Die Blog- & Presseschau für Montag, den 21.01.2013

Es begann mit einem Torfestival am Freitag und endete mit gewohnt abwechslungsreicher Fußballkost am Sonntag. Die Bundesliga erfreut sich auch nach der Verpflichtung von Fußballriesen, wie Nuri Sahin und Pep Guardiola bester Gesundheit und macht dort weiter, wo sie vor der Winterpause aufgehört hat. Nämlich eine der unterhaltsamsten und vielfältigsten Ligen in Europa zu sein.

Bundesliga

Die Liga ist wieder da und ganz Fußballdeutschland freut sich. Findet auch Bernd Müllender (taz).

Heißa, der Entzug hat ein Ende, es wird wieder gespielt. Doch Fußball ist ein seltsamer Stoff. Da hattest du gerade dieses hinreißende WM-Handballspiel der Deutschen gegen Frankreich gesehen, danach folgt als Highlight der Rückrundenstart der Bundesliga. Schalke! Hannover! Und was gibt es? Pure Ödnis, jedenfalls 45 Minuten lang. Unglaubliche Langeweile. Mängel, wohin man sah.

Düsseldorf – Augsburg 2:3 (0:2)

Christian Hornung (Sportschau) lobt die Augsburger in seinem Spielbericht dafür, dass man nicht den Branchengesetzen folgt.

Dass ein Trainer, der neun Punkte aus einer kompletten Hinserie geholt hat, auch zum Rückrundenstart noch im Amt ist, ist höchst selten in der Bundesliga-Geschichte. Der FC Augsburg deutet beim 3:2 in Düsseldorf an, dass man auch erfolgreich sein kann, wenn man sich den vermeintlichen Branchengesetzen verweigert.

Augsburg lebt stellt die Presse fest und möchte doch noch in den Abstiegskampf mit eingreifen (FAZ).

Die Augsburger verdienten sich den Erfolg in Düsseldorf durch eine offensive und mutige Spielweise, hatten bei zwei Toren von Mittelstürmer Mölders allerdings auch das Glück, vom Fortuna-Torwart Giefer tatkräftig unterstützt zu werden.

Nürnberg – Hamburg 1:1 (0:0)

Wenig beeindruckend fand die Spielverlagerung das Match zwischen Nürnberg und Hamburg.

Es war weder ein taktisch noch spielerisch berauschendes Spiel. Dafür fehlte es den Nürnbergern an der Konstanz: bis auf ein paar Minuten um die Halbzeitpause herum konnten sie nur vereinzelt Kontern und diese waren zumeist nicht gut zu Ende gespielt. Hamburg konnte viele Bälle abfangen und mit wenig Mann gut verteidigen, was sich insbesondere in der zweiten Halbzeit bezahlt machte.

Die Clubfans-United mit dem Kurzfazit.

Ein Remis als Punktgewinn, weil der Hamburger SV in der zweiten Halbzeit unter Beweis stellte, dass man nicht nur mehr wollte, sondern auch mehr konnte – aber heute nicht mehr kriegte als einen Punkt. Wenn man aber auch nicht mehr als eine Halbzeit für sich entscheiden kann, ist die Punkteteilung dann auch irgendwie in Ordnung.

Bremen – Dortmund 0:5 (0:2)

Lars Gartenschläger (Welt) fordert mehr Demut von Jürgen Klopp. Der reagierte gereizt auf eine Reporterfrage, warum Nuri Sahin nicht in der Startelf stand.

Die Frage war weder bescheuert noch verwerflich, sie war berechtigt. Aber offenbar bedurfte es einer gewissen Zeit zum Nachdenken. Denn am Tag danach sagte Klopp: “Es mir fiel schwer, so eine Frage normal zu beantworten. Ich war aber nicht gereizt. Wenn es so rüber kam, tut es mir leid.” Tolle Geste. Wir freuen uns schon aufs nächste Interview.

Überraschend viel hat die Spielverlagerung noch am Spiel zu analysieren und das obwohl die Partie einen klaren Sieger hatte.

Borussia Dortmund fertigte die Werderaner auswärts relativ souverän ab. Was soll man in einem solchen Spiel noch besprechen? Überraschend viel, wenn man es nicht nur auf das Ergebnis und das genaue Spielgeschehen einschränkt.

Nuri Sahin spielte zwar noch nicht von Beginn an, dennoch glaubt das 09blog an einen Sahin-Effekt.

Und trotzdem schien Sahin einen gewissen Anteil am starken Start in die Partie gehabt zu haben. Denn Ilkay Gündogan machte eins seiner besten Spiele im BVB-Dress – und das auf eine andere Weise als sonst.

Gewohnt anders blickt Ermittler Dembowski auf das 5:0 seines Vereins in Bremen.

Oben an der Haltestelle kamen mir die Tränen. In meiner Abwesenheit musste Dörte in der Stadt gewesen sein. Auf einer Litfaßsäule hatte sie eine Botschaft für mich hinterlassen. Bremen 0 Dortmund 5. Und ich liebte sie so, sie hatte meinen Schmerz gespürt, gesehen, dass der Nebel sich in den letzten Tagen um mein Herz geschlungen hatte.

Beim Werderblog hält sich die Enttäuschung in Grenzen.

Bis zum vierten Tor dachte ich auch noch, dass das eigentlich gar nicht so richtig schlecht ist, was die Mannschaft da abliefert. Der Beginn war stark, allerdings hat dann ein leicht unkoordinierter Sokratis und einer der besten Fußballer unseres Landes Schaafs Plan zunichte gemacht. Doch auch danach war das zwar nicht eines der besseren Spiele von Werder, aber wie gesagt auch nicht so enttäuschend, wie wir es öfter schon erleiden mussten.

Einen ausführlichen Spiel- und Auswärtsfahrt-Bericht gibt es bei Schwatzgelb.

Nach dem Spiel auch interessant zu lesen. “Die Wandlung des Thomas Schaaf” von Ralf Lorenzen (ZDFsport).

Leverkusen – Frankfurt 3:1 (2:0)

Das Spiel in Leverkusen mussten wegen Feuerwerkskörper-Einsatz der Frankfurter Fans unterbrochen werden. Nun ermittelt der DFB.

Cathy (Auchmalabseits) war beim Spiel der Leverkusener dabei und will sich zwar nun kein Tattoo von Sebastian Boenisch stecken, aber zumindest ein Trikot beflocken lassen.

Auch im Bayer04blog werden Boenischs Leistungen goutiert.

Schön zu wissen, dass die „Boenisch hat im Trainingslager Boden gut gemacht“-Berichte in den Zeitungen anscheinend gestimmt haben und keine „Ich weiß nicht was ich aus dem Trainingslager von Bayer schreiben soll“-Berichte gewesen sind.

Stefan Kießling traf mal wieder für Bayer, die Wahrscheinlichkeit auf einer Nationalmannschaftsnominierung dürfte dennoch nicht gestiegen sein, wie meine Infografik bei Catenaccio zeigt.

Apropos Stefan Kießling – Sven Pistor (Sportschau) über den Toptorjäger der Liga.

In Frankfurter Kreisen herrscht weiterhin Angst, dass die Rückrunde wieder einmal eine ganz bittere werden könnte.

Da sich dies für die Rückrunde nicht wirklich ändern wird, tut man ganz gut daran, des Trainers Worte ernst zu nehmen: Ziel kann nur der Klassenerhalt sein. In Frankfurt ist man mit Rückrunden ein gebranntes Kind. Und zehn Punkte zu holen kann schon mal eine ganze Halbserie dauern.

FC Bayern – Fürth 2:0 (1:0)

Jürgen Schmieder (SZ) schafft es nicht ohne Pep Guardiola und den damit verbundenen Gemütszustand von Jupp Heynckes in seinem Bayern-Artikel auszukommen.

In der Tat wirkt Heynckes nicht wie eine lahme Ente, er wirkt entspannt, gelassen, dennoch aber  entschlossen und energisch, eine möglicherweise denkwürdige Rückrunde hinzulegen – schließlich gibt es ja noch drei Pokale zu gewinnen. Und er kann es sich leisten, Entscheidungen zu treffen, ohne sich hinterfragen lassen zu müssen.

Einen klaren und ungefährdeten Sieg der Bayern sah Miasanrot.

Das Spiel lief oft in einem engen Raum knapp in der Hälfte der Gäste statt. Die Münchner spielten dennoch ruhig weiter und haben sich nicht zu langen Bällen oder überhasteten Aktionen hinreißen lassen. Das zeigt die stärke der Mannschaft, denn wahrscheinlich spekulierte Fürth auf Konter oder Einzelaktion. Mit spielerischen Mitteln konnten sie nichts erreichen.

Ähnlich siehts der Burnster und dennoch kritisiert er in aller Kürze auch die Schwachpunkte der Bayern.

Kühler Bayernsieg mit den alten Affen Chancenverwertung, Standardschwäche und zu wenig Witz im gegnerischen Strafraum. Dafür eine vorbildliche Defensive, der man die Ausfälle von Badstuber und Boateng nicht angemerkt hat. Van Buyten ist absolut auf der Höhe des Geschehens.

DerBayernBlog entdeckt einen leichten Aufwärtstrend bei den Standards der Bayern.

Gegen Fürth wechselten sich Licht und Schatten ab. 15 Ecken verpufften ohne Wirkung. In der 24. Minute erzielte Mandzukic nach einer Kroos Ecke beinahe das 1:0. In der 61. gelang dem Kroaten dann ebenfalls nach Kroos-Ecke das 2:0.

Thomas Kistner (Deutschlandradio) und Moritz Küpper diskutieren, ob mit der Verpflichtung von Pep Guardiola eine neue Machtstruktur in München entsteht.

Wolfsburg – Stuttgart 2:0 (0:0)

Marco Schuhmacher (Stuttgarter Zeitung) sieht eine Niederlage der Stuttgarter und hat gleich den Terminus “Fehlstart” zur Hand.

Eine „schlaflose Nacht“ liegt hinter Bruno Labbadia, nachdem seine Mannschaft am Samstag mit 0:2 (0:0) beim VfL Wolfsburg verloren hat. Es war, genau wie das 0:1 im Hinspiel, eine völlig unnötige Niederlage. Und weil als Nächstes der FC Bayern kommt, droht dem VfB auch dieses Mal, in den Startblöcken sitzen zu bleiben. Umso bitterer ist es, wie leichtfertig der VfB erneut die Punkte hat liegen lassen. „Das hat uns sehr wehgetan“, sagt der Trainer.

Mainz – Freiburg 0:0 (0:0)

Das Medien polarisieren wollen ist klar. Christian Spiller (Zeit Online) will uns fluchen sehen, weil es demnächst nur noch Rasenschach, wie bei Mainz gegen Freiburg, gibt.

Thomas Tuchel und Christian Streich gelten als kreativste Trainer des Landes. Doch wenn sie gegeneinander spielen, wird es öde. Wird der Fußball der Zukunft zum Schach?

Schalke – Hannover 5:4 (1:0)

Ein unglaubliches Spiel gab es auf Schalke zu bewundern. Unter Flutlicht blickt auf das 5:4 der Knappen und untersucht aktuelle Problematiken im Verein der Blauen.

Schon auf Twitter entspann sich am Freitag eine Diskussion darüber, ob ein 5:4 ein tolles Fußballspiel ist, oder ob dies gar nichts mit Fußball zu tun hätte. Abenteuer Fußball war nicht so begeistert.

Der heißersehnte Rückrundenauftakt der Bundesliga wurde zu einem eigenartigen Spektakel. Am Ende steht der 5:4-Sieg von Schalke 04 gegen Hannover 96 in der Statistik, doch so großartig dieses Resultat auch klingt – wirklich Glücksgefühle hat diese Partie bei mir nicht ausgelöst.

Auch Torsten Wieland wusste nicht so Recht was mit dem Spiel anzufangen.

Irgendwie toll, und trotzdem fühlt man sich nun so wenig schlau wie zuvor.

Der Schalkefan versucht irgendetwas Positives aus dem Spiel zu ziehen.

Was nimmt man nun positiv und konstruktiv mit aus so einem Spiel? Lässt man die verrückten 20 Minuten außen vor sah ich ein Schalker Team, das den Gegner sehr effektiv bereits in dessen Hälfte attackierte und so im Mittelfeld zahlreiche Ballgewinne verzeichnen konnte.

Das Web04 widmet sich einem anderen Thema nach dem Sieg.

Am Freitag fand ein Spiel statt, über das es sich lohnen würde, ca. Eintausendneunhundertvier Artikel zu schreiben. Und trotzdem beschäftigt mich an diesem Sonntag morgen ein ganz anderes Thema. Nämlich Ruhm.

Auch im Kumpel- und Malocherblog geht es um was anderes. Schalke und Viagogo.

Fußballgewaltdiskussionen im TV

Rene Martens (Funkkorrespondenz) kritisch, aber auch lobend über den Diskussionsabend “Wem gehört der Fußball” neulich auf Phoenix.

Dennoch: Es ist erfreulich, dass im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine sachliche Debatte zum Thema ‘Fußball und Sicherheit’ möglich ist. Angesichts der von übergeschnappten Nicht-Experten dominierten Diskussionen, wie sie im Mai 2012 bei „Hart aber fair“ („Gewaltige Leidenschaft – wer schützt den Fußball vor seinen Fans?“) und bei „Menschen bei Maischberger“ („Kicker, Kohle, Krawalle: Wer regiert König Fußball?“) im Ersten Programm der ARD stattfanden, muss man das betonen. In Sandra Maischbergers Sendung hatte sich sogar der Ex-Fußballprofi Mario Basler, als Verfechter anspruchsvoller öffentlich-rechtlicher Inhalte bis dato nicht aufgefallen, mit gespieltem Entsetzen gefragt: „Wo sind wir hier? ARD?“

Der Auswärtstrolley schreibt über das Bullshitbingo, dass man rund um die Aktion der Fernsehsender ARD, ZDF, Sport1, LIGA total! und Sky und die Kampagne “100 Prozent das Spiel – 0 Prozent Gewalt” machen kann.

Nazis im Stadion

Der WDR berichtet darüber, dass Nazis im Stadion eine Renaissance erfahren. Fanforscher Gerd Dembowski warnt vor einem Widererstarken der Rechten.

Sepp Blatter und KPB

Sepp Blatter fordert nun harte Strafen für Vereine deren Fans sich rassistisch äußern.

Im Gespräch

Gerald Asamoah äußert sich im taz-Interview über Rassismus, wie es ist Affengeräusche zu hören und das Karriereende.

Armin Veh unterhält sich locker mit Oliver Fritsch (ZEIT online) über den Aufschwung der Eintracht aus Frankfurt und den neuen Alexander Meier.

Oliver Fritsch geht beim Indirekten Freistoß nochmal genauer auf dieses Gespräch mit Armin Veh ein.

Ein Trainingszentrum als Millionengrab?

Sepp Blatter mag ab und an auf dem Papier gute Ideen haben, wie zum Beispiel das FIFA-Programm “Goal” mit dem Trainingszentren, Plätze und Verbandszentren eingerichtet werden sollten. Eins in Thailand wurde jedoch zum Millionengrab.

Afrika-Cup

Eher unbeachtet von den deutschen Medien ging der Afrika-Cup an den Start. Der Schlenzer fragt sich, was denn nun genau diesen Pokal aus macht.

Es ist auch der Cup, der Fami­li­en­ge­schich­ten schreibt. Zahl­lose Spie­ler sind in Europa gebo­ren und auf­ge­wach­sen und kom­men dann nach Afrika, auf der Suche nach ihren Wur­zeln und viel­leicht auch dem Gefühl, bedin­gungs­los bewun­dert und ver­ehrt zu wer­den. Sie tref­fen auf Mit­spie­ler, die ähnli­che Lebens­läufe haben und bil­den auf dem Feld eine ver­schwo­rene Gemein­schaft mit diesen.

Auch Abenteuer Fußball verschläft den Auftakt des Afrika-Cups nicht.

Werder-Politik

Willi Lemke äußert sich zum Thema Trainer und Intrigen und lässt beim Werderblog Fragen offen.

Der Mannschaftsverantwortliche

Erzgebirge Aue hat einen Mannschaftsverantwortlichen Zimmermann – 140 + regt eine Planstelle Frisör an. Bei den Frisuren heutzutage. Wobei früher natürlich auch nicht alles besser war.

Politik im Stadion

Die Ultras aus Babelsberg rufen dazu auf, wieder politischer im Stadion zu werden. Es kann nicht sein, dass sich Ultragruppierungen wie die Aachen Ultras auflösen müssen, so die Filmstädter.

Fußballwirtschaft

Hannovers Manager Martin Kind investiert in der Schweiz. Ein neuer Stadionname für die 96er steht noch aus.

Vereinsmitglied sein

Frau Neverevertown bloggt darüber, was es heißt Vereinsmitglied beim BVB zu werden und zu sein.

Fußballhistorie

Hansa Rostock gewann 1998 das Hallenmasters. Mit dabei so klangvolle Namen wie Oliver Neuville, Sergej Barbarez und Martin Pieckenhagen. Die Hansanews erinnern sich.

Auktion für einen guten Zweck

Benötigt noch jemand ein Grafik-Tablet? Der Erlös kommt der Aktion Libero zu Gute.

Fußballfotografie

Die Allianz-Arena wird vom Schnee befreit.

Tor des Tages

Pogba in den Winkel

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