Die Blog- und Presseschau für Mittwoch, 12.12.2012

In der neuesten Folge vom Podcast “Collinas Erben” sprechen wir über das “Feindbild Schiedsrichter“. Insbesondere der Tod des Schiedsrichter Assistenten in den Niederlanden und die Anfeindungen von Schiedsrichter Stark ließen Alex, Tobias und mich etwas grundsätzlicher werden.

Hinter Tor 12 im Fokus Fussball Adventskalender zeigt sich dagegen die Schönheit des Fußballs mit ihren positiven Emotionen.

In der Blog- und Presseschau steht natürlich das Strategiepapier “Sicheres Stadionerlebnis” im Mittelpunkt, denn heute wird abgestimmt in Frankfurt.

“Sicheres Stadionerlebnis”

[Update] Dies ist die vorab an die Vereine verschickte Präsentation der DFL. (12Doppelpunkt12.de)

Martin Teigeler (WDR.de) hat die Hintergründe für die Diskussion zum und die Kritik am Strategiepapier “Sicheres Stadionerlebnis” zusammengefasst.

Tagesschau und DFB.de fassen die zur Abstimmung stehenden Punkte zusammen. Spiegel Online bietet dazu eine interaktive Grafik an. Dazu werden die Positionen der Politik, der DFL und der aktiven Fanszene zusammengefasst.

Das ZDF Morgenmagazin sprach mit dem designierten DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig über schlechte Kommunikation, Druck der Politik und Vereine, die das Konzept ablehnen

Innenminister Friedrich kündigt stets vollmundig an, dass er im äußersten Fall die Stehplätze abzuschaffen gedenkt. Laut Spiegel Online fehlt ihm dazu die Befugnis.

NRW-Innenminister Jäger sprach mit der taz und macht Druck auf die Verantwortlichen:

Warum diese Eile?

Weil die Zahl der Straftaten mit Verletzungsfolgen von Jahr zu Jahr steigt. Und wir haben das Problem, dass 30 Prozent der Einsatzzeit der Bereitschaftspolizei beim Fußball aufgewendet werden. Da müssen wir runter.

Der Fanforscher Harald Lange, Professor für Sportwissenschaften an der Universität Würzburg, spricht mit der WAZ über Fehler in der Kommunikation mit den Fußballanhängern und den aus seiner Sicht überzogenen Druck der Politik.

11 Freunde sprach mit Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers über das Konzeptpapier “Stadionerlebnis”. Der Verein will heute zustimmen.

Zwei Mitglieder der Borussen-Fan-Gruppierung Sottocultura sprachen mit Karsten Kellermann (Rheinischen Post) über das Sicherheitspapier der DFL, über Pyrotechnik im Stadion und das Selbstverständnis der Ultras:

Ja, wir Ultras sind romantisch und vertreten konservative Werte. Bei uns geht es um Freundschaft, Gemeinschaft und Zusammenhalt. Es gibt sicherlich Leute, die sagen, dass unsere Verhaltensweisen faschistoide Tendenzen haben.

“indirekter freistoss” fasst die Positionen der Presse zusammen und stellt sie gegeneinander: Feuriges Finale

Der Jurist Thomas Feltes sollte den Liga-Verband DFL bei der Stadionsicherheit beraten. Nach Meinungsverschiedenheiten musste er gehen. Im Interview mit Spiegel Online meint er, dass die Macht der Fans unterschätzt wird. Im Gespräch mit der Tagesschau sagt er, dass die Sicherheit in deutschen Stadien schon gegeben sei und der Druck der Politik an Nötigung grenze.

Der Blog “Magischer FC” nimmt direkten Bezug auf das Interview mit Feltes und beschreibt detailliert eigene Recherchen und Erkenntnisse. Am Ende des lesenswerten Beitrags “Das Märchen von den laschen Vereinen” ziehen die Autoren ein klares Fazit:

Wenn ich nicht endlich beginne, richtige Statistiken zu führen, Wirkungen zu untersuchen und ernsthaft mich mit Mechanismen auseinandersetze, werde ich immer nur das Falsche tun.

Die Blogger bei Direkt verwandelthaben unter der Überschrift “Kurz vor Zwölf – Fankultur vs. Politik” gestern einen Thementag bestritten. In vier Beiträgen werden vier unterschiedliche Fragestellungen bearbeitet:

Im Doppelinterview mit der FAZ sprechen Michael Gabriel und Volker Goll, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte in Frankfurt, über die Bedeutung der Anhänger für den Fußball und das Rezept für mehr Sicherheit in den Stadien.

Stefan Krieger (Blog G) ist sich sicher, dass das Papier heute durchgewunken wird:

Das Papier wird durchgewunken werden. Kleine gallische Dörfer mögen sich noch wehren, aber am Ende haben auch diese das Votum der Mehrheit zu akzeptieren. Die Veränderungen werden dann langsam kommen. Vielleicht wird man sie anfangs als Zuschauer im Stadion gar nicht wirklich mitbekommen. Erst nach einiger Zeit wird man sich wundern und fragen, was früher eigentlich anders war.

Sara Peschke (Spiegel Online) sprach mit Mitgliedern des FC United of Manchster. Der Verein wurde nach dem Verkauf von Manchester United an Malcolm Glazer gegründet. Andrew Walsh, Vorsitzender des englischen Siebtligisten, rät den Verantwortlichen in der Bundesliga, dem Beispiel Premier League nicht auf allen Ebenen zu folgen, denn:

“Schaut nach England: Hier haben die Menschen verlernt, wie man den Fußball wirklich feiern kann.”

Entwertete Dauerkarten

Bei der insolventen Alemannia aus Aachen kommt es jetzt ganz dicke für die Fans: die Dauerkarten verlieren ihre Gültigkeit. Dies  bestätigte Sachwalter Rolf-Dieter Mönning gestern auf Anfrage der Aachener Zeitung den Vorgang: „Daran führt im Insolvenzrecht leider kein Weg vorbei.“

Der Verein verprellt hier sicherlich die größten Unterstützer des Vereins. Ob weiterhin solche Briefe mit dem Taschengeld von Kindern den Weg in die Geschäftsstelle finden werden, ist fraglich.

Werder Bremen

Klaus Filbry, Vorsitzender der Werder-Geschäftsführung, im Interview mit Thorsten Waterkamp (Weser Kurier) über seine neue Rolle in Bremen nach dem Abgang von Klaus Allofs, die Suche nach einem neuen Sportchef und die finanzielle Situation des Vereins.

Zlatko Junuzovic im Gespräch mit der Kreiszeitung: „Wir dürfen nicht blind offensiv sein“

Doping im Fußball

spox-User funkbarrio beschreibt ausführlich die Geschichte des Dopings im Fußball: Vitamine bestätigen die Regel

Kurz gemeldet

Der ehemalige Bundesliga Schiedsrichter Manfred Amerell ist tot. (FAZSportschau)

Im Fall des getöteten Schiedsrichter Assistenten hat die Polizei in den Niederlanden weitere Verdächtige festgenommen. (Spiegel)

Sebastian Krause (Deutschlandradio) berichtet über wachsende Kritik am bayerischen Fußballverband. In Bayern ist es vermehrt zu Gewalt gegen Schiedsrichter gekommen.

Jan Tölva (Fußball gegen Nazis) über den Kampf gegen Rechts in Braunschweig. Wird er geführt? Wer führt ihn?

Bei der Klub WM in Toyota, im Westen Japans, werden Torkameras getestet. Die NZZ stellt die Systeme vor.

Beim HSV hat man durch Spiele außerhalb der nationalen Wettbewerbe schon über vier Millionen Euro eingenommen. Nach der zuletzt angesetzten Reise nach Brasilien soll das nächste Ziel im Mai die USA sein. Nach Nordkorea würde man zum Beispiel nicht fahren. (MoPo)

Textilvergehen hat die erste Hauptversammlung der An der Alten Försterei Stadionbetriebs AG begeleitet. Interessant war vor allem, ob die Übertragung von Aktien an den Verein über die Bühne geht. Um 20:27 Uhr war es dann soweit. Dazu machte Präsident Zingler “den Wurst-Uli“.

Tickets für das Pokalfinale der Frauen in Köln können ab heute erworben werden. Für das Finale der Herren im DFB-Pokal kann man sich bewerben. Dazu ruft der DFB zur Wahl von Nationalspieler und Tor des Jahres auf.

Dynamo Dresden hat noch nicht entschieden, ob man in dieBerufung gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts geht. (FAZ)

Ilombe Mboyo hat – wie wir schon gestern zeigten – einen wichtigen Elfmeter kläglich verschossen. Nun ist der Stürmer von seinem Amt als Kapitän zurückgetreten. (Spiegel Online)

Arsenal hat sich im Ligapokal blamiert und ist gegen einen Viertligisten ausgeschieden. (NZZ)

David Nienhaus (WAZ) sprach mit Moderatorin Julia Scharf über Frauen im Sportjournalismus.

Meist geklickt

Gestern suchten die meisten den Weg zur Messi-Müller-Vergleichsgrafik.

Passend dazu ist Lionel Messi auch an der Spitze im “Global Soccer Ranking” der Associated Press. Er führt die Liste mit 170 Punkten vor Falcao (169) und Rooney (120) an. Auf Platz 4 ist Mesut Özil (98), bester Bundesliga-Profi ist Vedad Ibisevic auf Rang 8 mit 29 Punkten.

Extra

Die Schwalbe des Jahres: Leonardo Bonucci (Juventus Turin)

Ein Wettanbieter hat Bayern München schon jetzt zum Deutschen Meister erklärt. (Sky Sports)

Heinz Kamke dichtet weiter. Heute sogar doppelt.

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Aufgewachsen im schönen Schaumburger Land. Liebt den Sport und schätzt den Großteil seiner Kultur. Lebt als Hörfunkjournalist mit angeschlossenen Blogs in Köln. Google+.

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