#Link11: Anspannung und Entspannung

Es gibt diese Momente höchster Anspannung im Fußball – für Spieler und Zuschauer gleichermaßen. Meist in den letzten Minuten eines Spiels. Eine Ecke, ein Freistoß, der noch irgendwie ins Tor soll. Gelingt dies, vielleicht auch noch sehenswert, folgt Entspannung. Auf einer Seite. Aber auch neben dem Platz unter den Fans gibt es die Entspannten und die Angespannten, die noch bei der absurdesten Gelegenheit ihr Revier markieren. Das und mehr in der Link11. Diesmal tuchelfrei.

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1. Der alte Mann und das Tor. Ich bitte diese überstrapazierte Metapher zu entschuldigen, aber ich konnte einfach nicht anders. Setzt ein Treffer wie ihn Sebastian Kehl gestern erzielte nicht eine unglaubliche Erfahrung und Ruhe voraus. Auf diese Art und Weise. In der Verlängerung. Um es abzukürzen: Borussia Dortmund steht durch Kehls Siegtreffer nach einem offenen Schlagabtausch mit Hoffenheim im Halbfinale des DFB-Pokals. Die Tore bei der Sportschau, SPON mit dem Spielbericht.

Trotz eines 1:0-Sieges durch Elfmeter ließ sich das zweite Viertelfinale von gestern auch relativ unverkrampft an. Die Wolfsburger konnten ihre vielen Chancen nicht verwerten, aber auch die Freiburger hatten ihre Gelegenheiten. Die Sportschau wiederum mit der ausführlichen Zusammenfassung, die SZ mit dem Spielbericht.

2. Vor dem heutigen Pokal-Viertelfinale in Leverkusen setzt Pep Guardiola auf Soft Skills und fordert Leidenschaft vom verbliebenen Personal. Die SZ mutmaßt, dass man aufgrund der personellen Engpässe wieder eine defensiv ausgerichtete Bayernmannschaft zu sehen bekommt. Auf dem Weg zu 100% Fitness befindet sich indes Philipp Lahm, der dem Merkur ein ausführliches Interview gab – im gewohnten aalglatten, selten aneckenden und nie zuviel verratenden Lahm-Duktus. In Bielefeld erwartet man am Abend Borussia Mönchengladbach, doch viel wichtiger als das Halbfinale im Pokal scheint den Bielefeldern der Wiederaufstieg in Liga 2 zu sein. Den Weg nach dem schmerzhaften Abstieg in der Relegation und die anhaltende Glückssträhne bei der Pokalauslosung beleuchtet die SZ.

3. Ganz anders als Philipp Lahm – Katharina Baunach, ebenfalls beim FC Bayern spielend. Sie gewährt tiefe Einblicke in die Trainingsarbeit und ihre Fußball-Karriere bei den FCB-Frauen. Miasanrot hat ein ausführliches Interview mit ihr geführt.

4. Der Unterschied zwischen VfB Stuttgart und VfL Wolfsburg? Natürlich, der Kader der Wölfe ist besser bestückt – mit Weltmeistern, die man mal eben einwechseln kann. Aber wie ist es möglich, dass bei einem Team des so auf Disziplin bedachten Huub Stevens, ein Sechser und der Spielmacher situativ die Innenverteidigung bilden, fragt Vertikalpass.

5. Der deutsche Fußball hat ein Nachwuchsproblem. Also nicht wirklich, zumindest nicht so, wie man sich ein Nachwuchsproblem typischerweise vorstellen würde. In Berlin wollen so viele Kinder Fußballspielen wie nie – das ist das Problem. Es gibt nicht ausreichend Trainer, um die Kinder zu betreuen – der Tagesspiegel zu den Berliner Verhältnissen.

6. In der 2. Bundesliga sortiert sich das Feld – Aufstieg, Abstieg, Niemandsland. Der rotebrauseblogger liefert einen kompakten Rundumschlag zur allgemeinen Lage der Liga und beleuchtet die Teams, die derzeit von sich reden machen. Vereine aus den neuen Bundesländern könnte es in der nächsten Saison der zweithöchsten Spielklasse nur noch zwei geben. Das Textilvergehen (in Textform) über die Aussichten für den Profifußball im Osten.

7. Die kleine Borussia macht es dem BVB vor, meint Michael Horeni (FAZ). Am Niederrhein hat man es mit kleinem Transferbudget und überlegener taktischer Ausrichtung geschafft, sich in der Spitze der Liga zu etablieren. Werte, auf die man sich auch in Dortmund besinnen sollte. Ein Kommentar.

8. Zumindest aus der Abstiegsregion hat sich Borussia Dortmund befreit, was in Hamburg und Paderborn nicht der Fall. Beide Teams taumeln dem Abstieg entgegen. Ein entsprechend düsteres Bild zeichnen die Kommentatoren. Sascha Rebiger spricht HSV-Interimstrainer Knäbel die Kompetenz ab und schwarzundblau hadert weiterhin mit der Paderborner Harmlosigkeit.

9. Augsburg Calling ist keine Punk-Coverband mit schwäbischem Akzent. Es handelt sich um ein Fanprojekt, das die Augsburger Anhänger und die jeweiligen Gästefans ganz entspannt zusammenbringt. Fankultur.com dokumentiert die Arbeit anhand des Auswärtsspiels der Schalker in Augsburg. Unentspannt war dagegen eine Gruppe von Ultras, die bei einem Gedächtnislauf gegen Faschismus in Dortmund einen Läufer angriff, weil er den falschen Schal trug (schwatzgelb.de).

10. Was bleibt hängen von einem Stadionbesuch, von einem Spiel, von einer Saison? Manchmal nur Momente, einzelne Szenen die bezeichnend sind, die sich einbrennen ins Gedächtnis. Kees Jaratz beschreibt so eine Szene kurz vor Schluss beim Spiel seiner Duisburger gegen Hansa Rostock. Ganz großartig geschrieben, wie ich finde.

11. In der Chinese Super League kommt gerade einiges zusammen: Geld, steigendes Zuschauerinteresse, talentierte Nachwuchsspieler und große Namen. Die NZZ über eine Nicht-Operetten-Liga.

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Die Angstmacher – der von Rechtsextremen durchsetzte FC Dornburg (taz).

Field Reporter

[…]die Richter des Fußballs sind die Schiedsrichter und nicht wir. Sie treffen die Grundentscheidung, wir reagieren darauf und sind sozusagen die Richter der zweiten Reihe.

ein DFB-Sportrichter im Interview bei spox

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