na eben.

Franz Wohlfahrt, frisch gebackener Sportdirektor von Austria Wien im langen Interview bei 90minuten.at – immer hart an der Grenze zur Kauzigkeit.

Mixed Zone
Zum Runden Leder: macht sich Sorgen um den Rasen von Zweitligist Blackpool + + + Stille Freude: empfindet Mathias Piecha bei Niederlagen gewisser Vereine + + + Jenseits der Stille: die Kommentatorenansetzungen für die Europapokalwoche (Kommentatorenblog) + + + Hertha führt: in Berlin die Statistik gewaltbereiter Fußballfans an (Tagesspiegel) + + + Fürth trifft: und siegt im Montagsspiel der 2. Bundesliga (SPON) + + + Schwer verletzt: wurde ein Schiedsrichter von einem Spieler in Hemer wegen einer roten Karte (WAZ) + + + Trainerkarusell: Dynamo Dresden und Stefan Böger gehen getrennte Wege (MDR)

#Link11: Derbysieger, Derbysieger, Hey, Hey!

Ein spektakulärer Spieltag, der nach wenigen Minuten am Freitagabend mit Roman Weidenfeller begann und am Sonntagabend mit Hermann Löns‘ brennender Heide endete, liegt hinter uns. Der Spieltag, an dem der SV Waldhof in der ewigen Tabelle von Hoffenheim überholt wurde. An dem das Spiel zwischen Leverkusen und Wolfsburg wegen seiner neun Tore inklusive je eines Dreier- und Viererpacks, die parallele Partie zwischen Gladbach und Köln dagegen wegen eines Platzsturms in Erinnerung bleiben wird. Der erste Spieltag unter besonderer Beobachtung nach dem neuen englischen Deal und vielleicht schon wieder der letzte für einen der Trainer. Die Link11.

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1. Im Klopp-Derby schlug Dortmund Mainz mit 4:2. Constantin Eckner (Spielverlagerung) zeichnet das Spiel im Lichte des Dortmunder Aufwärts- und Mainzer Abwärtstrends nach. Zu den Trainern: Während Ottmar Hitzfeld die Lage in der ZEIT untersucht, als Übungsleiter aber nicht zur Verfügung steht, droht dem Mainzer Hjulmand laut kicker der »schleichende Abgang«.

2. Im Rheinischen Derby bleibt am Ende vor allem ein Satz: »Eure Fans sind echt asozial«. Um diese Worte zum Platzsturm aus dem Kölner Block baut Christian Palm (FAZ) seinen Kommentar auf. Turus.net mit einem Bericht vom Nachspiel. Der 1. FC Köln veröffentlichte noch am Abend eine Erklärung. Die WAZ hat weitere Reaktionen gesammelt.

Thomas Reinscheid (Effzeh.com) kommentiert die Lage nach den Ereignissen. Das dabei angesprochene Interview Spinners fasst die dpa zusammen. Strafrecht am Spieltag analysierte schon am Freitag das neue Intensivtäterkonzept in NRW, das nun zur Anwendung kommen könnte.

3. Im Nord-Süd-Derby fügt der FC Bayern dem Hamburger SV die höchste Niederlage in dessen – wie man zu erwähnen nicht müde wird – langer, langer, langer Bundesliga-Geschichte zu. Raute 22c vergleich die Niederlage mit dem 2:9, das noch gar nicht so lange her ist. Rene Maric (Spielverlagerung) erklärt das Erfolgsrezept (Alonso raus! Anm. d. Red.). Der Guardian hat Arjen Robben unabhängig vom Rekordsieg interviewt. Nebenbei könnte der FC Bayern bald einen Mieter seines Stadions verlieren: Der frühere Miteigentümer 1860 führt Gespräche über einen möglichen Auszug (SZ).

4. Im Werksklub-Derby fiel ein Tor mehr. Bas Dosts vierter Treffer entschied die Partie zugunsten des VfL Wolfsburg. Andreas Morbach (SZ) über einen Torjäger in der Form seines Lebens. Ein Spielbericht findet sich in der FAZ.

5. Im Baden-Württemberg-Derby setzte die TSG Hoffenheim mehr Spieler mit Einsätzen für die VfB-Jugend ein (5) als der VfB selbst (4). Einer davon (Sebastian »Wenn Rudy in Hoffenheim explodiert, sind wir hier die Deppen« (Fredi Bobic)) entschied das Spiel in der Nachspielzeit, als er den Ball durch die Beine eines anderen (Sven Ulreich) ins Tor schob. Der Hoffenheimer Akademiker-Fanclub hat einen Spielbericht in drei Akten mit allerlei schmückendem Beiwerk veröffentlicht. VfB-Blogger Goldmann saxt verabschiedet die Stuttgarter schon in die zweite Liga.

6. Im Derby der Klubs der Stunde bezwang der SV Werder seinen drölfzigsten Gegner in Folge und könnte als einzige Mannschaft in dieser Saison den Bayern noch die Meisterschaft abnehmen. Die Serie wird selbst Steffen von HB-People.de unheimlich. Nach dem Spiel kam es zu einem Angriff auf Polizisten und Gästefans, der angesichts der Ereignisse in Mönchengladbach vielleicht nicht die Beachtung findet, die er verdient hätte (Faszination Fankurve)

7. Im Derby der sechsspurigen Autobahn bezwang Eintracht Frankfurt den FC Schalke 04 mit einem Zu-Null-Sieg (!). Ein Spielbericht zur SGE und dem Gegner mit »Stehgeiger Boateng« bei Blog-G.

Beide Tönnies-Brüder habe ich kennengelernt, als sie 17 oder 18 Jahre alt waren: Ich war damals Spieler und später Trainer in Gütersloh, und die Tönnies-Brüder sind mit einem goldlackierten Motorrad bei uns vorgefahren. Das vergisst man nicht.

Heribert Bruchhagen in der WAZ über seine besondere Beziehung zu Schalke 04.

8. Im Nicht-Derby zwischen der Hertha und dem Sport-Club Freiburg verhielten sich beide Teams ihrem Tabellenplatz angemessen. Letztlich gewann Freiburg mit 2:0, obwohl das Spiel angesichts seiner Qualität keinen Sieger verdient gehabt hätte, so Rene Maric (Spielverlagerung).

9. Im S-Bahn-Derby zwischen Ostwestfalen und Niedersachsen drehte der Gast aus Paderborn das Spiel zu einem 2:1-Auswärtssieg bei Hannover 96. Tim Rieke (Spielverlagerung) attestiert dem HSV allerdings »sehenswerte spielerische Momente«: »Die vielen schönen Szenen verbieten es, sie nicht zu loben«.

10. Im Lichte dieser vielen Derbys hat Stefan Klüttermann für die Rheinische Post aufgeschrieben, wie die sportliche Entwicklung die Zahl der »elektrisierenden« Spiele verringern und so die Attraktivität der Liga beeinträchtigen könnte. »Unsere Kurve« fürchtet die weitere Zerstückelung des Spieltages zur Steigerung der Fernsehgelder. Ein Artikel von Ilja Behnisch (11Freunde) kommt ohne düstere Vorahnung aus: Er schreibt dem Fußball zum Valentinstag eine Liebeserklärung. Michael Horeni (FAZ) verknüpft beides miteinander und schreibt ein sachliches Liebeslied angesichts des 21. Spieltags, während Martin Krauss (taz) zu einem gänzlich anderen Fazit kommt.

11. Bei der Entscheidung für das Weltpressefoto 2015 machte Jurymitglieder auf die große Zahl von manipulierten Bildern aufmerksam (British Journal of Photography) – dies träfe besonders auf die Sportfotografie zu, wo der Jury angesichts der vielen disqualifizierten Bilder nur noch zwei Bilder zur Auswahl standen und so kein dritter Preis verliehen werden konnte. Siegreich war ein Bild von der Preisverleihung nach dem WM-Finale, aufgenommen von Bao Tailiang.

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Die Einblendung des Zwischenstandes beim Elfmeterschießen zwischen der Elfenbeinküste und Ghana (Zum Runden Leder)

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Die Collinas-Erben-Kolumne bei n-tv zu den Entscheidungen des 21. Spieltags.

Field Reporter

Blatter ist viel zu alt, um wiedergewählt zu werden. Ich habe mich mit 58 Jahren sehr bewusst aus dem operativen Geschäft bei der SAP zurückgezogen. Ein alter Patriarch an den Schaltpositionen ist selten gut, weil er die jüngeren Leute behindert. Man muss rechtzeitig den Weg frei machen.

Dietmar Hopp spricht mit der WELT über seine Stimmanteile bei der TSG Hoffenheim und seine Sicht der fußballerischen Dinge.

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Mailand: Eine thailändische Investmentbank möchte den AC übernehmen (Der Standard) + + + London: NBA-Chef Adam Silver über den europäischen Fußball (Dirty Tackle) + + + Paris: Zlatan Ibrahimovic zog sein Trikot für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen aus (Ruhrnachrichten) + + + Lima: Sporting Cristal zeigt, wie man einen Eckball mit dem Außenrist direkt verwandeln kann(YouTube) + + + Bordeaux: Was den Kölnern in ihren Maleranzügen auch möglich gewesen wäre (YouTube) + + + Nürnberg: Nordbayern.de titelt »Große Geste der Ultras« und stellt diese an Position 14 der Klickstrecke + + + Paris: Das FCS-Blog auf Auswärtsfahrt + + + Dresden: Nach Auskunft des sächsischen Innenministeriums wird jeder fünfte gewaltbereite Fußballfan in Sachsen als rechtsextremistisch eingestuft (Fußball gegen Nazis) + + + Berlin: Nadine Angerers Biografie erscheint (WELT) + + + Online: Weitere Texte zum Spieltag beim Indirekten Freistoß.