#Link11: Montag

Guten Tag miteinander. Heute: Das letzte Länderspiel, das nächste Länderspiel, Mario Götze Fußballgott. Island hui, Holland pfui. Die Transfersummen sind Wahnsinn (Hölle Hölle Hölle), Trainer Abnutzungsobjekte und Dirk Dufner gar nicht so übel. So weit, so gut.

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1. Am Freitag sprang die deutsche Nationalmannschaft in Frankfurt mit einem 3:1 gegen Polen an die Spitze ihrer EM-Qualifikationsgruppe. Oliver Fritsch (Zeit) handelt viele interessante Aspekte des Spiels in einem kompakten, dennoch meinungsstarken und ausgeschmückten Text ab.

Die Nationalelf war seit dem WM-Titel im Sabbatical gewesen, im Füße-Hochlegen-Modus. Nun sind Ernsthaftigkeit, Siegeswille, Spielfreude und Vorfreude auf Taten wieder da, auch wenn ein paar alte, kleine Mängel geblieben sind.

2. Thomas Hummel (SZ) hebt in seinem Bericht die von Fritsch etwas vernachlässigte Figur des Doppeltorschützen und Matchwinners Mario Götze hervor. Der war mit seiner Leistung durchaus zufrieden:

»Das hätte – auch für mich persönlich – deutlich schlechter laufen können.«

3. Beve hat das Spiel als Frankfurter und Mitorganisator gesehen, ohne mitzufiebern. Und das aus Gründen:

Deutschlandfähnchen mit Werbeaufdruck, sündhaft teure und langweilige Choreographie, Cowboyhüte, Plastikgirlanden in schwarz-rot-gold, Kleiderordnung für Fahnenträger, dem Sponsor angepasst (Schuhe natürlich aus eigenen Beständen), alles ist geregelt und definiert, interessengesteuert, sauber, klinisch, leblos. Ich habe es ja nicht so mit Nationalstolz und solange kein Eintrachtler dabei ist, bin ich bei einem Freundschaftsspiel des FSV aufgeregter als bei solch Veranstaltungen.

4. Am heutigen Abend soll in Glasgow mit einem Sieg über Schottland die Qualifikation zur EM bestenfalls schon vollendet werden. Christian Kamp (FAZ) merkt an, dass Löw dabei auf einen Zwei-Klassen-Kader setze und sich ohnehin eher an der WM 2018 ausrichte.

5. Abseits der deutschen Gruppe gehört die isländische Nationalmannschaft zu den positiven Überraschungen des Wettbewerbs. Der frühere VfB-Profi und heutige Trainer der isländischen U21-Nationalmannschaft Eyjólfur Sverrisson sprach im Deutschlandfunk über die Entwicklung des Fußballs auf der Vulkaninsel.

6. Wo die isländischen Gewinner sind, ist der Weg zu den niederländischen Verlierern nicht weit. Nach zwei Niederlagen am Quali-Wochenende liegt der WM-Dritte nur noch auf dem vierten Platz seiner Gruppe und muss auf eine Niederlage der Türkei hoffen. Francois Duchateau (WAZ) mit einem ganz kurzen Abriss des Abstiegs.

7. Schluss mit dem Kulturpessimismus. Schluss mit dem »Wahnsinn«. Schluss mit der Abgrenzung der gesunden Bundesliga von der perversen Premier League. »So läuft’s Business«, konstatiert Gegen den Ball.

Die absolute Höhe der entsprechenden Summen kann eigentlich nur dann Gegenstand kritischer Betrachtung sein, wenn man entweder 1) den kapitalistischen Profifußball […] als ganze ablehnt, oder wenn man 2) annimmt, den spekulativen Investitionen zum Beispiel der Premier League-Clubs lägen falsche Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Einnahmen zugrunde. Der erste Punkt ist nachvollziehbar, die daraus zu ziehenden Konsequenzen schon komplizierter. Der zweite Punkt überzeugt mich gar nicht. Denn die Premier League-Clubs haben ja durch den neuen Fernsehvertrag, der ab dem kommenden Jahr in Kraft tritt, garantierte jährliche Einnahmen, die es ihnen erlauben, die meisten deutschen Clubs (und den Rest Europas ohnehin) einfach aus dem Markt zu drängen.

8. Wie die »englische Vormacht« im Einzelnen aussieht, wo die vermeintlich gesunde Bundesliga der englischen Liga in »perverser« Ungleichverteilung sogar voraus ist, und in welcher Klasse von Transfers die Besorgnis zu verorten sein sollte, dröselt Constantin Eckner in seinem Blog auf.

9. Trainer sind Abnutzungsobjekte. Daniel Theweleit sucht im Deutschlandfunk nach Rahmenbedingungen und Führungsstilen, die Einfluss auf den Grad der Abnutzung haben. Besonders spricht er dabei über den diesjährigen Abgang Jürgen Klopps und den sich abzeichnenden Abschied Pep Guardiolas im kommenden Jahr.

10. Vom Trainerposten zum Sportdirektor: Dirk Dufners Zeit bei Hannover 96 ist vorbei. Mit Abschluss des Transferfensters verließ er den Verein nach zweieinhalb Jahren. Niemals allein setzen sich differenziert mit dem Geleisteten des Sündenbocks auseinander.

In der gerade beendeten Transferphase zeigte sich nun, dass Dufner hinten den eigenen Präferenzen zurückstehen kann und die Wünsche des Trainers in dem vom Verein vorgegebenen Rahmen erfüllt: Michael Frontzeck (und Martin Kind) wollten schnelle, junge, physische, simple Fußballer – und sie bekamen sie.

11. Der SV Babelsberg 03 hat mit »Welcome United« eine Fußballmannschaft aus Flüchtlingen zum Spielbetrieb angemeldet. Eine ARD-Reportage hat Werden und Sein des Teams verfolgt und ist nun in der Mediathek verfügbar.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von Freitag: Benjamin Weigelt wurde 33.)

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Field Reporter

»Ich kann nicht sagen, ich habe 150 Bundesliga-Einsätze, und ich habe in der Champions League gespielt. Was auf der deutschen Autogrammkarte steht, ist wenig wert in England. Denn die Briten sind doch sehr auf ihr eigenes Land fixiert. Sie kennen ihre englischen Spieler bis in die vierte Liga hinein, aber mit der deutschen Bundesliga beschäftigen sie sich nicht.«

Sebastian Prödl, Österreicher in der englischen Liga, erklärt dem deutschen Weser-Kurier ein wenig den britischen Fußball.

Mixed Zone
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