CE95 – He fell in love with the Referee


Das Achtelfinale der WM in Russland ist Geschichte, und man kann ohne Umschweife sagen, dass die Schiedsrichter ihre Sache bei diesem Turnier bislang außerordentlich gut machen. Auch die Video-Assistenten bekommen nach einer kurzen, sagen wir, Formdelle mittlerweile wieder viel Lob. In mehreren Partien, die Spitz auf Knopf standen, haben sie mit berechtigten Interventionen dafür gesorgt, dass spielentscheidende Fehler vermieden wurden. Wir lassen die jüngsten Begegnungen Revue passieren, hören den Video-Assistenten bei der Arbeit zu, erklären noch einmal den Unterschied zwischen ballorientierten und nicht ballorientierten »Notbremsen«, versuchen zu analysieren, warum Mark Geiger in seinem Achtelfinale so große Schwierigkeiten mit der Spielkontrolle hatte, und verraten, inwieweit Néstor Pitana der Thomas Müller unter den Schiedsrichtern ist.

Musik: Tha Silent Partner – P Pulsar (Album Version)

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Links: Die Pressekonferenz der FIFA mit Pierluigi Collina und Massimo Busacca nach der Vorrunde in voller Länge — Matthias Friebe hat für den Deutschlandfunk den Video-Assistenten bei der Arbeit zugehört — Das Erklärvideo der FIFA zum VAR — Das offizielle Regelheft des DFB — Die Kolumnen von Collinas Erben auf n-tv.de — Collinas Erben bei Twitter und bei Facebook

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7 comments » Write a comment

  1. Mal eine Frage zur Zurücknahme des Elfmeters aufgrund von Abseits. Wenn der Abwehrspieler jetzt ein heftiges Foul begangen hätte, dass mit einer roten Karte z.b. Wegen offensichtlicher Brutalität geahndet worden wäre, wäre diese persönliche Strafe auch zurück genommen worden?

    • Persönliche Strafen, die es wegen der Härte eines Vergehens gab (oder z.B. wegen einer Unsportlichkeit), würden in diesem Fall bestehen bleiben. Aber eine Rote Karte beispielsweise, die aufgrund der Verhinderung einer offensichtlichen Torchance gezeigt worden ist, würde zurückgenommen werden.

      • Aber wie sollen es der Spieler und das Publikum der roten Karte ansehen, ob sie wegen rohen Spiels oder Verhinderung einer klaren Torchance gegeben wurde und der Spieler jetzt sich zur Kabine bewegen muss oder weiter machen darf?

        Wenn es hier im Ergebnis zwei regeltechnisch unterschiedliche Arten von persönlichen Strafen gibt, nämlich solche die nach Änderung der Entscheidung bestehen bleiben sollen und solche die das nicht tun, dann muss man dafür meines Erachtens auch unterschiedliche Kartenfarben einführen.

        Das gilt genauso für gelbe Karten. Es ist doch nicht nur für den betroffenen Spieler selbst sondern auch für alle Gegner wichtig, ob der jetzt mit gelb vorbelastet ist und sich im Zweikampf zurückhalten muss oder nicht.

        • Weil man es den Karten nicht ansieht, soll es der Schiedsrichter optisch und verbal klar und deutlich kommunizieren, wenn er eine persönliche Strafe zurücknimmt. Im Idealfall: Mündliche Mitteilung an den betreffenden Spieler und gegenüber beiden Kapitänen, zusätzlich eine gestische Unterstreichung. Letzteres ist sicherlich nicht ganz so einfach, weil es da kein festgelegtes Handzeichen gibt. Man könnte zum Beispiel auf die Karte zeigen und danach die Arme einige Male nach außen und wieder zurück bewegen (das bedeutet sonst meist so etwas wie: »da war nichts«, insofern dürften das die meisten verstehen).

          Übrigens: Als es kurz vor dem Ende des Spiels Schweden – Schweiz einen Strafstoß und einen Feldverweis wegen einer »Notbremse« gab, hat der Schiedsrichter nach dem Eingriff des VAR den Elfmeter in einer Freistoß korrigiert, weil sich das Foulspiel knapp außerhalb des Strafraums zugetragen hatte. Außerdem hat er auf die Rote Karte gedeutet, in diesem Fall, um klar zu machen: Der Platzverweis bleibt bestehen. Das hätte er zwar nicht gemusst, aber zur Untermauerung fand ich es gut, wenn auch ungewohnt.

  2. Eine Frage zur Kommunikation per Headset, die dem Trainerteam ja neuerdings erlaubt ist: Darf ein Trainer, der vom Schiedsrichter des Innenraums verwiesen („auf die Tribüne geschickt“) wird, dieses Hilfsmittel nutzen, um mit der Trainerbank in Kontakt zu bleiben?
    Wenn nicht, wie will man das verhindern? Wird die Kommunikation aufgezeichnet oder mitgehört?

    • Die betreffende Erlaubnis ist ja, wie du schon schreibst, noch ganz neu, und in den Regel steht nichts zu dem von dir angesprochenen Fall. Ich versuche mal herauszufinden, wie das in der Bundesliga gehandhabt werden soll. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass die Kommunikation, so sie denn überhaupt von den Klubs aufgezeichnet wird, dem Verband zur Verfügung gestellt werden muss. Das widerspräche wohl jeglichen Grundsätzen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes. Vielleicht soll eine elektronische Kontaktaufnahme eines aus dem Innenraum verwiesenen Trainers zur Bank auch gar nicht verhindert werden, vornehmlich hat der Tribünenverweis ja die Funktion, dass er sich nicht mehr am Spielfeldrand unsportlich verhalten kann.

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