#Link11: Die magische Elf

Wagemut findet nur höchst selten Platz im Fußballbetrieb. Misserfolg ist der größte Feind, und in dem Zuge will sich kaum ein Trainer der Welt sagen lassen, er sei mit seiner zu ausgefallenen Taktik Schuld an einer Niederlagen-Serie. So kann es durchaus passieren, dass diese #Link11 von vielen als zu neumodisch, als zu alternativ angesehen wird. Und doch wage ich ein Experiment: eine #Link11 mit den elf interessantesten Links. Gelöst von den Verpflichtungen eines Chronisten, die der Wochen-Spieltag der Bundesliga mir eigentlich auferlegt.

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1. Na gut, ganz lösen kann man sich nicht vom Alltagsbetrieb der Bundesliga. Zumindest dann nicht, wenn ein „Traditionsverein“ wie der VfB Stuttgart seinen Manager entlässt. An einem Mittwoch. Der dazu noch ein Spieltag ist. Christoph Ruf (Spiegel Online) beleuchtet in seinem Text die Problematik sachlich und bündig von allen Seiten. Doch schon bei Trainerentlassungen frage ich mich, was der nähere Zweck einer Entlassung mitten in der Woche sein soll. Zumal man in Stuttgart scheinbar keinen Nachfolger in der Hand hat. Da bleibt die Frage: War Bobic‘ Job so unwichtig, dass man im Zweifel den Posten ein paar Tage/Wochen vakant lassen kann? Was hätte er in den vergangenen Wochen so falsch machen können, dass man ihn nicht bis zur Winterpause oder zumindest bis zu einer Länderspiel-Pause hätte weiterarbeiten lassen können? Und vor allem: Wie kommt der VfB auf die Idee, dass sich Ralf Rangnick diesen Job antun könnte?

2. Nicht nur solche Personalquerelen sorgen dafür, dass das Fußballgeschäft bei vielen seiner treuesten Anhängern nicht den besten Ruf genießt. Hendrik Buchheister und Sara Peschke (Spiegel Online) beleuchten den Trend, dass viele Ultras nicht mehr die erste, sondern die zweite Mannschaft ihres Lieblingsklubs unterstützen. Weg vom Kommerz, back to the roots, quasi. Wobei ich mich da als Außenstehender frage: Sind die zweiten Mannschaften, die praktisch als Farm-Teams fungieren, nicht der Inbegriff des traditionsfeindlichen Fußballs? Schließlich, so argumentieren nicht wenige, nehmen sie anderen, traditionsreichen Klubs die Plätze in der dritten oder vierten Liga weg. Vom Regen in die Traufe, quasi.

3. Während der Text von Spiegel Online die Ohnmacht und Machtlosigkeit vieler Ultras wiederspiegelt, schlägt Kevin Berg (Inside11) genau in die andere Kerbe: „Die neue Macht der Fussballfans“, titelt er, und bezieht sich damit auf die Vorgänge in Nürnberg und Stuttgart, wo die Fans die Köpfe von Verantwortlichen fordern und auf einem Silbertablett serviert bekommen. Neue Macht, Ohnmacht, was trifft nun zu? Die Wahrheit findet man im Fußball stets beim Sechser, ergo: in der Mitte.

4. Auch noch ganz interessant im Zusammenhang mit dem Spiegel-Online-Text: die Zuschauerzahlen des KFC Uerdingens. Die liegen nämlich mittlerweile unter dem Schnitt der zweiten Mannschaft aus Schalke, was wiederum meinen Punkt der bösen zweiten Mannschaften negieren könnte. Krystian Wozniak (Reviersport) fragt sich: Wo sind die KFC-Fans?

5. Um dem ganzen Tradition- und Kommerzdebatten die Krone aufzusetzen, werfe ich als fünften Link einen Text des Rotebrauseblogs in den Ring. Einfach weil der Text sich nicht um Wirtschaft, Tradition, Zuschauerzahlen o.Ä. dreht. Sondern um Fußball. Der Rotebrauseblog hat die Kunst des Spielberichtes mittlerweile perfektioniert, sodass Fans wie Nicht-Fans auf ihre Kosten kommen.

6. „Niersbach zweifelt an Russland und Katar“, lautet der Titel des sechsten Textes, der aus der Feder von Michael Ashelm und Michael Horeni (FAZ) stammt. Zweifeln heißt aber natürlich nicht aberkennen, wo kämen wir da nur hin?

7. „Ich war in Kaiserslautern“, gehört eigentlich nicht zu den berühmten Guardiola-Zitaten. Und doch ist es der perfekte Einstieg in einen nostalgisch-schönen Text, den Spielerfrau Natalia veröffentlichte. Es geht um eine Sternstunde des europäischen Fußballs, das Europa-Landesmeister-Duell zwischen Kaiserslautern und Cruyffs FC Barcelona. Lesen und in Erinnerungen schwelgen.

8. Sich über scheiternde Trainer lustig machen, ist das eine, es besser zu machen eine ganz andere Sache. Gut, Felix Magaths Einsatz von Käse zur Wundheilung ist zu lustig, als dass man nicht darüber lachen könnte. Dennoch empfehle ich den Text von Elvina Abdullaeva (Die Sportpsychologen), die sich die Frage stellt, wie man es eigentlich richtig macht. Nicht das mit dem Käse, sondern das andere Problem von Magath, die Teamführung. Könnte selbst Quälix noch etwas dazulernen.

9. Der internationale Fußball kommt in der deutschen Berichterstattung gerne zu kurz. Um die Gründe dafür zu erläutern, bräuchte man wahrscheinlich ein interdisziplinäres Universitäts-Seminar in Geschichte, Sportwissenschaften und purer Langeweile. Widmen wir uns daher der Praxis und zwei Texten, die auf internationale Klubs schauen: Los geht es mit Johannes Mittermeiers (Spox) Besuch in Bourdeaux. Er hat Willy Sagnol über die Finger geschaut.

10. Weiter geht es mit Florian Haupt (Welt Online), der sich der negativen Tendenz des FC Arsenals annimmt. Dem bleibt nichts hinzuzufügen.

11. Ich schließe die heutige #Link11 mit einem Tadel, und zwar für niemand Geringeren als Heinz Kamke. In seinem neuesten (wie immer großartigen) Textes auf angedacht bedient er sich mehrfach des Neologismus Pressingresistenz. Nun müsste man meinen, dass ich als Mitglied der Kommune Spielverlagerung, die dieses Wort bekanntlich zu Ruhm geführt hat, Heinz Kamke dafür loben müsste, dieses Wort noch weiter zu verbreiten. Doch – was für eine dramatische Wendung! – ich finde dieses Wort schrecklich. Es bezeichnet einen der schönsten Vorgänge im Fußball, das Umspielen eines Gegenspielers, oft filigran und fintenreich, trickreich und anmutig, mit einem Ausdruck, der in etwa so charmant klingt wie Wurstfachverkäuferin oder Weicheninspektion. Vom einem Sprachkünstler wie Ihnen hätte ich mehr erwartet, Herr Kamke.

Rauswerfer

Gut, das mit den elf Links stimmte nicht ganz, ich möchte euch nämlich nicht den Fehlschuss von Philipp Hofmann vorenthalten: „drüber aus 2,19m“ (Welt Online).

#Link11: Struktureller Antipaderbornismus

Die neue Macht aus Ostwestfalen führt die Fußball-Bundesliga an. Derzeit überwiegt allerseits noch die Begeisterung über den die Liga aufmischenden Emporkömmling. Es wird abzuwarten sein, wie vieler Niederlagen es bedarf, damit »Paderborn gehört nicht in die Bundesliga« wieder mehrheitsfähig wird – der erste Schritt könnte noch heute gemacht werden. Schließlich ist die Woche englisch und der heutige Diens- schon wieder Spieltag. Die Link11 gibt einen Überblick.

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1. Das Spitzenspiel steigt in München: Der tabellenführende SC Paderborn tritt beim FC Bayern an. Die WELT porträtiert den Macher der Gäste: Möbel-Mogul Wilfried Finke.

2. Besonderes Interesse weckt neben dem SCP derzeit vor allem das neue Bayer Leverkusen unter Roger Schmidt. Christian Spiller (ZEIT) untersucht den spektakulären Spielstil und die erfolgte Anpassung der Gegner auf ihn. Christof Kneer (SZ) sieht darin einen Ausdruck der Schnelllebigkeit im Fußball und der Unmöglichkeit, im heutigen Spiel einer »reinen Lehre« zu folgen.

3. Zwei Rückblicke auf den letzten Spieltag: Beim Brennerpass in Textform, bei der Rasenfunk-Schlusskonferenz als Podcast abzurufen.

4. Dazu zwei Taktikanalysen: Hamburg-Bayern (Tobias Escher) und Mainz-Dortmund (Constantin Eckner).

5. Darauf zwei Spielberichte abweichender Form. Jannik Sorgatz (Spiegel) trennt bei Köln–Gladbach Fans und Hooligans, Heinz Kamke (angedacht) verteilt in den Rollen von Prinz Eisenherz und Coach charmant Spitzen gegen Stuttgart und Hoffenheim.

6. Das mit Spannung erwartete Zweitligaduell zwischen dem 1. FC Union und RB Leipzig endete mit der ersten Saisonniederlage der Sachsen.

There is no such thing as silence. It can, in itself, be louder than planets colliding sometimes, but there is no silence that can be louder or more powerful than the joy of a goal scored or of a game won.

No Dice erinnern an John Cage und ordnen den Klassenkampf dem Fußball unter. Der Rotebrauseblogger weiß vieles zum Spiel zu berichten. Beim Spielbeobachter haben ein RB-Text und gescheite Diskutanten zueinander gefunden. Bei anderen Bloggern geht es unter anderem um die Fokussierung auf Leipzig statt den eigenen Verein (Curi0usities), die versuchte Trennung von Fußball und Kapitalismus (Die schlechtesten Geschichten) und die »als Kritik getarnte, ressentimentbeladene Trennung« zwischen Tradition und Kommerz (Chucky Goldstein).

7.

ein “Tor in München” kann völlig unterschiedlich klingen. Abhängig davon, ob gerade das 2:0 der Bayern gefallen ist oder der unerwartete Ausgleich für den Außenseiter. Ein “Tor in Stuttgart” nach der 80. Minute war in der letzten Saison allerdings unabhängig vom Tonfall stets ein Gegentor für den VfB. Wobei ich glaubte, immer einen leicht mitleidigen Unterton gehört zu haben.

Der Vertikalpass mit einer Ode an die Konferenz.

8.

In dieser Tradition ist die EM 2020 eine Abbildung dessen, was über den Fußball hinaus längst Wirklichkeit ist. Im Zeitalter grenzenloser und kostengünstiger Mobilität ist das Leben ein großes Groundhopping, ungewöhnlich ist nur die Ausgestaltung über mehrere Wochen. Für die Fußballfans der Neuzeit könnte die europäischste aller Europameisterschaft sein, was Interrail für die Jugend der Achtziger war

Sven Goldmann (Tagesspiegel) denkt bei die EM 2020 mit ihren verteilten Spielorten über den Tellerrand hinaus. Die Kritik an der Vergabe findet sich in der FR/sid.

9.

Wissen Sie, junger Mann, ich habe soviel im Fußball erlebt, über nicht bezahlte Gehälter und ausgenutzte Spieler, dass ich darüber ein Buch schreiben könnte.

Macht Ewald Lienen aber noch nicht. Erst gibt er Blog-trifft-Ball.de ein lesenswertes Interview.

10. WDR SportInside berichtet über die Aktivitäten des Verfassungsschutzes in den Fanszenen deutscher Fußballklubs.

11. Collinas Erbe Alex F. rekapituliert den Bundesliga-Spieltag bei n-tv. Christian Eichler (FAZ) findet, die Anwendung des Regelwerks müsse dem veränderten Torwartspiel Rechnung tragen.

Meist geklickter Link
Oliver Fritschs zehn Thesen zum HSV zogen zuletzt die meisten Leser an.

Mixed Zone
Hamburg: Blindenfußball-Masters steht an (Übersteiger) + + + Aachen: »Kein Bock auf Nazis« gilt als unnötige Provokation (Schluesselszene) + + + Nürnberg: Ultras beanspruchen Spielertrikots (Nordbayern.de) + + + Hamburg: Der SV Muslime (ZEIT) + + + Fulham: Felix Magath wurde entlassen (Guardian) + + + Leicester: Der Sieg gegen Manchester United als Tondokument (BBC) + + + Europa: Der Modus der UEFA Youth League wird geändert (UEFA) + + + Katar: werde die WM 22 verlieren, so Zwanziger (FR/dpa)

Nachspielzeit

#Link11: Du hast gerade 20 Minuten angeregt über Kunstrasen diskutiert

Du warst dagegen.

Es ist Donnerstag, der Europapokal der Landesmeister und sonstigen Großklubs hat seinen ersten Spieltag absolviert, der Europapokal der Übrigen folgt heute. In der Link11 sind daher heute die Erfolgsmeldungen der Kreativbayern, der Schalker G-Elf (die mussten Draxler spielen lassen!), der echt Geliebten und auch die Randnotiz zur Niederlage der Chemiker zu finden. Außerdem ein letzter Blick auf den HSV und das vergangene Bundesligawochenende und, ganz zu Beginn: Die Rettung vor dem Untergang des Fußballs.

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1. Die eisernen Anhänger des Ost-Berliner Kultklubs FC Union wollen am Sonntag gegen den aus Leipzig anreisenden Tod des Fußballs demonstrieren, indem sie sich schwarze Müllsäcke überstülpen und für die ersten Minuten des Spiels schweigen (Spiegel). Dominik Bardow (Tagesspiegel) hält die Folgenlosigkeit der Aktion für unbestreitbar und sieht die Abgrenzung als Markenpflege der Unioner.

2. Deren Präsident Dirk Zingler findet die Aktion gut nachvollziehbar (Morgenpost):

Was kann Union tun, um Vorbehalte gegen RB Leipzig abzubauen?

Ist das unsere Aufgabe? Nein, Fußball lebt auch von Abgrenzung, von Rivalität. Es gibt zum Glück Unterschiede zwischen den Vereinen, und ich finde es gut, wenn diese immer wieder deutlich werden.

Es ist Zingler und allen Beteiligten zu wünschen, dass beim Deutlichmachen dieser Abgrenzung und Rivalität die Grenzen dessen, was man gut finden kann, nicht überschritten werden. Zingler schreckt außerdem nicht davor zurück, eigenhändig Rahmenbedingungen zum Fansein aufzustellen (»Sich zu einem Verein zu bekennen, hat etwas mit Herkunft, gemeinsam erlebter Geschichte, auch über Generationen hinweg, zu tun«). Das mag befremdlich erscheinen, hat er doch als Präsident eines Vereines, der mit der Leipziger Verkörperung des Bösen lange nach Ende der DDR wieder ein starkes Feindbild gefunden hat, eine eigene Vergangenheit unter dem Ministerium für Staatssicherheit; in jedem Fall handelt es sich um ein bemerkenswertes Interview. Zur Abgrenzung und dem »ganzen Rivalitätsquatsch« im Fußball reicht ohnehin eine ältere Notiz von Trainer Baade.

3. Noch älter ist ein Artikel von Ronald Reng über den derzeitigen HSV-Trainer und damaligen Bundesliga-Neuling Joe Zinnbauer, der 1994 im Spiegel erschien. Nach der durch ihn erfolgten Neubesetzung einer weiteren Stelle in Hamburg stellt Oliver Fritsch (ZEIT) zehn Thesen zum Sportverein plus auf. Der kicker dagegen scheint nicht mehr mit dem Dino zu planen:

4. Um auf den Tod des Fußballs zurück zu kommen: Eine ernsthafte existenzielle Abhängigkeit vom Fußballgeschäft ist bei den Arbeitern der Zulieferer der Sportartikelhersteller zu finden. Michael Ashelm hat für die FAZ zahlreiche Informationen und Stellungnahmen zur Herstellung des Trikots der deuschen Nationalmannschaft zusammengetragen. Und der DFB?

Der Deutsche Fußball-Bund wollte sich in der Diskussion über die Herstellung des Weltmeistertrikots nicht äußern.

5. Kommen wir tatsächlich zu den gespielten Partien. An Brett 1: Das Duell des deutschen mit dem englischen Meister. Christopher Ramm (Miasanrot) hat das Spiel gesehen. An Brett 2: Der deutsche Vizemeister gegen Englands Vierten. Dortmunds vorbildliches Pressing hat Constantin Eckner für Spielverlagerung.de analysiert.

6. An Brett 3 stibitzte der Dritte der Bundesliga beim Dritten der Premier League einen Punkt (Königsblog). Bayer Leverkusen zementierte seine Außenseiterrolle weiter, indem der Klub nicht gegen einen englischen Gegner spielte. Das Gastspiel in Monaco ging verloren (FR). Den Auftritt Real Madrids hat Tobias Escher untersucht, die restlichen Spiele hat die FAZ zusammengefasst.

7. Eine europäische Liga tiefer starten heute der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach in den Wettbewerb. Dabei trotzt man am Niederrhein der allgemein geringen Wertschätzung – aus langer Sehnsucht und einer besonderen Beziehung zum Pokal, berichtet Stefan Hermanns (Tagesspiegel).

8. Im nationalen Wettbewerb, der Bundesliga, ist der dritte Spieltag längst abgeschlossen, die Rückschau im Rasenfunk-Podcast ist aber weiterhin hörenswert.

9. In der zweiten Bundesliga hat der TSV 1860 München das gegenwärtige Präsidium, dessen ordnungsgemäße Wahl juristisch angezweifelt wurde, zum Notvorstand erklärt. Dass dies längst nicht das Ende des Rechtsstreits bedeutet, versucht Philipp Schneider (SZ) zu erklären. Der Umsturz ist auch beim 1. FC Nürnberg in Planung – Markus Schäflein (SZ) berichtet.

10. Bei Brickstand wurden englische Fußballstadien mit Legosteinen nachgebaut und können vom interessierten Aficionado auch käuflich erworben werden.

11. Der folgende Text war schon in der letzten Link11 zu finden. Er ist es wert, hier erneut aufzutauchen: Wer ihn noch nicht gelesen hat, hole dieses Sahnestück nach. Wer ihn schon gelesen hat, klicke nochmal und verfolge das in den Kommentaren entstandene Gespräch. Trainer Baade: »Schneller als der Regen laufen«.

Mixed Zone
Joel aus Curitiba springt beim Torjubel versehentlich in ein Loch (Guardian) + + + Die Datei »Gewalttäter Sport« bleibt umstritten (WAZ) + + + DFB-Frauen gewinnen alle zehn Qualispiele (FR) + + + Clubfan würgt Mann, der Abstieg in die Bayernliga prognostizierte (nordbayern.de) + + + Wiese soll Wrestler werden (RP) + + + Michael Owens Karriere (120Minuten) + + + Schiri-Mode in der Champions League (FAZ) + + + Dirk Heinen im Interview (11F) + + + Thomas Broichs Karriere, ausführlich (FourFourTwo) + + + FA will die Zahl der Nicht-EU-Ausländer reduzieren (BBC) + + + Wollitz in der Uerdinger Ehrengalerie als »Asi« gebrandmarkt (Reviersport) + + +

#Link11: I don’t like Mondays

Häme – das Schmieröl der Fußball-Verrücktheit. Wer hat das Derby anno Pief verloren, wer hat mehr Fans, wer die größeren Starts und vor allem: Wer steht denn derzeit in der Tabelle so mies da? Ein einziger Schwanzvergleich, diese Fanwelt. Traurig-mitfühlende Blicke gehen daher aus Köln nach Gelsenkirchen und Hamburg. Mitleid ist nämlich noch schlimmer als Häme!

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1. Schalke: 1:4 in Mönchengladbach, erst einen Zähler auf dem Konto. „Viel fehlte, nicht nur die Fehlenden“ konstatiert der Königsblog, die Aussicht vom Berg möchte web 0.4 bald wieder genießen. Ein Team ohne Matchplan und ohne Biss sah blogundweiss.de. Die Borussia hat sich dagegen rechtzeitig zum Derby beim Lieblingsgegner Köln in Form gebracht. „Schluss mit der Schwarzmalerei“ fordert nicht nur deshalb das Halbangst-Blog.

2. Dortmund: Bei der anderen Borussia (ob der richtigen, darüber streiten die Gelehrten) gab es die große Shinji-Show (schwatzgelb.de). Rückkehrer Kagawa traf beim 3:1 über Freiburg und wurde von allen Seiten gelobt – das Fußball-Märchen hatte nur einen klitzekleinen Makel (Athletic Brandao).

3. Hamburg: Der HSV steht nach der 0:2-Pleite bei Hannover 96 erneut mit dem Rücken zur Wand (NZZ). Mirko Slomka darf aber zunächst weiterarbeiten, erhält allerdings offenbar eine „Galgenfrist“ (Spox).

4. Frankfurt: Den Aufreger des Spieltags gabs bei der Sonntagspartie zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Augsburg. Schiedsrichter Manuel Gräfe gab den Gastgebern einen Elfmeter nicht. So weit, so „normal“. Nur war es in diesem Falle die Technik, die nicht mitspielen wollte (Sport1). Die Spieltagskolumne von CollinasErben widmet sich auf n-tv.de auch diesem Thema. Unabhängig vom fehlenden Strafstoß sieht blog-g.de eine Diva ohne Glanz, EintrachtInside kann das System des neuen Trainers nicht nachvollziehen.

5. Köln: Drei Spiele, kein Gegentor, keine Niederlage. Der Aufsteiger beeindruckt mit harter Arbeit statt Karneval (Frankfurter Rundschau). Die Kollegen von spielverlagerung.de schauen sich den Saisonstart der Rheinländer aus taktischer Perspektive an. effzeh.com freut sich über das 0:0 gegen Mitaufsteiger Paderborn und sagt: Willkommen, grauer Bundesliga-Alltag!

6. Gestern wurde Günter Netzer 70 – nicht nur ZDFSport gratuliert. Aus der Tiefe des Raumes gibt es auch Glückwünsche vom Libero.

7. Der jordanische Frauenfußball gilt als Vorreiter in der arabischen Welt. Jetzt waren Nachwuchsspielerinnen zu Gast beim Bayerischen Fußball-Verband. Der Deutschlandfunk berichtet.

8. Der erste Spieltag der Champions League steht an: ZDFSport beschäftigt sich mit dem AS Monaco, einem Klub, dessen russischer Mäzen offenbar die Lust verloren hat. Ganz andere Probleme hat Schachtjor Donezk: Der ukrainische Spitzenverein steht aufgrund des Konflikts in der Region vor der Zerreißprobe (SPOX). 

9. „Bei dem Regen willst du zum Training gehen?“ – Trainer Baade mit einem wunderschönen Text über das Phänomen Fußball und Regen.

10. Der Generalsekretär des russischen Verbands regt an, das Nationalteam vor der WM im eigenen Land in der Liga mitmischen zu lassen. (Zum Runden Leder)

11. Wenige, aber treu – das Dresdner Blog „Spuckelch“ sprach mit dem Großaspacher Anhänger Tilo über die Fanszene des Drittliga-Aufsteigers Sonnenhof Großaspach und liefert damit einige äußerst interessante Einblicke.

Field Reporter

Xabi ist 32. Wenn wir das Spiel kontrollieren, kann er alle drei Tage spielen. Aber wenn wir das Spiel nicht kontrollieren, wenn er ständig vor und zurück muss, ist er in einem Monat tot!

Bayerns Trainer Pep Guardiola macht sich Sorgen um seinen Star-Neuzugang. (via Rheinische Post)

Meist geklickter Link gestern

Am Wochenende habt ihr die Zeit genutzt und den wirklich lesenswerten Text von Gegendenball über die Berichterstattung der „Weltmeister-Liga“ studiert.

Mixed Zone: +++ Nicht schön, aber erfolgreich: Die Bayern schlagen den VfB Stuttgart 2:0 (miasanrot.de) +++ Winterfahrt mit Sommerreifen: Goldmann saxt über die aktuelle Situation beim VfB Stuttgart +++ Huch, gewonnen: kigges.net freut sich nach dem Mainzer Sieg in Berlin darüber, dass der Boulevard die Schlagzeilen wieder einmotten kann +++ WM-Ticket gelöst: Die DFB-Frauen machen die Qualifikation für die Endrunde durch ein 4:1 in Moskau perfekt (Berliner Zeitung) +++ Offener Brief: Bayern-Fans laden über den Club Nr.12 die UEFA zu Gesprächen über das Moskauer Geisterspiel ein +++ Weltrekordkulisse: Fast 8.000 Zuschauer sahen auf dem Bieberer Berg das U15-Duell zwischen Offenbach und Wehen Wiesbaden (Faszination Fankurve)

#Link11: Eine schäbige Kampagne

Der Vertreter der Abteilung Attacke ist verhindert und muss sich von seinem Erzfeind in dessen Hauszeitung noch wohlmeinende Worte hinterherwerfen lassen. Offenbar die richtige Zeit, um im Vereinsmagazin deftige Anwürfe zu formulieren.

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1. „Zur Genealogie der Vernunft“ – GegenDenBall.com beschäftigt sich ausführlich mit der Berichterstattung über die „Weltmeisterliga“.

2. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge verurteilt die Diskussion um die spanischen Neuzugänge beim Rekordmeister – und unterstellt den Kritikern in den Redaktionen Rassismus (Berliner Zeitung). 91.Minute fühlt sich persönlich angegriffen. Die NZZ urteilt gelassener: Rummenigge scheint zwar zu übertreiben, liege aber in seinen Ausführungen nicht unbedingt falsch.

3. Weitere Details über das in Hamburg wegen eines Nazi-Vorwurfs abgesagte Spiel hat SpiegelOnline. Die erste Mannschaft des SC Osterbek distanziert sich auf der eigenen Seite deutlich von den Spielern in ihrem Verein. Passend zum Thema: In Berlin eröffnet Bundespräsident Joachim Gauck eine Ausstellung zu „Rechtsextremismus im Sport“ – SpOn lässt kein gutes Haar an der Konzeption.

4. Steuermillionen für Profivereine – das ARD-Magazin Monitor berichtet über die Verstrickungen zwischen Kommunen und Bundesliga-Clubs.

5. Beim HSV brodelt es weiterhin: René Adler könnte seinen Posten im Tor verlieren (Sport1). Die Kickwelt.de-Statistik beschäftigt sich mit Trainer Mirko Slomka und der Frage, ob seine zweite HSV-Mission erfolgreich sein wird. Derviertemann.com kommentiert die Äußerungen seitens des Hamburger Aufsichtsrats und sieht ein Ende der Schonfrist gekommen.

6. Ein ähnliches Chaosimage wie dem HSV haftet auch seit längerer Zeit 1860 München an. Herausragend bleibt dagegen die Jugendarbeit bei den „Löwen“. SPOX beschäftigt sich ausführlich mit der Nachwuchsschmiede in München, die beispielsweise die Bender-Zwillinge oder Kevin Volland hervorbrachten.

7. Kurioses aus dem UEFA-Reglement hat der Münchner Merkur zusammengetragen. Die Champions League scheint ein echtes Bürokratie-Monster zu sein.

8. Das Stadion in Kapstadt, Austragungsort bei der WM 2010, ist ein „weißer Elefant“ par excellence, es lässt sich nur noch defizitär betreiben. „Reißt es ab“ fordern einige bereits. (SZ)

9. Funino erobert die Welt. Noch nie gehört? Kein Wunder, hat es sich in Deutschland auch noch nicht durchgesetzt. Die ZEIT klärt auf.

10. „Die Legende stirbt“ – der Tagesspiegel über die hohen Ticketpreise in der englische Premier League und den Protest der Fans dagegen. Einige zieht es mittlerweile häufiger in die Bundesliga.

11. Zurück in die Zukunft – CavanisFriseur mit einem langen Text über Leeds United, einst in der Champions League und danach tief gefallen!

Field Reporter

Meist geklickter Link gestern

Der Blick auf die Personalsituation in der DFB-U21 weckte euer Interesse. (SZ)

Mixed Zone: +++ Ehrung: Miroslav Klose erhält Integrationspreis und eine Laudatio von Bundeskanzlerin Angela Merkel (dfb.de) +++ Auslosung: Die deutsche U21-Auswahl spielt in den Playoffs gegen die Ukraine (Sportschau) +++ Fehlinformation: Bei der Meldung über Maicons Ausschluss aus der Selecao fallen die Medien auf eine Satireseite herein (Zum Runden Leder) +++ Erfolgsfans: Die neue Ausgabe des Podcasts beschäftigt sich mit Xabi, Mehdi und Xavi +++ Boykott: 999 Braunschweiger Anhänger schauen sich das Duell bei RB Leipzig beim Public Viewing an, die anreisenden 2.000 Eintracht-Fans müssen auf kritische Shirts verzichten (Faszination Fankurve) +++  Ticketbörse: DFL gibt Karlsruher Firma den Zuschlag für den Zweitmarkt (Rheinische Post) +++ Zahlenspielerei: Aktives Abseits mit kuriosen Fakten zur WM 2014

#Link11: Kurz und schmerzlos (auch für BVB-Fans)

Donnerstag in einer Länderspielwoche. Was gibt es da schon zu erzählen im Fußballwunderland?

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1. Christoph Kneer (SZ) wirft einen Blick auf die Personalsituation in der Nationalelf und wen die U21 demnächst wohl abgeben muss.

2. Niemand hat wohl Hoffnung, dass der HSV in Liga 1 bleibt. Anders kann man sich nicht erklären, dass an allen Orten die Zelte abgebrochen werden. So auch beim Trikotsponsor, der nun verrät (aka droht), dass zweite Liga nichts für ihn ist (Spiegel Online).

3. Robin Hartmann (ZEIT online) titelt spektakulär. “Tod durch Kopfbälle?” fragt er und fasst den derzeitigen Stand dann doch übersichtlich und objektiv zusammen. U.a. haben in den USA Eltern die FIFA verklagt.

4. Deniz Yücel (taz) berichtet über Besiktas-Ultras, die nach den Protesten im Gezi-Park zu lebenslanger Haft verurteilt werden sollen.

5. Wolfgang Niersbach scheint etwas falsch verstanden zu haben, berichtet die taz zur Absage des Israel-Testspiels. Wenn Politik in den Sport hineingeredet wird.

Dieser Termin wurde aber nun abgesagt, und zwar, wie Wolfgang Niersbach sagte, „aufgrund dieser bedrückenden Lage in der Region“. Gazakrieg, Hamasraketen, IS-Terror – an so etwas denkt man wohl, wenn man Niersbach zuhört. „Es war aber für den DFB sofort klar“, so der Herr Präsident weiter, „dass wir der Bitte unserer israelischen Freunde nachkommen“. Abzusagen nämlich.

6. Jens Meyer-Odewald (Hamburger Abendblatt) berichtet davon, dass erstmals ein Amateur-Punktspiel im Hamburger Fußball-Verband abgesagt wurde.

Spieler trugen rechtsradikale Tätowierungen und sangen die erste Strophe des Deutschlandlieds.

7. Inside Bundesliga bei Spox versucht ein paar Hintergrundinfos rund um die Bundesligavereine zusammenzufassen.

8. Dirk Gieselmann (11 Freunde) erzählt von Schlümpfen, Litti und wie dieser ihn fast reich gemacht hätte.

9. ESPNFC sucht das beste Champions-League-Team der Geschichte. Obacht. Es sind sehr viele bayrische Mannschaften dabei.

10. Welche Spiele am Wochenende in Europa schauen? Worldsoccertalk gibt Empfehlungen ganz ohne die Liga der Weltmeister.

11. Die schlimmsten bespielten Fußballplätze laut Bleacher-Report sehr anglozentriert. Was sind eure Favoriten?

Field Reporter:

Man muss mich momentan eher bremsen.

Ilkay Gündogan wird wohl in Kürze sein Comeback in der Bundesliga feiern (FR).

  • Mixed Zone: +++ Geklärt: Wer gewinnt eigentlich die Champions League? (Facebook-Link) +++ Huup Huup: Die U17-Mannschaften von den Niederlanden und Deutschlands spielen Unentschieden (DFB.de). +++ Trennung vs. Einigung: Lord Prescott will mit einem vereinten schottisch-englischen Team Deutschland schlagen (Yes). +++ 1600 Liter: Soviel Bier gabs für den Europa-League-Sieg (Fox). +++ Filmkritik: Miasanrot haben Landauer. Der Präsident. gesehen. +++ Honig: In der Serie A wird weniger Honig an die Bienchen verteilt (NZZ). +++ Misere: Fügen sie hier eine Verletzungsmeldung über den BVB ein. +++ Gewalt: Weniger Karten fürs Derby = weniger Gewalt? (RN) +++ Lügen: Vedad Ibisevic rechtfertigt sich gerade und bezichtigt die Medien der Lüge (kicker). +++

#Link11: Augsburger Puppenkiste

Sie lassen die Marionetten tanzen, Fußball ist auch nur ein Geschäft. Hier die Link11.

blogundpresseschau

1. Borussia Dortmund ist weiterhin erfolgreich. Kapitalerhöhung abgeschlossen, Schulden gestrichen. (bvb.de), Kagawa da und Expansionspläne. Bald gehört dem BVB die Welt, natürlich vergisst er seine sportlichen Wurzeln nicht, erklärt Marketinggenie Carsten Cramer im Interview mit dem ewig unterschätzten Jochen Tittmar (Spox)

2. Weniger gut läuft es für den Revierrivalen FC Schalke 04, der ist mit dem Feind des Westens im Bett. Das wirft Fragen auf, das bereitet Kopfzerbrechen, wie das Handelsblatt berichtet.

3. Zurück auf der B1 in Richtung Kassel. Nächster Stop: Paderborn. Die neueste Bundesligastadt mit einer innovativen Idee in Sachen Dauerkarten. Inklusion heißt gleichberechtigte Dazugehörigkeit“, sagt Vizepräsident Martin Hornberger. Schwarzundblau, Ihr Blog in Sachen Paderborn, berichtet von den vielfältigen Ideen des Liganeulings: GEGENWIND! 

4. Ideen – RTL & wo warste eigentlich am 13.07? – bekamen wir auch beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft zu spüren. Frank Willmann kommentiert im Tagesspiegel gewohnt sachlich, während die kritischen BVB-Fans sich nach ihrem Twitter-Duell mit TV-Ikone Matthias Opdenhövel wieder auf ihre Wut konzentrieren: Grausam, alles grausam, nur noch grausam, schreibt schwatzgelb.de, aber die Borussen haben ja Shinji (aber kein Reus), wie die SZ anfügt.

5. Aber hier soll es nicht um Fußball gehen, also bleiben wir beim Geschäft. Österreich. Red Bull. Die ganze miese Nummer. Der Stoff aus dem Kriege gemacht werden. Dafür braucht es Protagonisten in den Geschichtsschreibungen beider Lager. Red Bull produziert diese in einer Sportler-Fabrik, berichtet die Süddeutsche. „Zum Kotzen“, sagt Peter Neururer, nicht einmal über die Fabrik, sondern überhaupt. „Zum Kotzen!“ (u.a. Welt)

6. Doch in Wien erwächst den sympathischen Bullen mächtige Konkurrenz. FC Karabakh Wien mag noch in den Niederungen des österreichischen Ligensystems kicken. Jedoch haben sie Rezept für den Aufstieg gefunden. „Wir sind eine Familie!“, erklärt Klubsprecher Muhammet Usta auf ORF-Nachfrage nach der Herkunft der Gelder zur Verwirklichung des Plans. (wien.at)

7. Und während wir weiterhin angstvoll in die Zukunft blicken, vergewissert uns ein Artikel der 11 Freunde, dass sich nie etwas ändert, sich vielleicht die Dimensionen verschieben. Der BC Harlekin Augsburg hatte in den 80ern auch ein Rezept entwickelt. Ein Spielhallenkönig, Helmut Haller, der junge Armin Veh und die ewige Geschichte des Größenwahns.

8.Schon Carsten Cramer (siehe oben) wußte, dass die sportliche Leistung ausschlaggebend für all die anderen wichtigen Dinge ist. Wirklich blöd, dass beim Hamburger SV auf dem Platz weiterhin wenig läuft, und Slomka mal wieder vor dem Aus steht. Die Laune ist im Keller. Auch beim Hautsponsor Emirates, der im Handelsblatt mit Liebesentzug droht:

Zweite Liga ist eher nichts für uns, denn auch als Airline fliegen wir in der ersten Liga.

9. Russland, Russland, Russland. Immer wieder. Und die Spur führt in den Kreml. Dmitri Rybolowlew erkaufte sich in Monaco die Champions League, jetzt kann er sie nicht mehr genießen. Scheidung, Verrat, Mord, ein lästiger Spielerberater. Was ist eigentlich los in Monaco, und was hat Putin damit zu tun? Die Welt fasst zusammen.

10. Die aktuelle Politik reicht natürlich auch, und meist vor allen Dingen, in die untersten Ligen runter. Dort, wo sich auf den Ascheplätzen die unterschiedlichsten Menschen und Kulturkreisen begegnen. Gewalt, Schiedsrichteranfeindungen, das ganze Programm. Natürlich auch Religion gegen Religion.  Das Land Hessen will jetzt verstärkt gegen Judenfeindlichkeit vorgehen. HR Online berichtet von einem Besuch des Ministerpräsidenten Bouffier beim TuS Makkabi Frankfurt.

11. Weil es entweder das wichtigste Video des Jahres ist (Stern) oder  „ja doch Marcus Wiebusch, jetzt kommt mal wieder runter!“ (Sparschaeler), zum Abschluß dieser kurzen Link11 noch einmal der Link zu  „Der Tag wird kommen“

‚All ihr homophoben Vollidioten, all ihr dummen Hater, all ihr Forum-Vollschreiber, all ihr Schreibtischtäter, all ihr miesen Kleingeister mit Wachstumsschmerzen, all ihr Bibel-Zitierer mit eurem Hass im Herzen, all ihr Funktionäre mit dem gemeinsamen Nenner, all ihr harten Herdentiere, all ihr echten Männer, kommt zusammen und bildet eine Front und dann seht zu was kommt.‘

 

#Link11: Die goldene Zeit

Guten Morgen!

blogundpresseschau

1. Es ist nicht allzu viel passiert. Lassen wir es ruhig angehen, mit Fotos. Willkommen beim »Polder Cup« (für die fern vom Meer aufgewachsenen: Schwemmland-landseits-des-Hauptdeichs-Pokal), Maider Lopez hat Fotos gemacht. Sie wollen uns erzählen, wie die Fußballfelder eine gewisse Feuchtigkeit aufweisen und gelegentlich von Wasser durchbrochen werden.

2. In der Nachbetrachtung des Länderspiels Deutschland–Schottland scheint besonders die Position des Rechten Verteidigers von Interesse zu sein: Peter Ahrens (Spiegel Online) und Lisa Sonnabend (SZ) machen sich Gedanken zur Besetzung der Position am Sonntag und in Zukunft, Stefan Rommel (Spox) hat mit Teilzeitverteidiger Sebastian Rudy über sein neues Hobby RV gesprochen.

3. Sport Inside beschäftigte sich gestern Abend mit den Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen. Die DFL hat begonnen, die öffentliche Meinung in dieser Angelegenheit auf ihrem Internetauftritt mitzubilden. Zwei Debattenbeiträge aus der Sommerpause zu diesem Thema: NRW-Innenminister Ralf Jäger und Staatsrechtler Joachim Wieland sprachen zum Deutschlandfunk. Weiter ungeklärt: Gehn die Polizisten auf der Straße eigentlich absichtlich so langsam?

4.

Das Produkt aber ist volatil. Sie haben immer nur eine Saison Zeit, wenn sie den Abstieg vermeiden wollen oder internationale Plätze erreichen wollen. Fußball ist emotional, öffentlich und damit auch risikobehaftet.

Martin Kind im Gespräch mit Andreas Lehner (Spox). Dazu aus den Altbeständen der Sommerpause vier Geschichten von ihm: Das Team von »Brief an Kind« legt dar, weshalb der Vereinspräsident von Hannover 96 weg müsse.

5. Was gibt es mehr zu nennen als den Titel – »Gibt es eine moralische Überlegenheit der ‘Traditionsvereine’ gegenüber den ‘Werksclubs’?« fragen die Ruhrbarone und beziehen sich auf Aki »Alles was ich will, ist nichts mit euch zu tun haben« Watzke und ProFans.

6. FIFA-Chef Blatter, ein »mutant immortal butterfly« (New York Times), hat für dieses Jahr eine erneute Kandidatur angekündigt. (dpa/ZEIT)

7. Fanfreundschaften und -feindschaften, das Salz in der Suppe für die Ultras und ihre Welt in Italien, hat Kai Tippmann (Altravista) zusammengetragen.

8. Thomas Kistner hat im Deutschlandfunk über IOC-Präsident Thomas Bach, Franz Beckenbauer gesprochen. Er mag vielleicht nicht für immer ihr Feind sein, scheut sich aber auch nicht vor klaren Aussagen.

9. Fabian Ernst hat in der Landesliga angeheuert. Der Libero stellt seinen Transfer und seinen neuen Verein vor. Mit einer Prise sportlichen Erfolgs und damit verbundenen Aufstiegen geht es schon bald zur Auswärtsfahrt nach Bahrenfeld im Bus.

10. Bei der Berufung und Nichtberufung von Spielern der Mannschaft des Herzens in die nationale Auswahl hat Trainer Baade ein »perpetuum mobile des Klagens« ausgemacht. Es ist egal, ob nicht berufen, berufen, nicht gespielt, gespielt, nicht verletzt, verletzt – aber irgendwas ist immer.

11. Berufen wurde natürlich auch diesmal Mario Götze. Dennoch sorgt sich Philipp Selldorf (SZ): »Allmählich entsteht der Eindruck, er könnte seinen größten Karrieremoment schon hinter sich haben«. Ob größter Karrieremoment oder der schönste Tag in seinem Leben: wir alle können uns sicher sein: Mario Götze wird noch zahllose Momente auf dem Platz erleben, die größer und wichtiger sein werden, als in der Verlängerung des WM-Finals das entscheidende Tor zu schießen. Die denkbaren Möglichkeiten für solche großen Momente sind im Fußball unerschöpflich und so ein WM-Finaltor vergisst man ja auch schnell.

Zeitlupe:
Der meist geklickte Link gestern war der Artikel bei der Turn- und Spottgemeinschaft, der sich mit der Frage beschäftigte, warum in der zu Hoffenheim und Leipzig so meinungsfreudigen 11Freunde nur selten Kritik am VfL Wolfsburg auftaucht.

Field Reporter:

Ich lasse mir jetzt auch nicht von jedem auf die Schultern klopfen, weil es gerade besonders gut läuft

Toni Kroos im Gespräch mit Michael Rosentritt und Stefan Hemanns (11Freunde).

#Link11: „Wo warste denn am 13.7.?“

Die Überschrift lässt vermuten, dass sich diese #Link11 mit den Tweets eines Sportschaumoderatoren befassen möchte. Weit gefehlt. Aber der Satz gefiel mir einfach zu gut. Nun zu Lesens- und Sehenswerterem:

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1. Da spielt die Nationalmannschaft etwa zwei Monate nach dem WM-Sieg gegen Schottland und gewinnt 2:1. Für Lisa Sonnabend (Süddeutsche) befindet sich Nationalmannschaft auf der Suche nach der „Normalform“ – wie Benedikt Höwedes es nannte. Richard Leipold (FAZ) sah „alle müde außer Müller“, der zwei Tore schoss. Bitter war der Abend für Marco Reus, der sich wieder am linken Fuß verletzte. (kicker)

Update zur Verletzung von Marco Reus um 15:05 Uhr:

2. Neben der sportlichen Betrachtung spielte erwartungsgemäß die Bewertung der Berichterstattung eine Rolle. RTL bekommt Lob für die Kommentatoren- und Expertenwahl, weniger für das Drumherum. (Spiegel) Hohn und Spott gab es für die Halbzeitanalyse und den Boxer-Pathos, die Motivwahl und die 3D-Animationen gefielen allerdings. (DWDL) Matthias Kalle (Tagesspiegel) hingegen lässt kein gutes Haar an der Berichterstattung: „RTL hasst das Fernsehen“. Auch Frank Lübberding (FAZ) sah einen „peinlichen Fußballabend“.

 

3. Peter B. Birrer (NZZ) befasst sich mit der Aufblähung der Europameisterschaft. Die Vergrößerung des Teilnehmerfeldes führe zu mehr Quantität, aber zu weniger Qualität.

 

4. Schon vor den Qualifikationsspielen hat Michel Platini Franck Ribéry mit einer Sperre gedroht, wenn er nicht wieder für die französische Nationalmannschaft spielt. (Spiegel) Claudio Catuogno (Süddeutsche) sieht den Franzosen „gefangen zwischen den Interessen“. Wo kämen wir da auch hin, wenn jeder einfach selbst bestimmt, ob er kicken will oder nicht?

 

Dazu passend Tim Röhns (Welt) Besuch bei Platini am Genfer See. Der Reporter bezeichnet ihn als „ängstlichen Verwalter“. Er sei „kein Visionär. (Bemerkenswert dazu auch das Statement von Niersbach im Text, der Platini für seinen Rückzieher lobt. Sonst hätte schließlich ein monatelanger Wahlkampf gedroht. Und: wer will schon Wahlkampf? Beim DFB niemand – wie man auch bei jeder DFB-Präsidentenwahl sehen kann).

Field Reporter

Ich habe das Gefühl, es kommt heute besser an als früher, auch mal fachspezifisch zu sein. Heute reden ja auch Laien viel kompetenter über Fußball als noch vor zehn Jahren. Die Leute müssen sehen, ob sie meinen Stil mögen. Wenn nicht, kann es sein, dass ich eben schnell wieder weg bin. Das muss man einfach unemotional sehen.

Vor dem Spiel sprach Jens Lehmann mit der Süddeutschen Zeitung über seinen neuen Job und Pläne in den Fußball zurückzukehren. Ohne Hubschrauber.

5. Spieler des Wochenendes war übrigens Ramon Bimpsidis:

 

6. Die Berliner Morgenpost liefert eine Übersicht über die Fanverteilung in Berlin, in Brandenburg und in Deutschland. 8 Vereine lieferten bisher Daten über ihre Mitglieder für diese schicke Spielerei. Besonders interessant sind die Vergleiche in Hamburg (HSV und St.Pauli) und in Berlin (Union und Hertha)

7. Helmut Markwort, Faktenmann vom Focus, ist Bayern-Fan und ist dazu Verwaltungsbeiratsmitglied beim FC Bayern seit 1992 und Aufsichtsrat seit 2003. Bei der Verleihung des Radiopreises gab seine Lebensgefährtin an, dass Markwort gern unter Pseudonym Fußballspiele kommentiere. Dieses Pseudonym, Moritz Rodach, findet sich auch unter Berichten auf Focus Online. Pikant an dieser Namensgleichheit ist, dass die Berichte sich mit dem FC Bayern befassen. René Martens fragt deshalb im „Altpapier„: Hat der FC-Bayern-Funktionär Helmut Markwort für Focus Online unter Pseudonym über den FC Bayern geschrieben?

8. Ebenfalls im Altpapier wird auf die Berichterstattung über den Ex-Fußballprofi Thorsten Legat berichtet. In seiner Biografie berichtet Legat über Missbrauch durch den Vater. Dieser Teil wurde natürlich vom Boulevard auf der 1.Seite platziert, was einen Geschäftsführer des Reviersports, Ulrich Homann, zu einem deutlichen Kommentar über „Legats falsche Freunde“ veranlasste.

9. Warum berichten die 11 Freunde nicht negativ über den VfL Wolfsburg? Die Turn- und Spottgemeinschaft auf der Suche nach einer Begründung.

10. Der VfB Stuttgart wirbt seit dieser Saison mit dem Werbespruch „furchtlos und treu“ für den eigenen Verein. Neben der Verballhornung „besser als nix“ sieht sich der Verein auch der Frage ausgesetzt, ob man mit der Wahl des Spruches die historische Dimension verkenne. (Kontext: Wochenzeitung)

11. Chris Davies ist „Head of Opposition Analysis“ in Liverpool. Er steht also Brendan Rogers zur Seite und hat The Tomkins Times ein lesenswertes Interview gegeben, das Einblick in seine Arbeit gibt.

Nachspielzeit

Wokingham ´88: Trains, Trophies and Telford. (The Inside Left) + + + Verhaftung eines FIFA-Funktionärs. (Süddeutsche) + + + Vergangenheitsbewältigung und die Liebe zu Tim Wiese in Bremen. (Werder 2013) + + + Ein Gespräch über Sportfotografie mit dem deutschen Sportfotografen Matthias Hangst. (Close Up) + + + Wie die „Bild Saarland einfach mal Jürgen Lugingers erfolgreichste Zeit unter den Tisch fallen ließ. (Das FCSBLOG+ + + In Zagreb gründen Ultras ihren eigenen Futsal Club mit ordentlichem Zuschauerzuspruch. (Casual Ultra) + + + Pariser Fußballfans gründen den Ménimontant FC 1871. (Faszination Fankurve) + + + Real Madrid wollte nicht, dass Angel di Maria im WM-Finale spielt. Das gab der Spieler in einem Radiointerview an. (Tagesspiegel) + + + Meet and kick mit David Alaba (Make-a-wish Österreich auf YouTube) + + + Was taugt der Spieleklassiker Cluedo in der BVB-Variante? (schwatzgelb) + + + Eine Polemik zur Vergabe des Julius-Hirsch-Preises an die Münchner Schickeria. (Goldglitzer) + + + Nach Blocksperrung wird in Nürnberg ein neues Stimmungszentrum ausgerufen. (Faszination Fankurve) + + + Schiedsrichter Florian Vokuhl über sein Outing. (Wochenspiegel) + + + Zum Abschluss 30 gelungene (GIROUD!) Sekunden gegen Homophobie: 

#Link11: Nur Pfeifen pfeifen

Nein, der Titel ist keine Anmerkung zum neuen CollinasErben-Podcast. Es ist eine kleine Spitze gegenüber den Zuschauern, die ihren Frust beim Test gegen Argentinien an Mario Gomez ausließen. Man will ja schließlich etwas geboten bekommen. Ich pfeif währenddessen „Always look on the bright side of life“…

blogundpresseschau

1. Immer noch ein Thema: Die Pfiffe gegen Mario Gomez bei der Testspiel-Pleite der DFB-Elf gegen Argentinien. Im Gegensatz zu seinen Teamkollegen äußert der Stürmer Verständnis (SpOn). Der Kölner Stadt-Anzeiger kommentiert: „Die Fans des Weltmeisters sind peinlich!“

2. Am Sonntag startet die Nationalmannschaft gegen Schottland in die EM-Qualifikation. Der Weg zur Endrunde in Frankreich wird holprig, prognostiziert die Berliner Zeitung. Vor dem Duell gegen die Schotten wechselt das Team erst einmal das Quartier (Abendzeitung). Die Historie gegen die „Bravehearts“ beleuchtet dfb.de.

3. Gestern gab es weitere Testspiele: Zlatan Ibrahimovic knackte einen Uralt-Rekord, Frankreich besiegte Spanien und BVB-Stürmer Immobile traf gegen die Niederlande. (FAZ)

4. Gestern kam es in Berlin zu einem Benefizspiel für den verstorbenen Ex-Profi Andreas Biermann. Organisiert hatte es sein ehemaliger Verein Union Berlin, auch andere Kollegen waren vor Ort (rbb). Die 11Freunde sprachen mit Biermanns Ex-Trainer Holger Stanislawski ausführlich über das Thema.

5. Ailton bestreitet am Wochenende sein Abschiedsspiel im Weserstadion. Die Frankfurter Rundschau mit einem langen Text über den Paradiesvogel, der in Bremen zum Publikumsliebling wurde.

6. SD Eibar – ein kleiner Verein aus einem kleinen Ort im Baskenland. Und seit dieser Saison erstklassig. SportInside widmet sich den „Unterhunden“ (copyright by Stale Solbakken) aus Spanien.

7. Rasche Russifizierung: Die Rufe nach einem Boykott der WM 2018 werden lauter, doch die Sportfunktionäre halten sich nicht überraschend zurück. Das hat offensichtliche Gründe, erklärt die taz in ihrer Pressschlag-Kolumne.

8. Den Gegnern wie die eigene Westentasche kennen, Stärken und Schwächen auf dem Schirm zu haben – das ist im Fußball häufig die halbe Miete. The Tomkins Times sprach mit Liverpools „Head Of Opposition Analysis“ Chris Davies über seine Arbeit.

9. Sagt Euch der Name Jorge Mendes etwas? Der Portugiese ist der Berater hinter Fußballgrößen wie Cristiano Ronaldo, Radamel Falcao oder Angel di Maria. Seine Methoden sind allerdings umstritten. (WELT)

10. Spaß am Kicken statt des großen Gelds? Ex-Profi Fabian Ernst macht ernst – und kickt nun für den OSV Hannover in der Landesliga. (derwesten.de)

11. Zum Abschluss eine Geschichte fürs Herz: Ein 13 Jahre alter Krebspatient erzielt ein Tor für seinen Lieblingsclub FC Villarreal. Die Geschichte und das Video dazu gibts beispielsweise bei stern.de!

Field Reporter

Wenn Bilder mehr als 1000 Worte sagen: Die Reaktion der Pressesprecherin von Olympique Marseille über Marcelo Bielsas Aussagen sagt alles. (via twitter.com/GFN_france)

Bandenwerbung

Zwei Ahlenfelder, bitte! – die neue CollinasErben-Episode ist online. Viel Spaß beim Hören (auch wenn ich gerüchteweise auch darin vorkomme)!

Meist geklickter Link

Die Hintergründe der Absage des Israel-Tests in der Jüdischen Allgemeinen interessierten Euch besonders.

Mixed Zone: +++ Irland: Die DFB-U21 hat heute Abend in Halle die „Boys In Green“ vor der Brust (dfb.de) +++ Südkorea: Uli Stielike ist neuer Trainer des WM-Teilnehmers (Sportschau) +++ Dresden: In der vierten Episode von Welle1953, der Dynamo-Radioshow, ist SGD-Sportgeschäftsführe Ralf Minge zu Gast +++  Hamburg: Wie sich die Bild ein Interview mit Thomas Meggle, dem neuen Trainer des FC St. Pauli, zurechtbastelt (BILDblog) +++ Madrid: Real hat Zoff mit dem DFB wegen Sami Khediras Verletzung (Sport1) +++ Basingstoke: Ein Amateurteam macht Ronaldinho ein Angebot (Guardian) +++ Duisburg: Der MSV nimmt durch die „Zebra-Anleihe“ über 500.000 Euro ein (SPOX) +++ München: MiaSanRot zum 63. Geburtstag mit einer Hommage an Paul Breitner +++ Fankurve: Endreas Müller mit Gedanken zum Text von 120Minuten.net über Vereinsanhänger und Nationalmannschaftsfans +++ Warschau: Legia muss für die Anti-UEFA-Choreografie seiner Fans 80.000 Euro zahlen (FaszinationFankurve) +++ Österreich: Amateurfußballer bekommt wegen Kopfnuss 70 Spiele Sperre aufgebrummt (SZ)