#Link11: Tote Hose

Die Bayern können selbst spannende Ausgangssituationen binnen weniger Minuten zu fast absurden Langweilern drehen. Nach der 3:1-Hinspielniederlage fertigten die Münchner den FC Porto so überlegen ab, dass der spielerische Glanz in seiner deutlichen Überlegenheit hinter einer kaputten Hose verschwand. Was ja gar nicht nötig gewesen wäre:

Alle Trainerentlassungsszenarien gehören bis zur nächsten »Bayern-Krise« der Vergangenheit an und die Fans können ohne Köttel wieder locker durch die Hose atmen. Wir blicken auf den Fußball und überlassen die Hosenfrage den Modepodcasts. blogundpresseschau

1. Als Joachim Löw in Ermangelung von Außenverteidigern auf eine Viererkette aus Innenverteidigern vertraute, brachte ihm das auch außerhalb der Fußballanalystenszene Kritik ein. Portos Trainer Lopetegui agierte ähnlich und bot so den Bayern Platz für ein fulminantes Spiel über die Flügel, dass laut Constantin Eckner (Spielverlagerung) in einer Überlegenheit der Bayern im Zentrum seinen Ursprug fand. Er lobt darüber hinaus »Laserpässe« auf den Dominator in den Zwischenräumen. Tobias Rabe (FAZ) bereitet das Spiel grafisch auf. Sportschau und ZDF bieten eine Zusammenfassung.

Auch bei Oliver Fritsch (Zeit) spielt die Peps Hose nur eine untergeordnete Rolle. Er lobt die Weiterentwicklung im Spiel des Rekordmeisters:

»In Guardiolas Teams stimmen die Details, etwa im Tempo der Pässe, beim Timing im Freilaufen oder wenn sich die Spieler den Ball von einem auf den anderen Fuß legen. Die Details erhöhen den Spielfluss.«

2. Im zweiten Spiel des Abends setzte sich Barcelona scheinbar mühelos gegen Paris Saint-Germain durch. Nur Neymar machte Spektakel. (NZZ)

3. Heute entscheidet sich, wer es noch ins Halbfinale schafft. Bei Juventus Turin gibt es viel Optimismus zu beobachten. (NZZ) Bei Real Madrid lediglich gedämpfte Hoffnungen. (NZZ)

4. Zurück zu den Bayern. Owen Heargreaves, ehemaliger Mittelfeldspieler der Münchner, bekam für eine 45 minütige Dokumentation für BT Sport mehr Zugang zu den Spielern des Vereins als viele Journalisten. Deshalb ist der Titel »Inside Bayern München« auch nur ein wenig übetrieben.

5. Ein anderer ehemaliger Bayern-Spieler spielt nun wieder in seiner Heimat Brasilien. Manuel Veth (Futebolcidade) über Brenos langen Weg zurück.

6. Der Titel des ZDF-Web-Specials ist hingegen bewusst (?) reißerischer gewählt: »Fußballfans außer Kontrolle«. Auch der Rückgriff auf die umstrittenen ZIS-Zahlen  und die Hintergrundmusik widersprechen einer Empfehlung hier, aber insgesamt liefert die Reportage einen guten Überblick aus verschiedenen Perspektiven.

7. Im Amateurfussball gibt es wieder Diskussionen, wer Amateurspiele filmen darf. Dieses Mal sind es die Verlage, die gegen den bayerischen Fußballverband gerichtlich vorgehen. (kress) Erinnert alles schwer an die Diskussionen von 2011 rund um die Hartplatzhelden. (brand eins)

8. Christoph Schröder hat einen Buch über seine Erfahrungen als Amateurschiedsrichter geschrieben. Einen ausführlichen Eindruck vermittelt er in der Frankfurter Rundschau, für die er als Kulturjournalist und Literaturkritiker arbeitet.

9. Große Aufregung im Hausflur wegen eine Aufklebers. Schwer trotz der Sorgen des Verfassers nicht zu lachen:

10. Gute Nachrichten für Anhänger der Hammers: Bei West Ham United werden die Mehreinnahmen durch den Fernsehrechteverkauf auch an die Fans weitergegeben:

»Every Season Ticket price band will see a reduction as the Club uses increased broadcast revenue to offer dramatically cheaper tickets to its supporters«

11. Zum Abschluss eine ordentliche Prise Hohn und Spott für Hannover 96. Der Platzwart fasst die Trainerfindungstage süffisant zusammen. Die »Fraktion Rote Schweiz« hat einen weltbekannten Insider gefunden, der über die entscheidenden Diskussionen in Großburgwedel zu berichten weiß:

Ernsthafter erklärt Dave in seinem footballsdiary was in Hannover los ist.

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Luis Figo im Interview mit Blick über seine Pläne als FIFA-Präsident. (Passend dazu: Blatter will, dass Kritiker an der WM 2018 in Russland einfach zu Hause bleiben. (abc)

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  1. Klasse Artikel, wie immer.

    “Portos Trainer Lopetegui agierte ähnlich und bot so den Bayern Platz für ein fulminantes Spiel über die Flügel, dass laut Constantin Eckner (Spielverlagerung) in einer Überlegenheit der Bayern im Zentrum seinen Ursprug fand.”

    Das habe ich auch so gesehen. Allerdings hatte, ebenso wie Löw, auch Lopetegui kaum eine andere Wahl. Die Alternativen waren schlicht nicht vorhanden.

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