#Link11: Ende mit Schrecken?

Aufgrund der Ereignisse um die Korruptionsvorwürfe gegen den DFB fällt der obligatorische Bundesliga-Teil der Montags-Link11 heute ausnahmsweise geringfügig kleiner aus, als sonst. Nicht, dass es dort nicht genügend Aufreger-Material gegeben hätte.

Die Umbenennung in “#Skandal11” ist bereits beim Fokus Fussball Ältestenrat beantragt.
blogundpresseschau

1. Zunächst das Wesentliche: Der Spiegel vermeldete in Kooperation mit Investigativjournalist Jens Weinreich, der DFB habe (womöglich) die Vergabe der WM 2006 mit Geldern aus einer von Adidas-Chef Dreyfus (Ja, der mit den Honeß-Millionen) befüllten “schwarzen Kasse” “gekauft”. Beckenbauer und Niersbach wurden als Mitwisser genannt.

2. Die Reaktion des DFB erfolgte (beinahe) prompt inform einer Presseerklärung und eines Interviews von Wolfgang Niersbach auf der Verbandswebseite. Zudem zog der Verband den bekannten Medienanwalt Dr. Christian Schertz als Berater und Pressekontakt hinzu.

»Ich kann mich daran absolut nicht erinnern, zumal ich in meiner Eigenschaft als OK-Vizepräsident Marketing und Medien nur sehr bedingt in wirtschaftliche Transaktionen eingebunden war. Ich möchte daher die Redaktion des “Spiegel” bitten, uns dieses Papier zu überlassen, um nachvollziehen zu können, worum es sich handelt und ob es überhaupt meine Handschrift ist.«

Für den ehemaligen DFB-Pressesprecher Harald Stenger lassen diese Statements viele Fragen offen (Deutschlandfunk). Jürgen Dahlkamp findet Niersbach unglaubwürdig und legt dem DFB-Präsidenten, der seine Ehre verloren habe, den Rücktritt nahe (Spiegel). Oliver Fritsch merkt an, es gebe nicht erst jetzt Anlass, an Niersbachs Integrität zu zweifeln (Zeit). Dazu passt, dass selbiger wohl schon im Sommer von drohendem Ungemach wusste – und das seinen Verbandskollegen verschwieg (RP Online).

3. Aus dem DFB-Skandal droht seit dem gestrigen Sonntag auch ein mediales Kräftemessen zu werden. Zunächst griff Alfred Draxler, Niersbach/Beckenbauer-Intimus und Chef der SportBild den Spiegel-Beitrag auf schärfste an und nannte die Anschuldigungen gegen Wolfgang Niersbach eine “Intrige” Theo Zwanzigers (später am Tag nannte auch Ex-FIFA-Sprecher Guido Tognoni beim Aktuellen Sportstudio Zwanziger als “undichte Stelle”). Am Abend dann kam es bei Sky90 und auf Twitter zum Eklat. Spiegel-Autor Jens Weinreich wurde der Sendung zugeschaltet; nach DFB-Pressekontakt Dr. Christian Schertz, der ebenfalls heftig austeilte, was Weinreich laut eigener Aussage vorher nicht vom Sender angekündigt worden war und ihn seinerseits zu einer recht heftigen Reaktion verleitete. Draxler und sein Arbeitgeber warteten derweil bereits im Netz, wo dann zunächst gepoltert und anschließend noch ein wenig gedroht wurde. Die Gegenkampagne läuft.

4. Die öffentliche Demontage von Schalke-Manager Horst Heldt geht weiter. Zunächst bestätigte Mainz 05s Präsident Strutz ein Angebot an den als Nachfolger gehandelten Manager Christian Heidel (Kicker), dann sprach ein zerknirschter Heldt im sonntäglichen Doppelpass bemerkenswert offene Worte zur Situation (Sport1) und stichelte anschließend gegen seinen Nachfolger, der wiederum im Clinch mit seinem Präsidenten Strutz zu liegen scheint, schreibt Daniel Meuren (FAZ).

5. Apropos… zum (dramatischen) Bundesligaspiel zwischen Schalke und Hertha BSC gibt es bei Spielverlagerung eine taktiklastige Nachbesprechung. Die “Knappen” wussten zwar abermals nicht gänzlich zu überzeugen, doch Torsten Wieland hat gespürt, dass sich etwas verändert hat, im Staate Gelsenkirchen (Königsblog).

6. Der FC Bayern stellte gegen Werder standesgemäß einen weiteren Rekord auf. Der Spielverlagerung fehlte dennoch der “Glanz” in Bayerns 5-4-1 System. Die taz findet das alles langweilig und will den Rekordmeister daher künftig nicht mehr erwähnen (Fußball-Level: Lord Voldemort).

“Wo ist denn eure Lösung? Ihr schreibt immer, es ist schlecht oder scheiße. Meine Tochter und jede Oma und jeder Opa im Stadion sieht, dass es scheiße ist. Ihr erklärt, dass Werder im Arsch ist. Habt ihr gedacht, wir sind Teilnehmer an der Champions League?”

Werder Coach Viktor Skripnik machte dagegen nach dem Spiel mal so richtig reinen Tisch. Zunächst kanzelte er auf der Pressekonferenz die anwesenden Journalisten ab, danach sprach er offen von seinem Abschied (Welt).

7. Das Spiel des FC Köln gegen Hannover wurde durch ein grotesk irreguläres Tor entschieden. n-tv berichtet von einem Skandalspiel. Bei der Welt kritisiert man, dass grob unsportliche Aktionen mittlerweile als normaler Bestandteil des Spiels wahrgenommen werden. Der 4. Offizielle verdaut das nervenzehrende Spiel unter Zuhilfenahme des alten Hausfrauenrezeptes “Kaffee und Kippe”.

8. Ausführlich beschäftigt sich wie immer der Rasenfunk mit dem Bundesligaspieltag. Wem hier zu viel Skandal und zu wenig Spieltag war, dem seien die mit sonoren Stimmen vorgetragenen Weisheiten von Max-Jacob Ost, Steffen Meyer und Tobias wärmstens empfohlen (Rasenfunk). Aus aktuellem Anlass gibt es beim Forecheck Podcast heute wieder ein (etwas älteres) Gespräch zwischen Christoph Fetzer und Alex zu hören, in dem die Möglichkeit einer Strafraum Challenge diskutiert wird.

9. Aktuell häufen sich (wieder einmal) die Berichte über ein erhöhtes Depressionsrisiko bei Profifußballern. Für Francois Duchateau auch eine logische Folge der immer früher einsetzenden, immer schneller steigenden psychologischen Belastung im Jugendspieleralter. Für die Welt schrieb er über den in diesem Zusammenhang interessanten Job des von Bayer Leverkusen angestellten “Mentalcoaches” Christian Luthardt.

10.

“Was bei den ersten Versuchen im Fahrschulauto der Fahrlehrer mit der Notfallbremse auf dem Beifahrersitz ist, kann für den angehenden Unparteiischen seit einigen Monaten der sogenannte Tandem-Schiedsrichter sein.”

Auch für die Unparteiischen steigt der Leistungsdruck stetig. Aus diesem Grund soll ein neues Pilotprojekt die schiedsrichterliche Ausbildung revolutionieren. Nino Duit hat sich mit der Sache befasst (SZ).

11. Jürgen Klopps erstes Spiel als Trainer des FC Liverpool ist absolviert. Es endete trotz zahlreicher Ausfälle mit einem 0:0 gegen die zuletzt starke Tottenham Hotspur. Einen geschulten Blick warf abermals die Spielverlagerung auf das Geschehen. [SPOILER] Kann Spuren von Gegenpressing enthalten!

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Alexander Zornigers Taktik kommt bei Spox-Experte Martin Himsl nicht uneingeschränkt gut weg. Er beantwortet Andeas Lehner Fragen zur VfB Saison im Interview.

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