#Link11: Das Ding ist durch

Am Montag hieß es an dieser Stelle »Das Ding ist noch nicht durch«. Es stellte sich heraus: Das war voreilig. Barcelona belehrte uns mit dem 3:0 gegen Bayern eines Besseren. Außerdem: Smalltalk, Fernsehgelder, Abstiegskampf, 16-jährige Bälger, Leipzig, Bayern, Israel und Palästina.

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1. Stefan Osterhaus (NZZ) sah in der letzten Viertelstunde kollabierende Münchner, die an einem übermächtigen Gegner scheiterten:

Barça war meist einen Schritt voraus, gedankenschneller, elanvoller, gefährlicher, aggressiver. Ein Team, das keinem Schema gehorcht, sondern im Angriff mit enorm viel Intuition agiert. Es war war eben nicht das Barça, das Pep Guardiola kennt, das Barça, dessen Architekt er gewesen war, sondern eine Mannschaft, die in guten Augenblicken ihr anarchisches Element zelebriert – und ihre Gegner geradezu zu Zuschauern degradiert.

Im Spielbericht der ZEIT dagegen soll mit dem Ergebnis nebenbei einmal mehr die Schwäche der Bundesliga belegt werden, als hätten die Bayern in den letzten drei Monaten nicht auch gegen Wolfsburg, Gladbach, Dortmund und Leverkusen verloren. Tobias Escher hat für 11 Freunde einige unkomplizierte Beobachtungen zu Taktik und Formation aufgeschrieben, ordnet die aber der Leistung des »Außerirdischen« Lionel Messi unter. Auch Rene Maric (Spielverlagerung) fasst sich in seiner Taktikanalyse recht kurz.

2. Dirk Gieselmann (11 Freunde) hat einen überhöhenden Spiegel-Artikel über Guardiola gelesen und sucht den Boden der Tatsachen. Er vergleicht Pep erst einmal mit Winnie Schäfer und atmet tief durch. Bei 8bitfootball ist Messis 1:0 künstlerisch umgesetzt worden, der Bleacher Report schwärmt von seinem zweiten Treffer. Noch bevor Barcelona die Führung verdreifachte, erinnerte Béla Réthy an die goldene Regel »Müller spielt immer«.

3. Die dpa hat die Bankettrede Karl-Heinz Rummenigges festgehalten. Er und die anderen heißen Bayern München und lamentieren nicht. Sie müssen sich ob des wahrscheinlichen Ausscheidens gegen Barcelona nicht grämen – auch andere große Teams wie der 1. FC Kaiserslautern 1991 sind an ihnen schon gescheitert (11Freunde).

4. Die Lage und Ergebnisse des FC Bayern werden zuallermindest in den nächsten Tagen Millionen Deutschen unverfänglichen Gesprächsstoff bieten. Der »Fußball als kommunikatives Gleitmittel für nahezu jede Interaktion« erschließt sich aber nicht allen. Felix Zwinzscher (Welt) über Fußball im Smalltalk, winzige Scheindiskussionen und oberflächliche Verbundenheit.

5. In jeder Scheindiskussion gern gesehen sind beeindruckende Zahlen. Die ZEIT hat einige Datensätze der vier Champions-League-Halbfinalisten visualisiert und sich an deren Analyse versucht.

6. Ein Sommerlochthema für dieses Jahr scheint gefunden: Daniel Theweleit (Deutschlandfunk) über die Veränderungswünsche bei der Verteilung der Fernsehgelder in der Bundesliga. In Spanien sorgen Unstimmigkeiten über die Fernsehgelder für die Drohung, den Spielbetrieb diese Saison vorzeitig einzustellen (SpOn).

7.

Sehen wir den Tatsachen also ins Auge: Der VfB ist fällig. Kein Glück, kein Können, kein Karma.

Der Vertikalpass schreibt über die aktuelle Stuttgarter Lage im Abstiegskampf: »Alles Kopfsache«.

8. In Bulgarien hat gestern die Europameisterschaft der U17-Junioren begonnen. Das deutsche Nationalteam unter Trainer Christian Wück schlug Belgien mit 2:0. Im Worum-Blog wird der Blick auf die Nummern 9 und 10 der deutschen Mannschaft gerichtet, die beide in der Jugend von Werder Bremen aktiv sind: Johannes Eggestein und Niklas Schmidt.

9. Im Endspurt der zweiten Liga konfrontiert der Rotebrauseblogger die Erwartungen und Behauptungen nach dem Trainerwechsel in Leipzig mit den korrespondierenden nackten Zahlen.

10. Der palästinensische Fußballverband hat einen Antrag zum Ausschluss des israelischen Fußballverbandes aus der FIFA auf die Tagesordnung des FIFA-Kongresses Ende Mai gebracht. Martin Krauß (taz) stellt die Lage vor und blickt ein wenig auf die Geschichte des israelischen Verbandes zurück.

11. Das NDR-Medienmagazin »ZAPP« hat sich in Text und Filmbeitrag des Streites um die Übertragungsrechte bei Amateurfußballspielen in Bayern angenommen.

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Field Reporter

Jeder Spieler hat seine Körpersprache, sie darf aber nicht negativ sein. Es ging zwar nicht gegen die Mitspieler oder die Mannschaft, sah aber so aus. Ich habe deshalb, als ich zu Leverkusen zurückkehrte, mit einem Sportpsychologen daran gearbeitet. Das hat mir die Augen geöffnet. Ich bin jetzt ein anderer Eren Derdiyok.

Ein Redakteur der Basler Zeitung quält sich durch Istanbul, um den früheren Leverkusener und Hoffenheimer Bundesligaprofi zu treffen.

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