#Link11: Humor in die Kurven!

Kritik am kommerziellen Modell von Rasenballsport Leipzig ist legitim. Natürlich ist es diskutabel, ob der hier beschrittene Weg zum Beispiel besonders sympathisch ist. Aber was sich in Karlsruhe bei der Partie gegen Leipzig abspielte, das ist schlicht unter aller Kanone. Von Bullenseuche schwadronierten die KSC-Fans mit einer großen Choreographie, die die Badener sogar mit Mundschutz von sich fern halten wollten. Der Ausdruck der Kritik schießt hier eindeutig über das Ziel hinaus und sollte ebenso wie unsägliche Rattenball-Shirts der Anhänger von Union Berlin oder Nazi-Vergleiche in Aue eingemottet werden. Der Rotebrauseblogger hat die Kritik an der Ausdrucksweise sehr gut formuliert.

Ich möchte dem hinzufügen, dass ich Protest gegen das Red Bull Modell gut nachvollziehen kann. Ich wünschte mir lediglich, dass die Fußballfans mal weniger aggressiv ihre Kritik formulieren, sondern sich lieber humorvoll zum Ausdruck bringen. Warum nicht ein Banner mit der Aufschrift »Außer Bier kommt mir nix in die Dose«? Oder eine abgewandelte Version des Beatles-Klassikers »Can´t buy me love«? Mehr Humor in den Kurven. Das wünsche ich mir. Dann würden sich vielleicht auch weniger Deppen dazu angestachelt fühlen Mannschaftshotels zu belagern oder Bierbecher zu werfen.

blogundpresseschau

1. Für Paris Saint Germain sah es gestern ziemlich schlecht aus nach 31 Minuten als Zlatan Ibrahimovic mit einer diskutablen Roten Karte das Feld verlassen musste.

Nach dem Spiel äußerte sich der schwedische Stürmer zu seinen Gegenspielern:

»When I get the red all the Chelsea players come around. That for me, I don´t know: It felt like there were eleven babies around me.« (Vine)

Auch gegen zehn Mann konnte sich Chelsea danach keine klare Überlegenheit erspielen. Michael Cox (ESPN) lobt deshalb vor allem PSG-Trainer Laurent Blanc für seine Taktik. Könnte aber auch daran gelegen haben, dass mancher Chelsea-Spieler gegen einen Mitspieler verteidigte:

Auch Daniel Montazeri (Spiegel) lobt die Mourinho-Taktik von PSG. Sieht aber gegen einen Gegner vom Kaliber FC Bayern für die Franzosen schwarz, weil die Abhängigkeit von Ibrahimovic zu groß sei. 2. Zurück zu Zlatan Ibrahimović. Er verkörpert laut These Football Times »das Wesen des neuen, multikulturellen Schwedens«. Ein lesenswerter Beitrag über den »Zlataner Effect«. 3. Im zweiten Champions League Spiel am gestrigen Abend siedelte sich Donezk [Einen ausführlichen Hintergrundbericht zur Situation des Akhmetov-Clubs und seiner Zukunft liefert openDemocracy.] ergebnistechnisch irgendwo zwischen Paderborn und Hamburger SV an. 7:0 hieß es am Ende, was bei den Zuschauern weniger für Extase als für leere Ränge weit vor dem Ende des Spiels sorgte.


Den Bayern, die sich vor dem Spiel noch besorgt über den Ausgang des Spieles geäußert hatten, spielte es in die Karten, dass schon nach drei Minuten auf Elfmeter und Platzverweis entschieden wurde. Danach beherrschte der deutsche Rekordmeister das ukrainische Team vom Zuckerhut nach Belieben und sogar Holger Badstuber durfte nach langer Zeit mal wieder über einen Torerfolg jubeln. Christopher Ramm (Mia san rot) blickt mit Staunen auf die Zahlen zum Spiel: »74% Ballbesitz, 93% Passquote und 25 Torschüsse in einem Champions-League-Achtelfinale zeugen von einer sehr guten Leistung«. Sebastian Winter (Spiegel) sah eine extrem offensive Bayern-Aufstellung. Oliver Fritsch (Zeit) hatte während und nach dem Spiel genug Muße, um sich Journalisten auf Leitern und rhytmische Unparteiische anzuschauen:

»Der Strafraumrichter hinter dem seinem Tor wippte manchmal vor Langeweile mit dem Fuß den Takt der bayerischen Fan-Gesänge.«

Wie man es schafft – trotz eines überragenden Sieges – negativ in die Schlagzeilen zu kommen, zeigte Matthias Sammer. Zur Kritik Eichins (Ribéry hätte »fünfmal runtergemusst – SZ) an den Schiedsrichtern befragt, vergallopierte er sich mit dem Satz: »Eichin hat wahrscheinlich ´nen Puck an den Kopf bekommen«. (SZ)

4. Die Viertelfinalisten der Herzen aus Gelsenkirchen freuen sich derweil wie einst die 96-Fans nach einem unwichtigen Testspielsieg gegen Real Madrid. Benjamin Kuhlhoff (11 Freunde) wagt einen Blick in die Schalker Fanseele, die in ihm wohnt und mal »Zungenküsse« und mal »Arschtritte« bereithält. Eine Ode an die Hassliebe zum Fußball

Andreas Bock (11 Freunde) sprach mit Papa Sané. Der ist wenig euphorisch ob der Leistungen seines Sohnes und berichtet wie er in einem »dicken Porsche« in Wattenscheid Demut lernte.

5. Heute Abend dürfen dann die Europa League Teilnehmer ran. Wolfsburg empfängt Inter Mailand. Für Frank Hellmann (FR) die passende Gelegenheit, um Bas Dost zu portraitieren. Auch außerhalb Deutschlands hat sich die Qualität des VfL herumgesprochen. Im Podcast Football Weekly Extra lobten die Gesprächsteilnehmer den Autoclub fast überschwänglich.

6. Der Fette mit die 6 hört auf. Florian Kringe, besungen und beliebt, macht nach dieser Saison Schluss. Grund ist Arthrose in der Hüfte. (Bundesliga) Kringe, ab der C-Jugend für Borussia Dortmund am Ball, hatte besonders 2010 mit Verletzungen zu kämpfen. Jochen Tittmar (spox) schrieb zu dieser Zeit über den Dauerläufer, der damals bei seinem Heimatverein keinen Platz mehr im Team fand.

7. Phlipp Schneider ist Gladbach-Fan. Aktuell begleitet er seinen Lieblingsverein auf twitter mit @fohlenhistory durch die Aufstiegssaison 1965. Wie das funktioniert zeigt die Sportnetzschau.

8. Im Fußball erspielen sich Spieler gern einen Stammplatz. Einen solchen in der #Link11 hat sich das Thema Doping erspielt. Oliver Trust (Tagesspiegel) fragt:»Was wusste Gerhard Mayer-Vorfelder?« Martin Schneider (SZ) blickt ins Zitatearchiv und findet Dopingstatements von Zidane, Fuentes, Neururer, Daum und Co.

In Berlin droht derweil dem von Justizminister Maas und Innenminister de Maizière erarbeiteten Anti-Doping-Gesetz eine Verschiebung. Eigentlich sollte es noch vor der Sommerpause vom Bundestag verabschiedet werden, doch nun stellt sich nach FAZ-Informationen der CDU-Abgeordnete Reinhard Grindel gegen eine schnelle Abstimung. Er ist ehrenamtlich als Schatzmeister für den Deutschen Fußball-Bund tätig und will einem Anti-Doping-Gesetz nur zustimmen, wenn auch ein Gesetz gegen Spielmanipulation und Wettbetrug verabschiedet wird.

9. Einen ganz anderen Blick auf den Fußball gewinnt man, wenn man in einem anderen Land die WM erlebt oder selbst vor Ort zum Kicken geht. Zum Beispiel in Uganda. So wird man dann zum »Fußball-Hipster wider Willen«.

10. Gut 7000 Kilometer weiter westlich liegt die Heimat von Ousman Manneh. Der junge Mann aus Gambia lebt als anerkannter Flüchtling in Deutschland, weil in seiner Heimat ein Diktator mit Verfolgung und Willkür regiert. Über den Blumenthaler SV ist Manneh nun zur U23 von Werder Bremen bekommen. Olaf Dorow und Toni Nürnberg (Weser Kurier) berichten.

11. Dynamo Dresden gefiel augenscheinlich ein Bericht auf der Homepage des ZDF nicht. Deshalb wurde die Akkreditierung des Autoren für das Pokalspiel gegen Borussia Dortmund kurzerhand kassiert. Daraufhin soll das ZDF den Bericht, der sich kritisch mit dem Publikum der Dynamos auseinandersetzt, vom eigenen Onlineauftritt genommen haben. So berichten es unisono taz (»Kritiker müssen draußen bleiben«) und Zeit (»Wer kritisch berichtet, muss leider draußen bleiben«). Kurz danach wurde dem Journalisten die Akkreditierung wieder bewilligt. Ob es sich um einen Kuhhandel handelt, ist umstritten. Der Betroffene, Ullrich Kroemer, hat den Beitrag mittlerweile im Blog torial veröffentlicht.

Meist geklickter Link gestern
Der Erlebnisbericht eines Italieners, der sich mal Dortmund-Schalke gegeben hat. Auf Altravita.

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Field Reporter

»Ich bin entsetzt von dem Schiedsrichter und dem Kontrollausschuss. Ich bin entsetzt darüber, dass so etwas hier in Deutschland möglich ist. Das ist respektlos hoch drei. […] Ich werde für eine völlig indiskutable Schiedsrichterleistung im Nachhinein auch noch bestraft. Das ist absolut inakzeptabel.«

Ewald Lienen wil nicht mit den Leuten vom Kontrollausschuss an einem Tisch sitzen. (Interview: Hamburger Abendblatt / Auszüge: Spiegel)

»Negativ? Dieser Druck von außen. Als Trainer muss man sich teilweise mit Dingen beschäftigen, mit denen man überhaupt nichts zu tun haben möchte. Aber es gehört zu deinem Job.«

Viktor Skripnik über die Herausforderungen seines Jobs, Erfolg und Statistiken. (Weser Kurier)

Mixed Zone
Quiz: Mourinho oder Ibrahimovic? Wer hat es gesagt? (11 Freunde) + + + Millionär: Simon Rolfes über seine erste Million und seine Karrieremanagementfirma für Profisportler (Capital)+ + +  Hooligandemo: In Erfurt ist eine für Karsamstag angekündigt. (TLZ) + + + Studie: Adidas bleibt Top-Spender der deutschen Sport-Sponsoren (Horizont) + + + »Zwuff« statt »Zwosch«: Roy Makaay (40) über seine Fußballkarriere. (11 Freunde) + + + Spielbericht: Der 11jährige Augenzeuge war beim Spiel Bayern – Braunschweig. (karinkoller) + + + Erleuchtet: In Leverkusen soll jetzt jeden Abend um 19:04 Uhr das Licht angehen. (SPONSORs bei twitter) Platz 3: Im zweiten Versuch konnte die Deutsche Nationalmannschaft an der Algarve gegen Schweden gewinnen. (Womensoccer) + + + Spielabbruch: In Athen musste das Derby im Pokal-Viertelfinale aufgrund eines Platzsturmes abgebrochen werden. (RP) + + + Geisterspiele: Der 1.FC Spich muss drei Monate ohne Zuschauer spielen. (General-Anzeiger) + + + Schwierige Zeiten: Olaf Jansen (Sportschau) über die Finanzen des MSV Duisburg. + + + Lüge: Polizeichef gibt nach 25 Jahren zu, dass er die Unwahrheit zur Hillsborough-Katastrophe gesagt hat. (spox) + + + Wie man spielt: Der österreichische Amateur-Spieler Martin Hofbauer war der erste Fußballer, der mit Beinprothese offizielle Punktspiele bestreiten durfte. Am Wochenende ist er im Alter von 22 Jahren verstorben. (11 Freunde)

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