Die Blog- & Presseschau für Donnerstag, den 24.01.2013

Willkommen zur zweiten Presseschau von Tobias. Heute gibt es einen bunten Strauß voller Themen. Vor allem Wirtschaftsprüfer, Anwälte mit dem Fachgebiet Vertragsrecht und Sprachwissenschaftler kommen auf ihre Kosten. Bevor es losgeht, ein kleiner Hinweis auf die neueste Folge von Collinas Erben. Die Ergebnisse des Sportbloggerawards dürften am Nachmittag eintrudeln.

presseschau

Das liebe Geld

Die DFL hat die Wirtschaftsdaten des abgelaufenen Jahres auf Bundesliga.de veröffentlicht. Es sind – wie soll es anders sein – Rekordzahlen. Wer eine komprimierte Darstellung inklusive einiger Grafiken möchte, sei Cristian Nyaris (bundesligafanatic.com) Zusammenfassung ans Herz gelegt.

Die Bayern landen in der Rangliste der umsatzstärksten Fußballklubs der Welt in den Top 10, berichten unter anderem die Ruhrnachrichten.

Bei den Damen läuft es indes nicht so rund: Der FCR Duisburg hat einen Insolvenzantrag gestellt. Friedhelm Thelen und Thomas Kristaniak (DerWesten.de) fassen die Fakten und Stimmen zusammen.

Marken

Tobias Schall (Stuttgarter Zeitung) stellt die Ergebnisse einer Markenstudie zu deutschen Sportvereinen vor. Eine hochspannende Sache, vor allem da die Studie verschiedene Sportarten abdeckt:

Tatsächlich ist ein klares Profil mehr als Folklore, es ist von zentraler Bedeutung für die Werbung und damit für Geldgeber. Eine gut positionierte, verwurzelte Marke hilft, sportlich schwere Phasen wirtschaftlich zu überstehen. Während etwa Frisch Auf Göppingen trotz einer schwächeren Saison auf eine starke Fanbasis bauen kann, gibt es bei 1899 Hoffenheim Absetzbewegungen – die TSG ist flüchtig, weil die Wurzeln fehlen.

Neymar gehört nicht nur zu den besten Fußballern der Welt, sondern auch zu den am besten vermarkteten. Stefan Moser (Spox) porträtiert den Star mit dem siebten Sinn für Dribblings und Sponsorenverträge:

Vergleiche zwischen ihm und Messi sind seither eine regelmäßige Rubrik im medialen Rummel um den hofierten Jungstar; sie bieten sich schon aufgrund der ähnlichen Fähigkeiten an. Allerdings ist Neymar längst mehr als nur ein spektakulär schneller Dribbelkünstler mit Torinstinkt und souveränem Abschluss. Mehr auch als nur Torschützenkönig und Sieger der Copa Libertadores und mehr als nur Südamerikas Fußballer des Jahres. Er ist nationales Heiligtum, Popstar und Politikum. Doch vor allem ist er eine perfekt inszenierte Marke.

Africa Cup

Jonathan Wilson (Guardian) porträtiert den Ivorer Gervinho, der bei seinem Verein Arsenal eine Witzfigur sei, im Nationaldress hingegen ein Torjäger:

At Arsenal he has become almost a joke figure. There is a fan who sits in front of the press box at the Emirates who has an enormous quiff and habitually wears an orange overcoat who seems these days to attend games for the express purpose of abusing Gervinho. He may be an extreme case but it doesn’t take much for fans to become impatient with Gervinho these days. And as their impatience has grown, so has Gervinho’s confidence dipped – and he seems very much a confidence player.

Capitol One Cup

Swansea City hat das Finale des englischen Ligapokals erreicht. Das Halbfinal-Rückspiel gegen Chelsea ging 0:0 aus. Überschattet wurde die Partie von einer Attacke gegen einen Balljungen. Chelsea-Spieler Eden Hazard trat diesen nieder, berichtet unter anderem Welt.de.

Als Spielverlagerung-Autor bin ich den Swansea-Lobpreisungen meiner Mitstreiter hilflos ausgeliefert. Mit dem Finaleinzug wird der walisische Klub sicher auch in den Fokus anderer Medien geraten. Alex Truica (Spox) legt vor und porträtiert Torjäger Michu:

Michu verzückt gerade die Insel: 13 Tore in 22 Premier-League-Spielen sind ihm für Swansea City gelungen. Gerade einmal 2,5 Millionen Euro zahlten die Swans im Sommer an Rayo Vallecano.

Gegner im Finale ist mit Bradford City ein Viertligist. Ron Ulrich (11Freunde) geht dem Klub auf die Spur:

Es passiert nicht oft, dass sich die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle eines Klubs so entschuldigen: »Tut mir leid, aber ich bin noch etwas mitgenommen von gestern Abend.« Doch bei Bradford City haben sie derzeit allen Grund, verkatert zu sein. Die Mannschaft aus der vierten englischen Liga schaltete im Halbfinale des englischen Ligapokals den Premier-League-Klub Aston Villa aus und steht damit im Finale.

Die Causa Benaglio

Es klingt unglaublich: Wolfsburgs Diego Benaglio hatte eine Klausel in seinem Vertrag, laut der sein Vertrag nur unter Felix Magath gültig ist. Prompt nach Bekanntwerden unterschrieb Benaglio einen neuen Vertrag. Der Wolfs-Blog fasst die Ereignisse des Tages zusammen.

Die Causa Compper

Marc Andruszko (Schlenzer.net) schreibt nach der Verbannung Comppers in die zweite Mannschaft einen kritischen Brief an Hoffenheims Manager Andreas Müller:

Warum haben Sie sich nicht ein­fach sau­ber von Comp­per getrennt? Man hätte sich viel­leicht kurz dar­über gewun­dert aber Sie hät­ten es mit ein biss­chen Geschick unpro­ble­ma­tisch vor den Medien ver­tre­ten kön­nen. Wenn einem Ver­ein die Dis­kus­sion um Möchtegern-Stars nichts nützt, dann der TSG Hof­fen­heim. Sie haben sich mit die­ser Aktion quasi selbst kari­kiert. Und die Fuß­ball­na­tion lacht ein­mal mehr über die TSG Hof­fen­heim, den Ver­ein, der eigent­lich längst den Ruf des Inves­to­ren­ver­eins abge­streift haben sollte, selbst­stän­dig agie­ren und sich von Diet­mar Hopp eman­zi­pie­ren wollte.

Simon Rolfes

Sebastian (Halb04) meint, eine Lobpreisung Simon Rolfes’ sei überfällig:

Am Montag wurde unser Kapitän 31 Jahre alt, aber das ist nur der Aufhänger für eine längst fällige Wertschätzung. Als alter Hase verschrien und von vielen Fans in Gedanken schon aussortiert, zeigt Rolfes in dieser Saison eindrucksvoll, warum er noch immer den Platz als Spielführer betritt.

Doping

Blutkontrollen sind im Fußball noch immer mehr die Ausnahme denn die Regel – angeblich aufgrund Finanzierungsschwierigkeiten, berichtet Daniel Drepper (Fußballdoping.de):

Erstaunlich, dass dem deutschen Fußball ein paar hunderttausend Euro fehlen, um Blutkontrollen zu finanzieren. Die nötige Summe würde ungefähr einem Promille des jährlichen Umsatzes des deutschen Profifußballs entsprechen. In der englischen Premier League und in der italienischen Serie A sind Blutkontrollen längst Alltag.

Der Prozess gegen Fuentes startet nächste Woche, es sollen jedoch nur seine Verbindungen in den Radsport verhandelt werden. Das Thema Doping wird in den nächsten Wochen aber auf jeden Fall steigende Konjunktur haben. Jonathan Sachse kündigt auf seinem Blog eine intensive Berichterstattung an.

Passend zum Prozessbeginn hebt die spanische Justiz ein Doping-Labor aus, schreibt Spiegel Online.

Fans

Kesterter und Doro (Schwatzgelb.de) interviewten die Verantwortlichen der Fanvereinigung SKWK von Wisla Krakow. Im Vergleich zu den Maßnahmen in Polen wirkt das umstrittene Sicherheitskonzept wie ein Kindergeburtstag:

In Polen gibt es ein Gesetz über die Durchführung diverser Massenveranstaltungen, was die Bedingungen regelt unter denen ein Fußballspiel stattfinden muss. Dieses Gesetzt besagt, dass jeder, der ein Spiel besuchen will, seine privaten Daten veröffentlichen muss. Die Umsetzung mündete in der Einführung der Karta Kibica, die neben den privaten Daten (Name, Vorname, Identifikationsnummer) auch ein Lichtbild des Stadionbesuchers erfasst. Darüber hinaus werden alle Eintrittskartentypen auf dieser Karte gebucht.Wenn wir Karten für ein Auswärtsspiel bestellen wollen, dann muss dem Heimverein eine volle Liste zugeschickt werden, mit den persönlichen Daten der Gästefans.

Christoph Ruf (Spiegel Online) nimmt sich noch einmal den Pyro-Vergehen der Frankfurter Fans an.

Bernd Müllender (taz) interviewt ein Mitglied der Aachener Ultras zum Thema Karlsbande.

Medien

Kai Pahl (allesaussersport) berichtet in seiner heutigen Screensport-Ausgabe, dass die Siegener Zeitung berichtet, dass Sport1 künftig mehr Spiele aus der Regionalliga West zeigen möchte. Es sei ein Dienstagsspiel angedacht.

Handyempfang

Fans und vor allem Journalisten können ein Lied davon singen: Der Handyempfang in deutschen Stadien ist, freundlich gesagt, unter aller Sau. Matthias in der Weide (Schalkefan.de) möchte ein “Ranking des Mobilfunkempfanges” erstellen und freut sich über jede Mithilfe.

Linguistik

Trainer Baade beweist mal wieder seine Affenliebe zum FC Bayern. Er fordert mehr Kreativität im Sprachgebrauch der Kommentatoren. Warum den FC Bayern nicht einmal als “Rekordfinalverlierer” bezeichnen? Die passenden Statistiken liefert der Trainer gleich mit.

Niko Hinz (Sportsaal.de) kritisiert den grassierenden Superlativ-Wahn im Sportjournalismus im “kritischsten Artikel über Superlative aller Zeiten”:

Wo man hinschaut, man wird überhäuft mit Superlativen: “Schönstes Tor aller Zeiten”, “Geilste Parade der Fußballgeschichte”, “Witzigster Freistoß seit Erfindung des Sports”, “Bester Spieler seit Pélé”, “Brutalstes Foul seit Menschengedenken”. Besonders bei Facebook und Twitter versuchen allerlei Fußball-Seiten ihre Videos und Geschichten mit immer tolleren Überhöhungen zum Klickmonster zu machen. Aber auch in den Zeitungen und ihren Online-Auftritten gibt es häufig keine Chance, der Superlativierung zu entkommen. Kaum ein Tag ohne ein Spektakel, eine Sensation, eine Blamage, einen Skandal; jeder Regionalligakicker ist ein Star, jedes Tor ein Traumtor, jedes 4:1 ein Kantersieg, kaum ein Adjektiv kommt mehr ohne die magische Endung -ste aus.

Rausschmeißer

Zum runden Leder” zeigt ein gemeines Foul – eines Schiedsrichters.

In Frankfurts U-Bahnen sind die besten Eintracht-Spieler aller Zeiten “tragende Säulen”, berichtet Herr Pelocorto (“Zum runden Leder“)

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