CE79 – Anticipare, anticipare


Nach einer viel zu langen Pause melden wir uns mit einer regelrechten Mammutfolge zurück. Wir lassen den Endspurt der Saison Paroli laufen (das heißt, die Bundesliga-Spieltage 25 bis 34, das DFB-Pokal-Halbfinale und die Champions League ab dem Viertelfinale), ziehen ein Fazit dieser Spielzeit, verabschieden Knut Kircher, Florian Meyer und Michael Weiner, beantworten eure Fragen und erklären auch, warum Güllegeruch manchen Schiedsrichter von der Arbeit abhält und weshalb es für manchen eine Beleidigung ist, mit Justin Bieber verglichen zu werden.
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Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

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20 comments » Write a comment

  1. Liebe Erben,

    Prof. Dr. Metin Tolan hat an der RWTH Aachen einen tollen Vortrag gehalten, in dem er auch auf den Schiedsrichter eingeht und diesen als den einzigen, für den die Naturgesetze nicht gelten, bezeichnet.

    Falls es euch interessiert, er dauert 1:46 h und findet sich hinter diesem Link:

  2. Erstmal danke für die Erwähnung.

    Mit den Schiedsrichtern, die Sprünge nach vorne gemacht haben, sieht der DFB anscheinend ähnlich.

    Sieht man auch bei der Ansetzungen zur Relegation
    Siebert und Dingert 1/2. Liga
    sowie Stegemann und Stieler 2/3. Liga,

  3. Hallo,
    Beim Hören der heutigen Folge, die wieder sehr angenehm war, habe ich mich – aus welchen Gründen auch immer – an ein Spiel von Fortuna Düsseldorf vor ca. 5 Jahren erinnert, bei dem der Schiedsrichter zweimal das Spiel unterbrochen hat, weil ein Spieler den Ball sitzend bzw. liegend mit dem Fuß weiterspielte. Der Kommentator bestätigte dann auch sehr schnell, dass dies auch die korrekte Regelauslegung sei. Stimmt das? In den Jahrzehnten davor und in den Jahren seither habe ich es nie ein weiteres Mal erlebt, dass eine solche Situation unterbunden wurde, obwohl man das beinahe bei jedem Spiel beobachten kann.

    Vielen Dank für eine eventuelle Antwort und für euren hochwertigen Podcast.

    Gruß,
    Kitosch

    • Es ist nicht verboten, den Ball im Sitzen oder Liegen zu spielen. An das von dir erwähnte Spiel von Fortuna Düsseldorf kann ich mich nicht erinnern, aber vielleicht war es damals so, dass der Spieler den Ball vorher eingeklemmt hatte. Das wäre dann das Vergehen gewesen (und nicht das Spielen im Sitzen oder Liegen).

      • Danke für die Antwort. Der Ball wurde nicht blockiert oder eingeklemmt, soweit ich mich erinnere. Falls ich noch einmal herausfinde, welche Partie es konkret war und auch noch Ausschnitte davon finde, mehr ich mich wieder.

        Danke und Gruß,
        Kitosch

  4. Leider knistert es den ganzen Podcast über. Könntet ihr euch dem Problem widmen? Das war sehr nervig. :( Ansonsten eine tolle Folge!!! :)

    • Hast (bzw. hattest) du versucht, die Folge noch einmal zu laden? Das Problem trat wohl nur bei einigen auf, vor allem in der Phase, in der wir ein großes Problem mit unserem Server hatten.

  5. Halli hallo,

    ich denke mal dem Pokalfinale werdet ihr euch so im großen und ganzen in einer nächsten Folge widmen, allerdings habe ich eine Frage zum Elfmeterschießen. Stand Bürki da nicht bei (fast) jedem Schuß sehr früh sehr weit vor seinem Tor oder war das durchaus noch im Toleranzbereich? Besonders aufgefallen ist mir das beim Fehlschuß Kimmichs, wobei der natürlich unglaublich schlecht getreten war, aber dennoch stand Bürki da schon lange vor dem Schuß vor der Linie…

    • Wenn der Elfmeter verwandelt wird, ist es unerheblich, ob der Torwart die Linie zu früh nach vorne verlassen hat, denn dann zählt im Sinne der Vorteilsbestimmung ja das Tor. Wenn er ihn hält, ist es maßgeblich, wo er sich im Moment des Schusses befand. Bei Kimmich war er etwa anderthalb Meter vor der Linie. Das sind zwar streng genommen anderthalb Meter zu viel, aber der – seit Jahren allgemein akzeptierte – Toleranzbereich (der nirgendwo festgeschrieben ist, sich aber gewissermaßen »eingebürgert« hat) war da aus meiner Sicht noch nicht überschritten.

      • Okay…dann war das wohl die Fanbrille, das kann immer sein :D

        Danke für deine Einschätzung!

        Also ist es relativ unerheblich, wenn sich ein Torwart sehr früh von der Linie löst, sondern nur, wie weit er vor dem Tor steht?

        Und anschließend daran: Wäre es erlaubt, während des Anlaufs sehr weit vor dem Tor zu stehen und dann kurz vor dem Schuss die entscheidenden Schritte zurück zu machen, dass es eben nur noch anderthalb Meter sind?

        • Grundsätzlich darf sich der Torwart erst von der Torlinie nach vorne bewegen, wenn der Schütze den Ball berührt hat. Das schließt zwangsläufig ein, dass der Keeper während des Anlaufs auf der Torlinie zu bleiben hat.

  6. Schön, mal wieder von Euch zu hören. Ich habe (bis jetzt) zwei Anmerkungen:

    – Zum Dilemma der Vorteilsauslegung im Strafraum. Der Ball prallt nach dem Foul unmittelbar zum einschussbereiten Mitspieler, der aber keineswegs eine bessere Chance erlangt, als es ein Elfmeter darstellt. Ist es für den Schiedsrichter nicht taktisch klüger, den Schussversuch dieses Mitspielers, also regeltechnisch diesen Vorteil erst einmal abzuwarten; wenn der Mann über den Ball tritt, drüber ballert oder einfach beim Schuss ausreichend gestört wird, dann aber gleichwohl auf Strafstoß zu entscheiden – und das Eintreten des Vorteils einfach niemandem anzuzeigen? Überhaupt niemandem davon zu erzählen, dass man absichtlich diesen Augenblick abgewartet hat? Meine Güte, dann habe ich halt eine Sekunde gebraucht, um zu pfeifen. Da kräht doch kein Hahn nach.

    Wenn ich diese Möglichkeit den beiden anderen Optionen gegenüberstelle, a) Vorteil gewähren, der Tüp ballert drüber und ich verweigere deswegen den Elfer und b) ich pfeife den Vorteil kaputt und in exakt diesem Augenblick landet der Ball im Netz, dann haben diese beiden natürlich den Vorteil, den Regeln zu entsprechen. Und mein Vorschlag nicht. Jetzt kann man natürlich sagen, dies sei ein schlagendes Argument gegen meinen Vorschlag. Ich bin mir da nicht so sicher.

    – Zu meiner alten Litanei: “Warum denn nicht auch mal tatsächlich gefoulte Schauspieler bestrafen, dann hört diese furchtbare Unsitte endlich auf – andere Sportarten können das doch auch”:

    Gestern hat einer der Refs beim Finale der Eishockey-WM, im dritten Drittel beim Spielstand von 1:0 für Kanada, ein Foul (Haken) gegen einen Kanadier gepfiffen. Gleichzeitig hat er aber auch ein strafbares Diving gegen den gefoulten Finnen gepfiffen. Der Finne wurde nämlich in seinen Augen tatsächlich gefoult (das war auch sehr eindeutig), der Finne hat aber gleichwohl aus seiner Sicht aus diesem Foul deutlich zu viel gemacht, ist deutlich theatralischer gefallen, als es das Foul alleine hergab.

    Beide Vergehen werden jeweils mit zwei Strafminuten geahndet. Statt der großen Chance für die Finnen auf den Ausgleich in Überzahl ging es also 4 gegen 4 weiter.

    Es gab – aus meiner Sicht auch zu recht – starke Kritik an dieser Entscheidung, weil das für diesen konkreten Fall (höhö) schon sehr hart, geradezu kleinkariert war. Aber das ist hier nicht der Punkt. Ich denke, wir sind uns alle drin einig, dass der Fußball jede Menge Fälle generiert, in denen keineswegs zweifelhaft ist, dass der Gefoulte aus einem Foul deutlich mehr macht, als ihn Schwerkraft und Impulserhaltung zwingend aufdrängen. Und wo der Gefoulte nur wegen des Dogmas, wer tatsächlich gefoult wird, der kann keine Schwalbe machen, einer Bestrafung entgeht.

    Ich bin weiterhin vehement dafür, dieses Dogma endlich aufzubrechen. Wer tatsächlich gefoult wird und daraus mehr macht als nötig, um einen ihm nicht zustehenden Vorteil zu erlangen oder seinem Gegenspieler zu einem nicht gerechtfertigten Nachteil zu verhelfen oder schlicht unnötig Zeit zu vergeuden, der handelt aus meiner Sicht unsportlich. Und sollte einer Bestrafung für unsportliches Verhalten – also einer Verwarnung – zugeführt werden.

    Dass man hierdurch endlich wieder Fußballspiele ansehen könnte, ohne sich in Grund und Boden zu schämen, ist ein begrüßenswerter Nebeneffekt.

    • Danke dafür, wir werden das im Podcast ausführlich aufgreifen. Hier nur in aller Kürze:

      Zur ersten Anmerkung: Klar, wenn ich das Eintreten des Vorteils nicht offen anzeige, signalisiere ich auch nicht, dass ich ihn abgewartet habe. Und könnte mich – wenn der freistehende Angreifer den Schuss dann versemmelt – in der Tat darauf berufen, dass ich einfach einen Moment für den Pfiff gebraucht habe (manchmal müssen Entscheidungen ja einen Moment reifen, weil das Gehirn noch arbeitet). In der Praxis wäre das also tatsächlich ein gangbarer Weg. Regeltechnisch ist es ein bisschen schwierig, weil der Vorteil ja tatsächlich eingetreten wäre. Allerdings obliegt die, sagen wir, offizielle Entscheidung, wann das der Fall ist, letztlich dem Schiedsrichter, und der könnte sich natürlich auf den Standpunkt stellen, dass er niemals vorhatte, auf Vorteil zu erkennen – auch dann nicht, wenn der Ball im Tor gelandet wäre.

      Zur zweiten Anmerkung: Vermutlich ist das so eine Sache, die man erst mal im fußballkulturellen Code verankern müsste. Bislang hieß es in solchen Situationen eben immer: Entweder Foul des Verteidigers oder Unsportlichkeit des Angreifers, beides geht nicht. Und das sind alle gewohnt. Wollte man das ändern, müsste man es vorab sehr deutlich kommunizieren, vielleicht auch mit dem expliziten Hinweis auf die Sportart Eishockey, wo so etwas möglich ist. Und man müsste es explizit ins Regelwerk schreiben.

  7. Mir ist aufgefallen, dass im Zuge der vier Relegationsspiele die Schiris kein Thema waren. Und das, ganz kurz und knackig, finde ich ist eine große Auszeichnung. Oder, wie man hier auch gerne sagt: “Nich jemeckat is jennuch jelobt!”

  8. Zu Beginn der Folge begrüßt Klass die Hörerschaft immer zu “Kohlinahs” Erben. Ich habe mich schon öfter gefragt, ob das so richtig ist oder man das “o” nicht aufgrund des darauf folgenden Doppel-L viel kürzer aussprechen müsste. Dank Pierluigi Collina höchstpersönlich ist dieses Rätsel nun gelöst und ich muss nicht mehr jedes Mal an Jürgen Kohl(in)er denken.

  9. Hallo, ich habe das oben schon mal angesprochene Knacken leider immer noch, sowohl nach mehrmaligem Laden im Podcatcher als auch direkt auf der Website. Könntet ihr da eventuell nochmal reinhören und schauen, ob sich da was verbessern lässt?

  10. Hallo Ihr Erben,

    ich habe ein Frage zum Relegationsrückspiel Nürnberg-Frankfurt: Gegen Ende des Spiels, nachdem die Eintracht in Führung gegangen war, ist ein Frankfurter Spieler (Fabian?) nach einem Zweikampf im Mittelfeld so schwer verletzt liegen geblieben, dass bei der Berufgenossenschaft schon die Alarmglocken für “Sportinvalidität” klingelten; zumindest so lange, wie der Club am Ball war. Als jedoch die Eintracht unmittelbar danach an den Ball kam, sprang er auf, als wäre ein biblisches Wunder geschehen und konnte wieder laufen und sogar Fußball spielen (sowie in der darauffolgenden Szene auch noch Raphael Schäfer verletzen). Kann bzw. muss man einen solchen Spieler nicht verwarnen, ob der offensichtlichen Unsportlichkeit? Klar ist nicht immer zweifelsfrei zu entscheiden, wie schwer ein Spieler verletzt ist, in diesem Fall war es aber so deutlich, dass ein Schiedsrichter doch reagieren muss, oder (und den Fabian mit gelb-rot vom Platz stellen muss)?
    Hab Ihr die Szene gesehen und wenn ja, was meint Ihr dazu?

    Danke und Grüße!

    P.S.: Ja ich bin Club-Fan und wir haben verdient verloren, aber solche Zeitschinderei wie von der Eintracht; sowas hab ich noch nie erlebt (aber das nur nebenbei…)

    • Der Spieler ist zwar liegen geblieben, der Schiedsrichter hat jedoch keinen Grund gesehen, das Spiel zu unterbrechen (weil er die vermeintliche Verletzung für nicht so schwerwiegend gehalten hat), und irgendwann hat sich der Spieler wieder erhoben und weitergespielt. Insofern ist hier nichts passiert, es ist auch kein Nürnberger Angriff unterbrochen worden. Der Schiedsrichter hat während des laufenden Spiels ohnehin keine große Möglichkeit, die Schwere einer vermuteten Verletzung (oder deren mögliche Simulation) in Augenschein zu nehmen; er muss spontan entscheiden, ob eine Unterbrechung notwendig ist oder nicht. Wenn er dann beschließt, die Partie laufen zu lassen, und der Spieler wieder ins Geschehen einsteigt, hat sich die Sache gewissermaßen von selbst erledigt. Ein unsportliches Verhalten kann er hier allenfalls vermuten, und mal abgesehen davon, dass es letztlich gar nicht wirksam geworden ist (weil der Spieler ja von selbst wieder auf die Beine kam und Nürnberg keinen Nachteil hatte), wäre eine solche Vermutung definitiv eine zu schwache Grundlage für eine Verwarnung – insbesondere dann, wenn sie in der Summe auch noch zu einem Platzverweis führen würde. Damit brächte sich ein Unparteiischer bloß in vermeidbare Schwierigkeiten.

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