Tor 7: 50 Jahre

adventskalender

Der Hamburger Sportverein ist – im Gegensatz zur “regionalen Sache” Borussia Dortmund – der einzige Konkurrent des FC Bayern, der auf lange Sicht den Münchnern Paroli bieten könnte. Zumindest aus Sicht von Uli Hoeneß. Die Rahmenbedingungen für den Verein aus dem Volkspark mit den vielen Stadionnamen sollten eigentlich für höchst Weihen reichen. Leider kommt den Machern des HSV der Fußball immer wieder in die Quere und so musste in den letzten Jahren immer wieder der Abstiegskampf angenommen werden, bevor es dann mal etwas erfolgreicher wurde.

Ich gebe zu, dass ich vor der Anfrage für sein Fußballerlebnis des Jahres an Florian Neumann, den Macher von Nedsblog, kurz zögerte. Was sollte er da schreiben? Zum Glück weiß ich als Hörer vom Rautenradio, dass Florian immer das Positive zu sehen vermag und mit ein wenig mehr nachdenken hätte ich wohl sein Fußballhighlight erraten:

Adventszeit. Zeit sich zu besinnen. Das Jahr ist bald zu Ende und man schaut zurück, was in dem Jahr alles geschehen ist.

Der HSV hat am 24.08.1963 etwas erleben dürfen, was kein anderer Verein der Liga geschafft hat: Exakt 50 Jahre nach dem ersten Bundesligaspiel 1963 empfing er im heimischen Stadion seinen Gegner exakt um 17 Uhr zum Jubiläum… neee, das wäre zwar sehr schön gewesen, aber da uns die DFL 2012 schon zum 125 jährigem Geburtstag ein Heimspiel geschenkt hat, wollte man wohl in diesem Jahr nicht so großzügig sein.

Wir durften das Spiel an diesem denkwürdigem Tag in Berlin austragen. Um 18:30 Uhr, also richtig schön später als unser erstes. Danke DFL!

Mein Jubiläum war aber völlig unabhängig von der DFL wahnsinnig grossartig! Ich bin seit 1987 Fan des glorreichen HSV. Ich habe in der 50 jährigen Geschichte genau die 25 Jahre verbracht, in der keine Titel gewonnen wurden. So ein bis drölf Mal wurde zwar international gespielt, aber was gewonnen habe ich mit meinem Verein noch nicht. Dennoch möchte ich keine Sekunde mit dem Verein missen. Okay, ich werde nie wieder den Namen Kurt Jara ohne Jara raus! beantworten, aber alles in allem war es eine sehr schöne Zeit.

Da mir mein Verein so viele tolle Jahre geschenkt hat, war es endlich mal an der Zeit, dem Verein etwas zurück zu geben.

Nach der Niederlage gegen Hoffenheim bin ich Sonntags in eine Turnhalle gefahren um stundenlang Folien zu kleben, auf den Knien zu robben und Klebeband mit dem Mund abzureißen. Warum? Um eine Choreo zu basteln. Es stand das Heimspiel nach dem 24.08. an und wir wollten der Liga zeigen, daß wir kein tumber dicker Knuddeldino sind, sondern ein hungriger, beißfreudiger und agiler T-Rex sind!

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Zwischen der Choreo beim Heimspiel stand aber noch das Spiel am 24.08. Auch hier haben die Ultras zu einer Aktion aufgerufen: Ein Marsch zum Olympiastadion. Es trafen sich also Millionen HSV Fans (ich neige zu Übertreibungen) an der S Bahn Station Pichelsberg und marschierte unter lauten Liedern, ein paar leuchtenden heißen Stäben und viel blauem Rauch zum Stadion. Herrlich.2013-08-24 15.41.13 Das Spiel wurde dann von einer Choreo begleitet, die wir kurzfristig noch genehmigt bekommen haben. Nach dem dämlichen Pyroeinsatz zur zweiten Halbzeit wird das wohl aber für längere Zeit die letzte Choreo in Berlin gewesen sein.

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Abends stand in Berlin dann noch eine Geburtstagsfeier an, auf der ich Hermann Rie
ger die Hand schütteln durfte. Er nannte mich Burschi! Hach.

Aber zurück zum T-Rex.
Vor dem Heimspiel gegen Braunschweig bastelten wir am Freitag bis 0 Uhr noch das Spruchband um uns dann am nächsten Tag um 10:30 Uhr am Stadion zu treffen: Aufbau und Probelauf. Das war alles sehr anstrengend aber toll.

Und dann der spannende Moment, wenn die Mannschaft einläuft und die Choreo aufgezogen wird… Ich werde diesen Moment nie vergessen.
(Mehr Fotos zu der Choreo findet ihr bei mir im Blog.)

Foto 17

Für mich bedeutet Fan sein mehr als im Stadion stehen, ich möchte meinem Verein was zurück geben!

Eine besinnliche Adventszeit euch allen!

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