CE81 – Die Fußballregeln (12–17)


Zweiter und letzter Teil unseres umfänglichen Audio-Kollegs zu den Fußballregeln, zusammengeschnitten aus den bisherigen Podcastfolgen und ergänzt um die noch fehlenden Regeln 14 bis 17. Leider trübt in der letzten Viertelstunde ein Knistern und Knacken den Hörgenuss doch etwas – das ist uns im Zuge der Aufnahme leider nicht aufgefallen und ließ sich anschließend nicht mehr korrigieren. Wir erbitten eure Verzeihung dafür und hoffen auf Nachsicht.
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Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

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9 comments » Write a comment

  1. Lieber Alex,

    du hast auf deiner Kolumne bei NTV die Regeländerung des IFAB, die zur EURO 2016 und dann endgültig zur neuen Saison eingeführt werden sollen, vorgestellt.

    Diese neue Regel hat mich ziemlich verwirrt:

    Vorteilsregel bei Platzverweis: Wenn ein Spieler mit der Roten oder der Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen werden soll, der Schiedsrichter jedoch die Vorteilsregel anwendet – was er nach platzverweiswürdigen Vergehen nur soll, wenn eine eindeutige Torchance gegeben ist –, darf dieser Spieler sich nicht mehr am Spiel beteiligen. Der Platzverweis wird dann in der nächsten Spielruhe ausgesprochen. Greift der Spieler dennoch vorher ein – etwa durch das Spielen des Balles oder durch das Angreifen eines Gegners –, unterbricht der Referee die Partie, zeigt die Karte und gibt einen indirekten Freistoß für die gegnerische Mannschaft.

    Das wirft bei mir verschiedene Fragen auf:
    1. Rein praktisch: Woher sollen der betroffene Spieler und alle anderen Spieler auf dem Platz wissen, dass der Schiri ihm später noch gelb-rot oder rot zeigen will und er deshalb jetzt quasi eingefroren ist?

    2. Es liest sich so, dass wenn sich ein Spieler nicht daran hält und doch eingreift der Schiedsrichter den noch laufenden Vorteil zwingend für einen indirekten Freistoß abpfeifen muss, auch wenn die Torchance weiter besteht. Ist das so oder nur ein Übertragungs-/Darstellungsfehler?

    3. Welchem Übelstand genau soll die Regeländerung eigentlich abhelfen? Es ist doch gerade Teil und Ergebnis der Abwägung des Schiedsrichters beim gewähren des Vorteils, dass die angreifende Mannschaft besser dran ist wenn die Spielsituation ungehindert weiterläuft auch wenn der strafbare Spieler erstmal weiter auf dem Feld ist. Warum in diese Abwägung besonders eingreifen?
    Das liest sich irgendwie wie ein ziemliches Misstrauen gegenüber Schiedsrichtern, die zu oft Vorteil laufen lassen und dabei die persönlichen Strafen unter den Tisch fallen lassen. Das wäre aber so ziemlich das letzte Problem, dass ich in der Praxis sehe. Da werden mir beim Fußball eher zu wenig die Vorteilsregel beachten und zu schnell abgepfiffen.

    Kannst du da noch etwas zur Erhellung beitragen?

    Vielen Dank,
    Adonis

    • Vorab ganz grundsätzlich: Zu diesen Fällen wird es nur sehr, sehr selten kommen. Denn prinzipiell gilt weiterhin: Der Vorteil soll nach platzverweiswürdigen Vergehen nur im absoluten Ausnahmefall gewährt werden, und dieser Ausnahmefall liegt im Grunde genommen nur dann vor, wenn man von einem fast sicheren Tor ausgehen kann.

      Zu 1.) Das ist in der Tat schwierig zu lösen. Im Idealfall könnte der Schiedsrichter, wenn er den Vorteil anzeigt, per Ruf ankündigen, dass es für den Spieler in der nächsten Spielunterbrechung einen Platzverweis geben wird. In der Praxis wird das allerdings nicht immer möglich sein (schon deshalb nicht, weil der Schiedsrichter sich auf den Vorteil und die eindeutige Torchance konzentrieren muss). Ein weiteres – und für die Unparteiischen weitaus komplizierteres – Problem erwächst daraus, dass man als Referee nicht immer im Kopf hat, wer bereits verwarnt ist (insbesondere dann, wenn schon mehrere Spieler die Gelbe Karte gesehen haben). Es ist also denkbar, dass ein gelbbelasteter Spieler ein weiteres verwarnungswürdiges Vergehen begeht, der Schiedsrichter auf Vorteil erkennt und dieser Spieler ein weiteres Mal ins Geschehen eingreift, ohne dass der Unparteiische wie vorgesehen die Begegnung unterbricht, um einen indirekten Freistoß zu verhängen. Dieses Problem könnte man wohl nur lösen, indem man die Regel dahingehend ändert, dass ein Spieler auch im Falle eines gelbwürdigen Vergehens, nach dem der Vorteil gewährt wird, nicht mehr ins Spiel eingreifen darf.

      Zu 2.) Grundsätzlich kann nach jedem Vergehen, das einen direkten oder indirekten Freistoß oder einen Strafstoß nach sich zieht, der Vorteil gewährt werden. Das gilt also auch in diesem Fall. Und weil das eine Grundsatzregelung ist, wird sie in den Regeln nicht jedes Mal aufs Neue erwähnt, wenn es um Situationen geht, in denen der Vorteil möglich ist.

      Zu 3.) Hintergrund dieser Neuregelung ist, dass verhindert werden soll, dass ein Spieler, der ein feldverweiswürdiges Vergehen begeht, nach der Anwendung der Vorteilsbestimmung in Ballbesitz kommt und einen aussichtsreichen Gegenangriff einleitet oder gar ein Tor erzielt. Nach meinem Dafürhalten könnte und sollte man die Regelung auf verwarnungswürdige Vergehen erweitern (siehe 1.), auch wenn das Problem der Kommunikation der bevorstehenden Verwarnung (auch hier siehe 1.) weiter bestünde. Gegebenenfalls könnte man ein neues Handzeichen des Schiedsrichters kreieren, mit dem verdeutlicht wird, dass ein Spieler in der nächsten Unterbrechung eine persönliche Strafe kassieren wird und deshalb (mindestens) bis dahin nicht mehr am Spielgeschehen teilnehmen darf.

  2. Für den auszuschließenden Spieler ist es aber besser, wenn er noch eingreift. Dann ist die die Situation abgebrochen. Und ein indirekter Freistoß ist in jedem Fall besser als ein “sicheres Tor”.
    Von daher würde wohl auch das Wissen des Platzverweises in der nächsten Unterbrechung nicht dazu führen, dass sich dieser Spieler aus der Aktopn zurückzieht.

    • In dieser spezifischen Situation würde das nicht dazu führen, dass er sich aus der Aktion heraushält, ja. Trotzdem stellt die Regeländerung diesbezüglich ja keine Verschlechterung dar, denn wenn der Spieler bislang eingriff, ging es einfach weiter. (Und es würde auch jetzt weitergehen, wenn sich trotz des Eingriffs ein Vorteil ergäbe. Wenn nicht, gibt es halt den indirekten Freistoß für den Gegner, das ist mehr als bisher.)

  3. Falls wirklich mal ein Torwart eine Ecke ausführt, der Ball ohne Kontakt zu einem anderen Spieler in seinem eigenen Strafraum landet und er ihn dort un die Hände nimmt, könnte das nicht als respektloses Verhalten gegenüber dem Spiel interpretiert werden? Also gelb und dann doch Elfmeter? ;)
    Man sollte das zumindest nicht offensichtlich absuchtlich machen ums z.b. auf youtube zu stellen.

  4. Hallo Collinas Erben,

    Bin gerade an der Stelle mit den IDF (3:06). Du sagst, dass bei einem IDF näher als 9,15 m vor dem Tor die Spieler entweder auf der Torlinie oder 9,15 m vom Ball entfernt stehen müssen. Soweit ich aber weiß, müssen die Verteidiger entweder 9,15 m vom Ball weg oder auf Der Torlinie ZWISCHEN DEN TORPFOSTEN stehen. Gehe ich richtig davon aus, dass das so stimmt?

    Vg und Danke

    • Du gehst zu Recht davon aus, ja. Das war von mir ungenau formuliert, der Zusatz »zwischen den Torpfosten« ist wichtig (auch wenn wir im Podcast meist von der »Torauslinie« sprechen, wenn wir nicht den Bereich der Torlinie zwischen den Pfosten meinen – diesen Begriff gibt es offiziell zwar nicht, sondern nur den Terminuns »Torlinie«, aber er hat sich im Alltagssprachgebrauch ähnlich eingebürgert wie »Elfmeter« für den Strafstoß).

  5. Coole Zusammenfassung der Regeln! Da sehe ich als nur Fan gleich klarer, sooft hab ich mich gefragt, warum der Schiri dies oder das macht, oder entschied, die Fussballregeln sind ja doch ganz schön komplex! Danke für die Erklärungen!

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