#Link11: Jeder Jeck is’ anners

Die Link11 zum Veilchendienstag ist gar nicht mal so närrisch geraten. Dennoch: Wenn sich “Folter-Scheich”, “Hammer-Ali”, Sklaven-Franz”, “Pferdelungen-Dieter” und “Würstl-Uli” treffen, befindet man sich entweder in einem Karnevalsumzug, schaut eine “Kiezgrößen”-Doku auf N24 … oder man liest eben die Link11.

Na dann lieber Link11. In diesem Sinne…

blogundpresseschau

1. Die Wahl des nächsten FIFA-Präsidenten rückt näher. Zum engeren Kandidatenkreis gehört auch Bahrains Scheich Salman bin Ebrahim Al Khalifa. Dass dessen Name untrennbar mit Menschenrechtsverletzungen aller Art verknüpft ist, hat nun (auch) FIFA-Sponsor Visa auf den Plan gerufen. Erfolgt über diesen wirtschaftlichen Druck ein Kulturwandel beim Weltverband (FAZ)?

Den zunächst als sicher gehandelten Rückhalt einiger afrikanischer Landesverbände scheint Salman zumindest verloren zu haben (FAZ).

2. Den Rückhalt ehemals treuer Gefolgsleute hat auch Franz Beckenbauer, der in Bahrain vermutlich keine Foltergefängnisse gesehen hätte, mittlerweile gänzlich verloren: Der DFB hat ein Verfahren gegen das gesamte Organisationskomitee der WM 2006 eingeleitet (SZ).

3. 

»Sie sind eine Ein-Mann-Authentitätsbrücke: Sie wissen die entscheidenden Dinge über das Leben. Sie wissen, wie man einen Fußballverein führt, eine Wurstfabrik aufbaut und das Gefängnis übersteht. Die Leute glauben Ihnen jetzt fast alles.«

Abgeschlossen scheint dagegen zumindest vorerst der Fall Uli Hoeneß, und

4. Wer derzeit Richtung Türkei schaut, wird das vermutlich mit Entsetzen tun. In Teilen des Landes herrschen Kriegszustände, Presse- und Meinungsfreiheit scheinen weitestgehend abgeschafft worden zu sein. Das bekam nun auch Fußballprofi Deniz Naki (ehemals bei St. Pauli angestellt) zu spüren. Er wurde wegen “separatistischer und ideologischer Propaganda” vom Verband mit einer Rekordsperre belegt. Was er dafür tun musste, erfahrt ihr von Deniz Yücel.

5. 

»Das ist viel eleganter zu sagen: ‘Ich hab nix gegen Schwule, aber die Fans, die Medien, die ganzen südeuropäischen Länder – das sind ja die Probleme.’ Und das sind sehr beliebte Strategien, den schwarzen Peter einfach anderen Gruppen oder anderen Dimensionen, Medien zuzuspielen und sich selber dann aus der Verantwortung zu stehlen.«

Die Debatte um homosexuelle Fußballer ist an einem toten Punkt angekommen. Ein, wie ich finde, sehr gelungener Beitrag von Everhard Hofsümmer widmet sich unter anderem der Frage: Wer muss den ersten Schritt gehen (WDR)?

6. Zu behaupten, dass – um es vornehm auszudrücken – der Weltfußball derzeit in einer ganzen Reihe moralischer Zwickmühlen steckt und gleichzeitig maximal einen Bruchteil seines positiven Einflusspotenzials nutzt, ist nicht besonders gewagt. An der Mehrheit der Profis scheint all das aber abzuprallen, wie Wattekugeln.

»Wenn die Heimkinder anderen Kindern begegneten, fühlten sie sich minderwertig, weil sie eben kein „normales“ Familienleben hatten, obwohl diese Normalität, nebenbei gesagt, sowieso eine Illusion ist. Deswegen waren sie gehemmt und schämten sich, was eigentlich gar nicht der Natur eines Kindes entspricht. Jetzt aber, mit einem Profi von Mainz 05 an ihrer Seite, fühlten sie sich respektiert. Sie blühten auf und gingen auf die anderen zu.«

Neven Subotic ist da ganz anders. Sylvia Witt und Oliver Uschmann haben mit dem BVB-Profi ein sehr lesenswertes Gespräch geführt (Galore).

7. Viel wurde zuletzt über die Transferoffensive der ersten chinesischen Liga geschrieben. Ex-HSV-Profi Jörg Albertz (Ihr wisst schon. Spitzname: “Hammer-Ali”) kennt besagte Super League von innen und hat Matthias Friebe seine Einschätzung der aktuellen Entwicklungen mitgeteilt (Deutschlandfunk).

8. Für eher groben Fußball stehen auch die Clubs der englischen “Fußballmetropole” Birmingham. Das Übersteiger-Blog hat dem Charme der West Midlands einen kurzen Erlebnisbericht gewidmet.

9. Mit Charme hat auch der nächste Beitrag eine ganze Menge zu tun: Der Akademikerfanclub hat das Darben der hoffenheim’schen Fankultur in einer dadaistischen Liebeserklärung an miesen Fußball verarbeitet. Allein dafür muss die TSG eigentlich die Liga halten!

10. Mies ist derzeit auch der Fußball des FC Liverpool, was besonders schwer wiegt, da die Erwartungen an Englands ruhmreichen Traditionsverein kaum größer sein könnten. Dieses Missverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit vereint wohl kein Spieler der Reds so treffend in sich, wie ihr verhinderter Hoffnungsträger Daniel Sturridge. Cavanis Friseur über die Symbolfigur eines lahmen Riesen.

11. Schwer haben es in der Premier League (häufig) auch Neuankömmlinge aus der italienischen Serie A, so besagt es ein ungeschriebenes Fußballgesetz. Michael Cox auf der Suche nach Ursachen (ESPN).

Geburtstagskind des Tages

(Auflösung von Freitag: Frank Pagelsdorf wurde 58)

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Collinas Erben analysieren die Aufreger des Bundesligawochenendes. 

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Hertha BSC und die verschwundene Generation (Tagesspiegel).

Field Reporter

»Zu meiner Zeit war man immer enttäuscht, wenn man den Aufstieg nicht geschafft hat und bekam dadurch Unruhe. Mittlerweile ist man froh, wenn man überhaupt in der 2. Liga bleiben darf. Das ist schade, aber das hat auch nichts mit Pech zu tun, dafür gibt es Gründe.«

Benny Lauth galt einst als das nächste große Ding im deutschen Fußball. Bei LAOLA blickt der ehemalige 60er auf seine Karriere und das Scheitern seines Heimatvereins zurück.

Mixed Zone
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