#Link11: Der Ball ist runder denn je und ein Spiel dauert 120 Minuten

Von acht Spielen in der Runde der letzten 16 Teams gingen sechs mit 0:0 in die Halbzeitpause und fünf in die Verlängerung (Eine vergleichende Einordnung findet sich bei Vermischtes aus dem Sport). Außerdem ist der Ball ja gegen das Flattern gefeit, steht also dem Fußballgenuss zu keiner der 120 Minuten im Weg. Was mit ihm und ohne ihn so angestellt wurde, präsentert euch auch heute wieder die Link11.

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1. Im abschließenden Achtelfinale der WM 2014 schlug Belgien die USA mit 2:1. Christian Eichler berichtet vom Spiel aus Salvador in der FAZ. Wer sich noch dazu entschließt, Fan der Belgier zu werden, dem sei die Seite BelgumizeMe empfohlen.

2. Ein Aufsehen erregender Moment in diesem aufregenden Spiel war eine einstudierte US-amerikanische Freistoßvariante, die aber nur fast zum Tor geführt hätte. Besser als die Choreografie mit dem stolpernden Thomas Müller bei Deutschland–Algerien war sie allemal. Daniel Meuren (FAZ) blickt auf die Standardtricks dieser WM. Aufsehen neben dem Platz erregte in den letzten Tagen die politische Bedeutung, die dem Soccer-Boom beigemessen wird: »Ann Coulter Is Right to Fear the World Cup« (The Atlantic).

3. Im ersten Spiel des gestrigen Abends war Lionel Messi mit zehn willfährigen blau und weiß gewandeten Mitspielern zu einem zähen 1:0 gegen die Schweiz gekommen. Ein Nachbericht steht in der SZ, eine Spielanalyse findet sich bei der Spielverlagerung, Tobias Käufer widmet sich in der FAZ dem »kleinen Diktator«.

4. Das Spiel gegen Australien war wohl das letzte in der erfolgreichen Trainerkarriere Ottmar Hitzfelds (dpa/FAZ). Recht nüchtern klingen dabei die Abschiedsworte der NZZ.

5. Noch einmal ein Blick zurück auf das deutsche Achtelfinalspiel gegen Algerien. Ecke:Sócrates geriet in Porto Alegre in den Sog der deutschen Fans. Tobias Escher hat die Begegnung auf dem Feld bei Spielverlagerung.de unter die Lupe genommen. Für den Königsblog hat Neuer Löws Job gerettet, die Analogbloggerberichte finden sich auf Schalkefan.de und eine weitere Einschätzung liefert das Volk ohne Raumdeckung. Vor dem Duell gegen Frankreich blickt die Sportnation auf zwei legendäre Spiele zurück, die Existential Comics blicken aus philosophischer Sicht auf das anstehende Duell.

6. Zum Stil der deutschen Mannschaft stellen 5 Freunde im Abseits die Gretchenfrage des Fußballs: »Schön oder erfolgreich?«.

7. Hervorstechende Person neben dem Platz war ein von Boris Büchler Interviewter. Während Per »Diogenes« Mertesacker in seiner Tonne Platz genommen (Bildbeweis) und der Ausspruch als Remix Verbreitung gefunden hat (11Freunde/YouTube), beschäftigt sich im Kulturteil der ZEIT David Hugendick mit dem Wert des Zornes. Die Stehplatzhelden suchen »gute Fragen nach einem Spiel«.

8. Daten werden vor dem Hintergrund dieser WM einmal mehr als neues, aktuelles und zukunftsträchtiges Instrument des erfolgreichen Fußballs gepriesen. Lesen Sie dazu ein Interview mit Oliver Bierhoff bei ChannelPartner. Eine interaktive Visualisierung diverser Daten der bisherigen WM bietet Matchstory.

9. Von Collinas Erben schon desöfteren kritisiert: Die Anweisungen von Massimo Busacca an die WM-Schiedsrichter. Eine Analyse dazu liefert Football Refereeing. Einige Einschätzungen liefert Klaas bei DRadio Wissen. Weitere Themen aus den Kommentaren zur letzten Folge von Collinas Erben: Zum Ablauf Spieler einweisen – Freistoßspray einsetzen und: Könnte Manuel Neuer als echter Feldspieler eingesetzt werden?

10. Bei jeder WM fragt man sich neu: Wird eine afrikanische Mannschaft überzeugen? In diesem Jahr schaffte es keine Mannschaft des Kontinents ins Viertelfinale. Philipp Eitzinger von Ballverliebt rezensiert die Leistungen der fünf AFC-Teilnehmer.

11. Das Blog »Sad Footballers« versammelt, nun ja, traurig aussehende Fußballer. Bei Jezebel finden sich einige der schönsten Umarmungen des Turniert. Wie die beliebten 8bit-Bildchen (oft an dieser Stelle der Link11 zu finden) entstehen, haben die Ruhr Nachrichten recherchiert.

 

Meist geklickter Link gestern:

Die Noten bei Gegen den Ball.
Field Reporter

Wir mussten drei Wochen lang erklären, dass wir ein Recht auf das Wort ‘Schwuchtel’ haben. Wir haben auf tausende Arten erklärt, dass das ein Schrei der Euphorie ist und keine homophobe Beleidigung

Queer.de zitiert eine mexikanische Journalistin in einem Artikel über Schwulenfeindlichkeit bei der WM.

 

Mixed Zone:

Splitter: Mehrere Kurznachrichten bei der SZ + + + Alt: Das kundige Lob für Neuers Partie gegen Algerien aus der ZEIT + + + Pokal: Der DFB hat die erste Hauptrunde seines Pokalwettbewerbs zeitgenau angesetzt + + + SGE: Die Lage in Frankfurt und die Forderung »Caio her!« bei Eintracht-Inside + + + Kult: Neues aus St. Pauli beim Übersteiger + + + Hellas: Das Halbangst-Blog bricht eine Lanze für die unbeliebten Griechen + + + Umfrage: Der Bockcast bittet um Feedback + + + Union: ein kritischer Kommentar, gar nicht so fernab vom WM-Geschehen, beim Textilvergehen + + + Kuckuck: Eine Sekunde Ruhm für den Linienrichter (YouTube) + + + Gewalt: US-Amateurschiedsrichter stirbt nach tätlichem Angriff (AP) + + + Tattoo: Pinilla verewigt sein Fast-Tor auf dem Körper (Guardian) + + + Bereitschaftsdienst: Was passiert, wenn die ARD-Leitung auf die brasilianische Terrasse abbricht? (SWR) + + +

#Link11: Manu, der Libero

Bei dieser Weltmeisterschaft feiert die Dreierkette ihre Renaissance. Doch Deutschland, das gefühlte Mutterland des Liberos, vertraut weiterhin einer Viererabwehrkette. Gestern feierte zwar der Libero bei der DFB-Elf sein Comeback, aber es war kein Verteidiger, sondern der Torwart, der als freier Mann immer wieder seine löchrige Abwehr zusammenflicken musste.

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1. Die deutsche Nationalmannschaft hatte im Achtelfinale mit Algerien mehr Schwierigkeiten als erwartet (SZ, FAZ).

2. Manuel Neuer musste als Libero die Löcher in der Abwehr stopfen und erntete dafür Lob von allen Seiten. Lediglich Oliver Kahn nannte die Ausflüge seines Nachfolgers “Harakiri” (SZ). Aber es ist nicht das erste Mal, dass Neuer den “Libero” gibt, schon in der Verlängerung des Supercupfinals gegen den FC Chelsea war dies der Fall (SPIEGEL ONLINE). Mich erinnerten die beiden Auftritte Neuers an den “Flying Goalkeeper” aus dem Futsal, und es ist ja bekannt, dass Neuers Klubtrainer Pep Guardiola sich vom Futsal inspirieren lässt (Fútbol Blog Barcelona). Ob der Libero Neuer nach dem Mittelfeldspieler Lahm eine weitere Erfindung von Guardiola ist, die in der deutschen Nationalmannschaft zur Anwendung kommt?

3. Auch bei der Benotung durch Gegen den Ball war Neuer der beste Deutsche am gestrigen Abend.

4. Für Wirbel sorgte gestern neben Neuer auch Per Mertesacker – allerdings erst nach dem Schlusspfiff, als er sich einen verbalen Schlagabtausch mit ZDF-Fieldreporter Boris Büchler lieferte. Während die FAZ Büchler lobt, kritisiert Klare Schwalbe ihn.

5. Sowieso ist Büchlers kritisches Interview in der aktuellen Fernsehberichterstattung eine Ausnahme. Gefühlt sitzen die Fernsehjournalisten und die Nationalmannschaft nicht in einem Boot, sondern in einem AIDA-Kreuzfahrtschiff, und die Journalisten geben die Animateure für die Nationalspieler. Ein Beispiel für den Jubeljournalismus ist der ARD-WM-Club oder, wie ihn Diago tauft, “ARD Fremdscham-Club”. Ich hätte nie geglaubt, dass ich das jemals sagen oder schreiben würde: Ich vermisse Waldis Scham…pardon…Stammtisch. Und ich habe auch keine Angst vor den EM- und WM-Qualifikationsspielen bei RTL.

6. Zurück zum Geschehen auf dem Spielfeld: Markus’ BVB-Blog fordert Löw zu einer Rückkehr vom 4-3-3 auf das alte 4-2-3-1-System.

7. Wie eine taktische Anpassung doch funktioniert, zeigt derzeit die niederländische Nationalmannschaft (Querpass).

8. Gegen den kommenden Gegner Frankreich bedarf es bei der DFB-Elf auf jeden Fall einer Steigerung. Aber auch die Equipe Tricolore musste gegen ihren vermeintlich leichten Achtelfinalgegner Nigeria lange zittern (SPIEGEL ONLINE).

9. Heute schließen Argentinien gegen Schweiz und Belgien gegen die USA die Achtelfinals ab. Für den Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld könnte das heutige Spiel das Ende einer langen und erfolgreichen Trainerkarriere sein (RP).

10. Bei Gegner Argentinien ist Lionel Messi der unumstrittene Chef. Doch eine wichtigere Rolle für den Zusammenhalt der Mannschaft spielt Javier Mascherano (FR).

11. Mit Belgiens Trainer Marc Wilmots und US-Coach Jürgen Klinsmann treffen im letzten Achtelfinale zwei ehemalige Bundesliga-Fußballer der 90er aufeinander. Im letzten Duell der beiden als Bundesliga-Kicker gingen Klinsmann mit den Bayern als Sieger über Schalke und Wilmots hervor (YouTube).

Field Reporter

Wat woll’n se? Wollen se ne erfolgreiche WM? Wollen se, dass wir wieder ausscheiden und haben schön gespielt?

Per Mertesacker im Interview mit Boris Büchler

 

Mixed Zone: Eine Schwalbe macht noch keine Sperre: FIFA verzichtet auf Verfahren gegen Robben (SZ) +++ Rücktritt: Nigerias Trainer Keshi hört auf (SZ) +++ Kein Ende in Sicht: Lasogga-Poker geht weiter (SZ) +++

 

#Link11: Ach, Fußball!

Müdigkeit ist der Preis für ein Elfmeterschießen nach zu weiten Teilen quälend langen 120 Minuten. Ein Preis, den wohl jeder Fan bereit ist zu zahlen für dieses merkwürdige Kribbeln beim abschließenden Wettschießen.

Ach, Fußball!

Nun viel Spaß mit der #Link11. Erstellt von Julian Ritter und Klaas Reese.

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1. Costa Rica hielt gegen Griechenland bis zum Ende der Verlängerung in Unterzahl ein Remis und setzte sich dann im Elfmeterschießen durch. »Offensivgeist, Spektakel, kluge Kombinationen – all das hatte die Partie (…) nicht zu bieten«, befindet Tobias Escher bei Spielverlagerung.de. Daniel Theweleit (Spiegel) zeigt sich begeistert von Mannschaft und Trainer der Überraschungsmannschaft.

2. Wer das Elfmeterschießen in den Fußball einbrachte, vermag Der Standard zu berichten.

3. Die Niederlande stehen nach ihrem Sieg über Mexiko im Viertelfinale der WM. Dabei besteht die Elftal bei diesem Turnier hinter dem Offensivtrio van Persie, Robben, Sneijder vor allem aus bislang eher unbekannten Spielern. Die NZZ hat einige von ihnen kurz vorgestellt.

Spieler des Spiels war aber ein alter Bekannter: Arjen Robben. Thomas Hummel (SZ) entdeckt alte und neue Züge am “Ego Shooter”.

4. Fußballhistorisches ereignete sich beim 51.Spiel dieser WM: Zum ersten Mal musste ein Spiel zur “Cooling Time” unterbrochen werden. Ein brasilianisches Gericht hatte die FIFA zu dieser Maßnahme gezwungen. (Handelsblatt)

5. Heute Abend dann das Achtelfinalspiel Deutschland – Algerien. Der DFB erinnert an das Aufeinandertreffen 1982. Oliver Fritsch (Zeit) analysiert wie die Tore der deutschen Nationalmannschaft bisher gefallen sind. Jörn Meyn (Morgenpost) lobt Toni Kroos, der einen großen Schritt bei dieser WM gemacht habe. Peter Ahrens und Rafael Buschmann (Spiegel) schauen sich die Ersatzspieler des deutschen Teams an.

Die interessanteste Frage vor der Partie lautet aber wohl Schweinsteiger oder Khedira? Christian Kamp (FAZ) über die Unterschiede der beiden Rekonvaleszenten und taktische Überlegungen.

Vor und nach dem Spiel wird es sicher wieder “Schwarz rot blöd”. BR Quer über Fans in Deutschland.

Auch Rassisten werden sichtbarer bei dieser WM. Andreas Bock (Tagesspiegel) sprach mit Claudia Krobitzsch vom Anti-Rassismus-Netzwerk “Fare” über Reichskriegsflaggen und Blackfacing.

6. Zeitgenössische Berichte zu Brasilien–Chile sind überall zu finden. Richard Whittall wagt einen Blick in die Zukunft und darauf, wie man sich an dieses Spiel erinnern wird.

7. Eine Nebenerscheinung dieser WM, die »lieb gewonnen« zu nennen nicht vielen aus dem Herzen spräche, hat Dirk Gieselmann für 11Freunde beschrieben: Die Verwandlung normaler Zuschauer in »Ekstase-Monster« bei der Selbsterkenntnis auf der Anzeigetafel.

8. Weiteres Highlight der Weltmeisterschaft sind die Graffitikünste der Unparteiischen. Auch ein Thema für die Bundesliga wie Herbert Fandel und Wolfgang Niersbach erklären. (DFB)

9. Negatives Highlight war bei dieser WM bisher neben einem bissigen Uruguayer das Entfernen der Fanfahnen durch die FIFA. Tim Jürgens (11 Freunde) über das Verschwinden der Farbenpracht aus den Kurven.

10. Die Basellandschaftliche Zeitung hat eigentlich ein Porträt über Urs Siegenthaler veröffentlicht, die interessantesten Zeilen beschäftigen sich aber mit dem Hamburger Sportverein. Ein weiteres Interview  führte der DFB mit Siegenthaler. Hier spricht er über die WM im Allgemeinen und über Brasilien und Algerien im Speziellen.

11. Mitten in der WM wurde ein neues Vereinsblog aus der Taufe gehoben: Hannover 96 ist zentrales Thema beim Spielfreiblog.

Field Reporter

Was wäre, wenn alle Fußballmannschaften auf ihre eigenen Prämien und Gewinne verzichten und für die Menschen Brasiliens spielen würden? Für soziale Projekte, für die Armen, für Verbesserungen der Schulen und Krankenhäuser. Was wäre wenn ein Thomas Müller mit jedem Tor, das er schießt, die Welt ein Stückchen besser machen würde? Was wäre das für ein Fußballfest? Was wäre das für ein Signal für die Welt?

Gastkommentar, taz.

Mixed Zone:

Trainieren: Griechenlands Nationalspieler hätten lieber ein Trainingsgelände als Erfolgsprämien (newsbomb.gr) + + + Pfeifen: Howard Webb vermag den schlechten Ruf der Schiedsrichter bei dieser WM zu korrigieren (SZ) + + + Pressekonferenzen: Die DFB-PKs nehmen teils komische Züge an. (Welt) + + + Erinnerungen: Die besten Momente der WM mit Subbuteo-Figuren nachgestellt. (Subbuteo Art) + + + Statistiken: Tore, Gewicht, Größe etc. – sehenswerte Visualisierungen zur WM. (ejoh) + + + Wacklig: Benjamin Romberg (SZ) über Brasiliens Defensive. + + +  Betrugsvorwürfe: Rafael Buschmann (Spiegel) über Manipulationsvorwürfe gegen Kamerun. + + + Tradition leben: Der VfB bietet in einem eigenen Portal die Möglichkeit in Erinnerungen zu schwelgen.

#Link11: Das drohende Loch

Ganz schwieriger Tag heute. Als wohl trainierter Fußballfan darf man jetzt bloß nicht aus dem Rhytmus kommen. Schon die Umstellung von Nachtspielen um 1 auf frühre Anstoßzeiten um 22 Uhr war schwierig, jetzt aber einen ganzen Tag aussetzen – das wäre sicherlich ein fataler Fehler. Sicher, man kann ein paar Minuten damit zubringen sich die Achtelfinalpartien und die Planungen der Fernsehsender zu notieren (newsroom), aber danach droht man in ein Loch zu fallen. Meine Empfehlung ist deshalb der Genuss von gut Deutschland – Niederlande bei der WM 1990 (YouTube) um 18 Uhr und um 22 Uhr lasst ihr Frankreich – Deutschland bei der WM 1982 laufen (YouTube – achtet dabei besonders auf die eingekehrkerte Auswechselbank bei Minute 14:50).

Zwischen den Spielen dürft ihr dann gern mal abschalten. Empfiehlt sich bei dieser WM eh meistens. Es sei denn es gibt wieder Fotos von pudelnassen Journalisten und anderen Begleiterinnen.

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1. Gestern machte das deutsche Team dank eines schönes Tores von Thomas Müller den Einzug ins Achtelfinale als Gruppenerster perfekt. Da half dem US Men Soccer Team nicht mal die Pumphilfe von Hulk Hogan. (YouTube) Man gut, dass das Spiel überhaupt püntklich angepfiffen werden konnte – auch dank Monty-Python-Platztest (The Washington Post)

Jan-Christian Müller (FR) lobt vor allem die Aufstellung, denn aus seiner Sicht tut Schweinsteiger der Mannschaft sichtlich gut. Thomas Hummel (SZ) mahnt, dass es zu früh zum Feiern ist. Rafael Buschmann und Peter Ahrens (Spiegel) sehen das deutsche Team so reif wie nie zuvor. Tobias Escher (Spielverlagerung) hat das Spiel taktisch analysiert. Christian Kamp (FAZ) sieht die Leistung der deutschen Nationalmannschaft kritisch. Er meint: es muss noch deutlich mehr kommen, damit es für den Titel reicht.

2. Ich hatte sehr gehofft, dass nach dem Spiel gegen die USA die Berichte über den Nichtangriffspakt von Gijón abreißen würden. Nun heißt der nächste Gegner der Deutschen Nationalmannschaft aber Algerien und die haben das Ausscheiden von 1982 nicht vergessen (BBC) Benjamin Knaack (Spiegel) und Claudio Catuogno (SZ)  stellen das algerische Team vor.

3. Zeit für Rückblicke auf die Vorrunde. Die NZZ hat die zehn größten Überraschungen gesammelt. Andreas Rüttenauer (taz) nennt die WM ein “fußballerisches Desaster”. Der Bayern Blog blickt besonnen besonders auf die Bayern-Buben. Der Fehlpass-Podcast diskutiert die Vorrunde mit Max-Jacob Ost und Tobias Escher.

4. Die Bewertung der WM wird immer öfter auch den Daten überlassen. Richard Whittall (Foreign Policy) legt dar, warum die Datensammelwut – wie sie zum Beispiel im Baseball von großer Wichtigkeit ist – im Fußball nicht die dominierende Rolle spielen sollte.

5. Für einige Spieler wird die WM nun zum körperlichen Härtetest, denn morgen beginnt der Fastenmonat Ramadan. James Montague (New York Times) über die Effekte des Fastens aus die sportliche Leistungsfähigkeit.

6. Ein großes Thema während dieser WM ist auch der aufkeimende Nationalismus. Die Sozialpsychologin Petra Becker warnt, dass der Nationalstolz in Fremdenfeindlichkeit umschlagen kann. (Migazin) Auch Jan Tölva (Transparent) glaubt nicht, dass die Fanhnenschwenkerei nur harmlos ist. Marvin Mertens (Mittendrin) hofft gar auf ein schnelles Ende dieser WM, damit es keinen Platz für Rassismus und Nationalismus unter dem Deckmantel des Spors gibt. Fußball gegen Nazis hat “Blackface und andere Scheußlichkeiten” gesammelt.

Auch gegen die Deutschen gibt es Vorurteile wie eine Untersuchung über Nazi-Beschimpfungen bei twitter zeigt. (Regressing)

7. Bitteres Thema sind auch die Matchfixing Vorwürde gegen den Fußballverband von Ghana. The Telegraph hat Videomaterial veröffentlicht, das den Verbandschef stark belastet.

8. Ein Blick in die WM-Geschichte ist das Elfmeter Quiz: Drin oder nicht? Und wo genau ging der Ball hin? (iceviral) “Spot The Ball” von der NY Times kennt ihr ja schon.

9. Borussia Dortmund ist bei der Suche nach einem “strategischen Partner” fündig geworden. 9% der Anteile des Vereins werden für 27 Millionen Euro veräußert. (SZ)

10. Luis Suárez wurde von der FIFA für 9 Spiele gesperrt. Dazu darf er die nächsten vier Monate an keinen Fußballaktivitäten teilnehmen. Thomas Kistner (SZ) kommentiert: “verdiente Strafe für einen Serientäter”. Die WM 2014 ist also für ihn beendet. Mutti, der Libero hatte eigenlich eine viel schlimmere Strafe verlangt.

Mehr über Sperren hat Lukas Rilke (Spiegel) lesenswert zusammengefasst.

11. Wir starten mit Sehempfehlungen, wir enden damit: “Das Wunder von Bern. Die wahre Geschichte.” (ZDFinfo Mediathek) 45 Minuten hervorragende Bilder und eine weitesgehend bekannte Geschichte aus interessantem Blickwinkel.

 

Meist geklickter Link gestern: 

Das freut uns. Meist geklickt gestern: die neueste Ausgabe von Collinas Erben.

Field Reporter

“Kein Sponsor übt Kritik. Das ist ein Skandal, wie die Sponsoren kuschen. Die Sponsoren brüsten sich mit gesellschaftlicher Verantwortung, doch geht es darum, gesellschaftliche Missstände zu benennen, sind kritische Töne kaum zu hören”

André Bühler, Leiter des Deutschen Instituts für Sportmarketing, mahnt Reformen der Fifa an und erwartet dafür von den offiziellen Sponsoren, dass sie mehr Druck ausüben. (Stuttgarter Nachrichten)

 

 

Mixed Zone: Sperre aufgabhoben: Beckenbauer darf wieder zum Fußball. (Sportschau) + + + Veranstaltungstipp für Hamburg: Die Doppel-Sechs lädt heute Abend zum Copacabana Spezial. + + + Singende Fußballer: Ronald Strehl (Deutschlandradio) über die größten Hits der Kicker. + + + Soziale Verantwortung: Pavel Bußen (Transparent) fordert die FIFA auf mehr zu tun.

Rausschmeißer: Die irrste WM aller Zeiten. (scheissfussball)

#Link11: Puppchen, du bist mein Augenstern

Vier Spiele, ein Terminplan für die Bundesliga, zwei ausgeschiedene Europäer, ein Tritt, ein Biss, ein Mondragon, elf Griechen im Achtelfinale. Dazu Neues aus der Vogelperspektive, aus Gijon, dem Bundestag, dem Dopinglabor und dem Campo Dembowski. Hier und jetzt, in dieser Link11.

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1. Fußball ist nicht nur, wo die WM stattfindet, wo die Bundesliga ausgetragen wird und Millionen zusehen – Soccer is everywhere. Eine beeindruckende Fotoserie von Felipe Dana.

2. Fußball war im weiteren Sinne auch das Thema beim gestrigen Duell zwischen Italien und Uruguay. Das Spiel wurde überschattet von einer Bewegung Luis Suarez’ auf Chiellinis Schulter zu, die Ähnlichkeiten mit einer Beißbewegung aufwies. Eine 8-bit-Illustration der Szene genügt als Beweis aber noch nicht, weiß auch Collinas Erbe Alex im Gespräch mit Sport1.fm. Die FIFA hat inzwischen verkündet, Ermittlungen aufnehmen zu wollen. Der FAZ ist ein Bericht des Spielgeschehens zu entnehmen, die Vorgänge rund um den möglichen Biss fasst Florian Haupt (WELT) zusammen. Außerdem sei hiermit eine Reportage auf den Spuren des Uruguayers aus dem Vorfeld der WM nochmals verlinkt.

3. Im Parallelspiel der Gruppe D gingen Costa Rica und England weitgehend ereignislos mit 0:0 auseinander, wodurch sich Costa Rica als Tabellenerster und England als Vierter aus der Todesgruppe verabschiedet. Danial Montazeri (Spiegel) sieht die Schwäche Englands in diesem Spiel belegt, der Autor der ZEIT befindet über das Spiel: »So ein Schrott!«

4. In den 22-Uhr-Spielen der Gruppe C setzten sich Kolumbien erwartungsgemäß gegen Japan sowie Griechenland überraschend gegen die Elfenbeinküste durch. Durch seine Einwechslung wurde der Kolumbianer Faryd Mondragon dabei zum ältesten eingesetzten Spieler der WM-Geschichte (Spiegel). Die Elfenbeinküste verspielt den Einzug ins Achtelfinale durch das Verursachen eines Elfmeters in der Nachspielzeit – nach dem Spiel gilt: die Straße gehört den Griechen (ZEIT).

5. Nach inzwischen 40 ausgespielten Duellen bei dieser Weltmeisterschaft und unterschiedlichen Bewertungen der Spiele als langweilig, hochwertig, zerfahren oder spannend fragt Dirk Gieselmann im Tagesspiegel, wie wir Fußball eigentlich erleben wollen. Ein Text über den Spagat zwischen Analyse und Genuss, die Vermeidung von Fehlern und die Möglichkeit eines Wunders.

6. Mit dem Blick auf ein Spiel beschäftigt sich auch Lenz Jacobsen in der ZEIT. Er hält fest: Sein Fußball ist nicht das Bewegen von Punkten auf einem Feld, das Verschieben von Dreiecken zum Ball hin und von dort wieder weg – der Taktikblick. »Ich will das gar nicht sehen, es sieht so mechanisch aus und so wenig nach Freiheit. Ich will die große Show, die Action und die Nahaufnahme.«

7. Dauerthema bleibt die Kritik an der Berichterstattung über die WM. Der Indirekte Freistoß hat eine Presseschau zum Thema erstellt, auf Meedia.de bezieht Philipp Köster Stellung. Der Schlenzer lobt Oliver Kahn für seine Analysen im ZDF. Einen Einblick in das Abendprogramm für deutsche Fußballjournalisten in Brasilien bietet Jan Christian Müller im Blog-G.

8. Die Bundesliga! Macht Pause, kommt aber wieder. Der Spielplan ist veröffentlicht worden (PDF), bislang ohne fixe Terminansetzungen – mit einer Ausnahme: Das Eröffnungsspiel gegen den amtierenden Meister bestreitet der VfL Wolfsburg. Trainer Baade überblickt die Ansetzungen der vergangen Jahre. Im Rahmen der Präsentation stellte Andreas »Gegen den modernen Fußball!« Rettig die Einführung des Videobeweises in Aussicht (Tagesspiegel/dpa).

9. Die heimlichen Beschlüsse des Bundestages während sportlicher Großereignisse – wie viel Fleisch hängt an diesem alten Knochen? Die taz verteilt »Verschwörungs-Faktoren«. Der vermeintlich bevorstehende Fracking-Beschluss beschäftigt die SZ. In einen größeren politischen Kontext stellt David Nießen die WM bei Spreeblick.

10. Ein regelmäßiges Randdasein der Berichterstattung fristet der Kampf (oder das Kämpfchen?) gegen Doping. Thomas Kistner (SZ) legt den Finger in die Wunde. Johannes Knuth (SZ) analysiert die Leistung Arjen Robbens.

11. Vor dem Duell Deutschland–USA muss erklärt und verglichen werden: Was ist das eigentlich, dieses Gijón? Peter Ahrens (Spiegel) und Oliver Fritsch (ZEIT) sind dran.

 

Meist geklickter Link gestern:

Das Lichterkarussell mit einem Artikel zu Tweets beim Spiel Deutschland–Ghana.

 

Field Reporter

Die Bilder beweisen gar nichts, es gab ein Gerangel. Und das sind alte Narben, das merkt doch jeder Blödmann

Diego Lugano, Kapitän der uruguayischen Mannschaft, zum Duell zwischen Suarez und Chiellini.

 

Mixed Zone:
Clermont ohne Trainerin: Helena Costa ist an ihrem ersten Tag zurückgetreten (Guardian) + + + Run, Boys, Run: Die laufstärksten Spieler des 2. Spieltags (TheBestEleven.com) + + + Bulldogge auf Speed: (Abb. ähnlich) Miguel Herrera (SZ) + + + Reform: Eine Idee aus dem New Yorker: Die Regeln für Fouls im Strafraum so reformieren, dass das Fallenlassen ein Ende hat. + + + Antoine: Gestern im Campo Dembowski + + + Paderborn: startet in seine erste Bundesligasaison (Schwarz und Blau) + + + Saarbrücken: startet in eine Regionalligasaison. Und was macht das FCSBlog? Feedback erwünscht! + + +

#Link11: Von falschen Neunern und Sechsern

Ich bin kein Freund von Public Viewing – und dafür habe ich gute Gründe. Bei der WM 2006 wollte ich mir mit einem Kumpel Ecuador – Deutschland in der Kneipe ansehen. Der Freund kam schon zu spät, und mit ein bisschen Glück konnten wir noch ein paar Plätze in der ansonsten voll besetzten Kneipe ergattern. Wir trafen später andere Freunde, denen es in der Kneipe nicht so gut gefiel, und wir zogen zur Halbzeit weiter auf einen Public-Viewing-Platz. Doch der war so voll besetzt, dass man nichts hätte sehen können. Wir zogen weiter zu einem anderen Kumpel. Doch der war nicht da, sondern lediglich seine Mutter, für die mein Kumpel jetzt ein paar Erledigungen machen musste. Mein Kumpel war bei Kaisers, während ich in sicherer Entfernung vor einer Leinwand das 3:0 für Deutschland erlebte. Am Ende landeten wir wieder in der Kneipe, in der die Odyssee begonnen hatte. Doch wir mussten die Schlussphase stehend verfolgen, denn unsere Plätze waren in der Zwischenzeit besetzt. In der heutigen Link11 lassen wir einen Eventfan zu Wort kommen, aber keine Sorge: erst am Schluss.

blogundpresseschau

1. Brasiliens Selecao konnte auch beim 4:1 gegen Kamerun nicht vollends überzeugen, aber sicherte sich damit zumindest den Gruppensieg (FR). Und zudem durfte der zuletzt arg kritisierte Fred (“eine falsche Neun”) mit einem Treffer Selbstvertrauen tanken (SZ).

2. Neben Brasilien zog Mexiko als Gruppenzweiter mit einem 3:1-Sieg gegen Kroatien ins Achtelfinale ein. Spielverlagerung analysiert die Partie.

3. Der nächste Gegner der Mexikaner ist die Niederlande, die sich mit einem 2:0-Erfolg gegen Chile den Gruppensieg sicherten (SZ). Mit Würde verabschiedeten sich die Spanier von der Weltmeisterschaft (FAZ). Aber das WM-Vorrundenaus des noch amtierenden Titelträgers bedeutet für die Kommentatoren weder ein Ende des Tiki-Taka-Fußballs (barcawelt) noch der spanischen Nationalmannschaft in der internationalen Spitzenklasse (Gegen den Ball). Nicht die Spielende war am Ende, sondern die Spieler.

4. Während des letzten Deutschland-Spiels gegen Ghana fiel ein Teil der deutschen Fans sowie innerhalb als auch außerhalb des Stadions unangenehm auf. Lichterkarussell fasst rassistische Tweets während Deutschland – Ghana zusammen. Das Anti-Diskriminierungs-Netzwerk FARE hat Rassismus-Vorwürfe unter anderem gegen deutsche Fans erhoben (SPIEGEL ONLINE).

5. Nicht nur Mannschaft und Fans hatte gegen Ghana nicht den besten Tag erwischt, sondern auch der Kommentator. Tobias Escher kritisiert Tom Bartels’ zu Deutschland-bezogenen Kommentare. Es gibt ein historisches Vorbild, wie es richtig gemacht wird – Herbert Zimmermann. “Er bezeichnete Torhüter Toni Turek nach einer Parade als Fußballgott, und vergaß dennoch im nächsten nicht, den ungarischen Angriff zu loben, der Turek zu dieser Parade zwang.” Auch Königsblog kritisiert die Performance von Tom Bartels und zudem die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens von der WM. “Die TV-Berichterstattung von ARD und ZDF ist längst zu einer DFB-Reklameshow geworden. Die neben Lukas Podolski ihre Füße badende Katrin Müller-Hohenstein und Gerhard Delling, der in Interviews „dem Oliver“ (Bierhoff) lächelnd Stichwörter zu dessen ewig gleichen Sätzen präsentiert, sind unerträglich.”

6. Robert Peters (RP) fordert, dass Lehren aus dem Ghana-Spiel gezogen werden. Eine könnte sein, dass Bastian Schweinsteiger wieder in die Startelf rückt, wie unter anderem von José Mourinho gefordert (Sport1). Denn gegen Ghana enttäuschte vor allem seine Konkurrenz im defensiven Mittelfeld. Marcus Bark (Sportschau) unterzieht Lahm und Khedira dem Faktencheck. Noch bleibt Lahm im Mittelfeld, aber die SZ warnt vor Folgeschäden.

7. Im letzten Gruppenspiel gegen die USA reicht sowohl Deutschland als auch den vom ehemaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann trainierten Amerikanern ein Unentschieden zum Weiterkommen. Das lässt Raum für Vergleiche mit dem “Nichtangriffspakt von Gijon 1982” (SZ/FAZ).

8. Ein brasilianischer Journalist ist auf einen Scolari-Doppelgänger reingefallen. Wobei reingefallen stimmt nicht. Der Scolari-Doppelgänger dachte, der Journalist würde ihn nach seiner persönlichen Meinung zu Neymar und der Selecao befragen (BBC).

9. Wie sich die Tickets zum WM-Finale im Laufe der Zeit sich wandelten, zeigt Creativebloq.

10. Das alte Berti-Vogts-Motto “Die Star ist der Mannschaft” würde in Argentinien nicht funktionieren, wie das argentinische Tagebuch zu berichten weiß. Denn Argentinien braucht sowohl in der Politik als auch im Sport Patriarchen.

11. Neues aus der FIFA-Telenovela: Die FIFA verteidigt die Erhöhung der Funktionärsbezüge (FAZ). Und Kaiser Franz Beckenbauer, seine Majestät, scheint doch mehr als ein Bauernopfer zu sein. Die SZ beleuchtet Beckenbauers Engagement beim russischen Gaskonzern Gazprom.

 

Field Reporter

“Das schöne an der wm ist doch…die gemeinschaft die entsteht. Alle unterhalten sich gemeinsam….man kann jeden anquatschen…man fiebert gemeinsam und wenn ein tor fällt. ….freut man sich gemeinsam mit den anderen ….dieses Gefühl und dieses fieling bietet ne Bundesliga einfach nicht….ist nun mal Fakt . Also ist doch kein wunder das ne wm/em viel mehr spass macht zu gucken. ..: )”

Stellvertretend für alle Eventfans während dieser Weltmeisterschaft: ein Facebook-Post auf der Seite eines lokalen Radiosenders (Welle Niederrhein).

 

Mixed Zone: Nichts gelernt: DFB überklebt Anti-Rassismus-Plakat (SZ) +++ Bedrohung: Wettmafia ist in Stellung (FAZ) +++ Wieder im Gespräch: Holt Frankfurt diesmal Bendtner? (FR) +++ Transfer: HSV holt sich Oberhausener Jung (kicker) +++

 

#Link11: Von griechischem Catenaccio und konfisziertem Brotaufstrich

Es ist unmöglich das gesamte Bild der Berichterstattung bei dieser WM abzubilden. Zu viele Beiträge zu zu vielen Schauplätzen werden veröffentlicht. Trotzdem hier ein Versuch einen Überblick zu geben. Von seriös bis klamaukig. Viel Spaß bei der Lektüre.

blogundpresseschau

1. Kolumbien steh das erste Mal seit 1990 wieder im Achtelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft. Das Team von Trainer Pekermann schlug die Elfenbeinküste mit 2:1. (kicker) Das Spiel wurde bei Schalkefan.de analog gebloggt.

2. im zweiten Spiel musste sich England trotz der allerersten WM-Hütte von Wayne Rooney geschlagen geben. Daniel Müller (Zeit) beobachtete gelähmte Engländer, die nun auf Italiens Schützenhilfe angewiesen sind. Zum Blonden Engel sah zum Ende des Spiels Uruguay ohne Luft, England gar über 90 Minuten ohne Hirn. Spielverlagerung verteilt Sonderlob an Álvaro Pereira, vermisst aber den Glanz  bei den Urus. Hier wurde das Spiel analog gebloggt.

3. Kollege Tobias Escher beschreibt bei Spielverlagerung das griechische Catenaccio. Felix Lill (Zeit) arbeitet von Tokio aus und nennt das Spiel eine Nullnummer in jeder Hinsicht.

4. Dirk Gießelmann (11 Freunde) fragt sich in seinem Kommentar wie viel öffentlich-rechtlichen Ranschmeiß-Journalismus das Publikum noch erträgt:

“Es ist so ähnlich wie beim Karneval: Alle zwei Jahre, bei den großen Turnieren, wird Deutschland zu Schland, einer Nation der Narren. Den Fans sei dieser Ausnahmezustand vergönnt und verziehen. Die Sender und ihre Journalisten allerdings dürfen sich davon nicht mitreißen lassen.”

Falk Heunemann von Opinion Club schreibt im manager magazin, dass Béla Réthy das geringste Problem sei:

“Der Grund mag sein, dass die Sender sich nicht trauen. Sie sehen, wie viele Menschen ihr Programm einschalten, sie wollen keinen verschrecken. Also setzen sie auf das möglichst unanstrengendste Programm, das ihnen einfällt. Es soll niemanden überfordern – also unterfordert es jeden.”

5. Neben der üblichen Sportberichterstattung berichten einige Journalisten und Blogger auch über die WM abseits der Stadien. Michael Augustin (augenklicke) berichtet über seine “Platzangst beim Forro Festival“. Tobias Zwior (Ecke Socrates) stellt einen kranken Straßenverkäufer vor. das Team von Brafus hat das zweite Gruppenspiel der Brasilianer bei der brasilianischen Köchin Silvana geschaut. Niklas Franzen (Jungle World) schreibt über politisierten Fußball in Brasilien am Beispiel der Corinthians. Der Weltspiegel berichtet über Kinderprostitution am WM-Spielort Fortaleza.

6. Leider hat Ronald Reng keinen eigenen Blog. Deshalb hat er sich bei facebook “ausgekotzt”. Über die Kommentatoren, die Tiki Taka kritisieren und nicht mal wissen, dass es nicht Tiki Taka heißt.

7. Schummelt Panini bei der Zuteilung der Bildchen in die Tüten? Spiegel Online hat eine Ungleichverteilung festgestellt.

8. Fußballer sind doch Rebellen. Sie tragen einfach nicht die Kopfhörer der Marke, die als Sponsor bei der WM auftritt. Bei der Farbe der Fußballschuhe sind sie zwar nicht besonders wählerisch, aber bei der Wahl der ohrmuschelumschließenden Audiogeräte, da wollen sie lieber die Technik ihrer Wahl nutzen. Die FIFA hat deshalb ein Verbot ausgesprochen, um der Rebellion ein Ende zu setzen. (FAZ)

Noch schlimmer traf es die Nationalspieler Uruguays: ihnen wurde 39 Kilo des Lieblingsbrotaufstrichs genommen. (BBC)

9. Kein Tag ohne Negativmeldungen zur FIFA. In der Le Monde diplomatique beschreibt David Garcia ausführlich das System des Weltverbandes. (PS: Der Artikel ist schon vier Jahre alt. Erstaunlich, dass man es ihm kaum anmerkt.)

10. Franz Beckenbauer und die FIFA – Monitor über “das Ende einer Lichtgestalt”. Thomas Kistner und Johannes Aumüller (SZ) schreiben über “des Kaisers neue Offenheit”.

11. Morgen steht die Deutsche Nationalmannschaft zum zweiten Mal bei dieser WM auf dem Platz. Sie sollen möglichst den WM-Titel gewinnen und sich so in eine Reihe mit den Weltmeistern zum Beispiel von 1974 zu stellen. Diese Weltmeister stellen zwei Dokumentationen in den Mittelpunkt. “Kicker, Zocker und Rebellen – Die WM-Helden von ´74” (ARD) und “Als die WM in den Norden kam (NDR) blicken sehenswert auf die WM in Deutschland zurück.

Field Reporter:

“Die Sperre, die ohne nachgewiesenes Verschulden von Franz Beckenbauer durch die Fifa ausgesprochen wurde, können wir als FC Bayern nicht akzeptieren”._

Die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte schließt sich der in dieser Aussage von Bayern-Präsident karl Hopfner zum Ausdruck gebrachten Auffassung an, dass die Unschuldsvermutung ein unverzichtbarer Rechtsgrundsatz ist.

Bester Link gestern:

Die Medienschelte von Gegen den Ball: Im Namen des Volkes.

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Mixed Zone: 27.176 €uro: Hannover 96 muss zahlen, weil sich der Verein gegenüber den Auswärtsdauerkartenbesitzern unrechtmäßig verhalten hat. (NDR) Debattenbeitrag: Der Rotebrauseblogger mit Gedanken zur Sportbloggerei. + + + Torschrei: Die New York Times hat weltweit Reporterausbrüche gesammelt. Für Deutschland: Norbert Dickel. + + + Trailer: Die Dokumentation Istanbul United zeigt den gemeinsamen Kampf der sonst verhassten Fußballfans der drei großen Istanbuler Fußballclubs. (YouTube) + + + Chile: 5 Freunde im Abseits über die ersten beiden Auftritte und gesundes (?) Selbstbewusstsein. + + + Huldigung: Birgit Schönau (11 Freunde) über den”meister der Stille, Andrea Pirlo. + + + Migrationshintergrund: Christian Eichler (FAZ) über 85 Spieler, die nicht für das Land spielen in dem sie geboren sind. + + + Beleidigung: A.C.A.B. ist eine. Hat das OLG Karlsruhe beschlossen. (WBS Law) + + + Ticketkäufer: Wie viele Fans begleiten ihre Teams bei der WM in Brasilien? (Global Post) + + + Schwachstellen: Das Programm Soccer der Univerität Mainz soll den Fußball tiefgehend analysieren können. (idw) + + + Das erste Turnier: Das Zeit Magazin begleitet drei Neunjährige bei ihrer ersten Weltmeisterschaft. + + + Kunst: Der WDR stellt verschiedene Kunstprojekte vor, die sich mit dem Thema Fußball beschäftigen. + + + Soccer vs Football: Sarah Lyall (NY Times) geht dem Namen für das Spiel in den USA nach und kommt zu interessanten Ergebnissen. + + + Doppelfünf: Zwei Autoren, rund 100 Fünfzeiler und der Aufruf zu Einsendungen von euren Gedichten.

#Link11: Niedergang des Tiki-Taka-Landes

Der Weltmeister kann seinen Titel nicht mehr verteidigen. Nach Jahren der Dominanz ist es neu, Spaniens Nationalmannschaft am Boden zu sehen. Nicht neu ist die Kritik in Deutschland an der Fernsehberichterstattung während der großen Turniere. Unter anderem mit diesen beiden Themen beschäftigt sich die heutige Link11.

blogundpresseschau

 

1. Mit Spanien (2014) schied nach Frankreich (2002) und Italien (2010) schon der dritte Titelverteidiger bei den vergangenen vier Weltmeisterschaften in der Vorrunde aus. Aber bei den Spaniern ist die Diskrepanz zwischen Dominanz und tiefem Fall am größten. Vom “Sturz des überforderten Hegemons” schreibt die SZ. In der Heimat wird der (noch) amtierende Weltmeister derweil mit der Titanic verglichen.

2. Erfolgstrainer Vicente del Bosque wird wohl seinen Hut nehmen (FAZ). SPIEGEL ONLINE schreibt die Spanier nicht ab, sondern von einer neuen Epoche der roten Furie.

3.  Gründe, wieso Chile jetzt Weltmeister wird, suchen die Stehplatzhelden.

4. Nach der Schiedsrichterkritik bei der bisherigen WM wurde im gestrigen Spiel zwischen Spanien und Chile der zumindest coolste Linienrichter ever gesichtet. Ihn und die letzten Bilder von lachenden Spaniern präsentieren die 11Freunde.

5. Durch Spaniens Niederlage gegen Chile relativierte sich der crashende Auftaktsieg der Niederlande gegen den Welt- und Europameister ein wenig, aber noch mehr durch die eigene durchschnittliche Leistung im zweiten Gruppenspiel gegen Australien. Am Ende musste der gegnerische Keeper mithelfen, damit Oranje auch das zweite Gruppenspiel gewann (SZ).

6. Noch herber als die Spanier erwischte es gestern Abend Kamerun – 0:4 gegen Kroatien. Aber die unbezähmbaren Löwen sind Kummer gewohnt – seit ihrem legendären Auftritt bei der WM 1990 haben sie kein weiteres Mal die Vorrunde überstanden. Wieder einmal herrschte in und um die Mannschaft Unruhe. Ein Kameruner versuchte, seinem eigenen Mitspieler eine Kopfnuss zu verpassen (SZ).

7. Der FC Bayern stellt die meisten Spieler bei dieser WM und auch zwei der derzeit drei Führenden der Torschützenliste – Müller und Robben. Mit Guardiolas Luxusproblemen beschäftigt sich die FR.

8. Gegen den Ball beschäftigt sich mit den national-chauvinistischen Untertönen in der deutschen WM-Fernsehberichterstattung. Die Kommentatorenleistungen bei dieser WM analysiert die RP. So viel darf verraten werden: Steffen Simon kommt bei beiden nicht gut weg.

9. Klare Schwalbe hat nach dem ersten Gruppenspieltag und noch vor den gestrigen Spielen eine Art Power Ranking erstellt. Überraschend vorne dabei England.

10. Die 15 irrsten Momente bei dieser WM kürt SPIEGEL ONLINE. Ein erstes WM-Fazit zieht auch Markus’ BVB-Blog.

11. Catfight zwischen den Spielerfrauen von Ballack und Hummels (11Freunde).

 

Field Reporter

Ich mag nicht die Engländer nicht, ich mag nur den englischen Fußball nicht.

Und was ist mit englischem Essen, Mehmet Scholl?

 

 

Mixed Zone: Erst Portugal vor dem Aus, jetzt auch noch Ronaldo: Sorgen um das Knie des Superstars (kicker) +++ Aber auch Deutschland bangt: Hummels’ Einsatz ist gefährdet (FR) +++ “Taft” für alle: Auch UEFA führt Freistoßspray zur neuen Saison in der Champions und Europa League ein (Bild) +++

 

#Link11: Der herumstreunende Neuner

Damit ist Deutschland nun also auch dabei. Schlandisierte Horden, die den Tiergarten vollpinkeln. Meterhohe Fahnen auf Mofa-Gepäckträgern, deren Luftwiderstand den letzten Rest Geschwindigkeit raubt. Vor allem aber: Fußball. Sehr viele Spiele. Sehr viele Tore. Ein Ende der ständigen Schiedsrichterschelte, zu viel anderes hat sich ereignet. Ein paar Aspekte, ein paar Texte, ein paar Links nur.

blogundpresseschau
1. Beginnen wir mit einer kleinen Studie. Brasilien. Ein paar Wohnklötze, ein WM-Spiel, eine Kamera, ein Mikrofon. »This is how my neighborhood sounds when Brazil scores in the World Cup«, der Titel sagt alles (Fritten, Fußball und Bier).

2. Gestern abend stieg die deutsche Nationalmannschaft mit einem 4:0-Sieg über Portugal in die WM ein. Einen Spielbericht gibt es in der SZ, die Taktikanalyse liefert Tobias Escher bei Spielverlagerung.de. Bei der Frage nach dem Spieler des Spiels sind sich alle einig, die Lobeshymnen erklingen im Chor: Müller (Oliver Fritsch, ZEIT), Müller (Tim Jürgens, 11Freunde), Müller (Ahrens/Buschmann, Spiegel), Muller (Raphael Honigstein, ESPN). Gleiches gilt für den ersten Verlierer der Partie: Cristiano (Chrstian Eichler, FAZ) Ronaldo (Thomas Hummel, SZ). Hummel erinnert außerdem antizyklisch an Miroslav Klose und freut sich, ihn im Kader zu wissen.

Auf Schalkefan.de finden sich die gesammelten Spielberichte der Analogblogger. Angela Merkel und weitere deutsche Politiker besuchten das Spiel in Salvador de Bahia. No jokes with names: Gerd Müller, Minister für Entwicklungshilfe, lehnte eine Anreise ab. Der Spiegel schafft einen Überblick.

3. Damit ist das erste Spiel abgearbeitet, es folgt bald das nächste. Was hier in der Link11 aber nur ein erträglicher Unterpunkt ist, dehnt sich im deutschen Fernsehen auf eine quälende Stunde. Der Tagesspiegel über die »qualitätsvolle Nullberichterstattung«, die Ignoranz gegenüber Inhalten im Allgemeinen und kleinere Nationen im Speziellen. Auch bei Frédéric Valin sorgt der öffentlich-rechtiche Rahmen mit für »eine gewisse Müdigkeit«. Dabei lohnt es sich oft, genau hinzuhören. So ist der mittlere Tonkanal im ZDF-5.1-Sound oft für überraschendes Geflüster gut; auch die ARD veröffentlicht teilweise mehr, als ihr lieb ist (YouTube).

4. Als zweites Spiel des gestrigen Abends war Iran–Nigeria angesetzt. Leider fand zur vereinbarten Zeit nichts statt, das sich im Maßstab der bisherigen Spiele würdig »Fußball« nennen ließe. Die ZEIT veröffentlich daher auch keinen Spielbericht, sondern einen Dank an das Unansehnliche, im Kontrast zu welchem die großartigen Momente des Sports erst ihren vollen Glanz entfalten. Tim Rieke (Spielverlagerung) sah ein zwar enttäuschendes, aber noch analysierbares Spiel, während Falk Steiner Kommentator Steffen Simon »Alltagsrassismus live und in Farbe« attestiert.

5. Zum letzten Spiel: Ghana–USA. Die SZ bescheinigt den Vereinigten Staaten einen »Traumstart«, der Spiegel hebt den Herthaner Brooks hervor, der die Partie mit seinem Treffer in der Schlussphase entschied. Spielverlagerung sah Belege dafür, dass beide Teams nicht zu den besten zählen.

6. Einen Grund, warum die Schiedsrichter nicht mehr wie an den Anfangstagen gescholten werden, lieferte Равшан Эрматов. Der Mann ist Usbeke, man schreibt ihn auch Ravshan Ermatov (deutsch), Irmatov (englisch), 3pmatoB (optisch). Bleibenden Eindruck hinterließ er jedenfalls durch seinen Umgang mit dem Vorteil. Schon vor Jahren sprach er über seine taktische Vorbereitung auf ein Spiel, die sich spätestens im Spiel Schweiz–Ecuador auszahlte. Weiteres unparteiisches Highlight war der erstmalig entscheidende Einsatz der Torlinientechnik im Spiel Frankreich–Honduras. Dabei war die Entscheidung haarscharf, ihr Beleg durch eine auch im Stadion eingespielte Videosimulation sorgte allerdings für Misstrauen (SZ). 8bitFootball beweist aber: Der Ball war um ein Pixel drin.

7. Von den Schiedsrichtern zurück zu den Spielern: Ivica Olic greift morgen wieder ins Turnier ein, anlässlich seines ersten Auftrittes gegen Brasilien hat Frédéric Valin einen alten Blogpost hervorgekramt. Lisa Sonnabend analysiert in der SZ den Auftritt Lionel Messis. Dem Leader des geheimen Favoriten Belgien, Alex Witsel, widmet 11Freunde einen Artikel.

8. Mit der Bedeutung des Turniers für Brasilien beschäftigt sich der Deutschlandfunk. In der Rubrik »Diskurs« wurde ein halbstündiges Gespräch mit dem »Brasilienexperten« Dawid Bartelt geführt. Die Trübung des Sportereignisses durch Proteste und Korruption, das Prozedere der Vergabe solcher Turniere beschäftigen das Format »Kontrovers« ausführlich. Über die gefestigte linke Abneigung gegen den Fußball schreibt Martin Krauss in der Jungle World sehr lesenswert. Soll der Fußball Völker vereinen, könnte er im Kleinen damit beginnen: Bei der Nationalmannschaft Bosnien-Herzegowinas (120minuten)

9. Nachdem also unter Punkt 1-8 allerlei Amateure ihre Sicht der Dinge abgegeben haben, spricht in der FAZ der Fußballlehrer. »Er gilt als Vordenker im Fußball«. Man erinnere sich nur an seine zahllosen Erfolge, sei es der DFB-Pokal, den er gegen Duisburg errang, oder ein anderer. Es spricht nun zu Ihnen (»So was von passiv habe ich zum Beispiel die Spanier in den letzten zehn Jahren noch nicht gesehen«): Ralf Rangnick.

10. Franz Beckenbauer und die Ethikkommission der FIFA hatten in den letzten Tagen durchaus unterschiedliche Ansichten und Schilderungen des Vorgefallenen zu bieten. Der Indirekte Freistoß gibt einen Überblick. Jens Weinreich erinnert an seinen alten Bericht über Beckenbauers Verbindung zur Russenmafia und kritisiert den Umgang der BamS damit. Die Streitigkeiten zwischen Niersbach und Zwanziger kommentieren Oliver Fritsch (ZEIT) und Andreas Rüttenauer (taz)

11. Zu allen bisherigen Spielen finden sich natürlich Analysen. Nach Tagen (1 2 3 4) sortiert hat Zonal Marking die bisherigen Spiele der WM in gewohnter Manier unter taktischen Gesichtspunkten betrachtet. Spielverlagerung widmet jedem Spiel einen eigenen Artikel. Noch einmal erwähnt sei an dieser Stelle das bisherige WM-Highlight Spanien–Niederlande. »Darüber wird noch lange geredet«, prognostiziert Martin Rafelt in seiner Taktikanalyse für Watson.ch. Auch 11tegen11 hat einige Aspekte unter die Lupe genommen. Richard Swarbrick hat die Szenen des Spiels in eine Animation in eigenem Stil umgearbeitet (YouTube).

 

Bandenwerbung:

Collinas Erben haben die erste Ausgabe zur WM aufgenommen. Der 1. Spieltag der Gruppen A-E wird neben allgemeinen Aspekten abgehandelt.

 

Field Reporter

Thomas ist (…) immer derjenige, der ein Näschen hat, der dahin geht, wo die größte Gefahr für den Gegner herrscht. Er geht auf den kurzen Pfosten, er schließt ab, wenn es keiner erwartet, genau wie beim vierten Tor. Er steht immer da. Er ist irgendwie ständig präsent im Sechzehner. Das zeichnet Thomas Müller aus. Er macht viele Wege, Querläufe, Diagonalläufe, so dass er für den Gegenspieler schwer zu greifen ist.

Joachim Löw im Interview mit der FAZ.

 

Mixed Zone:

Inception: Einen Überblick kleinerer Nachrichten gibt es bei der SZ + + + Kündigung: Rahmenbedingungen der WM am Arbeitsplatz (Spiegel) + + + Prinz: Lukas Podolski im Gespräch mit dem ZEIT-Magazin + + + Comeback: Das SZ-Magazin hat Monica Lierhaus begleitet + + + Soccer: Warum eigentlich diese Bezeichnung? (The Atlantic) + + + Campo: Dembowskis tägliche WM-Kolumne + + + Rumänien: Endreas Müller berichtet über den FC Brasov (120minuten) + + +

Ticker: Freitag, 13. Juni 2014

blogundpresseschau

17:30 (kr) Der Guardian hat sich der Fußballgeschichte Brasiliens angenommen. Vom allererstem Länderspiel gegen Exeter City, vom verlorenenen Finale 1950, von der weltweiten Bedeutung der brasilianischen Trikots und von der Entwicklung des brasilianischen Stils. Vier kurze, sehr schön gemachte Videos.

17:15 (kr) “Die großartigste Show der Welt” ist ein Blick auf die so oft dunkle Seite. Die  WM 2014 aus PR-Perspektive. (sandhu)

17:13 (kr) Hanisauland erklärt die WM für Kinder. Nett gemacht.

16:54 (kr) Im Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Rechtsextremismus gibt es einen gut zehn Minuten langen Film zum Thema Rechtsextremismus und Diskriminierung in deutschen Fußballstadien. Anschauen.

Rechts in der Leiste sind weitere Texte und Links zum Thema zu finden.

13:30 (su) Aus den USA erreicht uns gerade ein wertvoller Beitrag! Dort zerbricht man sich mal wieder den Kopf, wie man Fußball attraktiver machen kann. Die alte “3 Ecken ein Elfer”-Idee wird umgedeutet, die Einführung von Punktrichtern vorgeschlagen. Ein Meisterwerk der Unterhaltungsliteratur im TIME Magazine.

12:31 (jp) Max Ost freut sich einfach über die WM.

Allein die Paarungen! Argentinien-Kamerun. Frankreich-Chile. Japan-Spanien. Keine langweiligen Freundschaftsspiele im Februar, sondern echte Kontinentenvergleiche. Dazu die Exoten, denen man alles gönnt, sie haben sich ja schließlich qualifiziert. Für Honduras jubeln, Neuseeland feiern.

12:24 (jp) Fremdschämen in der Alten Försterei. Nils (Textilvergehen) war im WM-Wohnzimmer.

11:59 (jp) Der obligatorische Fehler in der Eröffnungsfeier. Die Fahnenverwechslung (Who ate all the Pies). Der Indirekte Freistoß mit der Pressezusammenfassung des gestrigen Abends.

10:44 (jp) Der Burnster sitzt im WM-Studio und lässt sich zur Fifa und zum Eröffnungsspiel aus. Die Spielverlagerung hat die gewohnt kompetente Analyse im Gepäck.

9:48 (jp) Unser Mann Stephan Uersfeld vom Campo Dembowski.

Für einen kurzen Moment ist in Brasilien die Welt in Ordnung. Der Rest wundert sich. Die FIFA schlägt Café King. „Der Fußball schafft sich ab“, denke ich und blicke auf den Mond über Witzleben.

Dogfood (Allesaussersport) mit einem kleinen Ausblick auf die Partien von heute. Natürlich nur echt mit der “Spitzenspielhupe”.

9:24 (jp) Ohne Worte.

9:20 (jp) Die Blogger kriechen leicht übernächtigt aus ihren Löchern, wischen sich die Springer-gefütterten Münder ab und werfen einen ersten Blick auf die WM. Torsten Wielands (Königsblog) gutes Gefühl wurde weggepfiffen. Miasanrot setzt den Fokus auf die (Ex-)Bayern-Spieler im Eröffnungsspiel. Frederic Valin (Zum Blonden Engel) mit einer Einschätzung, wie man Brasilien schlagen kann:

Es bleibt die Erkenntnis, das Brasilien eine Nuß ist: die knackt man über außen. Und egal wie hart sie ist, wenn man den richtigen Hebel findet, tun sich da plötzlich Räume auf, denen man schlicht nur Namen zu geben braucht. Das Drehbuch zu einem Sieg gegen Brasilien hat Michael Ende geschrieben, in der unendlichen Geschichte: was man braucht, sind Außen mit Fantasie.

Darüber hinaus kramt er einen Text aus der Vergangenheit über Ivica Olic aus der Mottenkiste. Frei nach dem Motto. Der will ihn sich erlaufen.

9:13 (jp) Das tägliche Grundrauschen zur Nationalelf spült Philipp Lahm ins Mittelfeld (Sportschau), setzt Fragezeichen hinter Klose und Schweinsteiger (SZ) und spekuliert über die ersten 14 für das erste Spiele der DFB-Elf (FR).

9:10 (jp) Das hätte man sich auf Schalke wohl nicht träumen lassen. Ivan Rakitic wechselt zum FC Barcelona. Warum konnte man in Ansätzen gestern im Spiel der Kroaten gegen Brasilien erkennen, die NZZ führt noch weitere Gründe auf.

9:08 (jp) Lutz Wöckener (Welt) weiß, dass die Schiedsrichter das Freistoß-Spray ablehnen.

9:06 (jp) Der Tagesspiegel setzt den Fokus bei der Beurteilung der Elfmeterszene nicht nur auf den Unparteiischen, sondern auch auf Fred.

8:57 (jp) Die Pfeife des Spiels war für die taz und für Zuschauer im Stadion nicht der Schiedsrichter, sondern Staatspräsidentin Dilma Rousseff. Passend dazu erklärt ARD-Korrespondent Michael Stocks, dass die politische Lage sich durch den Auftaktsieg natürlich nicht verändert hat.

8:46 (kr) Endlich Fußball. All die Analysen und Vorraussagen dürfen jetzt zeigen was sie wert sind. Brasilien traf im Auftaktspiel auf Kroatien und beide Nationalteams zeigten, dass sie gewillt sind ihre Nationalhymne zu singen. Das folgende Spiel war nicht weniger launig, bot aber einen traurigen Höhepunkt als der brasilianische Stürmer Fred zunächst fiel, um sich dann beim Herrgott zu bedanken. Ein einfaches High Five mit dem japanischen Unparteiischen  Yuichi Nishimura hätte gereicht. Deshalb wollte Kroatiens Trainer Niko Kovac am Liebsten die Sachen packen und abreisen. Die SZ hat Reaktionen und Spieldaten zum Eröffnungsspiel gesammelt.

07:39 (jp) Moiiinsen. Der Peters ist heute am Start. Und der hat die Ehre zum WM-Start zu tickern. Mehr im Laufe des Vormittags. Wer schon tolle Linktipps hat, ab in die Kommentare!

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