CE55 – Collinas Erben: Bisschen Profischiedsrichter


Wären wir Freunde des abgeschmackten Wortwitzes, dann würden wir jetzt ausrufen: »Diese WM hat richtig Biss!« Sind wir aber nachweislich nicht, deshalb stellen wir ganz seriös fest, dass Luis Suarez demnächst womöglich viel Zeit haben wird, seine Zähne richten zu lassen, die ihm Giorgio Chiellini dreisterweise mit seiner Schulter verbogen hat – und das auch noch ohne Ahndung durch den Schiedsrichter, obwohl der auf den Spitznamen »Dracula« hört! Außerdem differenzieren wir unterschiedliche Arten von Kopfnüssen aus, empfehlen Björn Kuipers, erst dann Schluss zu machen, wenn es am schönsten ist, dekonstruieren bosnische Verschwörungstheorien und ergehen uns in allerlei Vaterlandslosigkeiten. Überdies bekommt, jawohl, Béla Réthy ein Lob. Heute ist irgendwie alles ein bisschen anders als sonst.
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Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

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Links: Das Studiogespräch von n-tv mit Alex gibt’s zwar nicht online, dafür aber ein Interview von n-tv.de im Freien — Alex im Interview bei SPORT1.fm — Empörung über ein Foto, das nach dem Spiel zwischen Bosnien-Herzegowina und Nigeria kursierte — Die Studiogespräche von DRadio Wissen mit Collinas Erben — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook — Die offiziellen Fußballregeln als PDF-Datei zum Download

Shownotes: 0:00 Béla Réthy wirft sich vor Claudio Marchisio, und Oliver Schmidt rutscht kurz das Herz in die Hose – 1:05 Von den Künsten der Maskenbildnerin – 2:40 Abstieg für den einen Assistenten… – 8:20 …und Aufstieg für einen anderen – 11:25 Gruppe D, 3. Spieltag, Italien – Uruguay 0:1 (SR: Rodriguez, Mexiko): Von offenen Sohlen und Mündern – 39:25 Gruppe G, 1. Spieltag, Deutschland – Portugal 4:0 (SR: Mazic, Serbien): Fifty-Fifty und ein Kompromissvorschlag – 50:00 Gruppe A, 2. Spieltag, Kamerun – Kroatien 0:4 (SR: Proenca, Portugal): Was tun bei mannschaftsinternem Gezänk? – 53:35 Gruppe D, 2. Spieltag, Uruguay – England 2:1 (SR: Carballo, Spanien): Gerrard und das »deliberate play« – 56:25 Gruppe E, 2. Spieltag, Schweiz – Frankreich 2:5 (SR: Kuipers, Niederlande): Bloß keine Überstunden? – 1:06:40 Gruppe F, 2. Spieltag, Argentinien – Iran 1:0 (SR: Mazic, Serbien): Unflexible Diagonale – 1:15:40 Gruppe F, 2. Spieltag, Nigeria – Bosnien-Herzegowina 1:0 (SR: O’Leary, Neuseeland): Nur eine Momentaufnahme (?) – 1:20:00 Gruppe G, 2. Spieltag, USA – Portugal 2:2 (SR: Pitana, Argentinien): Von freier Sicht und ziemlichen Zeitzuschlägen – 1:30:00 Gruppe H, 2. Spieltag, Belgien – Russland 1:0 (SR: Brych, Deutschland): (Unberechtigte) Ungnade für einen zuvor Hochgelobten – 1:34:15 Gruppe B, 3. Spieltag, Niederlande – Chile 2:0 (SR: Gassama, Gambia): Ein neuer Komet am Schirihimmel? – 1:38:50 Gruppe C, 3. Spieltag, Griechenland – Elfenbeinküste 2:1 (SR: Vera, Ecuador): Nein! Doch! Oooh! – 1:46:20 Über Profischiris und eine veritable Unsitte – 2:00:05 Fade-out

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44 comments » Write a comment

  1. Habe mir den podcast noch nicht angehört, möchte aber nur zu Machiosos Foul anmerken: Ohne irgendein Interesse den Ball zu spielen, steigt der mit den Stollen voran Richtung Schienbein/Knie. Für mich ein Musterspiel einer Roten Karte, alle Experten hier in Ö oder auch Urs Maier (“Da war zu wenig Fleisch da für eine Rote Karte”) sahen das anders. Muss wohl wirklich wieder zum Augenarzt…

    • Ja, sehe ich genauso. Bei Gelb hätte man gedacht
      – “da ist er noch gut mit weggekommen”
      – “naja, schon ‘dunkelgelb'”
      Marchisio ist da einfach sehr blöd in den Zweikampf gegangen, der Ball war zu keinem Zeitpunkt dort wo er hingetreten hat, seiner Mannschaft hat er somit einen Bärendienst erwiesen.
      Meine Vermutung:
      Spieler, vor allem “abgezockte” Italiener (sorry die Pauschalisierung) wissen ganz genau wie hart sie einsteigen können um noch knapp unterhalb der Gelb- bzw. Rotgrenze zu bleiben. (Verweis auf Podcast zum Pokalfinale, wo das nichtgelbgeahndete taktische Foul von Lahm an Reus den Maßstab gesetzt hat)
      Und Marchisio hat sich leider verkalkuliert. Taktische Marschrichtung Italiens war ja, jeglichen Spielfluss zu zerstören und mit einem 0:0 im Schongang weiterzukommen. Und ein überhartes Foul, das wegen Gelb+Behandlungspause+Diskussion wieder 2-3 Minuten Zeit bringt und Marchisio in der teaminternen Zeitschindetabelle nach vorne katapultiert, kommt da ja ganz gelegen :)

  2. Danke für den wie immer informativen Podcast. Ich stimme auch in vielen Punkten mit Euren Einschätzungen überein.

    Ihr geht sehr fix über die Szene von Giroud vs. Van Bergen hinweg, von wegen keine Absicht, also auch kein rot. Die Szene ist natürlich extrem unglücklich, Giroud sieht ihn nicht und es daher natürlich keine Absicht. Aber, Stollen im Gesicht des Gegenspieler muss doch rot sein. Wer Den Fuß so hoch nimmt ist auch dafür verantwortlich. Habt Ihr sowas nicht auch in einer früheren Folge schon mal gehabt bzw. diskutiert?

    • Ganz so pauschal kann man das nicht sagen. Grundsätzlich ist es ja nicht verboten, mit hohem Bein zu spielen – es darf dabei nur kein Gegenspieler gefährdet oder gar getroffen werden. Falls das doch passiert, ist es hinsichtlich der Strafzumessung wesentlich, ob der betreffende Spieler seinen Gegenspieler sehen (also eine potenzielle Gefährdung einschätzen) konnte oder nicht. In Girouds Fall hat der Schiedsrichter auf Fahrlässigkeit erkannt (die laut Regel 12 gar keine persönliche Strafe nach sich zieht), man hätte aber auch auf Rücksichtslosigkeit entscheiden können (das gäbe eine Verwarnung). Für einen Platzverweis muss ein solches Foulspiel brutal sein, und das setzt voraus, dass man die Verletzung eines Gegenspielers bewusst in Kauf nimmt. Angesichts der Tatsache, dass Giroud seinen Gegenspieler hier schlichtweg nicht gesehen hat und deshalb erkennbar davon ausging, niemanden zu gefährden, kann man ihm das nicht unterstellen. Wäre der Gegenspieler von vorne gekommen, hätte sich die Sachlage natürlich anders dargestellt.

  3. Das Notwehr-Dilemma lässt sich aus meiner Sicht dadurch immerhin entschärfen, dass man die in Tätlichkeit enthaltene Absicht betont (die Fußballregeln sind, was Vorsatztermini angeht, sowieso bereits völlig durcheinander, darauf käme es auch nicht mehr an).

    Wer also gerade einen Schmerz erleidet, und (quais-) reflexhaft handelt, um diesen zu beenden, der hat keine bewusste Handlung vorgenommen, _um_ jemanden anderen zu schaden.

    Heißt: Chilini hat keine Tätlichkeit begangen, als er Suarez mit dem Ellbogen gegen den Kopf stieß, denn so reagiert ein menschlicher Körper in diesem Moment. Dazu war keine bewusste Willensentscheidung nötig.

    Wäre die Zähne (hihi) aber so weiter gelaufen, dass beide stehen bleiben, Chilini sich erschrocken umdreht und dem sich höhnisch die Lippen leckenden Suarez eine zimmert, dann geht er mit rot vom Platz. Und das finde ich auch richtig so. Denn die Strafgewalt obliegt dem Schiedsrichter und nur dem Schiedsrichter. Jedes Aufweichen dieses Grundsatzes macht ihn insgesamt überflüssig. Das wäre ja die Gegenmöglichkeit: Die Spieler regeln das selber. Kann man machen. Aber dann müsste man das auch komplett so machen.

    Egal wie verständlich es im Einzelfall sein mag, wenn ein Spieler einem anderen die Konsequenzen seines Tuns aufzeigen will, das ist eine Tätlichkeit. Und wenn unser hypothetischer Herr Chilini das in diesem Moment gerne möchte, dann muss er auch manns genug sein, mit der roten Karte zu leben.

    Ja. So finde ich das gut. Kann das mal jemand dem Regelboard mailen?

    • Gute Argumentation! Je nachdem kann es für den Schiedsrichter naturgemäß schwer sein, spontan zu entscheiden, welche Handlung unmittelbar und unbewusst auf die Beendigung eines Schmerzes abstellt und ab wann eine vorsätzliche Handlung beginnt, die über diese reine Abwehr hinausgeht. Aber ein Spielraum für den Schiedsrichter wird hier durchaus eröffnet, und Chiellinis Reaktion fällt sicherlich unter diese Abwehrreaktion (zumal er, wenn ich es richtig gesehen habe, Suarez noch nicht einmal getroffen hat).

  4. Sorry, sternburg, hab die Mailadresse verlegt.

    Aber eigentlich will ich was anderes sagen: Alex’ Eindruck, dass Thomas Müller in der Szene mit Pepe überzogen habe, teile ich nicht. Gesichtstreffer, auch harmlos wirkende, können verdammt weh tun, für Außenstehende ist es meines Erachtens schwer bis unmöglich, im Einzelfall zu bewerten, ob die Hand nun die Wange, die Lippe, den Zahn oder auch die Nase traf und wie schmerzhaft das im Einzelfall war, von der Überraschung über das Widerfahrene ganz abgesehen.

    Es ist denkbar, dass Müller übertrieben hat, und es ist ebenso denkbar, dass es einfach sehr weh tat.
    Im Zweifel für den Zweifel. (Nicht gegen den Spieler.)

    Noch ein Anliegen: ich finde es bemerkenswert, mit welcher Ruhe und Reflexion Ihr die Entscheidungen abhandelt. Bei Twitter gab es eine Reihe von Punkten, an denen ich zweifelte und ein “Aber …!” einwerfen wollte, als Alex einzelne Entscheidungen bewertete, und ich war gespannt auf den Podcast. Wie Du, Alex, dann eben jene (von mir unausgesprochenen, von anderen vermutlich formulierten oder in Dir selbst arbeitenden) Abers aufnimmst, abwägst und im Podcast berücksichtigst, finde ich klasse – gerade weil Du mir an der einen oder anderen Stelle Wind aus den Segeln nimmst.

  5. Euer Podcast wie immer ein Gedicht, entertaining und lehrreich zugleich. Drei Anmerkungen:

    1) Brych-(Nicht)Elfer: Ganz Eurer Meinung, das war sicher keiner.
    2) Suarez-Biss: Da gehe ich nicht überein, dass bei vier Schiris das einer sehen muss. Weitab vom Ball und selbst wenn einer zufällig dort hinschaut, ist er doch so weit weg, dass er zwar sagen kann, dass Suarez mit dem Kopf Richtung des Italieners gegangen ist, den Biss aber unmöglich nachweisen kann. Für mich war nur heikel, dass der Schiri einen Verdachts-Freistoß gegen Suarez gab, hier könnte man ja jetzt sagen, dass er die Szene gesehen und geahndet hat. Die FIFA war aber offenbar anderer Meinung.
    3) Re Kuipers und seinem unzeitgemäßen Abpfiff:
    a) Was machst du, wenn die Nachspielzeit im Ablaufen ist und es noch zu einem Eckball kommt? Gut, den läßt du noch ausführen (habe ich schon öfters gesehen), aber die klären gleich wieder zur Ecke. Ist dann endgültig Schluss? Problem ist, wenn du für einen Eckball verlängerst, schaffst du ja einen Präzedenzfall für den nächsten, oder?
    b) Eine Bitte an unsere Schweizer Freunde: Es gab vor langer Zeit (wird jetzt schon fast 30 Jahre her sein) eine Wahnsinnsszene in der Nati A: Ich glaube, es war ein Servette-Spiel, kann aber nicht einmal das mehr beschwören. Da pfiff der Schiri ab, als der Ball ins Tor segelte! Keine Übertreibung, das Problem war, soweit ich mich erinnern kann, dass ein weiter Pass gespielt wurde, der Goalie im Neuer-Stil locker herauskam und weit vor dem Stürmer am Ball war. In diesem Augenblick schaute der Schiri auf seine Uhr und pfiff dann auch gleich ab. Problem war, dass der Goalie inzwischen den Stürmer angeschossen hatte, von wo der Ball im hohen Bogen ins Tor flog. Danach machten die Spieler eine regelrechte Hatz auf den Schiri, traten und schlugen nach ihm, ich erinnere mich noch genau an ein Bild in einer Sportzeitung, wo der Schiri mit angsterfülltem Blick vor den Spielern floh. Es gab danach einige lange Sperren für die Übeltäter, ich glaube für den Ref war es das Karrierende.
    War eine ganz prägnante Szene, die man normalerweise nur in Unterklassen oder aus Youtube-Videos aus Asien kennt. Kann sich da noch jemand an Details erinnern bzw. gibt es hier noch Bildmaterial?

    • Zu 3a) Wenn die Zeit abgelaufen ist, muss ein Eckstoß nicht mehr ausgeführt werden – und sollte es auch nicht. Das Spiel ist in diesem Moment ja ohnehin unterbrochen, und dann ist der Moment günstig, um es auch zu beenden.

  6. eine frage zur schiedsrichtertaktik: oftmals unterbrechen die refs die durchführung von ecken oder freistößen, wenn es im strafraum zu rangeleien kommt und ersticken somit schon viel im kein

    aber ist es nicht im geiste des spiels, wenn viele tore fallen würden?
    also mir ist der sinn schon klar, strafstöße verursachen stress auf vielen ebenen, aber der schiedsrichter ist doch nicht verantwortlich, was die spieler machen

    ich stelle es mir z.b. wirksamer vor, wenn da eine zeit lang halt nicht eingegriffen wird und dann dementsprechend mehr elfer gepfiffen werden
    denn so unterbricht der schiri jedes mal, ermahnt die betroffenen und beim nächsten mal geht die situation wieder von vorne los
    lg aus wien

    • Der Geist des Spiels ist aber auch (und nicht zuletzt) das Fair-Play. Und genau deshalb ist der Schiedsrichter gehalten, Unsportlichkeiten nicht nur zu ahnden, sondern nach Möglichkeit sogar zu verhindern, beispielsweise im Vorfeld von Eckstößen. Wenn ich als Referee dann aber sehe, dass meine präventive Ansprache nicht fruchtet, verfahre ich nach dem Motto: Wer nicht hören will, muss eben fühlen.

  7. Ist zwar nicht direkt eine Schiedsrichterfrage, aber da sie auch mit den Regeln der Fußballwettbewerbe zu tun hat dachte ich hier wäre sie gut aufgehoben:
    Was würde eigentlich passieren, wenn es in der Gruppenphase zu einem Fall gekommen wäre wo man das Los zur entscheidung benötigt hätte, diese Entscheidung aber zwischen 2 Mannschaften fallen würde die gerade gegeneinander gespielt haben, und direkt mit dem Abpfiff schon klar ist, dass es das Los brauchen würde. Ist es dann möglich, dass diese beide Mannschaften das Spiel um Verlängerung bzw. Elfmeterschießen verlängern (was ja doch deutlich fairer währe als das Los), oder ist irgendwo festgelegt, dass es soetwas nur in KO-Spielen geben kann?

    • Bei der Euro 2008 gabs so einen Fall bei CZE – TÜR.
      Hätte ein bestimmtes Ergebnis, ich glaube 2:0 für die Türkei dazu geführt, dass direkt im Anschluss ein Elfmeterschießen abgehalten worden wäre.
      War ein Ausnahmefall, der vorher so angekündigt wurde. In wieweit das für die FIFA gilt, weiß ich nicht.

  8. Konstruierte Szene:
    Eine Mannschaft will den knappen Vorsprung über die Zeit bringen. Sie hat nun einen Einwurf zugesprochen bekommen. Es geht aber kein Spieler zum Einwurf hin. Klares Zeitspiel. Normalerweise bekommt der Spieler, der den Einwurf verzögert eine Karte. Was macht der Schiedsrichter in dieser Situation? Der Kapitän genießt gerade übrigens eine kurze Behandlungspause neben dem Platz um seine Wadenkrämpfe behandeln zu lassen.

    • In der Theorie: Gang zum Kapitän an die Seitenlinie; Aufforderung, dafür zu sorgen, dass der Einwurf ausgeführt wird; Ankündigung der entsprechenden Nachspielzeit. In der Praxis: Sofortige unmissverständliche Aufforderung an den Spieler, der als Nächster am Einwurfort steht, den Einwurf auszuführen; Drohung mit der Gelben Karte für den Fall der Zuwiderhandlung; Ankündigung der entsprechenden Nachspielzeit.

  9. Moin,
    geht jetzt nicht direkt um diese Podcastfolge, aber die Frage ist mir beim gestrigen Elfmeterschießen Costa Rica – Griechenland gekommen:
    wenn ein Torhüter während des Elfmeterschießens mit Rot oder Gelb-Rot (vielleicht wg unsportlichem Verhalten oder Meckern) vom Platz gestellt wird, darf dann die betroffene Mannschaft noch einen Ersatztorwart einwechseln oder müßte einer der Feldspieler ins Tor?

    • Dann müsste ein Feldspieler ins Tor. Wenn sich ein Torwart im Elfmeterschießen verletzt, kann ein Ersatztorwart eingewechselt werden (vorausgesetzt natürlich, es wurde nicht bereits dreimal gewechselt), bei einem Platzverweis für den Keeper dagegen geht das nicht.

  10. Eine Anmerkung zum Freistossspray:
    Ich ging ursprünglich davon aus, dass der Schiri die Linie zieht, bevor(!) sich die Mauer positioniert. Das fand ich auch sinnvoll, weil der Schiri sich dann schon auf die Position bewegen kann, von der aus er den Freistoss anpfeifen will und nicht mehr warten muss, bis sich die verteidigenden Spieler positioniert haben. So wie es jetzt ist, empfinde ich es eher als verzögernd, weil der Schiri, anstatt sich zu positionieren und anzupfeifen, erst noch die Linie zieht.
    Interessant auch die Aussage von Fandel, dass dadurch die Zentimeterschinderei endlich beendet wird, die ja nach eurer Einschätzung eh’ kaum vorkommt. Unterschiedliche Wahrnehmungen oder taktische Aussage von Fandel?

    Wie bewertet ihr die Situation mit den Unterbrechungen in der Nachspielzeit. Ich habe den Eindruck, dass man da beliebig Zeit “verplempern” kann, ohne das die nochmal draufgelegt wird. Beispiele sind ARG-IRAN (3min für Tor und Auswechslung), GRE-CIV (2min Elfmeter) oder NED-MEX (2.5min Verletzung)

    • Zur Markierung mit dem Spray: Ich finde es eigentlich besser, wie es jetzt geregelt ist. Der Schiedsrichter stellt die Mauer, der Torwart kann sie anschließend noch ein bisschen nach links oder rechts korrigieren, dann wird sie fixiert. Würde zuerst eine Linie gesprüht, könnte es sein, dass der Referee durch eine Verschiebung nach links oder rechts (oder durch eine Erhöhung der Zahl der Spieler in der Mauer) erneut gezwungen sein würde, die Sprühdose zu zücken. Dann wäre die Verzögerung noch größer. Außerdem ist es besser, die Spieler zum Zeitpunkt der Markierung von vorne zu sehen statt von hinten.

      Über die Aussage von Fandel habe ich mich gewundert. Dass man es bislang ausgeschlossen hat, das Spray auch in der Bundesliga einzuführen, lag ja wesentlich daran, dass man keine Notwendigkeit dafür gesehen hat – eben weil Mauerstellung und Freistoßausführung in Tornähe auch so problemlos gelingen. Nun ist auf einmal doch von einer »Zentimeterschinderei« die Rede. Ich bleibe dabei: Die ist in der Bundesliga und auch in der Champions League ein Mythos. Nicht zuletzt deshalb haben die TV-Sender ihre virtuellen Abstandskreise auch wieder abgeschafft.

      Zur Nachspielzeit: Nach meinem Eindruck wird das uneinheitlich gehandhabt. Es gab Spiele, da wurde die Nachspielzeit noch einmal verlängert (beispielsweise bei der Partie USA – Portugal), in anderen Fällen blieb der Zeitverlust ohne Konsequenzen. Allerdings muss man dabei auch berücksichtigen, aus welchem Grund Zeit ungenutzt vergeht. Wenn sich beispielsweise eine Mannschaft, gegen die ein Elfmeter gepfiffen wird, zwei Minuten lang mit Protesten aufhält, kann sie nicht darauf bestehen, dass diese Zeit in jedem Fall nachgespielt wird. Denn dabei handelt es sich um einen klassischen Fall von vergeudeter Spielzeit.

      • Jein, Pitana hat USA-POR zwar nochmal angepfiffen, aber nach 3-4 Sekunden sofort das Spiel beendet. Interessanterweise hat die USA quasi straight nach vorne gespielt und der Pfiff kam inmitten einer Flanke auf einen recht frei stehenden Spieler. Da hätte sich m.E in den nächsten Sekunden eine gute Torchance entwickeln können. Wenn man Kuipers für seinen frühzeitigen Abpfiff kritisiert, dann sollte das eigentlich auch für Pitana gelten.
        Wobei ich da auch kein Problem sähe, wenn er direkt abgepfiffen hätte. Die Auswechslung könnte man noch zur normalen Nachspielzeit rechnen (die wurde erst danach angezeigt), ein bischen Schinden beim Abstoss ist vergeudet und das Tor fällt weniger als 30 Sekunden vor Spielende (kurzer Jubel gehört zum Spiel). Aber dann in die Angriffsbemühungen abzupfeifen, sieht im Nachhinein schon etwas gehässig aus.

  11. Zum Spray: ich finde das mit dem spray nicht so blöd. Die Disziplin beim Freistoß ist schon erheblich besser geworden. Aber: es gab da eine Szene, ich weiß nicht mehr welches Spiel, wo es während des sprühens zu einer “Zärtlichkeit” zwischen Zweier Gegenspielern gekommen ist. Die könnte der Schiedsrichter nicht sehen weil er ja beschäftigt war. Das war aber nach dem Spiel überhaupt kein Thema.

  12. Um den Kommentar von MiMü nochmal aufzugreifen:
    Meiner Meinung nach wäre es viel schlauer, nach dem Ziehen des Halbkreises um den Ball, die 9,15m abzulaufen und dort die Linie zu ziehen. Es ist dann an der Mauer sich schnellstmöglich dahinter zu bewegen. Der SR ist dann schon am Ort, von wo er anpfeifen wird. Wenn die Mauer zu lange braucht gibts ja die entsprechenden Maßnahmen (Ermahnung, Verwarnung).
    Das verhindert das Bücken des SR vor der Mauer und die verzögerte Fortsetzung des Spiels. Ich glaube, dass da auch schnell ein Lerneffekt bei den Spielern einsetzen würde.
    So könnte ich mir das Spray dann auch bei unterklassigen Spielen vorstellen.

  13. Lieber Alex, mich beschäftigt eine eigentlich reichlich absurde Frage, wollte aber dennoch gerne mal in Erfahrung bringen, ob es dafür eine offizielle Regelung gibt. Häufig sagt man Manuel Neuer nach, ihn könne man ruhigen Gewissens auch im Feld aufstellen. Spielen wir die Situation mal: 85. Minute, ein Wechsel ist noch möglich. Ein angeschlagen humpelnder und obendrein unsicherer Abwehrspieler soll herausgenommen werden, aber die Bank lässt aus irgendwelchen Gründen keine herkömmliche Lösung zu. Also wird der Verteidiger gegen den Ersatztorwart ausgewechselt und Manuel Neuer dafür ins Feld geschickt. Sollte dieser Fall überhaupt zulässig sein, wovon ich ausgehen würde, müsste Neuer dann ein Feldspielertrikot anziehen?

    • Bis gestern hätte ich dir darauf Folgendes geantwortet: Laut Regel 3 (Zahl der Spieler) darf jeder Feldspieler seinen Platz mit dem Torwart tauschen (vorausgesetzt, dieser Wechsel wird dem Schiedsrichter angezeigt und in einer Spielunterbrechung vorgenommen). Das zählt dann noch nicht einmal als Auswechslung, sprich: Das Wechselkontingent bleibt davon unberührt. Das von dir beschriebene Szenario wäre also zulässig; Manuel Neuer müsste sich in diesem Fall in der Tat ein Feldspielertrikot anziehen.

      Gestern machte mich allerdings jemand auf etwas aufmerksam, das im Zusammenhang mit der WM 2010 passierte. Ich zitiere mal aus der Wikipedia: »Der [nordkoreanische] Stürmer Kim Myong-Won wurde als Torwart nominiert. Trainer Kim versuchte dadurch, die FIFA auszutricksen und anstelle des in der Regel überflüssigen dritten Torwarts einen zusätzlichen Stürmer mitzunehmen. Der Kniff ging nach hinten los, denn ein Spieler, der als Torwart nominiert wurde, darf nach den WM-Statuten auch nur als Torwart eingesetzt werden

      Wenn man das nun auf dein Szenario überträgt, wäre es nicht mehr zulässig. Ich habe mal im Reglement der FIFA zur WM 2014 nachgesehen, dort heißt es in Artikel 17 (Spielerliste): »Auf dem Spielblatt dürfen 23 Spieler aufgeführt werden … Drei dieser Spieler müssen Torhüter sein.« Es wird nicht explizit gesagt, dass die Torhüter nur als solche eingesetzt werden dürfen, aber wenn man zugrunde legt, wie die FIFA vor vier Jahren im Falle Nordkoreas entschieden hat, dann hat man eine rechtskräftige Auslegung dieses Artikels. Und das heißt auch, dass ein Teil der Regel 3 für die WM außer Kraft gesetzt worden ist. Wenn ich also einen Feldspieler als Torwart nominiere, darf er auch nur als Torwart eingesetzt werden; umgekehrt darf ein Torwart nicht im Feld spielen.

      • Geht es bei der Nordkorea-Klausel nicht darum den dritten Torwart praktischer zu ersetzen? Dass Manuel Neuer zuvor als Torwart eingesetzt wurde (im Beispiel sogar noch im selben Spiel) und jetzt ungeplant Feldspieler würde, ist meiner Ansicht nach ein anderes Szenario.

        • @herzi: Da bin ich mir nicht sicher. Wenn es stimmt, was bei Wikipedia steht, dann scheint es mir generell ausgeschlossen, dass ein Torwart als Feldspieler eingesetzt wird, ob geplant oder ungeplant. Andererseits steht im Reglement zur WM 2014 eben nur, dass zu jedem Kader drei Torhüter gehören müssen. Zu einer möglichen Verwendung als Feldspieler liest man da nichts.

      • Es gibt ja auch die Lex Ardiles, nach der die Rückennummer 1 zwingend an einen Torwart vergeben werden muss. (Im alphabetisch numerierten WM-Kader Argentiniens bei der WM 82 trug Mittelfeldspieler Ardiles die 1; viele ZUschauer irritierte das.)

  14. Ich hätte noch mal eine Frage zu dem Suarez Fall:

    Was wäre wenn der Schiri in der Situation einen Kopfstoß gesehen hätte, diesen aber nicht als verwarnungswürdig angesehen hätte? Wäre er für den Biss trotzdem noch gesperrt worden, obwohl der Schiri die Szene, aber nicht den Biss gesehen hat?

    • Das ist letztlich ein eher unrealistisches Szenario, denn wenn der Schiedsrichter einen Kopfstoß erkennt, wird er einen Platzverweis aussprechen, und damit ist das Thema durch. Aber nehmen wir trotzdem an, es trägt sich so zu wie von dir beschrieben: Dann hätte der Referee die Situation aus seiner Sicht wahrgenommen und abschließend bewertet. In einem solchen Fall ist eigentlich eine Tatsachenentscheidung getroffen worden. Nachträgliche Ermittlungen sind nach allem, was ich weiß, nur dann möglich, wenn der Schiedsrichter erklärt, einen Vorgang gar nicht gesehen zu haben.

  15. Eine kurze Anmerkung und eine Frage zum Thema Nachspielzeit: In der Premier League sind Nachspielzeiten von 5 Minuten gerade bei wichtigen Spielen weitaus häufiger als 2 Minuten. Im FA-Cup gab es letzte Saison ein Spiel mit insgesamt weit über 15 Minuten Nachspielzeit inkl. Verlängerung. Die Häufigkeit mit der bei der WM 4-5 Minuten nachgespielt werden scheint mir aber tatsächlich noch ein wenig größer zu sein als in England. Das ist zumindest mein persönlicher Eindruck (gibt es eigentlich offizielle Statistiken über die durchschnittliche Nachspielzeit in den verschiedenen Ligen?).

    Gibt es Hinweise darauf, dass diese längere Nachspielzeiten auch in der Bundesliga eingeführt werden könnten?

    • Ob es eine offizielle Statistik zu den Nachspielzeiten gibt, weiß ich nicht, aber sportschau.de hatte im Dezember 2013 einen längeren Beitrag dazu veröffentlicht, da finden sich auch einige Zahlen (Serie A durchschnittlich 3:50 Minuten, Primera División 3:23 Minuten, Premier League 4:13 Minuten, Bundesliga 2:05 Minuten) und die Gründe für die recht unterschiedlichen Nachspielzeiten: http://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/nachspielzeit100.html

      Bislang ist mir noch nicht zu Ohren gekommen, dass in der Bundesliga künftig länger nachgespielt werden soll. Aber die DFB-Schiedsrichter-Kommission wird mit Sicherheit über die längeren Nachspielzeiten bei der WM diskutieren und dann überlegen, ob das auch für die Liga wünschenswert wäre oder nicht.

  16. Erst einmal vielen Dank für die regelmäßige, großartige Unterhaltung durch Collinas Erben.

    Folgende nerdige Frage (welche evtl. schon mal diskutiert wurde, in einem solchen Fall wäre ich über einen entsprechenden Hinweis auf die Podcast Folge sehr dankbar):

    Ein Trainer beauftragt seine Reservespieler im WM-Finale (da macht es besonders Spaß, und tut am wenigsten weh) immer dann ins Spielgeschehen einzugreifen, wenn damit aussichtsreiche Angriffe des Gegners unterbunden werden (im Extremfall: Reservespieler nahe des eigenen Tores halten einen Ball des schon überwundenen Torhüters auf und verhindern so ein sicheres Tor). Sicherlich extrem unsportlich, und vermutlich (?) mit einer roten Karte für den betreffenden Spieler zu ahnden. Nun hat man im Finale ja 23 – 14 = 9 Reservespieler zur Verfügung, die sich Platzverweise einhandeln können, ohne dass sich die Anzahl der Spieler auf dem Platz, sowie derjenigen, die evtl. für Einwechslungen vorgesehen sind, vermindert. Reichen die nicht aus, schickt man noch Masseure etc.. ;-) So kann man doch fast sicher davon ausgehen, ohne ein Gegentor das Finale zu bestreiten, und muss nur noch dafür sorgen, selber ein Tor zu erzielen (hoffen wir, dass der Gegner die Taktik nicht kopiert).

    Hat ein Schiedsrichter eine regeltechnische Handhabe gegen ein solch systematisches unsportliches Verhalten? Kann er evtl. entsprechende Kollektivsprachen aussprechen, vielleicht gar das Spiel abbrechen? Nach meinem Verständnis bewegt sich die entsprechende Mannschaft ja irgendwie schon innerhalb der Regeln (vgl. taktisches Foul)…

    Die Taktik scheint übrigens in der Bundesliga schon verwendet worden zu sein, etwa am 20. Spieltag dieser Saison, Gladbach gegen Leverkusen (vgl. entsprechender Kicker-Spielbericht).

    • Wir hatten das schon mal in einer Podcastfolge, aber mir fehlt gerade die Zeit zum Nachsehen. Deshalb hier eine kurze Erklärung:

      — Wenn ein Ersatzspieler einen auf das leere Tor zurollenden/zufliegenden Ball mit dem Fuß (oder einem anderen Körperteil außer seinen Händen) aufhält, gibt es nur eine Verwarnung (und zwar wegen unerlaubten Betretens des Platzes). Klingt befremdlich, ist aber seit einiger Zeit so. Begründung: Das Spielen des Balles ist eine fußballtypische Handlung, die deshalb für sich genommen keinen Platzverweis begründet, auch dann nicht, wenn durch sie ein Tor verhindert wird. Man muss froh sein, dass das nur ganz selten ausgenutzt wird.

      — Wenn das in einem Spiel einmal passiert, kann man ganz sicher sein, dass der Schiedsrichter dafür Sorge trägt, dass es nicht noch einmal geschieht. Das heißt: Er wird den Reservespielern einen anderen Platz zum Aufwärmen zuweisen, was er in begründeten Ausnahmefällen darf. Er könnte sie beispielsweise in den Bereich hinter dem ersten Assistenten schicken oder sogar hinter das andere Tor (das hat Manuel Gräfe im Spiel zwischen Dynamo Dresden und Arminia Bielefeld mit den Dresdner Ersatzspielern getan, nachdem Dresdner Fans Böller in den Aufwärmbereich dieser Spieler geworfen hatten).

  17. Zum Thema Nachspielzeit und Zeit schinden: Man sieht häufiger, dass während der laufenden Nachspielzeit noch einmal ein Spieler eingewechselt wird. Der Spieler, der den Platz verlassen soll hat auf einmal gaaanz viel Zeit, verabschiedet sich von seinen Mitspielern, bedankt sich beim Publikum, macht schon mal die Schuhe auf – mit anderen Worten: schindet Zeit. Diese, aus meiner Sicht, Unsportlichkeit könnte unterbunden werden, wenn Wechsel während der laufenden Nachspielzeit verboten wären. Ist eine solche Regeländerung denkbar und sinnvoll?

    • Nein, das ist nicht sinnvoll. Auswechslungen müssen grundsätzlich zugelassen werden, denn sie sind ein verbrieftes Recht jeder Mannschaft. Möglich – und sinnvoll natürlich auch – ist in solchen Fällen eine weitere Verlängerung der Nachspielzeit.

    • Ich meine, schon mal eine Szene gesehen zu haben, in der ein Spieler, der sich von allen Mitspielern einzeln verabschiedet hat, deswegen Rot gesehen hat. Der war dann besonders sauer, als dann das Tor noch fiel, dass das Ergebnis gewendet hat.

      Ich habe ein Spiel aus den 80ern in Erinnerung, Deutschland gg Spanien. Aber vielleicht war’s auch Europapokal mit einer deutschen und einer spanischen Mannschaft.

      Könnt Ihr sowas rausfinden?

      • Eigentlich sind die Achtziger ja das Jahrzehnt, das mir auch in Fußballdingen am besten im Gedächtnis geblieben ist. Aber bei dieser Geschichte klingelt bei mir leider so gar nichts. Anyone else vielleicht?

  18. Eine Anmerkung zum Profischiri: Die Argumentation, der Schiri solle nebenbei einem Beruf nachgehen damit er wenn er aufhört nicht vor dem Nichts steht halte ich für nicht nachvollziehbar. Denn: Das müsste dann ja auch bei Profispielern gelten. Die hören vermutlich noch früher auf als Schiris udn dann? Genau so können sie durch eine Verletzung oder schlechte Leistung vorzeitig vor dem Aus stehen. Gut, der ein oder andere Spieler verdient mehr als ein Schiri und die Spieler werden nicht vom DFB sondern von den Vereinen bezahlt. Aber trotzdem, aus o.g. Grund denke ich dass vorgebrachte Argument gegen professionelle Schiedsrichter so nicht haltbar ist.

    • Es stimmt, dass ein Bundesligaprofi altersmäßig früher aufhört als ein Bundesligaschiedsrichter – allerdings kommen Letztere auch erst viel später in der höchsten Spielklasse an (nämlich oft erst dann, wenn sich die Karriere eines Spielers bereits dem Ende zuneigt). Und die Einkommensunterschiede sind schon sehr beträchtlich – da verdient nicht nur der eine oder andere Spieler mehr als ein Schiedsrichter, sondern alle. Insofern sind die Chancen für einen Bundesligaspieler, mit dem im Laufe seiner Karriere erwirtschafteten Geld über die Runden zu kommen, deutlich größer. Letztlich stellt sich aber auch für diejenigen Spieler, die nicht zu den Großverdienern gehören, schon während ihrer Laufbahn die Frage, wie und womit sie anschließend ihr Geld verdienen sollen: als Trainer? Als Spielerberater? Als Teammanager? Ich bin gar nicht mal unbedingt gegen die offizielle Einführung des Profischiedsrichters, nur müsste es dann auch ein Modell der Absicherung für die Zeit nach der Karriere geben. Und solange das nicht existiert, ist es sinnvoll, wenn die Referees auch weiterhin ein (anderes) berufliches Standbein haben.

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