#Link11: Peter, Hintermann!

Kurz nach seinem fünfzigsten Geburtstag fiel er in der Kantine tot vom Stuhl. Einfach so. Das Herz. Der Stress. Die Beisetzung fand 2003 an einem klaren blauen Wochentag statt. Ein Schwarm Kraniche zog hoch über den Parkfriedhof, als ich am offenen Grab stand und mich fragte, warum zum Teufel niemand “Hintermann!” ruft, wenn der Tod daherkommt, auf seinen schwarzen Tretern, damit man weiß, aha, da isser. Da kommt er. Von hinten. Und man schnell noch die Biege machen kann.

blogundpresseschau

1. Ein besonderer Blogtext, der da in der Einleitung zitiert wurde. Wer noch nicht überzeugt ist, dem sei noch ein Satz vorgelesen:

Wenn der Ball angeflogen kam, hechtete ich über den Grasboden und fuhr die Glieder aus wie eine Wasserpumpenzange, ich machte mich lang, ich streckte mich zur Sonne, und wenn sie ganz tief stand, noch darüber hinaus.

Zitiert aus: Studio Glumm – »RSV«.

2. Die aktuelle Personifizierung des Bösen im Fußballs, das eingedämmt werden muss, dem sonst ein Rattenschwanz im Amateurfußball folgen könnte, ist Roger »Dann soll er halt abbrechen« Schmidt. Dass dem so ist, belegt der Sitzplatzultra mit einer persönlichen Erinnerung an die Schiedsrichterei in der D-Jugend und einem Dank an Felix Zwayer. Peter Penders (FAZ) lobt das gewählte Strafmaß als »angemessen und mit Bedacht gewählt, […] spürbar und doch nicht gleich so exorbitant, dass Verein und Trainer sich dagegen wehren müssten«. Für ihn ist das Ganze »eine Frage der Erziehung«, auf dass der gute Ton gewahrt werde.

3. Die PSV Eindhoven bestritt am gestrigen Abend erstmals seit neun Jahren wieder ein niederländischer Klub ein Achtelfinalspiel der Champions League. Peter Ahrens (Spiegel) lüftet ein Erfolgsgeheimnis: Cocu lässt die Puppen tanzen. »Alles Wichtige zum Spiel« hat Jan Göbel (SpOn) notiert.

Zum Parallelspiel zwischen Kiew und Manchester City beleuchtete Marco Zschieck in der ZEIT die politischen Seiten: Rassismus in der Ukraine und die russische Propaganda. Johannes Aumüller (SZ) beleuchtet eine Entwicklung im russischen Fußball.

4. Noch einmal zum Dienstagsspiel zwischen Juventus und Bayern: Steffen versucht bei Miasanrot, die geheimnisvolle Botschaft des Pep Guardiola zu entschlüsseln, wann immer er an ein Mikrofon tritt. Rene Maric (Spielverlagerung) entschlüsselt die Parie am Ort des früheren Delle Alpi.

5. Ein kurzer Blick nach England: Warum die Premier League nicht nur auf großem Fuß lebt, sondern auch »so geliebt wird«, ergründet Sven Goldmann im Tagesspiegel. Warum der Arsenal London sein Achtelfinalspiel gegen den FC Barcelona trotzdem nicht gewinnen konnte, unterucht Rene Maric bei Spielverlagerung.

6. Am Freitag wird der neue Präsident der Fédération Internationale de Football Association gewählt. Ganz prägnant listet die Sportschau die Modalitäten auf. Die wohl letzten Entscheidungen vor der Wahl (Doppelt verhandelt hält besser: nur noch sechs Jahre Sperre für Blatter und Platini; morgen keine Glaskabinen) finden sich bei der FR. Die in dieser Woche erschienenen Fernsehsendungen zur FIFA (ARD, WDR, ZDF, arte) hat Kollege Klaas in seinem Blog zusammengefasst.

7. Gute Laune herrscht derzeit bei der Frankfurter Eintracht. Der kicker führt fix auf, wie schlecht es läuft und wie mies gelaunt die Reaktionen und die Reaktionen auf die Reaktionen ausfallen. Der Anhang schäumt. Heribert Bruchhagens Stellungnahmen zur Lage und dem kolportierten Abgang des Trainers am Saisonende fasst das FR-Autoren-Duo Kilchenstein & Durstewitz zusammen.

8. Allerbeste Laune herrscht die ganze Saison schon in Kaiserslautern. Stefan Kuntz, der vor Saisonbeginn den vielbeachteten Ausspruch tätigte, der Spielplan sei »nicht besonders FCK-freundlich«, hat inzwischen seinen Abschied zum Saisonende angekündigt. Tim Jürgens (11Freunde) traf die Vereinslegende. Kuntz sträubt sich gegen einige Vorwürfe, zeigt sich aber durchaus selbstkritisch:

Die Transfers zu Bundesligazeiten sind nicht alle aufgegangen. Ich lag mit der Verpflichtung eines Trainers daneben und einige Personalentscheidungen stellten sich im Nachhinein nicht als optimale Lösung dar. Außerdem ist es nicht gelungen, zu Bundesligazeiten die Weichen für die Zukunft zu stellen: In dieser Erfolgsphase hätten wir u. a. die Ausgliederung der Profiabteilung schaffen müssen, um den Verein flexibler aufzustellen. Wir waren zu sehr mit der Konsolidierung des FCK beschäftigt. Und last but not least: Ich hätte die Vielzahl der Aufgaben, die meine Position beinhaltet, früher auf mehrere Köpfe verteilen müssen.

9. So gar keine Laune an sich, eher ein »Naja…« scheint derzeit in Hannover zu herrschen. Thomas Schaaf steht nicht mehr auf dem Deich, erklärt die Lage in Hannover aber unter besonderer Berücksichtigung seiner Beziehung zu Brinkum, Bremen und Skripnik gegenüber der Syker Kreiszeitung.

10. Morgen beginnt der 23. Spieltag der Bundesliga-Saison. Dass es zur berüchtigten weiteren Zerstückelung des Spieltags keines großen Beschlusses bedarf, zeigen die Ansetzungen des Wochenendes: Vier Sonntagsspiele, eines davon um 19:30 Uhr. Schuld ist der Höhenflug deutscher Klubs in der Europa League. Der kicker mit einer Vorschau zu den Partien des Wochenendes.

11. Nicht mehr in der Bundesliga spielt Sejad Salihovic. Der 31-jährige Bosnier hat im vergangenen Sommer das Angebot eines chinesichen Klubs und die SZ sich seiner angenommen. Dort spricht er über die Gründe für seinen Wechsel und sein neues Zuhause. Auch hier: Tolle Stimmung.

“Ich will eigentlich nur Fußball spielen.” Es ist ein Teil der Antwort, warum er jetzt plötzlich in Peking wohnt. Ohne Familie, die immer noch in Deutschland lebt. Aber dafür mit Mundschutz, weil der Pekinger Smog sonst die Lunge angreifen würde. Salihovic sagt: “Das geht schon.”

Geburtstagskind des Tages

(Auflösung von gestern: Thomas Franck wurde 45)

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Die langjährige schwedische Nationaltorhüterin Caroline Jönsson im Interview mit Miasanrot.

Mixed Zone
Sandhausen: Deeskaliernde Musik in der zweiten Liga (YouTube) + + + Türkei: Hakan Sükür wegen Präsidentenbeleidigung angeklagt (SpOn) + + + München: Sträflich vernachlässigt in der #Link11: Die Arena- und Löwenpark-Pläne bei 1860 (SZ) + + + Bundesliga: Ein paar Zuschauerzahlen der Hinrunde (kicker) + + +

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2 comments » Write a comment

  1. “der Arsenal London”

    Wieviele Fehler kann man denn in 3 Worte packen? Erstaunlich.

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