#Link11: Die Schatzinsel

Fußball auf einer einsamen Insel – wie wäre das? Fernab von Fifa- und DFB-Eskapaden, ohne überteuerte Stadionwurst, Sponsoren, übermütige Vereinsbosse einfach nur Fußballspielen und Fußballschauen. Wäre das die Fußballkultur in Reinform? Talentierte Fußballer (gern auch ein paar Selbstdarsteller, die man je nach Gusto bewundern oder verachten darf) und ein paar rivalisierende Teams bräuchte man aber schon dafür, und Trikots (aber die dürfen ruhig ein bisschen retro sein), und ein angemessenes Stadion für den nötigen Rahmen, und vielleicht dann und wann eine Zeitlupe, um sich die ein oder andere Situation nochmal anschauen zu können, aber nur ganz selten. Es ist kompliziert.  blogundpresseschau

1. André Schubert hat Granit Xhaka zum Kapitän der Gladbacher gemacht – dieser zahlt ihm das Vertrauen auf dem Platz zurück und setzt sich gleichzeitig für Schubert als Dauerlösung ein (Tagesanzeiger). Wer will ihm das verargen? Beim heutigen Gegner in der Champions League muss Paul Pogba erst noch beweisen, dass er das Zeug zum Führungsspieler hat – die SZ über Pogbas Situation in Turin und die große Last der Rückennummer 10.

2. Den vergangenen Bundesligaspieltag rund macht Tobi Escher, der gleich ein neues Format für den Vorabend entwickelt, die Tactic Daily Soap. Diesmal im Programm: Gute Rauten, schlechte Rauten und wer seine Schüsse oft aufs Tor bringt (Spielverlagerung). Wer nach mehr Drama und Kurzweil giert, der zieht sich den 11. Spieltag GIF’d rein (Reeses Sportkultur).

3. Im Montagsspiel der 2. Liga gab es ein 0:0 zwischen Nürnberg und Karlsruhe – der kicker sah ein dennoch unterhaltsames Spiel und die Fortsetzung zweier Serien. Bei 1860 München gibt sich Benno Möhlmann als Mann selbstbewusster (und altbekannter) Worte – die SZ fasst die Pläne des Trainers zusammen.

4. Der NDR hat eine einstündige Dokumentation produziert. Thema: das Team Mandela, in dem ausschließlich afrikanische Flüchtlinge spielen und das in den Niederungen des niedersächsischen Fußballs antritt. Ohne viel Erklärbär-Aktionismus lässt man die Bilder und die Beteiligten für sich sprechen.

5. Dortmund liefert diese Saison ordentlich ab. Viel Aufmerksamkeit zieht Top-Torjäger Aubameyang auf sich. Aber auch Henrikh Mkhitaryan blüht auf unter Trainer Tuchel. Goal Deutschland widmet sich dem Passkünstler. Nur so halbgut läuft es für den Trainer der 2. Mannschaft des BVB – unter David Wagner blieb zuletzt der Erfolg aus, das Verhältnis zu Thomas Tuchel war nicht das Beste und die U19 lief seiner 2. Mannschaft den Rang ab (RuhrNachrichten).

6. Mit Biografie-Vorab-Veröffentlichungs-Promotion-Artikeln ist das ja immer so eine Sache – da werden Rosinen gepickt und die Details dramatisch aufgeblasen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen oder das Machwerk gar zum Enthüllungsbuch hochzujazzen. Im Fall der Cristiano-Ronaldo-Biografie ist das nicht anders. Der Telegraph hat ein paar interessante Aspekte herausgesucht und verdichtet. Ob und wie Ronaldo in der United-Kabine zu einem Spiegel kam, finde ich weniger interessant, die Einblicke in die Hierarchie Manchester Uniteds schon eher.   

7. Einen indirekten Schlagabtausch in Sachen Kommerzialisierung im Fußball liefern sich Philipp Köster und Alex Feuerherdt (DLF).

8. Kommste mit ins Stadion? Die Frage ist, bezogen auf den Bundesligafußball, kein Selbstläufer. Tickets, Bratwurst, Bier, Fandevotionalien – alles wird teurer – verständlicherweise ob der gestiegenen Nachfrage – eine PR Agentur hat die Preisentwicklung verglichen und die FAZ fasst zusammen.

9. Ein rotierendes Trainer- und Spielerkarussell, das nach dem Trial-and-Error-Prinizip zu funktionieren scheint, ist nicht gerade die beste Visitenkarte für einen Vereinsboss. Massimo Cellino ist als Eigner von Leeds United dennoch nicht unbeliebt – seiner Aufrichtigkeit und seinem Interesse am Fußball sei Dank. Marco Stein, langjähriger Leeds-Fan, über die jüngsten Turbulenzen an der Elland Road (Cavanis Friseur).

10. Wer bei einer Fußballmannschaft ohne ernstzunehmende Gegner an die Bayern denkt, kennt den Tristan da Cunha FC nicht. Keine andere Mannschaft steht im Umkreis von 1.000 Meilen zur Verfügung. Eine Zerreißprobe für den Fußballklub auf der kleinen Insel. Dabei war der Fußball schon einmal integraler Bestandteil der Inselkultur (Terrace Magazin).

13. Gerd Müller wird heute 70 Jahre alt. Ein Ausnahme-Fußballer, der für Christoph Kneer wie kein anderer den Sinn des Spiels verkörpert. Stefan Osterhaus stellt heraus, dass man den Spieler Müller keineswegs auf seine historischen Torrekorde reduzieren sollte (NZZ). Archivmaterial und O-Töne von Wegbegleitern hat die Sportschau zusammengestellt.

Geburtstagskind des Tages

Wer hat heute Geburtstag? Einfach in die Kommentare posten! (Auflösung von gestern: Zvonimir Soldo wurde 48)

Meist geklickter Link gestern
Wie Steuerzahler den Fußball querfinanzieren (FAZ).

Field Reporter

»André ist ein sehr uneitler Trainer, der die große Bühne nicht braucht. Aber die ist zumindest jetzt erstmal wieder sein Arbeitsplatz und deshalb hat er es geschafft, sich damit zu arrangieren. Er überzieht jetzt nicht mehr so sehr, kann auch mal abschalten, wenn ihm die Arbeit über den Kopf zu wachsen droht. Sich aus einer schwierigen Phase in so eine positive Richtung zu entwickeln, ist meiner Meinung nach eine große Leistung. Viele schaffen das nicht.«

Filmemacher Aljoscha Pause über André Schubert, den er einst für seine Dokumentation “Trainer” begleitete (11freunde).

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3 comments » Write a comment

  1. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag an Andrzej Juskowiak. Er wird 45 Jahre alt ;)

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