Die Presseschau für Montag, den 05.11.2012

Bevor es hier in den normalen Spielbetrieb übergeht, noch 1-2 Anmerkungen zu Fokus Fussball. Ich bin in den nächsten zwei Wochen (fast) auf mich alleine gestellt, da Herr Reese im wohlverdienten Urlaub weilt. Das heißt für das Programm hier, dass Blog- & Presseschau sich mal verschieben können und die ganze Geschichte vielleicht nicht ganz so umfangreich ist, wie gewohnt. Wenn ihr Linktipps loswerden wollt, einfach die bekannten Kanäle benutzen. Ich freue mich über jede Kontaktaufnahme.

Herr Reese ist für 2 Wochen im Urlaub, was auch heißt, dass “Collinas Erben” nicht in gewohnter Form erscheinen können. Herr Feuerherdt arbeitet am Alternativkonzept, so dass die Schiedsrichterdiskussionen hier nicht vernachlässigt werden.

Desweiteren sei an dieser Stelle noch auf mein Projekt mit Jonathan Sachse hingewiesen. Wir sammeln derzeit für “Unterwegs mit..” Spenden um ein Interview mit Herbert Fischer-Solms zu realisieren. Uns fehlen nur noch 50 Euro. Wer jungen, frischen Journalismus unterstützen will, ist herzlich willkommen, eine kleine Spende zu geben.

Und nun wieder Fokus auf den Fußball!

Bundesliga

Bremen – Mainz 2:1 (1:0)

Jan Christian Müller (FR) sieht einen hadernden Mainzer Trainer Thomas Tuchel in Bremen. Beim 2:1 der Hanseaten gegen Tuchels Team wäre mehr drin gewesen.

Es war nicht das Einzige, worüber sich Tuchel an diesem Abend ärgerte. „Ich finde, dass die Chancen zu groß und zu viele waren, um nur von Pech zu sprechen.“ Die Leistung bis zum Strafraum gehe „total in Ordnung“, seine Mannschaft habe weit besser gespielt als im Frühjahr beim 3:0-Sieg an gleicher Stelle, umso schlimmer fühle sich die Niederlage nun an.

Leverkusen – Düsseldorf 3:2 (2:1)

Jörg Strohschein (Tagesspiegel) beobachtet eine siegende Mannschaft, die sich gewandelt hat in den letzten Wochen und einen Simon Rolfes, der sich nach seiner roten Karte keiner Schuld bewusst ist.

Simon Rolfes setzte ein ganz und gar harmloses Gesicht auf. An ein Foulspiel konnte er sich nun wirklich nicht erinnern. Und dafür die Rote Karte, seine erste überhaupt, von Schiedsrichter Felix Brych gezeigt zu bekommen? Rolfes hatte, wie sämtliche Spieler und Verantwortliche von Bayer 04 Leverkusen, kein Verständnis dafür.

Hamburg – FC Bayern 0:3 (0:1)

Carsten Eberts (SZ) sieht einen von der Niederlage am letzten Wochenende unbeeindruckten FC Bayern, der die Hoffnungen der Konkurrenten auf eine Schwächeperiode in Hamburg zerstört.

Eine Fußballwoche lang durfte die Bundesliga-Konkurrenz auf eine Schwächephase des FC Bayern hoffen. Dann patzen innerhalb weniger Stunden die Verfolger Schalke, Dortmund und Frankfurt – und die Bayern stellen lässig den alten Abstand wieder her. Der Münchner Antizyklus bleibt diesmal aus.

Markus Völker (taz) weiß warum die Bayern sich nicht von der Niederlage gegen Leverkusen haben zurückwerfen lassen.

Außerdem sitzt seit ein paar Wochen ein Typ auf der Bank, der aufpasst wie ein Schießhund, sollte sich bei den Roten der Schlendrian breitmachen. Er heißt Matthias Sammer. Seine Aufgabe: Mitarbeitermotivation. Dafür sind zudem zuständig: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge und Paul Breitner – und der Kaiser natürlich auch. Denn das ist die größte Angst der Bayern: dass sie durch Schluffigkeit wieder den ersten Platz verlieren könnten.

Steffen Dobbert (ZEIT Online) beobachtet die gesamte Maschinerie um das Fußballspiel zwischen Hamburg und München.

Eine Krise werde oft herbeigeredet oder -geschrieben, antwortet Heynckes. Er sagt, seine Spieler hätten nicht 100, nein sie hätten heute 120 Prozent gegeben. Jetzt errötet er leicht. Die Stewardessen lachen, jetzt seit sieben Minuten.
Den ganzen Abend sind die beiden Frauen in ihrer kurzen Uniform herumgelaufen. Vor der PK haben sie in der VIP-Lounge gelacht. Ihren Namen dürfen sie nicht verraten, da sie “nur für Promotion zuständig” seien. Sie sagen, von Fußball verständen sie nichts – selbst jetzt, nachdem sie die Worte der Trainer zum Spiel gehört haben. Aber eines wissen sie: Ein Spiel dauert viel länger als 90 Minuten.

Hoffenheim – Schalke 3:2 (1:1)

Irritiert sind die Schalker nach der Niederlage in Hoffenheim. Tobias Schächter (FR) mit dem Versuch einer Analyse.

Die Art und Weise der Niederlage warf Fragen auf, die über die banalen Deutungsmuster der reinen Spielanalyse hinausgingen. Zum dritten Mal in dieser Saison verließen die Schalker Profis trotz frappierender Überlegenheit den Rasen nach 90 Minuten nicht als Sieger.

Tim Wiese war der Held auf Hoffenheimer Seite. Mit diversen Paraden rettete er dem Babbel-Team den Sieg. Tobias Schächter (Financial Times D) über das erste gute Spiel von Wiese im neuen Trikot.

Dass Wieses Name mit positiver Konnotation erstmals aus der Kurve nach dem Spiel skandiert wurde, machte den Ballfänger mit der Winnetou-Frisur vollends glücklich. “Am Anfang kam ich voller Euphorie hier an, dann ist alles schiefgelaufen. Natürlich gibt mir das jetzt auch Selbstvertrauen. Ich bin auch nur ein Mensch”, sagte Wiese. Das hatte noch nie jemand bezweifelt, Wieses Qualitäten als Torwart waren aber nach zuvor 21 Gegentoren durchaus berechtigt infrage gestellt worden. Doch am Samstag war eben ein anderer Tag. Für Wiese. Für die Mannschaft.

Auf Schalker Seite dagegen wird der Torhüter nun doch in Frage gestellt. Lars Unnerstall sah im Gegensatz zu Tim Wiese äußerst blass aus, wie nicht nur Heiko Buschmann und Stefan Bunse (Reviersport) finden.

Die Zahl der Experten, die dem 1,98-Meter-Keeper Defizite attestieren, ist nicht kleiner geworden. Auch bei Heldt scheinen Zweifel aufzukommen. Zum ersten Mal äußerte der S04-Manager nachdenkliche Töne bezüglich Unnerstalls Leistung. Vielleicht auch, weil die Knappen durch Tim Wiese in Hochform vor Augen geführt bekamen, wie es auch gehen kann. „Ich weiß nicht, wie oft wir auf Wiese zu gerannt sind und er diese Situationen entschärft hat“, sagte Heldt. „Bei uns waren alle Situationen drin.“

Dortmund – Stuttgart 0:0 (0:0)

Martin Anetzberger (SZ) stellt fest, dass die Stuttgarter als andere als der Lieblingsgegner des BVB sind.

Der VfB Stuttgart bleibt in Heimspielen der Angstgegner des BVB. Dortmund kommt trotz klarer Überlegenheit nur zu einem 0:0, weil die Elf von Trainer Jürgen Klopp zwar oft aber zu harmlos in Richtung Stuttgarter Tor zielt. Kapitän Sebastian Kehl muss wegen eines brutalen Fouls früh ausgewechselt werden.

Das Foul gegen Sebastian Kehl veranlasste Hans-Joachim Watzke nun dazu, sich für härtere Strafen bei Ellbogenchecks auszusprechen.

Während auf Dortmunder Seite das Gefühl überwog eine Niederlage erlitten zu haben, freuen sich die Stuttgarter über einen gefühlten Sieg. Carlos Ubina (Stuttgarter Zeitung) arbeitet die positiven Aspekte der Stuttgarter Elf heraus.

Nun versucht das Team – auch aus Mangel an spielerischer Klasse – sich selbst zu kopieren und so aufzutreten wie in der vergangenen Rückrunde. „Um da die drittbeste Mannschaft zu werden, mussten wir sensationell viel richtig und die Gegner einiges falsch machen“, sagt Labbadia. Bis auf den neunten Tabellenplatz hat den VfB die Rückbesinnung auf die alten Stärken vorerst nach oben gebracht. Ein Rang, der die Superoptimisten schon hoffnungsvoll Richtung Champions League blicken lässt, weil zum Beispiel Leverkusen als Vierter nur fünf Punkte entfernt liegt.


Gladbach – Freiburg 1:1 (0:0)

Gladbach spielt nur Unentschieden gegen Freiburg und Karsten Kellermann (RP) wirft einen Blick auf die Ersatzbank. Dort wartet Granit Xhaka sehnsüchtig auf seinen Einsatz und seinen baldigen Durchbruch.

Granit Xhaka muss sich neu definieren. In Basel war Xhaka ein Held, trotz seiner 19 Jahre. In Gladbach ist er nun Lehrling. “Er muss sich noch daran gewöhnen, wie bei uns die Doppel-Sechs gespielt wird. Wir arbeiten hart daran, doch es braucht Zeit. Aber Granit ist noch jung”, sagte Lucien Favre. Das hatte sich Xhaka anders vorgestellt. Er wollte die Bundesliga im Sturm erobern, mit flottem Spiel – und flotten Sprüchen. Nun schweigt er. Und muss sich im Training und über Kurzeinsätze anbieten. Xhaka muss geduldig sein.


Frankfurt – Fürth 1:1 (1:0)

Frankfurt spielt nur Unentschieden gegen den Mitaufsteiger aus Fürth und Ingo Durstewitz (FR) beginnt mit einer Stürmerdiskussion.

Alles steht und fällt mit Olivier Occean. Eine riskante Personalpolitik. Schließlich spielte der Kanadier zuvor in Offenbach in der dritten und in Fürth in der zweiten Liga, die Franken schoss er allerdings mit 17 Treffern zum Aufstieg. Die Kardinalfrage bleibt, sie ist aktuell wie nie: Kann Olivier Occean auch Bundesliga?
Am Freitag gegen Fürth lieferte er eine fast schon schauderhafte Vorstellung ab.

Zweite Liga

Union scheitert im DFB-Pokal und meldet sich in Liga 2 wieder zurück mit einem überzeugenden Sieg, wie Max Bosse (Berliner Zeitung) findet.

DFB-Pokal

Am Sonntag stand die Auslosung des DFB-Pokal-Achtelfinals auf dem Plan. Vier Bundesliga-Partien wurden am Ende ausgelost.

Kickers Offenbach – Fortuna Düsseldorf
VfL Wolfsburg – Bayer Leverkusen
VfL Bochum – 1860 München
Karlsruher SC – SC Freiburg
Borussia Dortmund – Hannover 96
FC Schalke 04 – 1. FSV Mainz 05
FC Augsburg – Bayern München
VfB Stuttgart – 1. FC Köln

Soziale Medien

Werder Bremen veröffentlicht eine Liste seiner Spieler mitsamt ihrer Social-Media-Aktivitäten.

Fangewalt

“Schluss mit der Hysterie”, meint Tim Röhn (Goal) in Bezug auf das Thema Fangewalt.

Es gibt bislang keine Studie oder Statistik, die belegt, dass Fan-Gewalt in der jüngeren Vergangenheit zugenommen hat. Entstanden ist der Eindruck dennoch – weil jede Meldung über Fehltritte von Fans aufgebauscht wird, Politiker daraufhin populistische Forderungen wie die Abschaffung von Stehplätzen stellen und die Polizei von einer „neuen Stufe der Gewalt“ spricht. Auch Medien und Verbände sind nicht unschuldig an dieser Panikmache.

International

Das TIME-Magazine hat eine umfangreiche Story rund um Mario Balotelli gewoben.

It’s a vain hope for a 22-year-old burdened with instant recognition in Europe and swelling fame far beyond the continent. He fascinates because — penalty shoot-outs aside — he is unpredictable. He should be scoring more goals (his tally put him at 10th place in the rankings of Premier League players last season, behind City strikers Sergio Aguero and Edin Dzeko). He should be creating more opportunities for colleagues like Aguero and Dzeko to score. His play can infuse his teammates with vigor or simply distract them. City’s manager — and his longtime mentor — Roberto Mancini leaves Balotelli on the substitutes’ bench with increasing frequency, worried about how the mercurial wunderkind will perform.

Die BBC hat eine neue Taktikkolumne mit Robby Savage, der einen genaueren Blick auf den Sieg von Manchester United gegen Arsenal wirft.

Nationalmannschaft

Stefan Kießling ist der erfolgreichste Torschütze des aktuellen Kalenderjahrs und dennoch ist der Leverkusener kein Thema für die Nationalelf. Roland Zorn (FAS) fragt sich warum.

Stefan Kießling will über seine Sehnsucht nach einer Karriere-Fortsetzung im Deutschland-Trikot am liebsten gar nicht sprechen. Und wenn, dann wie ein unabhängiger Profi ohne Strebermanieren. „Meine ehrliche Meinung ist: Wenn ich nicht dabei bin, bin ich froh, wenn ich zu Hause Zeit mit meiner Familie verbringen kann. Ansonsten mache ich mir darüber keinen großen Kopf. Wenn ich noch einmal nominiert werden sollte, würde es mich natürlich freuen.“

Doping im Fußball

Vor ein paar Jahren ging ein Aufschrei durch die Liga, als Hoffenheimer Spieler zu spät bei einer Dopingprobe nach dem Spiel erschienen. Nun tauchte ein Leverkusener Spieler (Michael Ballack wird kolportiert) wohl zu einer Trainingskontrolle gar nicht auf, weil er sich krank meldete. Der Verein hatte die Krankheit zu spät gemeldet. Die UEFA verhängte Sanktionen, gegen die Bayer nun vorm Cas Einspruch erhebt.

Auch der Deutschlandfunk setzt sich in einem Beitrag mit dem Vorfall auseinander.

Pyrotechnik

Uli Hesse (11 Freunde) berichtet über die Zeit als Bengalos und Pyrotechnik noch selbstverständlich waren.

LED-Banden

In der Schweiz streitet man sich über LED-Banden in den Stadien.

Homophobie

Der Schauspieler Peter Lohmeyer über Homophobie im Fußball (via Aktion Libero)

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