#Link11: TGIF

Fußballer zu sein stelle ich mir seltsam vor. Wäre ich für einen Job gemacht, bei dem Ikonenverehrung & falscher Erwartungsdruck, Reformpläne & russische Oligarchen, Meditationsübungen & Backrezepte derart nah beieinander liegen? Vermutlich nicht. All diese gegensätzlichen Extreme würden mich zu sehr verwirren. Noch dazu beginnt die Woche eines Fußballers erst so richtig, wenn wir Anderen bereits fröhlich tirilierend in Wochenenden voller Weinfeste und Drei Fragezeichen – Marathons brausen.

In diesem Sinne: Ich wünsche ein erfreuliches (Fußball-)Wochenende!

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1. Viel wurde in den letzten Tagen gesagt und geschrieben über Mario Götze. Man glaube an seine Stärke. Er brauche Vertrauen. Rene Maric sagt: Götze benötigt vor allem eine freiere Rolle in Pep Guardiolas taktischem System. Bei Spielverlagerung erklärt er, wie das zu bewerkstelligen sein könnte. Der arme Götze ist derweil schon wieder Gegenstand des Spotts, weil er ein Videolog mit Backrezepten veröffentlichte.

2. Ein anderer Spieler des FC Bayern wirkt derzeit, als könne er in jedem taktischen System der Welt seinen Platz finden. Mikey Traynor aus Irland hat Thomas Müller einen herzergreifenden Liebesbrief geschrieben und bittet ihn im gleichen Atemzug, am Tag des noch auszutragenden Spiels der DFB-Herren gegen Irland doch etwas anderes in Dublin zu unternehmen. Einige Veranstaltungstipps liefert er gleich mit (Balls.ie).

3.

»Ich habe jahrelang Probleme mit meinem rechten Knie gehabt, das war immer leicht geschwollen, die Ärzte haben nur gesagt, dass es gereizt ist. Irgendwann habe ich mich aufs Bett gelegt und mir immer wieder eingeredet, mein Körper wird Energie schicken und mein Knie heilen. Nach drei Monaten waren die Probleme weg.«

Jan Monhaupt führt ein interessantes Interview mit Jens Lehmann, der von Motivationsübungen unter Zuhilfenahme der Macht berichtet und erläutert, warum Manuel Neuer sich warm anziehen müsste, wenn Lehmann 10 Jahre jünger wäre (Der Standard).

4. Bei Manchester United hängt nach obskuren Ein- und Verkäufen sowie bahnbrechend schlechtem Fußball zum Saisonbeginn der Haussegen schief. Trainer Louis van Gaal äußerte sich zuletzt überraschend kritisch über den 55 Mio. teuren Transfer des 19-jährigen Anthony Martial (ESPN). Seine Spieler stellten den “General” derweil wegen der mangelnden Kreativität in Uniteds Spiel zur Rede (Spiegel).

5. Wie in der gestrigen Link11 berichtet, macht die FIFA dieser Tage wieder von sich reden. Im Lichte des bevorstehenden Besuchs von US-Justizministerin Lynch veröffentlichte nun Compliance-Chef Domenico Scala einen 8-Punkte Plan zur Reinwaschung von allen Sünden Reformierung des Weltverbandes. Jens Weinreich und Hans-Jürgen Maurus erklären, warum der eine Mischung aus Hintertüren und heißer Luft ist.  

6. Das Spitzenspiel in der Frauen-Bundesliga steht vor der Tür: Der zweitplatzierte FC Bayern empfängt die bislang hochsouveräne Mannschaft des VfL Wolfsburg. Zeit, einen Blick auf die Liga und die ersten Saisoneindrücke zu werfen (Miasanrot).

7. Auch die Herrenmannschaft des VfL bestreitet am Wochenende ein Spiel. Vermutlich mit Julian Draxler. Der gab kürzlich zu Protokoll, auf Schalke sei ihm zuletzt der Druck zu groß geworden. Die Schottische Furche merkt an, dass psychische Belastung im Sport zwar nicht unterschätzt werden solle, Draxler jedoch vor allem an sich selbst gescheitert sei. Und das nicht erst zuletzt.

Ich fand Draxlers Worte ja durchaus glaubwürdig und frage mich zudem, welche Erleichterung man sich von den so oft geforderten Worten “Ich wollte mehr Geld verdienen” verspricht…

8.

»Ooooh, ooh! Arnautovic…ah!«, schrie ORF-Kommentator Thomas König damals in sein Kopfmikrofon, als hätte er sich in einem verzweifelten Akt der Selbstkasteiung in den Bauch gestochen. Es tat wieder weh.

No more years of hurt. Österreich hat sich für die Euro in Frankreich qualifiziert. Die Schneise der emotionalen Verwüstung, die 18 lange Jahre des Wartens im Leben eines jungen Fußballfans hinterlassen, bannt Adrian Engel für 11 Freunde in einen Artikel.

9. “Woher stammt die Liga? Zwischen Globalisierung und Heimatgefühl: Was die Geburtsorte der Spieler über die Fußball-Bundesliga verraten.” Die Überschrift ist Programm bei einem optisch gelungenen wie informativen, an Interaktionsmöglichkeiten reichen Datenprojekt des bayrischen Rundfunks. Sehr schön!

10. Nochmal die FIFA, irgendwie. Eine spaßige Randnotiz der Fußballwoche war zweifellos die Ankündigung des Weltschachpräsidenten Kirsan Iljumschinow, der Nachfolger von FIFA-Patron Sepp Blatter werden zu wollen. Pointe voraus: Iljumschinow gilt als vom Kreml finanzierter Krimineller, der Schachverband Fide als eine Ansammlung korrupter Patriarchen (Zeit).

Als junger Gouverneur der bitterarmen südrussischen Region Kalmückien sauste Iljumschinow im weißen Rolls Royce durch die Steppe. Die Journalistin Larisa Judina, die ihn durch Recherchen kritisiert hatte, wurde tot im Straßengraben gefunden. Iljumschinow hatte natürlich nichts damit zu tun.

11. “Am Fußball interessiert mich vor allem das Drumherum.” schrieb unser ehemaliger Fokus Fussball Mitstreiter Stephan, alias Ermittler Dembowski, kürzlich mal bei Twitter. Bei Meinsportradio erzählt er vom Spiel seines Lebens – und dem Drumherum, das es dazu machte.

Meist geklickter Link gestern
Goldmann Sax fragt sich, warum der VfB Stuttgart derzeit so hart kritisiert wird und ob Mehmet Scholl sich eigentlich damals im Trainerlehrgang wundgelegen hat.

Field Reporter

»Am ehesten könnte ich mir in Europa noch eine Art »Luxussteuer« vorstellen: Gibt ein Verein für seine Gehälter mehr Geld als den vorher festgelegten Betrag X aus, muss er auf diesen Betrag eine Steuer an die Uefa abführen.«

Fabian Scheler, gestern noch Autor der Link11, heute schon wieder bei 11 Freunde, diskutiert mit Prof. Dr. Helmut Dietl, Experte für Betriebswirtschaftslehre, die Möglichkeit einer bundesligaweiten Ausgabenobergrenze nach dem Vorbild der NFL.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Bernardo Romeo wurde 38.)

Mixed Zone
Jetzt mal ehrlich: Braucht der FC Bayern Arjen Robben (miasanrot)?  + + + Berlin: Auf der Suche nach einer Fußballidentität (Deutsche Welle) + + + 3. Liga: Welche Schlüsse erlaubt Dynamos souveräner Saisonstart (FiS)? + + + 2. Liga: Vorbericht – RB Leipzig gegen Paderborn (Schwarz und Blau) + + + Ein Fall für Collinas Erben? Kurioses aus der Euro-Quali (Facebook) + + + Interview: Andreas Rettig über den Wechsel von der DFL zum FC St. Pauli (Deutschlandfunk) + + + Hype: Rockt Thomas Tuchel die Liga (Zweierkette)? + + + Israel: Fußballer-Streik abgewendet (Zeit)

#Link11: La Familia

Hallo. Ich bin neu hier und gerade das freut mich. Die Jungs waren so nett, mich einzuladen. Danke dafür.  Ich bin nun so etwas wie der Großkreutz der Redaktion, als treuer Fokus-Fußball-Leser von der Tribüne auf den Rasen gewechselt. Ich hoffe, euch gefällt das, was ich mache. Bei Twitter findet ihr mich hier. So viel dazu.

Jetzt zum wichtigen, harten Business. Sepp Blatter prägte den Begriff der Familie des Fußballs, interpretierte ihn aber sehr eigenwillig. Sei es drum: Gleich in mehreren Links findet ihr heute einen Bezug dazu, unter anderem versuchen nun auch die Gelsenkirchner dem Paten ein Stück näher zu kommen. Bald läuft auch wieder die Bundesliga, endlich wieder vom Verband bezahlte schöne Choreographien, endlich wieder 15.30 Uhr. Auch die Link11 wartet heute mit einigen Bundesliga-Inhalten auf, zuerst aber das hier:

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1. Zu Beginn möchte ich den Fokus noch einmal auf das Thema lenken, dass derzeit die Gesellschaft am meisten beschäftigt. Die ankommenden Flüchtlinge. Mehrmals wurde auch hier auf viele Artikel hingewiesen, die das Engagement der Fankurven für Flüchtlinge aufgriffen und damit zeigten, dass der Fußball auch eine politische Dimension hat. Auch heute finden sich Links zu Portos 1€-Spenden-Vorschlag, zum Testspiel auf St. Pauli und noch mehr in der Linksammlung.

Hier oben möchte ich auf eine brillante (englischsprachige) Analyse von Rory Smith verweisen. Er fordert den Fußball auf, seiner gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen, arbeitet den Unterschied zwischen sozialem und politischen Engagement heraus und nimmt Fans und Klubs in die Pflicht, die Flüchtlinge willkommen zu heißen: „Der Fußball wurde fett und reich und behauptet immer, eine Familie zu sein. Genau deshalb muss er nun für diejenigen seiner Familie da sein, die es nötig haben“ (frei translated).

Die Premier League hat unterdessen Hinweise veröffentlicht, worauf Fans beim Zeigen von Transparenten im Stadion achten müssen. Es scheint, als ob an diesem Wochenende auch in England viele Refugee-Welcome-Plakate zu sehen sein werden. Gut so!

2. Nun aber zu Bundesliga: Das Sorgenkind heißt auch nach der Länderspielpause VfB Stuttgart. 0 Punkte und nur zwei geschossene Tore klingen für viele Fans weiterhin ziemlich doof. Den 122. Geburtstag des Vereins gestern nahm sich Christian Prechtl zum Anlass, schon am dritten Spieltag so etwas wie eine Abrechnung zu formulieren („Es ist zum Heulen!“).

Eine andere Perspektive nimmt Goldmansaxt ein. Er wundert sich darüber, dass sich Fans wundern, dass Julian Weigl dem VfB durch die Lappen gegangen ist (Link11 von gestern). Außerdem ledert er kurz gegen den Laptop-Trainer-Kritiker Mehmet Scholl, der nicht nur, aber vor allem auch VfB-Trainer Zorniger zu den Laptop-Jungs sortierte, und hinterlässt am Ende – zumindest mich- ratlos, was er denn nun eigentlich sagen will.

3. In Bremen beschäftigt seit dem April der Fall des in Untersuchungshaft sitzenden Ultras Valentin die Fanszene. Was zuvor schon ein politisches Thema war, wird spätestens jetzt sehr interessant. Es geht um den Grünen-Abgeordneten Wilko Zicht, einem Fan, der seit 25 Jahren in der Ostkurve steht und sich im Fanbündnis BAFF engagiert. Er soll die Pächterin des “Verdener Ecks”, also der Kneipe vor der es im April die Ausschreitungen zwischen linken und rechten Werder-Fans gab, genötigt haben, gegen Rechts Stellung zu beziehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, Zichts Immunität wurde aufgehoben. Zicht bestreitet die Vorwürfe vehement, da er nur vermitteln wollte und tatsächlich mutet der Fall sehr skurill an. Der Weserkurier hat die Hintergründe.

4. Unruhige Zeiten drohen auch der Schalker Geschäftsführung. Der Fanklub Ruhrknappen Bottrop erhebt schwere Vorwürfe gegen Peter Peters. Er soll Vereinsvermögen veruntreut haben und damit die Schalker Ikone, Rolf Rojek, vor dem finanziellen Ruin gerettet haben. Dumm nur: Scheinbar mit Schalker Geld, das nie wieder zurück gezahlt wurde. Pikant: Felix Magath hat das krumme Geschäft, das über die SFCV Fanbetreuung GmbH lief, laut der Darstellung des Fanklubs entdeckt und wollte den Fall aufklären. Das wurde ihm in der Öffentlichkeit als Angriff auf alle Fans gewertet, Magath musste gehen und schweigen. Die Omertà hält dicht. Ich bin mir sicher: Das werden spannende Tage. Und das obwohl Horst Heldt nicht beteiligt ist.

5. Von der Schalker Mafia-Familie war heute morgen bei Twitter demnach schnell zu lesen. Das große Vorbild findet sich, na klar, in Zürich. Die Fifa hat sich mit dem 80-jährigen Francois Carrard in gewohnter Manier einen Reformer geholt, der Sepp Blatter eigentlich ganz cool findet. Klingt sympatisch. Was noch? Ach ja: Fußball in den USA ist für ihn “Schulmädchensport”. Michael Ashelm hat bei faz.net ein paar nette Anekdoten zu Carrard gesammelt.

Dabei ist für Aufklärung eigentlich höchste Eile geboten: Nächsten Montag kommt die ehrgeizige US-Justizministerin Loretta Lynch nach Zürich, um den greisen Jungs vom Fifa-Berg den Ernst der Lage zu erläutern. Das bisherige Klientel von Lynch: Mafiosi, Terroristen und korrupte Polizisten. Riecht nach dem Fifa-Kaliber. Auch hier tippe ich auf ziemlich viel Wirbel nächste Woche.

6. Ich mag es, wenn sich Wirtschaftsjournalisten dem Fußball widmen. Oft entstehen dabei spannende Einblicke, zu denen Sportjournalisten wegen verpasster BWL-Vorlesungen keinen Zugang finden. Besonders der deutsche Big Player auf dem Global Football Market, der FC Bayern aus Munich, lohnt fast immer eine in-depth-analysis, die dieser Artikel aus dem Manager Magazin leider nicht ganz leisten kann. Viel aufgewärmtes, aber auch einiges interessantes ist dabei, weil fast die komplette Bayern-Führungsriege ihre Key-Points (kritikfrei) erläutern darf und damit das economic future target des Klubs klarer wird. Bayern München muss zum Global Player werden, lautet nach sechs langen Seiten das Fazit von Simon Hage und Wolfgang Hirn.

7. Das im Fußball nicht alle zu Rampenlicht-Profis werden können, ist klar. Einer, dem aber fast alle Türen dahin offen standen, war Sebastian Glasner. Stets war er aber einen Tick zu spät, resümiert Thomas Gröbner in der SZ anhand einiger trauriger und fein beobachteter Details. Nun spielt Glasner mit ernüchtertem Blick auf das Profigeschäft bei der SpVgg Bayreuth in der Regionalliga.

8. Neues von der Taktiktafel: Der Blog „Eiserne Ketten“ wird künftig die Spiele aus Berlin-Köpenick sezieren, filetieren und prämieren. In der ersten Analyse wird mit dem entlassenen Union-Coach Norbert Düwel abgerechnet, dessen Konzept trotz einjähriger Eingewöhnung und einem relativ gutem Kader nicht funktionierte. Egal: UNVEU!

9. Hingegen hervorragend scheint der Schweizer Marcel Koller mit dem österreichischen Nationalteam zu harmonieren. Am Dienstag tütete sein Team die Fahrt zur EM nach Frankreich ein, Spielverlagerung.de präsentiert ein Portrait der Koller-Mannschaft, das auch über die gewohnten taktischen Aspekte hinausgeht.

10. Kurz doch noch ein Rückblick auf die Nationalmannschaften: Neben den zweifelhaften Mexiko-Gesängen der deutschen Fans beim Länderspiel in Glasgow vernahm ich auch den “Ohne Holland”-Klassiker. Tatsächlich wird es für die Niederländer jetzt sehr schwer, sich noch für die EM zu qualifizieren. Bene Nießen hat für die Vice aber schon eine Alternative für unsere Nachbarn gefunden. Die Holländer werden einfach zu Belgiern. Die sind erfolgreicher und werden wohl in Frankreich dabei sein. Nationalhymne lernen, Trikot tauschen, Heinken mit Leffe ersetzen und Zack! Biste Belgier. Godverdomme!

11. Collinas Erben kennt ihr ja vermutlich. Der Guardian in England hat die Idee, Zuschauer in die Rolle des Schiedsrichters schlüpfen zu lassen, konsequent weiter geführt. Bei „You are the ref“ muss der Leser anhand von gezeichneten Comics knifflige Regelfragen lösen, der Premier-League-Oberschiedsrichter Keith Hackett erläutert anschließend den richtigen Pfiff. Anschaulich, schwierig und garniert mit einem Schuss brittischem Humor: eine runde Sache. (Entdeckt haben wir das bei den Stehplatzhelden. Sources und so.)

Meist geklickter Link gestern
Ah, schön zu sehen, das euch Fußballromantiker alarmierende Nachrichten zur 50+1-Regel am meisten interessiert. Der FC Poppe Blog hatte beschrieben, wie die Regel zunehmend aufgeweicht wird.

Field Reporter

»They are groups of doctors, professors, lawyers who fight it out with each other. So, there is a lot of identity politics involved. If you put sports into popular culture, football is the most popular expression of popular culture. There is nothing that competes with it: no other sport, not arts, painting, theatre, literature etc. Roughly 5% of the world’s population is in one way or another professionally involved in football.«

James M. Dorsey, ein ausgewiesener Experte des Nahen und Mittleren Ostens und der dortigen Fan-und Fußballkultur, spricht in einem langen Interview über ägyptische Ultras, die Politisierung von Fußballfans und den politischen Wandel in der gesamten Region.

Hatten wir das schon hier? Egal. Die große Frage, die sich mir nun stellt: Welche Mannschaft gibt sich den schluchzenden Chris Martin vor einem Spiel? Fix you!

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Aki Riihilahti wurde 39.)

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen.  + + + Kann aufsteigen, aber auch nicht: Dynamo Dresden (Fußball in Sachsen) +++ Wayne Rooney muss in der Kabine der Nationalmannschaft seiner Familie danken. (u.a. Sport1) +++ Flüchtlinge 1: Portos Aufruf, pro Ticket beim ersten CL-Heimspiel einen Euro zu spenden, war erfolgreich. Alle machen mit. (Kicker) +++ Flüchtlinge 2: Aber reicht das? (11freunde) +++ Flüchtlinge 3: St. Pauli und der BVB setzen in einem Testspiel ein Zeichen, immerhin. Nur Taten helfen, sagt Tuchel. (Spiegel Online) +++ Die nächste Attraktion in München? Kingsley Coman wird heute offiziell vorgestellt (Kicker) +++ Respektlevel beim Gegner: Unendlich. Ein Mixed-Martial-Arts-Kämpfer zockt in der Hessenliga (11freunde) +++ +++Werbung an: Die beiden herrvoragenen Fußballmagazine aus England, 8by8mag und The Blizzard, sind gerade druckfrisch erschienen. Leg ich euch ans Herz. Werbung aus.+++

#Link11: Das 7. Siegel

Puh. Wirkungsloses Financial Fair Play, wirkungslose 50+1 Regel, Einschüchterungen von Rechts, skrupellose Journalisten im Doppelpack, katarische Investments, Trikots von Louis Vuitton. Je nach Quellenlage glaube ich beim Erstellen der Link11 manchmal, das Ende sei nahe. Doch zum Glück gibt es noch Thomas Müllers fantastischen Gurkenfußball, lebensbejahende Projekte, die die positive Kraft dieses Sports belegen und die einfachste aller Fan-Freuden: einen ausgelassenen Torjubel

Die Link11 als Wechselbad der Gefühle.

blogundpresseschau

1.

Er ist die Krone der Dusel-Evolution, in ihm vereinen sich die Fortune Franz Beckenbauers, die Instinktsicherheit Gerd Müllers und die Entschlossenheit Stefan Effenbergs: Müller ist ein ehrgeiziges Sonntagskind, das aus keiner Chance ein Tor macht.

Thomas Müller ist ein Phänomen. Einige seiner Tore, wie zuletzt gegen Schottland, sehen aus als seien sie Zufall. Dabei ist die Antwort viel einfacher: Er ist ein Magier (11 Freunde).

2. Manchester City gibt im Schnitt 126 Mio. € im Jahr für Transfers aus. In Zeiten des Financial Fairplay wirft das Fragen auf. Kann Scheich Mansours diesjährige Sommer-Shopping-Tour überhaupt mit den Regeln der UEFA vereinbar sein? The Swiss Ramble hat die Einnahmen und Ausgaben des Clubs genau unter die Lupe genommen und zieht Bilanz.

3. Was das Financial Fair Play in Europa ist, ist 50+1 im deutschen Fußball: Umstritten. Regelmäßig wird die ungeliebte (und weitestgehend ausgehöhlte) Regel von “Traditionsclubs” als Symbol des unfairen Wettbewerbs verdammt, gleichermaßen gilt sie aber als letzte Verteidigungslinie vor der totalen Kommerzialisierung. Eine Studie der Universität Leipzig will nun herausgefunden haben, wie viele deutsche Vereine tatsächlich “fremdgesteuert” sind (FC Poppe).

4. Rot-Weiss Essens größte Ultra-Gruppe löst sich auf. Aaron Knopp bereitet das Sorgen, denn auch Druck von Rechts spielte dabei eine Rolle (Reviersport).

5. Die Herrenmannschaft von San Marino hat im gestrigen Euro Qualifikationsspiel ihr erstes Auswärtstor seit 14 Jahren geschossen. Herzlichen Glückwunsch!

Sehr schön: Erstmals qualifizierte sich gestern auch Österreich auf sportlichem Wege für eine Europameisterschaft. Bei Ballverliebt ist man bereits in Ekstase.

6. Die Geschichte, die sich in den letzten Tagen um Hamburgs Stürmer Artjoms Rudnevs und seine Frau entspann, ist sowohl traurig als auch ärgerlich. Die Kurzversion: Eine allseits bekannte Tageszeitung stellte eine (wohl unwahre) Behauptung über einen Streit im Hause Rudnevs auf, der Spieler sah sich daraufhin genötigt, in einer Gegendarstellung über eine private Tragödie zu sprechen (BildBlog).

7. Es ist schwer zu glauben, doch auch im nächsten Beitrag geht es um den persönlichen Schaden, den ein Fußballer durch eine Behauptung von BILD nahm. Ex-Profi Mimoun Azaouagh machte die Springer-Publikation gleich zum Salafisten. Bei 11 Freunde wehrte er sich gegen die Vorwürfe. Das Interview aus der aktuellen Print Ausgabe ist nun auch online zu lesen.

8. Den chinesischen Fußball hat bislang kaum jemand in Europa auf der berühmten “Rechnung”. Weder auf den Ligabetrieb, noch auf die Nationalmannschaften bezogen. Doch das könnte sich schon bald ändern. Premier League Spiele im Free-TV, steigende Liga-Gehälter, Partnerschaften mit europäischen Spitzenclubs, ein möglicher Kauf von Ajax Amsterdam sowie ein von höchster Stelle ausgegebener 50-Punkte-Plan zur Eroberung des Weltfußballs sollen Chinas Geschicke zum Guten wenden und dem Fußball zu einem anderen Stellenwert im Land verhelfen (Guardian).

9.

»[…] a partnership between the new kids on the block and the world’s first football club protecting the heritage of football.«

Apropos ehrgeizige Investments: Katar investiert in den Sheffield FC, seines Zeichens ältester Fußballclub der Welt. Es lebe der Sportsgeist (AP).

10.

Um als Spieler*in teilnehmen zu können, muss man im Jahr vor der Weltmeisterschaft nach jeweils nationaler Lesart als wohnungslos gegolten oder in den zwei Jahren vor der Veranstaltung Wohnungslosigkeit erfahren und an Alkohol- oder Drogenrehabilitationsprogrammen teilgenommen haben.

120 Minuten erzählt die außergewöhnliche Geschichte des Homeless World Cup.

11. Christiano Ronaldo soll kürzlich gesagt haben, Fußballer interessierten sich nur für Kleidung und Schmuck. Da passt es, dass auch die Trikots immer modebewusster werden. Da geht jedoch noch mehr, meint HinterDerLinie – und macht gleich einige Designvorschläge.

Meist geklickter Link gestern
Stefan Willeke über den laschen Umgang deutscher Medien mit der Lichtgestalt Franz Beckenbauer (Zeit).

Field Reporter

»Nehmen sie Harry Kane von Tottenham Hotspur, der schoss letzte Saison 31 Tore, 19 davon aus dem Spiel. Seine Torquote (Verhältnis von Chancen und erzielten Toren – Anm. d. Red.) betrug 17,4 Prozent, er verwandelte also beinahe jede fünfte Chance. Das ist ein übernatürlicher Wert. Die besten Stürmer der Welt haben eine Torquote von 14 oder 15 Prozent. Unsere Modelle zeigen, dass Harry Kane dieses Leistungsniveau sehr wahrscheinlich nicht halten wird.«

Statistikguru Blake Wooster erklärt Christoph Cöln (unter anderem), wie man die Leistungsentwicklungen vorhersagt (Welt).

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Markus Babbel wurde 43.)

 

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich (vielleicht bald keine) Sorgen (mehr). Schreibt Blog trifft Ball + + + Darmstadt: 38 Jahre Vereinsgeschichte mit einem treuen Supporter der Lilien (Unnatürliche Handbewegung) + + + Wolfsburg: Der Kampf gegen leere Ränge (Kicker) + + + Glaskugel: Heinz Kamke stellt bereits jetzt die Elf des Jahres 2016 vor + + + Macht Ansagen: Mats Hummels im Interview bei Spox + + + Zu schlecht für den VfB Stuttgart: Julian Weigl (Stuttgarter Zeitung) + + + Waffen waren üblich: Christoph Daum über die Fankultur der Türkei (11 Freunde) + + + Ernsthaft: Italiens Serie B testet die “grüne Karte” (Who Ate All The Pies) + + + Ein schönes Projekt: Das Mädchenfußballcamp “Together” der TSG (Youtube) + + + Spielerportrait: Paul Pogba (These Football Times)

#Link11: Die Nachfahren der Rumpelfüßler

8 Spiele: 6 Siege, 1 Unentschieden, 1 Niederlage, 20:4 Tore. Das Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Qualifikation für die EM 2000 kann man, betrachtet man die bloßen Zahlen, getrost als passabel einordnen. Seit gestern steht die DFB-Auswahl mit der gleichen Bilanz bei etwas schlechterem Torverhältnis da. Dazwischen liegen dennoch Welten, und damit meine ich nicht die Abgründe, die sich allein aus der zeitlichen Lücke und der dadurch bedingten Weiterentwicklung des Fußballs aufgetan haben.

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1. Mühsam nähert sich das Eichhörnchen. Die DFB-Auswahl kontrollierte gestern zwar das Spiel gegen Schottland, musste aber lange um den Sieg zittern. Raphael Buschmann fasst bei Spiegel Online das 3-2 zusammen und benennt die Baustellen. Thomas Hummel sah von der Kulisse unbeeindruckte Deutsche und ein schottisches Team, dessen Taktik beinahe aufgegangen wäre (SZ). Bemerkenswert auch die Kack-Tor-Dichte in Halbzeit 1 (Zusammenfassung bei RTL).

2. Die Verfolger des DFB-Teams in der Quali-Gruppe waren ebenfalls siegreich, Portugal gewinnt in letzter Sekunde und Nordirland macht die EM-Qualifikation noch nicht klar. Die SZ fasst die Partien von gestern zusammen. Heute ist in der EM-Quali Wayne Rooney mit England am Zug. Der beste Torschütze der Three Lions (zusammen mit Bobby Charlton) wird in Kürze 30 und steht nun seit fast 15 Jahren auf der großen Fußballbühne – Grund genug für den Tagesanzeiger ihm ein Porträt zu widmen. So langsam aber sicher im Karriereherbst kommt auch Zlatan Ibrahimovic an (ich schreibe das lieber etwas kleiner, auf dass ich mir nicht seinen Zorn zuziehe). Seine Schweden spielen ebenfalls heute Abend. Die Meinungen über die Nationalmannschaft nach Zlatan gehen auseinander. Nach Zlatan kommt lange nichts, sagt Zlatan. Aber der Gewinn der U21-EM macht Hoffnung (Ballesterer).

3. Die EM-Teilnahme ist noch aus eigener Kraft machbar für Albanien. Eine Qualifikation wäre der größte Erfolg der jüngeren Fußballgeschichte. Lange Jahre siechte der albanische Fußball dahin, auch bedingt durch die politische Situation. Sean Williams traf einen Spieler, dem es im stramm kommunistischen Albanien der Nachkriegsjahre verwehrt wurde, sein fußballerisches Können zu zeigen – Alfredo Ruco. Anhand seiner Biografie wird die Entwicklung des Fußballs bis zu den jüngsten Erfolgserlebnissen der Nationalmannschaft und des KF Skënderbeu nachgezeichnet (New Yorker).

4. Einer weiteren aufstrebenden Fußballnation widmet sich die NZZ. Aufstrebend ist relativ, denn wir reden hier von Weltranglistenplatz 164, 1500 verkauften Trikots und einem 0:15 am vergangenen Wochenende. Aber hey, es geht um Bhutan, ein Verband, der sich noch 2002 mit Montserrat um den Titel “Zweitschlechteste Fußballnation” duellierte.

Alles andere als gut läuft es im serbischen Fußball. Die Vereinsmannschaften kämpfen ums Überleben und spielen eine untergeordnete Rolle im europäischen Fußball. Was in Serbien schief läuft und welcher Verein mit gutem Beispiel vorangeht und seinen Spielern regelmäßig ein Gehalt zahlen kann, erläutert Futbolgrad.

5. Eintracht Frankfurt hat ein Luxusproblem, meint Ingo Durstewitz (FR). Wenn Alex Meier wieder voll genesen ist, muss Armin Veh ihn in seinen Kader einbauen und das Spielsystem anpassen. Doch es gibt schon Offensivpersonal, das sich bisher bewährt hat.

In Bremen komplettiert Offensivkraft Claudio Pizarro den Kader. Der Transfer verbessert, obwohl niemand bei Werder das so recht thematisieren möchte, die Verhandlungsposition von Thomas Eichin bei seiner Vertragsverlängerung, die noch immer im Gange ist. Eine Bilanz von Eichins Arbeit bei Werder liefert der Weser Kurier.

6. Möchten sie wissen, wie es um RB Leipzig steht? Haben sie 10 Minuten Zeit? Dann kann ich wieder einmal den neuesten Beitrag im Rotebrauseblog empfehlen. Der mäßige Saisonstart wird mit erhellenden Zahlenspielen erläutert, die aktuelle Situation im Kader beschrieben und eine umfassende Ursachenanalyse betrieben.

7. Am Sonntag lief bei der ARD die ultimative Lobhudelei auf Franz Beckenbauer anlässlich seines 70. Geburtstag (ARD Mediathek). Dem Film gelingt nicht, woran sich viele Journalisten die Zähne ausbeißen. Beckenbauer ist nicht greifbar, kritische Fragen überhört er und wirkt in erster Linie: unschuldig. Warum der Kaiser sich schon immer aus allem heraushalten konnte und warum man es ihm durchgehen lässt, versucht Stefan Willeke in seiner Kritik herauszuarbeiten und streut nebenbei noch ein paar Begebenheiten ein, bei denen er in den Genuss der Beckenbauerschen Aura kommen durfte. Wer das Original nicht erträgt, dem sei Olli Dittrichs Schorsch Aigner empfohlen.

8. Aber es gibt auch Schatten. Journalist Andrew Jennings hat ein besonderes Geschenk für den Kaiser. Er erläutert en detail wie Deutschland zu WM-Ausrichter-Ehren 2006 kam: Leo Kirch, dicke Briefumschläge und FC Bayern-Freundschaftsspiele im Tausch gegen eine Stimme für die deutsche WM-Bewerbung (Mail on Sunday).

9. “Absurder Trash” beschreibt den Inhalt eines Videos der Ultras Wuppertal wohl am treffendsten, das anlässlich des Spiels gegen den KFC Uerdingen “produziert” wurde. Die 11freunde mit einer dem Inhalt angemessenen Analyse. Wer keine Angst um seine Augen hat, hier geht es zum Video. Mit der Ultrabewegung, ihrer Herkunft, Entwicklung und Radikalisierung hat sich der WDR befasst – herausgekommen ist ein hörenswertes Feature.

10. Nur noch selten sehen sich Spieler und Verantwortliche des jüdisch geprägten Amateurfußballklubs TuS Makkabi in Berlin offenem Antisemitismus ausgesetzt. Die Vorurteile und Beleidigungen bleiben. Sie fallen meist beiläufig (Tagesspiegel).

11. Der FC Porto hat mit einem offenen Brief einen Aufruf an alle Teilnehmer der Champions League gestartet. Der Vorschlag: 1 Euro je verkauftem Ticket sollen die Vereine an den ersten beiden Spieltagen spenden (Goal.com).  Borussia Mönchengladbach ist dabei (sport1). Anderes Engagement zeigt Celtic Glasgow, wodie Celtic FC Foundation Spenden sammelt.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Andreas Thom wurde 50.)

Meist geklickter Link gestern
Kleine Schritte gegen die englische Vormacht (Constantin Eckner)

Field Reporter

»Die Dauerkartenpreise in der Volkswagen Arena sind so günstig, dass es sich offenbar für einige Menschen lohnt eine Dauerkarte zu erwerben, ohne ein wirkliches Interesse am VfL Wolfsburg zu haben.«

Thomas Röttgermann, Geschäftsführer, VfL Wolfsburg. Der Verein sucht derzeit nach Wegen und Mitteln seine Tribünen zu füllen und wünscht sich einen Austausch mit den Fans (Wolfs Blog).

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich heute ausnahmsweise mal keine Sorgen + + + Iran: Kulturelle Invasion am Unterarm (FAZ+ + + Abgespact: neue Trainingsform bei Hoffenheim (kicker) + + + Putzig: Daniel Nyari illustriert Bastian Schweinsteiger in niedlich – wie wohl Philipp Lahm daneben aussehen würde? + + + Mario Götze: altert schneller, als man denkt (Schottische Furche) + + + Champions League: backpagefootball über den Neuling FC Astana + + + Zwischenfazit: Pleitegeigers Eindrücke vom HSV an Spieltag 1-3 + + + Lebensmittelvergiftung: Luxemburgs Nationalmannschaft außer Gefecht, passende Wortspiele im sozialen Netzwerk ihres Vertrauens (WAZ)

#Link11: Montag

Guten Tag miteinander. Heute: Das letzte Länderspiel, das nächste Länderspiel, Mario Götze Fußballgott. Island hui, Holland pfui. Die Transfersummen sind Wahnsinn (Hölle Hölle Hölle), Trainer Abnutzungsobjekte und Dirk Dufner gar nicht so übel. So weit, so gut.

blogundpresseschau

1. Am Freitag sprang die deutsche Nationalmannschaft in Frankfurt mit einem 3:1 gegen Polen an die Spitze ihrer EM-Qualifikationsgruppe. Oliver Fritsch (Zeit) handelt viele interessante Aspekte des Spiels in einem kompakten, dennoch meinungsstarken und ausgeschmückten Text ab.

Die Nationalelf war seit dem WM-Titel im Sabbatical gewesen, im Füße-Hochlegen-Modus. Nun sind Ernsthaftigkeit, Siegeswille, Spielfreude und Vorfreude auf Taten wieder da, auch wenn ein paar alte, kleine Mängel geblieben sind.

2. Thomas Hummel (SZ) hebt in seinem Bericht die von Fritsch etwas vernachlässigte Figur des Doppeltorschützen und Matchwinners Mario Götze hervor. Der war mit seiner Leistung durchaus zufrieden:

»Das hätte – auch für mich persönlich – deutlich schlechter laufen können.«

3. Beve hat das Spiel als Frankfurter und Mitorganisator gesehen, ohne mitzufiebern. Und das aus Gründen:

Deutschlandfähnchen mit Werbeaufdruck, sündhaft teure und langweilige Choreographie, Cowboyhüte, Plastikgirlanden in schwarz-rot-gold, Kleiderordnung für Fahnenträger, dem Sponsor angepasst (Schuhe natürlich aus eigenen Beständen), alles ist geregelt und definiert, interessengesteuert, sauber, klinisch, leblos. Ich habe es ja nicht so mit Nationalstolz und solange kein Eintrachtler dabei ist, bin ich bei einem Freundschaftsspiel des FSV aufgeregter als bei solch Veranstaltungen.

4. Am heutigen Abend soll in Glasgow mit einem Sieg über Schottland die Qualifikation zur EM bestenfalls schon vollendet werden. Christian Kamp (FAZ) merkt an, dass Löw dabei auf einen Zwei-Klassen-Kader setze und sich ohnehin eher an der WM 2018 ausrichte.

5. Abseits der deutschen Gruppe gehört die isländische Nationalmannschaft zu den positiven Überraschungen des Wettbewerbs. Der frühere VfB-Profi und heutige Trainer der isländischen U21-Nationalmannschaft Eyjólfur Sverrisson sprach im Deutschlandfunk über die Entwicklung des Fußballs auf der Vulkaninsel.

6. Wo die isländischen Gewinner sind, ist der Weg zu den niederländischen Verlierern nicht weit. Nach zwei Niederlagen am Quali-Wochenende liegt der WM-Dritte nur noch auf dem vierten Platz seiner Gruppe und muss auf eine Niederlage der Türkei hoffen. Francois Duchateau (WAZ) mit einem ganz kurzen Abriss des Abstiegs.

7. Schluss mit dem Kulturpessimismus. Schluss mit dem »Wahnsinn«. Schluss mit der Abgrenzung der gesunden Bundesliga von der perversen Premier League. »So läuft’s Business«, konstatiert Gegen den Ball.

Die absolute Höhe der entsprechenden Summen kann eigentlich nur dann Gegenstand kritischer Betrachtung sein, wenn man entweder 1) den kapitalistischen Profifußball […] als ganze ablehnt, oder wenn man 2) annimmt, den spekulativen Investitionen zum Beispiel der Premier League-Clubs lägen falsche Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Einnahmen zugrunde. Der erste Punkt ist nachvollziehbar, die daraus zu ziehenden Konsequenzen schon komplizierter. Der zweite Punkt überzeugt mich gar nicht. Denn die Premier League-Clubs haben ja durch den neuen Fernsehvertrag, der ab dem kommenden Jahr in Kraft tritt, garantierte jährliche Einnahmen, die es ihnen erlauben, die meisten deutschen Clubs (und den Rest Europas ohnehin) einfach aus dem Markt zu drängen.

8. Wie die »englische Vormacht« im Einzelnen aussieht, wo die vermeintlich gesunde Bundesliga der englischen Liga in »perverser« Ungleichverteilung sogar voraus ist, und in welcher Klasse von Transfers die Besorgnis zu verorten sein sollte, dröselt Constantin Eckner in seinem Blog auf.

9. Trainer sind Abnutzungsobjekte. Daniel Theweleit sucht im Deutschlandfunk nach Rahmenbedingungen und Führungsstilen, die Einfluss auf den Grad der Abnutzung haben. Besonders spricht er dabei über den diesjährigen Abgang Jürgen Klopps und den sich abzeichnenden Abschied Pep Guardiolas im kommenden Jahr.

10. Vom Trainerposten zum Sportdirektor: Dirk Dufners Zeit bei Hannover 96 ist vorbei. Mit Abschluss des Transferfensters verließ er den Verein nach zweieinhalb Jahren. Niemals allein setzen sich differenziert mit dem Geleisteten des Sündenbocks auseinander.

In der gerade beendeten Transferphase zeigte sich nun, dass Dufner hinten den eigenen Präferenzen zurückstehen kann und die Wünsche des Trainers in dem vom Verein vorgegebenen Rahmen erfüllt: Michael Frontzeck (und Martin Kind) wollten schnelle, junge, physische, simple Fußballer – und sie bekamen sie.

11. Der SV Babelsberg 03 hat mit »Welcome United« eine Fußballmannschaft aus Flüchtlingen zum Spielbetrieb angemeldet. Eine ARD-Reportage hat Werden und Sein des Teams verfolgt und ist nun in der Mediathek verfügbar.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von Freitag: Benjamin Weigelt wurde 33.)

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Field Reporter

»Ich kann nicht sagen, ich habe 150 Bundesliga-Einsätze, und ich habe in der Champions League gespielt. Was auf der deutschen Autogrammkarte steht, ist wenig wert in England. Denn die Briten sind doch sehr auf ihr eigenes Land fixiert. Sie kennen ihre englischen Spieler bis in die vierte Liga hinein, aber mit der deutschen Bundesliga beschäftigen sie sich nicht.«

Sebastian Prödl, Österreicher in der englischen Liga, erklärt dem deutschen Weser-Kurier ein wenig den britischen Fußball.

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen. + + + Konya: EM-Quali, Sonntagsspiele (SZ) + + + Mein lieber Scholli: Mehmet wirkt zorniger als früher (T-Online/sid) + + + Alte Herren: Claudio Pizarro geht mal wieder nach Bremen (FAZ) + + + Zürich: FIFA-Reformen fallen nicht vom Himmel (NZZ) + + + Rechtsoffenheit: Christoph Ruf hat sich im Spiegel mit dem VfR Aalen befasst + + + Helmut Schön: ARD-Doku zum 100. Geburtstag + + + Tobias Rau: stand beim letzten deutschen Länderspiel in Schottland noch auf dem Platz (FR) + + +

#Link11: Homo-Politicus

Legen Menschen ihre Ressentiments ab, weil ein Fußballverein medienwirksam Millionen für Flüchtlinge spendet? Müssen Veränderungen überhaupt in der Bevölkerung wachsen oder reicht es, wenn der Gesetzgeber sie diktiert? Befindet sich der Ausruf #RefugeesWelcome derzeit in einer Art Ice Bucket Challenge Phase seiner Existenz? Einige meiner Twitter-Follower scheinen das so zu sehen und die Frage kommt auf, ob viele der derzeitigen Bemühungen innerhalb wie außerhalb des Fußballs nicht nur deshalb geschehen, weil Flüchtlingshilfe grade eine Art “Bewegung” ist, der man sich recht gefahrlos anschließen kann.
Ich sehe das (auch als jemand, der mit dem Schaffen von “Öffentlichkeiten” beruflich zu tun hat) ja ganz anders: Alles, was auch nur einem hilfesuchenden Menschen auch nur ein bisschen hilft, ist ein Gewinn. Und wenn der Eine oder Andere beim Spenden oder einer Facebook-Kampagne auch den eigenen Ruf im Blick hat – sei’s drum! Eine Gesellschaft muss für sich festlegen, was innerhalb ihrer Grenzen konsensfähig ist. Ob das (auch) über vermeintlich profane Mittel wie Facebook geschieht, kümmert mich vergleichsweise wenig, so lange das Ergebnis stimmt. Ein Freund, auf dessen Meinung ich viel gebe, kanzelte diese Haltung mal als “Solutionismus” ab.

Ich bin ehrlich gesagt ratlos. Welche Hilfe ist die “beste”? Falls ihr dazu eine Meinung habt, würde ich mich sehr freuen, sie später hier in den Kommentaren zu lesen.

Und nun zum Fußball, der (nicht nur) heute nicht ganz ohne Politik auskommt.

blogundpresseschau

1. Nachdem sich kürzlich bereits der FC Schalke medienwirksam für einen menschlicheren Umgang mit in Not Geratenen (gestern in der #Link11) stark gemacht hatte, zog der FC Bayern gestern mit einer Millionenspende an Flüchtlingsprojekte nach. Keine Frage: Die Diskussion über Flüchtlinge und Rechtsradikalismus ist in der Bundesliga angekommen (Welt). Gut so. Auch in der Sportblogger-Landschaft sind politischere Themen dieser Tage wieder häufiger zu lesen. Bayern-Fan Breitnigge zum Beispiel hat kürzlich einen beeindruckenden Rant über (unter anderem) Flüchtlinge & die Doppelmoral “asylkritischer” Fans abgeliefert, den ich nur empfehlen kann.

2. Auch BVB-Innenverteidiger Neven Subotic war einmal ein Flüchtling. Heute engagiert er sich neben seiner Fußballkarriere in aller Stille für Entwicklungsprojekte in Äthiopien und Mosambik. Patrick Brandenburg hat einen Spieler portraitiert, der ein bisschen anders als die meisten seiner Berufskollegen zu sein scheint (ZDF Sport). Ein weiterer BVB-Innenverteidiger, nämlich Mats Hummels, gab Jan Christian Müller derweil ein launiges Interview über Lob, Ballbesitz und seine Essgewohnheiten (Frankfurter Rundschau).

»Das Geld wird niemals die entscheidende Rolle bei einem Wechsel spielen.«

3. Bei aller Freude über das soziale Engagement diverser Fußballclubs bleibt jedoch zu hoffen, dass auch Sportvereine beginnen, “sozial” und “politisch” nicht (wie bisher) zu trennen. Die Vorstellung, irgendein Lebensbereich könne “unpolitisch” sein, ist absurd. Passend hierzu gibt es in der Fanszene von RB Leipzig, das kürzlich einigen seiner Anhänger das Zeigen antirassistischer Spruchbänder untersagt hatte, Diskussionen darüber, welche Fanblock-Utensilien ein Verein dulden muss (darf? kann?). Sachlich und lesenswert aufgearbeitet hat das Thema – natürlich – der Rotebrauseblogger.

4. Am morgigen Freitag geht die Qualifikation zur Herren Euro 2016 in die nächste Runde. Julien Wolff attestiert der deutschen Nationalmannschaft vor dem richtungsweisenden Duell mit Polen ein chronisches Stürmerproblem (Welt). Die Niederlande verloren bereits gestern überraschend gegen den vermeintlichen Fußballzwerg aus Island. Warum “vermeintlich”, erklärt Fabian Held (Spiegel). Ein großes Politikum sind nicht nur in Deutschland die Bekanntgaben der Nationalmannschaftskader. Nicht so in Österreich, wo Trainer Marcel Koller in den letzten Jahren weitestgehend seinem Stammpersonal vertraute. Philipp Eitzinger bedauert das und wünscht sich die Zeiten von Ex-Teamchef Krankl zurück, von dem es hieß, kein Österreicher, der einen Ball geradeaus schießen könne, sei vor ihm sicher (Ballverliebt).

5. Ein mangelndes Bewusstsein für gesellschaftlich-politische Fragen kann man dem BVB-Blog Schwatzgelb sicher nicht vorwerfen. Und seien es auch, wie in diesem Falle, “nur” preis-politische: In der Rubrik “Unsa Senf” hat man sich Gedanken über die Umsetzbarkeit einer (fairen) Gehaltsobergrenze im Fußball gemacht.

6. Von Dortmund nach Gelsenkirchen. Das allseits bekannte Groundhopper-Gespann der Wochenendrebellen war dort vor einiger Zeit in der (leeren) Veltins-Arena zu Gast und bemerkten (wenn auch nicht erst zu diesem Zeitpunkt), dass Schalke ein Verein ist, den es sich zu mögen lohnt.

7. Ein etwas anderer Fußballverein ist der derzeitige spanische Tabellenführer SD Eibar. SD Wer? SD Eibar! Der Guardian erklärt, mit wem wir es da zu tun haben.

8. 

»Es ist alles viel größer, es gibt viel mehr Spektakel, viele Schweizer fahren deshalb gerne über die Grenze, um sich richtigen Fußball anzusehen, wobei man natürlich feststellen muss, dass auch bei uns guter Fußball geboten wird. Aber ich sehe die Schweizer Liga eher als Ausbildungsbetrieb. Jeder kleine Junge wächst hier mit der Bundesliga auf.«

Hoffenheims Pirmin Schwegler in der SZ über die gegenseitige Anziehung von deutscher Bundesliga und Schweizer Fußballern.

9. Zum 70. Geburtstag von Franz Beckenbauer zeigt die ARD ein Porträt des Mannes, der ausschließlich an seinen Verdiensten für den deutschen Fußball gemessen wird. Leider, schreibt Birger Hamann, denn der Kaiser  hat genügend Schattenseiten, die es eigentlich zu thematisieren gäbe (Spiegel).

10. Wer einen Beweis dafür gesucht hat, dass ungefiltertes Transfer-Deadline Gedudel Fans mental schädigen kann, der wird bei “Who Ate All The Pies” erhört. Dort hat Chris Wright herausgefunden, dass Nostradamus vor 460 Jahren die Transfereskalation von Manchester United vorausgesagt hat.

11. Claudio Pizarro zurück zu Werder Bremen? Was klingt wie ein nostalgischer Marketing-Gag, könnte beiden Parteien ernsthaft weiterhelfen, schreibt Thiemo Müller im Kicker.

Meist geklickter Link gestern
Constantin Eckner im FOCUS zu den taktischen Gründen für die BVB-Abgänge Großkreutz und Kuba.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Samuel Osei Kuffour wurde 39.)

Field Reporter

»Viele Fußballer wissen ihr Leben nicht zu schätzen. Wir alle haben ein super Leben, können uns alles leisten, haben viel Freizeit. Klar, es gibt auch negative Punkte: Der Zeitraum, in dem wir Geld verdienen, ist kurz, wir können nicht oft feiern gehen, müssen aufpassen in der Öffentlichkeit. Trotzdem. Wir können uns nicht beschweren! Das erst durch so eine Krankheit so intensiv erfahren zu haben, ist eigentlich schade.«

Der kürzlich an Krebs erkrankte (und derzeit als geheilt geltende) Benny Köhler über neue Blickwinkel (Hannoversche Allgemeine)

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen.  + + + Zo Foß: Ein Engländer zu Gast beim Effzeh (The Set Pieces) + + + Schleichwirbt: Jogi Löw. Beschwert sich: Trainer Baade + + + Buchrezension: Schwartzmarkt Tickethandel (Soccer Warriors) + + + Gelsenkirchen: Die 7 Baustellen des A. Breitenreiter (Halbfeldflanke)

#Link11: Abgestellte und Nichtabgeholte

blogundpresseschau

1. Ende der Transferphase. Der Ballreiter fasst die Debattenbeiträge (Irrsinn! Identitätsverlust!) akkurat zusammen. Abseits der Realität gibt sich Beves Welt derweil seinem eigenen Wechselwahnsinn hin:

Spektakulärer Wechsel beim HSV spült 30 Millionen in die Kasse: Uwe Seeler sorgt sich mit sofortiger Wirkung um Borussia Mönchengladbach.

2. Julian Draxler hat sich dem VfL Wolfsburg angeschlossen. Torsten Wieland (Königsblog) sagt Tschöö, Andre Breitenreiter fühlt sich überrumpelt (kicker). Während Mr. Ausstiegsklausel für sehr viel Geld den Verein wechselt, um der Erwartung als einer der teuersten deutschen Spieler der Geschichte gerecht zu werden, verlief die Karriere seines früheren Zimmerkollegen Nils Zander ganz anders. Andreas Evelt (Spiegel) schreibt die Geschichte des heutigen Regionalligaspielers, der früh Nationalspieler und früh Kapitän war, es aber nie zum Bundesligaspieler brachte.

3. Kevin Großkreutz verlässt den BVB und trainiert ab sofort bei Galatasaray mit. Spielen darf er nicht, bis zum Ende der Transferphase waren noch nicht alle Formalitäten erledigt (SZ). Constantin Eckner (Focus) ordnet den Abgang in den Kontext der tuchelschen Transferperiode ein.

4. Etwas unauffälliger, unscheinbarer, mit weniger Getöse, ging der 5-Millionen-Euro-Transfer von Koo Ja-Cheol von Mainz nach Augsburg über die Bühne. Benni Hofmann (kicker) versucht, den Spieler und sein wiederholtes Scheitern zu erklären.

5. In der Bundesliga wurde am vergangenen Wochenende der 3. Spieltag absolviert. Tobias Escher (Spielverlagerung) pickt sich wie jede Woche drei Aspekte heraus. Diesmal: Stuttgarter Übergänge, Mainzer Durchschnittlichkeit und Kramer’scher Umgang mit Fehlentscheidungen.

6. Auf anderem Liganiveau hat Endreas Müller eine kleine Typologie der Kreisklassenfußballer verfasst, um sich dann einem Spieler zu widmen, der sich nicht in diese Schubladen fügt.

2. Das verkannte Genie
[…]
In den meisten Fällen standen tückische und meist einzigartige Verletzungen der professionellen Ausübung des Fußballsports im Weg – oft im Knie.

7. Drei Blicke ins Ausland: Bei der FIFA könnte Tokyo Sexwale Sepp Blatter ablösen (FAZ). In Italien gab es bei Juventus Turin nach umsatzstarkem Umbruch einen Einbruch in der Leistung (SZ). Und der russische Fußballverband steht offenbar vor dem Bankrott (Sportschau).

8. Morgen tritt die deutsche Nationalmannschaft gegen Polen an – selbstverständlich mit Toni Kroos (Lob im Tagesspiegel), einmal mehr mit Jonas Hector (Portrait in der SZ), einmal mehr ohne Marco Reus (Verletzungsmeldung in der FAZ).

9. Neben den Herren sind auch die Nachwuchsmannschaften des DFB im Einsatz: Heute um 16 Uhr trifft die U20 (Schulz, Amiri, Eggestein) auf Italien, die U21 (Süle, Kimmich, Brandt) um 18 Uhr auf Dänemark. Der kicker hat alters- und länderübergreifend alle Abstellungen der Bundesligisten aufgelistet.

10. Der Landessportbund Sachsen-Anhalt hat den von Rechtsextremen dominierten und durch demgemäßes Verhalten den anderen Mannschaften gegenüber auffällig gewordenenen FC Ostelbien Dornburg vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Sportjurist Paul Lambertz sprach mit Fabian Scheler (ZEIT) über gemeinsame Werte, Rechtssicherheit und sportpolitische Erwägungen.

11. Die Kampagne »Steht auf, wenn ihr Mensch seid« geht von Schalke aus, findet aber vereinsübergreifend Zustimmung. Der immer wieder zu hörende Slogan »In den Farben getrennt, in der Sache vereint« mag dabei Stirnrunzeln hervorrufen, mit ihm wird schließlich nach allen Richtungen um Mitstreiter geworben. Auch die A-Nationalmannschaft posiert mit Zetteln, auf denen »Sorry Rudi« »Gegen Gewalt + Fremdenhass« geschrieben steht (DFB.de).

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Ralph Gunesch wurde 32.)

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Oliver Fritsch – »Draxler ist besser als halb so gut wie der doppelt so teure De Bruyne« (ZEIT)

Field Reporter

»Alles stehen und liegen zu lassen und nur das nötigste Hab und Gut mitzunehmen, um ein neues Leben anzufangen, das ist ja keine Selbstverständlichkeit. Dafür braucht man sehr viel Mut und auch sehr viel Ehrgeiz. Mein Opa hat es damals gemacht und dann nach und nach meine Oma und meinen Vater und seinen Bruder nachgeholt. Es war für alle brutal schwierig. Du kommst in ein fremdes Land, kennst dich nicht aus, kennst vor allem die Menschen nicht, mit denen Du zu tun hast. Und was das Schlimmste ist: Du kannst nicht kommunizieren, weil du kein Wort Deutsch kannst. Das sind keine günstigen Voraussetzungen, um ein vernünftiges Leben zu führen. Alles musste sich sehr hart erarbeitet werden.«

Ilkay Gündogan, Enkel eines Gastarbeiters und Seele des Dortmunder Spiels, im Gespräch mit der Mainpost.

Mixed Zone
Hamburg: Uwe Seeler macht sich Sorgen um seine Ehrenkarte (Abendblatt) + + + DFB-Pokal: Zweite Runde zeitgenau angesetzt (DFB.de) + + + Anfälligkeit: Fussballverletzungen überprüft die Verletzungshistorie der Neuzugänge + + + Münster/Osnabrück: Nach der Absage des Duells der Gymnasien (wir berichteten) müssen nun die Derbys der ansässigen Profiklubs ohne Gästefans ausgetragen werden (Preussen) + + + Fenerbahce–Celtic Fans treffen auf Fans + + + Paderborn: Wie oft kann man »Jürgen Milski« in einem Text über den SCP unterbringen? Schwarz und Blau bietet 6 + + + Schweiz: Trainer und Presse (Tagesanzeiger) + + + Schwerborn: Das Spielfeld ist rechteckig (BILDblog) + + + Youth League: Das unkomplizierteste Fußballturnier diese Saison ist angesetzt und ausgelost. Gruppenphase für die einen, Pokalrunden für die anderen (Wikipedia) + + + 3. Liga: Fußball in Sachseng untersucht den Saisonstart der drei sächsischen Klubs (Dresden, Chemnitz, Aue) + + + Bremen: Junuzovic wurde Freistoßschütze, weil es sonst keiner konnte (Spox) + + + Frankfurt: Was eine Referentin für gesellschaftliche Verantwortung beim Hessischen Fußball-Verband so macht (FR) + + + Leipzig: Rasenballsport will alle Flüchtlinge der Stadt zum nächsten Heimspiel einladen (rb-fans.de) + + + Weltfußballer: Wie die Wahl wirklich abläuft (Twitter) + + +

#Link11: Kauf mich!

Was schrieb ich gestern? Von wegen der Transferfensterstress sei überstanden. Medial schlugen die Last-Minute-Wechselspielchen erst gestern bzw. heute durch – Tenor: das ist doch nicht mehr normal, aber was willste machen. Vielleicht nicht täglich über einen sich anbahnenden Wechsel berichten, zu dem es zwischen dem Bekenntnis zur vagen Wechselabsicht im Frühjahr und der Verkündung des Vollzugs im Spätsommer eigentlich kaum etwas zu berichten gab? Oh, jetzt habe ich laut gedacht und auch noch falsch gedacht – schließlich sind wir es, die nach täglichen Wasserstandsmeldungen gieren. Oder nicht?

blogundpresseschau

1.  Das geht so nicht! Den Vereinen ist jegliches Maß abhanden gekommen. Astronomische Summen wechseln den Besitzer und Identifikationsfiguren nahtlos das Trikot. Das ist nicht England. Das ist die Bundesliga! Von der Premier League lernen, heißt nicht immer Siegen lernen, meint Peter Ahrens. Die Gegebenheiten annehmen und sich ihnen anpassen, denkt sich Oli Fritsch und leitet aus den aktuellen Ereignissen sieben, nicht ganz ernst gemeinte, Thesen ab.

2. Bastian Schweinsteiger spielt vielleicht auf der Insel und ist bei Manchester United bisher nicht der große Heilsbringer, Joachim Löw hält dennoch zu ihm. Die Stuttgarter Zeitung über Schweinsteigers Rolle im DFB-Team, und ganz wichtig, einen Auffahrunfall. Eine weitere DFB-Personalie ist Marc-Andre ter Stegen. Die FAZ über seine Situation in Barcelona und seinen fehlerfreien Konkurrenten Claudio Bravo.

3. Seit Montag ist Norbert Düwel nicht mehr Trainer bei Union Berlin. Hat der ausgewiesene Fußballfachmann zu viel von seinen Spielern verlangt (Tagesspiegel)? Im Gegensatz dazu sieht Frank Willmann eine höhere Macht am Werk. Die Pressestimmen zur Entlassung und Gerüchte zur Nachfolge bündelt das Textilvergehen. Die Vorstellung des Neu-Trainers heute um 11:30 Uhr.

4. Das Spieler-wechsel-dich macht auch vor lokal verwurzelten Fußballern und Identifikationsfiguren nicht halt. Der Abgang von Jakub Błaszczykowski gehört in diese Kategorie – sportlich nachvollziehbar, für die Vereinsanhänger menschlich ein Verlust. Keyflake verabschiedet ihn gebührend, schwatzgelb rekapituliert seine Zeit beim BVB. Die Logik hinter den Transfers von Julian Draxler und Kevin Großkreutz erläutert Martin Hoffmann (sport1)

5. Die Transferaktivitäten der vergangenen Tage machen auch vor jungen Spielern nicht halt – sie werden ebenso wie gestandene Profis im letzten Moment hin- und hertransferiert oder schnell noch ausgeliehen. Ein ziemlich großes Preisschild muss ab sofort Anthony Martial mit sich herumtragen. Mit 50 Mio. Euro bewarf Manchester United den AS Monaco, um sich den talentierten 19-Jährigen zu sichern (SPON). Ein anderes Sturmtalent wurde in Richtung Dortmund ausgeliehen – Spielverlagerung stellt Adnan Januzaj vor.

6. Bleiben wir bei den bestimmenden Themen der letzten Tage: Geld, Geld, Geld. Wie kommen die Vereine eigentlich auf die schwindelerregenden Ablösesummen, wie bestimmt man also den monetären Wert eines Fußballers? Der Tagesanzeiger stellt einige Modelle vor und liefert eine Übersicht über die Transferaktivitäten und Gepflogenheiten am Markt (England bleibt außen vor). Wohin das Geld aus der Premier League floß:

Wer in Fußball-Geld-Fragen nicht nur an der Oberfläche prokeln sondern tief in der Wunde pulen möchte, der ist bei The Swiss Ramble gut aufgehoben. Im Fokus steht diesmal Zweitligist Sheffield Wednesday, der sich mit neuem Geldgeber auf den Weg in die Premier League begeben möchte. Die Finanzanalyse gibt darüber hinaus auch einen generellen Einblick in den Premier League Unterbau:

[…]the club continued to rely on the financial support of its parent company, which was “not legally binding and dependent on the intentions of the owner.” This lead to them noting a “material uncertainty which may cast significant doubt about the company’s ability to continue as a going concern.”

Strong stuff, but many clubs in the Championship rely on the goodwill of their owners and Wednesday are no exception.

7. Es hakt bei Borussia Mönchengladbach. Die sonst so sichere Defensive patzt, nach dem Weggang von Christoph Kramer stimmt die Balance im Mittelfeld nicht mehr und Lucien Favres Team muss ungewohnt oft Rückständen hinterherlaufen – Constantin Eckners Analyse bei n-tv. Frohlocken dagegen beim VfB (trotz des mäßigen Saisonstarts). Zumindest beim Vertikalpass. Der freut sich, dass man in Stuttgart die Leistungsträger beisammen halten konnte.

8. Ein vergessenes Kapitel deutscher Fußballgeschichte arbeitet FuPa Stuttgart auf. Mehr als 20 Jahre gab es in Baden-Württemberg die Jugoliga, die ausschließlich aus Mannschaften mit Einwanderern aus dem ehemaligen Jugoslawien bestand.   

9. Eduard Streltsov ist so ein Name, den man zwar schon mal gehört, aber auf Anhieb nicht mit bestimmten Begebenheiten verbinden kann. Wie war das noch gleich? Er war auf dem Weg, einer der prägenden Spieler in der Sowjetunion zu werden, als er 1958 verhaftet und ins Gefängnis gesteckt wurde. Die Hintergründe sind bis heute nicht ganz geklärt. Seine Popularität in Russland blieb dennoch ungebrochen. Ein Porträt bei Theese Football Times.

10. Jetzt was mit Medien: Mimoun Azaouagh, sei ein Salafist, behauptete die Bild keck im Februar. Eine Schlagzeile, die tief ins Privatleben des Spielers eingriff und sich nicht mit der Realität deckt. In einem Interview mit 11freunde spricht Azaouagh über die Auswirkungen der Anschuldigung (Auszug bei Bildblog).

11. Mit minimalem Zuschauerinteresse und sperrigen Klubnamen startete 1996 die thailändische Premier League. Inzwischen interessieren sich die Thais nicht mehr nur für den englischen Fußball. Die nationale Liga boomt. Backpagefootball mit der Erfolgsgeschichte.

Wir bleiben in Asien: In Hongkong bereitet sich das Nationalteam auf ein prestigeträchtiges Spiel gegen China vor. Mit dabei: der aus Franken stammende Andy Nägelein läuft für das Heimatland seines Vaters auf (SZ).

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Ronny Teuber wurde 50.)

Meist geklickter Link gestern
Wie man beim Medizincheck durchfällt (Mutti, der Libero)

Field Reporter

“Bitte nicht! Ihr macht etwas kaputt! Und zwar unwiederbringlich: eine Kultur der Unterschiedlichkeit, der Rivalität, des »wir gegen die« – und mithin das, wovon der Fußball doch zehren muss, will er nicht ein bloßes Aufeinandertreffen aufgemotzter Hühnerbrustgladiatoren sein, die sich in zufällig verteilten Leibchen zu Kirmestechno balgen, moderiert von Nummergirls in ihren sexy Kostümchen.”

Wasser auf die Mühlen. Dirk Gieselmann über den aktuellen Ausverkauf der Identifikationsfiguren (11freunde). Ob dieser flammende Appell hilft? Man weiß es nicht.

Mixed Zone
Nichttransfer: Manchester United ist nicht Sculd am Nichttransfer von David de Gea, sagt Manchester United + + + Noch was mit Medien: der Sportjournalismus der Zukunft ist schon da: Bayern München und Goal.com kooperieren + + + Painful memories: Erinnern sie sich, wie Deutschland in München 1:5 gegen England verlor? Das war gestern vor 14 Jahren (WAATP) + + + Product Placement vom Feinsten: Wie cool ist Jörg Schmadtke (Express) + + + Knallhart recherchiert: Guardiola genervt von Vidal (via BBC Sporf) + + + Angekommen: Kevin Großkreutz’ Wechsel nach Istanbul ist nun doch endlich fast bald perfekt (NZZ)

#Link11: Erklär’ mir den Fußball, Baby!

Das Transferfenster ist geschlossen. Es ist überstanden, zumindest was die Bundesliga angeht. Transfers und ihre Auswirkungen behandelt auch die heutige Link11. Aber keine Angst: hier wird weitaus mehr verlinkt als die letzten hastigen Tickermeldungen von Drittliga-Transfers.

blogundpresseschau

1.  Der 3. Spieltag hallt noch nach in Blogs und Presse. Einen Arbeitssieg der Dortmunder mit euphorischen Meisterschaftsgesängen bei tropischen Temperaturen sah schwatzgelb. Kurz und knackig fassen die Stehplatzhelden das Geschehen vom Wochenende zusammen. Gesucht wird in dieser Saison noch das obligatorische Überraschungsteam. Ein Kandidat vor der Saison waren die Kölner. Noch sieht es ergebnistechnisch nicht so aus, als könnte das Team von Trainer Stöger diesen Platz einnehmen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, meint die taz.

2. Nelson Mandela könnte ein Name werden, den man sich auch im Fußball-Kontext merken sollte. Aktuell in der Jugendmannschaft von Eintracht Frankfurt, hat das Talent aus dem Kamerun eine Odyssee durch Europa hinter sich, die der Spiegel nachzeichnet.

3. Emre Can hat eine Einladung zur Nationalmannschaft ergattert. Die SZ erklärt, warum das so ist und nimmt sich die weitere Kaderzusammenstellung Joachim Löws vor. Jener muss derweil das Phrasenschwein füttern, wenn er von “zwei Spielen der Wahrheit” spricht. Die FR fasst seine Aussagen zusammen. Interviewaussagen des Bundestrainers untersucht auch Trainer Baade und entdeckt eine Antwort, die sich verdächtig nach Schleichwerbung anhört und noch dazu, sagen wir mal, etwas ambivalent klingt.

4. Was würden wir nur ohne Wolfram Eilenberger tun? Neben Stammtischrhetorik bzw. Kaffeesatzleserei und kühler Spielanalyse überführt der Philosoph das schnöde 11-gegen-11 in neue Bedeutungsräume. Er zieht Parallelen zu großen Philosophen, der Weltliteratur und überhaupt ist der Fußball ein Gleichnis auf das Leben und jede Entscheidung lässt sich mannigfaltig deuten und in den philosophischen Kontext einordnen. Dem Leser verschafft das neben neuen Deutungsmustern eine gewisse Beruhigung: Fußball ist kein rohes Ballgetrete, kein moderner Gladiatorenkampf an dem man sich stumpf ergötzt sondern ein wertvolles Kulturgut, anhand dessen sich alles Mögliche erklären lässt. Ich finde die O-Töne und Texte Eilenbergers erfrischend interessant bis absurd überhöht. Letzteres kann natürlich auch einfach darin begründet liegen, dass ich zu doof bin einen “Hang zur Penetrationsverweigerung” zu erkennen wenn ich ihn sehe (was ich natürlich nie zugeben würde). Die beiden gerade genannten Kategorien bedient er (meiner Meinung nach) auch in einem ausführlichen Interview bei der taz.

5. Kontrastprogramm. Es muss nicht immer der philosophische Ansatz sein. Eine ausführliche taktische Analyse erläutert den Saisonstart von Louis van Gaals Manchester United (Spielverlagerung).

6. Muss man sich mit den hektischen Transferbemühungen des sich schließenden Transferfensters befassen? So wirklich die Augen davor verschließen kann man nicht, spätestens wenn der eigene Verein betroffen ist. Goldmann saxt über die entfremdete Welt der Fußballtransfers, Clubfans United über die weltfremde Berichterstattung, die das Ganze noch befeuert.

7. Der Wechsel von Julian Draxler sorgte noch einmal für besonderes Aufsehen. Nach Wolfsburg? Tzz. Doch selbst dem größten Fußballromantiker sollte klar sein, dass man den Verein nicht wegen einer sehenswerten Innenstadt oder einer schillernden Klubhistorie wechselt. Web04 hätte ihn dennoch lieber in England gesehen. Verwunderlich an dem sich seit Monaten abzeichnenden Wechsel ist, dass Schalke keinen Ersatz in der Hinterhand hatte (Königsblog). Das ruhige Umfeld beim VfL könnte sich durchaus positiv auf Draxlers Entwicklung auswirken, meint die SZ. Eine treffende Zusammenfassung des Wechsels bei Spieltagslyrik.

8. Etwas Balsam kann die Schalker Fan-Seele jetzt durchaus vertragen. Eine passende Multimediareportage, die die Schalker Arena (und das Parkstadion) vorstellt, liefert der WDR. 

9. In Liga 2 spielt 1860 weiter deutlich besser als vergangene Saison, aber glücklos. In Bochum setzte es gestern eine knappe Niederlage. Die SZ zum Spiel und zur Lage in München. Ein neuer Fußball-Podcast aus Liga 2 gefällig: “Über den grünen Klee” widmet sich ab sofort der SpVgg Greuther Fürth (Fürther Flachpass).

10. Weil ein Grüppchen von Kölner Anhängern Mist baut, müssen auch die Gladbacher Fans beim kommenden Derby die damit verbundenen Konsequenzen spüren und boykottieren ihrerseits das Derby. Stefan Hermanns stellt in seinem Kommentar die Kollektivbestrafung in Frage (Tagesspiegel). Noch mehr Meinung liefert Lars Kranenkamp. Den Hunt-Wechsel zum HSV prangert er an, nicht zuletzt weil für ihn damit persönliche Unannehmlichkeiten verbunden sind (FUMS).

11. Selbstvermarktung ist ein wichtiger Bestandteil des heutigen Profidaseins. Jeder Spieler kommuniziert auf seinen Kanälen. In den meisten Fällen, haben sie alle das Gleiche zu erzählen: “Spieltag”/”Danke für den Support!”/”Ihr seid die Besten Fans der Welt” begleitet von Fingerverenkungen. Einen Spieler, der in dieser Hinsicht etwas zurückhaltender ist, stellte die Berliner Zeitung bereits am Wochenende vor: Valentin Stocker. Ein Profi, der nicht alles mitmacht, der den Fußball als Unterhaltungsindustrie und das Spielen als Beruf sieht, der nicht alles dem Sport unterordnet. Ist das sein “Markenkern” oder Authentizität? Es ist kompliziert.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Κωνσταντίνος Κωνσταντινίδης wurde 43.)

Meist geklickter Link gestern
Spieltag 3 in GIFs (Reeses Sportkultur)

Field Reporter

“Ich dachte, dass es schon irgendwie zusammenwachse. Was ich gelernt habe: Es ist nicht hilfreich für die Heilung einer Rippe, wenn du den ganzen Tag Eimer mit Schutt herumschleppst.”

Neville Southall über einen seiner vielen Jobs. Er gibt den kernigen Haudegen im Interview (11freunde).

Mixed Zone
Nichttransfer: David De Gea wechselt wohl nicht (SPON) + + + Beobachtungen vom Wochenende: Unterhaltsam aufbereitet bei Schottische Furche + + + Glückwunsch: 5 Jahre Papierkugel Blog + + + Anreise mit Hindernissen: zum Auswärtsspiel in Aserbaidschan für Henrikh Mkhitaryan (Futbolgrad) + + + Brennerpass: podcasttechnische Aufarbeitung von Spieltag 3 (St. Burnster) + + + Endlich weg vom Fenster: FC Ostelbien wird ausgeschlossen (MDR) + + + So wird das nix: 9 Sätze, mit denen man beim Medizincheck durchfällt (Mutti, der Libero) + + + Es gibt unterirdische Klickstrecken: und es gibt die “Tierische Bundesliga” bei der SZ. Schlimm. + + + Kurzaufenthalt: Jelle Vossen wird nach nur 2 Monaten weitertransferiert (WAATP). 

#Link11: Transferfensterschluss

blogundpresseschau

1. Der größte Wechsel des Sommers, gemessen am Preis der größte Wechsel der deutschen Fußballgeschichte, ist vollzogen. Kevin de Bruyne flog von Wolfsburg (VfL) nach Manchester (City F.C.). Der indirekte Freistoß mit einer Presseschau zum Transfer.

2. Zum dritten Spieltag der Bundesliga: Kollege Klaas hat ihn einmal mehr in 11 GIFs zusammengefasst. Collinas anderer Erbe Alex hat indes für n-tv.de etwas zu einigen Schiedsrichterentscheidungen des Wochenende niedergeschrieben. Dritte Spieltagszusammenfassung, dritte Form (Audio), dritte Schwerpunktsetzung: Die Rasenfunk-Schlusskonferenz, u.a. mit Ralph Gunesch.

3. Im Spitzenspiel des dritten Spieltages bezwang der FC Bayern München (super) Bayer 04 Leverkusen (auch super) mit 3:0. Miasanrot berauscht sich an der Vorbereitung Pep Guardiolas und einem weiteren Schritt hin zur ausschließlichen Verwendung von Mittelfeldspielern. Benjamin Kuhlhoff (11Freunde) singt stattdessen ein Loblied auf den unbeliebten, unterschätzten, unfassbaren Stefan Kießling.

4. Der VfB Stuttgart ist nach überzeugenden Leistungen ohne Punktgewinn bei einer Niederlage gegen Eintracht Frankfurt ohne allzu überzeugende Leistung angelangt. Der Vertikalpass über Spiel, Dies und Das. Beve fuhr von Frankfurt aus mit dem Bus an. Sein schönstes Ferienerlebnis beinhaltet Parkettfußboden und ein Lob für Ordner Giovanni.

5. Der beste Fußball wird derzeit wohl von Borussia Dortmund gespielt. Gegen die Hertha kassierte der BVB am dritten Spieltag sein erstes Gegentor. Martin Rafelt hat bei Spielverlagerung eine Zusammenfassung geschrieben, »wieso der BVB gerade so geil ist«, welche die dortigen Server immer mal wieder in die Knie zwingt. Als ich gestern am späten Abend einen Blick darauf werfen konnte, war es sehr gut.

6. Köln schlug den Hamburger SV mit 2:1. Unnatürliche Handbewegung gibt im Spielbericht dem Wort »Erzeugervermarktung« eine neue Bedeutung.

7. Der SV Darmstadt 98 und die TSG 1899 Hoffenheim trennten sich 0:0. Die hitzige Spielanlage der Hessen trafen auf ein hitziges Publikum und hitziges Wetter; zwei mehr oder minder kühl agierende Abwehrreihen verhinderten jegliches Tor. Der Akademikerfanclub meint: Karma.

8. Die sonst so herrlich verschiebende Borussia aus Mönchengladbach kommt nicht aus den Startlöchern. Jetzt hat sie sogar in Bremen verloren. Die Syker Kreiszeitung feiert die grün-weißen Sieger.

9. Hannover verlor 0:3 in Mainz. Niemals Allein machen daraus das Beste (eine Spielanalyse), Rote Erleuchtung resigniert (trinkt Bier und prognostiziert eine »ganz ganz schlimme Saison«).

10. Die Grünen in Nordrhein-Westfalen sehen in Fußballfans Jugendkultur und wollen das Thema ganzheitlich angehen (DLF). Eine Veranstaltung mit »Pionierpotenzial«. Über den Umgang der Fans mit Flüchtlingen (zum einen, Spiegel) und Flüchtlingsfeinden (zum anderen, ZEIT) wurden Texte publiziert.

11. Auch an diesem Bundesligawochenende waren zahlreiche Polizeikräfte im Einsatz. Anderswo sorgte ein Mangel an Polizeilkräften für Empörung. Lenz Jacobsen (ZEIT) kommentiert:

Es kann doch nicht sein, dass wir Fußball für wichtiger halten als das, was gerade in Heidenau passiert! Den öffentlichen Raum dort zu schützen, wo gerade die Weltoffenheit und der Rassismus Deutschlands verhandelt werden, ist jede Spielabsage wert.

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Field Reporter

»Ich hab mir da schon genug Gedanken drüber gemacht, dass ich nicht direkt bei der erstbesten Gelegenheit diese Entscheidung bereue. […] Die Grundeinstellung war: Ich spiele Fußball nicht, weil ich Geld verdienen muss, sondern weil ich es sehr, sehr gerne gespielt habe.«

Célia Šašić (geb. Okoyino da Mbabi), 27, Europas Fußballerin des Jahres, spricht beim DLF über ihr Karriereende und den Saisonauftakt ihres Exvereins.

Mixed Zone
Düwel: Von der Trainerbank nach Hause (FC Union) + + + Dante: Von Bayern zu Wolfsburg (kicker) + + + Coman: Von Juventus zu Bayern (kicker) + + + Perisic: Von Wolfsburg zu Inter (kicker)+ + + Hernandez: Von Manchester zu Leverkusen (kicker) + + + Ibisevic: Von Stuttgart zu Hertha (kicker) + + + Bussmann: Von Metz nach Mainz (kicker) + + + Park: Von Mainz nach Dortmund (kicker) + + + Höjbjerg: Von Bayern zu Schalke (kicker) + + + Son: Von Leverkusen zu Tottenham (kicker) + + + Kampl: Von Dortmund zu Leverkusen (kicker)