CE22 – In Weiner Veritas


Wir diskutieren modische Fragen und die Fragen unserer Hörer, besprechen die Entscheidungen und die Schiedsrichterleistungen in 1. und 2. Liga und blicken zurück auf das Champions League Halbfinale in Madrid und Barcelona.
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Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

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Shownotes:

0:00 Eieiei, Marcel Reif! – 1:15 Kleiner Modeexkurs – 8:50 Antworten auf Fragen von Hörern – 26:50 Bundesliga, 31. Spieltag, Bayer Leverkusen – Werder Bremen: Mielitz vs. Sam: Strafstoß trotz »abgeschlossener« Situation? – 31:10 1899 Hoffenheim – 1. FC Nürnberg: Berechtigter Strafstoß für den Club? – 32:15 Fortuna Düsseldorf – Borussia Dortmund: Strafbares Handspiel von Hummels? – 41:30 Schalke 04 – Hamburger SV: Adler vs. Bastos: Gelb für beide korrekt? – 43:45 2. Bundesliga, St. Pauli – Hertha BSC: Keeper Kraft im Mittelpunkt – 53:50 Champions League, Halbfinale, Rückspiele, Real Madrid – Borussia Dortmund: Zur Spielleitung von Howard Webb – 1:04:00 FC Barcelona – FC Bayern: Zur Spielleitung von Damir Skomina – 1:11:50 Was passiert eigentlich, wenn der Schiedsrichter einen Spieler beleidigt? – 1:19:00 Kurze Vorschau

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20 comments » Write a comment

  1. Nochmal zum Beginn/Ende der Strafgewalt:
    ====================================
    In einem Kreisliga-Spiel begeht Spieler A von der Mannschaft 1 eine Tätlichkeit gegen Spiele B von Mannschaft 2 unmittelbar vor dem Anpfiff (hinter dem Rücken des Schiedsrichters). Ohne Assistenten geht hier doch im Nachhinein rein gar nichts ?!

    Der selbe fiktive Fall passiert nun ein paar Klassen höher mit Schiedsrichter-Assistenten: Der Assistent winkt beispielsweile in der Verbandsliga, aber der Schiedsricher hat das Spiel schon angepfiffen und bemerkt das Fahnenzeichen erst später. Kann man dann Rot zeigen und den Anstoß wiederholen lassen bzw. darf sich dann die Mannschaft noch vervollständigen oder wie ist zu verfahren ?!

    Ich weiß: Ziemlich theoretische Fallbeispiele, aber ist mir ad hoc eingefallen bei euer Beantwortung der Frage.

    • Wenn ein Schiedsrichter ohne Assistenten pfeift und eine solche Tätlichkeit nicht selbst sieht, kann er den Spieler auch nicht ausschließen, klar. Das ist misslich, aber leider nicht zu ändern.

      Dein zweites Fallbeispiel ist regeltechnisch hochinteressant. In der Tat würde das Fahnenzeichen des Assistenten den Anstoß faktisch ungültig machen, das heißt: Der tätlich gewordene Spieler bekäme die Rote Karte, die Mannschaft dürfte sich aber vervollständigen, also zu elft beginnen. In der Praxis wäre der Assistent übrigens angehalten, notfalls auf den Platz zu laufen, um die Ausführung des Anstoßes zu verhindern, wenn der Schiedsrichter sein Fahnenzeichen nicht sieht. (Da heute aber auch in den Amateurklassen sehr oft Funkfahnensysteme eingesetzt werden, geht die Gefahr, ein Zeichen des Assistenten zu übersehen, mittlerweile immer weiter gegen null.)

  2. Pingback: Verein am Wochenende (18/2013) inkl. MSV | Übersteiger-Blog

  3. Hey ihr beiden:)
    also erstmal: super Podcast! Empfehle ich jedem mit dem ich Fußball schaue. Denn man bekommt einen echt guten Einblick in die Schiri-Welt. Und das ist schließlich ein wichtiger und interessanter Teil unseres Lieblingssports.
    Meine Frage, die mir seit ein paar Folgen durch den Kopf geht (evtl. habt ihr das auch schonmal besprochen):
    Ein Spieler begeht ein gelbwürdiges Foul (z.B. derbe Grätsche bei anlaufendem gegnerischen Konter) – der Schiri lässt Vorteil laufen, hat aber im Hinterkopf dem Übeltäter die Gelbe noch zu geben. Selber Spieler begeht im immer noch laufenden Konter z.B. ein deutliches Trikotvergehen, das den Konter schließlich unterbindet. Kann dieser Spieler dann direk 2 Gelbe – also Gelb-Rot – bekommen? Oder vllt. sogar direkt
    Rot?

    Würde mich über eine Antwort freuen!

    Monty

    • Erst einmal vielen Dank für das Lob! Freut uns sehr.

      Zur Frage: Ja, der Spieler kann (und muss) in der von dir geschilderten Situation Gelb und Gelb-Rot bekommen. Denn die Anwendung der Vorteilsbestimmung hebt die erste Verwarnung ja nicht auf, und wenn sich der Spieler, bevor der Schiedsrichter ihm die Gelbe Karte zeigen kann, eines weiteren verwarnungswürdigen Vergehens schuldig macht, führt das schließlich zur Doppelverwarnung und damit zur Matchstrafe. (Glatt Rot wäre nur dann angemessen, wenn es sich beim zweiten Vergehen um einen rotwürdigen Verstoß wie beispielsweise eine Tätlichkeit, ein grobes Foul oder eine »Notbremse« handelte.)

  4. Noch mal zur Ihrer Argumentation bzgl. Hummels’ Handspiel:

    Sie sagen, es wäre natürlich, dass man sich abstützen möchte und es deshalb kein Handspiel wäre.
    Ist es nicht genauso natürlich, dass man sein Gesicht schützen möchte, wenn der Ball auf einem zukommt?

    Diese “Schutzhand” ist aber verboten. Könnte man bei Hummels’ dann nicht von “Schutzarm” sprechen und es auch verbieten (bzw. als bereits “verboten” ansehen)? (“Soll er doch den Ball ins Gesicht bekommen.” = “Soll er doch auf den Rücken fallen.”)

    Mir geht es nur um die Argumentation: Mal wird so rum argumentiert, mal andersrum.

    • In der Tat ist die Logik, was gemäß den Fußballregeln als »natürlich« gilt und was nicht, manchmal schwierig, vielleicht sogar inkonsistent. Der regeltechnische Unterschied zwischen der »Schutzhand« und dem Abstützen von Hummels ist jedenfalls folgender: Der Spieler, der die Hände vors Gesicht reißt, sieht den Ball kommen (das ist hier relevant) und nimmt bewusst ein Handspiel in Kauf, denn er will den Ball ja mit den Händen von seinem Kopf fernhalten (obwohl er vielleicht auch die Möglichkeit hätte, sich zu ducken oder den Kopf wegzudrehen). Hummels dagegen hat gar nicht gesehen, wo der Ball eigentlich ist, und mit dem Abstützen eine normale Körperbewegung gemacht, die nicht dazu diente, den Ball mit irregulären Mitteln aufzuhalten.

      Im menschlichen Sinne »natürlich« ist beides, regeltechnisch besteht hier jedoch ein Unterschied, wobei eben mitentscheidend ist, ob der Spieler den Ball beim Handspiel sehen kann oder nicht.

      • Also ist wirklich nur entscheident, ob er den Ball sieht oder nicht. Man kann natürlich argumentieren, dass er ein Handspiel bewusst (zumindest fahrlässig) in Kauf nimmt, wenn er – den Ball irgendwo hinter/unter sich vermutend – den Arm “natürlich” aufstützt. (Ich glaube nicht, dass Hummels sich diese Gedanken (“In 1 von 10 Fällen halte ich den Ball so auf.”) in diesem Moment gemacht hat, aber vielleicht ….)

        • Ob der Spieler den Ball sieht oder nicht, ist nicht das alleinige Kriterium bei der Antwort auf die Frage, ob ein Handspiel absichtlich geschieht oder nicht, aber ein wichtiges. Bei einem Spieler beispielsweise, der von hinten den Ball an die Hand geschossen oder geköpft bekommt, wird der Schiedsrichter in aller Regel weiterspielen lassen. Bei Hummels hat es sich ähnlich verhalten, denn der wirkte im Moment des Handspiels eher desorientiert; zumindest hat er den Ball nicht gesehen. Vielleicht hat er ihn dort vermutet, aber das ist Spekulation.

  5. Danke! hab ich so auch vermutet. Dank Euch bin ich ja schließlich fast schon Profi in Schiedsrichterfragen;)

  6. Der Modeexkurs und die aus dem Hintergrund pfeifende Person waren nur zwei der vielen Highlights. Besten Dank an Euch für die Mühe und diese sowie alle älteren Episoden

  7. Hallo Collinas Erben,

    ich bin am Wochenende ja fast ausgerastet. Herrlich! Schön, dass wir Fussball haben.

    Spiel: Hannover gegen Mainz

    In der Szene aus der ersten Halbzeit wird von Hannover ein Kopfballtor von Mame Diouf erziehlt. Der Schiedrichter gibt das Tor nicht. Diouf soll sich beim Kopfball aufgestützt haben. – Ist das nicht eine gleiche Situation wie beim CL Spiel von Bayern gegen Barcelona in der Vorlagenszene mit Dante? Für den Sky-Kommentator ist die Szene völlig klar – Aufgestützt. Wird auch nicht weiter diskutiert, und es gibt kaum Wiederholungen. Für mich ist die Szene nicht so klar, oder zumindest fragwürdig. Wie seht Ihr das?

    In einer weiteren Szene bekommt Schulz von Hannover Gelb-Rot. Er soll irgendwas gemacht haben. Laut Sky-Kommentator Hand. Ich kann da nirgens Hand erkennen. Vielleicht täuschen da auch die Fernsehbilder, und der Assistent hatte eine bessere Sicht, aber was ist denn die offizelle Begründung? Wie beurteilt Ihr die Szene?

    Vielen Dank!

    • Hallo Timm,

      erst einmal die Bitte um Verzeihung für die späte Antwort; ich habe deinen Kommentar unerklärlicherweise leider erst jetzt wahrgenommen.

      Der Unterschied zwischen Diouf und Dante besteht letztlich darin, dass Dioufs Gegenspieler zumindest mit zum Kopfball hochzusteigen versucht hat (wenn auch später als Diouf) und dann in der Luft weggedrückt worden ist. Dantes Gegenspieler blieb gleich ganz am Boden, und es gab auch keinerlei Stoßbewegung. Der Übergang ist sicherlich fließend, und es ist auch eine eher strenge Auslegung, Dioufs Einsatz als Foul zu werten, aber schon vertretbar.

      Bei Schulz soll ein absichtliches Handspiel zur Gelb-Roten Karte geführt haben. Die TV-Bilder können das leider weder be- noch widerlegen, aber der Assistent hatte schon eine recht gute Sicht.

  8. Liebe Erben,

    zunächst einmal: vielen Dank für Euren super Einsatz für die “gute Sache”! Als Fußball-Schiri und Sportjournalist höre ich Euren Podcast regelmäßig und mit Freude und habe mich als Bayer mittlerweile längst an die eher kühlen und sachlichen – manchmal auch ziemlich Schiedsrichter-nerdigen ;-) – Erklärungen von Alex gewöhnt.

    Zuletzt hat mich eine seiner Aussagen zum Einwurf-Thema aber sehr stutzig gemacht: Der einwerfende Spieler dürfe auch mit einem Teil seiner Füße innerhalb des Feldes stehen, solange er noch die Linie mit seinem Schuhwerk berühre, sagte Alex.

    Excusez-moi, aber das ist doch schlichtweg falsch! Innerhalb des Spielfelds darf sich rein gar nichts befinden, besagt Regel 15, die ich extra noch einmal nachgeblättert habe (man beachte 2.):

    “Im Augenblick des Einwurfs muss der einwerfende Spieler 1. das Gesicht dem Spielfeld zuwenden, 2. mit einem Teil jedes Fußes entweder die Seitenlinie oder den Boden außerhalb des Spielfelds berühren, 3. den Ball mit beiden Händen halten, 4. den Ball von hinten über seinen Kopf werfen, und 5. den Ball dort einwerfen, wo dieser das Spielfeld verlassen hat.”

    Oder gibt es in Köln etwa andere Richtlinien? Nix für ungut, ich mag Euch trotzdem. :-)

    • Passt doch. Mit EINEM Teil ist nicht mit JEDEM Teil. Ein Teil jedes Fußea kann sich damit auch woanders, also bspw. innerhalb des Spielfeldes, befinden.

    • Lieber Joscha,

      ob du’s glaubst oder nicht – der Punkt 2 ist hier tatsächlich immer so ausgelegt worden, dass ein Einwurf nur dann nicht korrekt ausgeführt ist, wenn der einwerfende Spieler komplett im Feld steht. Sobald er auch nur die Fersen (d.h. eben einen Teil jedes Fußes) auf der Linie hat, wäre noch alles okay. Interessanterweise haben sich auch andere die betreffende Frage gestellt: http://www.fussball-sr.de/2603-korrekter-einwurf.html

      Um ehrlich zu sein: Mir fällt jetzt zum ersten Mal auf, dass man die Entweder-oder-Formulierung unter Punkt 2 auch so verstehen kann, dass kein Teil der Füße ins Feld hineinragen darf. Ich habe eben noch mal in den Fußballregeln, dem Schiedsrichter-Handbuch, den Ausbildungsfolien und den Lehrbriefen gekramt – nirgendwo findet sich eine Präzisierung. Fast schon skurril. Ich werde jetzt mal eine Anfrage an meinen Verbandslehrwart stellen, um ganz sicher zu gehen.

  9. Lieber Joscha, lieber Alex,

    eigentlich kann man die entweder-oder-Formulierung unter Punkt 2 NUR so verstehen: der Spieler muss mit einem Teil jedes Fußes A) entweder die Seitenlinie [berühren] oder B) den Boden außerhalb des Spielfelds berühren – und somit darf (siehe A und den Comment von Goalimpact) ein Teil jedes Fußes auch innerhalb des Spielfelds sein.

    Joschas Interpretation scheint mir zu sein: der Spieler muss mit einem Teil jedes Fußes A) entweder die Seitenlinie [ergänze: außerhalb des Spielfelds] berühren oder B) den Boden außerhalb des Spielfelds berühren – aber der Bezug von “außerhalb des Spielfelds” auf Teil A macht keinen Sinn, zumindest wenn die Seitenlinie als Teil des Spielfelds gilt (und das tut sie ja wohl).

    Alles unklar?
    Gruß, Jan

    • Vielen Dank fürs Aufdröseln; exakt so habe ich die Formulierung auch immer verstanden. Ein Einwurf wäre demnach in diesem Zusammenhang nur dann nicht korrekt, wenn der Spieler komplett im Feld steht. Aber wie gesagt: Zur Sicherheit habe ich die Frage auch an den Cheflehrwart des Fußballverbands Mittelrhein weitergeleitet. Sobald er geantwortet hat, sage ich hier Bescheid.

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