#Link11: Der König von Europa

Endlich ist es soweit. Franck Ribéry ist nicht mehr nur noch König von Deutschland, sondern von ganz (Fußball)-Europa. Der gewiefte Musikfan kann somit am Freitag nach Marius Müller-Westernhagen am Mittwoch und Vicky Leandros am Donnerstag aufatmen. An dieser Stelle wartet man nur noch auf einen galante Umdichtung des Rio-Reiser-Klassikers von Herrn Kamke.
Bis dies geschehen ist, erwartet uns ausnahmsweise keine Hammer- oder Todesgruppe in der Champions League. Ein blamabler VfB. Ein unnützer Pokal und vieles mehr. Wie immer. Mehr Fußball geht nicht. Die #Link11 von heute.

blogundpresseschau

1. Die Champions-League-Gruppenphase wurde ausgelost. Die “Hammergruppe” bleibt in diesem Jahr ebenso aus, wie die “Todesgruppe”. Die deutschen Teams mit teils schweren, aber durchaus lösbaren Aufgaben. Jedes Team erwischte einen englischen Kontrahenten. Benn Lyttleton analysiert die Auslosung (SI). Stimmen zur Auslosung gibt es beim Kicker. Eine interaktive Grafik über die Entfernungen, die die Teams zurücklegen müssen hat Matchstory erstellt. Soccerissue fragt sich weiterhin, ob dieses Champions-League-Format noch weiter Sinn macht.

2. Im Rahmen der Champions-League-Auslosung wurde gestern auch der Titel für Europas Fußballer des Jahres verliehen. Franck Ribéry vom FC Bayern München machte letztlich das Rennen gegen Lionel Messi und Christiano Ronaldo.

“Franck Ribéry hat gelernt, den Anarchismus seines Spiels in das Kollektiv einer Mannschaft einzuordnen”,

meint Benedikt Warmbrunn (SZ)

“Es gibt in Deutschland viele gute, junge Spieler, da war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Ehre wieder einmal einem Deutschen zuteil wird. Aber Franck ist schon so lange hier, er ist ja ein halber Deutscher”,

überrascht Matthias Sammer mit seinen Nationalitäten-Theorien (AZ).

Sebastian Winter (Spiegel Online) erinnert im Moment des Triumphs auch an Ribérys düstere Zeiten.

“Ribéry ist jemand, der nach Anerkennung lechzt. Ein einfacher Mann, das hat er selbst immer betont. Allerdings mit vielen Facetten, auch düsteren.”

Im Bayern-Blog versucht man sich ebenfalls an Erklärungsansätzen für den Erfolg über Messi und Ronaldo.

Franck Ribéry war in der Saison 2012/2013 ein anderer Spieler. Er war mannschaftsdienlicher. Er gewann auch defensiv Bälle und war in der Offensive häufig derjenige, der für die entscheidenden Rhythmus-Wechsel zuständig war. Seine Statistiken waren gerade im Vergleich zu Messi eher ordentlich, denn beeindruckend. […] Doch Ribéry hat einen Weg gefunden dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken ohne in jedem Spiel zu 8 oder 9 Solo-Läufen anzusetzen.

Kai Butterweck (Indirekter Freistoß) mit einer Presseschau zu Franck Ribérys Wahl.

3. In der Europa League wurde gestern nicht gelost, sondern gespielt. Während Frankfurt sich in die Gruppenphase quälte, blieb Stuttgart auf der Strecke. Blog-G betont, dass das Publikum in Frankfurt reif für Europa war, die Männer auf dem Rasen noch Optimierungspotenzial haben. Stuttgart kann jetzt nur noch darauf hoffen, dass man via Los einen Platz zugeteilt bekommt. Die UEFA vergibt nämlich den Platz von Fenerbahce aufgrund von Spielmanipulation auf diesem Wege (DerStandard). Die Hoffnung kann man jetzt auch schon aufgeben. APOEL Nikosia bekommt den Platz und freut sich heute in der Auslosung der EL-Gruppenphase dabei zu sein (Kicker).

Marko Schumacher (Stuttgarter Zeitung) kommentiert das Aus des VfB und spricht von einer Blamage.

Fredi Bobic hat in den vergangenen Monaten vieles versucht, um den Verein wieder auf den Weg nach oben zu bringen. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass in Bernd Wahler ein neuer Präsident installiert wurde. Er hat sieben neue Spieler geholt (von denen gegen Rijeka am Donnerstag nur Daniel Schwaab in der Startformation stand). Und er hat zuletzt den Trainer Bruno Labbadia entlassen und durch Thomas Schneider ersetzt. […] Der Erfolg jedoch lässt auch weiter auf sich warten. Jetzt muss sich Fredi Bobic erst recht als Krisenmanager beweisen.

Mario Gomez und Lewis Holtby brauchen derweil kein Glückslos für die Europa League. Sie zogen mit Florenz und Tottenham ohne Mühe ins internationale Geschäft ein. Holtby erzielte sogar ein Tor (Spiegel Online).

4. Das Thema internationaler Fußball ist damit weiterhin noch nicht abgefrühstückt. Heute Abend treffen Chelsea und Bayern München in einem weiteren unnützen Pokalspiel aufeinander. Udo Moras (Welt Online) über den Cup, den niemand braucht.

Für Spox-User RoyRudolphusAnton ist es am Ende doch mehr als irgendein Pokal.

Der Bayernblog erinnert an das letzte europäische Super-Cup-Finale der Bayern. Als Michael Owen Pablo Thiam davon lief.

5. Die Lolita-Affäre in Berlin hat vorerst ein Ende, wie das Bildblog berichtet. Der Anwalt der Eltern der “Lolita” hat eine einstweilige Verfügung gegen die Berichterstattung erwirkt. Mit Erfolg. Alle Berichte rund um den erfundenen Skandal sind verschwunden.

6. Zeit für die Bundesliga. Am Wochenende steht endlich wieder altbekanntes auf dem Programm. Die tollste, beste und größte Liga der Welt. Aus Sicht der Tabelle dürfte am Samstagnachmittag die Partie zwischen Hannover und Mainz spannend werden. Holen die Mainzer den vierten 3er in Folge? Am Abend dann das Topspiel zwischen Schalke und Leverkusen. Auch Leverkusen bisher noch ohne Punktverlust. Im Interview mit Goal hofft Bayer-Verteidiger Roberto Hilbert, dass die Leverkusener von den vielen Verletzten und den Umbrüchen im Kader der Schalker profitieren können, warnt aber auch vor den Knappen. Sonntag muss Dortmund dann vermutlich die Tabellenspitze wieder zurückerobern. Der BVB spielt in Frankfurt. Das Kommentatoren-Blog hat alle Ansetzungen samt ihrer Betreuer.

7. Fußball-EM 2020. Zu weit weg? Nicht in den Köpfen der DFB-Oberen. Denn die müssen dieser Tage entscheiden, welches Stadion sie ins Rennen für den Kontinental-Cup schicken. Berlin oder München. Stefan Hermanns und Michael Rosentritt (ZEIT Online) über eine Entscheidung zwischen Geld und Fans.

8. Die Siebtligapartie zwischen der BSG Chemie und dem 1.FC Lokomotive Leipzig wurde vom Verband abgesagt. Beide Vereine baten aus Angst vor Ausschreitungen um diesen Schritt, wie Johannes Kopp (Taz) berichtet.

“Dass das erstmalige Aufeinandertreffen zwischen der BSG Chemie und der zweiten Mannschaft des 1. FC Lokomotive Leipzig vom Sächsischen Fußball-Verband ausgerechnet auf den 1. September terminiert wurde, an dem sich der deutsche Angriff auf Polen und damit der Beginn des Zweiten Weltkriegs jährt, bezeichnet Dirk Skoruppa, Vorstandsmitglied von Chemie, als „unglücklich“. In der rechtsextremen Fanszene habe man zuletzt bundesweit die Anhängerschaft für das Spiel in Leipzig mobilisiert. Als Reaktion auf diese Entwicklungen, so Skoruppa, habe dann auch die Antifa ihre Kräfte aktiviert.”

9. Monika Heinold von den Grünen fordert höhe Steuern für Fußballprofis (Tagesspiegel).

„Einem Ribéry, der bei Bayern München kolportierte 10 Millionen Euro jährlich verdienen soll, tut eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von 42 auf 49 Prozent mit Sicherheit nicht weh.“ Im Gegenteil: „Gerade mit einem Ferrari fährt es sich nicht gut auf Schlaglochpisten“, sagte die Ministerin.”

10. Irlands WM-Qualifikationsmatch gegen Schweden sollte nicht im australischen Fernsehen übertragen werden. Was macht der findige Fußball-Fan? Er kauft die Rechte selber (Metro/N24).

11. Messi und Neymar. Geht das eigentlich zusammen? Dieser Frage ist Ken Early (Slate) nachgegangen. In einem äußerst umfrangreichen Artikel fasst er zusammen, wie es funktionieren könnte.

Bandenwerbung:

Ganz wichtig. Tippen nicht vergessen beim Fokus-Fussball-Tippspiel.

Bester Link gestern:

Die minimalistischen Fußball-Wappen bescherten Manara Arts ein Klickfeuerwerk.

Field Reporter:

Ich will es nicht ins Lächerliche ziehen, aber wenn man eine tolle Frau am Abend kennenlernt und ein paar Parameter stimmen, ist die Begeisterung zunächst groß. Aber es zeigt sich im Alltag, ob man zusammenbleiben kann. Das war bei uns nicht mehr der Fall.

Stefan Kuntz, Manager von Kaiserslautern, nach der Entlassung des Trainers Franco Foda (kicker).

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