CE119 Rückkehr mit Rückblick


Da simmer wieder! Nach nur zehn Monaten Pause (auf die Gründe kommen wir zu sprechen) melden wir uns zurück und richten den Blick auf einige der Hauptereignisse der zu Ende gehenden Saison. Dazu gehören beispielsweise die Wechselfehler des VfL Wolfsburg (im Pokal) und des FC Bayern München (in der Bundesliga), die mehr voneinander unterscheidet, als man auf den ersten Blick annehmen könnte. Es geht aber auch um die Spielabbrüche in Duisburg (Rassismus) und Bochum (Becherwurf), die Frage, ob Ex-Profis wirklich dem VAR helfen könnten, und um das, was Felix Zwayer nach dem Spiel zwischen dem BVB und den Bayern widerfahren ist. Wir beginnen aber mit einigen schönen Anekdoten aus dem Amateurfußball und enden in gewisser Weise auch damit. Viel Freude in den nächsten rund drei Stunden!
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Klaas Reese
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Alex Feuerherdt

Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

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8 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Thema VAR: Ich würde es begrüßen, wenn die Schiedsrichter*innenteams immer einheitlich wären:
    1 Schiedsrichter*in
    3 Assistent*innen. (2 Seitenline, 1 VAR)
    Da Kommunikation das A und O beim VAR ist, sollten die Beteiligten gut aufeinander eingespielt sein und Stimmung, Philosophie, Ausdrucksweise etc. der anderen kennen. Die anderen beiden Assistenten werden ja auch nicht von Spiel zu Spiel durchgewechselt.

  2. Hey Collinas Erben,

    schön, dass ihr wieder da seid. Ihr hattet ja dazu aufgerufen, Anekdoten zum Thema Schiedsrichter zu erzählen. Ich habe eine aus dem Handball, Kreisliga A, SG Nebringen-Reusten vs TSG Reutlingen, ich war da als Spieler auf dem Feld. Einige Minuten nach dem Beginn des Spiels gibt der Schiedsrichter ohne erkennbaren Anlass Time-Out (also hält die Spielzeit an) und stürmt in die Umkleide. Alle wundern sich, keiner weiß was ist. Eine Minute später kommt er wieder, im Gehen steckt er sich die Gelbe und Rote Karte in die Taschen, die er vorher offensichtlich vergessen hatte. Das fanden alle Beteiligten irgendwie lustig, dem SR war es ein bisschen peinlich, aber es hat ihm niemand übelgenommen.

  3. Hallo Alex, Hallo Klaas,
    Ich höre Euch seit Jahren gerne und lese auch die Kolumne bei ntv, die man leider nicht kommentieren kann. Ich hätte da mal eine Frage zum 3. Spieltag, zu Bayer vs Hoffenheim. Das vermeintliche 3:0 der Hoffenheimer wurde zurückgenommen, wie nach VAR-Überprüfung die Hoffenheimer am eigenen Strafraum per Foul an den Ball gekommen sind und der Konter unmittelbar zum Tor führte. So weit, so schlecht (darüber ließe sich gesondert diskutieren). Doch worauf ich eigentlich hinauswill, ist folgende Frage. Das Spiel wurde fortgesetzt mit einem Freistoß für Bayer aus sehr aussichtsreicher Position. Zu diesem Freistoß wäre es aber nie gekommen, wenn der Konter nicht zu einem Tor geführt hätte, denn dann wäre besagte Szene nicht zu überprüfen gewesen. Ist das nicht absurd. Die Hoffenheimer werden bestraft, weil sie einen guten Konter gespielt haben. Man stelle sich das Ganze bei einem knapperen Spielstand gegen Spielende vor, dann müsste die Kontermannschaft den Konter absichtlich verhühnern, damit eine vielleicht strittige Szene auf keinem Fall zu einem für sie gefährliche Freistoßsituation führen kann. Es mag ja regelkonform sein, aber für mich bleibt da ein dummer Nachgeschmack, dass das eigentlich nicht richtig sein kann. Wäre es deshalb nicht von Grund auf besser, dass es bei einem SR-Irrtum es grundsätzlich mit einem Schiedsrichterball fortzusetzen. Man stelle sich vor, der Freistoß hätte zu einem Tor geführt und der foulende Spieler hätte, was theoretisch wohl möglich gewesen wäre, als vielleicht gelbverwandter Spieler Gelb-Rot gesehen. Wie gesagt. Ohne das Kontertor hätte die Szene gar nicht überprüft werden können.

    • Klar, das ist schon ein recht extremes Beispiel für einen VAR-Einsatz. Und es ist in der Tat so, dass es zu dem Freistoß nicht gekommen wäre, wenn die Angriffsphase der Hoffenheimer unterbrochen worden wäre (etwa durch einen weiten Rückpass oder eine zwischenzeitliche deutliche Klärungsaktion der Leverkusener) und sie das Tor erst dann erzielt hätten. Andererseits hätte Hoffenheim ohne das Foulspiel so nicht kontern können, das muss man schon auch bedenken. Und die Leverkusener würden vielleicht sagen: Erst bekommen wir keinen Freistoß in aussichtsreicher Position, dann müssen wir sogar ein Gegentor hinnehmen. Aber klar: Ohne die Torerzielung keine VAR-Überprüfung und damit auch kein Freistoß für Leverkusen.

      Regeltechnisch ist es halt die einzig mögliche Spielfortsetzung. Denn warum wird das Tor annulliert? Weil am Beginn der Angriffsphase, die im Tor mündete, ein ungeahndetes Foul stand. Wie geht es also weiter, wenn das Tor nicht zählt? Mit einem Freistoß aufgrund dieses Vergehens. So ist es ja auch, wenn ein Tor nach einem VAR-Eingriff zurückgenommen wird, weil es in der Angriffsphase ein strafbares Abseits gab. Das kann bei der Torerzielung passiert sein, aber auch schon vorher. Nur empfindet man das dann als unproblematisch, weil aus diesem Freistoß eigentlich nie eine Torgefahr resultiert.

      Schiedsrichterball? Hm, ist regeltechnisch so nicht möglich, weil es den in diesem Kontext nur bei einem irrtümlichen Pfiff gibt und nicht bei einem irrtümlich nicht gepfiffenen Vorfall. Vielleicht müsste man eher an die Eingrenzung der Angriffsphase ran, ohne dass ich konkret sagen könnte, wie das aussehen könnte (manche schlagen ein zeitliches Limit vor, aber das hat auch seine Tücken).

  4. Danke für die Klarstellung. Der dumme Nachgeschmack bleibt. Eine Ideallösung sehe ich auch nicht, denn wenn das Tor etwa wg abgelaufener Zeit nach dem Foul nicht zählen würde, wäre das zumindest für mich noch unbefriedigender.

    Ich bin übrigens seit Beginn an glühender Verfechter der Überprüfung durch VAR und TV-Bilder. Die WM 2010 mit dem nicht gegebenen England-Tor und dem krassen Abseitstor liegt mir immer bei aller Folklore darum noch schwer im Magen. Die Umsetzung bleibt umstritten, das habt Ihr ja zB am Elfer/Nichtelfer der Eintracht in Berlin schön herausgearbeitet, wo Ihr einerseits für andererseits gegen die Rücknahme gute Gründe gefunden habt.

    Macht weter so, und gegen weitere „Erben“-Folgen hätte ich wie so viele nix einzuwenden.

  5. Hallo Alex, darf ich um eine Einschätzung zum ersten Elfmeter im Spiel Paderborn gegen Kiel am letzten Spieltag in der zweiten Liga bitten?
    Hier ein Bewegbild dazu:
    https://gifyu.com/image/STy5Z
    Aus meiner Sicht hat der Verteidiger den Fuß nicht über Hüfthöhe, spielt zuerst den Ball und trifft dann den gebückten Stürmer am Kopf.
    Bei „typischen“ Zweikämpfen (im Fußbereich) sorgt ein Spielen des Balles ja dafür, dass die Schwelle zum Foul eher hoch ist. Daher könnte ich hier nachvollziehen, dass diese überschritten wurde, da der Kopf empfindlicher ist.
    Dann wäre da aber noch die Frage, ob es nicht eigentlich gefährliches Spiel des Stürmers ist. Gibt es Kriterien, wie tief ein Kopf sein muss, damit dies strafbar ist? In dieser Situation fände ich plausibel, dass der Verteidiger, wenn er die Kopfbewegung vorausgesehen hätte, nicht zum Ball gegangen wäre und damit die Voraussetzungen für gefährliches Spiel vorliegen.

    • Tatsächlich ist es in der Regelauslegung so, dass die Hüfthöhe de facto die Grenze zwischen »Bein zu hoch« und »Kopf zu tief« ist, wobei sich das nicht immer klar bemessen lässt. Hier sind wir im Graubereich, und ein glasklarer Fehler, der den VAR zum Eingriff gezwungen hätte, war die Strafstoßentscheidung sicherlich nicht. Es lassen sich schon Gründe für sie anführen. Ganz unabhängig von der VAR-Komponente würde ich sagen: Wenn man einen solchen Grenzfall mit entsprechendem Ermessen hat und der Verteidiger auch noch zuerst den Ball spielt, finde ich es cleverer, auf »Kopf zu tief« zu entscheiden. Das finde ich hier auch mit Blick auf den Gesamtablauf der Szene naheliegender.

  6. Vielen Dank! Finde ich alles nachvollziehbar. Dann lag ich mit meinem Gefühl mit der Hüfthöhe ja nicht so verkehrt.

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