CE62 – Werkzeug oder Waffe?


In unserer Geburtstagsfolge besprechen wir die Aufreger aus Bundesliga, Europameisterschafts-Qualifikation und Champions League. Großes Augenmerk legen wir dabei auf die Premiere des Freistoßsprays in der Bundesliga sowie auf Alex' Balkon, und wir setzen uns mit der eruptiven Reaktion auf einen Handelfmeter in Mönchengladbach auseinander.
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Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

Wir freuen uns über eure Kritik, euer Lob, eure Wünsche. Sendet uns dazu einfach eine Sprachnachricht.

Links: Das Freistoßspray im Selbstversuch mit Katze — In der offiziellen Schiedsrichter-Zeitung des DFB ist ein Porträt von »Collinas Erben« erschienen — Das UEFA-Video zu den Additional Assistant Referees — Das ZDF hat Thorsten Kinhöfer zum Thema Freistoßspray befragt — In den Niederlanden hat sich ein Keeper während des laufenden Spiels neben seinem Tor erleichtert — Gelb für Edinson Cavani von PSG für seinen »Gewehr-Jubel« — Ungemach für einen Regionalliga-Schiedsrichter, der sich auf Facebook zu seinem Lieblingsverein bekannt hat — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de zum siebten und zum achten Spieltag —Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

Shownotes: 0:00 Intro: Favre in Rage – 1:50 Das Freistoßspray im Selbstversuch – 5:30 Alex‘ Einsatz als Assistent im Mittelrhein-Pokal – 7:10 Ändert sich das Dopingkontrollprozedere in der Bundesliga? – 9:00 Die Schiedsrichter-Zeitung des DFB hat uns porträtiert – 10:30 Reduzierung der Sperre von Darida und eine Korrektur – 14:20 Champions League, 2. Spieltag, Schalke 04 – NK Maribor (Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo): Sichtbehinderungsabseits – 20:15 Bayer 04 Leverkusen – Benfica Lissabon (Martin Atkinson): Zur Aufgabe der Additional Assistant Referees – 30:30 ZSKA Moskau – FC Bayern (William Collum): Zwei klare Fehler, und keiner hat sich beklagt – 35:45 EM-Qualifikation, 2. Spieltag, Polen – Deutschland (Pedro Proença): Von Armeinsätzen und dem ungewöhnlich großen Aktionsradius des Vierten Offiziellen – 48:10 Bundesliga, 7. Spieltag, Borussia Mönchengladbach – Mainz 05 (Manuel Gräfe): Lucien Favres Eruption und Lutz Michael Fröhlichs Sachlichkeit – 1:16:10 Borussia Dortmund – Hamburger SV (Felix Zwayer): Kein Gelb für Durm? – 1:17:15 VfL Wolfsburg – FC Augsburg (Markus Schmidt): Der Schlappen auf dem Gemächt – 1:22:30 8. Spieltag: Alles Wissenswerte zum Freistoßspray – 1:35:30 Antworten auf die Fragen von Hörern – 1:41:00 Kurioses aus Holland, Frankreich und Deutschland

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23 comments » Write a comment

  1. Dieses Zuzeln-Geräusch am Anfang und Ende eines O-Tons solltet ihr vielleicht mal überdenken, das ist ja grausig anzuhören.

  2. Gerade eben Galatasaray gegen Dortmund, Ende erste Halbzeit:
    Ein Dortmunder schießt aufs Tor, Torhüter faustet zur Seite, also eine denke ich beabsichtigte Abwehraktion. Ein Dortmunder der im Abseits stand rennt hinterher und bekommt nahe dem Seitenaus den Ball. In diesem Moment wird auf Abseits entschieden. Richtig so?

    • Ja, die Entscheidung war richtig. In der Regel 11 (Abseits) ist festgelegt, dass ein Spieler u.a. dann für seine Abseitsstellung bestraft wird, wenn er aus seiner Position einen Vorteil zieht. Wörtlich heißt es dort: »›Aus seiner Position einen Vorteil ziehen‹ heißt, dass der Spieler aus einer Abseitsstellung einen Vorteil erlangt, indem er den Ball spielt, […] der aus einer absichtlichen Abwehrreaktion von einem gegnerischen Spieler zurückprallt, abgelenkt oder zu ihm gespielt wird.« Davon zu unterscheiden ist das absichtliche Spielen des Balles durch einen Verteidiger oder Torwart, ohne dass es sich dabei um eine unmittelbare (Tor-)Abwehrreaktion handelt. In diesem Fall wäre das Abseits aufgehoben.

      Videobeispiele für diesen Unterschied zwischen »deliberate save« (wie im von dir genannten Beispiel) und »deliberate play« finden sich hier:
      http://www.law-11.com/deliberate-save
      http://www.law-11.com/delib-play–deflection

      • Vielen lieben Dank nochmal für die Links!

        Es gibt also auch bei diesen feinfühligen Bestimmungen die sogenannte “Grey Area”, wo es eben nicht ganz eindeutig ist. Was auffällt, dass man einem Profi Fussballer in etwa 0,5 Sekunden Reaktionszeit zumutet, alles darunter ist oft ein Zeichen für deflection —> Abseits.

        Auf den Amateurplätzen dieser Welt ist sowas ohne Assistenten sehr oft nur schwer erkennbar, es ist wichtig, dass man diese Aspekte verinnerlicht, aber in der Praxis sowas dann alleine umzusetzen, stelle ich mir sehr sehr schwer vor.

        In den kommenden Wochen gibt es eine Bestandsaufnahme und wir treffen uns nochmal mit den Paten / 4. Offiziellen und machen eine Auswertung. Bin ich sehr gespannt was dabei raus kommt. Bei diesem Lehrgang steht auch nochmal das Thema Abseits auf der Agenda. Mal sehen worum es im Detail gehen wird.

  3. Bzgl. Elfmeter und zu früh Reinlaufen…

    Alex sagte, dass wenn der Ball drin ist und ein Spieler der angreifenden Mannschaft zu früh einläuft, soltle man wiederholen lassen. Wieso eigentlich? Wenn der Ball direkt im Tor ist, ist es doch eigentlich egal, ob und wie viele Spieler zu früh reinlaufen, denn keiner erzielt daraus einen Vorteil. Das wäre – zumindest meiner Meinung nach – im Sinne des Fußballs.

    Ein sehr krasses Beispiel dafür gab es ja in der Begegnung Dortmund – Hoffenheim in der Saison 2010/11 wo Wolfgang Stark einen Elfmeter hat wiederholen lassen, weil Lukas Barrios mit einem Fuß (wenn überhaupt) im Strafraum war – der Ball war drin und wurde daher nicht anerkannt.
    Umso absurder wurde es ja, da bei der Wiederholung, die gehalten wurde, deutlich mehr Spieler beider Teams deutlich weiter schon reingelaufen waren…

    • Wenn du festlegst, dass bei der Ausführung eines Strafstoßes alle Spieler außer dem Schützen und dem Torwart den Strafraum sowie den Teilkreis verlassen müssen, dann musst du auch festlegen, wie du Verstöße gegen diese Bestimmung zu sanktionieren gedenkst. Ansonsten könntest du es den Mitspielern des Schützen auch gleich gestatten, bei der Ausführung im Strafraum zu stehen. Bei allen anderen Spielfortsetzungen haben die Teamkollegen des jeweils ausführenden Spielers ja auch keinen Abstand einzuhalten, beim Strafstoß als der schwersten Spielstrafe dagegen gibt es diese Ausnahme: Schütze gegen Torwart, eins gegen eins, und niemand darf in den Strafraum eindringen, bis der Ball gespielt worden ist.

      Du schreibst, wenn der Ball ins Tor gehe, ziehe niemand einen Vorteil daraus. Aber stell dir vor, wie es für den Torwart ist, wenn mit dem Schützen noch fünf weitere Angreifer in den Strafraum laufen. Ich glaube schon, dass das den Keeper beeinträchtigt und den Stürmern damit hilft.

  4. Ein bisschen bedauerlich finde ich es schon, dass die Absurdität eines der Kernpunkte in Favres, nun ja, Argumentation, der Pinguingang (meine Formulierung, nicht Favres) in Eurer Betrachtung außen vor geblieben ist.

    Zum einen deshalb, weil ich den Punkt für relevant und Favres Vokabel “absurd” für treffend halte. Hier haben die Spieler ebenso offenbar auf die Auslegung durch die Schiedsrichter reagiert, wie es zuvor das IFAB auf den Umgang der Spieler mit der alten Auslegung getan haben dürfte, und das Ergebnis hat in diesem konkreten Fall wenig mit dem zu tun, wie ich mir Fußball vorstelle. Aber egal, wir hatten uns dazu ja schon ein bisschen ausgetauscht, Alex.

    Viel interessanter, und damit wäre ich beim fehlenden “zum anderen”, erscheint mir der Umstand, dass Ihr ja Favres O-Ton, der ganz offensichtlich auch eine optische Komponente hatte (“Man sieht die Spieler, manchmal, sie sind so in der Strafraum, und sie laufen so“), eben dieser beraubt. Ich hätte mir im Podcast selbstverständlich mindestens eine Beschreibung, lieber allerdings analog zum Rasierschaum ein absurdes Begleitvideo gewünscht: die Katze im Pinguingang. Als zweitbeste Lösung dann halt einer von Euch, so sie es nicht hinbekäme.

    Vielleicht will ich auch nur auf Teufel komm raus unterhalten werden. Verzeihung.

  5. Im Spiel Leverkusen vs. Schalke (9. Spieltag) gab es gegen Ende des Spiels einen Platzverweis für den Leverkusener Tin Jedvaj. Dieser ist gegen Jan Kirchhoff böse eingestiegen. Platzverweis geht wohl in Ordnung. Was allerdings meiner Meinung nach gar nicht geht ist das Verhalten von Kirchhoff. Nach dem Foul windet der sich auf dem Boden als ob er kurz vor dem Ableben stehen würde. Als er sieht, dass der Schiedsrichter Rot für den Gegenspieler zieht, setzt von einer Sekunde auf die andere eine Spontanheilung ein und steht auf und sagt dem Gegenspieler noch seine Meinung.
    Meiner Meinung nach ist das auf jeden Fall mal eine bodenlose Frechheit. Tatsache ist, dass er durch simulieren von Schmerzen doch versucht Einfluss auf den Schiedrichter zu nehmen und ihn zu einer härteren persönlichen Strafe “zu motivieren”. Gibt das Regelwerk in diesem Fall eine Möglichkeit vor, dagegen vorzugehen? Entweder für den Schiedsrichter direkt oder anschließend am “grünen Tisch”?

    Generell bin ich der Meinung, dass von vielen Spielern bei auch bei einem kleinen Kontakt öfters mal der sterbende Schwan aufgeführt wird. Der Spieler windet sich vor Schmerzen auf dem Boden, der Schiedsrichter unterbricht das Spiel (und verhindert evtl. noch einen Angriff des Gegners) und kommt zum Spieler um nach ihm zu schauen. Sobald der Schiedsrichter die Hand auf den am Boden liegenden Spieler legt erfährt auch dieser eine spontane Heilung. Da ich nicht glaube, dass Schiedsrichter heilende Hände haben, liegt auch hier der Verdacht nahe, dass da simuliert wird um sich (oder seiner Mannschaft) einen Vorteil zu verschaffen.
    Wäre es hier nicht eine Überlegung wert, die Regeln in diesen Fällen abzuändern und sich z.B. am American Football zu orientieren? Dort ist es so, dass ein Spieler der eine Unterbrechung verursacht hat für mindestens einen Spielzug das Feld verlassen muss um seine Ausrüstung zu überprüfen bzw. sich behandeln zu lassen. Da beim Fußball keine Spielzüge durchgeführt werden, sollte man vielleicht sagen: Wer eine Unterbrechung verursacht hat geht für 2 Minuten (bzw. andere Zeit, diskussionsspielraum) raus und kann dort behandelt werden um eine ernste Verletzung auszuschließen.
    Meine Vermutung wäre, dass nach der Einführung einer solchen Regel die “Winselei am Boden” nach minimalen Kontakten sofort ein Ende hätte.

    • Wir werden in der nächsten Podcastfolge auf diese Szene eingehen, deshalb an dieser Stelle nur der Hinweis darauf, weil die Antwort etwas umfangreicher ausfallen wird.

  6. Hi,
    dass das Schulungsvideo nicht veröffentlicht werden kann, weil der DFB nicht die Rechte an den von der DFL produzierten Bildern hat, kann man schon als Treppenwitz auffassen. Auch wenn man offensichtlich bei der Rechtevergabe geschlampt hat, sollte es relativ problemlos (sprich: für kleines Geld) möglich sein, diese Rechte zurück zu erwerben, denn ausserhalb von Forschung und Lehre dürften diese alten Szenen inzwischen grossteils bedeutungslos geworden sein. Sieht für mich eher so aus, als ob der DFB bzgl. Kommunikation noch nicht so recht in diesem Jahrhundert angekomen ist.
    Am meisten würde mich ja interessieren, ob man aus dem Video herauslesen könnte, dass die Szene bei Augsburg-Bremen (dass Hineingrätschen Mölders vor dem 2:2) als aktiv gewertet werden sollte.

    Apropo Kommunikation des DFB:
    Dass Fandel sich mit dem Regelwerk bestens auskennt, ist wohl unstrittig. Warum verwendet er dann in seiner Erklärung zum Harnik-Tor den falschen Terminus? Dass der Ball nicht “abgeprallt” ist, ist offensichtlich, die Frage lautet doch “abgelenkt” oder “gespielt”? Und seine Beschreibung “reagiert auf den heranfliegenden Ball” hört sich für mich eher nach einem “abgelenkten” Ball an. Schade, dass die Fernsehsender (die, die ich konsumiert habe) keine Nahaufnahme des verteidigenden Spielers geliefert haben, so ist (mir zumindest) die Bewertung der Szene unmöglich.
    Dazu fällt mir ein: Was ist eigentlich die “offizielle” Deutung des Brandy-Tores aus der letzten Saison gewesen (2.Liga, 9. Spieltag, Paderborn-Union, 0:1, angesprochen in CE35)? Die Szene erscheint mir vergleichbar mit der aktuellen zu sein, damals war Eure erste Einschätzung “abgelenkt”. Ich meine, dass Fandel dazu auch was im Sportstudio gesagt hätte (bzw. der Kommentatorenbewertung zumindest nicht widersprochen) aber was er gesagt hatte, fällt mir leider nicht mehr ein.

    • Zum Schulungsvideo: Die meisten Szenen stammen aus WM-Spielen, nur wenige aus Bundesligapartien. Eine Abseitsszene, die Rückschlüsse auf die Szene mit Mölders bei Augsburg – Bremen zuließe, ist nicht dabei.

      Zum Harnik-Tor: In der Sportschau gab es eine Zeitlupe zu sehen, die aus meiner Sicht eher auf ein (als absichtlich zu wertendes) Spielen schließen ließ als auf ein unabsichtliches Ablenken. Aber es ist sicherlich ein Grenzfall. Das Für und Wider habe ich hier ein bisschen zu erörtern versucht: http://www.n-tv.de/sport/fussball/collinas_erben/Bayer-vernoergelt-sich-Frankfurt-lernt-dazu-article13848161.html – Wir werden aber auch in der nächsten Podcastfolge ausführlich über die Szene sprechen.

      Zur offiziellen Deutung des Brandy-Tores kann ich leider nichts sagen. An Fandels Aussage im Sportstudio erinnere ich mich auch nicht mehr, und in der offiziellen Schiedsrichter-Zeitung stand dazu nichts (ich hab’s eben noch mal nachgesehen).

  7. Hallo,
    ich habe mal eine tiefergehende schiedsrichterpsychologische Frage, bei der mal den Vergleich mit anderen Sportarten ziehen möchte: Im NBA-Basketball gibt es eine Regel, die es der Schiedsrichterkommission nach dem Spiel ermöglicht für “Flopping” (das Basketball-Pendant zur Schwalbe) einen Spieler mit Geldstrafen bis hinzu Spielsperren auszusprechen (Dazu das Erklärungsvideo der NBA, das man schon alleine aufgrund der großartigen Stimme des Kommentators anschauen sollte: http://youtu.be/3I65Lqjh4fo ). Im Eishockey bekommt man, wenn man dem Gegenspieler den Schläger zwischen die Beine steckt, eine Zwei-Minuten-Strafe. Wenn der gefoulte Spieler dann aber mit einem dreifachen Rittberger zu Boden geht, bekommt dieser dafür ebenso eine Zwei-Minuten-Strafe für eine Schwalbe.
    Alex meinte hierzu einmal, dass der Schiedsrichter schon eine eindeutige Entscheidung zu treffen habe. Das ist zwar meistens richtig, meiner Meinung nach aber nicht immer zielführend. Dabei denke ich speziell an Szenen, in denen ein Spieler nach einem leichten Schubser gegen die Brust zu Boden geht und sich das Gesicht hält. Darin sehe ich im Versuch eine rote Karte zu provozieren eine mindestens genauso bestrafenswerte Täuschung des Schiedsrichters wie bei einer Schwalbe im Strafraum. Hier würde ich gerne die Möglichkeit einer Bestrafung durhc den Schiedsrichter (oder eine nachgestellte Kommission) sehen. Und da es in anderen Sportarten eben so gehandhabt wird, finde ich das zumindest diskussionswürdig.

  8. Angenommen, ein Spieler will seinen Gegenspieler umarmen und ein bisschen kuscheln. Ist das unsportlich? Gibt das eine Karte?

    • Wenn der Gegenspieler erkennbar einwilligt, ist daran nichts auszusetzen. Wenn nicht, gibt es ein sanktionsbedürftiges Problem, das nach Ermessen des Schiedsrichters mit einer Ermahnung oder Verwarnung zu lösen ist.

      • Gibts bei Einwilligung grenzen? Zungenkuss? am besten in Moskau?
        Sind eigentlich beim Fußball, ähnlich wie bei Olympia politische statements untersagt?
        was sind die maximalen Strafen?

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