CE118 Bello Immobile

Wir haben eine Wiedervereinigung zu feiern: Erstmals seit dem 7. Januar 2020, also fast auf den Tag genau vor anderthalb Jahren, haben wir eine Episode nicht coronabedingt auf die Distanz aufgenommen, sondern uns durchgeimpft an einem Tisch gegenübergesessen. Das sind, um es in den Worten eines früheren schwäbischen Weltklassestürmers zu formulieren, Gefühle, wo man schwer beschreiben kann. Wir blicken auf die Schiedsrichterleistungen in den Viertel- und Halbfinalspielen der Europameisterschaft zurück und analysieren erklärungsbedürftige Entscheidungen. Außerdem sprechen wir über ein Interview, das Manuel Gräfe dem ZEIT-Magazin gegeben hat, und freuen uns über zwei höchst amüsante Zuschriften von Hörern. Mit unserem Tipp, wer das EM-Finale pfeift, liegen wir übrigens richtig, wie sich nach der Aufzeichnung herausgestellt hat. Veel succes en geluk, Björn Kuipers! Und Klaas singt kurz den Song dieses Turniers an, der auch den Titel dieser Folge geprägt hat.

CE117 Papa Gnädig

Nein, der Titel dieser Episode ist keine versteckte Kritik an zu großer Nachsicht der Unparteiischen bei dieser Europameisterschaft. Die Referees pfeifen zwar insgesamt recht großzügig, doch das ist bei den weitaus meisten Spielen genau die richtige Linie. Und wenn sie durchgreifen müssen, tun sie es in der Regel auch – wobei Alex in einem Fall Gnade vor Recht hätte ergehen lassen, was Klaas erstaunt. Wir bilanzieren die bisherigen Leistungen der Schiedsrichter (und der Video-Assistenten) beim Turnier und wägen bei einigen Entscheidungen die fußballphilosophischen Aspekte der derzeit gültigen Regelauslegung ab. Als Modepodcast kritisieren wir außerdem mit heiligem Zorn die unanständige Häufigkeit, mit der das blaue Jersey bei den Schiedsrichtertrikots dem guten alten schwarzen Leibchen vorgezogen wird. Wissen denn nur noch Cüneyt Çakir und Björn Kuipers, was sich gehört? (Und bitte verzeiht uns, dass es diesmal weder In- noch Outro gibt, die Zeit drängte.)

CE116 #Gräfeplus1

Das Thema in Fußball-Deutschland ist gerade nicht die neunte Meisterschaft für die Super-Bayern oder die 40-Tore-Marke von Robert Lewandowski, sondern vielmehr, dass Manuel Gräfe nach dieser Saison nicht mehr Bundesliga-Schiedsrichter sein soll und darf. Der erfahrene und bei den Spielern, Trainern und auch Fans sehr beliebte Berliner würde gern noch eine weitere Saison in der höchsten deutschen Spielklasse pfeifen, doch die Schiedsrichter-Kommission verweigert dem 47-Jährigen diesen Wunsch unter Verweis auf die Altersgrenze – eine veraltete Regel. Hier wird aus fragwürdigen Gründen Qualität in den Ruhestand geschickt.

Collinas Erben rufen deshalb die Aktion #Gräfeplus1 ins Leben, um Spielern, Funktionären, Fans, Unparteiischen und Podcastenden die Möglichkeit zu geben, sich aktiv gegen die Altersgrenze und für eine Weiterbeschäftigung Manuel Gräfes einzusetzen.

Außerdem schauen wir auf die Europameisterschaft, geben Einblicke in den Medienworkshop des DFB und blicken auf die Aufreger der Bundesliga. Und ums Eierpecken geht es auch noch.

CE112 Berührende Szenen, gefühlte Handspiele

Anmutige Eleganz paart sich mit rührendem Wortwitz, wildfremde Menschen liegen sich jubelnd in den Armen … Okay, das dann im Moment wohl eher doch nicht. Hier ist jedenfalls der zweite Teil unserer Hinrunden-Rückblende aus der Schiedsrichterperspektive, mit spannenden Personalien, gestressten Video-Assistenten, Dissens im Kollegenkreis, zärtlichen Umarmungen und draufgängerischen Torhütern. Kurz: mit allem, was eine gute Schiri-Soap so braucht. Inklusive einer Stilkritik zu den Frisuren der Unparteiischen!

CE109 Die Geisterspiele, die sie riefen

Vom Drumherum erinnert derzeit vieles bei den Spielen ohne Publikum an die Kreisliga: Es ist so still, man hört nur die Spieler und Trainer rufen, die Schiedsrichterpfiffe klingen viel schneidiger als sonst, das Einlaufritual fehlt, und der Münzwurf ist zu einem schmucklosen Akt degradiert. Nicht nur Deniz Aytekin fehlt das »Gepushtwerden«. Zwei Spieltage lang fehlten aber auch Proteste, Schauspielerei und Theatralik weitgehend, die Schiedsrichter hatten ihre Ruhe. Doch das scheint sich gerade zu ändern, die Corona-Normalität nähert sich auf dem Platz dem gewohnten Umgang an. Wir blicken auf die ersten dreieinhalb Spieltage seit der Fortsetzung des Spielbetriebs in den Bundesligen zurück, besprechen dabei einige markante Entscheidungen der Unparteiischen und fragen uns, wie es ihnen eigentlich seit dem »Re-Start« geht. Anschließend nehmen wir den 50. Geburtstag der Einführung des Elfmeterschießens zum Anlass, unsere ganz persönlichen Top Elevens in dieser Disziplin vorzustellen.

CE107 Außenwirksame Massenkonfrontation

Da sind wir schon wieder, diesmal mit rund anderthalb Stündchen. Es gab einige Hörerfragen, etwa zur Frisurenmode der Unparteiischen in Zeiten von Corona: Lieber Volahila oder doch eher »Modell Collina«? Funktioniert »social distancing« im »Kölner Keller«? Und warum wurde früher nicht jede Einwurfentscheidung des Schiedsrichters in den Medien seziert? Schwerpunktmäßig widmen wir uns aber der Frage, wie es kam, dass die Referees seit Rückrundenbeginn eine strengere Linie bei unsportlichem Verhalten verfolgen, was das soll und wie es bislang umgesetzt wurde. Sind Niklas Moisander und Alassane Pléa zu hart bestraft worden? Und welche Auswirkungen könnte die neue Direktive auf den Amateurfußball haben?

CE105 Korkfunk

In Episode 105 kehren wir die letzten Aufreger der Bundesliga-Hinrunde zusammen: Wie haben sich die Unparteiischen behauptet, als Abraham Streich traf? War das nicht gegebene Tor von Hannovers Stendera gegen Darmstadt der größte Skandal der Bundesligageschichte? Und darf Wehen so ein Tor wie das gegen Dresden aberkannt werden? Außerdem haben wir ein kurzes Interview mit zwei ambitionierten Referees geführt.

Außerdem hat Alex in Sindelfingen mit zwei Schiedsrichtern gesprochen, die über die Auswirkungen der Regeländerungen zu Beginn der Saison, über Gewalt im Amateurfußball und die Herausforderungen eines Hallenturniers mit internationaler Besetzung berichten.

CE099 The Sound of Schiedsrichterfunk

Da podcastet man gerade mal drei Monate lang nicht, und schon kommt so viel Material zusammen, dass eine rekordverdächtige XXL-Episode dabei herausspringt. Aber wir sind davon überzeugt, dass es wirklich gutes, hörenswertes Material ist: Nach Alex war nun auch Klaas während eines Bundesligaspiels im Kölner Video-Assist-Center und hat nicht nur viele Eindrücke und Interviews mit Jochen Drees und Martin Petersen mitgebracht, sondern – nach einigem Hin und Her – auch mehrere Sequenzen aus dem Funkverkehr des Schiedsrichterteams während der Partie Hannover 96 – Eintracht Frankfurt. Außerdem widmen wir uns ausführlich den Regeländerungen, die es zur kommenden Saison geben wird, und blicken auf markante Entscheidungen der Bundesliga-Spieltage 17 bis 26 sowie des Achtelfinals in der Champions League zurück. Bis zur nächsten Folge – unserer einhundertsten – wird übrigens ganz gewiss nicht noch einmal so viel Zeit vergehen. Fest versprochen. Und die technische Qualität wird dann auch wieder besser sein.

CE098 Eingriffsschwelle

Bekannt war, dass der Video-Assistent nicht nur bei klaren und offensichtlichen Fehlern des Schiedsrichters interveniert, sondern auch, wenn der Unparteiische ein schwerwiegendes Vergehen verpasst hat. Letzteres ist an den vergangenen Spieltagen allerdings relativ häufig so ausgelegt worden, dass aus Köln nicht nur bei Verstößen außerhalb des Blickfeldes des Referees eingegriffen wurde, sondern auch, wenn der Schiedsrichter keine ausreichende Wahrnehmung von einem Vorgang hatte (also beispielsweise bei einem Zweikampf im Strafraum nur auf die Oberkörper geachtet hat, nicht aber auf den Fußbereich). Für Außenstehende war das manchmal schwer nachzuvollziehen, weil es teilweise zu Interventionen des VAR kam, obwohl der Unparteiische den Blick erkennbar auf einen Zweikampf gerichtet hatte und ein klarer Fehler eigentlich nicht gegeben war. Wir dröseln diese Problematik anhand einiger Beispielfälle auf, die sich an den Spieltagen 8 bis 14 ereignet haben. Aber Alex erzählt auch von einem Besuch des Video-Assist-Centers in Köln und seiner Headset-Premiere als Schiedsrichter-Assistent, außerdem erfahren wir, wer der Lukas Podolski unter den Referees ist (jedenfalls nach Ansicht von Manuel Gräfe). Und schließlich sprechen wir darüber, warum es problematisch sein kann, bei der Seitenwahl »Schere, Stein, Papier« zu spielen.

CE091 Erfühltes Abseits

Erst haben wir monatelang Pause gemacht, jetzt geht es plötzlich Schlag auf Schlag. Aber die jüngste Folge hat nachgehallt, wenn auch glücklicherweise nicht im buchstäblichen Sinne (diesmal haben nämlich Puppen und andere Spielsachen für eine bessere Akustik gesorgt). Wir befassen uns ausführlich mit dem Thema Abseits, das die Bundesliga-Spieltage 20 bis 27 geprägt hat, und das keineswegs nur wegen der weiterhin fehlenden kalibrierten Linien. Außerdem gibt es ein bisschen Regelkunde und -historie für Rune Jarstein, hochgezogene Augenbrauen für Heribert Bruchhagen und ein gewisses Verständnis für Christian Streich. Darüber hinaus sprechen wir noch einmal anhand konkreter Beispiele über die Taktik des Schiedsrichters bei Spielleitungen und den berühmten Einstieg in die persönlichen Strafen.